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Features:
- GWÖ-Matrix 2.0 Analyse für NRW-Landtagsanträge
- Verbesserungsvorschläge im Redline-Format (Original/Vorschlag/Begründung)
- Wahlprogramm- und Parteiprogrammtreue-Bewertung
- Landtag-Suche via OPAL-API
- Tag-Wolke mit Multi-Select Filter
- Partei-Filter mit Durchschnittswerten
- PDF-Report-Generierung
- Security Headers (CSP, X-Frame-Options, etc.)
- Persistente SQLite-DB via Docker Volumes

Tech Stack:
- FastAPI + Jinja2
- Qwen LLM via DashScope API
- SQLite + aiosqlite
- WeasyPrint für PDF
- Docker Compose mit Traefik
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www.cdu.nrw
Machen,
worauf es ankommt.
Nordrhein-Westfalen:
Sicher, nachhaltig, solidarisch und stark
Beschluss | 26. März 2022
CDU Nordrhein-Westfalen | Wasserstraße 6 | 40213 Düsseldorf | www.cdu-nrw.de
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Nordrhein-Westfalen: Sicher, nachhaltig, solidarisch und stark ............................................... 3
1. Das haben wir erreicht .................................................................................................... 3
2. Machen, worauf es ankommt ......................................................................................... 6
3. Wählen, worauf es ankommt .......................................................................................... 8
I. SICHERES NORDRHEIN-WESTFALEN................................................................................... 8
1. Innere Sicherheit ............................................................................................................. 8
2. Katastrophenschutz....................................................................................................... 15
3. Justiz .............................................................................................................................. 18
4. Kinderschutz .................................................................................................................. 22
5. Arbeit und Soziales ........................................................................................................ 26
6. Mieten, Bauen und Wohnen ......................................................................................... 31
II. NACHHALTIGES NORDRHEIN-WESTFALEN ....................................................................... 35
1. Wirtschaft ...................................................................................................................... 35
2. Energie ........................................................................................................................... 39
3. Mobilität ........................................................................................................................ 42
4. Klima-, Natur-, Arten- und Umweltschutz..................................................................... 48
5. Landwirtschaft ............................................................................................................... 51
6. Verbraucherschutz ........................................................................................................ 54
7. Finanzen ........................................................................................................................ 55
III. SOLIDARISCHES NORDRHEIN-WESTFALEN ....................................................................... 56
1. Familien, Kinder, Jugendliche und Vielfalt .................................................................... 56
2. Gleichstellung ................................................................................................................ 61
3. Bildung ........................................................................................................................... 64
4. Gesundheit .................................................................................................................... 72
5. Pflege ............................................................................................................................. 76
6. Ehrenamt ....................................................................................................................... 79
7. Kultur ............................................................................................................................. 82
8. Sport .............................................................................................................................. 85
IV. STARKES NORDRHEIN-WESTFALEN .................................................................................. 86
1. Digitalisierung, Innovationen und Gründungen ............................................................ 86
2. Wissenschaft und Forschung ........................................................................................ 90
3. Kommunen .................................................................................................................... 94
4. Öffentlicher Dienst ........................................................................................................ 99
5. Lebendige Demokratie ................................................................................................ 101
6. Medien und Games ..................................................................................................... 103
7. Nordrhein-Westfalen in Europa und der Welt ............................................................ 106
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Nordrhein-Westfalen ist ein großartiges Land mit mehr als 18 Millionen einzigartigen
Menschen. Für uns als CDU NRW sind das mehr als 18 Millionen Gründe, an jedem einzelnen
Tag an der Zukunft unseres Landes zu arbeiten. Dafür geben wir unser Bestes. Unabhängig von
Alter, Geschlecht, Herkunft, Glaube, sexueller Orientierung und Identität oder politischer
Überzeugung ist es unser Anspruch und unsere Motivation, das Leben jeder und jedes
Einzelnen spürbar zu verbessern.
Wer hier in Nordrhein-Westfalen zu Hause ist, spürt: Unsere Heimat ist wieder auf der
Erfolgsspur. Seit die CDU seit fünf Jahren die Landesregierung führt, geht es mit unserem Land
wieder aufwärts. Die Erfolge der vergangenen Jahre sind mit Zahlen, Daten und Fakten
belegbar. Die CDU macht den Unterschied.
Wir haben einen klaren Kompass auch in unruhigen Zeiten, in denen viele Gewissheiten in
Frage gestellt werden. Der Angriffskrieg auf die Ukraine markiert einen historischen Einschnitt.
Er ist ein Angriff auf die europäische Friedensordnung, auf Freiheit und Demokratie. Wir
setzen Krieg und Menschenverachtung Solidarität, Nächstenliebe und Stärke entgegen.
Ausgangs- und Orientierungspunkt unserer Politik ist der Mensch. Der Staat hat eine dienende
Funktion. Er gibt die Rahmenbedingungen vor, die den Menschen ein selbstbestimmtes Leben
in Würde ermöglichen. Dafür braucht es eine Politik, die Chancengleichheit als
Chancengerechtigkeit versteht. Wir suchen nicht nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner,
sondern bieten individuelle Entfaltungsmöglichkeiten, um allen Menschen Teilhabe zu
ermöglichen. Wir verbinden Freiheit mit sozialer Gerechtigkeit und versöhnen Klimaschutz mit
Industrie und ihren guten Arbeitsplätzen und sozialer Sicherheit.
Wirtschaft und Gesellschaft stehen in den kommenden Jahren gerade in Nordrhein-
Westfalen vor weiteren großen Umbrüchen. Das Gute ist: Keine Generation vor uns konnte
auf so viel Wissen zugreifen, hatte so viele Möglichkeiten und Instrumente, diese erfolgreich
zu meistern.
Wir wissen, was Nordrhein-Westfalen braucht. Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie
die Gesellschaft von morgen aussehen wird. Deshalb machen wir, worauf es ankommt!
1. Das haben wir erreicht
Seit 2017 haben wir die Weichen neu gestellt: auf Tempo, auf Modernisierung, auf
Arbeitsplätze, auf Digitalisierung, auf Mobilität, auf Klimaschutz, auf Heimat, auf Sicherheit,
auf Familien und auf vieles andere mehr. Wir haben unser Versprechen gehalten: Nordrhein-
Westfalen ist wieder auf der Erfolgsspur.
● Das Leben in unserem Land ist sicherer geworden. Die Zahl der Straftaten sinkt, die
Aufklärungsquote steigt, weil wir wieder mehr Polizisten auf der Straße haben.
● Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch und sexualisierter Gewalt
ist Schwerpunkt unserer Arbeit. Der abscheuliche Missbrauch von Jugendlichen,
Kindern und sogar Säuglingen hat gezeigt, dass der Staat massiver als je zuvor
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ersten Kinderschutzgesetz gehen wir in Nordrhein-Westfalen bundesweit voran.
● Wir haben den wirtschaftlichen Riesen entfesselt. Der Abbau unnötiger Bürokratie
fördert Investitionen und sichert Arbeitsplätze. Wir denken Klimaschutz,
Digitalisierung und die Transformation unseres Industrie- und Energiestandortes
zusammen. Wir sind Gründerland.
● Faire Arbeit für alle auch in Zukunft. Es gibt in Nordrhein-Westfalen so viele
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie nie zuvor. Wir nehmen die richtigen
Weichenstellungen vor. Daher kommen wir besser aus der Corona-Krise als andere.
● Teilhabe aller Menschen sicherstellen. Wir nehmen alle mit. Wer unsere Hilfe
benötigt, kann sich auf die Solidarität aller verlassen. Wir haben Jugendlichen mit
Startschwierigkeiten und körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen neue
Perspektiven gegeben.
● Nordrhein-Westfalen und seine Menschen sind vielfältig und weltoffen. Unser Land
ist Zuwanderungs- und Integrationsland. Bei uns sollen alle eine Heimat finden, egal
wo sie geboren sind. Alle, die zu uns kommen und mit uns und nach unseren Gesetzen
und Werten leben, sind eine Bereicherung. Das gehört zur DNA unseres Landes. Damit
das so bleibt, haben wir das bundesweit modernste Integrationsgesetz geschaffen und
die Kommunen erstmals mit genug Geld für die Integration ausgestattet. Sie ist für uns
eine Querschnittsaufgabe: Bildung und Ausbildung, Wirtschaft und Arbeit, Ehrenamt
und Sport sind nur einige Beispiele, bei denen Integration in Nordrhein-Westfalen
erlebt und erfolgreich gelebt wird. Damit sind wir Vorbild für andere Länder.
● Klima wirksam schützen Industrie- und Energieland bleiben. Wir haben unsere
Anstrengungen zum Schutz des Klimas vervielfacht. Klimaschutz ist
überlebensnotwendig. Wir werden Klimaneutralität spätestens im Jahr 2045
erreichen. Technologieoffenheit und Akzeptanz in der Bevölkerung sind dabei unsere
Leitplanken.
● Nachhaltig handeln Umweltschutz ohne Ideologie. Wir haben die
Schadstoffbelastung der Luft in unseren Städten gesenkt und die Wiederaufforstung
klimastabiler Wälder begonnen. Mit der Nutztierhaltestrategie haben wir den
Tierschutz gestärkt und geben der Landwirtschaft Planungssicherheit.
● Ob Eigentum oder Miete wir machen mehr Bauen möglich. Dafür haben wir das
Baurecht modernisiert, entbürokratisiert und Investitionsanreize gesetzt. Um
Mieterinnen und Mieter zu unterstützen und zu schützen, haben wir das Wohngeld
erhöht und eine neue Mieterschutzverordnung verabschiedet. Wir haben den
öffentlich geförderten Wohnungsbau gestärkt.
● Die schwarze Null steht. Wir gehen verantwortungsvoll mit dem Geld der
Steuerzahlerinnen und Steuerzahler um. Der Haushalt 2018 war der erste Landesetat
seit 1973, der bereits bei der Einbringung keine neuen Schulden vorsah.
● Gute Bildung heißt beste Chancen ermöglichen. Unsere Bildungspolitik ermöglicht
jeder Schülerin und jedem Schüler Aufstieg durch Bildung. Wir haben das Abitur nach
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Schulform professionell und zukunftsfähig weiterentwickelt. Wir haben die Fehler der
Vorgängerregierung bei der Inklusion korrigiert und die Förderschulen gestärkt.
● Gesundheit ist unser wichtigstes und wertvollstes Gut. Wer krank ist oder wem
gesundheitliche Probleme drohen, dem muss schnell und kompetent geholfen
werden. Wir haben die wohnortnahe Gesundheitsversorgung gesichert. Die
Landarztquote ist ein Erfolgsmodell. Wir haben das Schulgeld für Gesundheitsberufe
abgeschafft, um sie attraktiver zu machen. Die Krankenhäuser erhalten 2 Milliarden
Euro mehr für Investitionen.
● Ehrenamt ist Ehrensache. Unzählige Frauen und Männer jeden Alters setzen sich in
ihrer Freizeit für die Gesellschaft und ihre Mitmenschen ein. Das macht Nordrhein-
Westfalen stark. Mit unserer Engagementstrategie haben wir die Zuschüsse für
Verbände und Vereine um jährlich 6 Millionen Euro erhöht.
● Wir machen Kultur sichtbar und erlebbar. Kultur hat in Nordrhein-Westfalen seit 2017
wieder einen hohen Stellenwert. Dafür geben wir 50 Prozent mehr Geld aus und haben
ein eigenes Ministerium geschaffen.
● Nordrhein-Westfalen ist das Sportland Nummer 1. Mit einem einzigartigen
Förderprogramm in Höhe von 300 Millionen Euro haben wir Sportvereine und
Sportverbände gestärkt. Wir schaffen die besten Bedingungen für den Profi- wie den
Breitensport.
● Wir machen Nordrhein-Westfalen digital. Beim 5G-Ausbau stehen wir an der Spitze
der deutschen Flächenländer. Wir haben Tempo beim Ausbau von superschnellem
Internet gemacht: 98 Prozent der Schulen, 95 Prozent der Gewerbegebiete und 76
Prozent der Haushalte haben Zugang zum gigabitfähigen Netz. Mit dem Mobilfunkpakt
schließen wir weiße Flecken.
● Mobilität schnell, sicher und sauber. Wir haben mit Rekordsummen und neuen,
innovativen Methoden für Bau und Baustellenmanagement dafür gesorgt, dass
Straßen, Brücken, Tunnel und Fahrradwege schneller gebaut werden. Mit dem ersten
Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz eines Flächenlandes gehen wir neue Wege. Wir
schaffen klimaschonende Mobilität für alle, u. a. mit unserer ÖPNV-Offensive.
● Mit Forschung und Entwicklung lösen wir die Probleme unserer Zeit. Unser Land ist
Spitze als Forschungs- und Wissenschaftsstandort. Wir haben die Bedingungen für
Studierende und Lehrende verbessert. Die Innovationen von heute sind die Chancen
von morgen.
● Gemeinsam und fair wir stärken die Kommunen. Wir haben dafür gesorgt, dass
unserer Städte, Gemeinden und Kreise wieder mehr Geld in der Kasse haben. Wir
haben beim Bund eine jährlich wiederkehrende Entlastung der Kommunen für die
Unterkunftskosten bei Hilfsbedürftigkeit in Höhe von rund eine Milliarde Euro
durchgesetzt.
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Deutschlands, sondern war und ist die treibende Kraft für die gemeinsame Zukunft in
Europa. Gerade in der Corona-Pandemie hat sich die gute Zusammenarbeit mit
unseren belgischen und niederländischen Nachbarn bewährt. Ein starkes und
bürgernahes Europa muss in den Köpfen wie den Herzen der Menschen wirken.
Was angestoßen wurde, muss ambitioniert fortgeführt werden. Was an neuen
Herausforderungen entstanden ist, muss angepackt werden. Wie uns das gelingen wird,
darauf schaut ganz Deutschland. Denn Nordrhein-Westfalen ist „Deutschland kompakt“: mit
großen Städten, dem ländlichen Raum und seinen Dörfern, mit Schwerindustrie und Land- und
Ernährungswirtschaft, mit Tradition und innovativen Denkfabriken, mit Menschen aus allen
Teilen der Welt.
Wir setzen uns neue und ehrgeizige Ziele für unser modernes und zukunftsoffenes
Bundesland. Die entscheidenden Leitlinien für uns sind: Wir machen Nordrhein-Westfalen
noch sicherer, noch nachhaltiger, noch solidarischer und noch stärker.
Wir machen, worauf es ankommt!
2. Machen, worauf es ankommt
Sicheres Nordrhein-Westfalen
Sicherheit ist nicht umsonst zu haben. Wir müssen sie verteidigen nach außen und nach
innen. Polizeipräsenz vor Ort, Einsatzkräfte, die schnell Hilfe leisten das ist unabdingbar für
die Sicherheit der Menschen in unserem Land.
Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute und die Einsatzkräfte der Hilfsdienste leisten
hervorragende Arbeit, die oft über das normale Maß hinausgeht. Dafür schulden wir ihnen
Dank und Respekt.
Sicherheit beginnt bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit und hört bei interdisziplinären
Teams aus Zoll und Kriminalämtern nicht auf. Sie schließt persönliche Ausstattung der
Einsatzkräfte mit ein, und auch das Gesundheitsmanagement in den Polizeibehörden.
Mit einer Null-Toleranz-Haltung gegenüber jeder Art von Gewalt und Kriminalität zeigen wir
den Gegnern der Freiheit eines jeden einzelnen Menschen in Nordrhein-Westfalen klare
Grenzen auf. Das gilt auf der Straße, zu Hause und im Internet. Hier machen wir keine
Unterschiede.
Nachhaltiges Nordrhein-Westfalen
Die CDU NRW steht voll zu den Pariser Klimazielen. Klimaschutz ist ein Generationenprojekt.
Wir werden es zu einem Versöhnungsprojekt machen. Wir werden Klimaschutz und Industrie
mit ihren guten Arbeitsplätzen und sozialer Sicherheit versöhnen. Wir machen Klimaschutz so,
dass er für Menschen bezahlbar bleibt. Und wir werden einen neuen gesellschaftlichen Pakt
für Arbeit und Umwelt initiieren.
Politik muss die Weichen für die Zukunft stellen. Sie darf künftige Generationen nicht
zusätzlich finanziell belasten. Unsere Kinder und Enkelkinder müssen den Spielraum haben,
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sorgen. Wir erreichen dieses Ziel nicht mit mehr Staat oder mehr Schulden. Wir erreichen es
mit einem Staat, der im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft die Rahmenbedingungen für gutes
und nachhaltiges Handeln vorgibt. Dieses deutsche Erfolgsmodell garantiert faire Arbeits- und
Lebensbedingungen, sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze und ermöglicht eine
leistungsfähige und innovative Wirtschaft, in der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und
Unternehmerinnen und Unternehmer zusammenarbeiten.
Wir denken Nachhaltigkeit vernetzt und verknüpfen die Chancen von Wirtschaft,
Landwirtschaft, Umwelt, Wohnen und Mobilität miteinander.
Das ist unsere DNA. Das ist unsere Politik.
Solidarisches Nordrhein-Westfalen
Wir wollen, dass alle Menschen ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft erwirtschaften
können. Für uns gilt das Prinzip „Fördern und Fordern“. Die Schwachen haben einen Anspruch
auf die Solidarität der Starken. Jeder in der Gesellschaft muss seinen Beitrag leisten und
Verantwortung übernehmen. Bildung ist für uns dabei der Schlüssel zum Aufstieg für alle.
Niemand soll Angst haben, dass er sich seine warme Wohnung nicht mehr leisten kann. Es
geht nicht nur um die Ermöglichung von Aufstieg, sondern auch um die Sicherheit vor Abstieg.
Familie definiert uns. Familiärer Zusammenhalt ist der Kitt unserer Gesellschaft. Sie zu stärken,
hat für uns Priorität. Wir bringen jeder Partnerschaft, in der Menschen füreinander
Verantwortung übernehmen, höchste Wertschätzung entgegen.
Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann nicht von oben verordnet werden. Ein starker Staat
vertraut auf die Kreativität, Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Menschen. Wir sehen
die Freude daran, Heimat und Gemeinschaft mitgestalten zu wollen. Unverzichtbar ist das
ehrenamtliche Engagement, das von vielen Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen mit
Leidenschaft gelebt wird. Unsere Gesellschaft lebt von Werten. Wir werden die bewährte
Zusammenarbeit mit den Kirchen, Religionsgemeinschaften, jüdischen und islamischen
Gemeinden fortsetzen.
Das Thema Gesundheit stand selten so im Fokus wie in den vergangenen Jahren. Wir werden
den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen und wohnortnahen medizinischen Versorgung in
Stadt und Land sicherstellen.
Nordrhein-Westfalen ist nicht nur die Heimat derjenigen, die hier geboren sind. Wir sind stolz
darauf, dass Menschen aus allen Teilen der Welt zu uns ziehen, um hier zu leben, zu lernen
und zu arbeiten. Sie sind uns willkommen. Einwanderung ist gut für Nordrhein-Westfalen. Sie
hilft uns demografisch, wirtschaftlich und kulturell.
Wir werden die Kommunen weiterhin bei der Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen und
zwar ohne Wenn und Aber. Wir lassen niemanden zurück, der unsere Hilfe und Solidarität
benötigt. Das machen wir mit großem Herzen, jedoch nicht blauäugig.
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Wir werden weiterhin massiv in die digitale Infrastruktur investieren, in Innovationen und in
Gründungen. Wir werden die Chancen der Digitalisierung im staatlichen Handeln stärker
nutzen und noch schneller, noch effektiver und noch effizienter werden.
Unsere Demokratie muss von möglichst vielen Menschen akzeptiert und gelebt werden. Wir
setzen die Vorschläge der von uns initiierten Enquetekommission für die Weiterentwicklung
der Demokratie um. Wir verstärken die Teilhabe und die Beteiligung der Menschen am
politischen Gemeinwesen.
Nordrhein-Westfalen ist zu groß und zu europäisch, um nur allein zu denken. Unsere Politik
greift über die Landesgrenzen hinaus und bindet unsere direkten Nachbarn ein. Unser Land
ist Modernisierungstreiber im Bund und auf europäischer Ebene. Als CDU leben und
gestalten wir Föderalismus und Subsidiarität zum Wohle der Menschen.
3. Wählen, worauf es ankommt
In der Politik sind Haltung und Verantwortung unverzichtbar.
Ausgangs- und Orientierungspunkt unserer Politik sind das christliche Menschenbild und die
unteilbare Würde des Menschen. Sie leiten sich ab von den christlich-jüdisch-humanistischen
Traditionen. Diese sind universell und daher vereinbar mit den Wertvorstellungen von Anders-
und Nichtgläubigen. Aus ihnen heraus wächst unsere Verpflichtung zu einem sozial, nachhaltig
und verantwortungsvoll handelnden Staat.
Politisches Handeln hat dem Wohl der Menschen und dem Gemeinwohl zu dienen. Wir sind
immer für die Menschen, niemals gegen sie. Die CDU ist nicht links, die CDU ist nicht rechts,
die CDU ist die Mitte.
Wir haben die Zeit seit 2017 genutzt. Unsere Heimat ist wieder auf der Erfolgsspur. Dieser Kurs
kann am 15. Mai 2022 bestätigt werden: Wählen, worauf es ankommt, damit wir machen,
worauf es ankommt!
I. SICHERES NORDRHEIN-WESTFALEN
Sicherheit hat viele Facetten. Sie umfasst den Schutz der Menschen wie der Gesellschaft vor
Kriminellen. Dazu gehören aber auch gute Arbeit, die einen selbst und die Familie ernährt, und
Wohnen, das sich jeder leisten kann.
1. Innere Sicherheit
Wir haben 2017 eine sicherheitspolitische Wende vollzogen. Wir wollen auch in Zukunft, dass
alle Menschen jederzeit und überall sicher in Nordrhein-Westfalen leben können, auf der
Straße, zu Hause im digitalen und im analogen Raum.
Das staatliche Gewaltmonopol, die Durchsetzung von Recht und Ordnung, der Schutz von
Opfern und Eigentum und die Verteidigung unserer freiheitlich demokratischen
Grundordnung gegen alle Verfassungsfeinde und Extremisten sind für die CDU unverrückbare
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Toleranz für Kriminelle.
Das haben wir erreicht
● Wir haben eine konsequente Null-Toleranz-Linie gegen Kriminalität aller Art
durchgesetzt.
● Wir haben fünfmal in Folge den Etat für die Polizeiarbeit erhöht.
● Wir haben die Zahl der Neueinstellungen bei der Polizei so stark erhöht, dass sie
erstmals seit Jahren wieder wächst. Wir haben die Trendwende erreicht. Wir haben
von 2017 bis 2022 über 15.000 Kommissaranwärterinnen und -anwärter eingestellt.
● Wir haben die bekanntgewordenen Straftaten seit 2016 um ein Viertel reduziert. Seit
35 Jahren war unser Land nicht mehr so sicher: Mord- und Totschlag auf einem Zehn-
Jahres-Tief, bei Raub niedrigste Fallzahl seit 1988, Wohnungseinbruchdiebstahl ist im
Vergleich zu 2015 um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, Straßenkriminalität so
gering wie seit 1990.
● Wir haben der Clankriminalität erfolgreich den Kampf angesagt. Wir dulden keine
rechtsfreien Räume in unserem Land. In bislang fast 2.000 Aktionen wurden mehr als
5.000 Objekte kontrolliert, etwa 22.000 Verstöße geahndet, über 3.000 Gegenstände
beschlagnahmt und über 400 Objekte direkt geschlossen.
● Wir haben den Sachhaushalt der Polizei seit 2016 um rund zwei Drittel erhöht und den
Ausrüstungsstau der vergangenen Jahre bei der Polizei aufgelöst.
● Wir haben die Unterstützungssysteme für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder
weiterentwickelt.
● Häusliche Gewalttäter können jetzt länger in Polizeigewahrsam genommen werden.
Das nutzen die Polizeibehörden. Opfer, meist Frauen und Kinder, werden so besser
und effektiver vor Gewalt geschützt.
● Wir haben die rechtlichen Befugnisse für die Videobeobachtung im öffentlichen Raum
ausgeweitet.
● Wir sorgen für die Durchsetzung unserer rechtlichen Prinzipien. Wir haben bundesweit
die höchsten Rückführungszahlen.
● Mit der barrierefreien Notruf-App „nora“ haben wir dafür gesorgt, dass Menschen mit
Sprach- und/oder Hörbehinderung Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste schnell
und einfach erreichen können.
Machen, worauf es ankommt
● 3.000 neue Polizistinnen und Polizisten pro Jahr ausbilden
● Polizei motivieren, Kräfte so ausstatten, dass sie arbeiten können
● Moderne Methoden für die Kriminalitätsbekämpfung einsetzen
● Sicherheit überall garantieren, Ordnung schaffen
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1.000 Nadelstiche fortsetzen
● Clanmitgliedern den Führerschein entziehen und die Autos wegnehmen
● Demokratie wehrhafter gegen Extremismus und Terrorismus machen
● Sicherheitspolitische Partnerschaften, damit sich Kriminelle nicht jenseits der
Landesgrenzen verstecken
● Rückendeckung für Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und
Ordnungsämtern
Für eine starke Polizei
Polizistinnen und Polizisten sind die Garanten der Sicherheit der Menschen in unserem Land.
Sie leisten hervorragende Arbeit. Dafür schulden wir ihnen großen Dank. Wir werden deshalb
weiterhin für attraktive Arbeitsbedingungen sorgen.
● Wir wollen, dass die Zahl der Polizistinnen und Polizisten von heute rund 40.000 auf
mindestens 45.000 steigt. Dafür werden wir 3.000 Kommissaranwärterinnen und
Kommissaranwärter pro Jahr in Ausbildung nehmen.
● Wir werden eine Einstellungskampagne starten, um Seiteneinsteigerinnen und -
einsteiger sowie Spezialistinnen und Spezialisten für die Polizei zu gewinnen. Wir
wollen Polizistinnen und Polizisten mit einem Zusatz-Studium im IT-Bereich
qualifizieren.
● Wir wollen die Kriminalpolizei noch attraktiver für den Nachwuchs machen. Junge
Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte sollen angeworben und
beschleunigt in die Kommissariate gebracht werden. Denkbar sind dabei sogenannte
Ausbildungskommissariate.
● Wir werden die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der
Kriminalitätsbekämpfung mit unseren europäischen Nachbarländern weiter
verbessern.
● Wir wollen in allen fünf Autobahn-Inspektionen eine eigene „Eingreiftruppe
Strategische Fahndung“ einrichten.
● Wir werden die Einrichtung von interdisziplinären Ermittlerteams prüfen, besetzt aus
Mitarbeitern des Zolls, des Landeskriminalamtes, des Bundeskriminalamtes, der
Steuerfahndung und der Sozial- und Jugendämter.
● Wir werden weiterhin in die Liegenschaften der Polizei investieren.
● Wir werden sicherstellen, dass Bundeswehr, Polizei, Ordnungsämter, THW, Feuerwehr
und Hilfsorganisationen regelmäßig im Rahmen von „Blaulichttagen“ in den Schulen
ihre Arbeit vorstellen und aktiv um Nachwuchs werben können.
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Städte und Kreise gewährleistet Orts- und Bürgernähe und damit ein Höchstmaß an
Sicherheit. Wir werden sicherstellen, dass die Kreispolizeibehörden auch künftig unter
der Leitung der von den Menschen direkt gewählten Landrätinnen und Landräte
stehen.
Für Wertschätzung und Respekt für die Polizei
Die Einsatzkräfte nehmen für den Schutz der Menschen in Nordrhein-Westfalen jeden Tag
eine Menge auf sich und setzen dabei ihr Leben aufs Spiel. Ihnen schlägt zum Teil brutalste
Gewalt entgegen.
● Wir setzen uns für eine härtere Bestrafung von Angriffen auf Einsatzkräfte ein.
Strafverschärfungen haben eine abschreckende Wirkung. Sie bringen eine
konsequente Null-Toleranz-Haltung gegenüber Straftätern zum Ausdruck.
● Wir statten den Wach- und Wechseldienst bis Ende 2025 mit Bodycams und Tasern
aus und werden für gute Schutzausstattung sorgen.
● Wir sprechen uns in aller Deutlichkeit gegen eine gesetzlich verpflichtende
Kennzeichnungspflicht aus. Sie verletzt die Persönlichkeitsrechte der Polizistinnen und
Polizisten und stellt sie unter Generalverdacht.
● Wir setzen auf moderne Technik wie Drohnen und Roboter, die bspw. bei Aufklärungs-
oder Sicherungsmaßnahmen helfen oder Gefährdungen von Einsatzkräften
vermeiden.
● Wir werden das Gesundheitsmanagement in den Polizeibehörden professionalisieren
und die Unterstützung nach belastenden Einsätzen verbessern.
● Spuckattacken sollen behandelt werden wie Widerstände und Körperverletzungen.
Wir werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen so anpassen, dass Betroffene nicht
auf Ansprüchen sitzen bleiben.
Für digitale und moderne Kriminalitätsbekämpfung
● Wir werden Kriminalität im Internet mit Cybercops bekämpfen. Sie sollen im Internet
Streife gehen. Damit Cyberkriminalität wirksam bekämpft werden kann, werden wir
qualifizierte Cybercops in ausreichender Zahl zur Verfügung stellen. Um dies zu
ermöglichen, werden wir die Aus- und Fortbildung überprüfen und verbessern. Sie
sollen sich umfassend um Kriminalität im Internet kümmern, von Hasskriminalität über
Betrugsfälle bis hin zu Straftaten im Darknet.
● Wir werden das Cybercrime-Kompetenzzentrum der Polizei Nordrhein-Westfalen
weiter ausbauen. Die neu geschaffene Koordinierungsstelle Cybersicherheit soll zur
zentralen Anlaufstelle ausgebaut werden.
● Um Verbrechen erfolgreich aufzuklären, müssen die Sicherheitsbehörden technisch
mindestens auf Augenhöhe agieren können. Wir werden daher weiter in die
Verbesserung der Hardware und in die Modernisierung der IT-Technik investieren.
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ist eine wichtige Aufgabe der Landespolizei, über die Gefahren im Netz aufzuklären
und zu warnen.
● Wir wollen Künstliche Intelligenz bei der Anzeigenerstattung einsetzen, z. B. in Form
von Chatbots.
● Die Kripo muss digitaler werden. Das spart Zeit. Anhörungen und Vernehmungen per
Videochat sind ebenfalls vorstellbar.
● Wer im Internet Hass, Rassismus und Antisemitismus schürt, zu Gewalt aufruft oder
schwere Straftaten begeht, darf nicht auf digitale Anonymität hoffen. Wir setzen uns
daher für eine Auskunftspflicht von sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten und
dergleichen bei Hasskriminalität und anderen Delikten ein.
● Wir setzen uns dafür ein, dass Hassgewalt-Delikte zukünftig gesondert erfasst und
explizit in der Kriminalitätsstatistik ausgewiesen werden. Das ermöglicht eine bessere
Prävention gegen Antisemitismus, Rassismus, Queer-Feindlichkeit und andere Formen
gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
● Wir werden die Online-Durchsuchung einführen. Das sind verdeckte
Ermittlungsmaßnahmen in den Daten von Verdächtigen.
● Die Fristen zur Speicherung öffentlich zugänglicher Telefon- und
Internetzugangsdienste sind im Zeitalter einer zunehmenden Verlagerung der
Kriminalität in den virtuellen Bereich zu kurz. Wir werden uns deshalb auf
Bundesebene für eine Verlängerung dieser Fristen auf sechs Monate einsetzen.
● Die Vermessung und Kartographierung von Funkzellen sind wichtige
Ermittlungsinstrumente bei der Bekämpfung von Wohnungseinbruch. Wir wollen sie
deshalb bei Wohnungseinbruchsdelikten ermöglichen.
● Wir werden uns auf Bundesebene für die rechtliche Absicherung der sogenannten
Verkehrsdatenspeicherung einsetzen. Sie ist für effiziente und effektive
Kriminalitätsbekämpfung vor allem bei Terror, organisierter Kriminalität und
Kindesmissbrauch wichtig.
● Wir setzen uns für den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz ein, z. B. bei der
Bekämpfung von Kindesmissbrauch.
● Wir werden das erfolgreiche Frühwarnsystem Periskop zur Erkennung von Personen
mit Risikopotenzial in Nordrhein-Westfalen flächendeckend einführen.
Für null Toleranz gegen kriminelle Clans
Die Bekämpfung der Clankriminalität ist kein Sprint, sondern ein Marathon aller
Sicherheitsbehörden, von Polizei und Justiz gleichermaßen. Die Organisierte Kriminalität
werden wir in den kommenden Jahren mit unserer Null-Toleranz-Strategie und maximalem
Kontroll- und Verfolgungsdruck weiterhin entschlossen bekämpfen.
● Wir werden Präventionsprogramme und das Aussteigerprogramm, insbesondere für
junge Clanangehörige, ausbauen.
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Unternehmensstrukturen zu tun. Wir werden moderne Recherche-Systeme im Bereich
der Organisierten Kriminalität zum Standard machen. Das gilt insbesondere für
Ermittlungen in den Bereichen Geldwäsche, Steuerbetrug, Korruption und
Drogenhandel.
● Wir wollen Scheinhalterschaften bei Kraftfahrzeugen verhindern und hierzu eine
bundesgesetzliche Regelung anstoßen. Wir setzen uns dafür ein, dass Clanmitgliedern
die Führerscheine entzogen und ihre Autos beschlagnahmt werden können.
● Im Kampf gegen Zuhälterei wollen wir Verkehrsdaten und
Telekommunikationsüberwachung nutzen.
● Finanzermittler leisten oft entscheidende Arbeit für die Aufklärung von schweren
Straftaten. Wir werden ihre Anzahl erhöhen. Ebenso wollen wir den Kampf gegen
Geldwäsche durch personelle Vernetzung des LKA mit der beim Zoll angesiedelten
zuständigen Financial Intelligence Unit verbessern.
● Im Kampf gegen Geldwäsche im Glücksspielmarkt wollen wir eine bessere Vernetzung
von Behörden. Außerdem wollen wir verfassungskonform regeln, dass bei Vermögen
unklarer Herkunft künftig eine vollständige Beweislastumkehr gilt.
Bei den Geldautomatensprengungen sind in den vergangenen Jahren erhebliche Anstiege zu
verzeichnen. Der wirtschaftliche Schaden ist immens. Die Täter sind extrem risikobereit,
rücksichtslos, gefährden Unbeteiligte und sind international unterwegs.
● Wir werden die grenzüberschreitende Zusammenarbeit intensivieren, etwa mit einem
internationalen Polizeiteam im Dreiländereck und gemeinsamen Einsatzzentralen.
● Wir werden Fahndungskonzepte und Konzepte im Wach- und Wechseldienst
anpassen, damit zu tatrelevanten Zeiten die Polizeiarbeit an auffälligen Orten
verbessert werden kann.
● Wir werden den Informationsaustausch der beteiligten Sicherheitsbehörden
verbessern und für eine reibungslose Zusammenarbeit sorgen.
● Wir fördern den engen Austausch von Sicherheitsbehörden mit den Banken und
anderen Betreiber von Geldautomaten.
● Wir sprechen uns für die Einführung von Schutzmaßnahmen aus. Geldscheine sollen
sich bei einer Automatensprengung automatisch einfärben oder verkleben.
Für eine wehrhafte Demokratie gegen Extremismus und Terrorismus
Unsere gesellschaftliche Mitte wird von allen Seiten angegriffen von rechts, von links, von
Islamisten, auf der Straße oder online.
Es ist Aufgabe des Staates, seine Bürger zu schützen. Für uns gehört zu einer wehrhaften
Demokratie ein starker Verfassungsschutz.
● Extremistische Strukturen werden wir weiterhin durch Vereinsverbote und eine
konsequente Strafverfolgung zerschlagen.
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Versammlungsgesetzes unterbinden.
● Wir werden weiterhin alle ausländer- und staatsangehörigkeitsrechtlichen
Instrumente ausschöpfen, damit islamistische Hassprediger, Gefährder und Straftäter
schnell und konsequent ausgewiesen werden können. Für uns hat die Abschiebung
sicherheitsgefährdender Ausländer Vorrang.
● Wir werden die bestehenden guten Präventionskonzepte weiter stärken und
ausbauen. Zusätzlich wollen wir mit den Kommunen ein Frühwarnsystem aufbauen,
um ein Abrutschen von Kindern und Jugendlichen in Kriminalität und Extremismus zu
verhindern. Eine entscheidende Rolle haben dabei eine aufsuchende Kinder- und
Jugendhilfe und die Präventionsarbeit in den Schulen.
● Wir setzen uns auf der Bundesebene für eine gemeinsame Verbunddatei zum
gewaltorientierten Linksextremismus nach dem Vorbild der bestehenden
Verbunddateien zum Antiterror und Rechtsextremismus ein.
● Wir werden sicherstellen, dass keine öffentlichen Gelder mehr an Verfassungsfeinde
gehen. Dies gilt auch für solche, die sich unter dem Deckmantel der Bekämpfung des
Extremismus selbst außerhalb des demokratischen Spektrums bewegen.
● Wir werden uns dafür einsetzen, dass die im Internet kursierenden „Lehrvideos“, wie
man mit Waffen umgeht und Menschen schwer verletzen oder töten kann, gelöscht
werden.
● Ein gut ausgestatteter Verfassungsschutz garantiert größtmögliche Sicherheit vor
linkem, rechtem oder islamistischem Extremismus. Wir werden das
Verfassungsschutzgesetz novellieren und dabei entbürokratisieren sowie den
Verfassungsschutz weiterhin personell verstärken. Zudem müssen wir ihn mit
modernster IT-Technik ausrüsten.
Für Sicherheit und Ordnung
Damit sich alle Menschen auf öffentlichen Plätzen und Straßen, in Bussen und Bahnen frei und
jederzeit sicher bewegen können, wollen wir die kommunale Sicherheitsverantwortung als
entscheidende Säule der Sicherheitsarchitektur stärken.
● Wir werden uns dafür einsetzen, dass alle großen Städte in Nordrhein-Westfalen einen
Masterplan Sauberkeit und Sicherheit entwickeln. Dazu werden wir die Kommunen mit
polizeilichem Wissen unterstützen.
● Wir setzen uns für bessere Arbeitsbedingungen bei den kommunalen Vollzugskräften
ein. Die Ausbildung soll spezialisiert werden. Wir werden prüfen, inwieweit landesweit
einheitliche Zulagen für kommunale Vollzugskräfte, ähnlich wie die Polizeizulage,
festgeschrieben werden können und welche Rahmenbedingungen dazu erforderlich
sind.
● Wir werden die institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen Polizei und kommunalen
Ordnungsbehörden weiter stärken, etwa durch weitere Ordnungspartnerschaften und
weitere gemeinsame Dienststellen.
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Datenschutzes setzen wir uns für eine Rechtsgrundlage für Städte und Kommunen bei
der Videoüberwachung im öffentlichen Raum ein. Damit wollen wir das
Sicherheitsgefühl erhöhen und die Aufklärung von Verbrechen erleichtern.
● Die städtebauliche Entwicklung hat entscheidenden Einfluss auf die Kriminalitätslage
in einer Kommune. Kriminalitätsbrennpunkte können durch eine vorausschauende
Bebauung und Beteiligung der Polizei im Planungsverfahren verhindert werden.
Für den Schutz von Frauen vor Gewalt
Wir machen uns stark gegen jede Art von Gewalt, Menschenhandel und
Genitalverstümmelung. Opfer brauchen niederschwellige und vor allem schnelle Hilfe. Für
eine weitreichende und unterstützende Frauen- sowie Anti-Gewalt-Politik ist der Opferschutz
ein zentraler Bereich.
● Wir werden weiterhin die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen, dass jedes
Opfer, gleich welchen Alters oder welchen Geschlechts, zügige, verlässliche und auf
seine individuelle Situation zugeschnittene Unterstützung erfährt.
● Wir werden die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie zum Thema häusliche Gewalt aus dem
Jahr 2020 konsequent umsetzen. Dazu gehört u. a., den Zugang und die Bekanntheit
von Hilfsangeboten weiter zu verbessern. Dazu gehören auch mehrsprachige
Angebote.
● Frauenhäuser sind ein unverzichtbarer Zufluchtsort. Erstmals seit 2010 haben wir
zusätzliche Frauenhäuser gefördert und die Finanzierung sichergestellt. Diese werden
wir garantieren.
● Wir bekämpfen Zwangsprostitution entschieden.
2. Katastrophenschutz
Der Schutz der Menschen vor Gefahren und ihres Hab und Gutes ist eine der wesentlichsten
Aufgaben des Staates.
Die Hochwasserkatastrophe vom vergangenen Juli mit 49 Todesopfern allein in Nordrhein-
Westfalen zeigt deutlich, dass alle Strukturen und Abläufe auf den Prüfstand gehören. Wo
nötig, müssen Optimierungen vorgenommen werden.
Das Engagement der Einsatzkräfte, ehrenamtlich wie hauptamtlich, verdient unsere
besondere Wertschätzung. Denn in Feuerwehren, Rettungsdiensten und den anerkannten
Hilfsorganisationen machen sie sich stark für den Schutz ihrer Mitmenschen. Dabei nehmen
sie Gefahren für ihre eigene Gesundheit in Kauf und riskieren oftmals sogar ihr Leben.
Das haben wir erreicht
● Wir haben das grenzüberschreitende Krisenmanagement und den Katastrophenschutz
gestärkt.
● Wir haben den landesweiten „Warntag“ wieder aufleben lassen mit zeitgleichem
Aufheulen der Sirenen in den Städten und Gemeinden.
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● Wir haben neue Spezialfahrzeuge für den Brand- und Katastrophenschutz angeschafft.
● Wir haben den landesweiten Katastrophenschutztag ein- und durchgeführt.
● Wir haben die Kinderfeuerwehren gestärkt.
Machen, worauf es ankommt
● Katastrophenschutz neu aufstellen
● Warnsysteme und Kommunikationswege belastbar machen
● Technischen Hochwasserschutz beschleunigen
● Katastrophenschutzbehörden vernetzen
● Meldewege vereinfachen, vereinheitlichen und digitalisieren
● Feuerwehrleute und Rettungskräfte vor Gewalt schützen
● Feuerwehrgebäude modernisieren
Für den Schutz der Menschen vor Katastrophen
Wir wollen vorbereitet sein, wenn es darum geht, die Menschen in Nordrhein-Westfalen vor
zukünftigen Katastrophen zu schützen.
● Wir wollen einen ständigen operativ-taktischen Führungsstab auf Landesebene sowie
eine landeseigene „Crisis Response Unit“ mit der Aufgabe der Informationsgewinnung
und -bewertung zur Beobachtung und Unterstützung bei Großeinsätzen und
Katastrophen einrichten.
● Wir werden eine Katastrophenschutzbedarfsplanung mit verbindlichen
Risikoanalysen, Szenarien und Warnkonzepten auf Ebene der Kreise und kreisfreien
Städte als zentrales Steuerungselement zur Leistungssteigerung und Harmonisierung
des Katastrophenschutzes einführen. Hierzu zählt eine Verbesserung der Redundanz
und Ausfallsicherheit der kommunalen Leitstellen.
● Wir werden ein landesweites Sirenenausbau- und Erneuerungsprogramm starten,
damit alle Menschen in Nordrhein-Westfalen zeitnah und zielgenau gewarnt werden
können.
● Wir wollen direkte Informationsmöglichkeiten zu Gefahren- und Verhaltenshinweisen
in Radio, Fernsehen und Internet schaffen. Wir wollen Aufklärungs- und
Schulungskampagnen zur Stärkung des Gefahrenbewusstseins und zur Steigerung der
Selbsthilfefähigkeit in der Bevölkerung starten.
● Wir wollen die Ausstattung des Brand- und Katastrophenschutzes durch die
Beschaffung und Bereitstellung von Material verbessern.
● Wir wollen verbindliche Stabsstrukturen zur zielgerichteten Einbindung von
Spontanhelferinnen und -helfern, die Einrichtung einer landesweit einheitlichen und
vernetzten Vermittlungs- und Informationsplattform sowie eines virtuellen
Drehkreuzes für Sachspenden.
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voranbringen, insbesondere bei der psychosozialen Notfallversorgung.
● Wir wollen die Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur stärken und den
Digitalfunk ausfallsicherer machen sowie für die Einführung und Vorhaltung von
Redundanzsystemen sorgen.
● Wir wollen, dass die Handlungssicherheit durch das regelmäßige und verpflichtende
Üben von komplexen Szenarien sichergestellt ist. Diese müssen unter Beteiligung der
verschiedenen Ebenen kreisübergreifend stattfinden.
● Ein ursachenunabhängiger Schutz der Bevölkerung vor Gefahren zählt zu den
Aufgaben des Staates. Wir werden uns beim Bund für eine adäquate finanzielle
Ausgestaltung des Zivilschutzes einsetzen.
Für leistungsfähige Feuerwehren und Hilfsorganisationen
Ein starker Bevölkerungsschutz setzt voraus, dass unsere Feuerwehren und anerkannten
Hilfsorganisationen für jeden Einsatz mit den modernsten Fahrzeugen oder Techniken
ausgestattet sind. Über 90 Prozent des Brandschutzes in Nordrhein-Westfalen wird durch
ehrenamtliche Kräfte sichergestellt. Ihren Einsatz gilt es noch mehr wertzuschätzen und
anzuerkennen.
● Wir werden den Bereich der Feuerwehr weiter modernisieren, bspw. mit der
Feuerwehr-App, die den Einsatzkräften alle einsatznotwendigen Daten zur Verfügung
stellt. Sie soll ein Modul zur Erfassung von Gewalt gegen Einsatzkräfte enthalten, das
den Anforderungen an eine Strafanzeige genügt. Und wir werden die Zulagen, sowohl
Erschwernis- als auch Anwärterbezüge, überprüfen und im Bedarfsfall ausbauen.
● Wir fordern eine Umsetzung der Ergebnisse der „Untersuchung zur Ehrenamts-
stärkung im Katastrophenschutz in NRW“, die sich weitgehend mit den Erkenntnissen
des Bundesamtes für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz decken.
● Wir werden die Rechte der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Brand- und
Katastrophenschutz gesetzlich stärken, u. a. mit weiteren Regelungen zur
Helferfreistellung und zum Verdienstausfall auch unterhalb der Stufe des
Katastrophenschutzes.
● Zur Stärkung des Ehrenamtes werden wir zudem mit einer Werbekampagne verstärkt
unterrepräsentierte Gruppen in den Fokus nehmen.
● Wir werden weiterhin die Kinder- und Jugendfeuerwehren unterstützen.
● Wir werden die Leitstellenlandschaft in Nordrhein-Westfalen überprüfen und an die
aktuellen Herausforderungen anpassen, z. B. in Bezug auf die Ausfallsicherheit, die
Kooperation bei Flächenlagen, die Interaktion mit anderen medizinischen
Versorgungsbereichen sowie der Personalgewinnung und -bindung. In einem
Pilotprojekt wollen wir Effizienz und Praxistauglichkeit einer „Bunten Leitstelle“
prüfen.
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Es gilt in Nordrhein-Westfalen die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren.
Allein der Staat hat die Zuständigkeit für die Durchsetzung gesetzlicher Regeln und das
Gewaltmonopol. Strafe muss der Tat auf dem Fuße folgen.
Eine unabhängige, selbstbewusste und leistungsstarke Justiz ist als dritte Staatsgewalt für das
Gelingen eines demokratischen Zusammenlebens unverzichtbar. Sie gewährleistet
Rechtssicherheit und Rechtsfrieden. Sie sichert die Freiheit jedes Einzelnen, dient dem Schutz
der Rechte aller vor Gefahren durch Terrorismus, Extremismus und Kriminalität. Sie ist zudem
unentbehrlich für den starken Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.
Paralleljustiz lehnen wir ab. Sie versteckt sich vor dem Staat, behindert die Aufklärung von
Straftaten und lehnt das Wertesystem unseres Grundgesetzes ab.
Die Justiz hat schnellen und effektiven Rechtsschutz zu bieten, Kriminalität entschieden zu
bekämpfen, die Opfer von Straftaten zu schützen und Straftätern die echte Chance zur
Resozialisierung und Wiedereingliederung in ein selbstverantwortetes Leben zu bieten.
Das haben wir erreicht
● Wir haben die Justiz sachlich und personell wie nie zuvor in der Geschichte unseres
Landes gestärkt. Von 2018 bis 2021 wurden rund 2.600 Stellen in der Justiz neu
eingerichtet. Für das Jahr 2022 sind weitere rund 700 Stellen vorgesehen.
● Mehr als zwei Drittel der 226 Gerichte und Staatsanwaltschaften in Nordrhein-
Westfalen sind bereits auf die E-Akte umgestiegen.
● In mittlerweile mehr als 100 Ermittlungsverfahren mit mehr als 1.350 Beschuldigten
wird der Cum-Ex-Steuerbetrug aufgearbeitet.
● Unsere Darknet-Teams nehmen Drogenshops aus dem Netz, ermitteln Täterinnen und
Täter und gehen gegen die organisierte Darknet-Kriminalität vor. Langjährige
Freiheitsstrafen zeigen: Der Kampf ist erfolgreich, wenn er koordiniert ist und mit allen
Mitteln einer technisch spezialisierten Staatsanwaltschaft geführt wird.
● Nordrhein-Westfalen ist Vorreiter bei der Bekämpfung von digitaler Hasskriminalität.
Die zentrale Anlaufstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) sichert die
Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt im Netz. Ihr Projekt „Verfolgen statt nur
löschen“ ist als beispielgebend in fast allen Bundesländern adaptiert worden.
● In neu geschaffenen Kompetenzzentren bündeln wir Zuständigkeiten für
hochkomplexe Gerichtsverfahren und sorgen damit für schnelle Entscheidungen.
● Wir haben als erstes Flächenland eine Opferschutzbeauftragte ernannt.
● Wir haben sechs Häuser des Jugendrechts eröffnet, um kriminelle Karrieren von
Jugendlichen zu beenden, bzw. Rückfallquoten zu verringern.
Machen, worauf es ankommt
● Opferschutz vor Täterschutz
● Keine Paralleljustiz zulassen
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● Technisch Schritt halten mit hochprofessionellen und top ausgestatteten
Cyberkriminellen
● Täter aus der Anonymität des Internets reißen und zur Rechenschaft ziehen
● Verbrechern an den Geldbeutel gehen
● Justiz fit für die Zukunft machen digital, spezialisiert, dynamisch und bürgernah
● Ausreichend sichere Haftplätze schaffen
Für eine starke Justiz
Damit die Justiz die an sie gestellten Ansprüche erfüllen kann, muss sie personell und sachlich
entsprechend ausgestattet sein.
● Wir werden weiterhin das Personal bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften
aufstocken. Zugleich werden wir prüfen, inwieweit Richterassistenzen zu einer
Entlastung führen können.
● Im Wettbewerb um die besten Köpfe wollen wir die Justizberufe wirtschaftlich
attraktiver machen, die Zahl der Beförderungsstellen ausweiten und die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf weiter verbessern.
● Wir wollen attraktive Ausbildungsinhalte und werden dazu die Kooperationen mit den
Hochschulen verstärken. Bei der Ausbildung der Referendarinnen und Referendare
sorgen wir für einheitliche Standards.
Wir werden den Weg der Digitalisierung in der Justiz konsequent fortsetzen.
● Wir werden die Ausstattung der Bediensteten mit moderner Hard- und Software
weiter für Homeoffice-Möglichkeiten und den Datenaustausch mit anderen Behörden
verbessern. Wir wollen die Funktionalität, Praktikabilität und digitale Verfügbarkeit
der IT-Lösungen gewährleisten.
● Künstliche Intelligenz in Rechtsprechungsbereichen ist vorbehaltsfrei und zugleich
kritisch zu hinterfragen. Die wertende gerichtliche Entscheidung, die dem Einzelfall
gerecht wird, ist ein besonderes Qualitätsmerkmal einer rechtsstaatlichen Justiz und
darf allein den Richterinnen und Richtern überlassen bleiben.
● Wir schaffen einen digitalen Servicepoint der Justiz für Dienstleistungen wie
Registerauszüge oder elektronische Erbscheine.
● Wir wollen die justizeigene Pressearbeit von Staatsanwaltschaften und Gerichten
personell und sächlich stärken.
Mit der CDU verbleibt die Justiz in der Fläche.
● Wir treten für den Erhalt der bestehenden Gerichtsorte ein.
● Wir werden alle Einrichtungen der außergerichtlichen Streitschlichtung fördern, durch
die Gerichtsverfahren vermieden und eine tragfähige Lösung von Konflikten in unserer
Gesellschaft erreicht werden.
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Cybercrime umfasst inzwischen ein jährliches Volumen von mehreren hundert Milliarden Euro
und umfasst sämtliche Deliktsfelder.
● Mit gezielter Aus- und Fortbildung sorgen wir für digitale Kompetenz und
Professionalisierung der Staatsanwaltschaften.
● Für eine effektive Strafverfolgung muss die Justiz digital agieren. Wir werden die
Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW) zu einem bundesweit führenden
Kompetenz- und Forschungszentrum zur Cybercrime-Bekämpfung ausbauen.
● Wir fördern die Erweiterung und den Ausbau des bei der ZAC NRW eingerichteten
Spezialdezernates für den Schutz digitaler Infrastrukturen.
● Wir wollen die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch über
Behördengrenzen hinaus verbessern und in geeigneten Bereichen die Zuständigkeit
der Europäischen Staatsanwaltschaften erweitern.
● Verbindungsdaten sind die neuen Fingerabdrücke. Ohne die Möglichkeit, genutzte IP-
Adressen Personen zuzuordnen, erweist sich die Identifizierung von Tätern in der Regel
als unmöglich. Die Täter tauchen in der Anonymität des Netzes unter. Wir wollen, dass
IP-Adressen in dem vom Europäischen Gerichtshof zugelassenen Umfang bei
schwerwiegenden Verbrechen für sechs Monate gespeichert und den
Ermittlungsbehörden auf richterliche Anordnung mitgeteilt werden.
Bei all den Herausforderungen für die Kriminalitätsbekämpfung der Zukunft dürfen die bereits
bewährten bzw. vielversprechenden Ansätze nicht vergessen werden.
● Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Für die weitere Aufarbeitung des Cum-Ex-
Betrugs werden wir neue Strafkammern einrichten.
● Die zunehmende Professionalisierung und Expertise der Straftäter erfordern ständig
weiteres Spezialwissen. Hierzu bedürfen die Staatsanwaltschaften personeller
Unterstützung durch IT-Techniker, Wirtschaftsprüfer oder Wirtschaftswissenschaftler.
Zudem setzen wir uns für zusätzliche Ermittlerinnen und Ermittler bei den
Staatsanwaltschaften ein.
● Wir wollen Häuser des Jugendrechts überall dort, wo eine höhere Zahl an Straftaten
von Jugendlichen oder/und Heranwachsenden bemerkbar ist.
● Wir befürworten Seniorendezernate der Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung von
Straftaten zu Lasten älterer Menschen.
● „Staatsanwälte vor Ort“ wollen wir überall dort einsetzen, wo örtliche Kriminalität
einen Schwerpunkt bildet.
Für einen starke Justiz im Kampf gegen Organisierte Kriminalität
● Wir wollen bessere Ermittlungsmöglichkeiten für den Kampf gegen Organisierte
Kriminalität, wie bspw. die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowohl
bei verdeckten Ermittlern als auch bei der Überwachung.
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Zuständigkeitsgrenzen hinaus das Dunkelfeld aufzuhellen. Mit der Einrichtung der
Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-
Westfalen wurde mit dem Aufbau der notwendigen Ressourcen begonnen. Wir
werden sie konsequent weiter ausbauen und verstärken.
● Wir wollen für die Vermögensabschöpfung der durch Straftaten erworbenen Werte
die vollständige Beweislastumkehr bei Vermögen unklarer Herkunft.
● Eine Legalisierung illegaler Drogen lehnen wir ab. Zu groß sind die gesundheitlichen
Risiken und Folgen für den Einzelnen und die Auswirkungen auf Familie und
Gesellschaft.
Für den Opferschutz
Für uns geht Opferschutz immer vor Täterschutz. Menschen, die Opfer einer Straftat
geworden sind, brauchen Unterstützung.
● Wir wollen Strafverfahren weiter beschleunigen. Das ist für das Rechtsempfinden der
Menschen wichtig.
● Wir werden neue Standards beim Opferschutz setzen.
● Wir werden die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Opferorganisationen weiter
intensivieren und das Netz der Opferhilfeeinrichtungen ausbauen.
● Wir prüfen, inwieweit Erträge aus der Vermögensabschöpfung bei Kriminellen in einen
Opferhilfefonds reinvestiert werden können.
● Wir werden die Opferberatungsstellen fachlich weiter qualifizieren und spezialisieren.
● Wir prüfen die Möglichkeit der Bestellung eines Opferanwalts bei Fällen häuslicher
Gewalt.
● Wir wollen eine sukzessive Ausdehnung der Childhood-Häuser auf das gesamte Land.
Für tragfähige und sichere Rahmenbedingungen für den Vollzug
Wir werden weiterhin dafür Sorge tragen, dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen durch
eine sichere Unterbringung der Gefangenen geschützt werden. Dies setzt neben einer
angemessenen Personalausstattung des Justizvollzugsdienstes vor allem die Sicherstellung
einer auskömmlichen Anzahl von Haftplätzen voraus.
● Während der Haft wollen wir alle Möglichkeiten der Förderung nutzen, um
Strafgefangenen nach der Haft ein straffreies Leben zu ermöglichen.
● Wir werden durch den Bau von zwei neuen Justizvollzugsanstalten die
Haftplatzkapazitäten ausbauen.
● Die Justizvollzugseinrichtungen werden wir den Bedürfnissen eines modernen
Strafvollzugs anpassen.
● Psychisch auffällige Gefangene brauchen angemessene
Behandlungsmöglichkeiten. Wir werden das Konzept für die psychiatrisch intensivierte
Regel-Behandlung in den Justizvollzugsanstalten (PIB) konsequent fortführen.
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Daher werden wir die Zahl der Wohngruppen mit Betreuung in den
Justizvollzugsanstalten erhöhen und Modellprojekte für Familienhäuser als neue
Vollzugsform nach dem dänischen Modell einführen.
Nach dem Verbüßen ihrer Strafe müssen Täter wieder in der Gesellschaft Fuß fassen können.
● Wir fördern einen deutlichen Ausbau des Übergangsmanagements zur
Wiedereingliederung von Strafgefangenen. Besondere Berücksichtigung sollen hierbei
die Vorbereitung eines geeigneten sozialen Empfangsraumes einschließlich einer
Unterkunft und die (Wieder-) Eingliederung in den Arbeitsmarkt finden.
● Wir halten Übergangshäuser für entlassene Strafgefangene ohne festen Wohnsitz für
erforderlich.
● Wir wollen die Zusammenarbeit des Strafvollzugs mit den Kommunen für die
Entlassungsvorbereitungen verbessern.
● Mit dem bundesweit beachteten Projekt EVALIS - Evaluation im Strafvollzug sorgen wir
für eine evidenzbasierte Vollzugsgestaltung.
4. Kinderschutz
Die schrecklichen Fälle sexualisierter Gewalt gegen die Kleinsten in unserem Land haben uns
entsetzt. Wir haben den Kinderschutz in den Fokus unseres politischen Handelns gerückt,
Schwachstellen im Schutznetz aufgedeckt und geschlossen. Mehr Geld, mehr Personal, mehr
Technik, mehr Befugnisse für die Behörden und mit parlamentarischen Initiativen sind wir in
Nordrhein-Westfalen inzwischen bundesweiter Vorreiter im Kinderschutz.
Wir setzen neue Standards im Kinderschutz. Politik muss Kinder schützen. Kinderschutz ist
eine dauerhafte gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Das haben wir erreicht
● Wir haben das modernste Kinderschutzgesetz Deutschlands verabschiedet.
● Wir haben als erstes Bundesland den interkollegialen Ärzteaustausch ermöglicht.
● Durch die 2020 eingerichtete „Task Force zur Bekämpfung des Kindesmissbrauchs und
der Verbreitung von Kinderpornografie in digitalen Medien“ konnten bereits 3.800
Verfahren gegen über 4.000 Beschuldigte eingeleitet werden.
● Wir haben im Kampf gegen Kindesmissbrauch massiv aufgerüstet, mit mehr Ermittlern
und besserer Technik.
● Bei der ZAC NRW haben wir eine Task Force gegen Pädokriminalität geschaffen, bei
der alle Hinweise zusammenlaufen und wirkungsvolle Strafverfolgung gewährleistet
ist. Sie entwickelt mit Wissenschaft und Wirtschaft eine bundesweit einzigartige KI für
Ermittlungen. Die dafür notwendigen Ressourcen stellen wir zur Verfügung.
● Ausführliches Handlungs- und Maßnahmenkonzept zur Prävention sexualisierter
Gewalt erstellt und begonnen umzusetzen.
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kompetenten Ansprechpartner für medizinisches Fachpersonal geschaffen.
● Fachstelle „Prävention sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ zur
Unterstützung der Fachkräfte in der freien Kinder- und Jugendhilfe geschaffen.
● Wir haben die Einrichtung eines ersten Childhood-Hauses in Düsseldorf unterstützt
und fördern die Kinderschutzambulanzen in ganz Nordrhein-Westfalen.
Machen, worauf es ankommt
● Missbrauchstäter aufspüren und konsequent bestrafen
● Kinderschutz hat Vorrang vor Datenschutz
● Starkes Fachpersonal und sensibilisierte Institutionen
● Sicherheit im Netz für Kinder und Jugendliche
● Transparenz im digitalen Raum
● Verlässliche Online-Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche
Für einen ganzheitlichen Schutzansatz
Wir brauchen starke Kinder in starken Familien. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz von
der Prävention über die Beratung und Unterstützung bis hin zur Intervention und
Anschlusshilfe. Und wir brauchen sensibilisierte Fachkräfte in KiTa, Schule und Jugendhilfe, die
hinschauen, hinhören und handeln. Es braucht eine gemeinsame Haltung bei allen, die mit
Kindern und Jugendlichen arbeiten, um die rechtlichen Vorgaben zum Kinderschutz mit Leben
zu füllen. Gut ausgebildete und engagierte Fachkräfte sind Dreh- und Angelpunkt eines guten
und wirksamen Kinderschutzes.
Für gutes Fachpersonal und starke Institutionen
● Wir stärken den Kinderschutz in Theorie und Praxis. Professioneller Kinderschutz
braucht eine gute wissenschaftliche Basis und gut ausgebildete Handelnde. Daher
wollen wir gemeinsam mit den Hochschulen Professuren für Kinderschutz einrichten.
● Wir wollen die Arbeit und das Wissen des Kompetenzzentrums Kinderschutz im
Gesundheitswesen verfestigen und in Forschung und Lehre tragen.
● Wir werden die Fachhochschulausbildung im Jugendamt besser vorbereiten und den
Kinderschutz verpflichtend zum Thema machen. Und es muss verpflichtende und
ständige Weiter- und Fortbildungsangebote für Fachkräfte in der Jugendhilfe geben.
● Wir werden das interdisziplinäre Fortbildungsangebot ausweiten und den Dialog
zwischen Jugendämtern, freien Trägern der Jugendhilfe, Polizei und Justiz sowie allen
anderen relevanten Akteuren stärken.
● Eine hochwertige und flächendeckende psychiatrische Grundversorgung für Kinder
und Jugendliche bleibt von hoher Bedeutung. Wir wollen daher die
Landschaftsverbände mit ihrem jeweiligen Netz von Kliniken, Tageskliniken und
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Leistungsangebots stärken.
● Das gute Angebot der Kinderschutzambulanzen wollen wir verstetigen. Darüber hinaus
wollen wir dort, wo bislang noch keine entsprechenden Angebote etabliert werden
konnten, die Strukturen ausbauen.
● Wir wollen interprofessionelle Netzwerkstrukturen für Kinderschutz fördern. Dazu
werden wir Stellen für Netzwerkmanager schaffen.
Für Prävention und Begleitung
Kinder und Jugendliche brauchen Entwicklungs- und Teilhabechancen im persönlichen
Umfeld. Sie benötigen in besonderem Maße Schutz vor Gewalt. Gewalt, ob psychisch, physisch
oder sexualisiert, findet oft über Monate und Jahre statt. Daher ist es wichtig, dass gerade
junge Kinder regelmäßig beim Arzt vorstellig werden, sodass frühe Anzeichen erkannt werden
können. Um zu gewährleisten, dass alle Kinder an den U-Untersuchungen teilnehmen, werden
wir die Untersuchungen verpflichtend festschreiben.
Wir werden niederschwellige Angebote stärken, um Menschen nicht zu Tätern werden zu
lassen. Wir unterstützen das Ziel, ein bundesweites, flächendeckendes therapeutisches
Angebot zu etablieren und setzen uns besonders hier in NRW für eine Ausweitung ein.
Für Schutz in der digitalen Welt
Die digitale Welt ist für unsere Kinder und Jugendliche voller spannender Angebote, die ihre
Neugierde und ihre Kreativität wecken. Sie wachsen heute wie selbstverständlich in der
digitalen Welt auf, die Grenzen verschwimmen, das Smartphone ist alltäglicher Begleiter.
● Wir wollen den digitalen Kinder- und Jugendmedienschutz weiter in den Fokus rücken
und zusätzliche medienpädagogische Angebote für alle Generationen, für Familien,
Lehrpersonal und Erziehende schaffen. Wir stärken die Aufklärung und
Medienkompetenz in den Bildungseinrichtungen sowie die Möglichkeit der
Verdachtsäußerung bei der Polizei oder die Einrichtung einer unabhängigen
Meldestelle.
● Wir fördern den verantwortungsvollen Umgang Heranwachsender mit Social
Communities, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Nutzung sozialer
Netzwerke Risiken birgt, für die Kinder und Jugendliche besonders sensibilisiert
werden müssen.
● Wir unterstützen die Initiativen für verbesserten technischen Jugendmedienschutz.
Kindesmissbrauch hat fast immer ein digitales Umfeld. Täter kommunizieren untereinander.
Sie verbreiten Aufnahmen des Missbrauchs und vergehen sich damit erneut an den Opfern.
Dabei findet Pädokriminalität nicht nur im Darknet, sondern auf ganz gewöhnlichen
Messengern und in sozialen Medien statt.
Cybergrooming ist eine Form des sexuellen Missbrauchs und eine ernste Gefahr für Kinder im
Netz.
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Internetplattformen, die Nutzerinhalte auf inkriminierte Inhalte wie Kindesmissbrauch
zu überprüfen und Ermittlungsbehörden zu melden.
● Wir werden prüfen, ob im Rahmen des Jugendmedienschutzstaatsvertrages den
Medienanstalten Werkzeuge an die Hand gegeben werden können, mit denen
Cybergrooming bekämpft und Plattformen in die Verantwortung genommen werden
können.
● Wir wollen Kinder und Jugendliche für die Gefahren im Internet sensibilisieren, über
die Tricks von Tätern sowie die Wirkungen der virtuellen Kommunikation und Gefahr
einer ungesteuerten Verbreitung von Bildmaterial aufklären.
● Wir wollen die guten Ansprechpartner und die Initiativen für den Jugendschutz im Netz
unterstützen, ausweiten und bekannter machen, damit Eltern wie Kinder wissen,
wohin sie sich bei diesem Thema wenden können. Wir werden gezielt die
Erziehungsberechtigen sensibilisieren und in den Schulen das Thema ansprechen.
● Ein Klick auf einen entsprechenden Button reicht nicht aus, um das Alter zu verifizieren.
Die Entwicklung von sicheren Systemen wollen wir unterstützen und anschließend für
einen für alle Anbieter verbindlichen Einsatz sorgen.
● Wir setzen uns dafür ein, dass auch kleinere Netzwerke Maßnahmen zum Kinderschutz
ergreifen müssen und somit frühzeitig auf dem behördlichen Radar auftauchen.
Analog setzen wir uns dafür ein, den Anwendungsbereich der Vorsorgemaßnahmen
des Jugendschutzgesetzes abzusenken.
Für die konsequente Verfolgung und Bestrafung von Missbrauchstätern
Kein Täter darf sich in der Anonymität des Netzes sicher fühlen. Wir werden jeder Spur folgen.
● Für uns hat Kinderschutz Vorrang vor Datenschutz. Alle beteiligten Akteure müssen
relevante Informationen austauschen können.
● Strafermittler sehen sich kaum zu bewältigenden Datenmassen in nahezu allen
Kriminalitätsbereichen gegenüber. Immer da, wo menschliche Ressourcen an ihre
Grenzen stoßen, bedarf es der Offenheit für neue Technologien. Wir wollen den
Ermittlern die jeweils neueste Technik zur Verfügung stellen. Künstliche Intelligenz
wird nie den Menschen ersetzen, jedoch ist sie eine unverzichtbare Hilfe. Dies gilt
besonders für die Bekämpfung des Kindesmissbrauchs. Künstliche Intelligenz kann
dazu für uns ein „Game Changer“ sein.
● Wir setzen uns für die bundesweite Einführung einer Registrierungspflicht mit
deutscher Mobilfunknummer bei Webseiten, Applikationen und Games mit
Chatfunktion ein. Damit werden Täter für die Polizei klar identifizierbar.
● Wir setzen uns für schnellere Verfahren in der Justiz und mehr Personal ein. Verfahren
vor dem Familiengericht müssen beschleunigt werden, damit das Kind möglichst
schnell eine klare Perspektive für sein weiteres Leben bekommt. Jugendämter und
Familiengerichte, die letztendlich die Entscheidung über notwendige Hilfen zur
Erziehung oder über die Inobhutnahme und den weiteren Verbleib des Kindes treffen,
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gesetzlichen Regelungen sind umzusetzen.
● Um die psychische Gesundheit aller Beteiligter zu erhalten und gutes Personal
langfristig zu halten, möchten wir für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
Kinderschutz das Angebot ausweiten, das Erfahrene zu verarbeiten.
5. Arbeit und Soziales
Unsere Arbeitswelt ändert sich beständig. Wir gestalten diesen Wandel mit und für die
Menschen in Nordrhein-Westfalen.
Wir setzen auf eine Arbeitsmarktpolitik, die Menschen dazu befähigt, ihre Potenziale zu
entfalten und die den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen deckt.
Wir stehen für Verlässlichkeit und Sicherheit in der Sozialpolitik. Wir machen eine Sozialpolitik,
die allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Zukunftschancen bietet. Das Versprechen
von Aufstieg und der Schutz vor sozialem Abstieg sind zwei Seiten derselben Medaille.
Das haben wir erreicht
● Wegen unserer soliden Arbeits- und Wirtschaftspolitik haben wir die
Arbeitslosenquote Ende 2019 auf ein Rekordtief von 6,4 Prozent gedrückt, kommen
jetzt schneller aus der Corona-Krise als andere Länder und nähern uns wieder dem
Vorkrisen-Niveau.
● Mit dem „Ausbildungsprogramm NRW“ haben wir jährlich 1.000 zusätzliche
Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Startschwierigkeiten geschaffen.
● Durch das in 2018 in neuer Form eingeführte „Werkstattjahr“ führen wir in jedem Jahr
1.600 Jugendliche schrittweise an den Arbeitsmarkt heran.
● Im Programm „Teilzeitberufsausbildung“ schaffen wir jährlich bis zu 540 Plätze bei
derzeit 42 Bildungsträgern.
● Wir haben eine dauerhafte Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung gesichert.
● Um den Ausbildungsmarkt nach Corona wieder zu stabilisieren, haben wir das
Programm „Kurs auf Ausbildung“ mit 1.000 Coaching-Plätzen und 300 Plätzen für eine
trägergestützte Ausbildung gestartet.
● Mit dem Programm „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ ermöglichen wir 7.000
jungen Menschen Zukunftsperspektiven, insbesondere Geduldeten und Gestatteten.
● Wir unterstützen Jugendliche mit Behinderung bei der Berufsorientierung.
● Wir helfen langzeitarbeitslosen Menschen mit der Initiative Wiedereinstieg, um nach
der Corona-Pandemie wieder eine Arbeit zu finden.
● Wir haben eine neue Zentralstelle für Fachkräfteeinwanderung in Bonn eingerichtet.
● Wir haben die Fördermittel zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit von eine Million
Euro auf rund 14 Millionen Euro vervielfacht und Nordrhein-Westfalen damit zum
bundesweiten Vorreiter gemacht. Mit der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“
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Land finanzierten „Kümmerern“ über 3.500 Menschen in Wohnungen vermittelt.
● Wir haben die landesweit einheitliche Steuerung der Arbeitsschutzverwaltung deutlich
ausgebaut, um gezielt gegen schlechte Arbeitsbedingungen vorzugehen. Durch
Schwerpunktaktionen z. B. in der Fleischwirtschaft, dem Versandhandel und auf
Baustellen wurden erhebliche Mängel aufgedeckt und beseitigt. Wir haben die
Arbeitsschutzverwaltung um 100 Planstellen verstärkt.
Machen, worauf es ankommt
● Nordrhein-Westfalen bleibt das soziale Gewissen der Bundesrepublik
● Echte Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung
● Umfassende Tarifbindung
● Starke Betriebs- und Personalräte
● Jeden mitnehmen auf dem Weg zu fairer Arbeit
● Fachkräftebedarf sichern
● Verdiente Rente nach einem langen Arbeitsleben
● Rahmenbedingungen für die überbetriebliche Ausbildung verbessern
● Fort- und Weiterbildungsoffensive für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
● Weltweite Fachkräfteoffensive „Neue Chancen NRW“
Für gute Arbeitsplätze und faire Löhne
Wir wollen das faire, gleichberechtigte und respektvolle Miteinander von Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern sichern und
Industriearbeitsplätze in Zukunftsbranchen schaffen.
Wir sind davon überzeugt: Veränderungen in den Betrieben lassen sich am besten gemeinsam
mit den Beschäftigten gestalten. In den vergangenen Jahren haben wir mit dem „Projekt
Arbeit 2020“ viel darüber gelernt, wie eine sozialpartnerschaftliche Gestaltung betrieblicher
Veränderungsprozesse gelingen kann. Diese Erfahrungen werden wir nutzen, um die großen
Veränderungsprozesse der kommenden Jahre gemeinsam zu meistern.
● Neue Ansätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf treiben wir weiter
voran.
● Wir wollen weiter dafür arbeiten, die Benachteiligung von Frauen bei der Besetzung
von Führungspositionen zu überwinden. Für ihre weitere Förderung werden wir eine
Quote bei den landeseigenen Betrieben einführen. Um strukturelle Benachteiligungen
zu überwinden, sollen Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt bei der Besetzung
von Führungspositionen berücksichtigt werden.
● Gemeinsam mit der Wirtschaft, den Sozialpartnern und den Kammern wollen wir
Nordrhein-Westfalen zum Berufsbildungsland Nummer 1 machen. Unser Ziel ist es, die
Rahmenbedingungen für die betriebliche Aus- und Weiterbildung weiterhin
konsequent zu verbessern. Nur wenn junge Menschen die Chancen nicht nur der
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die Fachkräftesicherung.
● Wir starten eine Fort- und Weiterbildungsoffensive für Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmer, die vom Strukturwandel besonders betroffen sind. Dabei werden wir
regionale Qualifizierungsverbünde besonders unterstützen. Berufliche
Umorientierung soll in jedem Alter gelingen können.
● Der Bildungsscheck NRW hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Wir haben
dieses Instrument für mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geöffnet. Wir
werden das Programm weiter verbessern.
● Wir wollen neue Arbeitsformen, bspw. mobiles Arbeiten und Co-Working Spaces,
unterstützen und damit ländliche Regionen stärken.
Nordrhein-Westfalen ist das Land der Sozialpartnerschaft. Unternehmen und Beschäftigte
sind dann stark, wenn sie gemeinsam und auf Augenhöhe für ihren Erfolg arbeiten und
Innovationen voranbringen. Dafür brauchen wir starke Gewerkschaften und
Arbeitgeberverbände.
● Wir wollen eine möglichst breite Tarifbindung. Sie garantiert fairen Wettbewerb,
sichert den Betriebsfrieden und gute Arbeitsbedingungen.
● Starke Betriebs- und Personalräte sind unverzichtbar. Betriebsratswahlen dürfen von
niemandem verhindert werden.
Gleichstellung ist für uns selbstverständlich. Frauen wie Männer sollen sich nicht zwischen
Familie und Beruf entscheiden müssen.
● Wir schaffen eine gute und bezahlbare frühkindliche Bildung mit ausreichend Plätzen.
● Die Familiengründungszeit und der oft hohe zeitliche Einsatz für die Pflege von
Angehörigen wirken sich oft negativ auf die Karrierechancen insbesondere von Frauen
aus. Gerade in Zeiten des Fachkräftebedarfs darf dieses Potenzial nicht ungenutzt
bleiben. Wir wollen Arbeitgeber dabei unterstützen, diese zu heben, z. B. durch
Online-Schulungsangebote für den Wiedereinstieg. Wir setzen uns beim Bund dafür
ein, dass diese verstärkt über die Arbeitsagenturen angeboten werden.
● Wir wollen auch für Männer die Möglichkeiten stärken, sich für eine Familienzeit zu
entscheiden.
● Wer lange gepflegt hat, darf deswegen nicht in Altersarmut fallen. Wir werden uns
daher beim Bund dafür einsetzen, dass die häusliche Pflege stärker bei der Rente
berücksichtigt wird.
● Wir wollen Müttern ohne Ausbildung einen Abschluss und Zugänge zur Berufswelt
ermöglichen.
● Wir wollen uns beim Bund für eine Verbesserung des Mutterschutzes einsetzen,
sodass eine Rückkehr in den vorherigen Beruf so reibungslos wie möglich verläuft.
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Land.
● Wir wollen eine weltweite nordrhein-westfälische Fachkräfteoffensive für unser Land
mit der Kampagne „Neue Chancen NRW“ starten.
● Wir müssen Berufsabschlüsse noch unbürokratischer und schneller anerkennen. Wir
setzen uns dafür ein, dass Ausbildungen in Teilen zertifiziert und/oder in Modulen
ergänzt werden können.
● Wir werden unsere Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung in Bonn noch weiter stärken
und ihre Zusammenarbeit mit anderen Behörden ausbauen.
Für Arbeit für alle
Wir finden uns nicht damit ab, dass Menschen jahrelang ohne Arbeit bleiben.
● Um die Langzeitarbeitslosigkeit weiter strukturell zu verringern, wollen wir neue Wege
gehen und verstärkt Bedarfsgemeinschaften in den Blick nehmen.
● Ziel unserer Politik ist eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt für möglichst
viele Langzeitarbeitslose. Deshalb wollen wir verstärkt gerade junge
Langzeitarbeitslose ins Arbeitsleben integrieren, bspw. über nachholende
Qualifikationen. Dafür werden wir die bewährten Projekte weiterentwickeln. Sie sollen
durch niederschwellige Angebote eine Tagesstruktur wertschätzen lernen und einer
Tätigkeit nachgehen.
Abhängigkeiten, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und schlechte Arbeitsbedingungen
passen nicht in unsere Gesellschaft. Jeder und jede soll in Nordrhein-Westfalen gut und sicher
arbeiten können.
● Wir werden die Beratungsstellen Arbeit weiter ausbauen, damit Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer sich noch stärker gegenüber Unternehmen behaupten können, die
den Profit und nicht den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
● Wir bekennen uns zur staatlichen Arbeitsschutzverwaltung. Unser Ziel ist, dass jedes
Jahr fünf Prozent der Betriebe geprüft werden.
● Wir werden sicherstellen, dass der Arbeitsschutz mehr kontrolliert, wo prekäre
Beschäftigung vorliegt.
● Wir werden den Arbeitsschutz personell und technisch vorbildlich aufstellen und seine
dezentralen Strukturen erhalten.
Für mehr Teilhabe
Wir wollen die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung stärken. „Nichts
über uns ohne uns!“. Dieser Leitsatz ist unsere Richtschnur für eine Politik für
Gleichberechtigung und Teilhabe, die Diskriminierung und Barrieren aller Art abbaut.
Ausbildung und Arbeit sind das stabile Fundament eines guten und selbstbestimmten Lebens.
Voraussetzung für die Teilhabe an Arbeit ist eine Berufsqualifizierung.
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Beschäftigten leisten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit
Behinderung am Arbeitsleben. Wir wollen diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und ihre
Förderung ausbauen.
● Wir wollen mehr Menschen mit Behinderung eine Tätigkeit auf dem ersten
Arbeitsmarkt ermöglichen. Gerade der öffentliche Dienst hat hier als Arbeitgeber eine
Vorbildfunktion. Wir verfolgen weiter das Ziel, dass fünf Prozent aller
Neueinstellungen in den Landesdienst auf diese entfallen.
Ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Menschen mit und ohne Behinderung ist
Grundvoraussetzung für eine inklusive Gesellschaft. Die Landschaftsverbände Rheinland und
Westfalen-Lippe sind als Träger der Eingliederungshilfe unverzichtbare Garanten der Inklusion
und Fürsprecher der Menschen mit Behinderung. Eine wichtige Rolle nehmen dabei die
Verbände der Selbsthilfe ein.
● Wir werden den Inklusionsbeirat in die Umsetzung des neuen Aktionsplans
„NRWinklusiv“ des Landes einbinden.
● Durch noch passgenauere Angebote sollen mehr Menschen mit Behinderung
selbstständig wohnen können.
● Das System der Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche und für erwachsene
Menschen mit Behinderung werden wir stärken.
● Wir werden die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Herausforderndes
Verhalten und Gewaltschutz in Einrichtungen der Behindertenhilfe“ konsequent
umsetzen.
● Wir werden Integrationsunternehmen weiter fördern. Sie ermöglichen eine
intensivere Betreuung der Menschen mit Behinderung.
● Wir wollen ein möglichst inklusives flächendeckendes Angebot an
Ferienbetreuungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung
sicherstellen.
Für eine sichere Rente
Die gesetzliche Rentenversicherung ist die wichtigste Säule der Alterssicherung in
Deutschland. Das umlagefinanzierte Rentensystem hat sich bei Finanzmarktkrisen und
inflationären Entwicklungen bewährt. Wir müssen es mit Blick auf den demografischen
Wandel weiterentwickeln. Die dafür notwendigen Gesetzgebungsprozesse werden wir auf
Bundesebene begleiten und uns mit eigenen Initiativen positionieren.
● Wir setzen uns weiter besonders für faire Renten für Geringverdiener ein. Wer ein
Leben lang gearbeitet hat, muss eine höhere Rente bekommen als jemand, der nicht
gearbeitet hat.
● Wir fordern Erleichterungen bei der Zahlung freiwilliger Beiträge in die gesetzliche
Rentenversicherung und eine bessere Absicherung von (Solo-) Selbstständigen.
● Wir setzen uns für eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge ein und wollen mehr
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer Betriebsrente erreichen.
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unterstützen die Einführung eines Standardprodukts für die private Altersvorsorge.
● Rentnerinnen und Rentner erhalten mit Modellen wie der Flexi-Rente die Möglichkeit
eines Hinzuverdienstes, erfahren neue Wertschätzung und stellen ihre
Facharbeitskraft in wichtigen Bereichen länger zur Verfügung.
Für die Schwächeren in der Gesellschaft
Die Bekämpfung der Wohnungslosigkeit in Nordrhein-Westfalen ist ein Schwerpunkt unserer
Sozialpolitik. Wir werden weiterhin von Armut betroffene Menschen unterstützen. Vor allem
Kinderarmut wollen wir in den nächsten Jahren verringern.
● Das Prinzip „Fördern und Fordern“ muss in der Grundsicherung erhalten bleiben. Dafür
werden wir uns bei Umsetzung des Bürgergelds auf Bundesebene einsetzen.
● Wir werden die erfolgreiche Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ fortsetzen und
die „Kümmerer-Projekte“ in allen Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-
Westfalen weiter ausbauen, um Obdach- und Wohnungslosigkeit effizient zu
bekämpfen.
● Wir werden uns auf Bundesebene für eine Anpassung der Regelsätze an die
gestiegenen Lebenshaltungskosten, bspw. für Lebensmittel und Energiekosten,
einsetzen.
● Wir wollen das erfolgreiche Programm „Zusammen im Quartier“ mit über acht
Millionen Euro und über 100 Projekten für benachteiligte Kinder, Jugendliche und
Familien fortsetzen.
6. Mieten, Bauen und Wohnen
Jeder Mensch soll in unserem Land dort leben, wo er möchte egal ob zur Miete oder im
Eigentum. Wir wollen, dass sich auch Normalverdiener ihren Traum von den eigenen vier
Wänden erfüllen können. Wir schaffen gute Rahmenbedingungen für alle, die bauen wollen.
Wir stärken den ländlichen Raum, damit dieser für das Wohnen attraktiv bleibt. So nehmen
wir den Druck aus den Ballungsräumen heraus.
Wir schaffen zudem mehr öffentlich geförderten Mietwohnungsbau.
Das haben wir erreicht
● Wir fördern nachhaltiges und klimafreundliches Bauen und investieren in innovative
Bauverfahren. Das deutschlandweit erste Haus aus dem 3D-Drucker entstand in
Nordrhein-Westfalen.
● Wir haben den Neubau von Wohnungen wieder attraktiv gemacht. Von 2017 bis 2020
wurden knapp 200.000 neue Wohnungen in Nordrhein-Westfalen gebaut.
● Wir haben Barrierefreiheit zum Standard beim Neubau gemacht.
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seit 15 Jahren nicht mehr. Mit rund 9,1 Millionen Wohnungen haben wir einen neuen
Höchststand erreicht, das ist gegenüber 2017 ein Plus von rund 135.000.
● Wir haben das Baurecht modernisiert und entbürokratisiert, die Landesbauordnung
novelliert und die Landesinitiative „Bau.Land.Leben“ gestartet. Dadurch haben wir mit
54.700 einen neuen Höchststand bei Baugenehmigungen für Wohnungen erzielt.
● Für das Jahr 2022 stellen wir ein Rekordvolumen von 1,3 Milliarden Euro für den
Neubau von Mietwohnungen, Auszubildenden- und Studierendenwohnheimen und
Eigentumsmodernisierung zur Verfügung.
● Wir haben die Eigentumsförderung des Landes verbessert und so insbesondere jungen
Familien den Traum von den eigenen vier Wänden ermöglicht.
● Zur Entlastung beim Erwerb von Wohneigentum stellen wir ein Sofortprogramm von
400 Millionen Euro zur Verfügung. So wird schon im Jahr 2022 Eigentumsbildung
erleichtert.
● Wir haben das Wohngeld erhöht und eine neue Mieterschutzverordnung
verabschiedet, die Mieterinnen und Mieter schützt und zugleich unnötige staatliche
Regulierungen abbaut.
● Wir haben alle Unterstützungsangebote, Initiativen und Aktivitäten zur Mobilisierung
von Bauland erstmalig gebündelt und unterstützen Kommunen und
Grundstückseigentümer, Bauland zeitnah und nachfragegerecht zu entwickeln.
Machen, worauf es ankommt
● Mehr bauen
● Mieten stabilisieren
● Eigentumsförderung stärken Mieterinnen und Mieter zu Eigentümern machen
● Erwerb von Eigentum steuerlich entlasten
● Wohnen muss bezahlbar bleiben
● Mehr Bauland ausweisen
● Einführung eines landeseigenen Baukindergeldes
● Öffentlich geförderten Wohnraum sichern und ausbauen
Für mehr Wohneigentum
Mehr Familien sollen ihren Traum vom Eigenheim leben können, damit das Land der Mieter
auch ein Land der Eigentümer wird. Ob eigene Wohnung, Doppelhaushälfte oder
Einfamilienhaus wir wollen die Eigentumsbildung gerade für Familien erleichtern.
● Wir werden Familien beim Erwerb von Wohneigentum entlasten. Die Erhöhung der
Grunderwerbsteuer auf 6,5 Prozent durch Rot-Grün hat den Eigentumserwerb für
eigene Wohnzwecke erheblich verteuert. Als Übergangslösung haben wir 400
Millionen Euro für ein Förderprogramm bereitgestellt. Wir wollen eine dauerhafte
Lösung. Wir werden daher für den Ersterwerb von selbstgenutztem Eigentum einen
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dies umsetzen zu können, werden wir uns weiterhin beim Bund für die Umsetzung
einer Länderöffnungsklausel stark machen.
● Wir werden die Eigentumsförderung des Landes weiter stärken und erfolgreiche
Programme wie „Jung kauft Alt“ ausbauen.
● Wir wollen ein Förderprogramm für innovative Mietkaufmodelle mit der NRW.BANK
auflegen, das gerade jungen Familien über die Eigenkapitalschwelle hilft.
Für bezahlbaren Wohnraum und bezahlbares Bauland
● Wir wollen den nach wie vor hohen Bedarf an Wohnraum angehen, indem wir noch
mehr bauen und zielgruppengerechte Angebote schaffen. Dabei werden wir auch die
Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigen.
● Wir brauchen mehr Wohnraum, der der Mietpreisbindung unterliegt.
● Für Menschen, die knapp über der Einkommensschwelle zum Anspruch auf solchen
Wohnraum liegen, wollen wir preisgedämpfte Wohnungen.
● Wir setzen uns beim Bund für eine dynamisierte Heizkostenpauschale beim Wohngeld
ein.
Landeseigene Immobilien befinden sich oft in zentraler Lage in den Städten und Gemeinden
und sind daher attraktiv für die Entwicklung von Wohnraum.
● Wir werden die Verfahren bei der Veräußerung von landeseigenen Grundstücken an
Kommunen flexibilisieren.
● Wir wollen durch innovative Prämienmodelle für private Investoren die Entstehung
von gefördertem Wohnraum stärken. Wir werden das 2018 initiierte Projekt „Zukunft
des Bau- und Liegenschaftsbetriebes“ fortsetzen.
Die große Herausforderung bei der Schaffung von Wohnraum ist und bleibt die Verfügbarkeit
von bebaubaren Grundstücken. Baulandentwicklung gehört zu unseren dringlichsten
Aufgaben.
● Wir wollen die Ausweisung von Bauland weiter vereinfachen, Planungsverfahren
beschleunigen und unsere Kommunen dabei umfassend unterstützen.
● Bei der Ausweisung von Bauland werden wir den Wachstumsbedarf der Kommunen
ermitteln und dabei ihre Wünsche berücksichtigen.
Für schnelleres, innovatives und nachhaltiges Bauen
Wer heute neu baut, baut nachhaltig.
● Wir wollen ressourcenschonend mit Flächen umgehen und zugleich alle
Wohnraumpotenziale ausschöpfen.
● Um die CO2-Ziele zu erreichen, wollen wir den Fokus auf die Sanierung von Objekten
mit hohem Energiebedarf legen.
● Wir werden einen digitalen C02-Pass einführen, um den CO2-Fußabdruck eines
Gebäudes während seiner gesamten Lebenszeit abbilden zu können.
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Holzbau sowie Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf Dachflächen und über
Parkplätzen fördern.
● Wir machen serielle und modulare Bauverfahren zu einem zentralen Baustein der
Klimaschutzstrategie für den Gebäudesektor. Wir werden das Baurecht des Landes
weiterentwickeln und darauf hinwirken, dass das Baurecht des Bundes ebenfalls
angepasst wird.
● Wir sehen im 3D-Druck großes Potenzial, die Baukosten zu senken und damit nicht nur
Wohneigentum günstiger zu machen, sondern auch den Bestand an Mietwohnraum
schnell zu erhöhen. Wir wollen, dass Nordrhein-Westfalen seine Vorreiterrolle im 3D-
Druck-Berreich ausbaut, national wie international. Wir haben in unserem Land das
technisch-industrielle Know-how, diese revolutionäre, kostengünstige und zugleich
klimaschonende Bauweise flächendeckend zu entwickeln.
● Wir wollen Gebäudebestände reaktivieren, d. h. Immobilien durch Umbau, Ausbau
oder auch Ersatzneubau einer neuen Nutzung zuführen und das auf einfachem,
unbürokratischem Weg.
● Wir werden die Mittel im Bereich Denkmalschutz auf hohen Niveau stabilisieren.
Damit bewahren wir die historisch-kulturellen Wurzeln unseres Landes.
● Wir wollen nachhaltige, revitalisierende Konzepte für Altlastenflächen ermöglichen
und Baulücken schließen.
Die hohen Neubaumieten in vielen Städten sind zu einem großen Teil durch eine dramatische
Preisentwicklung bei Baugrundstücken und steigende Baukosten verursacht.
● Lange Verfahren und steigende Baukosten erschweren das Bauen. Dazu wollen wir
Planungs- und Genehmigungsverfahren konsequent digitalisieren und alle Ansätze zur
Verfahrensbeschleunigung konsequent weiterverfolgen.
● Wir wollen die Arbeit der Baukostensenkungskommission auf Landesebene fortsetzen
und im Bund auf Umsetzung der Ergebnisse der Bundeskommission drängen.
● Um junge Menschen für Berufe im Baugewerbe und Bauhandwerk zu begeistern
werden wir eine landesweite Kampagne starten.
Für Rechte der Mieterinnen und Mieter
● Um das soziale Mietrecht zu stärken, wollen wir die Mieterschutzverordnung
weiterentwickeln.
● Wir wollen uns intensiv mit der Zukunft des Wohnens beschäftigen und die Einrichtung
einer entsprechenden Enquetekommission „Zukunft des Wohnens“ im Landtag von
Nordrhein-Westfalen einsetzen.
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Wir werden zeigen, wie man beides schafft: Klima schützen und gute Arbeitsplätze, Wohlstand
und soziale Sicherheit erhalten. Dabei gilt: Energie und Mobilität dürfen nicht zur neuen
sozialen Frage werden. Sie müssen sicher und bezahlbar für alle bleiben. Bewahrung der
Schöpfung und Generationengerechtigkeit gehen Hand in Hand. Wir werden aus dem
Generationenprojekt Klimaschutz ein Versöhnungsprojekt machen.
1. Wirtschaft
Wir denken Wirtschaft, Umweltschutz und die soziale Frage immer gemeinsam. Der Mensch
steht im Mittelpunkt.
Der Staat ist niemals der bessere Unternehmer. Seine Aufgabe definiert die Soziale
Marktwirtschaft. Geld für die sozialen Sicherungssysteme muss erst erwirtschaftet werden.
Persönlicher Einsatz muss sich für den Einzelnen lohnen. Wir setzen auf Innovation statt auf
Verbote.
Nordrhein-Westfalen ist das Kernland der Industrie in Deutschland. Wir sind aber auch
Mittelstandsland mit innovativem Handwerk und starken freie Berufen mit einer großen
Bandbreite an wettbewerbsfähigen Betrieben und fleißigen Arbeitnehmerinnen und
Arbeitnehmern. Im Mittelstand werden Flexibilität und Innovation gelebt und gute
Arbeitsplätze oft über Generationen hinweg erhalten. Diese starken Akteure sichern
gemeinsam Arbeit, Wohlstand und soziale Sicherheit in unserem Land.
Als CDU wissen wir: Betriebe können am Markt und im Wettbewerb bestehen, wenn wir als
Politik die Rahmenbedingungen richtig vorgeben und die Steuer- und Abgabenlast begrenzen.
Mit gezielten Maßnahmen werden wir den besonders von Corona gebeutelten Betrieben wie
dem stationären Einzelhandel, Gastgewerbe etc. Anschubimpulse geben, um neu
durchstarten zu können.
Nordrhein-Westfalen ist Industrie und Innovation zugleich. Die Weltpremiere für
Wasserstoffstahl (grüner Stahl), der weltgrößte PEM-Elektrolyseur und ein Spitzencluster für
autonomes Fahren mit dem modernsten Mobilfunk-Testfeld Europas alles bei uns in
Nordrhein-Westfalen. Wir werden unsere Vorreiterrolle ausbauen, bspw. in den Bereichen
Wasserstofftechnologie, Elektromobilität, BioTech, Pharma und vielen anderen mehr. Der
Export von Clean Tech ist eine Chance für unsere heimische Wirtschaft und zugleich ein Beitrag
für den weltweiten Klimaschutz.
Nordrhein-Westfalen muss die Werkbank Europas bleiben.
Das haben wir erreicht
● Wir haben den Bürokratieabbau vorangetrieben: acht Entfesselungspakete mit rund
150 Maßnahmen.
● Mit dem neuen Landesentwicklungsplan haben wir den Wirtschafts- und
Industriestandort verbessert und den Kommunen neue Entwicklung ermöglicht.
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Steinkohleförderung gestellt.
● Wir haben von 2017 bis 2022 die Wirtschafts- und Mittelstandsförderung mehr als
verdoppelt.
● Wir haben die Struktur- und Regionalförderung mit dem neuen EFRE-Programm neu
aufgebaut und die Außenwirtschaftsförderung neu aufgestellt.
● Wir haben die elektronische Gewerbeanmeldung eingeführt und zum
Wirtschaftsserviceportal NRW weiterentwickelt Nordrhein-Westfalen ist damit
bundesweit Vorreiter bei digitalen Verwaltungsleistungen.
● Mit dem strukturpolitischen Prozess im Rheinischen Revier schaffen wir eine
Blaupause für den Umbau einer ganzen Industrieregion in Deutschland, Europa und
der Welt. Mit der Mischung aus Infrastrukturausbau, Qualifizierung,
Innovationsförderung, Wissenstransfer und Neugestaltung der Region setzen wir
Maßstäbe.
Machen, worauf es ankommt
● Nordrhein-Westfalen bleibt Industrieland Nummer 1 in Deutschland
● Wirtschaft ohne Bürokratiebremse
● Vollgas bei Genehmigungen und Planungsprozessen
● Starker Mittelstand mit gesunden Unternehmen
● Chancen der Digitalisierung entdecken und ergreifen
● Strukturwandel nachhaltig gestalten
Für ein starkes Industrieland
Nordrhein-Westfalen ist Industrieland und soll es bleiben. Mit mehr als einer Million
Beschäftigten erwirtschaftet das produzierende Gewerbe in unserem Bundesland mehr als 25
Prozent des Bruttoinlandprodukts. Sie schafft gute Arbeitsplätze und soziale Sicherheit und
garantiert eine Produktion mit weltweit führenden Sicherheits-, Klima- und Umweltstandards.
● Wir wollen die Akzeptanz für Industrie sichern. Eine ideologisch begründete
Vertreibung der energieintensiven Unternehmen ins Ausland spart kein CO 2 ein
(Carbon Leakage), sondern kostet Hunderttausende gut bezahlte Arbeitsplätze.
● Beim Klimaschutz ist die Industrie nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.
Wir wollen Forschung und Entwicklung befähigen, weiterhin international
konkurrenzfähige Technologien für energieintensive Prozesse hervorzubringen, die
den CO2-Ausstoß senken und eine klimaneutrale Produktion ermöglichen.
● Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu erhalten, setzen wir uns dafür ein,
dass die Entlastungsregelungen für die energieintensiven Unternehmen
aufrechterhalten bleiben.
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Endprodukten sein kann. Wir setzen uns dafür ein, dass die Wirtschaft krisensicherer
wird und internationale Lieferketten weniger anfällig werden.
● Im Hinblick auf die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe, die Senkung des primären
Rohstoffverbrauchs und die Reduktion von Treibhausgasen werden wir eine
Landesstrategie zur Förderung einer Circular Economy entwickeln. Für die Umsetzung
konkreter Projekte wollen wir die kommende EFRE-Förderperiode nutzen.
● Wir werden die Förderprogramme für Digitalisierung und Innovationsentwicklung in
KMU ausbauen. Aufgrund von geringeren Kapazitäten personeller und finanzieller Art
stehen gerade sie vor besonderen Herausforderungen. Die bestehenden guten
Förderprogramme werden wir verbessern und gezielt auf die Bedürfnisse von KMU
ausrichten.
Für einen leistungsfähigen Mittelstand
Der Mittelstand ist das Rückgrat der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Handwerk,
industrieller Mittelstand, Dienstleistungen, Handel und Tourismus, freie Berufe sind Garanten
des wirtschaftlichen Erfolgs, von Fortschritt, Wohlstand und sozialer Sicherheit. Die rund
730.000 mittelständischen, oft familiengeführten Betriebe, stellen 99,5 Prozent aller
Unternehmen des Landes. Über die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und
fast drei Viertel der Auszubildenden sind hier tätig.
Zentrale Herausforderungen wie der Strukturwandel der Klimaschutz oder die
Energiewende sind ohne das Handwerk und den Mittelstand nicht lösbar.
● Wir werden Bürokratie weiter abbauen und geben das Ziel aus: „One in two out“,
d. h. wir werden bei neuen Regelungen zwei bestehende auslaufen lassen.
● Wir wollen die schnellsten Genehmigungsverfahren und Planungsprozesse
bundesweit.
● Wir werden die öffentliche Auftragsvergabe weiter vereinfachen.
Ausschreibungsverfahren müssen noch effizienter und noch einfacher werden.
● Wir werden Informations- und Dokumentationspflichten so anlegen, dass sie besser
handhabbar sind.
● Das System der Fachkräftesicherung muss ganzheitlicher und mehr aus Sicht der
kleinen und mittelständischen Unternehmen gedacht werden.
● Wir werden eine Fachkräfteoffensive für das Handwerk starten und die duale
Ausbildung stärken. Dazu gehört auch die Absicherung kleiner Fachklassen im
Handwerk. Zukünftige Handwerksmeisterinnen wollen wir besonders fördern. Wir
werden die Meisterausbildung mit einem „Meister-Bonus“ in Höhe von 3.000 Euro
fördern. Die bestehende Meistergründungsprämie werden wir noch attraktiver
gestalten.
● Die guten Ansatzpunkte der dualen Studien- und Berufsausbildungsgänge in
Kombination mit dem Erwerb des Meisterbriefes werden wir praxistauglich
weiterentwickeln.
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Ausrüstung und Kompetenz aufholen muss. Hohe Investitionskosten sind für rund drei
Viertel der Betriebe das größte Hemmnis. Mit Investitionsanreizen wollen wir diese
beseitigen.
● Immer mehr Unternehmen werden als Ausgründungen von Hochschulen geschaffen.
Nordrhein-Westfalen ist bei den Start-ups mittlerweile bundesweit vorne. Wir werden
Ausgründungen weiter fördern und die bestehenden guten Förderprogramme
erweitern.
● In Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche erfolgreiche Beispiele, wie rund um
Hochschulen Industrieproduktion mit neue Arbeitsplätze entstanden ist. Für die
Ausbildung der Fachkräfte ist es im Interesse der Unternehmen, entsprechende
Stiftungslehrstühle zu finanzieren. Wir ermuntern sie zu entsprechenden Initiativen
und werden sie dabei beraten.
Für einen gelingenden Strukturwandel
Die energieintensiven Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind Garant für Beschäftigung,
Wertschöpfung und soziale Sicherheit. Sie stehen angesichts des Klimawandels und den
aktuellen geopolitischen Herausforderungen unter Anpassungsdruck.
● Wir werden die Unternehmen dabei unterstützen, die erforderlichen Anpassungen zu
meistern. Wir werden dafür in Anlehnung an den Innovationsdialog Handwerk einen
strukturierten und kontinuierlichen Zukunftsdialog mit den Beteiligten führen.
● Für das Gelingen des Transformationsprozesses sind größere Anstrengungen als
bislang erforderlich. Wir erwarten vom Bund die Unterstützung von Unternehmen, die
ihre Produktion auf klimaneutrale Prozesse umstellen. Dies betrifft auch eine
Änderung des beihilferechtlichen Rahmens auf EU-Ebene.
● Der Strukturwandel im Rheinischen Revier hat begonnen. Damit er gelingt, ist es
entscheidend, dass bestehende Arbeitsplätze erhalten bleiben und zusätzliche
entstehen. Wir werden den intensiven Dialog mit der Region fortsetzen und unsere
Maßnahmen mit den Verantwortlichen abstimmen.
● Wir werden eine zukunfts- und angebotsorientierte Flächenentwicklung im
Rheinischen Revier u. a. in Poollösungen ermöglichen.
● Wir schaffen eine internationale Bau- und Technologieausstellung für das Rheinische
Revier, mit der dieses Zukunftsmodell international präsentiert werden kann.
● Die Schließung von Kohlekraftwerken stellt die Standortkommunen vor neue
Herausforderungen. Wir werden die Kommunen bei der Entwicklung von Projekten zur
Gewinnung von innovativen Arbeitsplätzen eng begleiten.
● Branchen, die erheblich zu Wohlstand und Beschäftigung in Nordrhein-Westfalen
beitragen, wie z. B. die Automobilzulieferindustrie, stehen vor erheblichen
Umbrüchen. Wir werden sie dabei weiterhin unterstützen, dass sie im globalen
Wettbewerb bestehen können.
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Unsere vielfältige Heimat, unsere Wälder, Flüsse und Seen, Felder, Wiesen und Berge, unsere
Kultur, sind lebenswert und immer eine Reise wert. Geschäftsreisen, Event- und
Veranstaltungsreisen, Städtereisen, Sport-, Gesundheits- und Aktivurlaub, Urlaub auf dem
Bauernhof dies alles zieht Jahr für Jahr Millionen Menschen nach Nordrhein-Westfalen.
● Wir wollen den Tourismus in unserem Land zum Spitzenreiter in Sachen Nachhaltigkeit
machen.
● Wir werden ein Gütesiegel „Nachhaltig NRW!“ einführen und ein entsprechendes
Förderprogramm schaffen.
● Wir werden eine einheitliche digitale Plattform für touristische Angebote schaffen und
eine Tourismus-App entwickeln.
● Wir werden Zertifizierungen für das "Reisen für alle" finanziell unterstützen.
2. Energie
Energie muss weiterhin sicher und bezahlbar für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie
Unternehmen sein. Heizen muss bezahlbar bleiben und Menschen müssen sich Mobilität in
Stadt und Land weiter leisten können. Die Energiekosten dürfen nicht zur neuen sozialen Frage
werden. Und die energieintensiven Industrien in Nordrhein-Westfalen mit ihren guten
Arbeitsplätzen müssen im globalen Wettbewerb bestehen können. Wir sehen den Bund in der
Pflicht, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Unternehmen bei den Energiepreisen
zu entlasten.
Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, müssen wir mittelfristig das gesamte
Energieversorgungssystem dekarbonisieren. Die Erneuerbaren Energien leisten einen
wesentlichen Beitrag für mehr Unabhängigkeit vom Import fossiler Energieträger. Mit Blick
auf die geopolitischen Entwicklungen ist dies zunehmend wichtiger.
Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien (Wind, Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft,
Biomasse und Geothermie) müssen wir in ganz Deutschland und Europa schneller werden.
Nordrhein-Westfalen kann nicht isoliert betrachtet werden. Die Energiewende wird nur dann
gelingen, wenn die Menschen mitmachen.
Das haben wir erreicht
● Wir haben eine Energieversorgungsstrategie vorgelegt. Sie hat das Ziel, bis zum Jahr
2030 die installierte Leistung der Windenergie zu verdoppeln und die der Photovoltaik
zu vervierfachen.
● Wir sind bereits Spitze bei der Energieproduktion durch Wind und Sonne: 2020 hat
Nordrhein-Westfalen erstmals Platz eins beim Ausbau der Windenergie an Land
erreicht, bei der Photovoltaik war es Platz zwei im Bundesländervergleich. Damit hat
das Land zum fünften Mal in Folge den Zubau des Vorjahres übertroffen.
● Um Akzeptanz für die Windenergie zu erhalten, haben wir Mindestabstände zu
Wohnbebauung festgeschrieben. Kommunen können diese auf Wunsch verkürzen.
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Bundesländer. Auf dem Weg bis zum kompletten Ausstieg schultert das Rheinische
Revier bis 2028 den deutschen Kohleausstieg im Alleingang.
● Der Tagebau Hambach wird rund ein Jahrzehnt früher stillgelegt als von der
Vorgängerregierung beschlossen. Der Hambacher Forst und umliegende Wälder
bleiben erhalten.
● Wir steigen aus der Verstromung von Steinkohle aus. Auch hier geht Nordrhein-
Westfalen in Deutschland voran.
● Wir haben die Landesförderprogramme für Energiewende und Klimaschutz
verfünfzehnfacht, auf 360 Millionen Euro im Jahr 2022.
● Wir haben Tempo beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft gemacht. Wir werden mit
zehn großen Leuchtturmprojekten Investitionen von mehr als 7 Milliarden Euro am
Standort Nordrhein-Westfalen auslösen.
Machen, worauf es ankommt
● Preisstabilität: Energie für alle Verbraucher sicher und bezahlbar halten
● Energieland Nummer 1 bleiben
● Klimaneutralität bis spätestens 2045
● Versorgungssicherheit: Energiequellen diversifizieren und damit unabhängiger werden
● Dekarbonisierung der Wirtschaft wirtschaftlich sinnvoll und sozial gerecht gestalten
● Erneuerbare Energien schneller ausbauen
● Wasserstoffland Nummer 1 werden
● Kohleausstieg bis zum Jahr 2030
● Weltmarktführer bei Klimaschutztechnologien werden
Für eine Entlastung der Verbraucher
Der Bund muss alle Maßnahmen ergreifen, damit Energie für die Verbraucher in Nordrhein-
Westfalen sicher und bezahlbar bleibt. Für uns gilt, dass die außenpolitisch richtigen
Entscheidungen nicht die Menschen bei uns treffen dürfen. Wir brauchen jetzt eine
Energiepreisbremse. Unabhängigkeit im außenpolitischen Handeln schafft man dadurch, dass
man innenpolitisch den Rücken frei hat.
● Wir fordern eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Heizkosten.
● Wir fordern eine Senkung der Stromsteuer.
● Wir fordern eine dauerhafte Erhöhung des Wohngeldes.
● Wir fordern eine Senkung der Energiesteuer (früher: Mineralölsteuer).
● Wir fordern eine Erhöhung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer.
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Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Stromsystem benötigen wir Gas als
Brückentechnologie.
● Wir wollen den Kohleausstieg bereits bis zum Jahr 2030 umsetzen. Voraussetzung
hierfür ist, dass der Bund die notwendigen Rahmenbedingungen für
Versorgungssicherheit und Preisstabilität schafft.
● Angesichts der geopolitischen Herausforderungen überarbeiten wir unsere
Energieversorgungsstrategie. Wir wollen so schnell wie möglich unabhängig werden
von Energieimporten aus Russland, z. B. durch mehr Importe von Flüssiggas (LNG).
● Wir setzen uns dafür ein, dass alle neuen Gaskraftwerke Wasserstoff-ready gebaut
werden, um Versorgungssicherheit und langfristig Klimaneutralität garantieren zu
können.
● Mit Blick auf den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien gilt es, die Speicher- und
Pufferkapazitäten der Gasnetze stärker in das Energieversorgungssystem einzubinden.
● Wir wollen Aus- und Umbaumaßnahmen in den Energienetzen beschleunigen und
unterstützen.
Für ein klimaneutrales und sicheres Stromsystem
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist eine wesentliche Grundlage für die Energiewende
in allen Bereichen. Wir wollen vermeiden, dass einzelne Regionen übermäßig beansprucht
werden.
● Wir werden den Ausbau der Windenergie weiterhin beschleunigen. Es sollen im Sinne
von Repowering die modernsten und leistungsfähigsten Windenergieanlagen errichtet
werden, vorhandene Flächen sollen möglichst effizient genutzt werden.
● Für mehr Tempo werden wir eine Änderung des Landesplanungsrechts prüfen.
● Immissionsschutz, Landschaftsschutz, Artenschutz, Wasserschutz, Umweltschutz und
andere Schutzgüter müssen in ein neues Verhältnis gebracht werden.
● Um den Ausbau zu beschleunigen, ist Akzeptanz der Anwohnerinnen und Anwohner
nötig. Wir werden Konzepte zur finanziellen Beteiligung fördern und wollen die
Rahmenbedingungen dafür verbessern. Wo Anwohnerinnen und Anwohner
unmittelbar von der Windenergie profitieren, ist die Akzeptanz hoch.
● Um den Ausbau von PV-Anlagen im Wohnungsbau zu beschleunigen, werden wir eine
Initiative ergreifen, Eigentümer steuerlich und von bürokratischem Aufwand zu
entlasten. Bis zu einer Bagatellgrenze von 30 KW installierter Leistung müssen
Eigentümer von PV-Anlagen vom Bund von sämtlichen Steuern auf die Erträge der
Anlagen befreit werden. Wir werden Bauherren von PV-Anlagen im
Verwaltungsdschungel durch die Einrichtung einer One-Stop-Agency des Landes
unterstützen.
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durch Agri-, Biodiversitäts- und Floating-Photovoltaik unterstützen, um das
Investitionsrisiko zu reduzieren.
Für Klimaschutz durch moderne Technik
Wir wollen, dass Nordrhein-Westfalen zum Vorbildland für ein innovatives Energiesystem
wird. Auf dem Weg zum klimaneutralen Energiesystem wollen wir die Digitalisierung noch
effektiver dazu nutzen, das volatile Erzeugungs- und Verbrauchsverhalten aufeinander
abzustimmen.
● Mit der Carbon Management Strategie NRW leisten wir einen wichtigen Beitrag für
den Klimaschutz. Wir werden weiterhin verstärkt Forschung und Entwicklung in den
Bereichen CO2-Abscheidung und -Nutzung oder -Speicherung fördern.
Für Wasserstoff als Treibstoff einer klimaneutralen Industrie
Damit Nordrhein-Westfalen klimaneutrales Industrieland wird, brauchen unsere
Unternehmen Wasserstoff. Er kann in der Stromerzeugung und bei der Wärmeversorgung
fossile Kraftstoffe ersetzen. Bevor grüner Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung
steht, brauchen wir in einer Übergangsphase blauen und türkisen Wasserstoff.
● Nordrhein-Westfalen bietet beste Voraussetzungen, um Vorreiter beim Wasserstoff zu
werden. Wir werden die Produktionsleistung von Wasserstoff bis 2030 auf mindestens
drei Gigawatt Elektrolyseleistung steigern. Das entspricht der Leistung von zwei bis
drei Kernkraftwerken.
● In vielen Regionen gibt es bereits ein Überangebot an Strom aus Erneuerbaren
Energien. Diese sollen für die Produktion von Wasserstoff genutzt werden.
● Wir wollen nicht mehr benötigte Gasleitungen für Wasserstoff umrüsten. Bis 2030
sollen mindestens 240 Kilometer umgerüstet und ertüchtigt werden.
● Energieintensiven Industrien werden wir beim Umstieg auf Wasserstoff helfen.
Klimaschutzverträge, sogenannte Carbon Contracts for Difference, sind dafür ein
geeignetes Instrument. Wir setzen uns dafür ein, dass sie passgenau für unseren
industriellen Mittelstand entwickelt werden und der gesamten Industrie offenstehen.
3. Mobilität
Die Möglichkeit, zuverlässig und flexibel mobil zu sein, bestimmt wesentlich die
Lebensqualität der Menschen und ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Dabei
darf es keine Rolle spielen, ob man in Ballungsräumen oder auf dem Land lebt.
Als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe muss Mobilität bezahlbar sein. Ihre Kosten
dürfen nicht zur sozialen Frage werden. Und: Mobilität muss nachhaltig sein.
Zur Erreichung der Klimaziele muss der Verkehrssektor seine Emissionen bis 2030 halbieren.
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● Wir haben eine ÖPNV-Offensive mit einem Volumen von vier Milliarden Euro für
Reaktivierungen, Elektrifizierung, mehr Züge, weniger Verspätungen, mehr
Schnellbusverbindungen und On-Demand-Angeboten auf den Weg gebracht.
● Mit der App Mobil.NRW ist erstmals grenzenlose ÖPNV-Nutzung durchs ganze Land
und über Verbundgrenzen hinweg möglich, mit eezy.nrw per e-Tarif nutzbar. Einfach
einchecken und nach zurückgelegter Strecke (Luftlinie) bezahlen.
● Wir geben Rekordsummen für den Aus- und Neubau von Radwegen aus. Seit 2017
haben wir die Mittel hierfür auf jährlich rund 100 Millionen Euro verdreifacht und so
rund 600 km neue Radwege gebaut, das entspricht der Strecke Köln/Berlin. Wir sind
das erste und das einzige Flächenland mit einem eigenen Fahrrad- und
Nahmobilitätsgesetz.
● Wir verbessern die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern: Wir haben die Vision
Zero (Ziel: möglichst keine Verkehrstoten) zur gesetzlichen Verpflichtung gemacht. In
den nächsten fünf Jahren sollen alle rund 600 landeseigenen Nutzfahrzeuge ab 3,5
Tonnen und Busse mit Abbiegeassistenten ausgerüstet werden.
● Wir stellen für die Mobilität der Zukunft allein in diesem Jahr 40 Millionen Euro bereit.
Wir sind Vorreiter des automatisierten Fahrens, auf der Straße, auf der Schiene, im
Wasser und künftig auch in der Luft.
● Wir haben den Investitionsstau der Vorgängerregierung mit einem Planungs-,
Genehmigungs- und Bauhochlauf aufgelöst. Dafür haben wir mehr Ingenieure
eingestellt und Rekordsummen für Planung ausgegeben. Die Investitionen in den
Erhalt unserer Straßen und den Bau von Ortsumgehungen haben wir fast verdoppelt.
Und wir konnten rund 600 Millionen Euro Bundesmittel für Bundesfernstraßen nach
Nordrhein-Westfalen holen, die andere Bundesländer liegengelassen haben.
● Mit konsequentem Bauzeiten-Controlling, Einführung von Fristen, Bonus- und Malus-
Regelungen, neuen Ausschreibungsverfahren und mehr 24/7-Baustellen haben wir die
Bauzeiten in der Summe insgesamt um mehr als acht Jahre verkürzt. Wir haben ein
Zehn-Punkte-Programm für die Beschleunigung von Planung, Genehmigung und Bau
insbesondere für den Ersatzneubau von Autobahnbrücken vorgelegt.
● Von der Vorgängerregierung wurde E-Mobilität mit genau null Euro gefördert, wir
haben über 200 Millionen Euro in die Hand genommen. Wir haben seit 2017 rund
9.800 öffentlich zugängliche und 64.000 private und betriebliche E-Ladestationen
gefördert.
Machen, worauf es ankommt
● Ausbau des ÖPNV mit einer Schienen- oder Schnellbusanbindung für jede Kommune
ab 20.000 Einwohnern
● Ziel: Grundtakt von 15 Minuten auf allen Strecken in Nordrhein-Westfalen im SPNV
● 100-km-Seniorenticket für den ÖPNV für 30 Euro pro Monat
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Angeboten
● Eine einzige App zur Planung, Buchung und Bezahlung von Reisen
● Mehr Güter auf die Schiene
● Fahrradland Nummer 1 bleiben
● E-Mobilitätsland Nummer 1 werden
● Technologieoffene Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben und
innovativen Mobilitätsangeboten
● Investitionen in den Erhalt unserer Straßen, Tunnel und Brücken weiter auf
Rekordniveau
● Vollgas bei Planung, Genehmigung und Bau
Für einen attraktiven Öffentlichen Nahverkehr
Wir wollen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu einer echten Alternative
ausbauen. Unser ÖPNV soll einfacher zugänglich, leistungsstärker, flexibler, barrierefreier,
innovativer und klima- und umweltfreundlicher werden.
● Mit unserer Zielnetzkonzeption für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) wird
perspektivisch jede Kommune ab 20.000 Einwohnern eine Schienen- oder
Schnellbusanbindung bekommen. Mit mehr Direktverbindungen auf nachfragestarken
Strecken müssen Pendler künftig weniger umsteigen. Mit einem Grundtakt von 15
Minuten auf allen Strecken und einer Ausweitung des Angebots an den sogenannten
Tagesrandzeiten machen wir Pendler unabhängiger vom Fahrplan.
● Wir setzen außerdem auf einen massiven und flächendeckenden Ausbau des Bus- und
On-Demand-Angebots. Dazu werden wir im Gesetz über den öffentlichen
Personennahverkehr ein neues Finanzierungsinstrument schaffen: Kommunen, die
vom Land vorgegebene Mindeststandards bei Busverkehren oder On-Demand-
Angeboten erfüllen, werden zusätzliches Geld erhalten.
● Zur Erschließung der letzten Meile müssen im ÖPNV-Angebot künftig flächendeckend
Sharing-Angebote enthalten sein. Bislang untersagt der Bund die Finanzierung solcher
Angebote aus Mitteln des ÖPNV. Wir werden uns beim Bund dafür einsetzen, dass
Sharing-Angebote künftig aus Mitteln für den ÖPNV finanziert werden können.
● Zur besseren Vernetzung von ÖPNV, Fahrrad, Car-Sharing und anderen Angeboten
richten wir weitere 1.000 Mobilstationen ein. So wird der Umstieg einfacher und
bequemer.
● Wir vernetzen Mobilität digital: Unser e-Tarif „eezy.nrw“, mit dem die Menschen
neben einem Grundpreis die zurückgelegte Strecke nach Luftlinie von Haltestelle zu
Haltestelle bezahlen, hat Maßstäbe gesetzt. Als Nächstes setzen wir die
verkehrsträgerübergreifende Planung, Buchung und Bezahlung von Reisen in einer
App um. Denn für einen individuellen ÖPNV im ganzen Land müssen alle Angebote (on-
demand, car-sharing, bike-sharing u.v.m.) nahtlos ineinandergreifen.
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machen, bieten wir ihnen innerhalb der eezy-App ein 100-km-Ticket im Abo für 30 Euro
pro Monat an.
● Da Mobilität nicht an der Landesgrenze endet, werden wir grenzüberschreitendes
Ticketing im ÖPNV (wie das easyConnect-Projekt zwischen der Region Aachen und den
Niederlanden) entwickeln.
● Wir wollen im Dialog mit den Verkehrsverbünden, den Industrie- und
Handelskammern und den Kreishandwerkerschaften einen Weg finden, Jobtickets
auch KMU zu ermöglichen.
Für einen sicheren und attraktiven Fuß- und Radverkehr
Das Fahrradwegenetz muss so attraktiv werden, dass sich künftig die Menschen in unserem
Land dazu entscheiden, 25 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen.
● Wichtig ist uns insbesondere die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern. Unser Ziel
ist und bleibt die Vision Zero wir werden die Verkehrssicherheit weiter fördern mit
dem Ziel, dass niemand mehr im Straßenverkehr zu Schaden kommt.
● Das neue Radwegekataster werden wir nutzen, um vorhandene Lücken im Netz weiter
zügig zu schließen. So schaffen wir ein großes zusammenhängendes Radwegenetz in
unserem großen Flächenland.
● In den kommenden fünf Jahren wollen wir mindestens 1.000 Kilometer neue Radwege
bauen. Wir denken Radwege bei jedem Straßenbauprojekt mit das Gleiche gilt für
Fußwege.
● Wir werden die Kommunen bei der Organisation und der Finanzierung des
Radwegeausbaus unterstützen. Das gilt auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für
E-Bikes und Pedelecs.
Für die Mobilität von morgen
Nordrhein-Westfalen ist die Heimat der Mobilität 4.0. Mit mehreren Testfeldern, zahlreichen
Modellvorhaben und Forschungseinrichtungen auf Weltniveau bestehen in Nordrhein-
Westfalen hervorragende Voraussetzungen für die Entwicklung und Einführung von
automatisierten und vernetzten Systemen auf der Schiene, der Straße und in der Schifffahrt.
Wir werden die Chancen automatisierter und vernetzt fahrender Systeme zur Steigerung der
Verkehrssicherheit, der Flexibilität und der Wirtschaftlichkeit nutzen.
● Wir werden künstliche Intelligenz im Mobilitätssektor einsetzen, um den Verkehr
besser fließen zu lassen und einen größeren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
● Wir wollen weitere Bundeseinrichtungen zur Förderung der Neuen Mobilität nach
Nordrhein-Westfalen holen.
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Der erfolgreiche Industrie- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen benötigt ein
belastbares und flexibles Logistiknetz. Wir arbeiten mit dem Bund an einer Verlagerung von
mehr Güterverkehr auf Schiene und Wasserstraße.
● Wir investieren weiter in Forschung und Entwicklung, wie etwa von autonom
fahrenden Binnenschiffen und klimaschonenden Antrieben.
● Wir werden die 2018 wieder eingeführte Förderung von sogenannten
Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) weiter ausweiten. Damit schließen wir
„die letzte Meile“ zwischen den vielen Gewerbe-, Industrie- und Logistikstandorten
und dem Streckennetz der Deutschen Bahn.
● Gemeinsam mit der Deutschen Bahn treiben wir den Ausbau, die Elektrifizierung und
die Digitalisierung des Schienensystems sowie die Modernisierung von
Güterbahnhöfen voran, um mehr Güterzüge auf die Strecken zu bekommen. Wir
werden eine Güterverkehrsumfahrung des Knoten Köln über das bestehende und
nach Aufgabe der Tagebaue nicht mehr benötigte RWE-Netz realisieren. In Hamm
werden wir mit dem Multihub (Logistikdrehkreuz) die Verladekapazitäten massiv
ausbauen.
● Um die Kapazität von Containerschiffen zu erweitern, müssen die Brücken im
Kanalnetz des Bundes angehoben werden. Wir werden die Kompetenz von
Straßen.NRW nutzen, um für den Bund die Anhebung der Brücken zu planen und
umzusetzen.
Für eine bessere, sichere und saubere Mobilität
Menschen und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen brauchen eine zuverlässige
Straßeninfrastruktur. Straßen, Brücken und Tunnel in gutem Zustand sind eine Grundlage für
wirtschaftliches Wachstum und Mobilität für alle.
● Wir investieren weiter in die landeseigenen Straßen auf Rekordniveau.
● Weniger Verkehr im Ort bedeutet saubere Luft durch weniger Schadstoffe, mehr
Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer, weniger Verkehrslärm und mehr
Aufenthalts- und Lebensqualität im Ort. Nach der Devise „Verkehr raus
Lebensqualität rein“ investieren wir weiter in den Neu- und Ausbau von
Ortsumgehungen. Für mehr Sicherheit auf den Straßen werden wir die Zahl der Lkw-
Parkplätze ausbauen und ihre Auslastung entlang der Bundesfernstraßen mit einem
mehrsprachigen App-gestützten Parkleitsystem koordinieren. Damit werden wir nicht
nur die Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern verbessern und sie bei der Planbarkeit
ihrer Ruhezeiten unterstützen, sondern die Sicherheit anderer
Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer steigern.
● E-Fuels sind ein wichtiger Beitrag für einen klimaneutralen Pkw-Bestand. Wir wollen
daher die Produktion synthetischer Kraftstoffe fördern. Das hilft auch Flugzeugen,
Schiffen und Lkw klimaneutral zu werden.
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Wir werden den Planungs-, Genehmigungs- und Bauhochlauf der letzten Jahre fortführen.
Diesen Kurs werden wir konsequent fortsetzen.
● Planung, Genehmigung und Bau müssen noch schneller, digitaler und innovativer
werden. Wir setzen dazu weiter auf die konsequente Digitalisierung von Planung und
Genehmigung.
● Wir fordern vom Bund die schnellstmögliche Erneuerung der Brücken über
Autobahnen und Bundesstraßen in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehört die Umsetzung
unseres Zehn-Punkte-Programms zur Beschleunigung, die Forderung nach einem 300-
Millionen-Euro-Sonderfonds und einer eigenen Planungseinheit für die
Brückenplanung in Nordrhein-Westfalen.
● Wir brauchen noch mehr hochqualifizierte Planerinnen und Planer. Hierfür starten wir
gemeinsam mit den Hochschulen und der Planungs- und Bauwirtschaft eine
Studienoffensive.
Für sauberen und leisen Verkehr
Elektromotoren sind der Antrieb der Zukunft. Damit der Umstieg gelingt, ist eine attraktive
und flächendeckende Ladeinfrastruktur erforderlich. Dies wollen wir für alle Menschen
ermöglichen unabhängig davon, ob sie im Eigenheim oder zur Miete, in der Stadt oder auf
dem Land wohnen.
● Wir werden unsere Förderung für E-Ladestationen ausbauen. Nur so kann E-Mobilität
für jeden im Alltag funktionieren.
● Wir fordern vom Bund verlässliche Rahmenbedingungen für den zügigen Ausbau der
Ladeinfrastruktur.
● Wir werden die Forschung und Entwicklung von weiteren alternativen Antrieben der
verschiedenen Verkehrsträger wie eFuels und Brennstoffzellen technologieoffen
fördern.
Für zukunftsfähige Flughäfen
Welche Folgen die Pandemie, der demografische Wandel und das gewachsene
Klimabewusstsein auf das Flugverhalten haben werden, bleibt abzuwarten. Dementsprechend
werden wir auf der Basis des vom Bund angekündigten Luftfahrtkonzepts 2030+ Schlüsse für
den Flugverkehr in Nordrhein-Westfalen ziehen. Dabei berücksichtigen wir den Klimaschutz
und die Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner hinsichtlich des Lärmschutzes.
Am Konzept der dezentralen Flughafeninfrastruktur wollen wir festhalten. In die
Nutzungskonzepte werden wir die neuen Entwicklungen wie Flugtaxen und Elektroflugzeuge
einbeziehen. Der Aufbau des U-Space-Lab für die Nutzung von Drohnen im Raum
Aachen/Mönchengladbach ist ein Musterbeispiel für die Erprobung neuer Technologien und
Anwendungen.
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Wir haben nur diese eine Welt. Diese gilt es zu bewahren. Wir nutzen und schützen sie
zugleich.
Wir setzen auf zukunftsweisende Technologien zum Schutz des Klimas, der Natur und der
Umwelt. Wir machen Klimaschutz zum weiteren Jobmotor in Nordrhein-Westfalen für gute
Arbeitsplätze und soziale Sicherheit.
Wir machen Nordrhein-Westfalen noch nachhaltiger.
Das haben wir erreicht
● Nordrhein-Westfalen hat seit 2021 das ambitionierteste Klimaschutzgesetz aller
Bundesländer.
● Wir haben das bundesweit erste Klimaanpassungsgesetz beschlossen. Alle staatlichen
Einrichtungen müssen bei ihren Entscheidungen Klimafolgen und -anpassung
beachten.
● Wir haben in den zurückliegenden fünf Jahren mehr für den Umweltschutz getan als
jede Landesregierung vor uns.
● Seit 2020 werden in ganz Nordrhein-Westfalen alle Luftqualitätsgrenzwerte
eingehalten.
● Wir haben das Landeswassergesetz novelliert, damit die Trinkwasserversorgung
immer Vorrang hat.
● Wir stellen dieses Jahr 72 Millionen Euro für die Wald-, Forst- und Holzwirtschaft
bereit. Seit 2020 sind es damit rund 175 Millionen Euro.
● Bis Ende des Jahrzehnts werden wir über 100 Millionen Euro bereitstellen, um die
Wälder von Schadholz zu befreien und wieder aufforsten zu können.
Machen, worauf es ankommt
● Klimaneutralität bis spätestens 2045
● Kritische Infrastruktur vor den Folgen des Klimawandels schützen
● Wasserressourcen schützen
● Umweltschutzprojekte mit Umweltschecks fördern
● Baumprämie für jedermann
● Wälder schützen und wieder aufforsten
Für ein starkes Krisenmanagement
Wir werden dafür sorgen, dass unser Land auf mögliche Unwetterereignisse besser
vorbereitet ist. Die kritische Infrastruktur muss auch bei Extremwetterlagen voll einsatzfähig
sein.
Das Grundwasser ist unsere wichtigste Trinkwasserressource. Es bedarf eines klugen
Wassermanagements und innovativer Verfahren. Deshalb gründen wir ein Landeszentrum
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Zukunftsaufgaben bearbeiten: die (Wasser-) Konzeption für langanhaltende Phasen von
Trockenheit oder Wasserknappheit auf der einen Seite und Hochwasserschutz und extreme
Starkregenereignisse auf der anderen Seite. Das Landeszentrum Wasser wird zudem die
zentrale hydrologische Informations- und Warnaufgabe innerhalb der Landesregierung
wahrnehmen.
Für Natur in urbanen Räumen
Nordrhein-Westfalen ist geprägt von großen Ballungszentren und starken ländlichen Räumen.
Wir bewahren die Artenvielfalt im ganzen Land. Die urbanen Räume müssen einen höheren
Beitrag zu Natur-, Umwelt- und Klimaschutz leisten.
● Wir wollen analog zu den Heimatschecks Umweltschecks vergeben, um unsere
Städte noch grüner zu machen. Mit 2.000 Euro pro Projekt können Vereine und
Gruppierungen individuelle, kreative Umwelt- und Naturschutzvorhaben wie „Tiny
Forests“ oder Insektenhotels umsetzen.
● Wir geben Anreize für mehr Dach- und Fassadenbegrünung, grüne Vorgärten sowie
öffentliches Grün und Straßenbegleitgrün. Damit leisten wir einen Beitrag, die
Aufheizung der Städte zu verringern und bieten Flora und Fauna ausreichenden
Lebensraum.
Für gesunde und klimastabile Wälder
Gesunde Wälder sind uns ein Herzensanliegen. Sie übernehmen eine wichtige Rolle in
unserem Ökosystem. Nachhaltig bewirtschaftet zeichnen sie sich durch eine vielfältige Flora
und Fauna aus und binden in großem Maße CO2. Gleichzeitig sind sie wichtiger Holzlieferant
für die holzverarbeitende Industrie mit ihren vielen tausend Arbeitsplätzen. Von Bäumen, die
heute gepflanzt werden, profitieren unsere Kinder und Enkelkinder. Wir benötigen
klimastabilere Wälder.
● Wir werden als neues Förderinstrument eine Baumprämie für Waldbauern einführen,
die sich nach der CO2-Leistung je Hektar Wald richtet.
● Grüne Infrastruktur fördert die Artenvielfalt, kühlt und reinigt die Luft gerade in
städtischen Räumen und entlastet die Kanalisation bei Starkregen. Daher werden wir
nach dem Vorbild der sehr erfolgreichen Heimat-Schecks ein Baum-Scheck-Programm
mit einem Volumen von 50 Millionen Euro schaffen. Damit sollen mehr als eine Million
Bäume in den Städten und Gemeinden neu gepflanzt werden.
● In unserem dicht besiedelten Bundesland sind Alleen besonders wertvolle grüne
Adern. Wir werden vorhandene schützen, ältere instandsetzen und den Bestand
ausbauen.
● Für mehr klimaresistente Wälder werden wir das Waldbau- und das
Wiederaufforstungskonzept des Landes aktualisieren.
● Wenn das Schadholz abtransportiert ist, wollen wir dafür sorgen, dass die Waldwege
wieder in Stand gesetzt.
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Vielfalt. Wir werden eine Strategie erarbeiten, um die von invasiven Arten
ausgehenden Gefahren zu begrenzen.
● Vor dem Hintergrund der schnell wachsenden Wolfspopulation tragen wir eine
besondere Verantwortung, die Grundlagen für eine zukunftsfähige Weidetierhaltung
zu sichern und gleichzeitig unseren Verpflichtungen aus der FFH-Richtlinie
nachzukommen. Wir wollen deshalb in Deutschland wie in anderen Ländern schon
geschehen ein aktives Wolfsmanagement ermöglichen, das die Zukunft der
Weidetierhaltung und zugleich die Akzeptanz für die Wiederkehr des Wolfes auch in
Nordrhein-Westfalen sichert. Wir setzen uns dafür ein, den Schutzstatuts des Wolfes
mit Blick auf seine tatsächliche Verbreitung zu verändern.
Für einen schonenden Umgang mit der Umwelt
Wir wollen das Bewusstsein für den Umweltschutz in unserem Alltag stärken. Umweltbildung
trägt dazu bei.
● Wir stärken die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und werden weiterhin die
außerschulischen Lernorte und Umweltbildungseinrichtungen (BNE-Zentren)
angemessen fördern.
● Wir werden das Rohstoff-Recycling weiter unterstützen und bereits erfolgreiche
Projekte fortführen. Ein effizienter und nachhaltiger Umgang mit vorhandenen
Ressourcen muss Kern der Kreislaufwirtschaft sein.
● Wir setzen uns für einen geregelten Rohstoffabbau ein. Denn Rohstoffe sind endlich.
Daher wollen wir eine ganzheitliche Rohstoffstrategie umsetzen, die Mensch, Umwelt
und Landwirtschaft schützt, Planungssicherheit für die Industrie herstellt,
Flächenverbrauche reduziert und Alternativen fördert.
● Wir wollen bestehende Rohstofflagerstätten maximal ausschöpfen, um weniger Fläche
zu verbrauchen. Dafür werden wir das Abgrabungsmonitoring verbessern. Wir wollen
vermeiden, dass einzelne Regionen übermäßig beansprucht werden. Daher wollen wir
die Bedarfsermittlung speziell für die Rohstoffe Sand und Kies überdenken und auf
wissenschaftlicher Basis neu festlegen.
● Wir wollen den Ausbau innovativer Re- und Upcycling-Verfahren für
Sekundärrohstoffe fördern. Wir werden prüfen, ob ihre Verwendung bei
Vergabeverfahren einen Wertungsvorteil mit sich bringen sollte.
Für Artenschutz in Verantwortung
Wir verstehen Artenschutz und Biodiversität als Ergebnis unserer Verantwortung für eine
intakte Umwelt. Wir wollen prüfen, ob ein so verstandener Artenschutz der Befriedigung von
Konflikten dienen und als verbindliches Landesziel verankert werden kann.
Für starke Partner beim Naturschutz
Wir schätzen das hohe Engagement unserer Jägerschaft für ihre Hege- und Pflegeleistungen
und sehen Jägerinnen und Jäger als wichtige Partner des Naturschutzes.
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wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend weiterentwickelt wurde. Die Jägerschaft hat
Planungssicherheit und wird nicht mehr gegängelt. Unser Ziel ist die weitere Stärkung der
Eigenverantwortung der Jägerinnen und Jäger sowie weniger Bürokratie.
● Nur gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern werden wir eine erfolgreiche
Wiederbewaldung der Kalamitätsflächen erreichen. Hierbei folgen wir dem Grundsatz
von Wald und Wild.
● Wir begrüßen den qualitativ hochwertigen Umweltbildungsauftrag, den die
Jägerschaft wahrnimmt. Hier sehen wir einen wichtigen Beitrag um die
gesellschaftliche Debatte um die Jagd in Nordrhein-Westfalen weiter zu versachlichen.
● Bei der Bekämpfung der vorrückenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) brauchen wir
die Erfahrung der Jägerinnen und Jäger und angepasste Schwarzwildbestände.
● Wir werden landeseinheitliche und unbürokratische Wege entwickeln, die
Jagdscheinerteilung zu vereinfachen. Hierbei wird die Digitalisierung ein wichtiger
Baustein sein, bei dem wir auf Barrierefreiheit achten werden.
Neben der Jagd gehört die Fischerei ebenfalls zu Nordrhein-Westfalen. Beide stehen für eine
Förderung der heimischen Artenvielfalt.
● Wir werden die Kormoranverordnung evaluieren und wenn nötig weiter
konkretisieren.
● Eine nachhaltige und umweltverträgliche Erzeugung mit hohen Tierwohlstandards
sehen wir als ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Aquakultur.
5. Landwirtschaft
Die Land- und Forstwirtschaft versorgt die Menschen mit gesunden, qualitativ hochwertigen
und bezahlbaren Lebensmitteln. Regionale Produktion verkürzt Transportwege und leistet
damit einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Landwirtschaft pflegt und schützt zudem die Natur
und bewahrt die historisch gewachsene Kulturlandschaft unseres Landes. Sie leistet einen
erheblichen Beitrag zur alternativen Energiegewinnung. All diese Leistungen sind
unverzichtbar und müssen sich lohnen.
Die Landwirtschaft befindet sich mitten in einem Transformationsprozess. Wir geben den
Landwirtinnen und Landwirten in diesem Planungs- und Investitionssicherheit. Strukturbrüche
wollen wir vermeiden.
Das haben wir erreicht
● Wir haben die Düngeverordnung praxisnah und wissenschaftlich basiert umgesetzt.
● Wir haben die Nutztierhaltung der Zukunft auf den Weg gebracht, den Tierschutz
gestärkt und das Tierwohl verbessert.
● Wir haben neue Züchtungsmethoden in den Fokus gerückt und den Weg für umwelt-
und ressourcenschonenderes Precision Farming frei gemacht.
● Die landwirtschaftlichen Betriebe profitieren von Agrarumweltmaßnahmen.
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● Wir haben die Gründung einer gemeinnützigen Landgesellschaft beschlossen. Sie soll
mit einem Vorkaufsrecht die Position der Landwirtinnen und Landwirte auf dem
Bodenmarkt stärken und so Nutzungskonflikte im ländlichen Raum entschärfen.
Machen, worauf es ankommt
● Nachhaltige Zukunft für eine ernährungssichernde Landwirtschaft in Nordrhein-
Westfalen
● Wandel mit den Landwirtinnen und Landwirten gestalten, Planungs- und
Investitionssicherheit schaffen
● Qualitativ hochwertige und bezahlbare Lebensmittel regional in Nordrhein-Westfalen
mit hohen Tier- und Umweltschutzvorgaben produzieren
● Europäische Wettbewerbsverzerrung verhindern
● Mit Naturschutzleistungen Geld verdienen können
● Flächenverbrauch weiter reduzieren
Für eine innovative und wettbewerbsfähige Landwirtschaft
Landwirtinnen und Landwirte brauchen ein angemessenes Einkommen, damit sich
Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen weiterhin lohnt. Dafür brauchen wir einen fairen
Wettbewerb und eine funktionierende europäische Agrarpolitik (GAP). Um eine
Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU zu verhindern, ist eine 1:1-Umsetzung der
Vorgaben der GAP notwendig.
Wir fördern die Landwirtschaft als modernen Wirtschaftszweig mit Fokus auf Klimaschutz und
setzen weiterhin auf Begleitung, Kooperation und Unterstützung.
● Wir wollen die doppelte Grunderwerbssteuer beim Flächenkauf für Landwirte
abschaffen.
● Wir werden die Antrags- und Dokumentationslasten für Landwirte weiter reduzieren.
● Zusätzliche Ökosystemleistungen, die gesellschaftlich gefordert werden, müssen
angemessen finanziell ausgeglichen werden.
● Es darf keinen Eingriff ohne Ausgleich geben. Deshalb fordern wir vom Bund die bereits
zugesagten Mittel für den Erschwernisausgleich für Landwirtschaft im
Naturschutzgebiet ein.
● Humus speichert CO2. Daher wollen wir praxistaugliche und nachprüfbare Verfahren
der CO2-Bindung und des Carbon Farming entwickeln und entsprechende
Fördermöglichkeiten schaffen.
● Wir setzen auf Kooperation und Anreize für freiwillige Leistungen im Bereich der
Agrarumweltmaßnahmen. Diese müssen in der neuen Förderperiode der
gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden.
● Wir setzen uns dafür ein, dass die Zahlungen aus der ersten Säule weiterhin
einkommensstützende Grundprämien enthalten.
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Landwirtschaft nutzen. Neue Züchtungsmethoden können Pflanzen
widerstandsfähiger machen und sind so ein Beitrag für mehr Umwelt- und mehr
Klimaschutz. Zudem sind sie ein Beitrag zur Ernährungssicherung und Biodiversität.
● Wir stärken Landwirtinnen und Landwirte als moderne Unternehmerinnen und
Unternehmer dabei, neue Geschäftsfelder zu erschließen und Synergien zu nutzen.
● Wir sorgen für den schnellen flächendeckenden Breitbandausbau mit Kapazitäten von
4G und höher.
Für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs
Wir setzen uns für minimalen Flächenverbrauch ein. Notwendige Ausgleichsmaßnahmen
sollten nicht zu einem weiteren Verlust hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen führen.
● Wir wollen den Flächenverbrauch weiter reduzieren.
● Im Zuge der naturschutzfachlichen Kompensation für neue Baumaßnahmen wollen wir
der Entsiegelung bebauter Flächen die höchste ökologische Wertigkeit verleihen.
Dafür werden wir den Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV)
weiter angemessen ausstatten.
● Wir wollen produktionsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen stärken. Unser Ziel bleibt
eine Bundesregelung, wonach die Kompensation über Ersatzgeldzahlungen und
Ökokonten statt über Ausgleichsflächen bevorzugt wird. Der Vertragsnaturschutz
sollte zu einem klugen Werkzeug in Sachen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die
Landwirte werden.
Für mehr Tierwohl
Tierwohl muss im Fokus von Tierhaltung stehen. Wir werden diesen Prozess weiter
beschleunigen und dabei die Folgen für die landwirtschaftlichen Betriebe beachten.
● Mehr Tierwohl führt zu höheren Kosten. Die Mehrkosten müssen für die Erzeuger
durch eine Kombination aus staatlich abgesicherter Investitionsförderung und einem
Ausgleich für die Erzeugung mit höheren Tierwohlstandards abgegolten werden. Und:
Die Mehrkosten sollen moderat auf die Verbraucherpreise umgelegt werden.
● Um Planungsprozesse für mehr Tierwohl zu beschleunigen, werden wir die Regelungen
im Umwelt-, Immissions-, Bau- und Planungsrecht anpassen und aufeinander
abstimmen.
● Für Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der gesamten Herstellungskette setzen wir
uns für eine verbindliche und aussagekräftige europaweite Herkunfts- und
Haltungskennzeichnung ein. Vermarktungsanreize sollen dadurch unterstützt werden.
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Unser Leitbild beim Verbraucherschutz sind verantwortlich handelnde und mündige
Verbraucherinnen und Verbraucher. Entscheidend sind Transparenz und die Verfügbarkeit
von Informationen.
Das haben wir erreicht
● Wir haben den Verbraucherschutz finanziell besser ausgestattet.
● Mit der Flugärger-App, die schnelle, einfache und digitale Hilfe rund um die
Verbraucherrechte bei Flugausfall und -verspätungen leistet, haben wir bundesweit
eine Vorreiterrolle eingenommen.
● Wir haben der Schlichtungsstelle Nahverkehr mehr Planungssicherheit gegeben.
Machen, worauf es ankommt
● Flächendeckende Beratungsstellen und -angebote schaffen
● Volle Transparenz bei der Herstellung von Lebensmitteln innerhalb der gesamten
Produktionskette
Für aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher
● Wir werden die Verbraucherzentralen weiterhin unterstützen. Wir werden Lücken im
Beratungsstellennetz schließen und in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt ein
entsprechendes Angebot finanzieren. Ein Schwerpunkt soll dabei auf dem Ausbau der
digitalen Beratung liegen, die bisherige Angebote ergänzen kann.
● Wir werden die bestehenden Angebote der Energieberatung der
Verbraucherzentralen ausbauen.
● Wir wollen die Verbraucherinnen und Verbraucher für Gefahren wie „Fake Shops“ und
Produktfälschungen sensibilisieren. Dies gilt gleichermaßen für die Datensicherheit.
● Das existierende Bildungsangebot „SmartSurfer“ macht die Generation Ü50 fit für die
digitale Verbraucherwelt. Dies werden wir forcieren.
● Immer mehr elektronische (Kinder-) Spielzeuge sind mit dem Internet verbunden und
können so sensible Daten direkt aus den Kinderzimmern übertragen. Wir setzen uns
auf Bundesebene dafür ein, dass diese Produkte so programmiert werden, dass eine
Verknüpfung/Übertragung nur nach ausdrücklicher Zustimmung der
Erziehungsberechtigten möglich ist.
● Wir wollen volle Transparenz in der Lebensmittelproduktion. Verbraucherinnen und
Verbraucher sollen alle entsprechenden Informationen der gesamten
Produktionskette bei verarbeiteten Produkten erhalten, bspw. über einen QR-Code.
● Wir setzen uns für die weitere Aufklärung ein, dass Nahrungsmittel, solange sie
erkennbar nicht verdorben sind, über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus sicher
verzehrt werden können.
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wir die Zusammenlegung der fünf Lebensmittelüberwachungsämter. Damit wollen wir
unter Beibehaltung der Standorte Synergieeffekte nutzen und die Effizienz erhöhen.
7. Finanzen
Wir stehen für eine solide Finanzpolitik. Sie ermöglicht Gestaltungsspielräume. Dies ist
verantwortlich gegenüber den nachfolgenden Generationen. Wir machen unser Land
finanziell fit für die Zukunft.
Unsere Haushaltspolitik ist ein Dreiklang von Solidität, Stabilität und Gestaltungswillen und
gleichzeitig halten wir die Schuldenbremse ein. Seit 2017 haben wir massiv in die Zukunft
unseres Landes und der Menschen investiert: in Sicherheit, in Bildung, in Familien, in
Gesundheit, in Sport, in Digitalisierung, in Kultur, in Klimaschutz, in Infrastruktur und viele
weitere Bereiche mehr.
Das haben wir erreicht
● Wir haben die Versäumnisse der Vorgängerregierung korrigiert. Mit dem Haushalt
2018 haben wir erstmals seit 1973 einen Haushalt vorgelegt, der bereits im Entwurf
keine neuen Schulden vorsah. Wir haben sogar Schulden getilgt und zusätzlich rund 6
Milliarden Euro für die Risikovorsorge bereitstellen können. Jeder von uns vorgelegte
Kernhaushalt ist schuldenfrei. Nordrhein-Westfalen ist erstmals seit 2004 in seiner
Bonität heraufgestuft worden.
● Das Land tätigt im Jahr 2022 mit rund zehn Milliarden Euro die höchsten Investitionen,
die ein nordrhein-westfälischer Haushalt je verzeichnet hat. In den Jahren 2018 bis
2022 haben wir rund 45 Milliarden Euro investiert, das sind 58 Prozent mehr
Investitionen als unter der Vorgängerregierung.
● Wir haben die Terrorismusfinanzierung, organisierte Kriminalität und Geldwäsche
effektiv mit einer neuen Task Force bekämpft. Staatsanwaltschaften, Steuerfahndung,
Polizei und IT-Spezialisten arbeiten in einem Team zusammen. Das ist einzigartig in
Deutschland.
Machen, worauf es ankommt
● Zukunftsinvestitionen
● Handlungsfähiger Staat auch in Krisen
● Solide und nachhaltige Finanzen mit der schwarzen Null
● Generationengerechtigkeit
● Starke Regionalbanken als Partner
● Bekämpfung der Geldwäsche
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Solide Finanzen sind die beste Grundlage für gute Politik. Daher bekennen wir uns klar zur
Schuldenbremse. Haushalte dürfen nicht auf Kante genäht sein, sie brauchen Maß und Mitte.
Wir werden weiterhin in finanziell guten Zeiten Vorsorge für schlechte Zeiten treffen. Je
niedriger die Schulden sind, desto niedriger sind die Zinsbelastungen und umso größer die
Gestaltungsspielräume für nachfolgende Generationen.
In der Krise muss Nordrhein-Westfalen schnell handlungsfähig sein und ausreichend Geld zur
Verfügung haben, um die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu erhalten.
Wichtig ist nach der Krise die Rückkehr zur haushaltspolitischen Normalität. Daher werden wir
die Verbindlichkeiten des Corona-Rettungsschirms konjunkturgerecht tilgen dies gilt für
unsere Schuldenlast insgesamt.
Für solide Regionalbanken
Der Erfolg unserer mittelständischen Wirtschaft hängt von soliden
Finanzierungsmöglichkeiten ab. Die Regionalbanken haben insbesondere in der Corona-Krise
kundennahe Betreuung der Betriebe gewährleistet. Dies hat Liquiditätsengpässe vermieden.
● Wir setzen uns für den Fortbestand der öffentlich-rechtlichen Banken und Sparkassen
sowie der Genossenschaftsbanken ein. Die immer mehr zunehmende
Regulierungsdichte auf dem europäischen Bankenmarkt wird der kleingliedrigen
Bankenlandschaft in Deutschland nicht gerecht. Daher wollen wir die
Regulierungsdichte nach Größenklassen staffeln.
● Wir wollen die Sicherungssysteme sachgerecht dimensionieren. Soweit
Organisationen wie Sparkassen- und Genossenschaftsverbände eigene
Sicherungssysteme vorsehen, dürfen diese nicht noch durch zusätzliche nationale oder
europäische Sicherungssysteme belastet werden.
III. SOLIDARISCHES NORDRHEIN-WESTFALEN
1. Familien, Kinder, Jugendliche und Vielfalt
Familie schafft ein Band der Solidarität, das Menschen verbindet und Generationen vereint.
Sie schafft ein Band des Füreinanders und einen Bund des Miteinanders. Sie sind
Voraussetzungen für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Dabei müssen wir auch das
Thema Einsamkeit in den Blick nehmen.
Familie ist da, wo Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen.
In erster Linie sind die Eltern für die Erziehung und das Wohlergehen ihrer Kinder
verantwortlich. Wir wollen sie dabei unterstützen.
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● Das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz) überwindet mit 1,3 Milliarden Euro pro Jahr
zusätzlich die strukturelle Unterfinanzierung im System der Kindertagesbetreuung in
Nordrhein-Westfalen. Die Kindertagespflege erfährt mit dem neuen KiBiz ebenfalls
eine deutlich verbesserte Förderung und mehr Wertschätzung.
● Wir haben die Elternbeiträge auch für das zweite Kita-Jahr vor der Schule abgeschafft.
● Wir haben die Zahl der Kinderbetreuungsplätze von 2017 bis 2021 im U3-Bereich um
über 31.500 auf rund 211.000 gesteigert und im Ü3-Bereich um fast 51.000 auf rund
530.000. Damit haben wir in kurzer Zeit über 82.000 neue Kitaplätze insgesamt
geschaffen.
● Wir haben eine Kita-Platz-Ausbaugarantie gegeben.
● Wir haben über 25.000 Ausbildungsplätze für Erzieherinnen und Erzieher neu
eingerichtet.
● Alltagshelferinnen und Alltagshelfer unterstützen in den Kitas.
● Wir haben die Mittel für frühkindliche Bildung auf fast 4,3 Milliarden Euro aufgestockt.
● Wir haben den Kinder- und Jugendförderplan finanziell auf Rekordniveau erhöht und
nachhaltig dynamisiert.
● Wir haben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert, z. B. durch bessere
Betreuungsangebote in den Randzeiten.
● Wir haben die Partizipation und Mitbestimmung der jungen Generation
vorangebracht.
● Wir haben die Anzahl von Familienzentren ausgebaut und familienunterstützende
Angebote zum Beispiel im Bereich der Familienbildung gestärkt.
● Mit unserem Programm der Familienerholung geben wir besonders belasteten
Familien die Chance auf eine Auszeit.
● Wir haben die Förderung von Kinderwunsch-Behandlungen weiterhin finanziert.
● In der Corona-Krise haben wir Elternbeiträge für Kindertagesbetreuung und OGS
übernommen.
● Keine Landesregierung zuvor hat mehr für den Schutz und die Unterstützung von
queerem Leben im Nordrhein-Westfalen getan, z. B. durch einen inhaltlich
weiterentwickelten Landesaktionsplan, unsere Agenda zum Schutz intergeschlechtlich
geborener Kinder, die Unterstützung von Regenbogen-Familien, Angebote für
LSBTIQ*-Jugendliche, die Aufarbeitung des Unrechts nach §175 StBG-alt und
verstärkte gesellschaftliche Aufklärung sowie Toleranzarbeit.
Machen, worauf es ankommt
● Im Familienland gilt: Familie geht vor
● Familien entlasten
● Kinderarmut bekämpfen
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● Offene Kinder- und Jugendarbeit stärken
● Jugendbeteiligung voranbringen
● Vielfalt schützen und unterstützen
● Engagement gegen Einsamkeit ausbauen
Für zufriedene Familien und glückliche Kinder
Nordrhein-Westfalen soll das familien- und kinderfreundlichste Bundesland werden.
● Wir werden einen „Aktionsplan Familienförderung Nordrhein-Westfalen“ aufstellen,
um die Gründung von Familien durch gute Rahmenbedingungen zu erleichtern. Paare
werden wir weiterhin bei der Realisierung ihres Kinderwunsches unterstützten.
● Wir wollen gemeinsam mit den Kommunen ein Sonderprogramm zur Sanierung und
Instandsetzung von Spiel- und Bolzplätzen auflegen.
● Den internationalen Familientag werden wir in künftig in Nordrhein-Westfalen mit
landesweiten Veranstaltungen begehen.
● Unsere Familienzentren sind für viele Familien erste Anlaufstelle. Wir werden unseren
Kurs des Ausbaus, der finanziellen Stärkung und der Vernetzung mit den Angeboten
der Familienförderung fortsetzen. Ein wichtiger Bestandteil wird dabei die Etablierung
des digitalen Familienzentrums NRW sein.
● Die Struktur der verbandlichen Förderung von Familienverbänden auf Landesebene
sowie die Ombudschaft Jugendhilfe NRW werden wir evaluieren und
weiterentwickeln.
● Wir werden ein Institut für Familienforschung in Nordrhein-Westfalen gründen. So
wollen wir Familienpolitik auf der Grundlage langfristiger, datenbasierter
Betrachtungen auch wissenschaftlich weiterentwickeln.
● Wir werden unsere Förderung von Familienerholungsangeboten verstetigen.
● Kinderreichtum darf kein Armutsrisiko sein. Wir werden eine Familienkarte NRW für
Mehrkindfamilie schaffen, um ihnen Teilhabe an Angeboten wie Museen, Zoos etc. zu
erleichtern.
Kinder sind arm, wenn ihre Eltern ohne Arbeit sind. Wenn Eltern arbeiten und einem
geregelten Tagesablauf nachgehen, ist das im Sinne des Kindeswohls.
● Wir werden eine Agenda „Kein Kind in Armut Für Eltern in Arbeit“ auf den Weg
bringen. Wir wollen Eltern ohne Arbeit gezielt ansprechen, fördern und die dafür
notwendigen Netzwerke etablieren. Unser Ziel ist es, den Einstieg in Arbeit zu
erleichtern, Chancen zu eröffnen und sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Die
Bedürfnisse alleinerziehender Eltern und die von Kindern mit Behinderung werden wir
in diesem Zusammenhang besonders beachten.
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weiterentwickeln. Dabei bauen wir auf unseren Programmen „Zusammen im
Quartier“, „Kein Kind ohne Mahlzeit“, „Kinderstark“ und „Kommunale
Präventionsketten“ auf.
Wir bekennen uns zur Schwangerschaftskonfliktberatung in Nordrhein-Westfalen. Frauen
brauchen in dieser schwierigen Situation keine Vorwürfe, sondern konkrete Unterstützung.
Das ist auch im Interesse des werdenden Lebens.
● Wir wollen Schwangeren Perspektiven für ein Leben mit Kind aufzuzeigen. Dazu wollen
wir die strukturellen Voraussetzungen schaffen und Angebote noch transparenter und
niederschwelliger gestalten.
Für gute Betreuung
Frühkindliche Bildung schafft wichtige Voraussetzungen für Chancengleichheit, eine
erfolgreiche Bildungsbiografie und ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung. Dies gilt
insbesondere für die drei Kita-Jahre vor der Einschulung.
● Wir werden auch das dritte Kindergartenjahr vor der Schule für die Eltern beitragsfrei
machen und damit komplette Beitragsfreiheit im Bereich Ü3 herstellen. Das ist eine
Entlastung, die die Eltern direkt im Portemonnaie spüren.
● Wir werden unsere Kita-Platz-Ausbaugarantie fortsetzen.
● Wir werden ein System für Fachkräftemanagement und -gewinnung etablieren.
● Wir werden ein strukturelles Alltagshelferprogramm prüfen. Die Angebote der
Weiterqualifizierung für Alltagshelfer werden wir verstetigen.
● Wir werden eingruppige Kitas weiter fördern und den Bestandsschutz erweitern.
● Wir werden die Waldkindergärten stärken.
● Wir werden die „MINT“-Förderung in Kitas forcieren.
● Wir wollen die Ausstattung mit digitalen Endgeräten im Vorschulbereich verbessern.
● Wir wollen die pädagogischen Fachkräfte von administrativer Arbeit befreien und in
Abstimmung mit Trägern und Gewerkschaften ein effizientes
Verwaltungsmanagement fördern.
● Die Mittel aus dem sogenannten „Gute-Kita-Gesetz“ müssen den Ländern dauerhaft
zur Verfügung stehen. Dafür werden wir uns beim Bund mit Nachdruck einsetzen.
● Um Eltern mehr Planungssicherheit zu geben und die unterjährige Buchung eines Kita-
Platzes zu vereinfachen, werden wir ein digitales Kita- und
Tagespflegeplatzmanagement auf den Weg bringen. Die notwendigen
Voraussetzungen werden wir in Abstimmung mit den Kommunen schaffen.
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Der Kinder- und Jugendförderplan des Landes (KJFP) trägt dazu bei, dass alle Kinder und
Jugendlichen gleiche Chancen erhalten.
● Wir werden den Kinder- und Jugendförderplan (KJFP) des Landes Nordrhein-Westfalen
weiter stärken.
● Die neu geschaffene Dynamisierung werden wir fortsetzen.
● Wir werden neue inhaltliche Schwerpunkte im KJFP etablieren. Wir werden einen
neuen Förderbereich zur Stärkung von Inklusion und junger Menschen mit
Behinderung schaffen.
● Wir werden den Schwerpunkt „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ in
den neuen KJFP integrieren. In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, wie
Angebote für Mentoring sinnvoll unterstützt werden können. Hierbei soll auch das
Thema mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein Schwerpunkt sein.
● Wir werden eine Sonderförderung „Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche“
auflegen, um jungen Menschen, die während der Corona-Pandemie auf zahlreiche
soziale Kontakte verzichten mussten, Freiräume für Gemeinschaftserlebnisse zu
ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir ein Sonderprogramm zur Ertüchtigung von
Kinder- und Jugendhäusern auflegen.
● Wir werden einen differenzierten Aktionsplan „Jugendbeteiligung in Nordrhein-
Westfalen“ erarbeiten und umsetzen. Er wird Kriterien für angemessene
Jugendbeteiligung sowie die strukturelle Berücksichtigung von Interessen der jungen
Generation enthalten und definieren, wie diese in den Kommunen und auf
Landesebene umgesetzt werden können.
Für Vielfalt
Vielfalt und Zusammenhalt machen unsere Gesellschaft stärker und menschlicher. Hassgewalt
gegen unterschiedliche Lebensentwürfe lehnen wir ab. Jeder muss unabhängig seiner
sexuellen Identität frei und ohne Angst leben können.
Die Vielfalt der Schöpfung wird von manchen noch immer und immer wieder abschätzig
behandelt und angegriffen. Wir unterstützen die unterschiedliche Lebenswirklichkeit in
unserem Land und fördern die LSBTIQ*-Strukturen und -Projekten im ganzen Land.
● Wir werden die Unterstützungsangebote für LSBTIQ* fortsetzen.
● Für ein Leben in Freiheit und Würde, ohne Diskriminierung oder sogar staatliche
Verfolgung, sind ganze Generationen mutiger Menschen auf die Straße gegangen.
Deshalb wollen wir prüfen, nicht kommerzielle, kleine CSDs zu unterstützen.
● Wir engagieren uns weiterhin gegen Diskriminierung und für Vielfalt und
Zusammenhalt. Dazu wollen wir die Antidiskriminierungsarbeit in der
Landesverwaltung sowie im öffentlichen Dienst voranbringen.
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Unsere Gesellschaft ist eine, in der Menschen gleich welchen Geschlechts die gleichen
Chancen haben überall und zu jeder Zeit. Jeder Mensch bringt Stärken mit Stärken, die wir
für ein starkes Nordrhein-Westfalen benötigen.
Unser Land muss ein Ort sein, an dem Mädchen und Frauen die besten Chancen auf eine
verlässliche Bildung und einen sicheren Arbeitsplatz mit fairen Löhnen haben und an dem sie
immer sicher und geschützt sind. Die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und
Familie und der Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Familie ist ein wichtiger Baustein für die
Gleichberechtigung der Geschlechter. Damit schaffen wir die Rahmenbedingungen für echte
Wahlfreiheit.
Das haben wir erreicht
● Wir haben 2021 erstmalig in Nordrhein-Westfalen einen umfassenden „Atlas zur
Gleichstellung von Frauen und Männern in Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht, um
wichtige Impulse zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern zu
geben und neue Entwicklungen anzustoßen.
● Wir haben das Projekt „Competentia Nordrhein-Westfalen“ mit rund fünf Millionen
Euro gefördert, um die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu stärken und die
Erwerbstätigkeit von Frauen zu erleichtern.
● Wir haben in fünf Modellkommunen die „Girls´ and Boys´ Academies“ auf den Weg
gebracht, um Mädchen und Jungen neue Einblicke in geschlechteruntypische Berufe
zu ermöglichen und damit Rollenklischees abzubauen.
● Erstmals seit 2010 haben wir zusätzliche Plätze in Frauenhäusern gefördert. Wir haben
die Anzahl der Akutschutzplätze für von Gewalt betroffene Frauen von 571 auf fast 650
gesteigert. Lücken in der Gewaltschutzinfrastruktur haben wir geschlossen.
● Neben der Stärkung der Unterstützungsinfrastruktur für von Gewalt betroffene Frauen
haben wir erstmals in Nordrhein-Westfalen eine für von Gewalt betroffene Männer
aufgebaut.
Machen, worauf es ankommt
● Gleiche Chancen ermöglichen
● Berufsbilder von Klischees befreien
● Frauen auf ihrem wissenschaftlichen Karriereweg stärken
● Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männern sichern
● Mehr Frauen in politischer Verantwortung
● Null Toleranz bei jeder Gewalt gegen Mädchen und Frauen
Für echte Vereinbarkeit und Chancengerechtigkeit
Das Wissen und das Können von Frauen in der Arbeitswelt sind unverzichtbar.
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Angehörigen wirken sich oft negativ auf die Berufsbiografien aus.
● Wir schaffen eine gute frühkindliche Bildung mit ausreichend Plätzen und flexiblen
Betreuungszeiten. Nur so ist echte Vereinbarkeit möglich.
● Bereits in den Kindertageseinrichtungen wollen wir dazu beitragen, dass
Geschlechterklischees überwunden werden.
● Wir wollen Arbeitgeber dabei unterstützen, das Fachkräftepotenzial insbesondere von
Frauen zu heben. Sie müssen genauso wie Männer die Chance haben, nach der
Familiengründungszeit wieder voll im Beruf durchstarten zu können. Wir wollen die
Arbeitgeber dabei unterstützen, dies z. B. durch Online-Schulungsangebote zu
ermöglichen. Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass diese verstärkt über die
Arbeitsagenturen angeboten werden.
● Wer lange gepflegt hat, darf deswegen nicht in Altersarmut fallen. Wir werden uns
daher beim Bund dafür einsetzen, dass die häusliche Pflege stärker bei der Rente
berücksichtigt wird.
● Wir wollen Müttern ohne Ausbildung einen Abschluss und Zugänge zur Berufswelt
ermöglichen.
● Um Frauen und Männern in den Bereichen, in denen sie in der Landesverwaltung
unterrepräsentiert sind, Chancen zu eröffnen, werden wir eine Strategie zur
beruflichen Chancengerechtigkeit vorlegen. Dazu gehört auch die Einführung einer
Quote für die Besetzung von Vorstandsfunktionen in den landeseigenen Betrieben.
● Wir werden das Landesgleichstellungsgesetz zielgerichtet weiterentwickeln.
● Die „Girls´ and Boys´ Academies“ werden wir zusammen mit der Wirtschaft weiter
ausbauen. Wir wollen mit der Berufsorientierung früher ansetzen und diese
passgenauer auf Schulen und Wirtschaft ausrichten.
● Wir wollen den Anteil von Gründerinnen in Nordrhein-Westfalen steigern.
● Gleichstellungspolitik ist eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe und wirkt auf
alle politische Felder. Dabei liegt der Fokus besonders darauf, die Gleichstellungspolitik
zu einem Diversity Management weiterzuentwickeln.
● Wir werden die „Kompetenzzentren Frau und Beruf“ weiterentwickeln.
● Wir werden einen „Lohnatlas Nordrhein-Westfalen“ erstellen, der die Unterschiede in
den Branchen und Regionen beleuchten und zu mehr Transparenz beitragen soll.
● Die Mentorinnen-Programme werden wir fortführen und Mentorinnen-Programme
für Frauen mit Einwanderungsgeschichte ausbauen.
● Wir werden innovative Projekte zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit bei
Frauen auf den Weg bringen, um strukturelle Nachteile abzubauen und die Chancen
auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.
● Wir werden mit der Wirtschaft ein Landesbündnis „Frauen in MINT-Berufen“ gründen,
welches zur Chancengerechtigkeit und Fachkräftesicherung beitragen soll.
Insbesondere gilt es, die Herausforderungen bei der digitalen Transformation in der
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initiieren, um Frauen aus der Wirtschaft zu vernetzen.
Für den Schutz vor Gewalt
Gewaltschutz ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Gleichstellung der Geschlechter
und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Wer Gewalttätigkeit fürchten muss
oder wessen Leben von Gewalterfahrungen geprägt ist, dem ist ein freies und
selbstbestimmtes Leben nicht möglich.
● Wir bekennen uns zur Istanbul-Konvention und leben sie. Wir werden den Ausbau und
die Finanzierung der Unterstützungsinfrastruktur für von Gewalt Betroffene
sicherstellen.
● Wir gehen gegen jede Art von Gewalt vor. Für eine weitreichende und unterstützende
Frauen- sowie Anti-Gewalt-Politik ist der Opferschutz zentral. Wir werden das
Opferschutzportal des Landes Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen.
● Wir setzen uns für eine flächendeckende anonyme Spurensicherung bei Opfern von
Gewalt ein.
● Die „Anti-Gewalt-Wochen“, die wir eingeführt haben, werden wir weiter fortsetzen,
um die Gesellschaft für alle Formen von Gewalt zu sensibilisieren. „Hingucken statt
weggucken“ ist das zentrale Motto.
● Wir werden den „Nordrhein-Westfalen-Pakt“ gegen Gewalt mit den Verbänden und
Organisationen auf den Weg bringen. Neben einer krisenfesten und zukunftssicheren
Aufstellung der Unterstützungsinfrastrukturen wird er die „Anti-Gewalt-Arbeit“ zum
Schutz von Kindern über geschlechtsspezifische Gewalt bis hin zum Schutz vor Gewalt
in der Pflege aufnehmen.
● Menschenhandel und Zwangsprostitution werden wir weiter konsequent bekämpfen.
● Präventive Täterarbeit trägt wesentlich zum Schutz von Frauen bei, die von häuslicher
Gewalt betroffen sind. Diese werden wir weiter stärken.
● Wir werden die von uns auf den Weg gebrachte „Dunkelfeld-Studie“ fortführen. Wir
wollen wissen, wo sich Menschen in Nordrhein-Westfalen unsicher fühlen oder wie sie
von Gewalt betroffen oder bedroht sind.
● Wir haben eine Unterstützungsinfrastruktur für von Gewalt betroffene Männer
aufgebaut. Diese werden wir weiter ausbauen, z. B. über Schutzwohnungen oder
Beratungsangebote. Das von uns mit initiierte „Männerhilfe-Telefon“ werden wir
stärken.
● Wir werden bei der von uns auf den Weg gebrachten „Anti-Gewalt-Woche“ einen
Schwerpunkt auf Gewalt gegen Männer legen.
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Bildung bleibt der Schlüssel für Aufstieg. Für uns ist dabei die berufliche Bildung der
akademischen gleichwertig.
Wir wollen jedes Talent entdecken und fördern. Jede Schülerin und jeder Schüler ist
verschieden in Begabungen, Interessen und Kompetenzen. Wir sind überzeugt, dass Schule
darauf so gut wie möglich reagieren muss. Dazu gehört, dass es in der Schulkarriere keine
Sackgassen geben darf. Die entscheidenden Stichworte sind Durchlässigkeit und die
Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen. Daher halten wir an dem gegliederten und
bewährten Schulsystem fest. Es sichert Wahlfreiheit und Schulvielfalt.
Verantwortlich für Bildung und Erziehung sind in erster Linie Eltern und
Erziehungsberechtigte. Die Bildungsreinrichtungen mit ihren engagierten und gut
ausgebildeten Lehrkräften und dem pädagogischen Fachpersonal unterstützen sie dabei nach
Kräften.
In der Schule werden die Grundlagen für die gesellschaftliche Teilhabe und die berufliche
Zukunft der Schülerinnen und Schüler vermittelt. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen wird
die Digitalisierung, von der Digitalkompetenz über Grundkenntnisse des Programmierens bis
zum fundierten Wissen über Informationstechnik, für die Zukunft immer wichtiger.
Das haben wir erreicht
● Für uns steht das Wohl jedes einzelnen Kindes mit seinen Begabungen, Fähigkeiten
und Bedürfnissen im Mittelpunkt. Daher haben wir die Abschaffung der Förderschulen
gestoppt und die Qualität der Bildung insgesamt verbessert. Bis zum Schuljahr 2024/25
wird es 6.000 Stellen mehr geben im Bereich des gemeinsamen Lernens in der
Sekundarstufe I als die Vorgängerregierung zur Verfügung gestellt hatte.
● Der Bildungsetat liegt auf Rekordniveau. 20,5 Milliarden Euro fließen mittlerweile
jedes Jahr in die Bildung fast jeder vierte Euro, den das Land ausgibt.
● Die Lehrkräfte können sich auf das konzentrieren, wofür sie ausgebildet wurden: auf
guten Unterricht. Dafür haben wir die Lehrkräfte mit Schulverwaltungsassistentinnen
und -assistenten entlastet, Lehrpläne wurden zur Stärkung der Fachlichkeit
überarbeitet und die Finanzierung der Schulsozialarbeit wurde dauerhaft gesichert.
● Heute unterrichten rund 10.000 Lehrkräfte mehr an den Schulen als noch 2017. Hinzu
kommen rund 3.300 pädagogische Fachkräfte.
● Wir haben für die Lehrämter Grundschule und Sonderpädagogik insgesamt 1.450
zusätzliche Studienplätze im Jahr geschaffen.
● Auf besonders große soziale Herausforderungen haben wir mit insgesamt 60
Talentschulen reagiert.
● Mit dem schulscharfen Sozialindex haben wir ein Werkzeug geschaffen, das eine
ressourcenorientierte Verteilung von Personal möglich macht.
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gesorgt. Damit stärken wir die Gymnasien und sorgen für Planungssicherheit bei
Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern.
● Wir haben die Plätze in der offenen Ganztagesbetreuung auf über 362.000 erhöht.
Damit wurde die Anzahl seit 2017 um insgesamt fast 55.000 erhöht. Insgesamt
investieren wir fast 190 Millionen Euro zusätzlich in den Offenen Ganztag, dies ist eine
Erhöhung um rund 41 Prozent im Vergleich zur Vorgängerregierung.
● Wir haben eine Digitalisierungsoffensive für die Schulen gestartet.
● Wir haben LOGINEO zum Laufen gebracht und den Schulen so eine kostenlose
Plattform für Datenaustausch, Chat- und Videokonferenzen zur Verfügung gestellt.
● Wir haben den Anschluss unserer Schulen an das schnelle Internet verfünffacht, auf
jetzt fast 75 Prozent, bei einem Viertel befindet sich der Anschluss bereits in Planung.
● Besonders wichtig ist es uns, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte mit digitalen
Lehr- und Lernmitteln zu unterstützen. Rund 2 Milliarden Euro werden in Nordrhein-
Westfalen innerhalb von fünf Jahren bis 2025 in das Lehren und Lernen mit digitalen
Medien investiert.
● Wir unterstützen die Schulträger mit 105 Millionen Euro bei der Ausstattung der
Lehrkräfte mit mobilen dienstlichen Endgeräten. Beschafft sind aktuell bereits knapp
207.000 Endgeräte.
● Mit dem DigitalPakt Schule investieren wir über eine Milliarde Euro in den Ausbau der
IT-Infrastruktur an Schulen.
● Wir haben bislang rund 700.000 bedürftige Schülerinnen und Schüler mit digitalen
Endgeräten ausgestattet.
● Wir haben die Lehrerausbildung und -fortbildung an aktuelle und künftige
Herausforderungen angepasst. Wir haben Lehramtsstudium und Referendariat stärker
miteinander verzahnt. Es ist gerade für junge Lehrkräfte wichtig, bereits im Studium
einen engen Austausch mit dem System Schule zu haben.
● Wir haben den Schulleitungen deutlich mehr Entscheidungsfreiheiten gegeben, mit
mehr Budget- und Personalverantwortung und einer eigenen Profilentwicklung.
● Wir fördern die kostenlose Verteilung von Obst und Gemüse an rund 225.000
Schulkinder und unterstützen ein kostengünstiges Milchangebot.
Machen, worauf es ankommt
● Jedes Kind mit seinen Talenten fördern
● Erhalt der vielfältigen Schullandschaft, des gegliederten Schulsystems und der
Förderschulen
● Konzentration auf guten Unterricht
● Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen
● Für jedes Kind ein digitales Endgerät
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● Attraktivität des Lehrerberufs steigern
● Berufliche Bildung stärken
● Azubi-Wohnheime einrichten
● Schulfinanzierung in einer Hand
Für die Vielfalt der Talente
Eine vielfältige Schullandschaft integrativ und gegliedert, ganztags und halbtags, öffentlich
und privat sichert die Vielfalt der Talente. Der Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen
ist dabei Maßstab unseres Handelns. Wir wollen bereits heute die Schule von morgen denken
und so umsetzen, dass Zukunft Schule macht.
Schule ist mehr als Wissensvermittlung. Werte, Orientierung, Erziehung und solides Lernen
gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.
● Wir werden die frühkindliche Förderung zur Schulvorbereitung intensivieren. Bei den
Vorgaben zu den Mindestklassengrößen wollen wir die Gemeindegrößen
berücksichtigen. Unser Grundsatz bleibt: „Kurze Beine, kurze Wege“.
● Wir sind überzeugt, dass Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf erfolgreich
inklusiv an den Regelschulen lernen können, wenn die entsprechenden
Rahmenbedingungen gegeben sind. Daher wollen wir, dass Lehrkräfte an Regelschulen
mehr Unterstützung für inklusiven Unterricht erhalten.
● Förderschulen und Inklusion sind keine Gegensätze. Sie sind ein unverzichtbarer Teil
eines inklusiven Schulsystems. Wir werden daher das bestehende, gut funktionierende
Förderschulsystem erhalten und bedarfsgerecht ausbauen.
● Wir werden Schulleitungspositionen attraktiver machen. Erreicht werden soll dies
durch Entlastung von Unterrichtsverpflichtungen und Unterstützung im Schulalltag
durch administratives Fachpersonal. Wir sind für mehr Managementqualitäten an der
Spitze, auch um Abläufe zu professionalisieren.
● Wir machen aus allen Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen
Talentschulen. Diese werden wir stärken, durch eine bessere Infrastruktur und mehr
Personal. Lehrkräfte an Talentschulen sollen für besondere Leistungen zusätzlich
honoriert werden.
● Die deutsche Sprache ist und bleibt der Schlüssel für Integration und eine erfolgreiche
Schulkarriere. Um die Sprachkompetenz zu stärken, wollen wir den
herkunftssprachlichen Unterricht in Schulen stärken.
Für guten Unterricht und gute Schulen
Guter Unterricht ist die Grundlage für gute Bildung. In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt,
wie wichtig Präsenzunterricht, digitale Methoden und das Engagement der Lehrkräfte sind.
● Wir berücksichtigen die negativen Folgen der Corona-Pandemie und unterstützen alle
am Schulleben Beteiligten.
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ersetzen. Digital alleine reicht nicht. Unser Ziel bleibt, dass alle Kinder am Ende ihrer
Grundschulzeit die Grundfähigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen beherrschen.
● Wir werden das Lernen mit digitalen Endgeräten im regulären Präsenzunterricht
weiter ausbauen und jedem Kind ein digitales Endgerät zur Verfügung stellen. Hier
kommt es vor allem auf die Fachdidaktiken an, denn nur ein gezieltes pädagogisches
und fachspezifisches Einsetzen erzielt den gewünschten Lernerfolg.
● Wir werden die Lehrpläne überarbeiten, damit digitale Kenntnisse immer mit
Medienkompetenz gekoppelt werden. Wir wollen die Lehrerinnen und Lehrer dazu
befähigen, die Potenziale der Digitalisierung im Unterricht voll auszuschöpfen.
● Wir wollen eine Digital-Pauschale einführen, damit Schulträger strukturell bei
Endgeräten, digitalen Schul-Infrastrukturen und deren Betrieb unterstützt werden.
● Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass nicht verausgabte Mittel des DigitalPakts
Schule 1 nicht zurückfließen, sondern mit einer Fristverlängerung durch die Länder
verausgabt werden können. Zudem werden wir die erforderlichen
Investitionssummen des DigitalPakts Schule 2 definieren.
● Lernplattformen und datenschutzkonforme Apps, die Lernfortschritte unterstützen,
wollen wir weiterentwickeln und die persönliche Begleitung durch Lehrkräfte
sicherstellen.
● Wir werden bestehende digitale Bildungsangebote in einer Bildungscloud.NRW
bündeln und weiterentwickeln.
● Wir wollen eine höhere Durchlässigkeit zwischen allen Schulformen unseres
Schulsystems. Hierzu werden wir eine Neuregelung der Übergänge zwischen den
Schulformen prüfen.
● Am grundgesetzlich verbürgten bekenntnisorientierten Religionsunterricht unter
deutscher Schulaufsicht und in deutscher Sprache halten wir fest.
● Wir werden die Kommunikation zwischen Schulaufsicht und Schulen deutlich
verbessern. Alle relevanten Informationen müssen frühzeitig, klar und wenn
erforderlich durch zusätzliche Materialien unterstützt an die Schulen gelangen.
● Wir wollen den Unterricht in den MINT-Bereichen stärken und das Schulfach
Informatik ausbauen und zum Abiturfach machen.
● Wir wollen mehr Lehrkräfte in den MINT-Fächern ausbilden und Quer- und
Seiteneinsteigern die Qualifizierung erleichtern, um die MINT-Lehrkräfteversorgung
sicherzustellen. Wir werden MINT-Bildungsstandards für den Sachunterricht
definieren und umzusetzen.
● Die Erfolgsfaktoren von besonders ausgezeichneten Schulen sollen
zusammengetragen und flächendeckend von anderen Schulen umgesetzt werden.
Die Übertragung der Idee von Familienzentren der Kindertageseinrichtungen in den
Schulbereich ist sinnvoll und ergänzt den Gedanken der vernetzen Strukturen. Solche
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von Familien im Quartier.
● Wir unterstützen die Entwicklung von Grundschulen zu sozial-räumlichen
Knotenpunkten und einer Anlaufstelle für Familien sowie zu Orten der Begegnung,
Beratung und Begleitung für Kinder und ihre Eltern.
● Wir wollen dazu beitragen, noch mehr Schulen zu Familienzentren auszubauen und so
gerade an Standorten mit vielfältigen Herausforderungen eine nachhaltige
Absicherung zu gewährleisten.
Wir wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern. Daher begrüßen wir
den Rechtsanspruch auf einen offenen Ganztagsplatz ab 2026. Mit dieser Entscheidung des
Bundes kommen auf die Kommunen und das Land jedoch große finanzielle Belastungen zu.
● Wir sehen den Bund in der Pflicht, seinen Beitrag dauerhaft zu leisten. Wichtig ist uns
dabei, dass der Offene Ganztag über einen Qualitätsstandard verfügt.
● Wir werden die Offene Ganztagsschule so flexibel wie möglich für Familien gestalten.
● Wir werden uns für den weiteren Ausbau des Offenen Ganztags einsetzen.
● Wir wollen Grundschulen einen gebundenen Ganztag ermöglichen.
Für motivierte und gut ausgebildete Lehrkräfte
Als Lehrkräfte brauchen wir weiterhin qualifizierte und kluge Köpfe mit dem nötigen
Fingerspitzengefühl zur individuellen Förderung. Kinder brauchen Lehrerinnen und Lehrer, die
ihnen eine wertvolle Stütze in ihrer Entwicklung sind.
● Wir werden erneut 10.000 zusätzliche Lehrkräfte in den kommenden fünf Jahren
einstellen.
● Wir werden die Angleichung der Lehramtsausbildung für den Bereich Primarstufe und
Sekundarstufe I an die Ausbildung für Sekundarstufe II (also zehnsemestriges Studium
plus 18 Monate Vorbereitungsdienst) besoldungsrechtlich umsetzen.
● Wir werden Bestandslehrerinnen und -lehrer einen Aufstieg in die Besoldungsgruppe
A13 ermöglichen. Dafür werden wir ihnen Angebote für die modulare Qualifikation
machen. Dies hat sich in der öffentlichen Verwaltung bewährt. Sie können so den
Qualifikationsnachteil ausgleichen, den sie durch ihre kürzere Hochschulausbildung
haben. Das gilt auch für Hochschulabsolventinnen und
-absolventen mit kürzerer Studiendauer aus anderen Bundesländern.
● Wir wollen für die Schülerinnen und Schüler die besten Lehrkräfte an unseren Schulen.
Daher sichern wir unseren besten Absolventinnen und Absolventen in der
Lehrerausbildung jedes Jahr eine Einstellung zu unabhängig vom tatsächlichen
Bedarf (Einstellungskorridor).
● Damit sich Lehrkräfte noch stärker auf Unterricht konzentrieren können, werden wir
sie weiter mit multiprofessionellen Teams entlasten, bspw. durch Sozialpädagoginnen
und -pädagogen, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter, Heilpädagoginnen und -
pädagogen, schulpsychologische Dienste, IT-Fachkräfte und Schulverwaltungskräfte.
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belegenden Fächer von drei auf zwei reduzieren. Eines davon bleibt Deutsch oder
Mathematik. Damit sichern wir die Ausbildungsqualität, steigern die Attraktivität für
das Studium und verringern die Abbrecherquote. Zusätzlich werden wir gemeinsam
mit den lehrerausbildenden Hochschulen prüfen, inwieweit das Mathematikstudium
für künftige Grundschullehrkräfte an die aktuellen Bedarfe angepasst werden kann.
● Wir werden die Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte ausbauen. Sie sind der
Schlüssel für mehr Qualifikation. Wir starten eine Offensive zur digitalen Fortbildung.
● Wir werden die politische Bildung in den Schulen stärken. Wir werden Angebote für
Lehrkräfte in Aus- und Weiterbildung einführen, in denen der Umgang mit radikalen
und extremistischen Haltungen sowie daraus entstehenden Handlungsmustern erklärt
und praktisch erprobt wird. Auch Eltern und Erziehungsberechtigte brauchen
entsprechende Angebote.
● Wir wollen multiprofessionelle Teams nicht nur an Schulen, sondern in
verantwortlichen Expertengremien zur Qualitätssicherung von Unterricht, Aus- und
Fortbildung. Hier soll den Hochschulen eine besondere Bedeutung zukommen.
Bestehende Strukturen werden wir anpassen.
● Wir stärken Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zur psychologischen Gesundheit von
Kindern und Jugendlichen.
● Wir wollen eine verbesserte Vereinbarkeit von Studium und Nebentätigkeit an einer
Schule ermöglichen. Auch wenn viele Lehramtsstudentinnen und -studenten an
Schulen arbeiten, muss der erfolgreiche Abschluss des grundständigen Studiums das
Ziel bleiben.
● Um Unterricht für unsere Kinder gerade mit Blick auf die Folgen der Corona-
Pandemie sofort zu sichern, wollen wir ein flexibleres Arbeitszeitmodell für
Lehrkräfte einführen. Das sichert Unterricht und ermöglicht Flexibilität.
Um noch stärker auf die Bedarfe und neue Forschungsergebnisse eingehen zu können, werden
wir das Lehrerausbildungsgesetz (LABG) evaluieren und reformieren.
● Wir starten eine Mangelfach-Offensive und wollen bessere Anreize für Studierende
schaffen.
● Wir unterstützen den Ausbau der Kooperationen der Universitäten und der
Hochschulen für Angewandte Wissenschaft bei der Ausbildung von Lehrkräften für
Berufskollegs.
● Wir werden die exzellente (empirische) Forschung im Bereich der Lehrerbildung
stärker fördern und vernetzen und insbesondere für die Lehrerfortbildung verstärkt
nutzbar machen.
● Wir werden die Hochschulen verstärkt in die Lehrerfortbildung einbeziehen und
entsprechende Angebote fördern.
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Perspektivisch wollen wir in Nordrhein-Westfalen eine eigene deutschsprachige
Ausbildung für solche Imame und islamische Religionslehrer etablieren, die die Werte
des Grundgesetzes leben und unabhängig von ausländischen Regierungen sind.
Für Wege in den Beruf
Wir stehen zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Sie ist ein weltweit
beachtetes Erfolgsmodell, bietet Menschen eine Perspektive für ein glückliches und
selbstbestimmtes Leben und sichert die Zukunft unserer Unternehmen.
Unser Land braucht mehr junge Menschen, die sich guten Ausbildungsberufen widmen und
so einen aussichtsreichen Karriereweg einschlagen. Deshalb werden wir die duale Ausbildung
stärken. Deshalb werden wir die duale Ausbildung stärken und junge Menschen motivieren,
praktisch zu arbeiten.
● Wir werden die Schulabschlüsse der Sekundarstufe I stärken und auf die berufliche
Ausbildung ausrichten. Dafür brauchen wir eine schulische Ausbildung mit mehr
Praxisabschnitten, die eine bessere Verzahnung mit Handwerk und Industrie
gewährleistet.
● Wir werden das Übergangssystem Schule-Beruf mit seinem Herzstück „Kein Abschluss
ohne Anschluss“ (KAoA) so weiterentwickeln, dass sich Jugendliche und junge
Erwachsene schon in der Schule von den Vorteilen einer dualen Ausbildung
überzeugen können. Damit sollen sie eine Entscheidungshilfe zugunsten eines
zukunftsfähigen Berufslebens in einer dualen Ausbildung erhalten. Wir werden KAoA
noch stärker auf die Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf ausrichten.
● Wir wollen, dass alle Schülerinnen und Schülern Berufsfelderkundungen und Praktika
in einem Handwerks- oder Industriebetrieb machen und werden daher mit den
zuständigen Kammern ein Konzept erarbeiten.
● Wir wollen, dass junge Menschen verstärkt in den Schulen über ihre Erfahrungen mit
der dualen Ausbildung berichten.
● Wir wollen modernste Berufsschulen in unserem Land. Daher brauchen wir eine
Offensive für mehr Lehrpersonal und einen Modernisierungsschub beim
Gebäudebestand.
● Wir werden die Ausbildungsgarantie des Bundes in enger Zusammenarbeit und
Abstimmung mit den Partnern des Ausbildungskonsenses in Nordrhein-Westfalen
umsetzen.
● Wir wollen die Anzahl von Schulabgängerinnen und -abgängern ohne Abschluss
reduzieren. Dies gilt auch für Ausbildungs- und Studienabbrüche.
● Wir wollen die Einrichtung von Azubi-Wohnheimen analog zu
Studierendenwohnheimen. Wir werden entsprechende Gespräche mit den Beteiligten
über die Umsetzbarkeit führen.
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gezielte Berufsberatung aufgezeigt werden, welche Perspektiven eine berufliche
Ausbildung bietet.
Für Schulfinanzierung in einer Hand
Die Schulfinanzierung stellt Land und Kommunen vor immense Herausforderungen:
Zuständigkeiten müssen den wachsenden Ansprüchen angepasst werden. Hier sind das
Wissen und die Entscheidungskompetenz der Kommunen von besonderer Bedeutung.
● Wir werden in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden eine
Bestandsaufnahme zum Thema „Schulfinanzierung heute“ machen.
● Wir werden gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden daran arbeiten die
Finanzierung der Schulen in Zukunft besser zu regeln. Dies gilt für Personal,
Ausstattung, und Gebäude.
Für Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen
Wir wollen die Bildungschancen und die Aussicht auf gesellschaftliche Teilhabe und Aufstieg
durch Bildung auch derjenigen erhöhen, die im Schulsystem gescheitert sind. Ein wichtiger
Teilbereich ist die politische Bildung.
Wir haben in den vergangenen fünf Jahren die gemeinwohlorientierte Weiterbildung aus
ihrem Schattendasein herausgeführt, die Grundförderung verlässlicher gestaltet und gestärkt.
Wir haben innovative neue Förderinstrumente geschaffen sowie erweiterte inhaltliche
Angebote im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), der Gesundheitsbildung
und kulturellen Bildung ermöglicht. Durch die Reform des Weiterbildungsgesetzes ist die
Spitzenstellung der nordrhein-westfälischen gemeinwohlorientierten Weiterbildung in
Deutschland ausgebaut worden.
Wir wollen die starke Weiterbildungslandschaft mit über 450 Volkshochschulen und freien
Weiterbildungseinrichtungen, die mehr als 1,5 Millionen Menschen in unserem Land jährlich
besuchen, weiter stärken.
● Wir werden den Zweiten Bildungsweg weiter stärken, um durch den Erwerb von
Schulabschlüssen den beruflichen Einstieg oder eine berufliche Weiterqualifizierung
möglich zu machen.
● Wir werden die Angebote zur Grundbildung und Alphabetisierung sowie der Forschung
dazu weiter ausbauen.
● Wir verstärken die Angebote der Weiterbildung für ältere Menschen, um ihre
Teilhabechancen zu verbessern.
● Wir werden die Dynamisierung der Landesförderung im Bereich der Weiterbildung
fortschreiben und die Digitalisierung in der Weiterbildung sachgerecht vorantreiben.
● Wir bauen den Investitionsstau bei den Bildungshäusern ab.
● Wir werden die Medien- und Digitalkompetenz gerade in Zeiten von Fake News und
Verschwörungsmythen in der Weiterbildung stärken.
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Ohne Gesundheit ist alles nichts. In der Pandemie hat sich unser gut aufgestelltes und
zuverlässiges Gesundheitssystem bewährt. Dieses werden wir erhalten, fördern und im Sinne
guter medizinischer Versorgung weiterentwickeln. Wir werden eine flächendeckende
wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung sicherstellen und gleichzeitig die Spezialisierung
und damit die Qualität der Patientenversorgung steigern.
Das haben wir erreicht
● Die Investitionsförderung der Krankenhäuser ist in den vergangenen Jahrzehnten
erheblich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurückgeblieben. Deswegen haben wir seit
dem Jahr 2017 erhebliche Verbesserungen bei der Förderung der Krankenhäuser
vorgenommen und ihnen rund zwei Milliarden Euro mehr zur Verfügung gestellt.
Insgesamt summieren sich die Fördermittel des Landes seit 2017 auf 5,2 Milliarden
Euro.
● Im Einvernehmen mit den Partnern haben wir eine neue Krankenhausplanung
erarbeitet, die eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und menschliche Versorgung
gewährleistet.
● Wir haben das bundesweit erste virtuelle Krankenhaus Deutschlands geschaffen. Hier
können sich Mediziner mit Fachspezialisten etwa aus Universitätskliniken austauschen
und Hinweise für die Behandlung von Patienten erhalten. So konnten
patientengefährdende Transporte zwischen den Krankenhäusern deutlich reduziert
werden und pflegerische Ressourcen besser genutzt werden. Es nehmen bereits 40
Krankenhäuser an der telekonsiliarischen Beratung teil, über 150 Krankenhäuser
haben Verträge zur Zusammenarbeit geschlossen.
● Das Cancer Research Center Cologne Essen wurde erfolgreich als Standort des
Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) aufgenommen.
● Wir haben die Berufsanerkennung für ausländische Ärztinnen und Ärzte sowie
Pflegekräfte verbessert.
● Wir haben die Hospiz- und Palliativversorgung weiterentwickelt und stärker in die
Krankenhausstrukturen implementiert.
● Wir bekämpfen den Ärztemangel im ländlichen Raum mit einer Landarztquote. Die
Bewerberinnen und Bewerber erhalten eine Studienplatzgarantie, wenn sie sich
verpflichten, nach dem Studium auf dem Land als Hausarzt zu arbeiten.
● Wir haben die Medizinische Fakultät Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld gegründet. Dafür
stellen wir 45 Millionen Euro zur Verfügung. Der Schwerpunkt des Studiums ist
Allgemeinmedizin.
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● Qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung für alle
● Landarztquote erhöhen
● Zuverlässige Krankenhausfinanzierung
● Spezialisierung der Krankenhäuser stärken
● Klinikstandorte erhalten
● Gesundheitsbereich ist Wirtschaftsfaktor
● Krebs und Demenz besiegen
● Flächendeckende Digitalisierung im Gesundheitswesen
● Virtuelles Krankenhaus ausbauen
Für eine gute wohnortnahe Versorgung
Die Menschen auf dem Land haben ebenso wie in den Städten das Recht auf eine
angemessene und wohnortnahe Versorgung. Diese werden wir sicherstellen.
● Wir werden die Landarztquote fortführen. Studienplätze der Humanmedizin werden
wir über ein Auswahlverfahren an die vergeben, die im Anschluss an ihr Studium eine
hausärztliche Tätigkeit in einer unterversorgten Region Nordrhein-Westfalens
ausüben. Wir wollen die Zahl der Medizinstudienplätze erhöhen, die über die
Landarztquote vergeben werden.
● Die neue Medizinische Fakultät Ostwestfalen-Lippe wird weiterhin Hausärztinnen und
Hausärzte für die Region ausbilden. Die Schwerpunkte der Ausbildung bleiben
Allgemeinmedizin und ambulante Medizin.
● Die Medizinerausbildung in Siegen ist weiterhin unser Ziel.
● Wir setzen uns für möglichst barrierefreie Arztpraxen ein.
Für eine vorsorgende Krankenhausplanung
Unsere Krankenhäuser sind wichtige Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Es kann nicht allein
dem Markt überlassen werden, wo welches Krankenhaus mit welchem medizinischen
Angebot steht. Grund- und Notfallversorgung, Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin,
müssen flächendeckend und wohnortnah zur Verfügung stehen. Komplizierte medizinische
Eingriffe gehören hingegen in die Hände von Spezialisten ̶ mit ausreichend Erfahrung und
Können. Wir stehen für eine Krankenhausplanung, die den Namen verdient.
● Wir wollen eine flächendeckende Krankenhausversorgung mit Grundversorgung und
Spezialisierungen, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen.
Über- und Unterkapazitäten sollen verhindert werden.
● Wir werden die Reform der Krankenhausplanung weiterführen. Konkrete,
überprüfbare Qualitätsvorgaben auf Grundlage von Leistungsgruppen werden zu einer
zukunftsfesten, wirtschaftlich tragfähigen Krankenhausstruktur führen und die
Qualität der Krankenhausversorgung für alle Menschen verbessern.
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Kinder. Hebammen und Entbindungspfleger sind für das Wohl der werdenden Mütter und
ihrer Kinder schlicht unentbehrlich.
● Wir wollen bessere Rahmenbedingungen für Hebammen und Entbindungspfleger
schaffen und setzen uns für die Stärkung der Berufe und mehr Ausbildung ein.
● Um die Tätigkeit aufzuwerten, sprechen wir uns für die Ausweitung von Hebammen-
Kreißsälen aus, in denen die Hebammen alleinverantwortlich die Geburt begleiten.
● Mit dem neuen Krankenhausplan sorgen wir dafür, dass Geburtsstationen in guter
Qualität und zumutbarer Entfernung erreichbar sind.
Für eine bessere Finanzierung und Modernisierung der Krankenhäuser
Unsere Krankenhäuser gehören genauso wie die Feuerwehr, die Polizei, Schulen und Straßen
zur zentralen Infrastruktur des Landes. Sie müssen ausreichend finanziert werden.
● Über ein Krankenhaus-Modernisierungsprogramm werden wir in den kommenden
fünf Jahren insgesamt 2,5 Milliarden Euro mehr zur Verfügung stellen, um die
Krankenhäuser zu modernisieren und die Krankenhausversorgung zu verbessern.
● Wir werden die pauschale Krankenhausinvestitionskostenförderung verbessern und
ab dem Jahr 2023 um jährlich 200 Millionen Euro anheben um die bauliche
Infrastruktur zu modernisieren und den Herausforderungen des Klimawandels zu
begegnen.
● Die neue Krankenhausplanung wird zu notwendigen Strukturveränderungen in der
Krankenhauslandschaft führen, die Investitionen bei den Krankenhausträgern
auslösen werden. Diese müssen durch das Land finanziell unterstützt werden. Hierfür
werden wir ab dem Jahr 2023 über die Einzelförderung der Krankenhäuser rund 300
Millionen Euro jährlich für die Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen. So machen
wir die Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen fit für die Zukunft.
● Um die IT-Ausstattung von Krankenhäusern und den Schutz vor Cyber-Angriffen zu
verbessern, werden wir ab dem Jahr 2023 jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung
stellen.
● Auf Bundesebene werden wir uns für eine Reform des Fallpauschalensystems
einsetzen, um die Grundfinanzierung der Betriebskosten von Krankenhäusern der
Grund- und Notfallversorgung, der Geburtshilfen und der Kinder- und Jugendmedizin
sicherzustellen. Das aktuelle DRG-System hat sich nicht bewährt.
Für medizinische Rehabilitation
Durch medizinische Rehabilitation wird die Selbständigkeit vieler Menschen erhalten, unsere
Pflegeressourcen werden entlastet und unsere Volkswirtschaft gestärkt.
● Wir werden die medizinische Rehabilitation stärken. Eine Expertenkommission soll
dafür Vorschläge erarbeiten.
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Versorgungsqualität. Deshalb halten wir an einer starken Trägervielfalt im
Gesundheitswesen fest.
Für moderne Spitzenmedizin
Krebs und Demenz zu besiegen ist möglich. Wir in Nordrhein-Westfalen wollen einen Beitrag
dazu leisten und wirksame innovative Behandlungsmöglichkeiten schaffen
● Wir sichern einen schnellen und wohnortnahen Zugang zu Krebsmedizin nach dem
neuesten Stand der Forschung.
● Wir werden die notwendige leistungs- und zukunftsfähige Forschung stark ausbauen
und entsprechend fördern. Dazu bauen wir das Cluster Medizin.NRW weiter aus.
● Wir entwickeln das Netzwerk VIRus ALlianz NRW (Viral) weiter.
Die Digitalisierung dient dazu, den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen ambulanten,
stationären und sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung in der Fläche zu erhalten.
Auch die Teilhabe am medizinischen Fortschritt wird gesichert und durch schnelle Diagnosen
und individuell abgestimmte Therapien wird der Heilungserfolg erhöht. Das von uns
geschaffene virtuelle Krankenhaus hat sich gerade in der Corona-Pandemie als voller Erfolg
gezeigt.
● Telemedizin kann Leben retten. Deshalb werden wir das Virtuelle Krankenhaus weiter
ausbauen. Die herausragende Expertise der Universitätskliniken werden wir so den
Krankenhäusern in der Fläche zugänglich machen, die Versorgung weiter verbessern
und können knappe Ressourcen effektiver nutzen.
● Nach der Intensivmedizin und Infektiologie werden wir das Virtuelle Krankenhaus auf
weitere Indikationen und auf alle Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen ausdehnen.
Wir werden sicherstellen, dass telemedizinische Leistungen, Telekonsile und
Televisiten angemessen vergütet werden.
● Das Telenotarztsystem ergänzt die Strukturen des Rettungswesens. Hiervon
profitieren vor allem die Patientinnen und Patienten, bei denen jede Minute zählt. Wir
werden das bundesweit vorbildliche Telenotarztsystem in Nordrhein-Westfalen
flächendeckend ausbauen und die telenotfallmedizinische Versorgung landesweit
weiter verbessern.
● Das System der sogenannten Portalpraxen werden wir mit den Krankenhäusern und
den Kassenärztlichen Vereinigungen in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen, um die
Zusammenarbeit zwischen den Sektoren Ambulant und Stationär sowie die
Notfallversorgung zu stärken.
● Damit Patientinnen und Patienten schnell zum richtigen Behandlungsort
weitergeleitet werden können, wollen wir einen zentralen Empfang („Ein-Tresen-
Modell“) bzw. ein strukturiertes Ersteinschätzungssystem in den Krankenhäusern,
Notfalldienstpraxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und in der ambulanten
Arztpraxis. Damit wollen wir die Inanspruchnahme der Klinikambulanzen und
Notaufnahmen verringern.
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Rahmenbedingungen und der Finanzierungsrahmen für eine sektorenübergreifende
Versorgung und innovative Angebote geschaffen werden.
Die Expertise und die Versorgungsmöglichkeiten der Hochschulmedizin müssen den
Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum noch stärker zur Verfügung stehen.
● Wir werden die Universitätskliniken technisch und baulich mit moderner
Medizintechnik und leistungsfähigen digitalen Infrastrukturen ausstatten.
● Für den Ausbau der Medizinischen Fakultät Ostwestfalen-Lippe zu einem
Universitätsklinikum werden wir eine Milliarde Euro in der Region investieren.
● Wir unterstützen den Verbund des Universitätsklinikums Köln mit den Städtischen
Kliniken Köln zu einem universitären Gesundheitscluster Köln.
Für einen starken öffentlichen Gesundheitsdienst
Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig ein gut aufgestellter Öffentlicher
Gesundheitsdienst (ÖGD) ist nicht nur im Krisenfall.
● Wir werden den Öffentlichen Gesundheitsdienst weiter stärken und das Gesetz über
den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Nordrhein-Westfalen überarbeiten.
● Wir werden landesweite Krisenmanagementstrukturen im ÖGD etablieren, das
Landeszentrum für Gesundheit (LZG) ausbauen und dessen Aufgaben gesetzlich neu
definieren. Wir werden eine Weiterentwicklung des LZG zu einem
Landesgesundheitsamt prüfen.
● Wir werden die Akademie für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (AfÖG) in
Düsseldorf für seine Aufgaben in Ausbildung und Qualifikation stärken und die
Vernetzung des ÖGD mit Krankenhäusern, Hochschulmedizin und dem
Katastrophenschutz ausbauen.
5. Pflege
Wir wollen für alle eine qualitativ gute und menschliche Pflege. Weil immer mehr Menschen
immer älter werden, brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen gerade im familiären
Umfeld.
Das haben wir erreicht
● Seit 2021 übernimmt das Land das Schulgeld für Schülerinnen und Schüler bzw.
Auszubildende in Gesundheitsfachberufen. Damit haben wir die Ausbildung attraktiver
gemacht. Über 17.400 Auszubildende haben 2021 die Ausbildung im Pflegebereich
begonnen so viele wie noch nie zuvor in Nordrhein-Westfalen.
● Wir haben einen Fonds zur Finanzierung der Pflegeausbildung in Höhe von 1,3
Milliarden Euro eingerichtet. Die Zahl der Auszubildenden konnte seit 2017 um rund
ein Drittel gesteigert werden.
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unterstützt.
● Für eine ausreichende Zahl an Fachkräften stärken wir bereits im Rahmen der
Berufsfeldorientierung die Pflege- und Gesundheitsfachberufe.
● Wir haben die monatliche Schulkostenpauschale in der Pflegefachassistenz um 200
Euro auf 585 Euro bei den Pflegeschulen angehoben.
● Wir haben 300 zusätzliche und öffentlich finanzierte Studienplätze für die
akademische Ausbildung von Hebammen eingerichtet.
Machen, worauf es ankommt
● Pflegerische und gesundheitliche Versorgung sicherstellen
● Mehr Fachkräfte in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen
● Pflegende Angehörige unterstützen
● Begrüßungsgeld für Pflegekräfte
Für eine Versorgung vom Menschen aus
Der pflegebedürftige Mensch steht für uns im Mittelpunkt der Versorgung. Die Pflege muss
sich an seinen Bedürfnissen und Wünschen und denen ihrer Angehörigen orientieren.
● Wir wollen pflegebedürftigen Menschen ein möglichst selbständiges Leben
ermöglichen. Wichtig ist, die Angehörigen so zu stärken, dass sie einen qualitativ
gesicherten Beitrag zur Versorgung der zu pflegenden Menschen leisten können.
● Wir werden die Angehörigen und Familien bei der Pflege weiter unterstützen. Uns ist
die Stärkung ihrer Entscheidungsfreiheit wichtig, bspw. durch den Ausbau zusätzlicher
und verlässlicher Kinderbetreuungsmöglichkeiten, wie durch „Vorzugsplätze“ in der
Kita oder eine Initiative für zusätzliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten an
Krankenhäusern, Tages- und Pflegeeinrichtungen.
● Wir setzen uns ein für flexibel gestaltbare Arbeitszeiten für pflegende Angehörige,
bspw. über individuell anpassbare Arbeitszeitkorridore.
● Wir wollen eine an der Elternzeit orientierte Pflegezeit. Auf Bundesebene werden wir
eine Initiative für die Einführung eines Pflegegeldes, ebenfalls orientiert am Elterngeld,
als Lohnersatzleistung starten.
● Wir wollen die Flexibilisierung der Angebote im Rahmen der Kurzzeit- und Tagespflege
weiter ausbauen.
● Die individuelle Betrachtung der Pflegebedürftigen steht bei uns im Fokus. Deshalb
werden wir wohnortnahe Versorgungsangebote und die Unterstützung im Quartier
ausbauen.
● Die Pflegeversicherung und ihre Leistungen müssen ständig überprüft und verbessert
werden. Dafür setzen wir uns beim Bund ein.
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Gute Pflege benötigt qualifiziertes und motiviertes Personal. Pflege braucht mehr Zeit und
weniger Hektik und weniger Dokumentation, dafür mehr menschliche Zuwendung. Daher
werden wir die Zahl der Pflegekräfte erhöhen, z. B. durch die Anwerbung von ausländischen
Fachkräften.
● Wir werden ein Begrüßungsgeld für Pflegekräfte in Höhe von einmalig max. 3.000 Euro
pro Person zahlen. Perspektivisch wollen wir so bis zu 10.000 neue Pflegekräfte pro
Jahr gewinnen. Wir setzen uns für eine dauerhafte Integration und den Verbleib der
angeworbenen Fachkräfte in Nordrhein-Westfalen ein.
● Zur Unterstützung bei kurzfristigem Personalmangel in Pflegeeinrichtungen,
ambulanten Pflegediensten und Krankenhäusern streben wir die Einrichtung von
Personalpools in den Pflegeberufen an.
● Wir setzen uns für die Durchführung von Modellvorhaben zur Erprobung von
zukünftigen Personalbemessungsinstrumenten in allen Bereichen der pflegerischen
und gesundheitlichen Versorgung ein.
● Wir setzen uns für einen Personalmix in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern
ein, der alle vorhandenen Qualifikationsstufen angemessen berücksichtigt und
unterstützen die Umsetzung solcher Personalmixmodelle.
Gut qualifiziertes Personal in ausreichendem Umfang ist der Schlüssel für eine gute
Versorgung. Hierfür sind u. a. attraktive Ausbildung, verlässliche und angemessene
Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der Professionen wichtig.
● Wir setzen uns für eine flächendeckende, nachhaltige und vor allem
sektorenunabhängige tarifliche Vergütung aller Pflegekräfte ein.
● Wir werden weitere Fördermöglichkeiten für Praktika im Bereich der Pflege- und
Gesundheitsfachberufe schaffen und werden uns auf Bundesebene für eine Stärkung
des freiwilligen Jahres dort einsetzen.
● Gemeinsam mit den Akteuren werden wir eine landesweite Informationskampagne für
die Pflege- und Gesundheitsfachberufe starten. Junge Menschen sollen einen Einblick
in den Pflegebereich erhalten. Dafür wollen wir die Attraktivität eines freiwilligen
sozialen Jahres steigern, z. B. durch ein zusätzliches „Danke-Geld“ am Ende der
Dienstzeit, eine verbesserte Anrechnung bei der Rentenanwartschaft oder besondere
Sachanreize wie etwa Freifahrten mit der Deutschen Bahn.
● Um Pflegepersonal im Beruf zu halten und den Wiedereinstieg zu ermöglichen,
unterstützen wir den Ausbau zusätzlicher und verlässlicher
Kinderbetreuungsmöglichkeiten, bspw. durch Vorzugsplätze oder eine Initiative zur
Schaffung von zusätzlichen Kinderbetreuungsmöglichkeiten an Krankenhäusern,
Tages- und Pflegeeinrichtungen.
● Wir erarbeiten weitere Unterstützungsmöglichkeiten für den Wiedereinstieg von
ausgebildeten Pflegekräften, z. B. landesgeförderte Auffrischerkurse, Unterstützung
gestufter Wiedereingliederungsmodelle oder eine Wiedereinsteigerprämie.
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den Gesundheitsfachberufen einsetzen.
● Zur Sicherstellung einer hochwertigen pflegerischen und gesundheitlichen
Versorgung, zur Ausweitung der Qualifizierungsmöglichkeiten und damit auch zur
Steigerung der Attraktivität werden wir die Studienkapazitäten in den Pflege- und
Gesundheitsfachberufen deutlich ausbauen.
● Gute Ausbildung benötigt qualifizierte Lehrkräfte. Deshalb werden wir die
Qualifikationsmöglichkeiten der Lehrenden und die Kapazitäten in den Pflege- und
Gesundheitsfachberufen ausbauen.
● Wir setzen den Ausbau von Ausbildungsplätzen in der Pflegefachassistenz konsequent
fort und unterstützen die Einrichtungen bei der Durchführung praktischer
Ausbildungsanteile.
Für Mitsprache-, Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten
● Wir unterstützen den laufenden Aufbau der Pflegekammer in NRW zu einer starken,
berufsständischen Institution.
● Wir unterstützen die Aktivitäten zur Errichtung einer Bundespflegekammer.
● Wir schaffen möglichst weitreichende Beteiligungs-, Mitsprache- und
Mitbestimmungsmöglichkeiten für die weiteren Gesundheitsfachberufe in den
zuständigen Landesgremien.
6. Ehrenamt
Es gibt viele soziale Orte und Institutionen, in denen in Nordrhein-Westfalen täglich von
Millionen ehrenamtlich engagierten Menschen Solidarität gelebt wird. Dieses Miteinander ist
das lebendige Fundament unserer Gesellschaft, es hält sie zusammen. Es macht Nordrhein-
Westfalen erst so lebens- und liebenswert. Wir wollen es weiter stärken und fördern.
Das haben wir erreicht
● Wir haben eine Engagement-Strategie des Landes entwickelt. Sie berücksichtigt die
Wünsche der Ehrenamtlichen nach unbürokratischen Förderverfahren und
ergänzenden Angeboten zur Aus- und Weiterbildung
● Wir haben die Zuschüsse des Landes zunächst bis 2025 um 24 Millionen Euro erhöht.
● Mit dem Programm „Neustart miteinander“ unterstützen wir Vereine mit bis zu 10.000
Euro, um nach der Corona-Zeit wieder durchstarten.
● Wir haben den Steuerfreibetrag für Übungsleiterinnen und -leiter von 2.400 Euro auf
3.000 Euro und die Ehrenamtspauschale von 720 Euro auf 840 Euro angehoben.
● Gemeinnützige Vereine müssen erst dann Körperschaft- oder Gewerbesteuer zahlen,
wenn ihre Bruttoeinnahmen 45.000 Euro übersteigen davor lag die Freigrenze bei
35.000 Euro.
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Mittelverwendung bei jährlichen Einnahmen bis zu 45.000 Euro abgeschafft worden
ist.
Machen, worauf es ankommt
● Ehrenamt zum Staatsziel in der Landesverfassung machen
● Noch mehr Orte der Begegnung schaffen
● Zusammenarbeit von Verwaltung und Vereinen neu denken
● Mitgliedsbeiträge steuerlich absetzbar machen
● Übungsleiterpauschale anheben
● Engagement-Schecks einführen
Für eine Weiterentwicklung des Ehrenamtes
Das Ehrenamt verdient große Wertschätzung und handfeste Unterstützung.
● Diese werden wir mit unserer Engagement-Strategie weiter ausbauen.
● Wir wollen das Ehrenamt in den Verfassungsrang heben.
● Die ehrenamtlich Tätigen benötigen Begegnungsorte wie Vereinshäuser oder
Dorfgemeinschaftshäuser für ihre Arbeit, die Gesellschaft und für das Miteinander. Wir
wollen dort Orte der Begegnung schaffen, wo heute noch keine vorhanden sind.
● Wir werden das Förderprogramm „Dorferneuerung“, das bürgerschaftliches
Engagement in den Dörfern und die dörflich geprägten Gemeinden unterstützt,
ausbauen.
● Analog zu dem in der vergangenen Legislaturperiode sehr erfolgreichen Programm
„Moderne Sportstätte 2022“ werden wir ein Förderprogramm für Vereine in den
Bereichen Kultur, Heimat und Tradition auflegen. Denn auch hier braucht alte
Infrastruktur neuen Glanz.
● Wir wollen unsere Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler weiter von Bürokratie befreien
und Berichtspflichten auf das Notwendige reduzieren. Jeder im Vorstand Engagierte
muss Formulare jenseits der eigenen beruflichen Erfahrung ausfüllen können.
● Wir werden die rechtlichen Grundlagen vereinfachen, um den Bürokratisierungs- und
Verwaltungsaufwand für die Vereine zu reduzieren.
● Wir werden die regelmäßig anfallenden Gebühren für die Vereine, z. B. für die
Abnahme der Schießstände auf den Schützenplätzen, überprüfen.
● Wir wollen die Eigentumsbildung und Erhaltungsaufwendungen von Vereinen
steuerlich erleichtern und die Möglichkeiten zur Bildung freier Rücklagen zeitlich
erweitern. Gleiches streben wir für die Fristen zur Verwendung von gebundenen
Rücklagen an.
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nochmals zu erhöhen. Viele Vereine erwirtschaften keinen Gewinn, zahlen jedoch
Umsatzsteuer.
● Wir werden prüfen, inwiefern Ausbildungskosten für Seminare oder
Weiterbildungen steuerlich geltend gemacht werden können und setzen uns dafür
ein, Steuererklärungen für Vereine über eine Weiterentwicklung des ELSTER-
Programms zu vereinfachen, um Beratungskosten zu sparen.
● Um den Mitgliederschwund aus der Corona-Zeit aufzuarbeiten, werden wir
sogenannte Engagement-Schecks für die finanzielle Unterstützung von
Schnupperkursen, Interessierten-Abenden oder Werbeaktionen einführen.
● Wir bringen das Ehrenamt an die Schulen und wollen Vereine noch stärker in
Ganztagsbereich der Schulen einbinden.
● Wir werden prüfen, ob der Erwerb der Jugendleiter-Card (Juleica) an den Schulen unter
Beteiligung der Jugendverbände möglich ist.
● Um das ehrenamtliche Engagement von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu
stärken, werden wir bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und innerhalb der
Gesellschaft für mehr Akzeptanz sowie Verständnis werben.
● Wir unterstützen die Vereine dabei, das Potenzial von Menschen mit Behinderung
sowie von Menschen, die zugewandert sind, künftig noch stärker zu nutzen. Dafür
braucht es u. a. barrierefreie und mehrsprachige Informationen über Vereine, deren
Strukturen und Betätigungsfelder für Interessierte.
● Wir sprechen uns für eine weitere Anpassung der Übungsleiterpauschale für
ehrenamtlich Tätige aus.
● Wir wollen, dass Aus- und Fortbildungskosten genau wie Aufwendungen für
Wegestrecken und Ausstattungen für Homeoffice-Arbeitsplätze für Vereinsvorstände
für ehrenamtliche Aufgaben steuerlich anerkannt und gefördert werden.
● Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität von Freiwilligendienstlern mit einem Zuschuss
für Zeit-Tickets im ÖPNV ohne Anrechnung auf das Taschengeld durch die Träger zu
fördern.
● Die Erfahrungen mit der Umsetzung digitaler Gremiensitzungen in Kommunen werden
wir eng begleiten und fördern so die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Politik.
● Wir setzen uns auf Bundesebene dafür ein, dass der Steuerfreibetrag für
Entschädigungen, die für die Wahrnehmung eines kommunalpolitischen Ehrenamtes
gezahlt werden, erhöht wird.
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Nordrhein-Westfalen ist mit seinen vielfältigen Regionen und seinem reichen kulturellen Erbe
ein europäisches Kulturland ersten Ranges. Kultur und Kunst sind nicht nur Teil unserer
Identität, sie sind Aushängeschild unseres Bundeslandes und ein starker Wirtschaftsfaktor.
Kultur verbindet Menschen und gestaltet Heimat.
Das haben wir erreicht
● Wir haben mit einem eigenständigen Kulturministerium seit 2017 eine Vielzahl von
Initiativen zur Stärkung von Kunst und Kultur auf den Weg gebracht.
● Mit zusätzlichen 100 Millionen Euro haben wir den Kulturhaushalt schrittweise um 50
Prozent erhöht.
● Wir haben das Programm „JeKits Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ gestärkt.
Daran nehmen mittlerweile rund 77.000 Schülerinnen und Schüler aus 1.000 Schulen
teil.
● Die Zuschüsse für kommunale Theater und Orchester haben wir angehoben, die
Landesförderung für die öffentlichen Musikschulen verdreifacht und die Freie Szene
substanziell gefördert.
● Wir haben die Akademie für Digitalität und Theater in Dortmund mitgegründet.
● Die digitale Erfassung von Sammlungsbeständen und die Erstellung eines Digitalen
Kunstregisters haben wir in Modellprojekten erfolgreich realisiert.
● Mit Dritten Orten geben wir Impulse für eine sinnvoll gebündelte kulturelle
Grundversorgung im ländlichen Raum.
Machen, worauf es ankommt
● Kulturhaushalt um weitere 50 Prozent erhöhen
● Teilhabe-Chancen durch Weiterentwicklung der kulturellen Bildung vergrößern
● Diversität und soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern
● Tempo bei der Digitalisierung im Kulturbereich
● Künstler- und Kulturförderung mit weniger Vorschriften und Regularien
Für unsere einzigartige Kultur
Nordrhein-Westfalen hat eine reiche Kultur. Sie ist weit über die Grenzen hinaus anerkannt.
Künstlerinnen und Künstler sollen in Nordrhein-Westfalen optimale Bedingungen für
vorfinden.
● Wir werden Künstlerinnen und Künstler mit einem nachhaltigen und passgenauen
Fördersystem gute Lebens- und Produktionsbedingungen in unserem Land bieten.
● Wir werden den Kulturhaushalt des Landes erneut schrittweise um 50 Prozent
anheben.
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kommunale Theater und Orchester von derzeit rund zehn Prozent perspektivisch auf
20 Prozent erhöhen.
● Durch Kooperationen werden wir die kulturelle Infrastruktur weiter stärken, um dem
Ziel einer dialogorientierten Kulturpolitik näher zu kommen. Dazu werden wir einen
Verstärkungsfonds für kommunale oder kommunal geförderte Kultureinrichtungen
schaffen.
● Wir werden die Künstlerinnen und Künstler mit dem Ausbau eines neu strukturierten
Programms für Förderstipendien gezielter unterstützen.
● Nach der Neugestaltung des Förderpreises NRW und der Neuaufstellung des
Programms Urbane Künste Ruhr werden wir weiterhin junge Künstlerinnen und
Künstler fördern.
● Wir werden die Einnahmesituation der Künstlerinnen und Künstler verbessern und
ihre soziale Absicherung dauerhaft sicherstellen. Wir streben eine gemeinsame Lösung
der Länder mit dem Bund an.
● Wir werden die Freie Szene in allen Sparten weiterhin stärken und die neuen
Fördermodelle ausweiten. Damit erhalten Ensembles Planungssicherheit und die
Ausbildung von unterstützenden Strukturen wird möglich.
● Mit mehrjährigen Förderungen sorgen wir für die Entbürokratisierung.
Unsere Neuregelung in dieser Legislaturperiode hat das Thema Sonntagsschutz befriedet und
weitgehend gerichtsfest gemacht. Daran halten wir fest.
Diversität ist nicht nur Querschnittsthema, sondern wesentlicher Bestandteil unseres
kulturpolitischen Verständnisses. Wir werden sie stärken.
● Das Regionale Kulturprogramm wird weiterentwickelt. Das Erfolgsmodell der Dritten
Orte werden wir flächendeckend ausbauen.
● Aufbauend auf dem erfolgreichen Gesamtkonzept Diversität und Teilhabe in Kunst und
Kultur unterstützen wir die Gründung eines Kompetenzzentrums Diversität als Service-
und Beratungseinrichtung.
● Das Thema Nachhaltigkeit betrifft Kunst und Kultur in ökologischer, ökonomischer und
sozialer Hinsicht und gehört zu den wichtigen Innovationstreibern in kulturellen
Einrichtungen. Wir werden innovativ-nachhaltige Ansätze fördern.
Die Digitalisierung von Kunst und Kultur hat durch die Pandemie einen Schub erlebt.
● Wir werden die Digitalität in den vier Dimensionen von Kunstproduktion über
Vernetzung, Vermittlung und die Bewahrung des kulturellen Erbes weiterentwickeln.
● Für Künstlerinnen und Künstler werden wir gemeinschaftlich nutzbare digitale
Produktionsstätten mit neuesten Technologien fördern und neue Experimentierräume
schaffen.
● Wir werden die digitale Erfassung von Sammlungsbeständen für alle Museen in der
Fläche umsetzen.
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Westfalen. Deshalb denken wir sie in der konzeptionellen Kulturförderung mit.
● Wir werden einen Kulturwirtschaftsbericht vorlegen, um Datenmaterial für eine
zielgenaue Förderung zu generieren.
● Wir werden eine neue Förderrichtlinie für die Kultur- und Kreativwirtschaft schaffen.
● Insbesondere die vielen kleinen, unabhängigen Buchverlage leisten einen wichtigen
Beitrag zur kulturellen Vielfalt. Daher wollen wir sie mit einem eigenen
Förderprogramm unterstützen.
● Wir wollen die vielfältigen Aktivitäten der Popkultur unterstützen, die über das
POPBOARD NRW gebündelt werden.
Für kulturelle Bildung in jedem Alter
Kulturelle Bildung ist lebenslange Bildung. Wir werden daher attraktive Angebote für
Erwachsene und Senioren erhalten und neue schaffen.
● Wir werden die Ausgaben für kulturelle Bildung in den kommenden Jahren verdoppeln
und die Angebote für die Kita wie für junge Erwachsene, für Auszubildende wie für
ältere Menschen erweitern. Wir verankern sie in der Aus- und Fortbildung der
Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrkräfte sowie in den Einrichtungen der
Erwachsenen- und Weiterbildung.
● Die erfolgreiche Musikschuloffensive werden wir ausweiten. Indem wir den
Finanzierungsanteil des Landes steigern, ermöglichen wir mehr feste Stellen und
sorgen für dauerhafte Qualität des Unterrichts.
● Wir werden das Programm „JeKits Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“
absichern.
Für den Erhalt und die Förderung der Erinnerungs- und Vertriebenenkultur
Erinnerungskultur ist Teil der historisch-politischen Bildung. Sie trägt zum gegenseitigen
Verständnis der Menschen bei.
● Wir stärken die Arbeit der Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen und nutzen dabei
digitale Möglichkeiten für die Wissensvermittlung.
● Wir werden die Errichtung einer Erinnerungsstätte „Unna-Massen“ im Zusammenspiel
mit dem Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens weiter begleiten.
● Wir wollen das ehemalige Stalag 326, das jeder dritte sowjetische Kriegsgefangene
in der Mehrheit ukrainischer Herkunft im Deutschen Reich zwischen 1941 und 1945
durchlief, zu einer Gedenkstätte von nationaler Bedeutung ausbauen.
● Unsere Wertschätzung gilt den deutschen Heimatvertriebenen und
(Spät-)Aussiedlern, die wesentlich dazu beigetragen haben, Nordrhein-Westfalens und
Deutschlands Wohlstand aufzubauen und zu sichern. Deshalb wollen wir den
Landesbeirat sowie den Beauftragten für Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler
stärken.
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als Zentrum für Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa NRW
etablieren. Dies geschieht in Kooperation mit den Institutionen, die für die Pflege und
Erinnerung der Kultur der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler zuständig sind.
8. Sport
Nordrhein-Westfalen ist das Sportland Nummer 1. Sport hält nicht nur fit. Sport bildet,
aktiviert, begeistert und bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Er befördert
die Ausbildung von Kompetenzen wie Toleranz und Fairness, gibt Chancen, Verantwortung zu
übernehmen und sich dem Wettbewerb zu stellen. Viele Sportvereine engagieren sich bereits
in der Inklusion von Menschen mit Behinderung. Gute Infrastruktur und starke Vereine sind
für den Leistungs- und den Breitensport von hoher Bedeutung. Wir wollen diese nachhaltig
unterstützen.
Das haben wir erreicht
● Mit unserem einzigartigen Programm „Moderne Sportstätte 2022“ mit einem
Fördervolumen von 300 Millionen Euro haben wir die Vereine gestärkt. Gleiches gilt
für die Erhöhung und Dynamisierung der Sportpauschale.
● Mit der Förderung von Breiten- und Leistungssport, der Zielvereinbarung „Nr. 1:
Sportland Nordrhein-Westfalen“, den Aktionsplänen „NRW kann schwimmen“ oder
„Sport und Inklusion“ haben wir die Sportbegeisterung in unserem Land unterstützt.
● Wir konnten bereits zahlreiche Großsportereignisse nach Nordrhein-Westfalen holen
und damit unser Land als weltoffenes Land und guten Gastgeber präsentieren.
Machen, worauf es ankommt
● Alle Kinder sollen schwimmen können
● Breiten- wie Leistungssport ausbauen
● Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2027“ auflegen
● Förderprogramm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ fortsetzen
● Nordrhein-Westfalen als paralympisches Zentrum ausbauen
Für Kinder, die sicher schwimmen können
Schwimmen ist eine gesundheitsfördernde Kultur- und Sporttechnik mit lebensrettender und
lebenserhaltender Funktion. Die Zahl an Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmern,
insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, wächst.
● Wir wollen, dass jedes Kind spätestens am Ende der 6. Klasse sicher schwimmen kann.
Dafür werden wir den Aktionsplan „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2022-
2027“ starten.
● Wir werden eine Offensive zur Gewinnung und Ausbildung von Schwimmlehrerinnen
und Schwimmlehrern starten, neue geeignete Wasserflächen erschließen und mit
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durchführen.
● Wir etablieren ein Schwimmzentrum in Nordrhein-Westfalen, in dem Aufgaben des
Schwimmenlernens auf unterschiedlichen Niveaustufen bis hin zum Lebensretten im
Wasser gebündelt werden können.
Für starken Breiten- und Leistungssport
● Wir werden ein Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2027“ auflegen, um die
Infrastruktur der Sportstätten weiter zu sanieren und im Hinblick auf die gesetzten
Klimaziele energetisch zu modernisieren.
● Wir werden ein verpflichtendes jährliches Schulsportfest wieder einführen.
● Wir werden den qualitativen Ausbau der Sportschulen inklusive Gründung und Aufbau
eines Netzwerks ausgewiesener Sportgrundschulen fortsetzen.
Für gelingende Sportgroßveranstaltungen
● Unsere Erfahrung und Expertise als Austragungsort herausragender
Sportgroßveranstaltungen werden wir international festigen und ausbauen.
● Wir wünschen uns weiterhin Olympische und Paralympische Sommerspiele in
Nordrhein-Westfalen. Wir sind zuversichtlich, mit einem innovativen und nachhaltigen
Konzept eine gute und international konkurrenzfähige Bewerbung abgeben zu können.
Dabei sind uns die Akzeptanz der Bevölkerung, ein nachhaltiges Regionen-Konzept
(basierend auf der Agenda 2020 des IOC), eine transparente Kostenplanung und ein
nachhaltiger Effekt auf die Infrastruktur über die Spiele hinaus wichtig.
IV. STARKES NORDRHEIN-WESTFALEN
1. Digitalisierung, Innovationen und Gründungen
Die Digitalisierung eröffnet uns Möglichkeiten, von denen andere Generationen nur träumen
konnten. Sie ist der große Treiber der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung. Sie
schafft enorme Chancen auch für Menschen mit Behinderung und sichert Teilhabe.
Eine neue Gründerkultur hat das Gründungsumfeld in Nordrhein-Westfalen seit 2017 stark
verbessert. Innovationen werden in unserem Land gedacht, entwickelt und sichern
Arbeitsplätze.
Das haben wir erreicht
● Wir sind das am besten mit gigabitfähigem Netz versorgte Flächenland: Mittlerweile
haben über 93 Prozent der Haushalte Zugriff auf >100Mbit/s.
● Mit dem Mobilfunkpakt haben wir den Ausbau beschleunigt.
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Digitalisierung der Landesverwaltung auf das Jahr 2025 vorverlegt. Bisher haben wir
bereits über 100 Vorschriften auf medienbruchfreie Kommunikation getrimmt.
● Wir haben serviceorientierte, digitale Verwaltungsangebote für Menschen,
Kommunen und die Wirtschaft geschaffen, die alle zentral über digital-direkt.nrw
erreicht werden können.
● Das „Gründerstipendium.NRW“ ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 2018 haben wir bereits
3.000 Gründerinnen und Gründer mit 1.000 Euro monatlich für ein Jahr gefördert. Wir
haben Gründerinnen und Gründern ein Urlaubssemester ermöglicht.
● Wir stärken die exzellente nordrhein-westfälische Forschung mit dem
Kompetenzzentrum Quantencomputing „EIN. Quantum NRW“, das die vielen in
unserem Land verteilten Kompetenzen intelligent bündelt.
Machen, worauf es ankommt
● Gigabit-Land werden mit einem schnelleren Ausbau der digitalen Infrastruktur
● Superschnelles Internet
● Weiße Flecken im Mobilfunknetz schließen und Netzkapazitäten steigern
● Bürger- und unternehmensfreundliche Verwaltung schaffen
● Gründungen mit den besten Köpfen für neue Arbeitsplätze und innovative Produkte
ermöglichen
● Spitze bei Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz werden
Für eine verlässliche und stabile digitale Infrastruktur
Auf den bisherigen Erfolgen wollen wir aufbauen und eine Vollversorgung mit Gigabit-
Geschwindigkeit erreichen. Wir schließen die letzten wenigen Mobilfunklöcher.
● Nordrhein-Westfalen soll das erste Bundesland werden, das „Double Gigabit“ bis 2025
umsetzt. Bis Ende 2024 werden wir eine nahezu vollständige 5G-Versorgung in
Nordrhein-Westfalen erreichen und dazu mindestens 10.000 Mobilfunkstandorte mit
5G erweitern.
● Wir werden den Gigabit-Masterplan bis 2025 umsetzen. Davon profitieren
Gewerbegebiete und Schulen, die bis Ende 2022 mit einem Gigabit-Anschluss versorgt
werden.
● Uns ist wichtig, teuren Tiefbau zu verhindern und Trenching dort, wo technisch
möglich, stärker zu nutzen. Die Nutzung von Leerrohrkapazitäten ist mittlerweile eine
Selbstverständlichkeit.
● Den Mobilfunkausbau werden wir insbesondere im ländlichen Raum mit den
Mobilfunkkoordinatorinnen und -koordinatoren in den Kreisen und kreisfreien Städten
weiter beschleunigen.
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Mobilfunkstandards 6G federführend beteiligt ist und werden gemeinsam mit den
Ausrüstern und Netzbetreibern in Nordrhein-Westfalen Testfelder aufbauen.
Für Spitzenforschung mit Quantencomputing, Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit
Quantencomputing ist ein „Game Changer“.
● Wir wollen Nordrhein-Westfalen zum Technologieführer bei Quantencomputing
machen dazu werden wir landesweit 50 Professuren für Quantencomputing
einrichten.
● Wir werden das Kompetenzzentrum Quantencomputing „EIN. Quantum NRW“ in den
kommenden fünf Jahren mit 50 Millionen Euro stärken.
● Wir werden aus dem Projekt Photonisches Quantencomputing (PhoQC) an der
Universität Paderborn heraus perspektivisch ein international führendes
Forschungszentrum schaffen.
● Wir werden das Center for Quantum Science and Engineering im Rheinischen Revier
als Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Jülich und den Fraunhofer
Instituten in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen.
● Wir werden ein „Technologie-Forecasting NRW“ einführen. Ziel ist die Identifikation
von zukünftig relevanten Technologiefeldern, um bei diesen Technologien strategisch
frühzeitig einzusteigen.
Wir werden den Ausbau von Künstlicher Intelligenz in Nordrhein-Westfalen weiter fördern.
● Die etablierte Kompetenzplattform KI.NRW, die die Hotspots aus Wissenschaft und
Wirtschaft koordiniert, werden wir zu einem Kompetenznetzwerk in Deutschland und
Europa ausbauen.
● Genau wie Quantencomputing ist Künstliche Intelligenz eine Technik mit gewaltigem
Potenzial. Daher werden wir hierfür ebenfalls landesweit 50 Professuren einrichten.
● Wir werden den Cybersecurity-Standort Nordrhein-Westfalen mit den beiden
Leuchttürmen des Max-Planck-Instituts für Sicherheit und Privatsphäre und des Horst-
Görtz-Instituts der Ruhr-Universität Bochum weiter ausbauen.
● Das Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr werden wir stärken. Es
verzahnt grundlagenorientierte und anwendungsnahe Spitzenforschung,
wissenschaftlichen Nachwuchs und Technologietransfer.
Für den Weg zur internationalen Start-up-Nation
Neue Ideen entstehen dort, wo ein gutes Gründerklima herrscht. Eine starke Start-up- und
Innovationskultur soll das Aushängeschild Nordrhein-Westfalens werden, einen Nutzen für
die Menschen stiften und unser Bundesland zum Keyplayer machen.
● Für die Wettbewerbsfähigkeit der nordrhein-westfälischen Wirtschaft muss die
Verfügbarkeit souveräner Cloud-Services (Datenspeicher-Angebote) Standard sein.
Dafür werden wir die bereits vorhandene Dateninfrastruktur GAIA-X.NRW stärken.
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und Innovationen zu fördern, insbesondere von Start-ups.
● Wir setzen auf Scale-ups (schnelles Wachstum von Start-ups) durch konsequente
Investorenpolitik, um mehr Wagniskapital für Gründerinnen und Gründer zu
gewinnen.
● Wir wollen, dass in Nordrhein-Westfalen gegründete und gewachsene Start-ups im
Land bleiben. Dazu werden wir eine Strategie mit allen Stakeholdern erarbeiten, um
Börsengänge unserer Technologie-Start-ups attraktiv zu machen.
● Wir etablieren eine halbjährliche NRW.Matchup-Veranstaltung und sorgen für eine
aktive Ansprache von Familienunternehmen und Business Angels.
● Wir werden einen Wettbewerb für Entrepreneurship an den Hochschulen in
Nordrhein-Westfalen starten. Wir werden sie durch Wagniskapital unterstützen und
eine Marke für Tech Entrepreneurship in Nordrhein-Westfalen setzen.
● Die Gründerstipendien in Nordrhein-Westfalen sind ein Erfolgsmodell und helfen
Gründerinnen und Gründern substanziell. Wir werden diese fortsetzen und erweitern.
Dazu gehört eine Plattform „Impact.NRW“ zur Förderung von Social Entrepreneurship
und sozialer Innovation, die wir weiterentwickeln werden.
● Wir setzen auf Diversity in der Start-up-Landschaft. Dazu werden wir ein Programm zur
Förderung von Start-ups von Gründerinnen sowie von Start-ups von Gründern mit
Migrationshintergrund aufsetzen.
Für eine bürgerfreundliche Verwaltung
Die Digitalisierung der Verwaltung ermöglicht Behördengängen von zu Hause aus. Darüber
hinaus führt sie zu einer Modernisierung und Effizienzsteigerung der Verwaltung. Mit
meineverwaltung.nrw haben wir bereits den Grundstein für ein zentrales Serviceportal gelegt.
● Mithilfe der digitalen Identität der Bürgerinnen und Bürger wollen wir Behördengänge
überflüssig machen. Sie sollen von zu Hause mit einer anwendungsfreundlichen und
datensicheren Smartphone-App möglich sein, die alle Bürgerservices in Nordrhein-
Westfalen vereint.
● Verwaltungsdienstleistungen müssen zu jeder Zeit digital zur Verfügung stehen. Dabei
braucht es medienbruchfreie Verwaltungsprozesse.
● Wir werden Digital-Coaches für die Kommunen schaffen, die ihnen bei der
Digitalisierung helfen sollen.
● Wir stärken das Open Government in der digitalen Verwaltung. Amtliche
Informationen, insbesondere Verwaltungsdaten, müssen in größerem Umfang als
Open Data verfügbar gemacht werden.
● Das Kommunalportal.NRW werden wir zu einem echten, umfassenden Leitportal mit
übertragbaren, digitalen Diensten für die Kommunen entwickeln. Somit können sie
jederzeit auf zentrale Lösungen des Landes für digitale Angebote kostenfrei
zurückgreifen.
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ländlichen Raum. Dass dezentrales Arbeiten in vielen Bereichen der Verwaltung
funktionieren kann, hat die Corona-Pandemie gezeigt.
● Wir werden ein Fortbildungsprogramm für Verwaltungsbeschäftigte zur Anwendung
von Digitalisierung aufsetzen. Ihr digitales Know-how sollen sie als Digitallotsen in
ihrem Arbeitsumfeld weitertragen.
2. Wissenschaft und Forschung
Keine Generation vor uns konnte auf so viel Wissen zugreifen wie wir. Mit Forschung und
Entwicklung lösen wir die Herausforderungen unserer Zeit. Daher stärken wir herausragende
Lehre und Forschung und schaffen gute Rahmenbedingungen für die Studentinnen und
Studenten.
Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen werden Präsenzhochschulen bleiben bei gleichzeitig
voranschreitender Digitalisierung in Forschung und Lehre.
Das haben wir erreicht
● Unser Land ist führender Hochschul- und Wissenschaftsstandort, mit
Exzellenzhochschulen, Exzellenzclustern und bundesweit den meisten
Sonderforschungsbereichen.
● Wir haben unseren Hochschulen mehr Autonomie und Freiheit gegeben und sind eine
neue Partnerschaft für gemeinsame strategische Ziele eingegangen.
● Wir investieren konsequent in die wissenschaftlichen Strukturen. So ermöglichen wir
weiterhin herausragende Lehre und Forschung.
● Wir haben die Hochschulverträge im Vergleich zur Vorgängerregierung um
330 Millionen Euro auf 20 Milliarden Euro für die Jahre 2022 bis 2026 erhöht.
● Für eine bessere Betreuung der Studentinnen und Studenten und eine höhere Qualität
der Lehre durch hauptamtliches Lehrpersonal haben wir die Mittel um 51 Millionen
auf 300 Millionen Euro erhöht.
● Mit den erfolgreichen Verhandlungen zum Zukunftsvertrag Studium und Lehre (ZSL),
dem Nachfolger des bisherigen Hochschulpakts, sichern wir den Hochschulen
finanzielle Perspektiven für die kommenden Jahre. Mit der DigitalenHochschule.NRW
(DH.NRW) haben wir eine Digitalisierungsoffensive vorangetrieben. Ein Beispiel ist das
2021 gestartete Landesportal ORCA.nrw (Open Resources Campus NRW). Auf dem
Portal werden digitale Lehr- und Lernmaterialien für Lehrende und Studierende sowie
Informationen und Services rund um das Thema digital gestützte Lehre bereitgestellt.
● Für gute Forschung und Lehre auch in Zeiten von Corona haben wir die
Digitalisierung mit insgesamt 220 Millionen Euro vorangetrieben.
● Für Studierendenwerke haben wir aus dem Corona-Rettungsschirm 20 Millionen Euro
bereitgestellt.
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Millionen Euro gefördert.
● Wir haben für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am Hochschulleben allein
für die Jahre 2020 und 2021 6,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Programm
„Inklusive Hochschule NRW“ haben wir bis 2026 verlängert.
● Mit der Gründung eines „Promotionskollegs für angewandte Wissenschaften“ haben
wir die Promotionsmöglichkeiten für Studentinnen und Studenten an
Fachhochschulen geschaffen.
Machen, worauf es ankommt
● Top Qualität der Lehre
● Erfolgreiche Studentinnen und Studenten
● Hybride Lehre, die Vorzüge von digitaler Lehre und Präsenz kombiniert
● Forschung und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen auf Spitzenniveau halten
● Inklusion in der Wissenschaft fördern
● Wettbewerb des Wissens um die besten Ideen gewinnen
● Innovationsfonds mit 100 Millionen Euro einrichten
● Mit der CampusApp den Alltag an Hochschulen digitalisieren
Für gute Bedingungen für Studentinnen und Studenten und gute Lehre
Nordrhein-Westfalen ist mit seiner dichten und ausdifferenzierten Hochschullandschaft für
Studierende hoch attraktiv.
● Wir erhöhen die Qualitätsverbesserungsmittel für die Lehre mit weiteren 50 Millionen
Euro auf 350 Millionen.
● Die positiven Erfahrungen mit digitalen Lehr- und Lernformaten werden wir in die
Präsenzlehre integrieren. Die Digitalisierungsoffensive für digitale Lehre und hybride
Formate setzen wir fort und werden neue Formate im Bereich der Präsenz-, der
digitalen und der hybriden Lehre fördern. Wir werden einen Preis für die besten
Umsetzungskonzepte ausloben.
● Wir unterstützen die Hochschulen bei ihren Bemühungen zu besseren inklusiven Lehr-
und Studienbedingungen.
● Wir verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um den oftmals zeitlich
unregelmäßigen Anforderungen einer Hochschule als Lern- bzw. Arbeitsort gerecht zu
werden, werden wir ein flexibles und verlässliches Angebot der Kindertagesbetreuung
schaffen. Wir wollen dies im engen Schulterschluss mit den örtlichen Jugendämtern
umsetzen.
● Wir werden mehr studentischen Wohnraum schaffen.
● Für uns ist die Diskussion um Studienbeiträge abschließend beendet. Wir schließen
ihre Wiedereinführung aus.
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elternunabhängigeres BAföG zu ermöglichen.
● Mit einer verbesserten Studienberatung, mit Talentscouting für leistungsstarke
Schülerinnen und Schüler aus Nichtakademikerfamilien, mit Begabtenförderung an
Schulen, mit einer besseren Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Schulen
sorgen wir dafür, dass mehr junge Menschen ihr Studium erfolgreich abschließen.
● Wir werden die Studienberatung verbessern. Berufsorientierung, alternative
Ausbildungswege, branchenspezifische Bedarfsprognosen u.v.m., aber auch soziale
und psychologische Angebote sind wichtige Hilfestellungen für junge Menschen. Vor
allem digitale Formate sorgen für flexible und passgenaue Angebote.
● Das Projekt Zukunft durch Innovation (zdi), das sehr erfolgreich für die MINT-Berufe
wirbt, werden wir dauerhaft absichern und zielgerichtet weiterentwickeln.
Für exzellente Forschung und Wissenschaft
Wir werden die Spitzenforschung und die dazugehörigen Einrichtungen weiter stärken, um
den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen weiter auszubauen. Unser Land soll künftig
zur bundesweiten Spitze gehören.
● Aufgrund der aktuellen Fragen rund um Energiesicherheit und -wende sollen die
Hochschulen weiter technologieoffen forschen können.
● Wir unterstützen innovative Forschungsschwerpunkte im Bereich der „Mobilität der
Zukunft“ und entwickeln sie fort.
● Wir unterstützen den Strukturwandel im Rheinischen Revier durch Stärkung der
dortigen Wissenschaftslandschaft.
● Wir wollen die Friedens- und Konfliktforschung stärker fördern. Wir werden das Bonn
International Centre for Conflict Studies ausbauen.
● Wir wollen den begonnenen Aufbau des neuen Forschungs- und Lehrkollegs der
nordrhein-westfälischen Universitäten für Nachhaltigkeit, „HumboldtN“ fortführen.
● Den Aufbau der Fraunhofer-„Forschungsfertigung Batteriezelle“ wollen wir weiter zum
Erfolg führen.
● Wir schaffen einen neuen Innovationsfonds, mit dem zielgerichtete Impulse für
innovative wissenschaftliche Themenstellungen und Schwerpunktsetzungen
unterstützt werden. Hierfür werden wir zusätzlich 100 Millionen Euro bereitstellen.
● Wir sorgen dafür, dass das Promotionskolleg dem wissenschaftlichen Nachwuchs an
Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) weiter neue Chancen eröffnet.
● Wir werden ein landesweites Forschungskolleg mit einem Fellowship-Programm für
forschungsstarke Professorinnen und Professoren von den Hochschulen für
angewandte Wissenschaften einrichten.
● Wir werden die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) weiter stärken und
prüfen eine dynamisierte Grundfinanzierung. Insbesondere werden wir geeignete
Institute in eine Bund-Länder-Finanzierung für weitere Neuaufnahmen überführen.
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Ruhr ist ein Aushängeschild der von uns einberufenen Ruhrkonferenz. Damit werden
wir das Ruhrgebiet als Forschungs- und Wissenschaftsregion mit internationaler
Strahlkraft und Exzellenz weiter stärken.
● Wir werden Exzellenz durch die weitere Ausweitung der Stipendien fördern, z. B. in
den Jungen Akademien der Wissenschaften.
● Wir unterstützen die Einrichtung von Studienangeboten im Bereich Pharmazie, um die
Potenziale bei Innovationen, Gründungen und Lehre zu heben.
Für eine weitere Digitalisierung
Wir setzen die begonnene Digitalisierungsoffensive für Forschung und Lehre an den
Hochschulen konsequent fort.
● Wir wollen die erfolgreiche Arbeit von DH.NRW fortsetzen und es zu einer
Servicegesellschaft der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ausbauen.
● Die Open University Hagen werden wir bei der weiteren Entwicklung aktiv begleiten.
Nach der erfolgreichen Initialisierungsphase werden wir sie nachhaltig stabil
aufstellen. Wir werden den Aufwuchs der Finanzierung fortführen und darauf
hinwirken, dass Teile der Open University Hagen durch den Bund mitfinanziert werden.
Wir werden sie künftig an zusätzlichen Mitteln für Qualitätsverbesserung beteiligen.
● Das Center for Advanced Internet Studies Research for the Digital Age (CAIS) wollen
wir perspektivisch in eine Bund-Länder-Finanzierung führen.
● Mit einer landesweit einheitlichen CampusApp bieten wir den rund 770.000
Studentinnen und Studenten einen digitalen Studierendenausweis an. Sie soll
Serviceleistungen wie den Zugang zur Bibliothek, Zahlungsfunktionen für die Mensa
oder das Semesterticket für Bus und Bahn umfassen. Funktionen für Mitarbeitende
der Hochschulen sollen in die App eingebunden werden.
Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Wir fördern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an unseren Hochschulen
nachhaltig. Wir geben dem wissenschaftlichen Nachwuchs mehr Chancen und fördern
Diversität.
● Wir werden den akademischen Mittelbau an Hochschulen für Angewandte
Wissenschaften stärken.
● Unsere neuen Programme zur Vereinbarkeit von Familie, Studium und Wissenschaft
werden wir evaluieren und entsprechend weiterentwickeln.
● Wir wollen den Gender-Pay-Gap beseitigen und Leistung geschlechterunabhängig
entlohnen. Die mit den Hochschulen gemeinsam erarbeitete Erklärung werden wir
weiter umsetzen.
● Wir werden ein Programm zum Diversitäts- und Inklusionsmanagement an
Hochschulen aufbauen.
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den Ausbau von Studienaustauschangeboten fördern.
● Auslandserfahrungen sind für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtig.
Durch attraktive Bedingungen an unseren Hochschulen und
Wissenschaftseinrichtungen wollen wir sie für Nordrhein-Westfalen zurückgewinnen.
Das ausgeweitete Rückkehrer-Programm werden wir angesichts seines Erfolgs weiter
ausbauen.
● Wir wollen das lebenslange Lernen und die Durchlässigkeit zwischen den
Bildungsbereichen nachhaltig ermöglichen. Insbesondere die „demografische
Rendite“ an den Hochschulen könnte für zusätzliche wissenschaftliche Weiterbildung
eingesetzt werden.
Für den weiteren Abbau des Investitionsstaus
Wir werden den Abbau des Investitionsstaus konsequent fortsetzen. Wir denken
Hochschulbau neu, richten ihn an zukünftigen Anforderungen aus und machen den Campus
zum pulsierenden Ort der Begegnung.
● Wir werden den Bau eines Modellcampus der Zukunft in einem Wettbewerb fördern.
● Wir werden ein Hochschulbau-Sanierungsprogramm auflegen. Dabei denken wir
gemeinsam mit den Kommunen Hochschulbau und Städtebau zusammen. Wir
unterstützen integrierte Campusmodelle unter Berücksichtigung von Forschung und
Lehre, studentischem Wohnen und Einrichtungen der Wirtschaft.
● Für mehr passgenaue bauliche Investitionen entwickeln wir das Optionsmodell weiter.
● Wir werden mehr Wohnraum für Studentinnen und Studenten schaffen und fördern
Sanierung, Modernisierung und den Neubau von bezahlbarem Wohnraum durch die
Studierendenwerke mit einem Sonderfinanzierungsprogramm „Studentisches
Wohnen“.
● Wir werden ein Sonderfinanzierungsprogramm Universitätsklinken auflegen, um die
Ausstattung weiter zu verbessern.
● Maker-Space-Angebote einiger Hochschulen werden ausgeweitet auf weitere
Standorte, damit an einem technisch gut ausgestatteten, kreativen Ort und in lockerer
Umgebung dynamische Netzwerke, Konzepte und technische Projekte und Prototypen
entstehen können.
3. Kommunen
Unsere Dörfer, Städte und Gemeinden sind Heimat. Sie geben Geborgenheit, Sicherheit und
Lebensqualität. Nur wenn es den Kommunen gut geht, geht es dem Land gut. Deshalb machen
wir Politik für die urbanen Zentren wie für den ländlichen Raum. Wir stehen für eine
Verbindung von Land und Stadt. Subsidiarität ist der Grundsatz unseres Handelns. Wir
vertrauen den Verantwortlichen in unseren Gemeinden, Städten, Kreisen und
Landschaftsverbänden. Uns ist wichtig, dass sie die notwendigen Entscheidungskompetenzen,
Freiheiten und finanziellen Mittel haben.
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● Keine Landesregierung war jemals kommunalfreundlicher.
● Wir haben in den vergangenen fünf Jahren die finanzielle Handlungsfähigkeit der
Kommunen mit der Rekordsumme von rund 64 Milliarden Euro über die
Gemeindefinanzierung des Landes gesichert.
● Durch die erheblich höheren Zuweisungen in den vergangenen fünf Jahren ist es
zahlreichen Kommunen gelungen, aus der Haushaltssicherung herauszukommen.
● Wir haben erreicht, dass sich die Bundesregierung höher an Unterkunftskosten bei
Hilfsbedürftigkeit beteiligt: Jährlich kommt so rund eine Milliarde Euro mehr bei
unseren Kommunen an.
● Mit unseren neuen Förderprogrammen, die speziell auf unsere Dörfer, kleinere Städte
und Gemeinden zugeschnitten sind, konnten wir bspw. neue
Dorfgemeinschaftshäuser als Treffpunkt der Generationen bauen oder sanieren, wie
auch die Infrastruktur der Freiwilligen Feuerwehren modernisieren.
● Wir haben die städtische Entwicklung durch neue Initiativen, die Stadt und Land
zusammendenken und eine gemeinsame Weiterentwicklung voranbringen, gestärkt.
● Mit dem Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was
Menschen verbindet“ fördern wir mit 150 Millionen Euro ehrenamtliche und
städtische Initiativen zur Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Heimat.
Machen, worauf es ankommt
● Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land
● Heimatförderprogramm fortsetzen
● Kommunen entschulden
● Interkommunale Zusammenarbeit ausbauen
● Konnexitätsregeln überprüfen („Wer die Musik bestellt, muss sie bezahlen“)
● Landesentwicklungsplan wird Fortschrittsplan
● Innenstädte lebendig halten
● Bauprogramm für Schulen, Rathäuser, Feuerwehrgerätehäuser und Sportstätten
Für Heimat
Tausende Menschen in Nordrhein-Westfalen gestalten jeden Tag im Großen und im Kleinen
ihre Heimat. Orte der Identifikation werden erhalten oder neu geschaffen. Brauchtum und
Tradition werden gepflegt und an die nächsten Generationen weitergegeben. Das
landeseigene Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was
Menschen verbindet.“ hat genau das zum Ziel. Wir werden das erfolgreiche Förderprogramm
fortführen und damit noch mehr Menschen als bisher für unsere Heimat Nordrhein-Westfalen
begeistern.
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Kommunale Selbstverwaltung setzt kommunalen Handlungsspielraum voraus. Durch die
erheblich höheren Zuweisungen in den vergangenen fünf Jahren ist es zahlreichen Kommunen
gelungen, aus der Haushaltssicherung herauszukommen. Trotz dieser Verbesserungen in den
Kommunalhaushalten, drücken Kommunen die kommunalen Kassenkredite. Die Ursachen
sind größtenteils historisch gewachsen: Seit Ende der Achtzigerjahre sind den Kommunen
immer neue Aufgaben übertragen worden, ohne adäquaten Finanzausgleich. In den
vergangenen fünf Jahren konnten Aufgaben neu strukturiert werden. In Teilen sorgte dies
schon für merkliche Entlastungen.
Bei zahlreichen Aufgaben äußert sich die Arbeitsteilung zwischen dem Land Nordrhein-
Westfalen und den Kommunen in gespaltenen Entscheidungs-, Durchführungs- und
Finanzierungskompetenzen der öffentlichen Aufgabenerfüllung. Die kleinteilige,
ressortbezogene strikte Konnexitätsregel Nordrhein-Westfalens behindert eine ganzheitliche
Behandlung von Herausforderungen.
● Wir werden dazu beitragen, dass die Verschuldung über die Kassenkredite
zurückgeführt wird. Dazu bedarf es eines bundesweiten Entschuldungskonzeptes für
die Kommunen.
● Wir werden eine Kommission unter Beteiligung der Kommunalen Spitzenverbände
einsetzen, die sich mit der Erfassung aller Konnexitätsausgleiche befasst. Damit
knüpfen wir an die Ergebnisse der erfolgreichen Transparenzkommission Nordrhein-
Westfalen an.
● Wir wollen das Gemeindefinanzierungsgesetz weiterentwickeln, um Fragen der
regionalen Wasserversorgung und der Hochwasserrisikovorsorge dauerhaft zu klären.
● Wir treten ein für eine Weiterentwicklung der Gewerbesteuer: Da, wo sie anfällt, soll
sie vereinnahmt werden.
● Wir werden die Verpflichtung zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen unter
Vermeidung von Konnexitätsfolgen abschaffen.
Für die Kommune 2030
Unsere Dörfer, Städte und Gemeinden sind Lebens-, Arbeits- und Wohnort für rund 18
Millionen Menschen. Wir werden sie auf ihrem Weg in das Jahr 2030 unterstützen, die
notwendigen Veränderungen anzugehen.
● Wir brauchen einen Neustart bei der Landesentwicklungsplanung. Der
Landesentwicklungsplan soll zum Fortschrittsplan für Nordrhein-Westfalen werden
unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz, dem Ausbau
Erneuerbarer Energien, der integrierten Stadt- und Mobilitätsentwicklung sowie
wirtschaftlicher Belange für Industrie und Gewerbe. Wir werden den
Landesentwicklungsplan weiterentwickeln und für die Kommunen klare, transparente
und einfach anzuwendende Leitlinien schaffen.
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Sicherung von Arbeitsplätzen durch Gewerbeansiedelung, für Land- und
Forstwirtschaft, für Grün- und Freiraumflächen und Flächen für die öffentliche
Infrastruktur und zur Daseinsvorsorge ist ein zielführendes Flächenmanagement
wichtig.
● Wir werden im Rahmen der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplanes dafür Sorge
tragen, dass mehr Flexibilität bei der Ausweisung von Bereichen für gewerbliche und
industrielle Nutzungen geschaffen wird, um den Wirtschaftsstandort Nordrhein-
Westfalen zukunftsfähig zu entwickeln und Konkurrenzsituationen zu besonders
schützenswerten Siedlungsbereichen zu vermeiden.
● Die Menschen erwarten eine professionelle Erledigung ihrer Anliegen und zugleich
eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Gemeinwesens. Wir werden eine
Aufgabenkritik vornehmen, um Kommunen besser in die Lage zu versetzen, mit
kommenden Herausforderungen umzugehen. Wir werden aus der Gemeindeordnung,
der Kreisordnung, der Landschaftsverbandsordnung und dem Gesetz über den
Regionalverband Ruhr eine starke Kommunalverfassung für das Land Nordrhein-
Westfalen schaffen.
● Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände stehen vor der besonderen
Herausforderung, offene Stellen in ihren Verwaltungen nicht oder nur unzureichend
besetzen zu können. Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden werden wir
an Lösungen arbeiten.
● Je verdichteter eine Stadt ist, umso größer sind die Herausforderungen im Zuge der
klimatischen Veränderungen. Die Menschen brauchen Freiraumflächen, Stadtgrün,
Luftschneisen etc. für ein positives Stadtklima. Da die innerstädtische Nachverdichtung
bzw. die Innenentwicklung oftmals scheitern, werden wir dafür Sorge tragen, dass es
weiterhin möglich ist, neue Flächen auszuweisen so umweltverträglich wie möglich
und unter Beachtung ökologischer Ausgleiche.
● Wir werden ein landeseigenes Programm „Ländliche Räume mit Zukunft“, das sich
besonders an kleinere Gemeinden mit bis zu 15.000 Einwohnern richtet, auf den Weg
bringen. Damit werden die Landesprogramme zur Stärkung der ländlichen Räume
zusammengeführt und stärker als bisher auf die Bedürfnisse ausgerichtet.
● Zur Stärkung des ländlichen Raumes werden wir in mehreren Modellprojekten „ReGen
smart Villages“ auf den Weg bringen, die sich u. a. mit Erneuerbarer Energie selbst
versorgen.
● Bei der Neuausweisung von Industrie- und Gewerbegebieten setzen wir auf das
„Klimaschutz-Industriegebiet“ bzw. das „Klimaschutz-Gewerbegebiet“ und schaffen
damit die Zukunftsvoraussetzungen für eine nachhaltige Gebietsentwicklung, sichere
und zukunftsfähige Arbeitsplätze bei möglichst „null Emission“ von CO2.
Die zahlreichen Gebäude der öffentlichen Infrastruktur und Daseinsvorsorge im kommunalen
Besitz müssen für die Zukunft ertüchtigt werden: Dies umfasst insbesondere die Umstellung
der Strom- und Wärmeversorgung, die Sicherung der Informationstechnik und Anpassungen
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Fällen Neubauten, weil sich Sanierungen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
nicht rechnen.
● Über die landeseigene Förderbank, die NRW.BANK werden wir ein landesweites
Bauprogramm auf den Weg bringen, damit insbesondere Schulen, Rathäuser,
Feuerwehrgerätehäuser und Sportstätten für die Zukunft in unseren Gemeinden und
Städten gebaut werden können.
● Um die kommunale Handlungsfähigkeit weiter zu stärken, werden wir zahlreiche
Einzelförderprogramme zur Entlastung des Förderdschungels bündeln: Kommunen
sollen das bauen oder sanieren können, was wirklich erforderlich ist und nicht, wofür
es ein Förderprogramm gibt.
● Wir werden noch strikter als bisher darauf achten, dass städtebauliche Maßnahmen,
die für eine Förderung angemeldet werden, tatsächlich umsetzbar sind. Nach einer
Phase des Abbaus von Ausgaberesten sind diese zuletzt wieder angestiegen.
● Wir prüfen, wie wir Kommunen auch bei der praktischen Umsetzung unserer
Bauförderprogramme unterstützen können.
Für starke Innenstädte
Unsere Innenstädte sind das Gesicht einer jeden Kommune.
● Wir werden die erfolgreiche Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-
Westfalen.“ weiter stärken.
● Wir haben in der Corona-Pandemie die Innenstädte stabilisiert. Wir werden diese
Maßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln.
● Wir werden die Kommunen dabei unterstützen, passgenaue Konzepte zur Entwicklung
der Innenstädte aufzulegen. Ein Schwerpunkt wird dabei sein, sogenannte
Frequenzbringer in den Städten zu haben. Wir werden die von uns neu geschaffenen
Freiheiten der Bauordnung (Innovationsklausel) für die Innenstädte nutzen und das
Thema Umnutzung weit oben auf der Agenda halten. Wir werden die Möglichkeiten
der Nutzungsänderungen erleichtern und fördern die Stadt der Zukunft mit Handel,
Wohnen, Logistik, Kultur, Start-Up-Szene, Handwerk und Gastronomie in den Zentren.
Hybride Handelskonzepte gewinnen zunehmend an Bedeutung und machen die Stadt
vielfältiger, zum Beispiel Showrooming in der Innenstadt plus gemeinschaftliche
Warenlagerzentren in oberen Etagen eines Kaufhauses.
● Der Weg zum hybriden Handel und zur gemischt genutzten Innenstadt ist
vorgezeichnet. Wir werden diesen begleiten, indem wir neue Formen der Nutzung
fördern und die Ansiedlung solcher Modelle unterstützen.
● Wir werden ein strategisches digitales Leerstandskataster an die Stelle punktueller
Einzelfallbetrachtungen setzen und so Datenbanken für aktives
Ansiedlungsmanagement für Handelsflächen etablieren.
Viele Warensendungen erreichen die Kundinnen und Kunden nicht zu Hause auch nicht trotz
mehrfacher Zustellversuche.
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neu denken.
● Professionelles Ansiedlungs- und Leerstandsmanagement, auch in Stadtteilzentren,
muss koordiniert werden. Die über die Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt.
Nordrhein-Westfalen“ etablierten „Zukunftsmanagerinnen und Zukunftsmanager“ für
die Innenstädte wollen wir dauerhaft etablieren.
Für interkommunale Zusammenarbeit
Rund 1.500 kommunale Kooperationsprojekte gibt es bereits in unserem Land. Gerade für
kleinere Kommunen bieten sich Innovationspartnerschaften an, um neue Wege gehen zu
können. Wir haben hierzu in den vergangenen Jahren zahlreiche Impulse gegeben. Wir
werden die interkommunale Zusammenarbeit weiter ausbauen und da, wo es erforderlich ist,
Gesetze ändern, um diese zu ermöglichen. Hierzu gehört, dass wir auf Bundesebene dafür
eintreten, dass § 2b Umsatzsteuergesetz nicht zu einer Verhinderungsvorschrift für die
interkommunale Zusammenarbeit wird.
4. Öffentlicher Dienst
Wir bekennen uns zum Berufsbeamtentum und wollen es für die Herausforderungen der
Zukunft stärken und attraktiver machen.
Etwa 860.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen arbeiten im öffentlichen Dienst. Damit
gehört er zu den größten Arbeitgebern. Bis 2036 scheidet etwa die Hälfte der Beschäftigten
aus Altersgründen aus. Um seine Leistungsfähigkeit und Schlagkraft beizubehalten, muss der
öffentliche Dienst fit für die Herausforderungen der Zukunft gemacht werden.
Das haben wir erreicht
● Wir haben die Dienst- und Versorgungsbezüge von 2019 bis 2021 durch zeit- und
wirkungsgleiche Übernahme des Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich um
insgesamt 7,8 Prozent erhöht.
● Wir haben das Tarifergebnis 2021 1:1 auf den Beamten- und Richterbereich
übertragen. Dadurch haben alle aktiven Beschäftigten eine einmalige steuerfreie
Corona-Sonderzahlung von 1.300 Euro erhalten, und zusätzlich wird die Besoldung ab
1.12.2022 um 2,8 Prozent für alle erhöht.
● Wir haben die Kostendämpfungspauschale abgeschafft. Spätestens seit der
Abschaffung der Praxisgebühr stellte die Kostendämpfungspauschale ein einseitiges
Sonderopfer der Beamtinnen und Beamten zur Haushaltskonsolidierung dar.
● Wir haben die Einkommensobergrenze bei der Beihilfe für berücksichtigungsfähige
Ehegatten/Lebenspartnerinnen und -partner auf 20.000 Euro erhöht.
● Wir haben die Alimentation von Familien mit Kindern vom ersten Kind an nach oben
angepasst.
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● Effiziente Verwaltung als attraktiver Arbeitgeber
● Zulagenwesen anpassen
● Duales System der Gesundheitsfinanzierung sichern
● Transparente Regeln für mobiles Arbeiten
● Menschen mit Einwanderungsgeschichte bereichern den öffentlichen Dienst
Für eine effiziente Verwaltung als moderner und attraktiver Arbeitgeber
Wir sehen die Verwaltung als attraktiven Arbeitgeber und bürgerfreundlichen Dienstleister.
● Wir wollen das Zulagenwesen für die Anerkennung besonderer Belastungen stärken
und es anpassen, die Mehrdienstzeiten vor dem Verfall schützen und die Auszahlung
steuerlich attraktiv gestalten. Für uns steht fest: Wer mehr leistet, soll hierfür
entsprechend entlohnt werden.
● Wir wollen im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte punkten und werden
dafür eine Verkürzung der Probezeit bei guten Abschlussnoten prüfen. Ebenso streben
wir eine Erhöhung der Eingangsbesoldung für Beamtinnen und Beamte der
Laufbahngruppen 1.1 und 1.2 an. So wollen wir schnell berufliche und finanzielle
Sicherheit geben, die für junge Menschen zu Beginn ihres Berufslebens besonders
wichtig sind. Zudem wollen wir die Möglichkeiten zur Vergabe von Amtszulagen
ausbauen.
● Wir werden die Dienstgebäude für eine gute und nachhaltige Arbeitsatmosphäre
weiter sanieren und dabei zugleich energetisch aufwerten.
● Wir stehen zum Berufsbeamtentum mit seinen drei Säulen aus Versorgung,
Alimentation und Beihilfe. Daher lehnen wir eine pauschale Beihilfe beziehungsweise
die zwangsweise Einheitsversicherung ab. Wir werden das duale System der
Gesundheitsfinanzierung aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung mit dem
bewährten System der Beihilfe erhalten. Und wir sorgen mit der Weiterentwicklung
des aktiven Gesundheitsmanagements für das wichtigste Gut des Menschen, die
Gesundheit.
● Wir haben ein System für Lebensarbeitszeitkonten als flexibles Instrument für die
verschiedenen Arbeits- und Lebensphasen eingeführt. Dieses werden wir evaluieren
und an neue Herausforderungen anpassen.
● Teilzeitmodelle werden keine Arbeitszeitmodelle zweiter Klasse sein,
Teilzeitbeschäftigte bekommen gleiche Chancen auf Aufstieg und persönliche
Entwicklung in unserer öffentlichen Verwaltung.
● Die Corona-Pandemie hat die Türen für mehr Digitalisierung in der Verwaltung
geöffnet. Damit diese gemeinsam mit den Beschäftigten gelingt, wollen wir eine neue
Kultur der öffentlichen Verwaltung etablieren: digital und dezentral. Wir werden dafür
u. a. dezentrale Einrichtungen von Behörden des Landes über ganz Nordrhein-
Westfalen verteilt ermöglichen, gerade im ländlichen Raum. Damit werden Fahrtwege
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gestärkt.
● Wir sehen im Homeoffice eine Chance sowohl für die Beschäftigten im öffentlichen
Dienst als auch für die Verwaltung insgesamt. Damit diese genutzt wird, braucht es
jedoch klare und transparente Regeln für mobiles Arbeiten, bspw. beim Arbeits- und
Datenschutz. Diese werden wir gemeinsam mit den Betroffenen zeitnah erarbeiten.
● Um den Bedarf an Fachkräften decken zu können, werden wir mit dem kommunalen
Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften eine langfristig wirkende
Ausbildungsstrategie sowie eine Strategie für die Gewinnung und Qualifizierung für
den öffentlichen Dienst auf den Weg bringen. Im Rahmen dieser Strategie soll auch die
Durchlässigkeit zwischen öffentlichem Dienst, Privatwirtschaft, Wissenschaft sowie
der kommunalen und Landesebene verbessert werden.
● Wir werden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im öffentlichen Dienst weiter
stärken. Der öffentliche Dienst kann als moderner Arbeitgeber mit flexiblen
Arbeitszeitmodellen punkten. Wer Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen
muss, soll vom Arbeitgeber Unterstützung erfahren. Wir wollen eine Verpflichtung zur
Kinderbetreuung in den Landesbehörden prüfen.
● Um die Attraktivität des öffentlichen Dienstes weiter zu stärken, wollen wir den
Beschäftigten des Landes das Angebot eines Job-Fahrrads machen. Damit machen wir
ein klimafreundliches und zukunftsweisendes wie nachhaltiges Mobilitätsangebot.
● Wir werden eine aktive und attraktive Personalgewinnung von jungen Menschen mit
Einwanderungsgeschichte fördern und eine entsprechende Initiative starten.
5. Lebendige Demokratie
Freiheit, Frieden und Demokratie sind nicht umsonst zu haben. Wir müssen sie besser
wertschätzen und nach innen und außen verteidigen.
Das haben wir erreicht
● Einsetzung der Enquetekommission „Subsidiarität und Partizipation. Zur Stärkung der
(parlamentarischen) Demokratie im föderalen System aus nordrhein-westfälischer
Perspektive“
● Stärkung der politischen Bildung, insbesondere im digitalen Raum
● Wir haben den Einsatz der Landeszentrale für politische Bildung gegen Extremismus
und Antisemitismus verstärkt. Diese führt u. a. Thema-Fachtagungen durch oder die
Ausbildungsreihe, die sie mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Deutschen
Gewerkschaftsbund Nordrhein-Westfalen gestartet hat.
● Stärkung des kommunalpolitischen Ehrenamtes
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● Doppelstrategie für den Erhalt der lebendigen Demokratie
● Politische Bildung gegen Hassgewalt, Extremismus und Antisemitismus
● Chancen der digitalen Demokratie-Teilhabe nutzen
Für eine lebendige und starke Demokratie
Für den Erhalt einer lebendigen Demokratie in Nordrhein-Westfalen brauchen wir eine
Doppelstrategie: Werben und fit machen für politische Partizipation einerseits, wehrhafter
Kampf gegen jegliche Form von Extremismus andererseits.
● Wir werden die Handlungsempfehlungen der Enquetekommission zur Stärkung der
parlamentarischen Demokratie umsetzen.
● Der Landtag und das neue Haus der Geschichte sind zwei von vielen Orten, an denen
die Menschen mit der Demokratie unmittelbar in Berührung kommen können. Deshalb
wollen wir die Besucherzahlen dieser Einrichtungen steigern.
● Demokratie braucht politisch gebildete Bürgerinnen und Bürger. Wir brauchen wieder
mehr politische Bildung in den Schulen. Die politische Bildung der außerschulischen,
gemeinwohlorientierten Träger ist im novellierten Weiterbildungsgesetz gesetzlich
verankert worden. Wir werden sie finanziell stärken.
● Wir wollen flächendeckende Aus- und Weiterbildungsangebote für Beschäftigte des
öffentlichen Dienstes des Landes und der Kommunen, in denen der Umgang mit
radikalen und extremistischen Haltungen erläutert und geschult wird.
● Wir werden die wissenschaftliche Forschung und Begleitung zu allen
Erscheinungsformen von Populismus, Radikalisierung und Extremismus stärken. Die
Erkenntnisse sollen unmittelbar in die Handlungskonzepte zur Stärkung unserer
lebendigen Demokratie einfließen.
● Wir werden einen differenzierten Aktionsplan „Jugendbeteiligung in Nordrhein-
Westfalen“ erarbeiten und umsetzen.
● Wir werden die Förderung von Gedenkstättenfahrten in ehemalige
Konzentrationslager verdoppeln.
● Wir wollen die Chancen einer digitalen Demokratie-Teilhabe weiter erforschen und
erproben.
● Wir werden im Kinder- und Jugendförderplan Demokratie und Mitbestimmung
verstärkt fördern.
Für eine starke Landeszentrale für politische Bildung
Die Landeszentrale fördert das Verständnis für unsere demokratischen Abläufe und stützt
damit das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt notwendige Wertegerüst.
● Wir wollen diejenigen, die sich von der Demokratie nicht mehr angesprochen fühlen,
für die Demokratie zurückgewinnen. Eine stärkere Kooperation mit der Weiterbildung
soll dabei helfen.
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Zugängen für Jugendliche. Wir fördern neue Veranstaltungsformate und Methoden.
● Wir legen ein Programm mit dem Titel „Demokratie ist Haltung“ auf. Darin sollen
insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene zur Teilhabe angesprochen werden.
● Die Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung wird weiter ausgebaut.
● Wir werden rechtlich, organisatorisch, politisch und präventiv mit wirkungsvollen
Programmen dem Populismus, Rassismus, Extremismus und Antisemitismus in
Nordrhein-Westfalen den Boden entziehen.
● Wir werden die Arbeit der Antisemitismusbeauftragten weiter stärken.
● Wir fördern die stärkere Kooperation von Kultur und politischer Bildung.
6. Medien und Games
Nordrhein-Westfalen ist Medienland. Eine vielfältige und starke Medienlandschaft mit
zahlreichen, unterschiedlichen Angeboten und Akteuren prägt unser Bundesland. Sie ist
zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Diesen wollen wir weiter ausbauen und stärken.
In Zeiten zunehmender Polarisierung ist Medienvielfalt ein Schutzschild gegen gezielte
Desinformation und für unsere Demokratie, gerade in den sozialen Medien. Für den
öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehen wir darin eine Chance, das eigene inhaltliche Profil zu
schärfen.
Das haben wir erreicht
● Wir haben die Mittel für die Film- und Medienstiftung NRW fast verdoppelt: 2021
betrugen die Landesfördermittel für Film, TV und Games insgesamt 17,2 Millionen
Euro.
● Um die Funktionsfähigkeit zu stärken, haben wir die WDR-Gremien (Rundfunkrat)
verschlankt und die Prozesse entbürokratisiert.
● Für eine vielfältige Radiolandschaft und einen wirtschaftlich tragfähigen Lokalfunk
haben wir die Gesamtstrategie Radio in Nordrhein-Westfalen 2022 konzipiert.
Medienkompetenz haben wir als zentrales Thema der Digitalstrategie etabliert und
mehr Mittel für Förderung bereitgestellt.
● Mit dem #DigitalCheckNRW haben wir ein echtes Leuchtturmprojekt zur Stärkung von
Medienkompetenz gestartet, das bundesweit führend und Vorbild für andere
Bundesländer ist.
● Wir haben die Fördergelder zur Entwicklung von Spielen verdreifacht. Sie betragen nun
drei Millionen Euro pro Jahr.
Machen, worauf es ankommt
● Medienvielfalt erhalten, Lokaljournalismus stärken, Medienbildung fördern
● Vorreiter und Vorbild in Sachen Informations- und Medienkompetenz werden
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● Qualitätsjournalismus muss bezahlbar bleiben
● Gaming-Industrie ist Zukunftsmarkt
Für das Fernseh- und Filmland
● Wir werden die Standort- und Produktionsbedingungen weiter verbessern und die
gezielte Förderung des Film- und Fernsehstandorts Nordrhein-Westfalen fortsetzen.
Dafür werden wir Mittel für die Film- und Medienstiftung NRW weiterhin
kontinuierlich anpassen, damit sie neben klassischen Film- und Fernsehproduktionen
innovative, interaktive und multimediale Internet- und Games-Projekte fördern kann.
● Zur Kultur unseres Landes gehört eine lebendige Kinolandschaft. Wir werden Kinos im
ländlichen Raum stärken.
Wir setzen uns für die Weiterentwicklung des dualen Rundfunksystems im digitalen Zeitalter
ein für einen starken Lokalfunk und einen modernen WDR.
● Wir wollen gemeinsam mit den Akteuren die Potenziale, die das System aus sich selbst
entfalten kann, nutzen, um die Lokalsender beim Umstieg in das digitale Zeitalter zu
unterstützen.
● Um den Lokalfunk zu stärken, wollen wir mit der Landesmedienanstalt NRW
Möglichkeiten suchen, Kosten für Übertragung und Verbreitung zu senken.
● Wir schärfen das Profil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und entwickeln im
Rahmen unserer Möglichkeiten Struktur und Auftrag des WDR zukunftsfähig weiter.
● Im öffentlich-rechtlichen Profil sollen künftig Angebote, die zur inhaltlichen Vielfalt
beitragen und von privaten Medien weniger gewährleistet werden können, stärker
zum Ausdruck kommen.
● Wir wollen den Rundfunkanstalten mehr Eigenverantwortung geben.
Wir schärfen den ganzheitlichen und systematisierten Ansatz im Bereich
Medienkompetenzförderung.
● Wir bauen die Medien- und Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation für die
digitale Welt aus gegen Bedrohung, Hass und Fake News im Netz, für reflektierten
und kreativen Umgang mit digitalen Technologien und sozialen Medien.
● Wir wollen alle Menschen in Nordrhein-Westfalen dazu befähigen, sich in der
medialen Welt sicher und eigenständig zu bewegen. Deshalb stärken und vernetzen
wir die vielfältigen Initiativen für mehr Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen
und Erwachsenen, um ihnen die sichere, verantwortungsvolle und kreative Nutzung
digitaler Medien zu ermöglichen.
● Wir unterstützen den Weg der Landesanstalt für Medien (LfM), die zentrale Anlauf-
und Koordinierungsstelle für Medienkompetenz-Projekte in Nordrhein-Westfalen zu
werden, und stärken die Rolle der LfM beim digitalen Kinder- und Jugendmedienschutz
sowie beim Kampf gegen Hatespeech, Desinformation und Extremismus im Netz.
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● Wir unterstützen Initiativen für verbesserte Ausbildung und Maßnahmen zur
Nachwuchs-Gewinnung und zur Förderung von Lokaljournalismus. Das Grimme-
Institut wollen wir mit dem Ziel, Medienqualität und Mediendiskurs zu fördern, weiter
profilieren.
● Wir wollen dafür sorgen, dass professionell geprüfte, journalistisch-redaktionelle
Informationen und Inhalte im Netz ungehindert und diskriminierungsfrei auffindbar
und zugänglich sind.
● Wir wollen mithelfen, dass Qualitätsjournalismus insbesondere auf lokaler und
regionaler Ebene im Netz konkurrenzfähig bleibt, und uns weiterhin dafür einsetzen,
dass Journalismus in der Abgabenordnung als gemeinnützige Tätigkeit anerkannt wird.
● Wir setzen uns dafür ein, dass Werbevorgaben in Internet und Rundfunk rechtlich
einheitlich gestaltet werden.
● Wir unterstützen den Aufbau einer länderübergreifenden digitalen Plattform in
Europa. Wir setzen uns für mehr Inklusion, Integration und Diversität in den Medien
ein und fördern barrierefreie Medienangebote.
● Wir unterstützen nachhaltige Arbeitsweisen sowie die Einhaltung von Tarifverträgen
und sozialen Standards bei Dreharbeiten und Produktionen.
Für den weiteren Ausbau der Games-Branche
● Wir werden die erfolgreichen Veranstaltungs- und Dialogformate für die Games-
Branche, die Film- und Medienwirtschaft sowie die Medienhäuser fortsetzen und
weiterentwickeln. Formate wie der Games-Gipfel und der Mediengipfel sollen
weiterhin regelmäßig stattfinden.
● Wir werden den Medien- und Digitalstandort Nordrhein-Westfalen weiterhin sichtbar
und wirksam präsentieren.
● Das Global Media Forum der Deutschen Welle als festen Treffpunkt der Akteure aus
Medien, Wirtschaft und Bildung zu Fragen und Herausforderungen der Zukunft und zu
einem Ort der Vernetzung unserer Medienbranche mit internationalen Partnern
werden.
Die Games-Branche ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor in unserem Land mit Tausenden
innovativen Arbeitsplätzen, die vielfältige Fachkräfte anziehen.
● Wir werden Nordrhein-Westfalen als führenden Games-Standort weiter etablieren.
● Wir wollen die Innovationskraft und Kreativität der Branche für den Einsatz in der
beruflichen Weiterbildung und der Bildung nutzen.
● Wir werden nicht nur die Entwicklung von Spielen fördern, sondern auch deren
Produktion in Nordrhein-Westfalen.
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Games-Branche, die Film- und Medienwirtschaft und die Medienhäuser
weiterentwickeln und das erwähnte Games-Kompetenzzentrum (jetzt: „Fusion
Campus“) sowie das Mediennetzwerk Nordrhein-Westfalen unterstützen.
eSport fördert die digitale Verbindung, Integration und Inklusion
● Wir wollen das Know-how der traditionellen Sportförderung in den eSport übertragen,
um duale Karrieren zu ermöglichen und das eSport-Training zu professionalisieren.
● Wir wollen die eSports Player Foundation ausbauen.
● Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass eSport in der Abgabenordnung dem Sport
gleichgestellt wird
7. Nordrhein-Westfalen in Europa und der Welt
Die Europäische Union garantiert auf der Grundlage von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie
ein Leben in Freiheit und Vielfalt. Auf Zusammenarbeit und Fortschritt gründen Frieden,
Wohlstand und Freizügigkeit.
Der Angriff auf die Ukraine ist ein Angriff auf die europäische Friedensordnung. Gemeinsam
mit unseren europäischen Freunden verurteilen wir ihn auf das Schärfste. Wir unterstützen
die Sanktionen, die die Europäische Union verhängt hat. Sie und die NATO verteidigen unsere
Sicherheit.
Das haben wir erreicht
● Wir haben den Europabezug in der Landesverfassung verankert.
● Die grenzüberschreitende Kooperation mit Belgien und den Niederlanden wurde in
den Bereichen Sicherheit, Arbeitsmarkt, Kultur, Bildung, Mobilität sowie
Katastrophen- und Brandschutz intensiviert.
● In der Corona-Pandemie haben wir mit einer Cross-Border-Task-Force ein bundesweit
führendes Modell grenzüberschreitender Kooperation geschaffen.
● Wir haben das Landesbüro NRW in Tel Aviv eröffnet und den Austausch mit Israel auf
ein neues Niveau gehoben.
● Die Bundes- und UN-Stadt Bonn haben wir u. a. durch die Gründung der Nordrhein-
Westfälischen Akademie für Internationale Politik unterstützt.
● Die Partnerschaft mit Ghana konnte neu belebt werden.
● Mit der italienischen Region Piemont haben wir eine neue Partnerschaft gegründet
und mit Großbritannien die Kooperation nach dem Brexit vertieft.
● Wir haben mit neuen Initiativen Europa für junge Menschen und Auszubildende
erlebbar gemacht.
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● Europa mitgestalten
● Europa soll Chancen, keine neuen Belastungen schaffen
● Subsidiaritätsprinzip schärfen
● Ausbau der Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck und in der BeNeLux-Partnerschaft
● Einrichtung eines neuen Landesbüros in London
● Ghana-Kooperation ausbauen
Für ein starkes Land im Herzen Europas
● Die CDU ist die Europa-Partei in Nordrhein-Westfalen. Wir treten ein für eine
handlungsfähige Europäische Union, die Eigenverantwortung lebt und eine
Werteunion ist. Wir setzen uns dafür ein, dass die Perspektive von Nordrhein-
Westfalen in Brüssel stärker berücksichtigt wird. Von der „Konferenz zur Zukunft
Europas“ kann hierzu ein wichtiger Impuls ausgehen. Wir werden diesen Prozess
mitgestalten.
● Wir werden die Stimmen starker Regionen in Brüssel noch wahrnehmbarer machen
und uns dazu eng mit unseren europäischen Partnern abstimmen.
● Wir werden die nachbarschaftlichen Beziehungen zu den Niederlanden noch enger
gestalten und die von uns ins Leben gerufene Grenzlandagenda vorantreiben.
● Unsere Partnerschaft mit der französischen Region Hauts-de-France und dem
polnischen Schlesien im Weimarer Dreieck werden wir weiter vertiefen, die enge
Verbindung mit dem belgischen Flandern ausbauen und die neue Partnerschaft mit
dem Piemont mit Leben füllen.
● Wir wollen einer drohenden Sprachlosigkeit entlang der Grenzen insbesondere bei der
jüngeren Generation offensiv begegnen, in dem wir mit unseren Benelux-Partnern bei
Lehrerausbildung und Sprachunterricht an Schulen neue Angebote schaffen.
Für den Wandel in Europa
Europa steht vor einer doppelten Transformation: weltweiter Vorreiter bei Klimaschutz und
Digitalisierung.
● Wir fordern eine 1:1-Umsetzung von europäischem Recht und keine Überregulierung.
Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Freiräume. Wo europäisches Recht in
Nordrhein-Westfalen umgesetzt wird, wird dies weiterhin so passieren.
● Wir werden uns auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass der Rahmen für die Umsetzung
des Europäischen Green Deal und Fit for 55 die richtigen Prioritäten setzt,
Innovationskraft entfaltet und bürokratische Gängelung vermeidet.
● Wir treten dafür ein, dass Europa schnellere und einfachere Planungs- und
Vergabeverfahren ermöglicht. Das in Nordrhein-Westfalen pilotierte Netzwerk der
„Regional Hubs“, das Erfahrungen mit dem Vollzug europäischer Regulierungen
sammelt, kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
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Wenn es darauf ankommt, hilft unser Land. Für uns steht solidarisches Handeln immer im
Vordergrund. Dies ist aktuell insbesondere in der Ukraine-Krise gefragt. Viele Mütter mit ihren
Kindern, ältere und schwächere Menschen verlassen ihr Zuhause. Sie lassen alles zurück: ihr
Hab und Gut, ihre Freunde und Familienangehörige und alles, was ihnen lieb und teuer ist.
Diese schutzbedürftigen Menschen kommen nach Nordrhein-Westfalen, in ein sicheres
Bundesland. Wir helfen, wenn es darauf ankommt. Mit Spenden oder konkreten
Hilfsangeboten zeigen die Menschen ein großes Herz. Wir dürfen nicht zulassen, dass den
Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine weiteres Unglück widerfährt. Dafür müssen wir gemeinsam
mit dem Bund und den anderen Ländern eng zusammenarbeiten. Den Menschen, die zu uns
kommen, bieten wir Schutz. Wir werden ihnen Unterkunft geben, ihre organisatorische sowie
psychologische Betreuung sowie den Zugang zu gesundheitlicher Versorgung und schulischer
Bildung sicherstellen. Wir werden Integrationsangebote machen. Die Kommunen werden wir
bei den anstehenden Aufgaben unterstützen.
Für ein sicheres Europa
Sicherheit ist die Grundlage von Freiheit. Deshalb setzen wir uns für ein sicheres Europa ein.
● Wir stehen für die Stärkung der gesamten europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.
Wir werden den Ausbau der Digitalisierung bei der polizeilichen und justiziellen
Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und den zuständigen EU-Agenturen
intensivieren.
● Wir werden Europol durch die Entsendung von Beamten weiterhin unterstützen und
befürworten insbesondere den Ausbau des Europol-Informationssystems und die
verstärkte Kooperation der Behörde mit Unternehmen.
Der Krieg gegen die Ukraine hat das Sicherheitsdenken in Europa verändert. Wir erkennen
diese neue Realität an. Deutschland muss mehr in seine Sicherheit und die der Partner in EU
und NATO investieren. Wir dürfen uns bei der Heimatverteidigung nicht länger auf andere
verlassen.
Der Bund hat ein Sondervermögen von einmalig 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr
angekündigt und will die Zusage gegenüber der NATO einhalten, den Verteidigungshaushalt
auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts zu erhöhen. Dieser Ankündigung
müssen nun Taten folgen.
Unsere Soldatinnen und Soldaten sind Staatsbürger in Uniform und damit selbstverständlicher
Bestandteil der Gesellschaft. Wir brauchen eine Kultur des Respektes ihnen und ihrem Einsatz
für Freiheit und Demokratie gegenüber.
Neben der Heimatverteidigung zählt zu den Aufgaben der Bundeswehr der Heimatschutz. Bei
Naturkatastrophen, schweren Unglücksfällen, bei innerem Notstand und Amtshilfe, wie bspw.
während der Corona-Pandemie, leistet sie hervorragende Arbeit.
● Wir unterstützen den Bund dabei, die Bundeswehr personell, materiell, technisch und
strategisch für die Aufgaben von heute und morgen fit zu machen. Dabei ist es
zwingend, für die Bevölkerung eine Informations- und Aufklärungskampagne zu den
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Grundordnung zu starten.
● Die Bundeswehr muss wieder in die Lage versetzt werden, das deutsche Staatsgebiet
und die eigene Bevölkerung wirksam zu verteidigen. Zudem muss sie ihren
Bündnisverpflichtungen nachkommen können.
● Die Jugendoffiziere und -offizierinnen der Bundeswehr leisten mit ihren
Informationsveranstaltungen in weiterführenden und berufsbildenden Schulen einen
wichtigen Beitrag zur politischen Bildung. Wir werden diese Kooperationsvereinbarung
für eine Zusammenarbeit im Schulunterricht fortsetzen und erweitern sowie ihnen
uneingeschränkten Zugang zu staatlichen Bildungseinrichtungen ermöglichen.
● Wir unterstützen die Initiativen für einen verpflichtenden Freiwilligen Dienst für die
Gesellschaft. Dieser richtet sich an junge Männer und Frauen nach Ende ihrer Schulzeit
und soll sich nicht nur auf die Bundeswehr beschränken.
Für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern
● Wir wollen den Katastrophenschutz grenzüberschreitend besser vernetzen,
bestehende Grenzhindernisse weiter abbauen und den grenzüberschreitenden
Verkehr stärker vernetzen.
● Wir wollen für junge Menschen neue Möglichkeiten für Erfahrungen im europäischen
Ausland schaffen in der Schule, in der Ausbildung, im Beruf, an der Hochschule und
im Vereinsleben. Wir wollen den europäischen Jugendaustausch stärken und die
Einführung eines parlamentarischen Patenschaft-Programmes anstoßen.
● Die Versöhnung und Verständigung mit Israel hat für uns herausragende Bedeutung.
Dieses freundschaftliche Miteinander werden wir vertiefen.
● In Anlehnung an das erfolgreiche Modell eines Landesbüros in Israel wollen wir in
London ein Büro etablieren, das die ganze Breite der Beziehungen zwischen Nordrhein-
Westfalen und dem Vereinigten Königreich abbildet.
● Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit dem US-Bundesstaat Pennsylvania ausbauen
und neue Kooperationen mit amerikanischen Bundesstaaten und kanadischen
Provinzen gerade in den Bereichen Klimaschutz, Katastrophenabwehr und neue
Technologien eingehen.
● Neue Perspektiven sind das Ziel unserer Partnerschaft mit Ghana: Wir wollen
gemeinsam mit den zahlreichen Initiativen der Zivilgesellschaft die gerade verlängerte
Partnerschaft mit neuen Ideen und Projekten füllen. Wir werden Ghana dabei
unterstützen, aus eigener Kraft Wachstum und Beschäftigung zu schaffen. Hierzu
werden wir den Verwaltungsaustausch weiter ausbauen.
● Wir wollen Bonn als einzigen UN-Standort Deutschlands weiter unterstützen und neue
Projekte fördern, die sich den globalen Herausforderungen und den Zielen
nachhaltiger Entwicklung widmen vom Klimawandel über die Pandemiebekämpfung
bis hin zum demografischen Wandel und zur Polarisierung der Gesellschaften.
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