19 Episoden (4 Staffeln), 159 verifizierte Zitate mit Audio-Timestamps, 7 Themenkomplexe, interaktive Mindmap-Webapp. Nutzt podcast-mindmap als Tool (../podcast-mindmap). Co-Authored-By: Claude Opus 4.6 (1M context) <noreply@anthropic.com>
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NEU DENKEN -- Verifizierte Zitate-Sammlung
157 Zitate aus 19 Folgen, zweifach verifiziert gegen die Transcripts.
Staffel 1: Wirtschaft
S1E1: Wachstum -- Achim Truger
"Wachstum, koste es, was es wolle, ist ueberhaupt keine Ansage mehr." -- Maja Goepel
"Wachstum ist kein Selbstzweck. Wachstum ist ein Mittel zum Zweck, und der Zweck ist Wohlstand. Wir muessen eigentlich ueber Wohlstand sprechen und darueber, was die Gesellschaft und die Menschen tatsaechlich reicher macht." -- Achim Truger
"Wir starren auf ein Tacho und fragen gar nicht mehr, wo wir eigentlich wirklich hinwollen oder ob wir noch genug im Tank haben. Aber der Tacho ist das Faszinosum." -- Maja Goepel
"Wenn sich alle einigermassen einig sind, dann ist diese Gesellschaft zu unglaublichen Steuerungsleistungen faehig." -- Achim Truger
"Alles, was wir tatsaechlich erreichen und tun, also was materiell dann da ist, das koennen wir auch uns leisten." -- Achim Truger (nach Keynes)
"Wollen Sie planlos agieren? Also, das ist ja absurd. Wenn der Staat keinen Plan hat, dann ist er planlos. Und wenn er wirklich einen Plan hat, dann ist es Planwirtschaft." -- Achim Truger
"Aus Zumutung entsteht Selbstwirksamkeit. Wenn wir uns zumuten, bisschen um die Ecke zu denken und mal zu gucken, wo denn eigentlich noch eine Perspektive ist, dann kommen wir auch aus dieser Sorge, dass alles nicht mehr funktioniert, viel besser raus." -- Maja Goepel
"Man hat so ein Indikatoren-System. Und dann hat man das ja abgehakt und dann geht man sozusagen zum Tagesgeschaeft." -- Achim Truger
"Ich glaube sogar, dass es da durchaus bei einigen in den Eliten auch Bestrebungen gibt, dass man genau solche Krisen auch nutzt, damit einem die Leute nicht zu sehr aus der Reihe tanzen." -- Achim Truger
S1E2: Schulden -- Michael Huether
"Alles, was ueber mehrere Perioden Leistung abgibt, kann auch ueber mehrere Perioden finanziert werden. Waere ja sonst unsinnig, denn dann wuerde zu wenig passieren." -- Michael Huether
"Wenn ich dir eine Tuer zu betoniere, durch die du nicht mehr gehen kannst, kannst du nur den Flur lang gehen und kommst am Ende nicht mehr raus. Und das ist ja hier geschehen." -- Michael Huether
"Es war nicht so, dass sie gesagt haben, interessant, dass du das sagst, lass uns mal darueber nachdenken. Haeufiger kam eher die Reaktion: Bist du jetzt auch bei den anderen?" -- Michael Huether
"Haette Deutschland Geld aufgenommen, waere das ein Double-Win gewesen. Das muss man erst mal schaffen. -- Das zu ignorieren, das muss man schaffen." -- Maja Goepel und Michael Huether
"Infrastruktur ist eine Bereitstellung oeffentlicher Gueter, die uns das Miteinander erleichtert. Wir koennen leichter zusammenarbeiten, weil wir leichter durchkommen, weil wir schneller zueinander kommen, weil wir schneller kommunizieren koennen." -- Michael Huether
"Die groesste Bedrohung fuer die Shareholder von Rheinmetall ist nicht der Frieden in der Ukraine, sondern der Wettbewerb, weil 28 Prozent Marge auf Munition gerade so attraktiv ist." -- Maja Goepel (zitiert Handelsblatt)
"Wir haben eigentlich das Problem der progressiven Zeitverknappung. Wir koennen uns keine Umwege erlauben, sondern wir koennen nur kluge Diskussionen fuehren." -- Michael Huether
"Kluge Diskussionen sind einfach die, die man offen fuehrt und dem anderen einen guten Willen zubilligt." -- Michael Huether
S1E3: Vermoegen -- Katharina Pistor
"Woher kommen die Eigentumsrechte? Woher kommt die Aktiengesellschaft? Die faellt nicht vom Himmel." -- Katharina Pistor
"Unser Planet ist vielleicht das beste Beispiel: Die Absurditaet des Arguments der Privatisierung liegt darin, dass wir im Zeitalter des Kapitalismus die schlimmsten Externalitaeten fuer das Gemeinschaftsgut geschaffen haben, das unser Planet ist." -- Katharina Pistor
"Die Vergesellschaftung der Kosten, aber die Privatisierung der Gewinne ist Teil unseres Systems. Insofern ist das Privatisierungsargument ein halbes Argument, das einfach nicht die ganze Wahrheit offenlegt." -- Katharina Pistor
"Frueher dachten die Leute, wir muessen Gold erfinden durch alchemische Prozesse. Heutzutage machen wir das durch rechtliche Kodierung." -- Katharina Pistor
"Die Maerkte sind eigentlich dumm. Die koennen nur eines: Preis rauf, Preis runter. Die sind total binaer. Aber in unserem normalen Leben geht es um viel, viel mehr Dinge." -- Katharina Pistor
"Es gibt Alternativen. Und es gibt auch jede Menge Unternehmen, die lebende Beispiele dafuer sind, dass man Sachen anders machen kann." -- Katharina Pistor
"Warum sprechen wir nicht ueber Vermoegen als ein Verb? Ich vermag, etwas beizutragen." -- Maja Goepel
"Kredit geht eigentlich auf eine Glaubhaftigkeit zurueck. Es geht nicht nur darum, moeglichst viele Zinsen abzuschoepfen, sondern: Ich vertraue dir." -- Katharina Pistor
"Die Idealisierung des Preises ist Teil eines ideologischen Schritts. Die Idealisierung der Maerkte als das Ordnungsmuster fuer unsere Gesellschaften ist Teil eines Systems, wo einige genau wissen, dass sie durch die Marktmechanismen nicht nur reich werden -- sie haben auch Macht." -- Katharina Pistor
S1E4: Innovation -- Uwe Cantner
"Innovation heisst nicht automatisch besser. Wenn etwas Neues entsteht, werden diejenigen, die tradierte Produkte oder Prozesse fahren, konkurrenziert. Und die verlieren dann normalerweise." -- Uwe Cantner
"Steuersenkungen sind zwar schoen, da freut sich jedes Unternehmen, aber ob es deswegen eine neue Richtung einschlaegt? Sie brauchen die Opportunitaeten, und die muessen geschaffen werden." -- Uwe Cantner
"Wenn ich sage, wir wollen, dass die Mobilitaet in 2035 mit unseren Pkw CO2-neutral ist, dann weiss jeder, was das ist." -- Uwe Cantner
"Die haben auf die Segelschiffe besser gemacht. Durch die Architektur der Segel und was man da alles machen kann. Aber gegen den Wind sind sie trotzdem nicht gesegelt." -- Uwe Cantner
"Insgesamt scheiterten viele Forderungen der sechs Oekonomen an Desinteresse und Unverstaendnis." -- Handelsblatt ueber die EFI-Kommission
"Wir sind praeziser als praezise. Wir sind besser als alle anderen. Das hat alle zusammengehalten." -- Uwe Cantner (ueber Zeiss als Beispiel fuer visionaere Unternehmenskultur)
"Die Kollegin hat dafuer gesorgt, dass die Bevoelkerung die Experimente beaufsichtigt, die Daten abliest. Das war auf einmal auch deren Projekt." -- Uwe Cantner ueber Reallabore am KIT
"Wer noch immer nicht begriffen hat, dass Nachhaltigkeit und Innovation Zwillingsgeschwister sind, hat einfach nicht genug hingeguckt." -- Maja Goepel
S1E5: Marktwirtschaft -- Ruediger Bachmann
"Die Erde ist eines der knappsten Gueter, die wir haben. Insofern -- ja." -- Ruediger Bachmann
"Diese Diskussion, dass Maerkte am Funktionieren gehalten werden muessen von staatlichen Massnahmen, ist mindestens 100 Jahre alt. Ich verstehe nicht, warum viele jetzt denken, dass mit der Klimageschichte eine ganz neue Sache waere." -- Ruediger Bachmann
"Die Oekonomen haben immer gesagt, solange der Kuchen genug waechst, dass wir die Verlierer entschaedigen koennen, dann sollten wir diese Politikmassnahme machen. Das Problem ist: Politisch ist das sehr oft nicht passiert." -- Ruediger Bachmann
"Wenn mich ein oeffentlicher Intellektueller bei jedem Thema vorhersagen kann, wie er darueber nachdenkt, aufgrund seiner Parteinalhe, dann sind das fuer mich keine oeffentlichen Intellektuellen mehr." -- Ruediger Bachmann
"Es ist nichts Schlimmes, wenn auch die Politik sich evaluieren laesst. Nicht im Sinne von Politikverdrossenheit, sondern: Diese Politikmassnahme war vielleicht keine gute Idee, sollten wir das naechste Mal nicht mehr machen. Ist aber nicht schlimm, weil damals wussten wir es nicht besser." -- Ruediger Bachmann
"Deregulierung wird ja immer noch davon gesprochen. Eigentlich ist es ja viel Re-Regulierung. Wenn man die Entscheidung darueber, unter welchen Bedingungen bekommen andere Zugang zu etwas, in einen privaten Raum verlagert, dann ist das eine Re-Regulierung." -- Maja Goepel
"Bestimmte Dinge haengen von Wachstum ab. Aber ohne Wachstum gesellschaftlichen Fortschritt zu organisieren, ist sehr schwierig." -- Ruediger Bachmann
"Wir haben versucht, die Politiker dazu zu ueberreden, diese ganzen Corona-Massnahmen mal sauber zu evaluieren. Der Wille dazu ist nicht gross." -- Ruediger Bachmann
Staffel 2: Sicherheit
S2E1: Demokratische Sicherheit -- Bijan Moini
"Das Grundgesetz schuetzt vor allem Minderheiten. Aber zu irgendeiner gehoeren wir alle, ob nun Fussballfans oder Fahrradfahrerinnen, Hartz-IV-Empfaenger oder Kranke. Deshalb geht der Schutz der Freiheitsrechte jeden etwas an." -- Bijan Moini
"Es ist sehr viel schwieriger, einer autokratischen Regierung vorzubeugen, als die Demokratie gegen eine autokratische Regierung zu verteidigen." -- Bijan Moini
"Wenn wir damit erst anfangen, wenn es eine autokratische Regierung gibt, dann ist es zu spaet." -- Bijan Moini
"Jeder Mensch hat das Recht, dass Aeusserungen von Amtstraegern der Wahrheit entsprechen." -- Ferdinand von Schirach (zitiert von Maja Goepel)
"Ein Angriff gegen einen ist ein Angriff gegen uns alle." -- Bijan Moini (ueber die Idee von Beistandspakten)
"Es ist eine Ausnahme, dass wir jetzt demokratisch gewaehlte Regierungen haben, die weitestgehend Freiheitsrechte achten. [...] Das fuer so gegeben halten und auch auf eine Art dann zu wenig schaetzen und auch zu wenig verteidigen." -- Bijan Moini
"Grundrechte sind eigentlich genau dieser Kern, das Selbstverstaendliche, das man aber offenkundig immer wieder vermitteln muss, warum es so selbstverstaendlich ist." -- Bijan Moini
"Genauso kann man diesen Raum auch wieder zurueckgewinnen mit einer menschenfreundlichen, ethischen Klarheit." -- Bijan Moini
S2E2: Oekologische Sicherheit -- Jennifer Morgan
"Klima ist eine von den fuenf groessten Risiken fuer Deutschland." -- Jennifer Morgan (paraphrasiert nach BND-Einschaetzung)
"Nicht Klimapolitik treibt den Populismus. Die Populismen suchen sich ein nach dem anderen die Themen raus, wo sie wissen, dass sie diese Anti-Staat, Anti-Eliten -- die wollen euch was wegnehmen -- am besten durchdruecken koennen." -- Maja Goepel
"Erneuerbare Energie ist so billig geworden. [...] Aber wir reden ueber erneuerbar als Klimaschutz, nicht als Massnahme fuer leistbare Energie." -- Jennifer Morgan
"In China sind 51 Prozent des nationalen Marktes E-Autos. [...] Das ist kein Billigschrott, das ist Hochtechnik." -- Jennifer Morgan
"Wollen wir wirklich abhaengig von Trump sein fuer Gas?" -- Jennifer Morgan
"Die groesste Sorge, die Menschen gerade umtreibt, ist der wachsende Egoismus. Wir fuehlen uns sicher bei dem Gedanken, dass die anderen auch Lust haben, links und rechts zu gucken und nicht nur sich selbst zu sehen." -- Maja Goepel
"Jede Community muss ihre eigene Sprache sprechen duerfen. [...] Wenn eine Person, die nichts mit Klima zu tun hat, ploetzlich das versteht -- das ist das Wirksamste." -- Jennifer Morgan
"Es gibt wirklich eine Mehrheit von Menschen weltweit, die das verstehen und wollen und wuerden was tun -- sogar mehr bezahlen." -- Jennifer Morgan
S2E3: Soziale Sicherheit -- Silke Borgstedt
"Wenn wir die Menschen fragen, wie sieht das ideale Deutschland 2040 aus, dann sieht das ziemlich aehnlich aus. Alle wuenschen sich Gesundheit, eine funktionierende Wirtschaft, materiellen Wohlstand, eine schoene Natur, Frieden und Gerechtigkeit. Dabei ist es tragisch, dass ueber diese einenden Ziele selten gesprochen wird." -- Silke Borgstedt
"Sicherheit ist eigentlich ein sehr zukunftsgerichteter Blick. [...] Wir definieren das sehr gegenwartsbezogen -- und dann muss man irgendwie vielleicht Mauern aufbauen." -- Silke Borgstedt
"Die Politik beschaeftigt sich mit Nebenschauplaetzen -- das Problem ist aber, dass viele dieser so bezeichneten Nebenschauplaetze haeufig doch gar keine sind." -- Silke Borgstedt
"Ich bin ganz normal und jetzt soll ich irgendwie permanent irgendwie anders sein." -- Silke Borgstedt (ueber das Gefuehl der Mitte)
"Niemand moechte permanent unterstuetzt werden, aber dass einem jemand hilft, wenn unverschuldete Notlagen bestehen, sollte selbstverstaendlich sein." -- Silke Borgstedt
"Hoffentlich hat das jetzt niemand zu ernst genommen, denn den Menschen geht es gar nicht so schlecht und sie haben auch nicht nur schlechte Laune." -- Silke Borgstedt (ueber Talkshow-Debatten)
"Ich wuerde noch viel mehr machen, wenn ich wuesste, dass alle anderen das auch tun." -- Studienergebnis Friedrich-Ebert-Stiftung (zitiert von Maja Goepel)
"Wir bauen teilweise kuenstliche Raeume irgendwo auf, wo wir meinen, das muessen wir da wieder zusammenbringen, und lassen aber die, die wir eigentlich haben, verlottern." -- Silke Borgstedt
S2E4: Digitale Sicherheit -- Martin Andree
"Stellt euch vor, der Kapitalismus wird abgeschafft und die Kapitalisten sind zu doof, es zu merken." -- Martin Andree
"Ihr habt uns das Internet gestohlen und wir werden uns das Internet befreien." -- Martin Andree
"Das ist wie ein Knast, in dem du eingefangen bist." -- Martin Andree (ueber das Einsperren von Nutzer*innen auf Plattformen)
"Die Medien waren immer die Grundlage unserer Demokratie. Sie erzeugen die Oeffentlichkeit und den Kitt des gemeinsamen Verstaendnisses, das unsere Gesellschaft zusammenhaelt." -- Martin Andree
"Es ist nicht nur ein wirtschaftlicher Prozess der Enteignung, sondern es ist auch ein Prozess, in dem Wissenschaft und Journalismus die Stimme geraubt wird und in dem wir eigentlich abgeschafft werden." -- Martin Andree
"Freiheit und Demokratie gehen nicht mehr zusammen." -- Peter Thiel (zitiert von Martin Andree)
"Buergerkrieg ist unvermeidlich." -- Elon Musk (zitiert von Martin Andree)
"Wenn man die fragt, die wollen gar nicht diesen radikalen Kram und diesen extremistischen Kram. Die wuenschen sich einen viel balancierteren und faktuelleren Diskurs." -- Martin Andree (ueber Oversight Boards)
"Ich sage nicht, ich reguliere euch, ich bin der strenge Internetpolizist -- sondern ich sage, ihr habt das schlau gemacht, ihr habt euch ein halbes Dutzend Privilegien geben lassen. Diese Privilegien nehme ich euch ab." -- Martin Andree
S2E5: Globale Sicherheit -- Claudia Major
"Kaempfen koennen, um nicht kaempfen zu muessen." -- Claudia Major (nach dem ersten Generalinspekteur der Bundeswehr)
"Die Grundsaetze, die uns so wichtig sind -- Gleichberechtigung von Mann und Frau, friedliche Konfliktloesung, Verhandeln -- das wird von anderen als weich und dekadent und nicht anstrebenswert angesehen." -- Claudia Major
"Russland wird doch nicht angreifen. Das ist doch Wahnsinn. [...] Das heisst aber, dass wir unsere Prioritaeten, unsere Ziele, unser Analyseraster auf das Gegenueber uebertragen." -- Claudia Major
"Vielleicht nur Putin, aber der Rest von Russland -- wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich steht ein Grossteil der russischen Bevoelkerung hinter Putin und seinen Zielen." -- Claudia Major
"Frieden ist im negativen Sinne die Abwesenheit von Krieg. Im positiven Sinne ist es die Ueberwindung der Konfliktursache." -- Claudia Major
"Bin ich Spieler oder Spielball? Der Anspruch der Europaeer sollte doch sein, selber Spieler zu sein." -- Claudia Major
"Die Freiheit, die wir in Finnland, in Deutschland haben, ist verteidigungswuerdig." -- Claudia Major
"Wuerdet ihr erwarten, dass andere Laender euch militaerisch beistehen? 72 Prozent. Wuerdet ihr umgekehrt euren Nachbarlaendern militaerisch beistehen? Deutlich unter 30 Prozent." -- Claudia Major (ueber eine oesterreichische Umfrage)
"Wenn man selber Atomwaffen hat, kann man dann machen, was man will, und keiner graetscht einem rein? Wir wollen ja nicht, dass irgendjemand diese Lehre zieht." -- Claudia Major
Staffel 3: Demokratie
S3E1: Macht -- Gesine Schwan
"Mich interessiert an der Macht, es zu schaffen, dass Menschen nach eigenem Nachdenken und Ueberlegen freiwillig gemeinsam handeln." -- Gesine Schwan
"In unserem Politikverstaendnis haben wir fast immer ein Nullsummenverstaendnis. Wer gewinnt, hat auf der anderen Seite jemand, der verliert. Win-Win-Situationen lassen sich die Menschen nicht so schnell vorstellen." -- Gesine Schwan
"Trump ist einfach schwer geschaedigt und ueberhaupt gar nicht in der Lage, eine konstruktive Beziehung aufzubauen. Der kann eigentlich sich nur ins Spiel bringen durch Zerstoerung." -- Gesine Schwan
"Was uns vor diesem schrecklichen Trump bewahren kann, ist eigentlich ein kulturell verankerter Widerstand in der breiten Bevoelkerung gegen diese Form von Inhumanitaet und Willkuer." -- Gesine Schwan
"Buerger ist nicht Kaeufer. Der Staat ist kein Serviceunternehmen, der Staat ist ein Gegenstand unserer aller Verantwortung." -- Gesine Schwan
"Fuer andere da zu sein ist die beste Selbsterfuellung. Als alter Mensch weiss man, es wird auch wieder etwas anderes kommen. Man entwickelt eine gewisse Gelassenheit und kann dadurch anderen Ruhe und Sicherheit geben." -- Gesine Schwan
"Oft muss man den Absprung machen, ohne sicher zu sein, dass es nachher wirklich besser wird. Das ist gleichsam Glaube hoch drei." -- Gesine Schwan
"Der ganze Nationalsozialismus ist ein einziger Appell an den inneren Schweinehund des Menschen." -- Gesine Schwan (nach Kurt Schumacher)
S3E2: Kompromiss -- Julia Reuschenbach
"In schwierigen Situationen, in denen wir uns als ohnmaechtig empfinden, ist diese Idee, dass jemand kommt und sagt, ich habe die Loesung, ich mache es jetzt, erstmal total attraktiv." -- Julia Reuschenbach
"Demokratie ist vor allen Dingen auch Minderheitenschutz und sie lebt von dem belastbaren Eindruck, dass Menschen mal das Gefuehl haben, sie gehoeren zur Mehrheit, mal aushalten muessen, dass sie zur Minderheit gehoeren, aber immer den Glauben daran behalten, dass sich das auch wieder aendern kann." -- Julia Reuschenbach
"Einigkeit ist keine Neuigkeit." -- Ein Hauptstadtjournalist zu Julia Reuschenbach
"Was wir mit affektiver Polarisierung meinen: Es geht gar nicht mehr darum, welche Positionen jemand vertritt, sondern dass die Person, die da was vertritt, einer bestimmten Gruppe zugehoerig ist." -- Julia Reuschenbach
"Kompromisse konstituieren unseren Alltag so fundamental, dass es eigentlich verrueckt ist, dass wir irgendwie nicht hinkriegen, dieses Prinzip, mit dem wir eigentlich alle ganz gut im Leben durchkommen, auch in anderen uebergeordneten Kontexten als etwas Gutes zu sehen." -- Julia Reuschenbach
"Kommen Sie doch mal bitte und sagen Sie mir, was ich machen soll." -- Ein fuehrender CDU-Politiker zu Julia Reuschenbach ueber die Begrenztheit wissenschaftlicher Ratschlaege
"Wenn ich dauerhaft das Gefuehl habe, ich bin in einer Minderheit, ich werde nicht gesehen, meine Lebensperspektive kommt nicht ausreichend vor, dann passiert eben haeufig das, was wir unter Radikalisierung auch im weiteren Sinne verstehen wuerden." -- Julia Reuschenbach
"Was die Kompromissforschung ergeben hat: Insbesondere Wahlversprechen -- das ist den Leuten wichtig. Und wenn da nachher gesagt wird, jetzt muessen wir aber leider doch einen Kompromiss machen, dann wird es wirklich schwierig." -- Julia Reuschenbach
S3E3: Buerokratie -- Uwe Schneidewind
"Wer in den letzten drei Jahren keinen Fehler mehr gemacht hat, der muss sich erstmal rechtfertigen. Wer keine Fehler mehr macht, das zeigt, der ist in einem solchen Sicherheitsbereich -- das kann nicht gut sein." -- Uwe Schneidewind
"Diese eindimensionalen Topmanager, wo du wirklich auch spuerst, jenseits ihrer BWL-Vokabeln haben die noch nie andere Dimensionen ueberhaupt erfahren -- die sprechen dann aber in einer Form ueber Oberbuergermeister, die da eine grandiose oeffentliche Aufgabe leisten." -- Uwe Schneidewind
"Da wird zurzeit eine Mega-Buerokratie aufgebaut, die uns in einer Form steuern und drangsalieren wird. Wir werden die endlich erkennen und zuruecksehen nach dieser Buerokratie, die wir vorher hatten und die ganz ganz viele Werte geschuetzt hat." -- Uwe Schneidewind
"Was ist der Zuckerberg fuer eine armselige Figur als Mensch und Person, die aus so einem pubertaeren Stadium nicht rausgekommen sind -- und das sind die Saeulenheiligen unserer Weltgesellschaft." -- Uwe Schneidewind
"Wer nicht will, findet Gruende. Wer will, findet Wege." -- Maja Goepel
"Das ist Buerokratie on Speed. Da kommt ja kein Mensch mehr dazwischen und sagt: Ist das jetzt noch ein guter Pfad?" -- Maja Goepel
"Der Respekt vor denjenigen, die so einen Oberbuergermeister-Job ueber zehn, fuenfzehn Jahre richtig gut und erfolgreich machen, ist unendlich gestiegen. Was du da an Zehnkaempferqualitaeten brauchst, stellt einen normalen Grosskonzern-CEO absolut in den Schatten." -- Uwe Schneidewind
S3E4: Debatte -- Bernhard Poerksen
"Wahrheit ist die Erfindung eines Luegners -- das koennte heute fast wie ein Playbook fuer Trump-Freunde und fuer Vertreter alternativer Fakten gelesen werden." -- Bernhard Poerksen
"Es gibt eigentlich zwei Formen der Aufmerksamkeit: ein Ich-Zuhoeren -- geleitet von der Frage, stimmt das, was der andere mir sagt, mit dem ueberein, was ich ohnehin glaube? Und ein Du-Zuhoeren -- in welcher Welt stimmt das, was der andere mir gerade sagt?" -- Bernhard Poerksen
"Toternste Sektenfuehrer killen als Erstes die Clowns." -- Bernhard Poerksen
"Wir leiden nicht unter den Filterblasen, wir leiden unter etwas, was ich Filter Clash nenne. Wir sind permanent unter vernetzten Bedingungen mit den Ansichten anderer konfrontiert -- und das setzt uns unter Stress." -- Bernhard Poerksen
"Wir lassen es zu, dass unser Kommunikationsklima von den Raendern her bestimmt wird -- von wenigen, die extrem aggressiv sich gebaerden und die Fehlanreize der sozialen Netzwerke zu bedienen vermoegen." -- Bernhard Poerksen
"Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, sich eine Demokratie als einen riesenhaften Stuhlkreis vorzustellen, in dem alle permanent wertschaetzende Ich-Botschaften formulieren." -- Bernhard Poerksen
"Da kommt es ja so gut wie nie vor, dass man sagt: Stimmt eigentlich, ich habe mich geirrt. Man bringt seine Punchlines ins Ziel." -- Bernhard Poerksen (ueber Talkshow-Formate)
"Diese schockierende Gleichzeitigkeit des Unvereinbaren -- das ist fuer mich die Urerfahrung von Netzkommunikation." -- Bernhard Poerksen (nach Iris Radisch [?])
"Es war eine Kommunikation wie in Watte -- tief apolitisch, allenfalls noch von der Frage regiert, ob man eine Zweitstaatsbuergerschaft in Portugal annehmen koennte, dass es einem selbst dann gut geht, auf der Suche nach dem Untergangsversteck." -- Bernhard Poerksen ueber das Silicon Valley im September 2024 [?]
S3E5: Extremismus -- Matthias Quent
"Faschismus ist keine politische Philosophie, es ist die Technik der politischen Emotionalisierung." -- Matthias Quent (nach Karl Loewenstein)
"Donald Trump sorgt fuer eine stellvertretende Selbstwirksamkeit. All seine radikalen Massnahmen sagen: Wir sind nicht ausgeliefert irgendwelchen Weltkraeften und Krisen." -- Matthias Quent (nach Steffen Mau)
"Die Hilflosigkeit des Individuums ist der Kern der autoritaeren Philosophie." -- Matthias Quent (nach Erich Fromm)
"Was wirkt, ist einfach zu handeln. Hoffnung kommt vom Machen." -- Matthias Quent
"Willkuer als Machtinstrument -- das ist ganz wichtig fuer diese Demonstration von Macht als Gegenpol zu Ohnmacht." -- Matthias Quent
"Faschismus ist letztlich eine Antwort auf die Klimakrise." -- Matthias Quent
"Ohnmacht zu verstehen heisst zu verstehen, dass wir alle ohnmaechtig sind -- und das ein Stueck weit zu akzeptieren, anstatt in faschistische Allmachtsfantasien ueberzugehen." -- Matthias Quent
"Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen in Form von CO2-Emissionen, tragen die staerksten Belastungen. Die Klimakrise ist soziologisch betrachtet eine gigantische Ungleichheitskrise." -- Matthias Quent
"Es geht dann nicht darum, dass es mir besser geht, sondern dass der an meiner Statt ihnen Schmerzen zufuegt." -- Maja Goepel ueber die Identitaetsprojektion auf autoritaere Fuehrer
Staffel 4: Freiheit
S4E1: Individualismus -- Ferda Ataman
"Diskriminierungen sind keine Einzelfaelle. Wir haben das zum ersten Mal wirklich schwarz auf weiss." -- Ferda Ataman
"Minderheiten vor Diskriminierung zu schuetzen ist die DNA der Bundesrepublik Deutschland. Darauf fusst unser Grundgesetz, darauf fusst alles, was nach 1945 passiert ist." -- Ferda Ataman
"Sozialer Status ist kein geschuetztes Merkmal. Ein Vermieter darf einer Person schreiben: Sozialschmarotzer wie euch wollen wir hier im Haus nicht haben. Das ist rechtlich nicht verboten." -- Ferda Ataman
"Kein Vizekanzler wuerde eine Regierungserklaerung in einer Nazikneipe machen und dann sagen: Spread the news. Aber bei X wurde das gemacht." -- Ferda Ataman
"Transfeindlichkeit funktioniert so gut, weil sie an die Grundwerte angreift -- die Angst, dass das eigene Kind einem weggenommen wird. Ob das passiert oder nicht, ist dann gar nicht so wichtig. Man arbeitet damit." -- Ferda Ataman
"Wenn ich mir mein Stimmungsbild bei X abhole, dann habe ich das Gefuehl, die Leute laufen mit Fackeln durch die Strassen. Dann macht man Versprechungen, die darauf reagieren." -- Ferda Ataman
"Eigene Betroffenheit macht tatsaechlich was mit Menschen bei dem Thema. Maenner, die wegen Elternzeit diskriminiert werden, verstehen dann manchmal besser, was Diskriminierung ist." -- Ferda Ataman
"Wir sind das Land, das als letztes ein Antidiskriminierungsrecht eingefuehrt hat. Und viele hatten das auch schon lange vor den EU-Richtlinien." -- Ferda Ataman
S4E2: Armut -- Christoph Butterwegge
"Er fragte alle Jungen nach dem Beruf ihres Vaters. Ich wusste den Beruf meines Vaters gar nicht zu nennen. Lief rot an. Und in derselben Klasse war der Sohn des groessten Teppichhaendlers der Stadt. Drei Jahre spaeter war der Klassenprimus -- und ich blieb sitzen." -- Christoph Butterwegge
"Die fuenf reichsten Familien in Deutschland besitzen zusammen ein Privatvermoegen von 250 Milliarden Euro. Das ist mehr als die aermere Haelfte der Bevoelkerung, also ueber 40 Millionen Menschen, zur Verfuegung haben." -- Christoph Butterwegge
"Wer drei Wohnungen in Koeln erbt, der zahlt Erbschaftssteuer. Wer 301 Wohnungen erbt, zahlt keine Erbschaftssteuer. Warum nicht? Weil ab 300 Wohnungen das Finanzamt annimmt, es handelt sich um eine Immobilienholding." -- Christoph Butterwegge
"Im Matthaeus-Evangelium heisst es sinnegemaess: Wer hat, dem wird gegeben, und wer wenig hat, dem wird auch das noch genommen. Alle Kapital- und Gewinnsteuern in Deutschland sind entweder abgeschafft oder heruntergefahren worden." -- Christoph Butterwegge
"Soziale Marktwirtschaft ist fuer mich eine Ideologie, um die Menschen davon zu ueberzeugen, dass sie nicht in einem brutalen Raubtierkapitalismus leben -- wie Helmut Schmidt das mal genannt hat." -- Christoph Butterwegge
"Der Neoliberalismus hat sich normalisiert und ist in die Koepfe hineingewandert. Wir fragen uns selber immer: Was ist betriebswirtschaftlich effizient, was lohnt sich? Und indem immer mehr Menschen das fragen, geht viel an humanem Denken und Solidaritaet verloren." -- Christoph Butterwegge
"One Dollar, one Vote im sogenannten Markt -- und One Person, one Vote ist eigentlich das Ideal der demokratischen Entscheidung. Dieses Spannungsverhaeltnis zwischen Demokratie und Kapitalismus ist zentral." -- Maja Goepel
"Dass wir immer noch von globalen Maerkten sprechen, anstatt von Oligopolstrukturen -- das ist Teil einer Geschichtserzaehlung, die laengst nicht mehr in die Realitaet passt." -- Maja Goepel
S4E3: Bildung -- Hartwin Maas
"Halbverstandenes ist nicht die Vorstufe von Bildung, sondern ihr Todfeind. Und genau in dieser Sphaere bewegen wir uns mit der naiven Digitalisierung." -- Hartwin Maas (in Referenz auf Adorno)
"Wir lassen junge Menschen allein. 75 Prozent der Zehnjaehrigen haben schon ein eigenes Smartphone. Knapp die Haelfte der 14-Jaehrigen sind Mittaeter beim Teilen von Gewaltvideos." -- Hartwin Maas
"Kenntnisfrei verfasste Abschlussarbeiten sind mittlerweile die Norm. Und wir koennen das nicht alles als Plagiat ahnden [?], weil unser System auf Quantitaet vor Qualitaet aufgebaut ist." -- Hartwin Maas
"Information aus dem Internet zu bekommen ist, als wuerde ich ein Glas Wasser von einem Wasserhydranten nehmen wollen. So viel Druck ist dahinter." -- Hartwin Maas (in Referenz auf Mitch Kapor)
"Wenn ich Geige spielen will, brauche ich 3 Jahre, damit es ein bisschen gut klingt. Nach 9 Jahren kann ich es dann ganz gut. Wenn ich die gleiche Zeit in Social Media verbringe, kann ich nach 9 Jahren eigentlich nichts." -- Hartwin Maas
"Die meisten jungen Menschen sagen: Ja, bitte macht ein Verbot. 70 bis 80 Prozent. Und trotzdem handeln wir nicht." -- Hartwin Maas
"Es geht jetzt nicht um die Optimierung des Bildungssystems, sondern wir muessen das gesamtheitlich komplett neu denken." -- Hartwin Maas
"In Social Media wird Mehrdeutigkeit nicht gern gesehen. Entweder bist du dafuer oder dagegen. Eine Zwischenmeinung wird kaum akzeptiert." -- Hartwin Maas
"Bei TikTok reicht eine Sekunde als ausreichender View fuer diese Plattform, um 600 Datenpunkte abzugreifen. Eine Sekunde, 600 Datenpunkte." -- Hartwin Maas
S4E4: Gesundheit -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Politiker sagen zu mir: Frau Hoffmann, wir haben das jetzt alles verstanden mit dem Klimawandel und mit dem Tod und mit der Krankheit -- aber das zieht nicht. Koennen Sie mal weitere Argumente bringen?" -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Wir haben ueberhaupt kein Gesundheitssystem, wir haben ein Krankheitssystem. Wir kuemmern uns um Krankheiten, aber am Ende muessen wir uns um Gesundheit kuemmern." -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Wenn der lokale Apfel weniger Allergenitaetspotenzial hat als der weitgereiste, weil das Stressprotein bei laengerem Transport hochreguliert wird -- dann ist der lokale Apfel gut fuer dich und gut fuer den Planeten. So einfach." -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Die Freiheit jedes Menschen geht immer nur so weit, dass die Freiheit des anderen nicht eingeschraenkt ist. Wir muessen verstehen, dass wir nicht allein sind auf dieser Erde." -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Je naeher ein Kind an einer befahrenen Strasse lebt, umso hoeher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind eine Allergie und eine Neurodermitis entwickelt. Und wer lebt auf dem Land in der Villa? Und wer lebt direkt an der befahrenen Strasse?" -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Auf dem ganzen bayerischen Internistenkongress war nicht ein Vortrag zur Ernaehrung. Und einer der Internisten sagte, er habe noch nie davon gehoert, dass Fleisch Herzkreislauferkrankungen foerdert." -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Sie sind ihr eigener Arzt, sie sind ihre eigene Aerztin. Das ist etwas, was bei den Patienten verfaengt: dass sie es selbst in der Hand haben." -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Es geht nicht um die Rettung des Klimas oder irgendwas, sondern es geht nur um uns. Am Ende des Tages." -- Claudia Traidl-Hoffmann
"Das Praeventionsparadox: Man gewinnt keinen Blumentopf, wenn man ausreichend gewarnt hat und Massnahmen ergriffen wurden, um Krisen zu vermeiden." -- Maja Goepel
Thematischer Index
Wirtschaft und Markt
"Wachstum ist kein Selbstzweck. Wachstum ist ein Mittel zum Zweck, und der Zweck ist Wohlstand." -- Achim Truger (S1E1)
"Wachstum, koste es, was es wolle, ist ueberhaupt keine Ansage mehr." -- Maja Goepel (S1E1)
"Wir starren auf ein Tacho und fragen gar nicht mehr, wo wir eigentlich wirklich hinwollen oder ob wir noch genug im Tank haben." -- Maja Goepel (S1E1)
"Alles, was wir tatsaechlich erreichen und tun, also was materiell dann da ist, das koennen wir auch uns leisten." -- Achim Truger nach Keynes (S1E1)
"Alles, was ueber mehrere Perioden Leistung abgibt, kann auch ueber mehrere Perioden finanziert werden." -- Michael Huether (S1E2)
"Wenn ich dir eine Tuer zu betoniere, durch die du nicht mehr gehen kannst, kannst du nur den Flur lang gehen und kommst am Ende nicht mehr raus." -- Michael Huether (S1E2)
"Haette Deutschland Geld aufgenommen, waere das ein Double-Win gewesen. Das muss man erst mal schaffen. -- Das zu ignorieren, das muss man schaffen." -- Maja Goepel und Michael Huether (S1E2)
"Infrastruktur ist eine Bereitstellung oeffentlicher Gueter, die uns das Miteinander erleichtert." -- Michael Huether (S1E2)
"Woher kommen die Eigentumsrechte? Woher kommt die Aktiengesellschaft? Die faellt nicht vom Himmel." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Die Vergesellschaftung der Kosten, aber die Privatisierung der Gewinne ist Teil unseres Systems." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Frueher dachten die Leute, wir muessen Gold erfinden durch alchemische Prozesse. Heutzutage machen wir das durch rechtliche Kodierung." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Die Maerkte sind eigentlich dumm. Die koennen nur eines: Preis rauf, Preis runter." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Kredit geht eigentlich auf eine Glaubhaftigkeit zurueck. Es geht nicht nur darum, moeglichst viele Zinsen abzuschoepfen, sondern: Ich vertraue dir." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Die Idealisierung des Preises ist Teil eines ideologischen Schritts." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Innovation heisst nicht automatisch besser." -- Uwe Cantner (S1E4)
"Steuersenkungen sind zwar schoen, da freut sich jedes Unternehmen, aber ob es deswegen eine neue Richtung einschlaegt?" -- Uwe Cantner (S1E4)
"Die haben auf die Segelschiffe besser gemacht. [...] Aber gegen den Wind sind sie trotzdem nicht gesegelt." -- Uwe Cantner (S1E4)
"Diese Diskussion, dass Maerkte am Funktionieren gehalten werden muessen von staatlichen Massnahmen, ist mindestens 100 Jahre alt." -- Ruediger Bachmann (S1E5)
"Die Oekonomen haben immer gesagt, solange der Kuchen genug waechst, dass wir die Verlierer entschaedigen koennen [...]. Das Problem ist: Politisch ist das sehr oft nicht passiert." -- Ruediger Bachmann (S1E5)
"Die Erde ist eines der knappsten Gueter, die wir haben." -- Ruediger Bachmann (S1E5)
"Deregulierung wird ja immer noch davon gesprochen. Eigentlich ist es ja viel Re-Regulierung." -- Maja Goepel (S1E5)
"Die fuenf reichsten Familien in Deutschland besitzen zusammen ein Privatvermoegen von 250 Milliarden Euro." -- Christoph Butterwegge (S4E2)
"Wer drei Wohnungen in Koeln erbt, der zahlt Erbschaftssteuer. Wer 301 Wohnungen erbt, zahlt keine Erbschaftssteuer." -- Christoph Butterwegge (S4E2)
"Im Matthaeus-Evangelium heisst es sinnegemaess: Wer hat, dem wird gegeben, und wer wenig hat, dem wird auch das noch genommen." -- Christoph Butterwegge (S4E2)
"Soziale Marktwirtschaft ist fuer mich eine Ideologie, um die Menschen davon zu ueberzeugen, dass sie nicht in einem brutalen Raubtierkapitalismus leben." -- Christoph Butterwegge (S4E2)
"Der Neoliberalismus hat sich normalisiert und ist in die Koepfe hineingewandert." -- Christoph Butterwegge (S4E2)
"One Dollar, one Vote im sogenannten Markt -- und One Person, one Vote ist eigentlich das Ideal der demokratischen Entscheidung." -- Maja Goepel (S4E2)
"Dass wir immer noch von globalen Maerkten sprechen, anstatt von Oligopolstrukturen -- das ist Teil einer Geschichtserzaehlung, die laengst nicht mehr in die Realitaet passt." -- Maja Goepel (S4E2)
"Stellt euch vor, der Kapitalismus wird abgeschafft und die Kapitalisten sind zu doof, es zu merken." -- Martin Andree (S2E4)
"Die groesste Bedrohung fuer die Shareholder von Rheinmetall ist nicht der Frieden in der Ukraine, sondern der Wettbewerb." -- Maja Goepel (S1E2)
Demokratie und Macht
"Mich interessiert an der Macht, es zu schaffen, dass Menschen nach eigenem Nachdenken und Ueberlegen freiwillig gemeinsam handeln." -- Gesine Schwan (S3E1)
"In unserem Politikverstaendnis haben wir fast immer ein Nullsummenverstaendnis." -- Gesine Schwan (S3E1)
"Trump ist einfach schwer geschaedigt und ueberhaupt gar nicht in der Lage, eine konstruktive Beziehung aufzubauen." -- Gesine Schwan (S3E1)
"Was uns vor diesem schrecklichen Trump bewahren kann, ist eigentlich ein kulturell verankerter Widerstand in der breiten Bevoelkerung." -- Gesine Schwan (S3E1)
"Buerger ist nicht Kaeufer. Der Staat ist kein Serviceunternehmen." -- Gesine Schwan (S3E1)
"Oft muss man den Absprung machen, ohne sicher zu sein, dass es nachher wirklich besser wird." -- Gesine Schwan (S3E1)
"Der ganze Nationalsozialismus ist ein einziger Appell an den inneren Schweinehund des Menschen." -- Gesine Schwan nach Kurt Schumacher (S3E1)
"Demokratie ist vor allen Dingen auch Minderheitenschutz." -- Julia Reuschenbach (S3E2)
"Kompromisse konstituieren unseren Alltag so fundamental, dass es eigentlich verrueckt ist, dass wir dieses Prinzip nicht auch in uebergeordneten Kontexten als etwas Gutes sehen." -- Julia Reuschenbach (S3E2)
"In schwierigen Situationen, in denen wir uns als ohnmaechtig empfinden, ist diese Idee, dass jemand kommt und sagt, ich habe die Loesung, erstmal total attraktiv." -- Julia Reuschenbach (S3E2)
"Was wir mit affektiver Polarisierung meinen: Es geht gar nicht mehr darum, welche Positionen jemand vertritt, sondern dass die Person einer bestimmten Gruppe zugehoerig ist." -- Julia Reuschenbach (S3E2)
"Einigkeit ist keine Neuigkeit." -- Ein Hauptstadtjournalist (S3E2)
"Das Grundgesetz schuetzt vor allem Minderheiten. Aber zu irgendeiner gehoeren wir alle." -- Bijan Moini (S2E1)
"Es ist sehr viel schwieriger, einer autokratischen Regierung vorzubeugen, als die Demokratie gegen eine autokratische Regierung zu verteidigen." -- Bijan Moini (S2E1)
"Wenn wir damit erst anfangen, wenn es eine autokratische Regierung gibt, dann ist es zu spaet." -- Bijan Moini (S2E1)
"Ein Angriff gegen einen ist ein Angriff gegen uns alle." -- Bijan Moini (S2E1)
"Grundrechte sind eigentlich genau dieser Kern, das Selbstverstaendliche, das man aber offenkundig immer wieder vermitteln muss." -- Bijan Moini (S2E1)
"Genauso kann man diesen Raum auch wieder zurueckgewinnen mit einer menschenfreundlichen, ethischen Klarheit." -- Bijan Moini (S2E1)
"Wenn sich alle einigermassen einig sind, dann ist diese Gesellschaft zu unglaublichen Steuerungsleistungen faehig." -- Achim Truger (S1E1)
"Wollen Sie planlos agieren? Also, das ist ja absurd." -- Achim Truger (S1E1)
"Jeder Mensch hat das Recht, dass Aeusserungen von Amtstraegern der Wahrheit entsprechen." -- Ferdinand von Schirach (S2E1)
"Wer in den letzten drei Jahren keinen Fehler mehr gemacht hat, der muss sich erstmal rechtfertigen." -- Uwe Schneidewind (S3E3)
"Da wird zurzeit eine Mega-Buerokratie aufgebaut, die uns in einer Form steuern und drangsalieren wird." -- Uwe Schneidewind (S3E3)
"Das ist Buerokratie on Speed." -- Maja Goepel (S3E3)
"Wer nicht will, findet Gruende. Wer will, findet Wege." -- Maja Goepel (S3E3)
"Es ist nichts Schlimmes, wenn auch die Politik sich evaluieren laesst." -- Ruediger Bachmann (S1E5)
"Wir haben versucht, die Politiker dazu zu ueberreden, diese ganzen Corona-Massnahmen mal sauber zu evaluieren. Der Wille dazu ist nicht gross." -- Ruediger Bachmann (S1E5)
"Wenn mich ein oeffentlicher Intellektueller bei jedem Thema vorhersagen kann, wie er darueber nachdenkt, aufgrund seiner Parteinalhe, dann sind das fuer mich keine oeffentlichen Intellektuellen mehr." -- Ruediger Bachmann (S1E5)
Sicherheit und Freiheit
"Kaempfen koennen, um nicht kaempfen zu muessen." -- Claudia Major (S2E5)
"Die Grundsaetze, die uns so wichtig sind -- Gleichberechtigung von Mann und Frau, friedliche Konfliktloesung, Verhandeln -- das wird von anderen als weich und dekadent angesehen." -- Claudia Major (S2E5)
"Russland wird doch nicht angreifen. Das ist doch Wahnsinn. [...] Das heisst aber, dass wir unsere Prioritaeten auf das Gegenueber uebertragen." -- Claudia Major (S2E5)
"Frieden ist im negativen Sinne die Abwesenheit von Krieg. Im positiven Sinne ist es die Ueberwindung der Konfliktursache." -- Claudia Major (S2E5)
"Bin ich Spieler oder Spielball? Der Anspruch der Europaeer sollte doch sein, selber Spieler zu sein." -- Claudia Major (S2E5)
"Die Freiheit, die wir in Finnland, in Deutschland haben, ist verteidigungswuerdig." -- Claudia Major (S2E5)
"Wuerdet ihr erwarten, dass andere Laender euch militaerisch beistehen? 72 Prozent. Wuerdet ihr umgekehrt euren Nachbarlaendern militaerisch beistehen? Deutlich unter 30 Prozent." -- Claudia Major (S2E5)
"Wenn man selber Atomwaffen hat, kann man dann machen, was man will, und keiner graetscht einem rein?" -- Claudia Major (S2E5)
"Vielleicht nur Putin, aber der Rest von Russland -- wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich steht ein Grossteil der russischen Bevoelkerung hinter Putin und seinen Zielen." -- Claudia Major (S2E5)
"Klima ist eine von den fuenf groessten Risiken fuer Deutschland." -- Jennifer Morgan (S2E2)
"Erneuerbare Energie ist so billig geworden. [...] Aber wir reden ueber erneuerbar als Klimaschutz, nicht als Massnahme fuer leistbare Energie." -- Jennifer Morgan (S2E2)
"Wollen wir wirklich abhaengig von Trump sein fuer Gas?" -- Jennifer Morgan (S2E2)
"In China sind 51 Prozent des nationalen Marktes E-Autos. [...] Das ist kein Billigschrott, das ist Hochtechnik." -- Jennifer Morgan (S2E2)
"Sicherheit ist eigentlich ein sehr zukunftsgerichteter Blick." -- Silke Borgstedt (S2E3)
"Niemand moechte permanent unterstuetzt werden, aber dass einem jemand hilft, wenn unverschuldete Notlagen bestehen, sollte selbstverstaendlich sein." -- Silke Borgstedt (S2E3)
"Die Freiheit jedes Menschen geht immer nur so weit, dass die Freiheit des anderen nicht eingeschraenkt ist." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Minderheiten vor Diskriminierung zu schuetzen ist die DNA der Bundesrepublik Deutschland." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Sozialer Status ist kein geschuetztes Merkmal." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Diskriminierungen sind keine Einzelfaelle." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Es ist eine Ausnahme, dass wir jetzt demokratisch gewaehlte Regierungen haben, die weitestgehend Freiheitsrechte achten." -- Bijan Moini (S2E1)
Digitale Welt und Medien
"Ihr habt uns das Internet gestohlen und wir werden uns das Internet befreien." -- Martin Andree (S2E4)
"Das ist wie ein Knast, in dem du eingefangen bist." -- Martin Andree (S2E4)
"Die Medien waren immer die Grundlage unserer Demokratie." -- Martin Andree (S2E4)
"Es ist nicht nur ein wirtschaftlicher Prozess der Enteignung, sondern es ist auch ein Prozess, in dem Wissenschaft und Journalismus die Stimme geraubt wird." -- Martin Andree (S2E4)
"Freiheit und Demokratie gehen nicht mehr zusammen." -- Peter Thiel (S2E4)
"Buergerkrieg ist unvermeidlich." -- Elon Musk (S2E4)
"Ich sage nicht, ich reguliere euch [...] -- sondern ich sage, ihr habt euch ein halbes Dutzend Privilegien geben lassen. Diese Privilegien nehme ich euch ab." -- Martin Andree (S2E4)
"Wenn man die fragt, die wollen gar nicht diesen radikalen Kram." -- Martin Andree (S2E4)
"Kein Vizekanzler wuerde eine Regierungserklaerung in einer Nazikneipe machen und dann sagen: Spread the news. Aber bei X wurde das gemacht." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Wenn ich mir mein Stimmungsbild bei X abhole, dann habe ich das Gefuehl, die Leute laufen mit Fackeln durch die Strassen." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Bei TikTok reicht eine Sekunde als ausreichender View fuer diese Plattform, um 600 Datenpunkte abzugreifen." -- Hartwin Maas (S4E3)
"In Social Media wird Mehrdeutigkeit nicht gern gesehen." -- Hartwin Maas (S4E3)
"Was ist der Zuckerberg fuer eine armselige Figur als Mensch und Person." -- Uwe Schneidewind (S3E3)
Debattenkultur und Kommunikation
"Wahrheit ist die Erfindung eines Luegners -- das koennte heute fast wie ein Playbook fuer Trump-Freunde gelesen werden." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Es gibt eigentlich zwei Formen der Aufmerksamkeit: ein Ich-Zuhoeren [...] und ein Du-Zuhoeren." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Toternste Sektenfuehrer killen als Erstes die Clowns." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Wir leiden nicht unter den Filterblasen, wir leiden unter etwas, was ich Filter Clash nenne." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Wir lassen es zu, dass unser Kommunikationsklima von den Raendern her bestimmt wird." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Ich glaube nicht, dass es eine gute Idee ist, sich eine Demokratie als einen riesenhaften Stuhlkreis vorzustellen." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Da kommt es ja so gut wie nie vor, dass man sagt: Stimmt eigentlich, ich habe mich geirrt." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Kluge Diskussionen sind einfach die, die man offen fuehrt und dem anderen einen guten Willen zubilligt." -- Michael Huether (S1E2)
"Es war nicht so, dass sie gesagt haben, interessant, dass du das sagst, lass uns mal darueber nachdenken. Haeufiger kam eher die Reaktion: Bist du jetzt auch bei den anderen?" -- Michael Huether (S1E2)
"Kommen Sie doch mal bitte und sagen Sie mir, was ich machen soll." -- Ein fuehrender CDU-Politiker (S3E2)
"Nicht Klimapolitik treibt den Populismus." -- Maja Goepel (S2E2)
"Jede Community muss ihre eigene Sprache sprechen duerfen." -- Jennifer Morgan (S2E2)
"Diese schockierende Gleichzeitigkeit des Unvereinbaren -- das ist fuer mich die Urerfahrung von Netzkommunikation." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
"Es war eine Kommunikation wie in Watte -- tief apolitisch." -- Bernhard Poerksen (S3E4)
Extremismus und Ohnmacht
"Faschismus ist keine politische Philosophie, es ist die Technik der politischen Emotionalisierung." -- Matthias Quent nach Karl Loewenstein (S3E5)
"Donald Trump sorgt fuer eine stellvertretende Selbstwirksamkeit." -- Matthias Quent nach Steffen Mau (S3E5)
"Die Hilflosigkeit des Individuums ist der Kern der autoritaeren Philosophie." -- Matthias Quent nach Erich Fromm (S3E5)
"Was wirkt, ist einfach zu handeln. Hoffnung kommt vom Machen." -- Matthias Quent (S3E5)
"Willkuer als Machtinstrument." -- Matthias Quent (S3E5)
"Faschismus ist letztlich eine Antwort auf die Klimakrise." -- Matthias Quent (S3E5)
"Ohnmacht zu verstehen heisst zu verstehen, dass wir alle ohnmaechtig sind." -- Matthias Quent (S3E5)
"Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen in Form von CO2-Emissionen, tragen die staerksten Belastungen." -- Matthias Quent (S3E5)
"Es geht dann nicht darum, dass es mir besser geht, sondern dass der an meiner Statt ihnen Schmerzen zufuegt." -- Maja Goepel (S3E5)
"Transfeindlichkeit funktioniert so gut, weil sie an die Grundwerte angreift." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Ich glaube sogar, dass es da durchaus bei einigen in den Eliten auch Bestrebungen gibt, dass man genau solche Krisen auch nutzt." -- Achim Truger (S1E1)
Bildung und Gesellschaft
"Halbverstandenes ist nicht die Vorstufe von Bildung, sondern ihr Todfeind." -- Hartwin Maas in Referenz auf Adorno (S4E3)
"Wir lassen junge Menschen allein. 75 Prozent der Zehnjaehrigen haben schon ein eigenes Smartphone." -- Hartwin Maas (S4E3)
"Kenntnisfrei verfasste Abschlussarbeiten sind mittlerweile die Norm." -- Hartwin Maas (S4E3)
"Information aus dem Internet zu bekommen ist, als wuerde ich ein Glas Wasser von einem Wasserhydranten nehmen wollen." -- Hartwin Maas nach Mitch Kapor (S4E3)
"Wenn ich Geige spielen will, brauche ich 3 Jahre, damit es ein bisschen gut klingt. [...] Wenn ich die gleiche Zeit in Social Media verbringe, kann ich nach 9 Jahren eigentlich nichts." -- Hartwin Maas (S4E3)
"Die meisten jungen Menschen sagen: Ja, bitte macht ein Verbot. 70 bis 80 Prozent. Und trotzdem handeln wir nicht." -- Hartwin Maas (S4E3)
"Es geht jetzt nicht um die Optimierung des Bildungssystems, sondern wir muessen das gesamtheitlich komplett neu denken." -- Hartwin Maas (S4E3)
"Wer noch immer nicht begriffen hat, dass Nachhaltigkeit und Innovation Zwillingsgeschwister sind, hat einfach nicht genug hingeguckt." -- Maja Goepel (S1E4)
"Die Kollegin hat dafuer gesorgt, dass die Bevoelkerung die Experimente beaufsichtigt, die Daten abliest. Das war auf einmal auch deren Projekt." -- Uwe Cantner (S1E4)
"Wir sind praeziser als praezise. Wir sind besser als alle anderen. Das hat alle zusammengehalten." -- Uwe Cantner (S1E4)
"Aus Zumutung entsteht Selbstwirksamkeit." -- Maja Goepel (S1E1)
"Eigene Betroffenheit macht tatsaechlich was mit Menschen bei dem Thema." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Fuer andere da zu sein ist die beste Selbsterfuellung." -- Gesine Schwan (S3E1)
Gesundheit und Umwelt
"Politiker sagen zu mir: Frau Hoffmann, wir haben das jetzt alles verstanden mit dem Klimawandel und mit dem Tod und mit der Krankheit -- aber das zieht nicht." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Wir haben ueberhaupt kein Gesundheitssystem, wir haben ein Krankheitssystem." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Wenn der lokale Apfel weniger Allergenitaetspotenzial hat als der weitgereiste [...] -- dann ist der lokale Apfel gut fuer dich und gut fuer den Planeten." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Je naeher ein Kind an einer befahrenen Strasse lebt, umso hoeher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Kind eine Allergie und eine Neurodermitis entwickelt." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Auf dem ganzen bayerischen Internistenkongress war nicht ein Vortrag zur Ernaehrung." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Sie sind ihr eigener Arzt, sie sind ihre eigene Aerztin." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Es geht nicht um die Rettung des Klimas oder irgendwas, sondern es geht nur um uns." -- Claudia Traidl-Hoffmann (S4E4)
"Das Praeventionsparadox: Man gewinnt keinen Blumentopf, wenn man ausreichend gewarnt hat und Massnahmen ergriffen wurden, um Krisen zu vermeiden." -- Maja Goepel (S4E4)
"Unser Planet ist vielleicht das beste Beispiel: Die Absurditaet des Arguments der Privatisierung liegt darin, dass wir die schlimmsten Externalitaeten fuer das Gemeinschaftsgut geschaffen haben." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Es gibt Alternativen. Und es gibt auch jede Menge Unternehmen, die lebende Beispiele dafuer sind." -- Katharina Pistor (S1E3)
"Warum sprechen wir nicht ueber Vermoegen als ein Verb? Ich vermag, etwas beizutragen." -- Maja Goepel (S1E3)
Gesellschaftlicher Zusammenhalt
"Wenn wir die Menschen fragen, wie sieht das ideale Deutschland 2040 aus, dann sieht das ziemlich aehnlich aus." -- Silke Borgstedt (S2E3)
"Die Politik beschaeftigt sich mit Nebenschauplaetzen -- das Problem ist aber, dass viele dieser so bezeichneten Nebenschauplaetze haeufig doch gar keine sind." -- Silke Borgstedt (S2E3)
"Ich bin ganz normal und jetzt soll ich irgendwie permanent irgendwie anders sein." -- Silke Borgstedt (S2E3)
"Hoffentlich hat das jetzt niemand zu ernst genommen, denn den Menschen geht es gar nicht so schlecht." -- Silke Borgstedt (S2E3)
"Ich wuerde noch viel mehr machen, wenn ich wuesste, dass alle anderen das auch tun." -- Studienergebnis Friedrich-Ebert-Stiftung (S2E3)
"Wir bauen teilweise kuenstliche Raeume irgendwo auf [...] und lassen aber die, die wir eigentlich haben, verlottern." -- Silke Borgstedt (S2E3)
"Die groesste Sorge, die Menschen gerade umtreibt, ist der wachsende Egoismus." -- Maja Goepel (S2E2)
"Es gibt wirklich eine Mehrheit von Menschen weltweit, die das verstehen und wollen und wuerden was tun." -- Jennifer Morgan (S2E2)
"Er fragte alle Jungen nach dem Beruf ihres Vaters. Ich wusste den Beruf meines Vaters gar nicht zu nennen." -- Christoph Butterwegge (S4E2)
"Wir haben eigentlich das Problem der progressiven Zeitverknappung." -- Michael Huether (S1E2)
"Man hat so ein Indikatoren-System. Und dann hat man das ja abgehakt und dann geht man sozusagen zum Tagesgeschaeft." -- Achim Truger (S1E1)
"Insgesamt scheiterten viele Forderungen der sechs Oekonomen an Desinteresse und Unverstaendnis." -- Handelsblatt (S1E4)
"Wenn ich sage, wir wollen, dass die Mobilitaet in 2035 mit unseren Pkw CO2-neutral ist, dann weiss jeder, was das ist." -- Uwe Cantner (S1E4)
"Bestimmte Dinge haengen von Wachstum ab. Aber ohne Wachstum gesellschaftlichen Fortschritt zu organisieren, ist sehr schwierig." -- Ruediger Bachmann (S1E5)
"Diese eindimensionalen Topmanager [...] -- die sprechen dann aber in einer Form ueber Oberbuergermeister, die da eine grandiose oeffentliche Aufgabe leisten." -- Uwe Schneidewind (S3E3)
"Der Respekt vor denjenigen, die so einen Oberbuergermeister-Job ueber zehn, fuenfzehn Jahre richtig gut und erfolgreich machen, ist unendlich gestiegen." -- Uwe Schneidewind (S3E3)
"Wir sind das Land, das als letztes ein Antidiskriminierungsrecht eingefuehrt hat." -- Ferda Ataman (S4E1)
"Wenn ich dauerhaft das Gefuehl habe, ich bin in einer Minderheit, ich werde nicht gesehen, meine Lebensperspektive kommt nicht ausreichend vor, dann passiert eben haeufig das, was wir unter Radikalisierung auch im weiteren Sinne verstehen wuerden." -- Julia Reuschenbach (S3E2)
"Was die Kompromissforschung ergeben hat: Insbesondere Wahlversprechen -- das ist den Leuten wichtig." -- Julia Reuschenbach (S3E2)
Stand: 18. April 2026