Features: - GWÖ-Matrix 2.0 Analyse für NRW-Landtagsanträge - Verbesserungsvorschläge im Redline-Format (Original/Vorschlag/Begründung) - Wahlprogramm- und Parteiprogrammtreue-Bewertung - Landtag-Suche via OPAL-API - Tag-Wolke mit Multi-Select Filter - Partei-Filter mit Durchschnittswerten - PDF-Report-Generierung - Security Headers (CSP, X-Frame-Options, etc.) - Persistente SQLite-DB via Docker Volumes Tech Stack: - FastAPI + Jinja2 - Qwen LLM via DashScope API - SQLite + aiosqlite - WeasyPrint für PDF - Docker Compose mit Traefik
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www.cdu.nrw
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Machen,
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worauf es ankommt.
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Nordrhein-Westfalen:
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Sicher, nachhaltig, solidarisch und stark
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Beschluss | 26. März 2022
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CDU Nordrhein-Westfalen | Wasserstraße 6 | 40213 Düsseldorf | www.cdu-nrw.de
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Nordrhein-Westfalen: Sicher, nachhaltig, solidarisch und stark ............................................... 3
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1. Das haben wir erreicht .................................................................................................... 3
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2. Machen, worauf es ankommt ......................................................................................... 6
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3. Wählen, worauf es ankommt .......................................................................................... 8
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I. SICHERES NORDRHEIN-WESTFALEN................................................................................... 8
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1. Innere Sicherheit ............................................................................................................. 8
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2. Katastrophenschutz....................................................................................................... 15
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3. Justiz .............................................................................................................................. 18
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4. Kinderschutz .................................................................................................................. 22
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5. Arbeit und Soziales ........................................................................................................ 26
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6. Mieten, Bauen und Wohnen ......................................................................................... 31
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II. NACHHALTIGES NORDRHEIN-WESTFALEN ....................................................................... 35
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1. Wirtschaft ...................................................................................................................... 35
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2. Energie ........................................................................................................................... 39
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3. Mobilität ........................................................................................................................ 42
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4. Klima-, Natur-, Arten- und Umweltschutz..................................................................... 48
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5. Landwirtschaft ............................................................................................................... 51
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6. Verbraucherschutz ........................................................................................................ 54
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7. Finanzen ........................................................................................................................ 55
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III. SOLIDARISCHES NORDRHEIN-WESTFALEN ....................................................................... 56
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1. Familien, Kinder, Jugendliche und Vielfalt .................................................................... 56
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2. Gleichstellung ................................................................................................................ 61
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3. Bildung ........................................................................................................................... 64
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4. Gesundheit .................................................................................................................... 72
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5. Pflege ............................................................................................................................. 76
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6. Ehrenamt ....................................................................................................................... 79
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7. Kultur ............................................................................................................................. 82
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8. Sport .............................................................................................................................. 85
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IV. STARKES NORDRHEIN-WESTFALEN .................................................................................. 86
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1. Digitalisierung, Innovationen und Gründungen ............................................................ 86
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2. Wissenschaft und Forschung ........................................................................................ 90
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3. Kommunen .................................................................................................................... 94
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4. Öffentlicher Dienst ........................................................................................................ 99
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5. Lebendige Demokratie ................................................................................................ 101
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6. Medien und Games ..................................................................................................... 103
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7. Nordrhein-Westfalen in Europa und der Welt ............................................................ 106
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Nordrhein-Westfalen ist ein großartiges Land – mit mehr als 18 Millionen einzigartigen
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Menschen. Für uns als CDU NRW sind das mehr als 18 Millionen Gründe, an jedem einzelnen
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Tag an der Zukunft unseres Landes zu arbeiten. Dafür geben wir unser Bestes. Unabhängig von
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Alter, Geschlecht, Herkunft, Glaube, sexueller Orientierung und Identität oder politischer
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Überzeugung ist es unser Anspruch und unsere Motivation, das Leben jeder und jedes
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Einzelnen spürbar zu verbessern.
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Wer hier in Nordrhein-Westfalen zu Hause ist, spürt: Unsere Heimat ist wieder auf der
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Erfolgsspur. Seit die CDU seit fünf Jahren die Landesregierung führt, geht es mit unserem Land
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wieder aufwärts. Die Erfolge der vergangenen Jahre sind mit Zahlen, Daten und Fakten
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belegbar. Die CDU macht den Unterschied.
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Wir haben einen klaren Kompass – auch in unruhigen Zeiten, in denen viele Gewissheiten in
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Frage gestellt werden. Der Angriffskrieg auf die Ukraine markiert einen historischen Einschnitt.
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Er ist ein Angriff auf die europäische Friedensordnung, auf Freiheit und Demokratie. Wir
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setzen Krieg und Menschenverachtung Solidarität, Nächstenliebe und Stärke entgegen.
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Ausgangs- und Orientierungspunkt unserer Politik ist der Mensch. Der Staat hat eine dienende
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Funktion. Er gibt die Rahmenbedingungen vor, die den Menschen ein selbstbestimmtes Leben
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in Würde ermöglichen. Dafür braucht es eine Politik, die Chancengleichheit als
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Chancengerechtigkeit versteht. Wir suchen nicht nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner,
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sondern bieten individuelle Entfaltungsmöglichkeiten, um allen Menschen Teilhabe zu
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ermöglichen. Wir verbinden Freiheit mit sozialer Gerechtigkeit und versöhnen Klimaschutz mit
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Industrie und ihren guten Arbeitsplätzen und sozialer Sicherheit.
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Wirtschaft und Gesellschaft stehen in den kommenden Jahren – gerade in Nordrhein-
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Westfalen – vor weiteren großen Umbrüchen. Das Gute ist: Keine Generation vor uns konnte
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auf so viel Wissen zugreifen, hatte so viele Möglichkeiten und Instrumente, diese erfolgreich
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zu meistern.
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Wir wissen, was Nordrhein-Westfalen braucht. Wir haben eine klare Vorstellung davon, wie
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die Gesellschaft von morgen aussehen wird. Deshalb machen wir, worauf es ankommt!
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1. Das haben wir erreicht
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Seit 2017 haben wir die Weichen neu gestellt: auf Tempo, auf Modernisierung, auf
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Arbeitsplätze, auf Digitalisierung, auf Mobilität, auf Klimaschutz, auf Heimat, auf Sicherheit,
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auf Familien und auf vieles andere mehr. Wir haben unser Versprechen gehalten: Nordrhein-
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Westfalen ist wieder auf der Erfolgsspur.
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● Das Leben in unserem Land ist sicherer geworden. Die Zahl der Straftaten sinkt, die
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Aufklärungsquote steigt, weil wir wieder mehr Polizisten auf der Straße haben.
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● Der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Missbrauch und sexualisierter Gewalt
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ist Schwerpunkt unserer Arbeit. Der abscheuliche Missbrauch von Jugendlichen,
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Kindern und sogar Säuglingen hat gezeigt, dass der Staat massiver als je zuvor
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ersten Kinderschutzgesetz gehen wir in Nordrhein-Westfalen bundesweit voran.
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● Wir haben den wirtschaftlichen Riesen entfesselt. Der Abbau unnötiger Bürokratie
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fördert Investitionen und sichert Arbeitsplätze. Wir denken Klimaschutz,
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Digitalisierung und die Transformation unseres Industrie- und Energiestandortes
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zusammen. Wir sind Gründerland.
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● Faire Arbeit für alle – auch in Zukunft. Es gibt in Nordrhein-Westfalen so viele
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sozialversicherungspflichtig Beschäftigte wie nie zuvor. Wir nehmen die richtigen
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Weichenstellungen vor. Daher kommen wir besser aus der Corona-Krise als andere.
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● Teilhabe aller Menschen sicherstellen. Wir nehmen alle mit. Wer unsere Hilfe
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benötigt, kann sich auf die Solidarität aller verlassen. Wir haben Jugendlichen mit
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Startschwierigkeiten und körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen neue
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Perspektiven gegeben.
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● Nordrhein-Westfalen und seine Menschen sind vielfältig und weltoffen. Unser Land
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ist Zuwanderungs- und Integrationsland. Bei uns sollen alle eine Heimat finden, egal
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wo sie geboren sind. Alle, die zu uns kommen und mit uns und nach unseren Gesetzen
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und Werten leben, sind eine Bereicherung. Das gehört zur DNA unseres Landes. Damit
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das so bleibt, haben wir das bundesweit modernste Integrationsgesetz geschaffen und
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die Kommunen erstmals mit genug Geld für die Integration ausgestattet. Sie ist für uns
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eine Querschnittsaufgabe: Bildung und Ausbildung, Wirtschaft und Arbeit, Ehrenamt
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und Sport sind nur einige Beispiele, bei denen Integration in Nordrhein-Westfalen
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erlebt und erfolgreich gelebt wird. Damit sind wir Vorbild für andere Länder.
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● Klima wirksam schützen – Industrie- und Energieland bleiben. Wir haben unsere
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Anstrengungen zum Schutz des Klimas vervielfacht. Klimaschutz ist
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überlebensnotwendig. Wir werden Klimaneutralität spätestens im Jahr 2045
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erreichen. Technologieoffenheit und Akzeptanz in der Bevölkerung sind dabei unsere
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Leitplanken.
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● Nachhaltig handeln – Umweltschutz ohne Ideologie. Wir haben die
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Schadstoffbelastung der Luft in unseren Städten gesenkt und die Wiederaufforstung
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klimastabiler Wälder begonnen. Mit der Nutztierhaltestrategie haben wir den
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Tierschutz gestärkt und geben der Landwirtschaft Planungssicherheit.
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● Ob Eigentum oder Miete – wir machen mehr Bauen möglich. Dafür haben wir das
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Baurecht modernisiert, entbürokratisiert und Investitionsanreize gesetzt. Um
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Mieterinnen und Mieter zu unterstützen und zu schützen, haben wir das Wohngeld
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erhöht und eine neue Mieterschutzverordnung verabschiedet. Wir haben den
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öffentlich geförderten Wohnungsbau gestärkt.
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● Die schwarze Null steht. Wir gehen verantwortungsvoll mit dem Geld der
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Steuerzahlerinnen und Steuerzahler um. Der Haushalt 2018 war der erste Landesetat
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seit 1973, der bereits bei der Einbringung keine neuen Schulden vorsah.
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● Gute Bildung heißt beste Chancen ermöglichen. Unsere Bildungspolitik ermöglicht
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jeder Schülerin und jedem Schüler Aufstieg durch Bildung. Wir haben das Abitur nach
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Schulform professionell und zukunftsfähig weiterentwickelt. Wir haben die Fehler der
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Vorgängerregierung bei der Inklusion korrigiert und die Förderschulen gestärkt.
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● Gesundheit ist unser wichtigstes und wertvollstes Gut. Wer krank ist oder wem
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gesundheitliche Probleme drohen, dem muss schnell und kompetent geholfen
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werden. Wir haben die wohnortnahe Gesundheitsversorgung gesichert. Die
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Landarztquote ist ein Erfolgsmodell. Wir haben das Schulgeld für Gesundheitsberufe
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abgeschafft, um sie attraktiver zu machen. Die Krankenhäuser erhalten 2 Milliarden
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Euro mehr für Investitionen.
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● Ehrenamt ist Ehrensache. Unzählige Frauen und Männer jeden Alters setzen sich in
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ihrer Freizeit für die Gesellschaft und ihre Mitmenschen ein. Das macht Nordrhein-
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Westfalen stark. Mit unserer Engagementstrategie haben wir die Zuschüsse für
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Verbände und Vereine um jährlich 6 Millionen Euro erhöht.
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● Wir machen Kultur sichtbar und erlebbar. Kultur hat in Nordrhein-Westfalen seit 2017
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wieder einen hohen Stellenwert. Dafür geben wir 50 Prozent mehr Geld aus und haben
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ein eigenes Ministerium geschaffen.
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● Nordrhein-Westfalen ist das Sportland Nummer 1. Mit einem einzigartigen
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Förderprogramm in Höhe von 300 Millionen Euro haben wir Sportvereine und
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Sportverbände gestärkt. Wir schaffen die besten Bedingungen für den Profi- wie den
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Breitensport.
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● Wir machen Nordrhein-Westfalen digital. Beim 5G-Ausbau stehen wir an der Spitze
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der deutschen Flächenländer. Wir haben Tempo beim Ausbau von superschnellem
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Internet gemacht: 98 Prozent der Schulen, 95 Prozent der Gewerbegebiete und 76
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Prozent der Haushalte haben Zugang zum gigabitfähigen Netz. Mit dem Mobilfunkpakt
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schließen wir weiße Flecken.
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● Mobilität – schnell, sicher und sauber. Wir haben mit Rekordsummen und neuen,
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innovativen Methoden für Bau und Baustellenmanagement dafür gesorgt, dass
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Straßen, Brücken, Tunnel und Fahrradwege schneller gebaut werden. Mit dem ersten
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Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz eines Flächenlandes gehen wir neue Wege. Wir
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schaffen klimaschonende Mobilität für alle, u. a. mit unserer ÖPNV-Offensive.
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● Mit Forschung und Entwicklung lösen wir die Probleme unserer Zeit. Unser Land ist
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Spitze als Forschungs- und Wissenschaftsstandort. Wir haben die Bedingungen für
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Studierende und Lehrende verbessert. Die Innovationen von heute sind die Chancen
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von morgen.
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● Gemeinsam und fair – wir stärken die Kommunen. Wir haben dafür gesorgt, dass
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unserer Städte, Gemeinden und Kreise wieder mehr Geld in der Kasse haben. Wir
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haben beim Bund eine jährlich wiederkehrende Entlastung der Kommunen für die
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Unterkunftskosten bei Hilfsbedürftigkeit in Höhe von rund eine Milliarde Euro
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durchgesetzt.
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Deutschlands, sondern war und ist die treibende Kraft für die gemeinsame Zukunft in
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Europa. Gerade in der Corona-Pandemie hat sich die gute Zusammenarbeit mit
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unseren belgischen und niederländischen Nachbarn bewährt. Ein starkes und
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bürgernahes Europa muss in den Köpfen wie den Herzen der Menschen wirken.
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Was angestoßen wurde, muss ambitioniert fortgeführt werden. Was an neuen
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Herausforderungen entstanden ist, muss angepackt werden. Wie uns das gelingen wird,
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darauf schaut ganz Deutschland. Denn Nordrhein-Westfalen ist „Deutschland kompakt“: mit
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großen Städten, dem ländlichen Raum und seinen Dörfern, mit Schwerindustrie und Land- und
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Ernährungswirtschaft, mit Tradition und innovativen Denkfabriken, mit Menschen aus allen
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Teilen der Welt.
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Wir setzen uns neue und ehrgeizige Ziele für unser modernes und zukunftsoffenes
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Bundesland. Die entscheidenden Leitlinien für uns sind: Wir machen Nordrhein-Westfalen
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noch sicherer, noch nachhaltiger, noch solidarischer und noch stärker.
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Wir machen, worauf es ankommt!
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2. Machen, worauf es ankommt
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Sicheres Nordrhein-Westfalen
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Sicherheit ist nicht umsonst zu haben. Wir müssen sie verteidigen – nach außen und nach
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innen. Polizeipräsenz vor Ort, Einsatzkräfte, die schnell Hilfe leisten – das ist unabdingbar für
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die Sicherheit der Menschen in unserem Land.
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Polizistinnen und Polizisten, Feuerwehrleute und die Einsatzkräfte der Hilfsdienste leisten
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hervorragende Arbeit, die oft über das normale Maß hinausgeht. Dafür schulden wir ihnen
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Dank und Respekt.
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Sicherheit beginnt bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit und hört bei interdisziplinären
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Teams aus Zoll und Kriminalämtern nicht auf. Sie schließt persönliche Ausstattung der
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Einsatzkräfte mit ein, und auch das Gesundheitsmanagement in den Polizeibehörden.
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Mit einer Null-Toleranz-Haltung gegenüber jeder Art von Gewalt und Kriminalität zeigen wir
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den Gegnern der Freiheit eines jeden einzelnen Menschen in Nordrhein-Westfalen klare
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Grenzen auf. Das gilt auf der Straße, zu Hause und im Internet. Hier machen wir keine
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Unterschiede.
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Nachhaltiges Nordrhein-Westfalen
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Die CDU NRW steht voll zu den Pariser Klimazielen. Klimaschutz ist ein Generationenprojekt.
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Wir werden es zu einem Versöhnungsprojekt machen. Wir werden Klimaschutz und Industrie
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mit ihren guten Arbeitsplätzen und sozialer Sicherheit versöhnen. Wir machen Klimaschutz so,
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dass er für Menschen bezahlbar bleibt. Und wir werden einen neuen gesellschaftlichen Pakt
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für Arbeit und Umwelt initiieren.
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Politik muss die Weichen für die Zukunft stellen. Sie darf künftige Generationen nicht
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zusätzlich finanziell belasten. Unsere Kinder und Enkelkinder müssen den Spielraum haben,
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sorgen. Wir erreichen dieses Ziel nicht mit mehr Staat oder mehr Schulden. Wir erreichen es
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mit einem Staat, der im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft die Rahmenbedingungen für gutes
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und nachhaltiges Handeln vorgibt. Dieses deutsche Erfolgsmodell garantiert faire Arbeits- und
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Lebensbedingungen, sichere und zukunftsfähige Arbeitsplätze und ermöglicht eine
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leistungsfähige und innovative Wirtschaft, in der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und
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Unternehmerinnen und Unternehmer zusammenarbeiten.
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Wir denken Nachhaltigkeit vernetzt und verknüpfen die Chancen von Wirtschaft,
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Landwirtschaft, Umwelt, Wohnen und Mobilität miteinander.
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Das ist unsere DNA. Das ist unsere Politik.
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Solidarisches Nordrhein-Westfalen
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Wir wollen, dass alle Menschen ihren Lebensunterhalt aus eigener Kraft erwirtschaften
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können. Für uns gilt das Prinzip „Fördern und Fordern“. Die Schwachen haben einen Anspruch
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auf die Solidarität der Starken. Jeder in der Gesellschaft muss seinen Beitrag leisten und
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Verantwortung übernehmen. Bildung ist für uns dabei der Schlüssel zum Aufstieg für alle.
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Niemand soll Angst haben, dass er sich seine warme Wohnung nicht mehr leisten kann. Es
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geht nicht nur um die Ermöglichung von Aufstieg, sondern auch um die Sicherheit vor Abstieg.
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Familie definiert uns. Familiärer Zusammenhalt ist der Kitt unserer Gesellschaft. Sie zu stärken,
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hat für uns Priorität. Wir bringen jeder Partnerschaft, in der Menschen füreinander
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Verantwortung übernehmen, höchste Wertschätzung entgegen.
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Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann nicht von oben verordnet werden. Ein starker Staat
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vertraut auf die Kreativität, Eigeninitiative und Eigenverantwortung der Menschen. Wir sehen
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die Freude daran, Heimat und Gemeinschaft mitgestalten zu wollen. Unverzichtbar ist das
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ehrenamtliche Engagement, das von vielen Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen mit
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Leidenschaft gelebt wird. Unsere Gesellschaft lebt von Werten. Wir werden die bewährte
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Zusammenarbeit mit den Kirchen, Religionsgemeinschaften, jüdischen und islamischen
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Gemeinden fortsetzen.
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Das Thema Gesundheit stand selten so im Fokus wie in den vergangenen Jahren. Wir werden
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den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen und wohnortnahen medizinischen Versorgung in
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Stadt und Land sicherstellen.
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Nordrhein-Westfalen ist nicht nur die Heimat derjenigen, die hier geboren sind. Wir sind stolz
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darauf, dass Menschen aus allen Teilen der Welt zu uns ziehen, um hier zu leben, zu lernen
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und zu arbeiten. Sie sind uns willkommen. Einwanderung ist gut für Nordrhein-Westfalen. Sie
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hilft uns demografisch, wirtschaftlich und kulturell.
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Wir werden die Kommunen weiterhin bei der Aufnahme von Flüchtlingen unterstützen – und
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zwar ohne Wenn und Aber. Wir lassen niemanden zurück, der unsere Hilfe und Solidarität
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benötigt. Das machen wir mit großem Herzen, jedoch nicht blauäugig.
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Wir werden weiterhin massiv in die digitale Infrastruktur investieren, in Innovationen und in
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Gründungen. Wir werden die Chancen der Digitalisierung im staatlichen Handeln stärker
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nutzen und noch schneller, noch effektiver und noch effizienter werden.
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Unsere Demokratie muss von möglichst vielen Menschen akzeptiert und gelebt werden. Wir
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setzen die Vorschläge der von uns initiierten Enquetekommission für die Weiterentwicklung
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der Demokratie um. Wir verstärken die Teilhabe und die Beteiligung der Menschen am
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||
politischen Gemeinwesen.
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Nordrhein-Westfalen ist zu groß und zu europäisch, um nur allein zu denken. Unsere Politik
|
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greift über die Landesgrenzen hinaus und bindet unsere direkten Nachbarn ein. Unser Land
|
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ist Modernisierungstreiber – im Bund und auf europäischer Ebene. Als CDU leben und
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gestalten wir Föderalismus und Subsidiarität zum Wohle der Menschen.
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3. Wählen, worauf es ankommt
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In der Politik sind Haltung und Verantwortung unverzichtbar.
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Ausgangs- und Orientierungspunkt unserer Politik sind das christliche Menschenbild und die
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unteilbare Würde des Menschen. Sie leiten sich ab von den christlich-jüdisch-humanistischen
|
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Traditionen. Diese sind universell und daher vereinbar mit den Wertvorstellungen von Anders-
|
||
und Nichtgläubigen. Aus ihnen heraus wächst unsere Verpflichtung zu einem sozial, nachhaltig
|
||
und verantwortungsvoll handelnden Staat.
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||
Politisches Handeln hat dem Wohl der Menschen und dem Gemeinwohl zu dienen. Wir sind
|
||
immer für die Menschen, niemals gegen sie. Die CDU ist nicht links, die CDU ist nicht rechts,
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||
die CDU ist die Mitte.
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Wir haben die Zeit seit 2017 genutzt. Unsere Heimat ist wieder auf der Erfolgsspur. Dieser Kurs
|
||
kann am 15. Mai 2022 bestätigt werden: Wählen, worauf es ankommt, damit wir machen,
|
||
worauf es ankommt!
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I. SICHERES NORDRHEIN-WESTFALEN
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Sicherheit hat viele Facetten. Sie umfasst den Schutz der Menschen wie der Gesellschaft vor
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Kriminellen. Dazu gehören aber auch gute Arbeit, die einen selbst und die Familie ernährt, und
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||
Wohnen, das sich jeder leisten kann.
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||
1. Innere Sicherheit
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Wir haben 2017 eine sicherheitspolitische Wende vollzogen. Wir wollen auch in Zukunft, dass
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||
alle Menschen jederzeit und überall sicher in Nordrhein-Westfalen leben können, auf der
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Straße, zu Hause – im digitalen und im analogen Raum.
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||
Das staatliche Gewaltmonopol, die Durchsetzung von Recht und Ordnung, der Schutz von
|
||
Opfern und Eigentum und die Verteidigung unserer freiheitlich demokratischen
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||
Grundordnung gegen alle Verfassungsfeinde und Extremisten sind für die CDU unverrückbare
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||
Toleranz für Kriminelle.
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||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir haben eine konsequente Null-Toleranz-Linie gegen Kriminalität aller Art
|
||
durchgesetzt.
|
||
● Wir haben fünfmal in Folge den Etat für die Polizeiarbeit erhöht.
|
||
● Wir haben die Zahl der Neueinstellungen bei der Polizei so stark erhöht, dass sie
|
||
erstmals seit Jahren wieder wächst. Wir haben die Trendwende erreicht. Wir haben
|
||
von 2017 bis 2022 über 15.000 Kommissaranwärterinnen und -anwärter eingestellt.
|
||
● Wir haben die bekanntgewordenen Straftaten seit 2016 um ein Viertel reduziert. Seit
|
||
35 Jahren war unser Land nicht mehr so sicher: Mord- und Totschlag auf einem Zehn-
|
||
Jahres-Tief, bei Raub niedrigste Fallzahl seit 1988, Wohnungseinbruchdiebstahl ist im
|
||
Vergleich zu 2015 um mehr als 70 Prozent zurückgegangen, Straßenkriminalität so
|
||
gering wie seit 1990.
|
||
● Wir haben der Clankriminalität erfolgreich den Kampf angesagt. Wir dulden keine
|
||
rechtsfreien Räume in unserem Land. In bislang fast 2.000 Aktionen wurden mehr als
|
||
5.000 Objekte kontrolliert, etwa 22.000 Verstöße geahndet, über 3.000 Gegenstände
|
||
beschlagnahmt und über 400 Objekte direkt geschlossen.
|
||
● Wir haben den Sachhaushalt der Polizei seit 2016 um rund zwei Drittel erhöht und den
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||
Ausrüstungsstau der vergangenen Jahre bei der Polizei aufgelöst.
|
||
● Wir haben die Unterstützungssysteme für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder
|
||
weiterentwickelt.
|
||
● Häusliche Gewalttäter können jetzt länger in Polizeigewahrsam genommen werden.
|
||
Das nutzen die Polizeibehörden. Opfer, meist Frauen und Kinder, werden so besser
|
||
und effektiver vor Gewalt geschützt.
|
||
● Wir haben die rechtlichen Befugnisse für die Videobeobachtung im öffentlichen Raum
|
||
ausgeweitet.
|
||
● Wir sorgen für die Durchsetzung unserer rechtlichen Prinzipien. Wir haben bundesweit
|
||
die höchsten Rückführungszahlen.
|
||
● Mit der barrierefreien Notruf-App „nora“ haben wir dafür gesorgt, dass Menschen mit
|
||
Sprach- und/oder Hörbehinderung Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste schnell
|
||
und einfach erreichen können.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● 3.000 neue Polizistinnen und Polizisten pro Jahr ausbilden
|
||
● Polizei motivieren, Kräfte so ausstatten, dass sie arbeiten können
|
||
● Moderne Methoden für die Kriminalitätsbekämpfung einsetzen
|
||
● Sicherheit überall garantieren, Ordnung schaffen
|
||
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||
9
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--- PAGE 10 ---
|
||
1.000 Nadelstiche fortsetzen
|
||
● Clanmitgliedern den Führerschein entziehen und die Autos wegnehmen
|
||
● Demokratie wehrhafter gegen Extremismus und Terrorismus machen
|
||
● Sicherheitspolitische Partnerschaften, damit sich Kriminelle nicht jenseits der
|
||
Landesgrenzen verstecken
|
||
● Rückendeckung für Einsatzkräfte bei Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und
|
||
Ordnungsämtern
|
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|
||
Für eine starke Polizei
|
||
Polizistinnen und Polizisten sind die Garanten der Sicherheit der Menschen in unserem Land.
|
||
Sie leisten hervorragende Arbeit. Dafür schulden wir ihnen großen Dank. Wir werden deshalb
|
||
weiterhin für attraktive Arbeitsbedingungen sorgen.
|
||
● Wir wollen, dass die Zahl der Polizistinnen und Polizisten von heute rund 40.000 auf
|
||
mindestens 45.000 steigt. Dafür werden wir 3.000 Kommissaranwärterinnen und
|
||
Kommissaranwärter pro Jahr in Ausbildung nehmen.
|
||
● Wir werden eine Einstellungskampagne starten, um Seiteneinsteigerinnen und -
|
||
einsteiger sowie Spezialistinnen und Spezialisten für die Polizei zu gewinnen. Wir
|
||
wollen Polizistinnen und Polizisten mit einem Zusatz-Studium im IT-Bereich
|
||
qualifizieren.
|
||
● Wir wollen die Kriminalpolizei noch attraktiver für den Nachwuchs machen. Junge
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||
Menschen mit und ohne Einwanderungsgeschichte sollen angeworben und
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beschleunigt in die Kommissariate gebracht werden. Denkbar sind dabei sogenannte
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Ausbildungskommissariate.
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● Wir werden die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich der
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Kriminalitätsbekämpfung mit unseren europäischen Nachbarländern weiter
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verbessern.
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● Wir wollen in allen fünf Autobahn-Inspektionen eine eigene „Eingreiftruppe
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Strategische Fahndung“ einrichten.
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● Wir werden die Einrichtung von interdisziplinären Ermittlerteams prüfen, besetzt aus
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Mitarbeitern des Zolls, des Landeskriminalamtes, des Bundeskriminalamtes, der
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Steuerfahndung und der Sozial- und Jugendämter.
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● Wir werden weiterhin in die Liegenschaften der Polizei investieren.
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● Wir werden sicherstellen, dass Bundeswehr, Polizei, Ordnungsämter, THW, Feuerwehr
|
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und Hilfsorganisationen regelmäßig im Rahmen von „Blaulichttagen“ in den Schulen
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ihre Arbeit vorstellen und aktiv um Nachwuchs werben können.
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Städte und Kreise gewährleistet Orts- und Bürgernähe und damit ein Höchstmaß an
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Sicherheit. Wir werden sicherstellen, dass die Kreispolizeibehörden auch künftig unter
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der Leitung der von den Menschen direkt gewählten Landrätinnen und Landräte
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stehen.
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Für Wertschätzung und Respekt für die Polizei
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Die Einsatzkräfte nehmen für den Schutz der Menschen in Nordrhein-Westfalen jeden Tag
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eine Menge auf sich und setzen dabei ihr Leben aufs Spiel. Ihnen schlägt zum Teil brutalste
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Gewalt entgegen.
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● Wir setzen uns für eine härtere Bestrafung von Angriffen auf Einsatzkräfte ein.
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Strafverschärfungen haben eine abschreckende Wirkung. Sie bringen eine
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konsequente Null-Toleranz-Haltung gegenüber Straftätern zum Ausdruck.
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● Wir statten den Wach- und Wechseldienst bis Ende 2025 mit Bodycams und Tasern
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aus und werden für gute Schutzausstattung sorgen.
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● Wir sprechen uns in aller Deutlichkeit gegen eine gesetzlich verpflichtende
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Kennzeichnungspflicht aus. Sie verletzt die Persönlichkeitsrechte der Polizistinnen und
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Polizisten und stellt sie unter Generalverdacht.
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● Wir setzen auf moderne Technik wie Drohnen und Roboter, die bspw. bei Aufklärungs-
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oder Sicherungsmaßnahmen helfen oder Gefährdungen von Einsatzkräften
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vermeiden.
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● Wir werden das Gesundheitsmanagement in den Polizeibehörden professionalisieren
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und die Unterstützung nach belastenden Einsätzen verbessern.
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● Spuckattacken sollen behandelt werden wie Widerstände und Körperverletzungen.
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Wir werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen so anpassen, dass Betroffene nicht
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auf Ansprüchen sitzen bleiben.
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Für digitale und moderne Kriminalitätsbekämpfung
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● Wir werden Kriminalität im Internet mit Cybercops bekämpfen. Sie sollen im Internet
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Streife gehen. Damit Cyberkriminalität wirksam bekämpft werden kann, werden wir
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qualifizierte Cybercops in ausreichender Zahl zur Verfügung stellen. Um dies zu
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ermöglichen, werden wir die Aus- und Fortbildung überprüfen und verbessern. Sie
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sollen sich umfassend um Kriminalität im Internet kümmern, von Hasskriminalität über
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Betrugsfälle bis hin zu Straftaten im Darknet.
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● Wir werden das Cybercrime-Kompetenzzentrum der Polizei Nordrhein-Westfalen
|
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weiter ausbauen. Die neu geschaffene Koordinierungsstelle Cybersicherheit soll zur
|
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zentralen Anlaufstelle ausgebaut werden.
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● Um Verbrechen erfolgreich aufzuklären, müssen die Sicherheitsbehörden technisch
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mindestens auf Augenhöhe agieren können. Wir werden daher weiter in die
|
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Verbesserung der Hardware und in die Modernisierung der IT-Technik investieren.
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ist eine wichtige Aufgabe der Landespolizei, über die Gefahren im Netz aufzuklären
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und zu warnen.
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● Wir wollen Künstliche Intelligenz bei der Anzeigenerstattung einsetzen, z. B. in Form
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von Chatbots.
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● Die Kripo muss digitaler werden. Das spart Zeit. Anhörungen und Vernehmungen per
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Videochat sind ebenfalls vorstellbar.
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● Wer im Internet Hass, Rassismus und Antisemitismus schürt, zu Gewalt aufruft oder
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schwere Straftaten begeht, darf nicht auf digitale Anonymität hoffen. Wir setzen uns
|
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daher für eine Auskunftspflicht von sozialen Netzwerken, Messenger-Diensten und
|
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dergleichen bei Hasskriminalität und anderen Delikten ein.
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● Wir setzen uns dafür ein, dass Hassgewalt-Delikte zukünftig gesondert erfasst und
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explizit in der Kriminalitätsstatistik ausgewiesen werden. Das ermöglicht eine bessere
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Prävention gegen Antisemitismus, Rassismus, Queer-Feindlichkeit und andere Formen
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gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.
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● Wir werden die Online-Durchsuchung einführen. Das sind verdeckte
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Ermittlungsmaßnahmen in den Daten von Verdächtigen.
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● Die Fristen zur Speicherung öffentlich zugänglicher Telefon- und
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Internetzugangsdienste sind im Zeitalter einer zunehmenden Verlagerung der
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Kriminalität in den virtuellen Bereich zu kurz. Wir werden uns deshalb auf
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Bundesebene für eine Verlängerung dieser Fristen auf sechs Monate einsetzen.
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● Die Vermessung und Kartographierung von Funkzellen sind wichtige
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Ermittlungsinstrumente bei der Bekämpfung von Wohnungseinbruch. Wir wollen sie
|
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deshalb bei Wohnungseinbruchsdelikten ermöglichen.
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● Wir werden uns auf Bundesebene für die rechtliche Absicherung der sogenannten
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Verkehrsdatenspeicherung einsetzen. Sie ist für effiziente und effektive
|
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Kriminalitätsbekämpfung vor allem bei Terror, organisierter Kriminalität und
|
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Kindesmissbrauch wichtig.
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● Wir setzen uns für den verstärkten Einsatz von Künstlicher Intelligenz ein, z. B. bei der
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||
Bekämpfung von Kindesmissbrauch.
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● Wir werden das erfolgreiche Frühwarnsystem Periskop zur Erkennung von Personen
|
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mit Risikopotenzial in Nordrhein-Westfalen flächendeckend einführen.
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Für null Toleranz gegen kriminelle Clans
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Die Bekämpfung der Clankriminalität ist kein Sprint, sondern ein Marathon aller
|
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Sicherheitsbehörden, von Polizei und Justiz gleichermaßen. Die Organisierte Kriminalität
|
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werden wir in den kommenden Jahren mit unserer Null-Toleranz-Strategie und maximalem
|
||
Kontroll- und Verfolgungsdruck weiterhin entschlossen bekämpfen.
|
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● Wir werden Präventionsprogramme und das Aussteigerprogramm, insbesondere für
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||
junge Clanangehörige, ausbauen.
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Unternehmensstrukturen zu tun. Wir werden moderne Recherche-Systeme im Bereich
|
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der Organisierten Kriminalität zum Standard machen. Das gilt insbesondere für
|
||
Ermittlungen in den Bereichen Geldwäsche, Steuerbetrug, Korruption und
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||
Drogenhandel.
|
||
● Wir wollen Scheinhalterschaften bei Kraftfahrzeugen verhindern und hierzu eine
|
||
bundesgesetzliche Regelung anstoßen. Wir setzen uns dafür ein, dass Clanmitgliedern
|
||
die Führerscheine entzogen und ihre Autos beschlagnahmt werden können.
|
||
● Im Kampf gegen Zuhälterei wollen wir Verkehrsdaten und
|
||
Telekommunikationsüberwachung nutzen.
|
||
● Finanzermittler leisten oft entscheidende Arbeit für die Aufklärung von schweren
|
||
Straftaten. Wir werden ihre Anzahl erhöhen. Ebenso wollen wir den Kampf gegen
|
||
Geldwäsche durch personelle Vernetzung des LKA mit der beim Zoll angesiedelten
|
||
zuständigen Financial Intelligence Unit verbessern.
|
||
● Im Kampf gegen Geldwäsche im Glücksspielmarkt wollen wir eine bessere Vernetzung
|
||
von Behörden. Außerdem wollen wir verfassungskonform regeln, dass bei Vermögen
|
||
unklarer Herkunft künftig eine vollständige Beweislastumkehr gilt.
|
||
Bei den Geldautomatensprengungen sind in den vergangenen Jahren erhebliche Anstiege zu
|
||
verzeichnen. Der wirtschaftliche Schaden ist immens. Die Täter sind extrem risikobereit,
|
||
rücksichtslos, gefährden Unbeteiligte und sind international unterwegs.
|
||
● Wir werden die grenzüberschreitende Zusammenarbeit intensivieren, etwa mit einem
|
||
internationalen Polizeiteam im Dreiländereck und gemeinsamen Einsatzzentralen.
|
||
● Wir werden Fahndungskonzepte und Konzepte im Wach- und Wechseldienst
|
||
anpassen, damit zu tatrelevanten Zeiten die Polizeiarbeit an auffälligen Orten
|
||
verbessert werden kann.
|
||
● Wir werden den Informationsaustausch der beteiligten Sicherheitsbehörden
|
||
verbessern und für eine reibungslose Zusammenarbeit sorgen.
|
||
● Wir fördern den engen Austausch von Sicherheitsbehörden mit den Banken und
|
||
anderen Betreiber von Geldautomaten.
|
||
● Wir sprechen uns für die Einführung von Schutzmaßnahmen aus. Geldscheine sollen
|
||
sich bei einer Automatensprengung automatisch einfärben oder verkleben.
|
||
|
||
Für eine wehrhafte Demokratie – gegen Extremismus und Terrorismus
|
||
Unsere gesellschaftliche Mitte wird von allen Seiten angegriffen – von rechts, von links, von
|
||
Islamisten, auf der Straße oder online.
|
||
Es ist Aufgabe des Staates, seine Bürger zu schützen. Für uns gehört zu einer wehrhaften
|
||
Demokratie ein starker Verfassungsschutz.
|
||
● Extremistische Strukturen werden wir weiterhin durch Vereinsverbote und eine
|
||
konsequente Strafverfolgung zerschlagen.
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||
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Versammlungsgesetzes unterbinden.
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||
● Wir werden weiterhin alle ausländer- und staatsangehörigkeitsrechtlichen
|
||
Instrumente ausschöpfen, damit islamistische Hassprediger, Gefährder und Straftäter
|
||
schnell und konsequent ausgewiesen werden können. Für uns hat die Abschiebung
|
||
sicherheitsgefährdender Ausländer Vorrang.
|
||
● Wir werden die bestehenden guten Präventionskonzepte weiter stärken und
|
||
ausbauen. Zusätzlich wollen wir mit den Kommunen ein Frühwarnsystem aufbauen,
|
||
um ein Abrutschen von Kindern und Jugendlichen in Kriminalität und Extremismus zu
|
||
verhindern. Eine entscheidende Rolle haben dabei eine aufsuchende Kinder- und
|
||
Jugendhilfe und die Präventionsarbeit in den Schulen.
|
||
● Wir setzen uns auf der Bundesebene für eine gemeinsame Verbunddatei zum
|
||
gewaltorientierten Linksextremismus nach dem Vorbild der bestehenden
|
||
Verbunddateien zum Antiterror und Rechtsextremismus ein.
|
||
● Wir werden sicherstellen, dass keine öffentlichen Gelder mehr an Verfassungsfeinde
|
||
gehen. Dies gilt auch für solche, die sich unter dem Deckmantel der Bekämpfung des
|
||
Extremismus selbst außerhalb des demokratischen Spektrums bewegen.
|
||
● Wir werden uns dafür einsetzen, dass die im Internet kursierenden „Lehrvideos“, wie
|
||
man mit Waffen umgeht und Menschen schwer verletzen oder töten kann, gelöscht
|
||
werden.
|
||
● Ein gut ausgestatteter Verfassungsschutz garantiert größtmögliche Sicherheit vor
|
||
linkem, rechtem oder islamistischem Extremismus. Wir werden das
|
||
Verfassungsschutzgesetz novellieren und dabei entbürokratisieren sowie den
|
||
Verfassungsschutz weiterhin personell verstärken. Zudem müssen wir ihn mit
|
||
modernster IT-Technik ausrüsten.
|
||
|
||
Für Sicherheit und Ordnung
|
||
Damit sich alle Menschen auf öffentlichen Plätzen und Straßen, in Bussen und Bahnen frei und
|
||
jederzeit sicher bewegen können, wollen wir die kommunale Sicherheitsverantwortung als
|
||
entscheidende Säule der Sicherheitsarchitektur stärken.
|
||
● Wir werden uns dafür einsetzen, dass alle großen Städte in Nordrhein-Westfalen einen
|
||
Masterplan Sauberkeit und Sicherheit entwickeln. Dazu werden wir die Kommunen mit
|
||
polizeilichem Wissen unterstützen.
|
||
● Wir setzen uns für bessere Arbeitsbedingungen bei den kommunalen Vollzugskräften
|
||
ein. Die Ausbildung soll spezialisiert werden. Wir werden prüfen, inwieweit landesweit
|
||
einheitliche Zulagen für kommunale Vollzugskräfte, ähnlich wie die Polizeizulage,
|
||
festgeschrieben werden können und welche Rahmenbedingungen dazu erforderlich
|
||
sind.
|
||
● Wir werden die institutionalisierte Zusammenarbeit zwischen Polizei und kommunalen
|
||
Ordnungsbehörden weiter stärken, etwa durch weitere Ordnungspartnerschaften und
|
||
weitere gemeinsame Dienststellen.
|
||
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||
Datenschutzes setzen wir uns für eine Rechtsgrundlage für Städte und Kommunen bei
|
||
der Videoüberwachung im öffentlichen Raum ein. Damit wollen wir das
|
||
Sicherheitsgefühl erhöhen und die Aufklärung von Verbrechen erleichtern.
|
||
● Die städtebauliche Entwicklung hat entscheidenden Einfluss auf die Kriminalitätslage
|
||
in einer Kommune. Kriminalitätsbrennpunkte können durch eine vorausschauende
|
||
Bebauung und Beteiligung der Polizei im Planungsverfahren verhindert werden.
|
||
|
||
Für den Schutz von Frauen vor Gewalt
|
||
Wir machen uns stark gegen jede Art von Gewalt, Menschenhandel und
|
||
Genitalverstümmelung. Opfer brauchen niederschwellige und vor allem schnelle Hilfe. Für
|
||
eine weitreichende und unterstützende Frauen- sowie Anti-Gewalt-Politik ist der Opferschutz
|
||
ein zentraler Bereich.
|
||
● Wir werden weiterhin die entsprechenden Mittel zur Verfügung stellen, dass jedes
|
||
Opfer, gleich welchen Alters oder welchen Geschlechts, zügige, verlässliche und auf
|
||
seine individuelle Situation zugeschnittene Unterstützung erfährt.
|
||
● Wir werden die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie zum Thema häusliche Gewalt aus dem
|
||
Jahr 2020 konsequent umsetzen. Dazu gehört u. a., den Zugang und die Bekanntheit
|
||
von Hilfsangeboten weiter zu verbessern. Dazu gehören auch mehrsprachige
|
||
Angebote.
|
||
● Frauenhäuser sind ein unverzichtbarer Zufluchtsort. Erstmals seit 2010 haben wir
|
||
zusätzliche Frauenhäuser gefördert und die Finanzierung sichergestellt. Diese werden
|
||
wir garantieren.
|
||
● Wir bekämpfen Zwangsprostitution entschieden.
|
||
|
||
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||
2. Katastrophenschutz
|
||
Der Schutz der Menschen vor Gefahren und ihres Hab und Gutes ist eine der wesentlichsten
|
||
Aufgaben des Staates.
|
||
Die Hochwasserkatastrophe vom vergangenen Juli mit 49 Todesopfern allein in Nordrhein-
|
||
Westfalen zeigt deutlich, dass alle Strukturen und Abläufe auf den Prüfstand gehören. Wo
|
||
nötig, müssen Optimierungen vorgenommen werden.
|
||
Das Engagement der Einsatzkräfte, ehrenamtlich wie hauptamtlich, verdient unsere
|
||
besondere Wertschätzung. Denn in Feuerwehren, Rettungsdiensten und den anerkannten
|
||
Hilfsorganisationen machen sie sich stark für den Schutz ihrer Mitmenschen. Dabei nehmen
|
||
sie Gefahren für ihre eigene Gesundheit in Kauf und riskieren oftmals sogar ihr Leben.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir haben das grenzüberschreitende Krisenmanagement und den Katastrophenschutz
|
||
gestärkt.
|
||
● Wir haben den landesweiten „Warntag“ wieder aufleben lassen – mit zeitgleichem
|
||
Aufheulen der Sirenen in den Städten und Gemeinden.
|
||
15
|
||
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|
||
● Wir haben neue Spezialfahrzeuge für den Brand- und Katastrophenschutz angeschafft.
|
||
● Wir haben den landesweiten Katastrophenschutztag ein- und durchgeführt.
|
||
● Wir haben die Kinderfeuerwehren gestärkt.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Katastrophenschutz neu aufstellen
|
||
● Warnsysteme und Kommunikationswege belastbar machen
|
||
● Technischen Hochwasserschutz beschleunigen
|
||
● Katastrophenschutzbehörden vernetzen
|
||
● Meldewege vereinfachen, vereinheitlichen und digitalisieren
|
||
● Feuerwehrleute und Rettungskräfte vor Gewalt schützen
|
||
● Feuerwehrgebäude modernisieren
|
||
|
||
Für den Schutz der Menschen vor Katastrophen
|
||
Wir wollen vorbereitet sein, wenn es darum geht, die Menschen in Nordrhein-Westfalen vor
|
||
zukünftigen Katastrophen zu schützen.
|
||
● Wir wollen einen ständigen operativ-taktischen Führungsstab auf Landesebene sowie
|
||
eine landeseigene „Crisis Response Unit“ mit der Aufgabe der Informationsgewinnung
|
||
und -bewertung zur Beobachtung und Unterstützung bei Großeinsätzen und
|
||
Katastrophen einrichten.
|
||
● Wir werden eine Katastrophenschutzbedarfsplanung mit verbindlichen
|
||
Risikoanalysen, Szenarien und Warnkonzepten auf Ebene der Kreise und kreisfreien
|
||
Städte als zentrales Steuerungselement zur Leistungssteigerung und Harmonisierung
|
||
des Katastrophenschutzes einführen. Hierzu zählt eine Verbesserung der Redundanz
|
||
und Ausfallsicherheit der kommunalen Leitstellen.
|
||
● Wir werden ein landesweites Sirenenausbau- und Erneuerungsprogramm starten,
|
||
damit alle Menschen in Nordrhein-Westfalen zeitnah und zielgenau gewarnt werden
|
||
können.
|
||
● Wir wollen direkte Informationsmöglichkeiten zu Gefahren- und Verhaltenshinweisen
|
||
in Radio, Fernsehen und Internet schaffen. Wir wollen Aufklärungs- und
|
||
Schulungskampagnen zur Stärkung des Gefahrenbewusstseins und zur Steigerung der
|
||
Selbsthilfefähigkeit in der Bevölkerung starten.
|
||
● Wir wollen die Ausstattung des Brand- und Katastrophenschutzes durch die
|
||
Beschaffung und Bereitstellung von Material verbessern.
|
||
● Wir wollen verbindliche Stabsstrukturen zur zielgerichteten Einbindung von
|
||
Spontanhelferinnen und -helfern, die Einrichtung einer landesweit einheitlichen und
|
||
vernetzten Vermittlungs- und Informationsplattform sowie eines virtuellen
|
||
Drehkreuzes für Sachspenden.
|
||
|
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|
||
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|
||
voranbringen, insbesondere bei der psychosozialen Notfallversorgung.
|
||
● Wir wollen die Widerstandsfähigkeit der kritischen Infrastruktur stärken und den
|
||
Digitalfunk ausfallsicherer machen sowie für die Einführung und Vorhaltung von
|
||
Redundanzsystemen sorgen.
|
||
● Wir wollen, dass die Handlungssicherheit durch das regelmäßige und verpflichtende
|
||
Üben von komplexen Szenarien sichergestellt ist. Diese müssen unter Beteiligung der
|
||
verschiedenen Ebenen kreisübergreifend stattfinden.
|
||
● Ein ursachenunabhängiger Schutz der Bevölkerung vor Gefahren zählt zu den
|
||
Aufgaben des Staates. Wir werden uns beim Bund für eine adäquate finanzielle
|
||
Ausgestaltung des Zivilschutzes einsetzen.
|
||
|
||
Für leistungsfähige Feuerwehren und Hilfsorganisationen
|
||
Ein starker Bevölkerungsschutz setzt voraus, dass unsere Feuerwehren und anerkannten
|
||
Hilfsorganisationen für jeden Einsatz mit den modernsten Fahrzeugen oder Techniken
|
||
ausgestattet sind. Über 90 Prozent des Brandschutzes in Nordrhein-Westfalen wird durch
|
||
ehrenamtliche Kräfte sichergestellt. Ihren Einsatz gilt es noch mehr wertzuschätzen und
|
||
anzuerkennen.
|
||
● Wir werden den Bereich der Feuerwehr weiter modernisieren, bspw. mit der
|
||
Feuerwehr-App, die den Einsatzkräften alle einsatznotwendigen Daten zur Verfügung
|
||
stellt. Sie soll ein Modul zur Erfassung von Gewalt gegen Einsatzkräfte enthalten, das
|
||
den Anforderungen an eine Strafanzeige genügt. Und wir werden die Zulagen, sowohl
|
||
Erschwernis- als auch Anwärterbezüge, überprüfen und im Bedarfsfall ausbauen.
|
||
● Wir fordern eine Umsetzung der Ergebnisse der „Untersuchung zur Ehrenamts-
|
||
stärkung im Katastrophenschutz in NRW“, die sich weitgehend mit den Erkenntnissen
|
||
des Bundesamtes für Katastrophenhilfe und Bevölkerungsschutz decken.
|
||
● Wir werden die Rechte der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Brand- und
|
||
Katastrophenschutz gesetzlich stärken, u. a. mit weiteren Regelungen zur
|
||
Helferfreistellung und zum Verdienstausfall – auch unterhalb der Stufe des
|
||
Katastrophenschutzes.
|
||
● Zur Stärkung des Ehrenamtes werden wir zudem mit einer Werbekampagne verstärkt
|
||
unterrepräsentierte Gruppen in den Fokus nehmen.
|
||
● Wir werden weiterhin die Kinder- und Jugendfeuerwehren unterstützen.
|
||
● Wir werden die Leitstellenlandschaft in Nordrhein-Westfalen überprüfen und an die
|
||
aktuellen Herausforderungen anpassen, z. B. in Bezug auf die Ausfallsicherheit, die
|
||
Kooperation bei Flächenlagen, die Interaktion mit anderen medizinischen
|
||
Versorgungsbereichen sowie der Personalgewinnung und -bindung. In einem
|
||
Pilotprojekt wollen wir Effizienz und Praxistauglichkeit einer „Bunten Leitstelle“
|
||
prüfen.
|
||
|
||
|
||
|
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17
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||
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|
||
Es gilt in Nordrhein-Westfalen die Stärke des Rechts und nicht das Recht des Stärkeren.
|
||
Allein der Staat hat die Zuständigkeit für die Durchsetzung gesetzlicher Regeln und das
|
||
Gewaltmonopol. Strafe muss der Tat auf dem Fuße folgen.
|
||
Eine unabhängige, selbstbewusste und leistungsstarke Justiz ist als dritte Staatsgewalt für das
|
||
Gelingen eines demokratischen Zusammenlebens unverzichtbar. Sie gewährleistet
|
||
Rechtssicherheit und Rechtsfrieden. Sie sichert die Freiheit jedes Einzelnen, dient dem Schutz
|
||
der Rechte aller vor Gefahren durch Terrorismus, Extremismus und Kriminalität. Sie ist zudem
|
||
unentbehrlich für den starken Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen.
|
||
Paralleljustiz lehnen wir ab. Sie versteckt sich vor dem Staat, behindert die Aufklärung von
|
||
Straftaten und lehnt das Wertesystem unseres Grundgesetzes ab.
|
||
Die Justiz hat schnellen und effektiven Rechtsschutz zu bieten, Kriminalität entschieden zu
|
||
bekämpfen, die Opfer von Straftaten zu schützen und Straftätern die echte Chance zur
|
||
Resozialisierung und Wiedereingliederung in ein selbstverantwortetes Leben zu bieten.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir haben die Justiz sachlich und personell wie nie zuvor in der Geschichte unseres
|
||
Landes gestärkt. Von 2018 bis 2021 wurden rund 2.600 Stellen in der Justiz neu
|
||
eingerichtet. Für das Jahr 2022 sind weitere rund 700 Stellen vorgesehen.
|
||
● Mehr als zwei Drittel der 226 Gerichte und Staatsanwaltschaften in Nordrhein-
|
||
Westfalen sind bereits auf die E-Akte umgestiegen.
|
||
● In mittlerweile mehr als 100 Ermittlungsverfahren mit mehr als 1.350 Beschuldigten
|
||
wird der Cum-Ex-Steuerbetrug aufgearbeitet.
|
||
● Unsere Darknet-Teams nehmen Drogenshops aus dem Netz, ermitteln Täterinnen und
|
||
Täter und gehen gegen die organisierte Darknet-Kriminalität vor. Langjährige
|
||
Freiheitsstrafen zeigen: Der Kampf ist erfolgreich, wenn er koordiniert ist und mit allen
|
||
Mitteln einer technisch spezialisierten Staatsanwaltschaft geführt wird.
|
||
● Nordrhein-Westfalen ist Vorreiter bei der Bekämpfung von digitaler Hasskriminalität.
|
||
Die zentrale Anlaufstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) sichert die
|
||
Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt im Netz. Ihr Projekt „Verfolgen statt nur
|
||
löschen“ ist als beispielgebend in fast allen Bundesländern adaptiert worden.
|
||
● In neu geschaffenen Kompetenzzentren bündeln wir Zuständigkeiten für
|
||
hochkomplexe Gerichtsverfahren und sorgen damit für schnelle Entscheidungen.
|
||
● Wir haben als erstes Flächenland eine Opferschutzbeauftragte ernannt.
|
||
● Wir haben sechs Häuser des Jugendrechts eröffnet, um kriminelle Karrieren von
|
||
Jugendlichen zu beenden, bzw. Rückfallquoten zu verringern.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Opferschutz vor Täterschutz
|
||
● Keine Paralleljustiz zulassen
|
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18
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||
● Technisch Schritt halten mit hochprofessionellen und top ausgestatteten
|
||
Cyberkriminellen
|
||
● Täter aus der Anonymität des Internets reißen und zur Rechenschaft ziehen
|
||
● Verbrechern an den Geldbeutel gehen
|
||
● Justiz fit für die Zukunft machen – digital, spezialisiert, dynamisch und bürgernah
|
||
● Ausreichend sichere Haftplätze schaffen
|
||
|
||
Für eine starke Justiz
|
||
Damit die Justiz die an sie gestellten Ansprüche erfüllen kann, muss sie personell und sachlich
|
||
entsprechend ausgestattet sein.
|
||
● Wir werden weiterhin das Personal bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften
|
||
aufstocken. Zugleich werden wir prüfen, inwieweit Richterassistenzen zu einer
|
||
Entlastung führen können.
|
||
● Im Wettbewerb um die besten Köpfe wollen wir die Justizberufe wirtschaftlich
|
||
attraktiver machen, die Zahl der Beförderungsstellen ausweiten und die Vereinbarkeit
|
||
von Familie und Beruf weiter verbessern.
|
||
● Wir wollen attraktive Ausbildungsinhalte und werden dazu die Kooperationen mit den
|
||
Hochschulen verstärken. Bei der Ausbildung der Referendarinnen und Referendare
|
||
sorgen wir für einheitliche Standards.
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||
Wir werden den Weg der Digitalisierung in der Justiz konsequent fortsetzen.
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||
● Wir werden die Ausstattung der Bediensteten mit moderner Hard- und Software
|
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weiter für Homeoffice-Möglichkeiten und den Datenaustausch mit anderen Behörden
|
||
verbessern. Wir wollen die Funktionalität, Praktikabilität und digitale Verfügbarkeit
|
||
der IT-Lösungen gewährleisten.
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● Künstliche Intelligenz in Rechtsprechungsbereichen ist vorbehaltsfrei und zugleich
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||
kritisch zu hinterfragen. Die wertende gerichtliche Entscheidung, die dem Einzelfall
|
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gerecht wird, ist ein besonderes Qualitätsmerkmal einer rechtsstaatlichen Justiz und
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||
darf allein den Richterinnen und Richtern überlassen bleiben.
|
||
● Wir schaffen einen digitalen Servicepoint der Justiz für Dienstleistungen wie
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Registerauszüge oder elektronische Erbscheine.
|
||
● Wir wollen die justizeigene Pressearbeit von Staatsanwaltschaften und Gerichten
|
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personell und sächlich stärken.
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||
Mit der CDU verbleibt die Justiz in der Fläche.
|
||
● Wir treten für den Erhalt der bestehenden Gerichtsorte ein.
|
||
● Wir werden alle Einrichtungen der außergerichtlichen Streitschlichtung fördern, durch
|
||
die Gerichtsverfahren vermieden und eine tragfähige Lösung von Konflikten in unserer
|
||
Gesellschaft erreicht werden.
|
||
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19
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Cybercrime umfasst inzwischen ein jährliches Volumen von mehreren hundert Milliarden Euro
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und umfasst sämtliche Deliktsfelder.
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● Mit gezielter Aus- und Fortbildung sorgen wir für digitale Kompetenz und
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Professionalisierung der Staatsanwaltschaften.
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● Für eine effektive Strafverfolgung muss die Justiz digital agieren. Wir werden die
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Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC NRW) zu einem bundesweit führenden
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Kompetenz- und Forschungszentrum zur Cybercrime-Bekämpfung ausbauen.
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● Wir fördern die Erweiterung und den Ausbau des bei der ZAC NRW eingerichteten
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Spezialdezernates für den Schutz digitaler Infrastrukturen.
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● Wir wollen die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch über
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Behördengrenzen hinaus verbessern und in geeigneten Bereichen die Zuständigkeit
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der Europäischen Staatsanwaltschaften erweitern.
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● Verbindungsdaten sind die neuen Fingerabdrücke. Ohne die Möglichkeit, genutzte IP-
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Adressen Personen zuzuordnen, erweist sich die Identifizierung von Tätern in der Regel
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als unmöglich. Die Täter tauchen in der Anonymität des Netzes unter. Wir wollen, dass
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IP-Adressen in dem vom Europäischen Gerichtshof zugelassenen Umfang bei
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schwerwiegenden Verbrechen für sechs Monate gespeichert und den
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Ermittlungsbehörden auf richterliche Anordnung mitgeteilt werden.
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Bei all den Herausforderungen für die Kriminalitätsbekämpfung der Zukunft dürfen die bereits
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bewährten bzw. vielversprechenden Ansätze nicht vergessen werden.
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● Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Für die weitere Aufarbeitung des Cum-Ex-
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Betrugs werden wir neue Strafkammern einrichten.
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● Die zunehmende Professionalisierung und Expertise der Straftäter erfordern ständig
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weiteres Spezialwissen. Hierzu bedürfen die Staatsanwaltschaften personeller
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Unterstützung durch IT-Techniker, Wirtschaftsprüfer oder Wirtschaftswissenschaftler.
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Zudem setzen wir uns für zusätzliche Ermittlerinnen und Ermittler bei den
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Staatsanwaltschaften ein.
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● Wir wollen Häuser des Jugendrechts überall dort, wo eine höhere Zahl an Straftaten
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von Jugendlichen oder/und Heranwachsenden bemerkbar ist.
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● Wir befürworten Seniorendezernate der Staatsanwaltschaft zur Bekämpfung von
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Straftaten zu Lasten älterer Menschen.
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● „Staatsanwälte vor Ort“ wollen wir überall dort einsetzen, wo örtliche Kriminalität
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einen Schwerpunkt bildet.
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Für einen starke Justiz im Kampf gegen Organisierte Kriminalität
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● Wir wollen bessere Ermittlungsmöglichkeiten für den Kampf gegen Organisierte
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Kriminalität, wie bspw. die Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen sowohl
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bei verdeckten Ermittlern als auch bei der Überwachung.
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Zuständigkeitsgrenzen hinaus das Dunkelfeld aufzuhellen. Mit der Einrichtung der
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Zentral- und Ansprechstelle für die Verfolgung Organisierter Straftaten in Nordrhein-
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Westfalen wurde mit dem Aufbau der notwendigen Ressourcen begonnen. Wir
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werden sie konsequent weiter ausbauen und verstärken.
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● Wir wollen für die Vermögensabschöpfung der durch Straftaten erworbenen Werte
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die vollständige Beweislastumkehr bei Vermögen unklarer Herkunft.
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● Eine Legalisierung illegaler Drogen lehnen wir ab. Zu groß sind die gesundheitlichen
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Risiken und Folgen für den Einzelnen und die Auswirkungen auf Familie und
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Gesellschaft.
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Für den Opferschutz
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Für uns geht Opferschutz immer vor Täterschutz. Menschen, die Opfer einer Straftat
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geworden sind, brauchen Unterstützung.
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● Wir wollen Strafverfahren weiter beschleunigen. Das ist für das Rechtsempfinden der
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Menschen wichtig.
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● Wir werden neue Standards beim Opferschutz setzen.
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● Wir werden die Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen Opferorganisationen weiter
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intensivieren und das Netz der Opferhilfeeinrichtungen ausbauen.
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● Wir prüfen, inwieweit Erträge aus der Vermögensabschöpfung bei Kriminellen in einen
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Opferhilfefonds reinvestiert werden können.
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● Wir werden die Opferberatungsstellen fachlich weiter qualifizieren und spezialisieren.
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● Wir prüfen die Möglichkeit der Bestellung eines Opferanwalts bei Fällen häuslicher
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Gewalt.
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● Wir wollen eine sukzessive Ausdehnung der Childhood-Häuser auf das gesamte Land.
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Für tragfähige und sichere Rahmenbedingungen für den Vollzug
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Wir werden weiterhin dafür Sorge tragen, dass die Menschen in Nordrhein-Westfalen durch
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eine sichere Unterbringung der Gefangenen geschützt werden. Dies setzt neben einer
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angemessenen Personalausstattung des Justizvollzugsdienstes vor allem die Sicherstellung
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einer auskömmlichen Anzahl von Haftplätzen voraus.
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● Während der Haft wollen wir alle Möglichkeiten der Förderung nutzen, um
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Strafgefangenen nach der Haft ein straffreies Leben zu ermöglichen.
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● Wir werden durch den Bau von zwei neuen Justizvollzugsanstalten die
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Haftplatzkapazitäten ausbauen.
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● Die Justizvollzugseinrichtungen werden wir den Bedürfnissen eines modernen
|
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Strafvollzugs anpassen.
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● Psychisch auffällige Gefangene brauchen angemessene
|
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Behandlungsmöglichkeiten. Wir werden das Konzept für die psychiatrisch intensivierte
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Regel-Behandlung in den Justizvollzugsanstalten (PIB) konsequent fortführen.
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Daher werden wir die Zahl der Wohngruppen mit Betreuung in den
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Justizvollzugsanstalten erhöhen und Modellprojekte für Familienhäuser als neue
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Vollzugsform nach dem dänischen Modell einführen.
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Nach dem Verbüßen ihrer Strafe müssen Täter wieder in der Gesellschaft Fuß fassen können.
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● Wir fördern einen deutlichen Ausbau des Übergangsmanagements zur
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Wiedereingliederung von Strafgefangenen. Besondere Berücksichtigung sollen hierbei
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die Vorbereitung eines geeigneten sozialen Empfangsraumes einschließlich einer
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Unterkunft und die (Wieder-) Eingliederung in den Arbeitsmarkt finden.
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● Wir halten Übergangshäuser für entlassene Strafgefangene ohne festen Wohnsitz für
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erforderlich.
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● Wir wollen die Zusammenarbeit des Strafvollzugs mit den Kommunen für die
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Entlassungsvorbereitungen verbessern.
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● Mit dem bundesweit beachteten Projekt EVALIS - Evaluation im Strafvollzug sorgen wir
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für eine evidenzbasierte Vollzugsgestaltung.
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4. Kinderschutz
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Die schrecklichen Fälle sexualisierter Gewalt gegen die Kleinsten in unserem Land haben uns
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entsetzt. Wir haben den Kinderschutz in den Fokus unseres politischen Handelns gerückt,
|
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Schwachstellen im Schutznetz aufgedeckt und geschlossen. Mehr Geld, mehr Personal, mehr
|
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Technik, mehr Befugnisse für die Behörden und mit parlamentarischen Initiativen sind wir in
|
||
Nordrhein-Westfalen inzwischen bundesweiter Vorreiter im Kinderschutz.
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Wir setzen neue Standards im Kinderschutz. Politik muss Kinder schützen. Kinderschutz ist
|
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eine dauerhafte gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
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Das haben wir erreicht
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● Wir haben das modernste Kinderschutzgesetz Deutschlands verabschiedet.
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● Wir haben als erstes Bundesland den interkollegialen Ärzteaustausch ermöglicht.
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● Durch die 2020 eingerichtete „Task Force zur Bekämpfung des Kindesmissbrauchs und
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||
der Verbreitung von Kinderpornografie in digitalen Medien“ konnten bereits 3.800
|
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Verfahren gegen über 4.000 Beschuldigte eingeleitet werden.
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● Wir haben im Kampf gegen Kindesmissbrauch massiv aufgerüstet, mit mehr Ermittlern
|
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und besserer Technik.
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● Bei der ZAC NRW haben wir eine Task Force gegen Pädokriminalität geschaffen, bei
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der alle Hinweise zusammenlaufen und wirkungsvolle Strafverfolgung gewährleistet
|
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ist. Sie entwickelt mit Wissenschaft und Wirtschaft eine bundesweit einzigartige KI für
|
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Ermittlungen. Die dafür notwendigen Ressourcen stellen wir zur Verfügung.
|
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● Ausführliches Handlungs- und Maßnahmenkonzept zur Prävention sexualisierter
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Gewalt erstellt und begonnen umzusetzen.
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kompetenten Ansprechpartner für medizinisches Fachpersonal geschaffen.
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● Fachstelle „Prävention sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche“ zur
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Unterstützung der Fachkräfte in der freien Kinder- und Jugendhilfe geschaffen.
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● Wir haben die Einrichtung eines ersten Childhood-Hauses in Düsseldorf unterstützt
|
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und fördern die Kinderschutzambulanzen in ganz Nordrhein-Westfalen.
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Machen, worauf es ankommt
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● Missbrauchstäter aufspüren und konsequent bestrafen
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● Kinderschutz hat Vorrang vor Datenschutz
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● Starkes Fachpersonal und sensibilisierte Institutionen
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● Sicherheit im Netz für Kinder und Jugendliche
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● Transparenz im digitalen Raum
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● Verlässliche Online-Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche
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Für einen ganzheitlichen Schutzansatz
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Wir brauchen starke Kinder in starken Familien. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz von
|
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der Prävention über die Beratung und Unterstützung bis hin zur Intervention und
|
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Anschlusshilfe. Und wir brauchen sensibilisierte Fachkräfte in KiTa, Schule und Jugendhilfe, die
|
||
hinschauen, hinhören und handeln. Es braucht eine gemeinsame Haltung bei allen, die mit
|
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Kindern und Jugendlichen arbeiten, um die rechtlichen Vorgaben zum Kinderschutz mit Leben
|
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zu füllen. Gut ausgebildete und engagierte Fachkräfte sind Dreh- und Angelpunkt eines guten
|
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und wirksamen Kinderschutzes.
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Für gutes Fachpersonal und starke Institutionen
|
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● Wir stärken den Kinderschutz in Theorie und Praxis. Professioneller Kinderschutz
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braucht eine gute wissenschaftliche Basis und gut ausgebildete Handelnde. Daher
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wollen wir gemeinsam mit den Hochschulen Professuren für Kinderschutz einrichten.
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● Wir wollen die Arbeit und das Wissen des Kompetenzzentrums Kinderschutz im
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||
Gesundheitswesen verfestigen und in Forschung und Lehre tragen.
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● Wir werden die Fachhochschulausbildung im Jugendamt besser vorbereiten und den
|
||
Kinderschutz verpflichtend zum Thema machen. Und es muss verpflichtende und
|
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ständige Weiter- und Fortbildungsangebote für Fachkräfte in der Jugendhilfe geben.
|
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● Wir werden das interdisziplinäre Fortbildungsangebot ausweiten und den Dialog
|
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zwischen Jugendämtern, freien Trägern der Jugendhilfe, Polizei und Justiz sowie allen
|
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anderen relevanten Akteuren stärken.
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||
● Eine hochwertige und flächendeckende psychiatrische Grundversorgung für Kinder
|
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und Jugendliche bleibt von hoher Bedeutung. Wir wollen daher die
|
||
Landschaftsverbände mit ihrem jeweiligen Netz von Kliniken, Tageskliniken und
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Leistungsangebots stärken.
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● Das gute Angebot der Kinderschutzambulanzen wollen wir verstetigen. Darüber hinaus
|
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wollen wir dort, wo bislang noch keine entsprechenden Angebote etabliert werden
|
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konnten, die Strukturen ausbauen.
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● Wir wollen interprofessionelle Netzwerkstrukturen für Kinderschutz fördern. Dazu
|
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werden wir Stellen für Netzwerkmanager schaffen.
|
||
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Für Prävention und Begleitung
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Kinder und Jugendliche brauchen Entwicklungs- und Teilhabechancen im persönlichen
|
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Umfeld. Sie benötigen in besonderem Maße Schutz vor Gewalt. Gewalt, ob psychisch, physisch
|
||
oder sexualisiert, findet oft über Monate und Jahre statt. Daher ist es wichtig, dass gerade
|
||
junge Kinder regelmäßig beim Arzt vorstellig werden, sodass frühe Anzeichen erkannt werden
|
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können. Um zu gewährleisten, dass alle Kinder an den U-Untersuchungen teilnehmen, werden
|
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wir die Untersuchungen verpflichtend festschreiben.
|
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Wir werden niederschwellige Angebote stärken, um Menschen nicht zu Tätern werden zu
|
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lassen. Wir unterstützen das Ziel, ein bundesweites, flächendeckendes therapeutisches
|
||
Angebot zu etablieren und setzen uns besonders hier in NRW für eine Ausweitung ein.
|
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Für Schutz in der digitalen Welt
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Die digitale Welt ist für unsere Kinder und Jugendliche voller spannender Angebote, die ihre
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Neugierde und ihre Kreativität wecken. Sie wachsen heute wie selbstverständlich in der
|
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digitalen Welt auf, die Grenzen verschwimmen, das Smartphone ist alltäglicher Begleiter.
|
||
● Wir wollen den digitalen Kinder- und Jugendmedienschutz weiter in den Fokus rücken
|
||
und zusätzliche medienpädagogische Angebote für alle Generationen, für Familien,
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Lehrpersonal und Erziehende schaffen. Wir stärken die Aufklärung und
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||
Medienkompetenz in den Bildungseinrichtungen sowie die Möglichkeit der
|
||
Verdachtsäußerung bei der Polizei oder die Einrichtung einer unabhängigen
|
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Meldestelle.
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||
● Wir fördern den verantwortungsvollen Umgang Heranwachsender mit Social
|
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Communities, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Nutzung sozialer
|
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Netzwerke Risiken birgt, für die Kinder und Jugendliche besonders sensibilisiert
|
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werden müssen.
|
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● Wir unterstützen die Initiativen für verbesserten technischen Jugendmedienschutz.
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||
Kindesmissbrauch hat fast immer ein digitales Umfeld. Täter kommunizieren untereinander.
|
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Sie verbreiten Aufnahmen des Missbrauchs und vergehen sich damit erneut an den Opfern.
|
||
Dabei findet Pädokriminalität nicht nur im Darknet, sondern auf ganz gewöhnlichen
|
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Messengern und in sozialen Medien statt.
|
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Cybergrooming ist eine Form des sexuellen Missbrauchs und eine ernste Gefahr für Kinder im
|
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Netz.
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Internetplattformen, die Nutzerinhalte auf inkriminierte Inhalte wie Kindesmissbrauch
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zu überprüfen und Ermittlungsbehörden zu melden.
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● Wir werden prüfen, ob im Rahmen des Jugendmedienschutzstaatsvertrages den
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Medienanstalten Werkzeuge an die Hand gegeben werden können, mit denen
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Cybergrooming bekämpft und Plattformen in die Verantwortung genommen werden
|
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können.
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● Wir wollen Kinder und Jugendliche für die Gefahren im Internet sensibilisieren, über
|
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die Tricks von Tätern sowie die Wirkungen der virtuellen Kommunikation und Gefahr
|
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einer ungesteuerten Verbreitung von Bildmaterial aufklären.
|
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● Wir wollen die guten Ansprechpartner und die Initiativen für den Jugendschutz im Netz
|
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unterstützen, ausweiten und bekannter machen, damit Eltern wie Kinder wissen,
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wohin sie sich bei diesem Thema wenden können. Wir werden gezielt die
|
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Erziehungsberechtigen sensibilisieren und in den Schulen das Thema ansprechen.
|
||
● Ein Klick auf einen entsprechenden Button reicht nicht aus, um das Alter zu verifizieren.
|
||
Die Entwicklung von sicheren Systemen wollen wir unterstützen und anschließend für
|
||
einen für alle Anbieter verbindlichen Einsatz sorgen.
|
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● Wir setzen uns dafür ein, dass auch kleinere Netzwerke Maßnahmen zum Kinderschutz
|
||
ergreifen müssen und somit frühzeitig auf dem behördlichen Radar auftauchen.
|
||
Analog setzen wir uns dafür ein, den Anwendungsbereich der Vorsorgemaßnahmen
|
||
des Jugendschutzgesetzes abzusenken.
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Für die konsequente Verfolgung und Bestrafung von Missbrauchstätern
|
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Kein Täter darf sich in der Anonymität des Netzes sicher fühlen. Wir werden jeder Spur folgen.
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● Für uns hat Kinderschutz Vorrang vor Datenschutz. Alle beteiligten Akteure müssen
|
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relevante Informationen austauschen können.
|
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● Strafermittler sehen sich kaum zu bewältigenden Datenmassen in nahezu allen
|
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Kriminalitätsbereichen gegenüber. Immer da, wo menschliche Ressourcen an ihre
|
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Grenzen stoßen, bedarf es der Offenheit für neue Technologien. Wir wollen den
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||
Ermittlern die jeweils neueste Technik zur Verfügung stellen. Künstliche Intelligenz
|
||
wird nie den Menschen ersetzen, jedoch ist sie eine unverzichtbare Hilfe. Dies gilt
|
||
besonders für die Bekämpfung des Kindesmissbrauchs. Künstliche Intelligenz kann
|
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dazu für uns ein „Game Changer“ sein.
|
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● Wir setzen uns für die bundesweite Einführung einer Registrierungspflicht mit
|
||
deutscher Mobilfunknummer bei Webseiten, Applikationen und Games mit
|
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Chatfunktion ein. Damit werden Täter für die Polizei klar identifizierbar.
|
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● Wir setzen uns für schnellere Verfahren in der Justiz und mehr Personal ein. Verfahren
|
||
vor dem Familiengericht müssen beschleunigt werden, damit das Kind möglichst
|
||
schnell eine klare Perspektive für sein weiteres Leben bekommt. Jugendämter und
|
||
Familiengerichte, die letztendlich die Entscheidung über notwendige Hilfen zur
|
||
Erziehung oder über die Inobhutnahme und den weiteren Verbleib des Kindes treffen,
|
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gesetzlichen Regelungen sind umzusetzen.
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● Um die psychische Gesundheit aller Beteiligter zu erhalten und gutes Personal
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langfristig zu halten, möchten wir für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im
|
||
Kinderschutz das Angebot ausweiten, das Erfahrene zu verarbeiten.
|
||
|
||
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5. Arbeit und Soziales
|
||
Unsere Arbeitswelt ändert sich beständig. Wir gestalten diesen Wandel mit und für die
|
||
Menschen in Nordrhein-Westfalen.
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Wir setzen auf eine Arbeitsmarktpolitik, die Menschen dazu befähigt, ihre Potenziale zu
|
||
entfalten und die den Arbeitskräftebedarf der Unternehmen deckt.
|
||
Wir stehen für Verlässlichkeit und Sicherheit in der Sozialpolitik. Wir machen eine Sozialpolitik,
|
||
die allen Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Zukunftschancen bietet. Das Versprechen
|
||
von Aufstieg und der Schutz vor sozialem Abstieg sind zwei Seiten derselben Medaille.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
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● Wegen unserer soliden Arbeits- und Wirtschaftspolitik haben wir die
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||
Arbeitslosenquote Ende 2019 auf ein Rekordtief von 6,4 Prozent gedrückt, kommen
|
||
jetzt schneller aus der Corona-Krise als andere Länder und nähern uns wieder dem
|
||
Vorkrisen-Niveau.
|
||
● Mit dem „Ausbildungsprogramm NRW“ haben wir jährlich 1.000 zusätzliche
|
||
Ausbildungsplätze für Jugendliche mit Startschwierigkeiten geschaffen.
|
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● Durch das in 2018 in neuer Form eingeführte „Werkstattjahr“ führen wir in jedem Jahr
|
||
1.600 Jugendliche schrittweise an den Arbeitsmarkt heran.
|
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● Im Programm „Teilzeitberufsausbildung“ schaffen wir jährlich bis zu 540 Plätze bei
|
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derzeit 42 Bildungsträgern.
|
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● Wir haben eine dauerhafte Finanzierung der Berufseinstiegsbegleitung gesichert.
|
||
● Um den Ausbildungsmarkt nach Corona wieder zu stabilisieren, haben wir das
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Programm „Kurs auf Ausbildung“ mit 1.000 Coaching-Plätzen und 300 Plätzen für eine
|
||
trägergestützte Ausbildung gestartet.
|
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● Mit dem Programm „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ ermöglichen wir 7.000
|
||
jungen Menschen Zukunftsperspektiven, insbesondere Geduldeten und Gestatteten.
|
||
● Wir unterstützen Jugendliche mit Behinderung bei der Berufsorientierung.
|
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● Wir helfen langzeitarbeitslosen Menschen mit der Initiative Wiedereinstieg, um nach
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der Corona-Pandemie wieder eine Arbeit zu finden.
|
||
● Wir haben eine neue Zentralstelle für Fachkräfteeinwanderung in Bonn eingerichtet.
|
||
● Wir haben die Fördermittel zur Bekämpfung der Wohnungslosigkeit von eine Million
|
||
Euro auf rund 14 Millionen Euro vervielfacht und Nordrhein-Westfalen damit zum
|
||
bundesweiten Vorreiter gemacht. Mit der Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“
|
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Land finanzierten „Kümmerern“ über 3.500 Menschen in Wohnungen vermittelt.
|
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● Wir haben die landesweit einheitliche Steuerung der Arbeitsschutzverwaltung deutlich
|
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ausgebaut, um gezielt gegen schlechte Arbeitsbedingungen vorzugehen. Durch
|
||
Schwerpunktaktionen z. B. in der Fleischwirtschaft, dem Versandhandel und auf
|
||
Baustellen wurden erhebliche Mängel aufgedeckt und beseitigt. Wir haben die
|
||
Arbeitsschutzverwaltung um 100 Planstellen verstärkt.
|
||
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Machen, worauf es ankommt
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||
● Nordrhein-Westfalen bleibt das soziale Gewissen der Bundesrepublik
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● Echte Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung
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● Umfassende Tarifbindung
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● Starke Betriebs- und Personalräte
|
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● Jeden mitnehmen auf dem Weg zu fairer Arbeit
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● Fachkräftebedarf sichern
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● Verdiente Rente nach einem langen Arbeitsleben
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● Rahmenbedingungen für die überbetriebliche Ausbildung verbessern
|
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● Fort- und Weiterbildungsoffensive für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
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● Weltweite Fachkräfteoffensive „Neue Chancen NRW“
|
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Für gute Arbeitsplätze und faire Löhne
|
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Wir wollen das faire, gleichberechtigte und respektvolle Miteinander von Arbeitnehmerinnen
|
||
und Arbeitnehmern sowie Unternehmerinnen und Unternehmern sichern und
|
||
Industriearbeitsplätze in Zukunftsbranchen schaffen.
|
||
Wir sind davon überzeugt: Veränderungen in den Betrieben lassen sich am besten gemeinsam
|
||
mit den Beschäftigten gestalten. In den vergangenen Jahren haben wir mit dem „Projekt
|
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Arbeit 2020“ viel darüber gelernt, wie eine sozialpartnerschaftliche Gestaltung betrieblicher
|
||
Veränderungsprozesse gelingen kann. Diese Erfahrungen werden wir nutzen, um die großen
|
||
Veränderungsprozesse der kommenden Jahre gemeinsam zu meistern.
|
||
● Neue Ansätze zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf treiben wir weiter
|
||
voran.
|
||
● Wir wollen weiter dafür arbeiten, die Benachteiligung von Frauen bei der Besetzung
|
||
von Führungspositionen zu überwinden. Für ihre weitere Förderung werden wir eine
|
||
Quote bei den landeseigenen Betrieben einführen. Um strukturelle Benachteiligungen
|
||
zu überwinden, sollen Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt bei der Besetzung
|
||
von Führungspositionen berücksichtigt werden.
|
||
● Gemeinsam mit der Wirtschaft, den Sozialpartnern und den Kammern wollen wir
|
||
Nordrhein-Westfalen zum Berufsbildungsland Nummer 1 machen. Unser Ziel ist es, die
|
||
Rahmenbedingungen für die betriebliche Aus- und Weiterbildung weiterhin
|
||
konsequent zu verbessern. Nur wenn junge Menschen die Chancen nicht nur der
|
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|
||
die Fachkräftesicherung.
|
||
● Wir starten eine Fort- und Weiterbildungsoffensive für Arbeitnehmerinnen und
|
||
Arbeitnehmer, die vom Strukturwandel besonders betroffen sind. Dabei werden wir
|
||
regionale Qualifizierungsverbünde besonders unterstützen. Berufliche
|
||
Umorientierung soll in jedem Alter gelingen können.
|
||
● Der Bildungsscheck NRW hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Wir haben
|
||
dieses Instrument für mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geöffnet. Wir
|
||
werden das Programm weiter verbessern.
|
||
● Wir wollen neue Arbeitsformen, bspw. mobiles Arbeiten und Co-Working Spaces,
|
||
unterstützen und damit ländliche Regionen stärken.
|
||
Nordrhein-Westfalen ist das Land der Sozialpartnerschaft. Unternehmen und Beschäftigte
|
||
sind dann stark, wenn sie gemeinsam und auf Augenhöhe für ihren Erfolg arbeiten und
|
||
Innovationen voranbringen. Dafür brauchen wir starke Gewerkschaften und
|
||
Arbeitgeberverbände.
|
||
● Wir wollen eine möglichst breite Tarifbindung. Sie garantiert fairen Wettbewerb,
|
||
sichert den Betriebsfrieden und gute Arbeitsbedingungen.
|
||
● Starke Betriebs- und Personalräte sind unverzichtbar. Betriebsratswahlen dürfen von
|
||
niemandem verhindert werden.
|
||
Gleichstellung ist für uns selbstverständlich. Frauen wie Männer sollen sich nicht zwischen
|
||
Familie und Beruf entscheiden müssen.
|
||
● Wir schaffen eine gute und bezahlbare frühkindliche Bildung mit ausreichend Plätzen.
|
||
● Die Familiengründungszeit und der oft hohe zeitliche Einsatz für die Pflege von
|
||
Angehörigen wirken sich oft negativ auf die Karrierechancen insbesondere von Frauen
|
||
aus. Gerade in Zeiten des Fachkräftebedarfs darf dieses Potenzial nicht ungenutzt
|
||
bleiben. Wir wollen Arbeitgeber dabei unterstützen, diese zu heben, z. B. durch
|
||
Online-Schulungsangebote für den Wiedereinstieg. Wir setzen uns beim Bund dafür
|
||
ein, dass diese verstärkt über die Arbeitsagenturen angeboten werden.
|
||
● Wir wollen auch für Männer die Möglichkeiten stärken, sich für eine Familienzeit zu
|
||
entscheiden.
|
||
● Wer lange gepflegt hat, darf deswegen nicht in Altersarmut fallen. Wir werden uns
|
||
daher beim Bund dafür einsetzen, dass die häusliche Pflege stärker bei der Rente
|
||
berücksichtigt wird.
|
||
● Wir wollen Müttern ohne Ausbildung einen Abschluss und Zugänge zur Berufswelt
|
||
ermöglichen.
|
||
● Wir wollen uns beim Bund für eine Verbesserung des Mutterschutzes einsetzen,
|
||
sodass eine Rückkehr in den vorherigen Beruf so reibungslos wie möglich verläuft.
|
||
|
||
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||
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28
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||
Land.
|
||
● Wir wollen eine weltweite nordrhein-westfälische Fachkräfteoffensive für unser Land
|
||
mit der Kampagne „Neue Chancen NRW“ starten.
|
||
● Wir müssen Berufsabschlüsse noch unbürokratischer und schneller anerkennen. Wir
|
||
setzen uns dafür ein, dass Ausbildungen in Teilen zertifiziert und/oder in Modulen
|
||
ergänzt werden können.
|
||
● Wir werden unsere Zentralstelle Fachkräfteeinwanderung in Bonn noch weiter stärken
|
||
und ihre Zusammenarbeit mit anderen Behörden ausbauen.
|
||
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||
Für Arbeit für alle
|
||
Wir finden uns nicht damit ab, dass Menschen jahrelang ohne Arbeit bleiben.
|
||
● Um die Langzeitarbeitslosigkeit weiter strukturell zu verringern, wollen wir neue Wege
|
||
gehen und verstärkt Bedarfsgemeinschaften in den Blick nehmen.
|
||
● Ziel unserer Politik ist eine Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt für möglichst
|
||
viele Langzeitarbeitslose. Deshalb wollen wir verstärkt gerade junge
|
||
Langzeitarbeitslose ins Arbeitsleben integrieren, bspw. über nachholende
|
||
Qualifikationen. Dafür werden wir die bewährten Projekte weiterentwickeln. Sie sollen
|
||
durch niederschwellige Angebote eine Tagesstruktur wertschätzen lernen und einer
|
||
Tätigkeit nachgehen.
|
||
Abhängigkeiten, ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und schlechte Arbeitsbedingungen
|
||
passen nicht in unsere Gesellschaft. Jeder und jede soll in Nordrhein-Westfalen gut und sicher
|
||
arbeiten können.
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||
● Wir werden die Beratungsstellen Arbeit weiter ausbauen, damit Arbeitnehmerinnen
|
||
und Arbeitnehmer sich noch stärker gegenüber Unternehmen behaupten können, die
|
||
den Profit und nicht den Menschen in den Mittelpunkt stellen.
|
||
● Wir bekennen uns zur staatlichen Arbeitsschutzverwaltung. Unser Ziel ist, dass jedes
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Jahr fünf Prozent der Betriebe geprüft werden.
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● Wir werden sicherstellen, dass der Arbeitsschutz mehr kontrolliert, wo prekäre
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Beschäftigung vorliegt.
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● Wir werden den Arbeitsschutz personell und technisch vorbildlich aufstellen und seine
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dezentralen Strukturen erhalten.
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Für mehr Teilhabe
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Wir wollen die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung stärken. „Nichts
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über uns ohne uns!“. Dieser Leitsatz ist unsere Richtschnur für eine Politik für
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Gleichberechtigung und Teilhabe, die Diskriminierung und Barrieren aller Art abbaut.
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Ausbildung und Arbeit sind das stabile Fundament eines guten und selbstbestimmten Lebens.
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Voraussetzung für die Teilhabe an Arbeit ist eine Berufsqualifizierung.
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29
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Beschäftigten leisten einen wichtigen Beitrag zur Teilhabe von Menschen mit
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Behinderung am Arbeitsleben. Wir wollen diese Erfolgsgeschichte fortsetzen und ihre
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Förderung ausbauen.
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● Wir wollen mehr Menschen mit Behinderung eine Tätigkeit auf dem ersten
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Arbeitsmarkt ermöglichen. Gerade der öffentliche Dienst hat hier als Arbeitgeber eine
|
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Vorbildfunktion. Wir verfolgen weiter das Ziel, dass fünf Prozent aller
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Neueinstellungen in den Landesdienst auf diese entfallen.
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Ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Menschen mit und ohne Behinderung ist
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Grundvoraussetzung für eine inklusive Gesellschaft. Die Landschaftsverbände Rheinland und
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Westfalen-Lippe sind als Träger der Eingliederungshilfe unverzichtbare Garanten der Inklusion
|
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und Fürsprecher der Menschen mit Behinderung. Eine wichtige Rolle nehmen dabei die
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Verbände der Selbsthilfe ein.
|
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● Wir werden den Inklusionsbeirat in die Umsetzung des neuen Aktionsplans
|
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„NRWinklusiv“ des Landes einbinden.
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● Durch noch passgenauere Angebote sollen mehr Menschen mit Behinderung
|
||
selbstständig wohnen können.
|
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● Das System der Pflegefamilien für Kinder und Jugendliche und für erwachsene
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Menschen mit Behinderung werden wir stärken.
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● Wir werden die Handlungsempfehlungen der Expertenkommission „Herausforderndes
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Verhalten und Gewaltschutz in Einrichtungen der Behindertenhilfe“ konsequent
|
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umsetzen.
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● Wir werden Integrationsunternehmen weiter fördern. Sie ermöglichen eine
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intensivere Betreuung der Menschen mit Behinderung.
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● Wir wollen ein möglichst inklusives flächendeckendes Angebot an
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Ferienbetreuungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung
|
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sicherstellen.
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Für eine sichere Rente
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Die gesetzliche Rentenversicherung ist die wichtigste Säule der Alterssicherung in
|
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Deutschland. Das umlagefinanzierte Rentensystem hat sich bei Finanzmarktkrisen und
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inflationären Entwicklungen bewährt. Wir müssen es mit Blick auf den demografischen
|
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Wandel weiterentwickeln. Die dafür notwendigen Gesetzgebungsprozesse werden wir auf
|
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Bundesebene begleiten und uns mit eigenen Initiativen positionieren.
|
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● Wir setzen uns weiter besonders für faire Renten für Geringverdiener ein. Wer ein
|
||
Leben lang gearbeitet hat, muss eine höhere Rente bekommen als jemand, der nicht
|
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gearbeitet hat.
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● Wir fordern Erleichterungen bei der Zahlung freiwilliger Beiträge in die gesetzliche
|
||
Rentenversicherung und eine bessere Absicherung von (Solo-) Selbstständigen.
|
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● Wir setzen uns für eine Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge ein und wollen mehr
|
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Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einer Betriebsrente erreichen.
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30
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unterstützen die Einführung eines Standardprodukts für die private Altersvorsorge.
|
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● Rentnerinnen und Rentner erhalten mit Modellen wie der Flexi-Rente die Möglichkeit
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eines Hinzuverdienstes, erfahren neue Wertschätzung und stellen ihre
|
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Facharbeitskraft in wichtigen Bereichen länger zur Verfügung.
|
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Für die Schwächeren in der Gesellschaft
|
||
Die Bekämpfung der Wohnungslosigkeit in Nordrhein-Westfalen ist ein Schwerpunkt unserer
|
||
Sozialpolitik. Wir werden weiterhin von Armut betroffene Menschen unterstützen. Vor allem
|
||
Kinderarmut wollen wir in den nächsten Jahren verringern.
|
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● Das Prinzip „Fördern und Fordern“ muss in der Grundsicherung erhalten bleiben. Dafür
|
||
werden wir uns bei Umsetzung des Bürgergelds auf Bundesebene einsetzen.
|
||
● Wir werden die erfolgreiche Landesinitiative „Endlich ein ZUHAUSE!“ fortsetzen und
|
||
die „Kümmerer-Projekte“ in allen Kreisen und kreisfreien Städten in Nordrhein-
|
||
Westfalen weiter ausbauen, um Obdach- und Wohnungslosigkeit effizient zu
|
||
bekämpfen.
|
||
● Wir werden uns auf Bundesebene für eine Anpassung der Regelsätze an die
|
||
gestiegenen Lebenshaltungskosten, bspw. für Lebensmittel und Energiekosten,
|
||
einsetzen.
|
||
● Wir wollen das erfolgreiche Programm „Zusammen im Quartier“ mit über acht
|
||
Millionen Euro und über 100 Projekten für benachteiligte Kinder, Jugendliche und
|
||
Familien fortsetzen.
|
||
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6. Mieten, Bauen und Wohnen
|
||
Jeder Mensch soll in unserem Land dort leben, wo er möchte – egal ob zur Miete oder im
|
||
Eigentum. Wir wollen, dass sich auch Normalverdiener ihren Traum von den eigenen vier
|
||
Wänden erfüllen können. Wir schaffen gute Rahmenbedingungen für alle, die bauen wollen.
|
||
Wir stärken den ländlichen Raum, damit dieser für das Wohnen attraktiv bleibt. So nehmen
|
||
wir den Druck aus den Ballungsräumen heraus.
|
||
Wir schaffen zudem mehr öffentlich geförderten Mietwohnungsbau.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir fördern nachhaltiges und klimafreundliches Bauen und investieren in innovative
|
||
Bauverfahren. Das deutschlandweit erste Haus aus dem 3D-Drucker entstand in
|
||
Nordrhein-Westfalen.
|
||
● Wir haben den Neubau von Wohnungen wieder attraktiv gemacht. Von 2017 bis 2020
|
||
wurden knapp 200.000 neue Wohnungen in Nordrhein-Westfalen gebaut.
|
||
● Wir haben Barrierefreiheit zum Standard beim Neubau gemacht.
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31
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seit 15 Jahren nicht mehr. Mit rund 9,1 Millionen Wohnungen haben wir einen neuen
|
||
Höchststand erreicht, das ist gegenüber 2017 ein Plus von rund 135.000.
|
||
● Wir haben das Baurecht modernisiert und entbürokratisiert, die Landesbauordnung
|
||
novelliert und die Landesinitiative „Bau.Land.Leben“ gestartet. Dadurch haben wir mit
|
||
54.700 einen neuen Höchststand bei Baugenehmigungen für Wohnungen erzielt.
|
||
● Für das Jahr 2022 stellen wir ein Rekordvolumen von 1,3 Milliarden Euro für den
|
||
Neubau von Mietwohnungen, Auszubildenden- und Studierendenwohnheimen und
|
||
Eigentumsmodernisierung zur Verfügung.
|
||
● Wir haben die Eigentumsförderung des Landes verbessert und so insbesondere jungen
|
||
Familien den Traum von den eigenen vier Wänden ermöglicht.
|
||
● Zur Entlastung beim Erwerb von Wohneigentum stellen wir ein Sofortprogramm von
|
||
400 Millionen Euro zur Verfügung. So wird schon im Jahr 2022 Eigentumsbildung
|
||
erleichtert.
|
||
● Wir haben das Wohngeld erhöht und eine neue Mieterschutzverordnung
|
||
verabschiedet, die Mieterinnen und Mieter schützt und zugleich unnötige staatliche
|
||
Regulierungen abbaut.
|
||
● Wir haben alle Unterstützungsangebote, Initiativen und Aktivitäten zur Mobilisierung
|
||
von Bauland erstmalig gebündelt und unterstützen Kommunen und
|
||
Grundstückseigentümer, Bauland zeitnah und nachfragegerecht zu entwickeln.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
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● Mehr bauen
|
||
● Mieten stabilisieren
|
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● Eigentumsförderung stärken – Mieterinnen und Mieter zu Eigentümern machen
|
||
● Erwerb von Eigentum steuerlich entlasten
|
||
● Wohnen muss bezahlbar bleiben
|
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● Mehr Bauland ausweisen
|
||
● Einführung eines landeseigenen Baukindergeldes
|
||
● Öffentlich geförderten Wohnraum sichern und ausbauen
|
||
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||
Für mehr Wohneigentum
|
||
Mehr Familien sollen ihren Traum vom Eigenheim leben können, damit das Land der Mieter
|
||
auch ein Land der Eigentümer wird. Ob eigene Wohnung, Doppelhaushälfte oder
|
||
Einfamilienhaus – wir wollen die Eigentumsbildung gerade für Familien erleichtern.
|
||
● Wir werden Familien beim Erwerb von Wohneigentum entlasten. Die Erhöhung der
|
||
Grunderwerbsteuer auf 6,5 Prozent durch Rot-Grün hat den Eigentumserwerb für
|
||
eigene Wohnzwecke erheblich verteuert. Als Übergangslösung haben wir 400
|
||
Millionen Euro für ein Förderprogramm bereitgestellt. Wir wollen eine dauerhafte
|
||
Lösung. Wir werden daher für den Ersterwerb von selbstgenutztem Eigentum einen
|
||
32
|
||
|
||
--- PAGE 33 ---
|
||
dies umsetzen zu können, werden wir uns weiterhin beim Bund für die Umsetzung
|
||
einer Länderöffnungsklausel stark machen.
|
||
● Wir werden die Eigentumsförderung des Landes weiter stärken und erfolgreiche
|
||
Programme wie „Jung kauft Alt“ ausbauen.
|
||
● Wir wollen ein Förderprogramm für innovative Mietkaufmodelle mit der NRW.BANK
|
||
auflegen, das gerade jungen Familien über die Eigenkapitalschwelle hilft.
|
||
|
||
Für bezahlbaren Wohnraum und bezahlbares Bauland
|
||
● Wir wollen den nach wie vor hohen Bedarf an Wohnraum angehen, indem wir noch
|
||
mehr bauen und zielgruppengerechte Angebote schaffen. Dabei werden wir auch die
|
||
Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigen.
|
||
● Wir brauchen mehr Wohnraum, der der Mietpreisbindung unterliegt.
|
||
● Für Menschen, die knapp über der Einkommensschwelle zum Anspruch auf solchen
|
||
Wohnraum liegen, wollen wir preisgedämpfte Wohnungen.
|
||
● Wir setzen uns beim Bund für eine dynamisierte Heizkostenpauschale beim Wohngeld
|
||
ein.
|
||
Landeseigene Immobilien befinden sich oft in zentraler Lage in den Städten und Gemeinden
|
||
und sind daher attraktiv für die Entwicklung von Wohnraum.
|
||
● Wir werden die Verfahren bei der Veräußerung von landeseigenen Grundstücken an
|
||
Kommunen flexibilisieren.
|
||
● Wir wollen durch innovative Prämienmodelle für private Investoren die Entstehung
|
||
von gefördertem Wohnraum stärken. Wir werden das 2018 initiierte Projekt „Zukunft
|
||
des Bau- und Liegenschaftsbetriebes“ fortsetzen.
|
||
Die große Herausforderung bei der Schaffung von Wohnraum ist und bleibt die Verfügbarkeit
|
||
von bebaubaren Grundstücken. Baulandentwicklung gehört zu unseren dringlichsten
|
||
Aufgaben.
|
||
● Wir wollen die Ausweisung von Bauland weiter vereinfachen, Planungsverfahren
|
||
beschleunigen und unsere Kommunen dabei umfassend unterstützen.
|
||
● Bei der Ausweisung von Bauland werden wir den Wachstumsbedarf der Kommunen
|
||
ermitteln und dabei ihre Wünsche berücksichtigen.
|
||
|
||
Für schnelleres, innovatives und nachhaltiges Bauen
|
||
Wer heute neu baut, baut nachhaltig.
|
||
● Wir wollen ressourcenschonend mit Flächen umgehen und zugleich alle
|
||
Wohnraumpotenziale ausschöpfen.
|
||
● Um die CO2-Ziele zu erreichen, wollen wir den Fokus auf die Sanierung von Objekten
|
||
mit hohem Energiebedarf legen.
|
||
● Wir werden einen digitalen C02-Pass einführen, um den CO2-Fußabdruck eines
|
||
Gebäudes während seiner gesamten Lebenszeit abbilden zu können.
|
||
33
|
||
|
||
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|
||
Holzbau sowie Photovoltaik- und Solarthermieanlagen auf Dachflächen und über
|
||
Parkplätzen fördern.
|
||
● Wir machen serielle und modulare Bauverfahren zu einem zentralen Baustein der
|
||
Klimaschutzstrategie für den Gebäudesektor. Wir werden das Baurecht des Landes
|
||
weiterentwickeln und darauf hinwirken, dass das Baurecht des Bundes ebenfalls
|
||
angepasst wird.
|
||
● Wir sehen im 3D-Druck großes Potenzial, die Baukosten zu senken und damit nicht nur
|
||
Wohneigentum günstiger zu machen, sondern auch den Bestand an Mietwohnraum
|
||
schnell zu erhöhen. Wir wollen, dass Nordrhein-Westfalen seine Vorreiterrolle im 3D-
|
||
Druck-Berreich ausbaut, national wie international. Wir haben in unserem Land das
|
||
technisch-industrielle Know-how, diese revolutionäre, kostengünstige und zugleich
|
||
klimaschonende Bauweise flächendeckend zu entwickeln.
|
||
● Wir wollen Gebäudebestände reaktivieren, d. h. Immobilien durch Umbau, Ausbau
|
||
oder auch Ersatzneubau einer neuen Nutzung zuführen – und das auf einfachem,
|
||
unbürokratischem Weg.
|
||
● Wir werden die Mittel im Bereich Denkmalschutz auf hohen Niveau stabilisieren.
|
||
Damit bewahren wir die historisch-kulturellen Wurzeln unseres Landes.
|
||
● Wir wollen nachhaltige, revitalisierende Konzepte für Altlastenflächen ermöglichen
|
||
und Baulücken schließen.
|
||
Die hohen Neubaumieten in vielen Städten sind zu einem großen Teil durch eine dramatische
|
||
Preisentwicklung bei Baugrundstücken und steigende Baukosten verursacht.
|
||
● Lange Verfahren und steigende Baukosten erschweren das Bauen. Dazu wollen wir
|
||
Planungs- und Genehmigungsverfahren konsequent digitalisieren und alle Ansätze zur
|
||
Verfahrensbeschleunigung konsequent weiterverfolgen.
|
||
● Wir wollen die Arbeit der Baukostensenkungskommission auf Landesebene fortsetzen
|
||
und im Bund auf Umsetzung der Ergebnisse der Bundeskommission drängen.
|
||
● Um junge Menschen für Berufe im Baugewerbe und Bauhandwerk zu begeistern
|
||
werden wir eine landesweite Kampagne starten.
|
||
|
||
Für Rechte der Mieterinnen und Mieter
|
||
● Um das soziale Mietrecht zu stärken, wollen wir die Mieterschutzverordnung
|
||
weiterentwickeln.
|
||
● Wir wollen uns intensiv mit der Zukunft des Wohnens beschäftigen und die Einrichtung
|
||
einer entsprechenden Enquetekommission „Zukunft des Wohnens“ im Landtag von
|
||
Nordrhein-Westfalen einsetzen.
|
||
|
||
|
||
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||
|
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34
|
||
|
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|
||
Wir werden zeigen, wie man beides schafft: Klima schützen und gute Arbeitsplätze, Wohlstand
|
||
und soziale Sicherheit erhalten. Dabei gilt: Energie und Mobilität dürfen nicht zur neuen
|
||
sozialen Frage werden. Sie müssen sicher und bezahlbar für alle bleiben. Bewahrung der
|
||
Schöpfung und Generationengerechtigkeit gehen Hand in Hand. Wir werden aus dem
|
||
Generationenprojekt Klimaschutz ein Versöhnungsprojekt machen.
|
||
|
||
|
||
1. Wirtschaft
|
||
Wir denken Wirtschaft, Umweltschutz und die soziale Frage immer gemeinsam. Der Mensch
|
||
steht im Mittelpunkt.
|
||
Der Staat ist niemals der bessere Unternehmer. Seine Aufgabe definiert die Soziale
|
||
Marktwirtschaft. Geld für die sozialen Sicherungssysteme muss erst erwirtschaftet werden.
|
||
Persönlicher Einsatz muss sich für den Einzelnen lohnen. Wir setzen auf Innovation statt auf
|
||
Verbote.
|
||
Nordrhein-Westfalen ist das Kernland der Industrie in Deutschland. Wir sind aber auch
|
||
Mittelstandsland mit innovativem Handwerk und starken freie Berufen mit einer großen
|
||
Bandbreite an wettbewerbsfähigen Betrieben und fleißigen Arbeitnehmerinnen und
|
||
Arbeitnehmern. Im Mittelstand werden Flexibilität und Innovation gelebt und gute
|
||
Arbeitsplätze – oft über Generationen hinweg – erhalten. Diese starken Akteure sichern
|
||
gemeinsam Arbeit, Wohlstand und soziale Sicherheit in unserem Land.
|
||
Als CDU wissen wir: Betriebe können am Markt und im Wettbewerb bestehen, wenn wir als
|
||
Politik die Rahmenbedingungen richtig vorgeben und die Steuer- und Abgabenlast begrenzen.
|
||
Mit gezielten Maßnahmen werden wir den besonders von Corona gebeutelten Betrieben wie
|
||
dem stationären Einzelhandel, Gastgewerbe etc. Anschubimpulse geben, um neu
|
||
durchstarten zu können.
|
||
Nordrhein-Westfalen ist Industrie und Innovation zugleich. Die Weltpremiere für
|
||
Wasserstoffstahl (grüner Stahl), der weltgrößte PEM-Elektrolyseur und ein Spitzencluster für
|
||
autonomes Fahren mit dem modernsten Mobilfunk-Testfeld Europas – alles bei uns in
|
||
Nordrhein-Westfalen. Wir werden unsere Vorreiterrolle ausbauen, bspw. in den Bereichen
|
||
Wasserstofftechnologie, Elektromobilität, BioTech, Pharma und vielen anderen mehr. Der
|
||
Export von Clean Tech ist eine Chance für unsere heimische Wirtschaft und zugleich ein Beitrag
|
||
für den weltweiten Klimaschutz.
|
||
Nordrhein-Westfalen muss die Werkbank Europas bleiben.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir haben den Bürokratieabbau vorangetrieben: acht Entfesselungspakete mit rund
|
||
150 Maßnahmen.
|
||
● Mit dem neuen Landesentwicklungsplan haben wir den Wirtschafts- und
|
||
Industriestandort verbessert und den Kommunen neue Entwicklung ermöglicht.
|
||
|
||
|
||
35
|
||
|
||
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|
||
Steinkohleförderung gestellt.
|
||
● Wir haben von 2017 bis 2022 die Wirtschafts- und Mittelstandsförderung mehr als
|
||
verdoppelt.
|
||
● Wir haben die Struktur- und Regionalförderung mit dem neuen EFRE-Programm neu
|
||
aufgebaut und die Außenwirtschaftsförderung neu aufgestellt.
|
||
● Wir haben die elektronische Gewerbeanmeldung eingeführt und zum
|
||
Wirtschaftsserviceportal NRW weiterentwickelt – Nordrhein-Westfalen ist damit
|
||
bundesweit Vorreiter bei digitalen Verwaltungsleistungen.
|
||
● Mit dem strukturpolitischen Prozess im Rheinischen Revier schaffen wir eine
|
||
Blaupause für den Umbau einer ganzen Industrieregion – in Deutschland, Europa und
|
||
der Welt. Mit der Mischung aus Infrastrukturausbau, Qualifizierung,
|
||
Innovationsförderung, Wissenstransfer und Neugestaltung der Region setzen wir
|
||
Maßstäbe.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Nordrhein-Westfalen bleibt Industrieland Nummer 1 in Deutschland
|
||
● Wirtschaft ohne Bürokratiebremse
|
||
● Vollgas bei Genehmigungen und Planungsprozessen
|
||
● Starker Mittelstand mit gesunden Unternehmen
|
||
● Chancen der Digitalisierung entdecken und ergreifen
|
||
● Strukturwandel nachhaltig gestalten
|
||
|
||
Für ein starkes Industrieland
|
||
Nordrhein-Westfalen ist Industrieland und soll es bleiben. Mit mehr als einer Million
|
||
Beschäftigten erwirtschaftet das produzierende Gewerbe in unserem Bundesland mehr als 25
|
||
Prozent des Bruttoinlandprodukts. Sie schafft gute Arbeitsplätze und soziale Sicherheit und
|
||
garantiert eine Produktion mit weltweit führenden Sicherheits-, Klima- und Umweltstandards.
|
||
● Wir wollen die Akzeptanz für Industrie sichern. Eine ideologisch begründete
|
||
Vertreibung der energieintensiven Unternehmen ins Ausland spart kein CO 2 ein
|
||
(Carbon Leakage), sondern kostet Hunderttausende gut bezahlte Arbeitsplätze.
|
||
● Beim Klimaschutz ist die Industrie nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung.
|
||
Wir wollen Forschung und Entwicklung befähigen, weiterhin international
|
||
konkurrenzfähige Technologien für energieintensive Prozesse hervorzubringen, die
|
||
den CO2-Ausstoß senken und eine klimaneutrale Produktion ermöglichen.
|
||
● Um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu erhalten, setzen wir uns dafür ein,
|
||
dass die Entlastungsregelungen für die energieintensiven Unternehmen
|
||
aufrechterhalten bleiben.
|
||
|
||
|
||
|
||
36
|
||
|
||
--- PAGE 37 ---
|
||
Endprodukten sein kann. Wir setzen uns dafür ein, dass die Wirtschaft krisensicherer
|
||
wird und internationale Lieferketten weniger anfällig werden.
|
||
● Im Hinblick auf die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe, die Senkung des primären
|
||
Rohstoffverbrauchs und die Reduktion von Treibhausgasen werden wir eine
|
||
Landesstrategie zur Förderung einer Circular Economy entwickeln. Für die Umsetzung
|
||
konkreter Projekte wollen wir die kommende EFRE-Förderperiode nutzen.
|
||
● Wir werden die Förderprogramme für Digitalisierung und Innovationsentwicklung in
|
||
KMU ausbauen. Aufgrund von geringeren Kapazitäten personeller und finanzieller Art
|
||
stehen gerade sie vor besonderen Herausforderungen. Die bestehenden guten
|
||
Förderprogramme werden wir verbessern und gezielt auf die Bedürfnisse von KMU
|
||
ausrichten.
|
||
|
||
Für einen leistungsfähigen Mittelstand
|
||
Der Mittelstand ist das Rückgrat der nordrhein-westfälischen Wirtschaft. Handwerk,
|
||
industrieller Mittelstand, Dienstleistungen, Handel und Tourismus, freie Berufe sind Garanten
|
||
des wirtschaftlichen Erfolgs, von Fortschritt, Wohlstand und sozialer Sicherheit. Die rund
|
||
730.000 mittelständischen, oft familiengeführten Betriebe, stellen 99,5 Prozent aller
|
||
Unternehmen des Landes. Über die Hälfte der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und
|
||
fast drei Viertel der Auszubildenden sind hier tätig.
|
||
Zentrale Herausforderungen – wie der Strukturwandel der Klimaschutz oder die
|
||
Energiewende – sind ohne das Handwerk und den Mittelstand nicht lösbar.
|
||
● Wir werden Bürokratie weiter abbauen und geben das Ziel aus: „One in – two out“,
|
||
d. h. wir werden bei neuen Regelungen zwei bestehende auslaufen lassen.
|
||
● Wir wollen die schnellsten Genehmigungsverfahren und Planungsprozesse
|
||
bundesweit.
|
||
● Wir werden die öffentliche Auftragsvergabe weiter vereinfachen.
|
||
Ausschreibungsverfahren müssen noch effizienter und noch einfacher werden.
|
||
● Wir werden Informations- und Dokumentationspflichten so anlegen, dass sie besser
|
||
handhabbar sind.
|
||
● Das System der Fachkräftesicherung muss ganzheitlicher und mehr aus Sicht der
|
||
kleinen und mittelständischen Unternehmen gedacht werden.
|
||
● Wir werden eine Fachkräfteoffensive für das Handwerk starten und die duale
|
||
Ausbildung stärken. Dazu gehört auch die Absicherung kleiner Fachklassen im
|
||
Handwerk. Zukünftige Handwerksmeisterinnen wollen wir besonders fördern. Wir
|
||
werden die Meisterausbildung mit einem „Meister-Bonus“ in Höhe von 3.000 Euro
|
||
fördern. Die bestehende Meistergründungsprämie werden wir noch attraktiver
|
||
gestalten.
|
||
● Die guten Ansatzpunkte der dualen Studien- und Berufsausbildungsgänge in
|
||
Kombination mit dem Erwerb des Meisterbriefes werden wir praxistauglich
|
||
weiterentwickeln.
|
||
37
|
||
|
||
--- PAGE 38 ---
|
||
Ausrüstung und Kompetenz aufholen muss. Hohe Investitionskosten sind für rund drei
|
||
Viertel der Betriebe das größte Hemmnis. Mit Investitionsanreizen wollen wir diese
|
||
beseitigen.
|
||
● Immer mehr Unternehmen werden als Ausgründungen von Hochschulen geschaffen.
|
||
Nordrhein-Westfalen ist bei den Start-ups mittlerweile bundesweit vorne. Wir werden
|
||
Ausgründungen weiter fördern und die bestehenden guten Förderprogramme
|
||
erweitern.
|
||
● In Nordrhein-Westfalen gibt es zahlreiche erfolgreiche Beispiele, wie rund um
|
||
Hochschulen Industrieproduktion mit neue Arbeitsplätze entstanden ist. Für die
|
||
Ausbildung der Fachkräfte ist es im Interesse der Unternehmen, entsprechende
|
||
Stiftungslehrstühle zu finanzieren. Wir ermuntern sie zu entsprechenden Initiativen
|
||
und werden sie dabei beraten.
|
||
|
||
Für einen gelingenden Strukturwandel
|
||
Die energieintensiven Unternehmen in Nordrhein-Westfalen sind Garant für Beschäftigung,
|
||
Wertschöpfung und soziale Sicherheit. Sie stehen angesichts des Klimawandels und den
|
||
aktuellen geopolitischen Herausforderungen unter Anpassungsdruck.
|
||
● Wir werden die Unternehmen dabei unterstützen, die erforderlichen Anpassungen zu
|
||
meistern. Wir werden dafür in Anlehnung an den Innovationsdialog Handwerk einen
|
||
strukturierten und kontinuierlichen Zukunftsdialog mit den Beteiligten führen.
|
||
● Für das Gelingen des Transformationsprozesses sind größere Anstrengungen als
|
||
bislang erforderlich. Wir erwarten vom Bund die Unterstützung von Unternehmen, die
|
||
ihre Produktion auf klimaneutrale Prozesse umstellen. Dies betrifft auch eine
|
||
Änderung des beihilferechtlichen Rahmens auf EU-Ebene.
|
||
● Der Strukturwandel im Rheinischen Revier hat begonnen. Damit er gelingt, ist es
|
||
entscheidend, dass bestehende Arbeitsplätze erhalten bleiben und zusätzliche
|
||
entstehen. Wir werden den intensiven Dialog mit der Region fortsetzen und unsere
|
||
Maßnahmen mit den Verantwortlichen abstimmen.
|
||
● Wir werden eine zukunfts- und angebotsorientierte Flächenentwicklung im
|
||
Rheinischen Revier u. a. in Poollösungen ermöglichen.
|
||
● Wir schaffen eine internationale Bau- und Technologieausstellung für das Rheinische
|
||
Revier, mit der dieses Zukunftsmodell international präsentiert werden kann.
|
||
● Die Schließung von Kohlekraftwerken stellt die Standortkommunen vor neue
|
||
Herausforderungen. Wir werden die Kommunen bei der Entwicklung von Projekten zur
|
||
Gewinnung von innovativen Arbeitsplätzen eng begleiten.
|
||
● Branchen, die erheblich zu Wohlstand und Beschäftigung in Nordrhein-Westfalen
|
||
beitragen, wie z. B. die Automobilzulieferindustrie, stehen vor erheblichen
|
||
Umbrüchen. Wir werden sie dabei weiterhin unterstützen, dass sie im globalen
|
||
Wettbewerb bestehen können.
|
||
|
||
|
||
38
|
||
|
||
--- PAGE 39 ---
|
||
Unsere vielfältige Heimat, unsere Wälder, Flüsse und Seen, Felder, Wiesen und Berge, unsere
|
||
Kultur, sind lebenswert und immer eine Reise wert. Geschäftsreisen, Event- und
|
||
Veranstaltungsreisen, Städtereisen, Sport-, Gesundheits- und Aktivurlaub, Urlaub auf dem
|
||
Bauernhof – dies alles zieht Jahr für Jahr Millionen Menschen nach Nordrhein-Westfalen.
|
||
● Wir wollen den Tourismus in unserem Land zum Spitzenreiter in Sachen Nachhaltigkeit
|
||
machen.
|
||
● Wir werden ein Gütesiegel „Nachhaltig NRW!“ einführen und ein entsprechendes
|
||
Förderprogramm schaffen.
|
||
● Wir werden eine einheitliche digitale Plattform für touristische Angebote schaffen und
|
||
eine Tourismus-App entwickeln.
|
||
● Wir werden Zertifizierungen für das "Reisen für alle" finanziell unterstützen.
|
||
|
||
|
||
2. Energie
|
||
Energie muss weiterhin sicher und bezahlbar für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie
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Unternehmen sein. Heizen muss bezahlbar bleiben und Menschen müssen sich Mobilität in
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Stadt und Land weiter leisten können. Die Energiekosten dürfen nicht zur neuen sozialen Frage
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werden. Und die energieintensiven Industrien in Nordrhein-Westfalen mit ihren guten
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Arbeitsplätzen müssen im globalen Wettbewerb bestehen können. Wir sehen den Bund in der
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Pflicht, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die Unternehmen bei den Energiepreisen
|
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zu entlasten.
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Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, müssen wir mittelfristig das gesamte
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Energieversorgungssystem dekarbonisieren. Die Erneuerbaren Energien leisten einen
|
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wesentlichen Beitrag für mehr Unabhängigkeit vom Import fossiler Energieträger. Mit Blick
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auf die geopolitischen Entwicklungen ist dies zunehmend wichtiger.
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Beim Ausbau der Erneuerbaren Energien (Wind, Photovoltaik, Solarthermie, Wasserkraft,
|
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Biomasse und Geothermie) müssen wir in ganz Deutschland und Europa schneller werden.
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Nordrhein-Westfalen kann nicht isoliert betrachtet werden. Die Energiewende wird nur dann
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gelingen, wenn die Menschen mitmachen.
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Das haben wir erreicht
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● Wir haben eine Energieversorgungsstrategie vorgelegt. Sie hat das Ziel, bis zum Jahr
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2030 die installierte Leistung der Windenergie zu verdoppeln und die der Photovoltaik
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zu vervierfachen.
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● Wir sind bereits Spitze bei der Energieproduktion durch Wind und Sonne: 2020 hat
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Nordrhein-Westfalen erstmals Platz eins beim Ausbau der Windenergie an Land
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erreicht, bei der Photovoltaik war es Platz zwei im Bundesländervergleich. Damit hat
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das Land zum fünften Mal in Folge den Zubau des Vorjahres übertroffen.
|
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● Um Akzeptanz für die Windenergie zu erhalten, haben wir Mindestabstände zu
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Wohnbebauung festgeschrieben. Kommunen können diese auf Wunsch verkürzen.
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39
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Bundesländer. Auf dem Weg bis zum kompletten Ausstieg schultert das Rheinische
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Revier bis 2028 den deutschen Kohleausstieg im Alleingang.
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● Der Tagebau Hambach wird rund ein Jahrzehnt früher stillgelegt als von der
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Vorgängerregierung beschlossen. Der Hambacher Forst und umliegende Wälder
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bleiben erhalten.
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● Wir steigen aus der Verstromung von Steinkohle aus. Auch hier geht Nordrhein-
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Westfalen in Deutschland voran.
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● Wir haben die Landesförderprogramme für Energiewende und Klimaschutz
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verfünfzehnfacht, auf 360 Millionen Euro im Jahr 2022.
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● Wir haben Tempo beim Aufbau der Wasserstoffwirtschaft gemacht. Wir werden mit
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zehn großen Leuchtturmprojekten Investitionen von mehr als 7 Milliarden Euro am
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Standort Nordrhein-Westfalen auslösen.
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Machen, worauf es ankommt
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● Preisstabilität: Energie für alle Verbraucher sicher und bezahlbar halten
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● Energieland Nummer 1 bleiben
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● Klimaneutralität bis spätestens 2045
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● Versorgungssicherheit: Energiequellen diversifizieren und damit unabhängiger werden
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● Dekarbonisierung der Wirtschaft wirtschaftlich sinnvoll und sozial gerecht gestalten
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● Erneuerbare Energien schneller ausbauen
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● Wasserstoffland Nummer 1 werden
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● Kohleausstieg bis zum Jahr 2030
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● Weltmarktführer bei Klimaschutztechnologien werden
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Für eine Entlastung der Verbraucher
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Der Bund muss alle Maßnahmen ergreifen, damit Energie für die Verbraucher in Nordrhein-
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Westfalen sicher und bezahlbar bleibt. Für uns gilt, dass die außenpolitisch richtigen
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Entscheidungen nicht die Menschen bei uns treffen dürfen. Wir brauchen jetzt eine
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Energiepreisbremse. Unabhängigkeit im außenpolitischen Handeln schafft man dadurch, dass
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man innenpolitisch den Rücken frei hat.
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● Wir fordern eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Heizkosten.
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● Wir fordern eine Senkung der Stromsteuer.
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● Wir fordern eine dauerhafte Erhöhung des Wohngeldes.
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● Wir fordern eine Senkung der Energiesteuer (früher: Mineralölsteuer).
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● Wir fordern eine Erhöhung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer.
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40
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Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Stromsystem benötigen wir Gas als
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Brückentechnologie.
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● Wir wollen den Kohleausstieg bereits bis zum Jahr 2030 umsetzen. Voraussetzung
|
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hierfür ist, dass der Bund die notwendigen Rahmenbedingungen für
|
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Versorgungssicherheit und Preisstabilität schafft.
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||
● Angesichts der geopolitischen Herausforderungen überarbeiten wir unsere
|
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Energieversorgungsstrategie. Wir wollen so schnell wie möglich unabhängig werden
|
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von Energieimporten aus Russland, z. B. durch mehr Importe von Flüssiggas (LNG).
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● Wir setzen uns dafür ein, dass alle neuen Gaskraftwerke Wasserstoff-ready gebaut
|
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werden, um Versorgungssicherheit und langfristig Klimaneutralität garantieren zu
|
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können.
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● Mit Blick auf den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien gilt es, die Speicher- und
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Pufferkapazitäten der Gasnetze stärker in das Energieversorgungssystem einzubinden.
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● Wir wollen Aus- und Umbaumaßnahmen in den Energienetzen beschleunigen und
|
||
unterstützen.
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Für ein klimaneutrales und sicheres Stromsystem
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Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist eine wesentliche Grundlage für die Energiewende
|
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in allen Bereichen. Wir wollen vermeiden, dass einzelne Regionen übermäßig beansprucht
|
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werden.
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● Wir werden den Ausbau der Windenergie weiterhin beschleunigen. Es sollen im Sinne
|
||
von Repowering die modernsten und leistungsfähigsten Windenergieanlagen errichtet
|
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werden, vorhandene Flächen sollen möglichst effizient genutzt werden.
|
||
● Für mehr Tempo werden wir eine Änderung des Landesplanungsrechts prüfen.
|
||
● Immissionsschutz, Landschaftsschutz, Artenschutz, Wasserschutz, Umweltschutz und
|
||
andere Schutzgüter müssen in ein neues Verhältnis gebracht werden.
|
||
● Um den Ausbau zu beschleunigen, ist Akzeptanz der Anwohnerinnen und Anwohner
|
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nötig. Wir werden Konzepte zur finanziellen Beteiligung fördern und wollen die
|
||
Rahmenbedingungen dafür verbessern. Wo Anwohnerinnen und Anwohner
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unmittelbar von der Windenergie profitieren, ist die Akzeptanz hoch.
|
||
● Um den Ausbau von PV-Anlagen im Wohnungsbau zu beschleunigen, werden wir eine
|
||
Initiative ergreifen, Eigentümer steuerlich und von bürokratischem Aufwand zu
|
||
entlasten. Bis zu einer Bagatellgrenze von 30 KW installierter Leistung müssen
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Eigentümer von PV-Anlagen vom Bund von sämtlichen Steuern auf die Erträge der
|
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Anlagen befreit werden. Wir werden Bauherren von PV-Anlagen im
|
||
Verwaltungsdschungel durch die Einrichtung einer One-Stop-Agency des Landes
|
||
unterstützen.
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41
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durch Agri-, Biodiversitäts- und Floating-Photovoltaik unterstützen, um das
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Investitionsrisiko zu reduzieren.
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Für Klimaschutz durch moderne Technik
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Wir wollen, dass Nordrhein-Westfalen zum Vorbildland für ein innovatives Energiesystem
|
||
wird. Auf dem Weg zum klimaneutralen Energiesystem wollen wir die Digitalisierung noch
|
||
effektiver dazu nutzen, das volatile Erzeugungs- und Verbrauchsverhalten aufeinander
|
||
abzustimmen.
|
||
● Mit der Carbon Management Strategie NRW leisten wir einen wichtigen Beitrag für
|
||
den Klimaschutz. Wir werden weiterhin verstärkt Forschung und Entwicklung in den
|
||
Bereichen CO2-Abscheidung und -Nutzung oder -Speicherung fördern.
|
||
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||
Für Wasserstoff als Treibstoff einer klimaneutralen Industrie
|
||
Damit Nordrhein-Westfalen klimaneutrales Industrieland wird, brauchen unsere
|
||
Unternehmen Wasserstoff. Er kann in der Stromerzeugung und bei der Wärmeversorgung
|
||
fossile Kraftstoffe ersetzen. Bevor grüner Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung
|
||
steht, brauchen wir in einer Übergangsphase blauen und türkisen Wasserstoff.
|
||
● Nordrhein-Westfalen bietet beste Voraussetzungen, um Vorreiter beim Wasserstoff zu
|
||
werden. Wir werden die Produktionsleistung von Wasserstoff bis 2030 auf mindestens
|
||
drei Gigawatt Elektrolyseleistung steigern. Das entspricht der Leistung von zwei bis
|
||
drei Kernkraftwerken.
|
||
● In vielen Regionen gibt es bereits ein Überangebot an Strom aus Erneuerbaren
|
||
Energien. Diese sollen für die Produktion von Wasserstoff genutzt werden.
|
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● Wir wollen nicht mehr benötigte Gasleitungen für Wasserstoff umrüsten. Bis 2030
|
||
sollen mindestens 240 Kilometer umgerüstet und ertüchtigt werden.
|
||
● Energieintensiven Industrien werden wir beim Umstieg auf Wasserstoff helfen.
|
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Klimaschutzverträge, sogenannte Carbon Contracts for Difference, sind dafür ein
|
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geeignetes Instrument. Wir setzen uns dafür ein, dass sie passgenau für unseren
|
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industriellen Mittelstand entwickelt werden und der gesamten Industrie offenstehen.
|
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3. Mobilität
|
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Die Möglichkeit, zuverlässig und flexibel mobil zu sein, bestimmt wesentlich die
|
||
Lebensqualität der Menschen und ist Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum. Dabei
|
||
darf es keine Rolle spielen, ob man in Ballungsräumen oder auf dem Land lebt.
|
||
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||
Als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe muss Mobilität bezahlbar sein. Ihre Kosten
|
||
dürfen nicht zur sozialen Frage werden. Und: Mobilität muss nachhaltig sein.
|
||
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||
Zur Erreichung der Klimaziele muss der Verkehrssektor seine Emissionen bis 2030 halbieren.
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42
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● Wir haben eine ÖPNV-Offensive mit einem Volumen von vier Milliarden Euro für
|
||
Reaktivierungen, Elektrifizierung, mehr Züge, weniger Verspätungen, mehr
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||
Schnellbusverbindungen und On-Demand-Angeboten auf den Weg gebracht.
|
||
● Mit der App Mobil.NRW ist erstmals grenzenlose ÖPNV-Nutzung durchs ganze Land
|
||
und über Verbundgrenzen hinweg möglich, mit eezy.nrw per e-Tarif nutzbar. Einfach
|
||
einchecken und nach zurückgelegter Strecke (Luftlinie) bezahlen.
|
||
● Wir geben Rekordsummen für den Aus- und Neubau von Radwegen aus. Seit 2017
|
||
haben wir die Mittel hierfür auf jährlich rund 100 Millionen Euro verdreifacht und so
|
||
rund 600 km neue Radwege gebaut, das entspricht der Strecke Köln/Berlin. Wir sind
|
||
das erste und das einzige Flächenland mit einem eigenen Fahrrad- und
|
||
Nahmobilitätsgesetz.
|
||
● Wir verbessern die Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern: Wir haben die Vision
|
||
Zero (Ziel: möglichst keine Verkehrstoten) zur gesetzlichen Verpflichtung gemacht. In
|
||
den nächsten fünf Jahren sollen alle rund 600 landeseigenen Nutzfahrzeuge ab 3,5
|
||
Tonnen und Busse mit Abbiegeassistenten ausgerüstet werden.
|
||
● Wir stellen für die Mobilität der Zukunft allein in diesem Jahr 40 Millionen Euro bereit.
|
||
Wir sind Vorreiter des automatisierten Fahrens, auf der Straße, auf der Schiene, im
|
||
Wasser und künftig auch in der Luft.
|
||
● Wir haben den Investitionsstau der Vorgängerregierung mit einem Planungs-,
|
||
Genehmigungs- und Bauhochlauf aufgelöst. Dafür haben wir mehr Ingenieure
|
||
eingestellt und Rekordsummen für Planung ausgegeben. Die Investitionen in den
|
||
Erhalt unserer Straßen und den Bau von Ortsumgehungen haben wir fast verdoppelt.
|
||
Und wir konnten rund 600 Millionen Euro Bundesmittel für Bundesfernstraßen nach
|
||
Nordrhein-Westfalen holen, die andere Bundesländer liegengelassen haben.
|
||
● Mit konsequentem Bauzeiten-Controlling, Einführung von Fristen, Bonus- und Malus-
|
||
Regelungen, neuen Ausschreibungsverfahren und mehr 24/7-Baustellen haben wir die
|
||
Bauzeiten in der Summe insgesamt um mehr als acht Jahre verkürzt. Wir haben ein
|
||
Zehn-Punkte-Programm für die Beschleunigung von Planung, Genehmigung und Bau –
|
||
insbesondere für den Ersatzneubau von Autobahnbrücken – vorgelegt.
|
||
● Von der Vorgängerregierung wurde E-Mobilität mit genau null Euro gefördert, wir
|
||
haben über 200 Millionen Euro in die Hand genommen. Wir haben seit 2017 rund
|
||
9.800 öffentlich zugängliche und 64.000 private und betriebliche E-Ladestationen
|
||
gefördert.
|
||
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Machen, worauf es ankommt
|
||
● Ausbau des ÖPNV mit einer Schienen- oder Schnellbusanbindung für jede Kommune
|
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ab 20.000 Einwohnern
|
||
● Ziel: Grundtakt von 15 Minuten auf allen Strecken in Nordrhein-Westfalen im SPNV
|
||
● 100-km-Seniorenticket für den ÖPNV für 30 Euro pro Monat
|
||
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43
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Angeboten
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||
● Eine einzige App zur Planung, Buchung und Bezahlung von Reisen
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● Mehr Güter auf die Schiene
|
||
● Fahrradland Nummer 1 bleiben
|
||
● E-Mobilitätsland Nummer 1 werden
|
||
● Technologieoffene Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben und
|
||
innovativen Mobilitätsangeboten
|
||
● Investitionen in den Erhalt unserer Straßen, Tunnel und Brücken weiter auf
|
||
Rekordniveau
|
||
● Vollgas bei Planung, Genehmigung und Bau
|
||
|
||
Für einen attraktiven Öffentlichen Nahverkehr
|
||
Wir wollen den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu einer echten Alternative
|
||
ausbauen. Unser ÖPNV soll einfacher zugänglich, leistungsstärker, flexibler, barrierefreier,
|
||
innovativer und klima- und umweltfreundlicher werden.
|
||
● Mit unserer Zielnetzkonzeption für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) wird
|
||
perspektivisch jede Kommune ab 20.000 Einwohnern eine Schienen- oder
|
||
Schnellbusanbindung bekommen. Mit mehr Direktverbindungen auf nachfragestarken
|
||
Strecken müssen Pendler künftig weniger umsteigen. Mit einem Grundtakt von 15
|
||
Minuten auf allen Strecken und einer Ausweitung des Angebots an den sogenannten
|
||
Tagesrandzeiten machen wir Pendler unabhängiger vom Fahrplan.
|
||
● Wir setzen außerdem auf einen massiven und flächendeckenden Ausbau des Bus- und
|
||
On-Demand-Angebots. Dazu werden wir im Gesetz über den öffentlichen
|
||
Personennahverkehr ein neues Finanzierungsinstrument schaffen: Kommunen, die
|
||
vom Land vorgegebene Mindeststandards bei Busverkehren oder On-Demand-
|
||
Angeboten erfüllen, werden zusätzliches Geld erhalten.
|
||
● Zur Erschließung der letzten Meile müssen im ÖPNV-Angebot künftig flächendeckend
|
||
Sharing-Angebote enthalten sein. Bislang untersagt der Bund die Finanzierung solcher
|
||
Angebote aus Mitteln des ÖPNV. Wir werden uns beim Bund dafür einsetzen, dass
|
||
Sharing-Angebote künftig aus Mitteln für den ÖPNV finanziert werden können.
|
||
● Zur besseren Vernetzung von ÖPNV, Fahrrad, Car-Sharing und anderen Angeboten
|
||
richten wir weitere 1.000 Mobilstationen ein. So wird der Umstieg einfacher und
|
||
bequemer.
|
||
● Wir vernetzen Mobilität digital: Unser e-Tarif „eezy.nrw“, mit dem die Menschen
|
||
neben einem Grundpreis die zurückgelegte Strecke nach Luftlinie von Haltestelle zu
|
||
Haltestelle bezahlen, hat Maßstäbe gesetzt. Als Nächstes setzen wir die
|
||
verkehrsträgerübergreifende Planung, Buchung und Bezahlung von Reisen in einer
|
||
App um. Denn für einen individuellen ÖPNV im ganzen Land müssen alle Angebote (on-
|
||
demand, car-sharing, bike-sharing u.v.m.) nahtlos ineinandergreifen.
|
||
|
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44
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||
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machen, bieten wir ihnen innerhalb der eezy-App ein 100-km-Ticket im Abo für 30 Euro
|
||
pro Monat an.
|
||
● Da Mobilität nicht an der Landesgrenze endet, werden wir grenzüberschreitendes
|
||
Ticketing im ÖPNV (wie das easyConnect-Projekt zwischen der Region Aachen und den
|
||
Niederlanden) entwickeln.
|
||
● Wir wollen im Dialog mit den Verkehrsverbünden, den Industrie- und
|
||
Handelskammern und den Kreishandwerkerschaften einen Weg finden, Jobtickets
|
||
auch KMU zu ermöglichen.
|
||
|
||
Für einen sicheren und attraktiven Fuß- und Radverkehr
|
||
Das Fahrradwegenetz muss so attraktiv werden, dass sich künftig die Menschen in unserem
|
||
Land dazu entscheiden, 25 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückzulegen.
|
||
● Wichtig ist uns insbesondere die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern. Unser Ziel
|
||
ist und bleibt die Vision Zero – wir werden die Verkehrssicherheit weiter fördern mit
|
||
dem Ziel, dass niemand mehr im Straßenverkehr zu Schaden kommt.
|
||
● Das neue Radwegekataster werden wir nutzen, um vorhandene Lücken im Netz weiter
|
||
zügig zu schließen. So schaffen wir ein großes zusammenhängendes Radwegenetz in
|
||
unserem großen Flächenland.
|
||
● In den kommenden fünf Jahren wollen wir mindestens 1.000 Kilometer neue Radwege
|
||
bauen. Wir denken Radwege bei jedem Straßenbauprojekt mit – das Gleiche gilt für
|
||
Fußwege.
|
||
● Wir werden die Kommunen bei der Organisation und der Finanzierung des
|
||
Radwegeausbaus unterstützen. Das gilt auch für den Ausbau der Ladeinfrastruktur für
|
||
E-Bikes und Pedelecs.
|
||
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||
Für die Mobilität von morgen
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Nordrhein-Westfalen ist die Heimat der Mobilität 4.0. Mit mehreren Testfeldern, zahlreichen
|
||
Modellvorhaben und Forschungseinrichtungen auf Weltniveau bestehen in Nordrhein-
|
||
Westfalen hervorragende Voraussetzungen für die Entwicklung und Einführung von
|
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automatisierten und vernetzten Systemen auf der Schiene, der Straße und in der Schifffahrt.
|
||
Wir werden die Chancen automatisierter und vernetzt fahrender Systeme zur Steigerung der
|
||
Verkehrssicherheit, der Flexibilität und der Wirtschaftlichkeit nutzen.
|
||
● Wir werden künstliche Intelligenz im Mobilitätssektor einsetzen, um den Verkehr
|
||
besser fließen zu lassen und einen größeren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
|
||
● Wir wollen weitere Bundeseinrichtungen zur Förderung der Neuen Mobilität nach
|
||
Nordrhein-Westfalen holen.
|
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45
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--- PAGE 46 ---
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Der erfolgreiche Industrie- und Wirtschaftsstandort Nordrhein-Westfalen benötigt ein
|
||
belastbares und flexibles Logistiknetz. Wir arbeiten mit dem Bund an einer Verlagerung von
|
||
mehr Güterverkehr auf Schiene und Wasserstraße.
|
||
● Wir investieren weiter in Forschung und Entwicklung, wie etwa von autonom
|
||
fahrenden Binnenschiffen und klimaschonenden Antrieben.
|
||
● Wir werden die 2018 wieder eingeführte Förderung von sogenannten
|
||
Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE-Bahnen) weiter ausweiten. Damit schließen wir
|
||
„die letzte Meile“ zwischen den vielen Gewerbe-, Industrie- und Logistikstandorten
|
||
und dem Streckennetz der Deutschen Bahn.
|
||
● Gemeinsam mit der Deutschen Bahn treiben wir den Ausbau, die Elektrifizierung und
|
||
die Digitalisierung des Schienensystems sowie die Modernisierung von
|
||
Güterbahnhöfen voran, um mehr Güterzüge auf die Strecken zu bekommen. Wir
|
||
werden eine Güterverkehrsumfahrung des Knoten Köln über das bestehende – und
|
||
nach Aufgabe der Tagebaue nicht mehr benötigte – RWE-Netz realisieren. In Hamm
|
||
werden wir mit dem Multihub (Logistikdrehkreuz) die Verladekapazitäten massiv
|
||
ausbauen.
|
||
● Um die Kapazität von Containerschiffen zu erweitern, müssen die Brücken im
|
||
Kanalnetz des Bundes angehoben werden. Wir werden die Kompetenz von
|
||
Straßen.NRW nutzen, um für den Bund die Anhebung der Brücken zu planen und
|
||
umzusetzen.
|
||
|
||
Für eine bessere, sichere und saubere Mobilität
|
||
Menschen und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen brauchen eine zuverlässige
|
||
Straßeninfrastruktur. Straßen, Brücken und Tunnel in gutem Zustand sind eine Grundlage für
|
||
wirtschaftliches Wachstum und Mobilität für alle.
|
||
● Wir investieren weiter in die landeseigenen Straßen auf Rekordniveau.
|
||
● Weniger Verkehr im Ort bedeutet saubere Luft durch weniger Schadstoffe, mehr
|
||
Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer, weniger Verkehrslärm und mehr
|
||
Aufenthalts- und Lebensqualität im Ort. Nach der Devise „Verkehr raus –
|
||
Lebensqualität rein“ investieren wir weiter in den Neu- und Ausbau von
|
||
Ortsumgehungen. Für mehr Sicherheit auf den Straßen werden wir die Zahl der Lkw-
|
||
Parkplätze ausbauen und ihre Auslastung entlang der Bundesfernstraßen mit einem
|
||
mehrsprachigen App-gestützten Parkleitsystem koordinieren. Damit werden wir nicht
|
||
nur die Arbeitsbedingungen von Lkw-Fahrern verbessern und sie bei der Planbarkeit
|
||
ihrer Ruhezeiten unterstützen, sondern die Sicherheit anderer
|
||
Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer steigern.
|
||
● E-Fuels sind ein wichtiger Beitrag für einen klimaneutralen Pkw-Bestand. Wir wollen
|
||
daher die Produktion synthetischer Kraftstoffe fördern. Das hilft auch Flugzeugen,
|
||
Schiffen und Lkw klimaneutral zu werden.
|
||
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||
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||
46
|
||
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||
--- PAGE 47 ---
|
||
Wir werden den Planungs-, Genehmigungs- und Bauhochlauf der letzten Jahre fortführen.
|
||
Diesen Kurs werden wir konsequent fortsetzen.
|
||
● Planung, Genehmigung und Bau müssen noch schneller, digitaler und innovativer
|
||
werden. Wir setzen dazu weiter auf die konsequente Digitalisierung von Planung und
|
||
Genehmigung.
|
||
● Wir fordern vom Bund die schnellstmögliche Erneuerung der Brücken über
|
||
Autobahnen und Bundesstraßen in Nordrhein-Westfalen. Dazu gehört die Umsetzung
|
||
unseres Zehn-Punkte-Programms zur Beschleunigung, die Forderung nach einem 300-
|
||
Millionen-Euro-Sonderfonds und einer eigenen Planungseinheit für die
|
||
Brückenplanung in Nordrhein-Westfalen.
|
||
● Wir brauchen noch mehr hochqualifizierte Planerinnen und Planer. Hierfür starten wir
|
||
gemeinsam mit den Hochschulen und der Planungs- und Bauwirtschaft eine
|
||
Studienoffensive.
|
||
|
||
Für sauberen und leisen Verkehr
|
||
Elektromotoren sind der Antrieb der Zukunft. Damit der Umstieg gelingt, ist eine attraktive
|
||
und flächendeckende Ladeinfrastruktur erforderlich. Dies wollen wir für alle Menschen
|
||
ermöglichen – unabhängig davon, ob sie im Eigenheim oder zur Miete, in der Stadt oder auf
|
||
dem Land wohnen.
|
||
● Wir werden unsere Förderung für E-Ladestationen ausbauen. Nur so kann E-Mobilität
|
||
für jeden im Alltag funktionieren.
|
||
● Wir fordern vom Bund verlässliche Rahmenbedingungen für den zügigen Ausbau der
|
||
Ladeinfrastruktur.
|
||
● Wir werden die Forschung und Entwicklung von weiteren alternativen Antrieben der
|
||
verschiedenen Verkehrsträger wie eFuels und Brennstoffzellen technologieoffen
|
||
fördern.
|
||
|
||
Für zukunftsfähige Flughäfen
|
||
Welche Folgen die Pandemie, der demografische Wandel und das gewachsene
|
||
Klimabewusstsein auf das Flugverhalten haben werden, bleibt abzuwarten. Dementsprechend
|
||
werden wir auf der Basis des vom Bund angekündigten Luftfahrtkonzepts 2030+ Schlüsse für
|
||
den Flugverkehr in Nordrhein-Westfalen ziehen. Dabei berücksichtigen wir den Klimaschutz
|
||
und die Bedürfnisse der Anwohnerinnen und Anwohner hinsichtlich des Lärmschutzes.
|
||
Am Konzept der dezentralen Flughafeninfrastruktur wollen wir festhalten. In die
|
||
Nutzungskonzepte werden wir die neuen Entwicklungen wie Flugtaxen und Elektroflugzeuge
|
||
einbeziehen. Der Aufbau des U-Space-Lab für die Nutzung von Drohnen im Raum
|
||
Aachen/Mönchengladbach ist ein Musterbeispiel für die Erprobung neuer Technologien und
|
||
Anwendungen.
|
||
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||
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||
47
|
||
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||
--- PAGE 48 ---
|
||
Wir haben nur diese eine Welt. Diese gilt es zu bewahren. Wir nutzen und schützen sie
|
||
zugleich.
|
||
Wir setzen auf zukunftsweisende Technologien zum Schutz des Klimas, der Natur und der
|
||
Umwelt. Wir machen Klimaschutz zum weiteren Jobmotor in Nordrhein-Westfalen für gute
|
||
Arbeitsplätze und soziale Sicherheit.
|
||
Wir machen Nordrhein-Westfalen noch nachhaltiger.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Nordrhein-Westfalen hat seit 2021 das ambitionierteste Klimaschutzgesetz aller
|
||
Bundesländer.
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||
● Wir haben das bundesweit erste Klimaanpassungsgesetz beschlossen. Alle staatlichen
|
||
Einrichtungen müssen bei ihren Entscheidungen Klimafolgen und -anpassung
|
||
beachten.
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||
● Wir haben in den zurückliegenden fünf Jahren mehr für den Umweltschutz getan als
|
||
jede Landesregierung vor uns.
|
||
● Seit 2020 werden in ganz Nordrhein-Westfalen alle Luftqualitätsgrenzwerte
|
||
eingehalten.
|
||
● Wir haben das Landeswassergesetz novelliert, damit die Trinkwasserversorgung
|
||
immer Vorrang hat.
|
||
● Wir stellen dieses Jahr 72 Millionen Euro für die Wald-, Forst- und Holzwirtschaft
|
||
bereit. Seit 2020 sind es damit rund 175 Millionen Euro.
|
||
● Bis Ende des Jahrzehnts werden wir über 100 Millionen Euro bereitstellen, um die
|
||
Wälder von Schadholz zu befreien und wieder aufforsten zu können.
|
||
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Machen, worauf es ankommt
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||
● Klimaneutralität bis spätestens 2045
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● Kritische Infrastruktur vor den Folgen des Klimawandels schützen
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● Wasserressourcen schützen
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● Umweltschutzprojekte mit Umweltschecks fördern
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● Baumprämie für jedermann
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● Wälder schützen und wieder aufforsten
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Für ein starkes Krisenmanagement
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Wir werden dafür sorgen, dass unser Land auf mögliche Unwetterereignisse besser
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vorbereitet ist. Die kritische Infrastruktur muss auch bei Extremwetterlagen voll einsatzfähig
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sein.
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Das Grundwasser ist unsere wichtigste Trinkwasserressource. Es bedarf eines klugen
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Wassermanagements und innovativer Verfahren. Deshalb gründen wir ein Landeszentrum
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48
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Zukunftsaufgaben bearbeiten: die (Wasser-) Konzeption für langanhaltende Phasen von
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Trockenheit oder Wasserknappheit auf der einen Seite und Hochwasserschutz und extreme
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Starkregenereignisse auf der anderen Seite. Das Landeszentrum Wasser wird zudem die
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zentrale hydrologische Informations- und Warnaufgabe innerhalb der Landesregierung
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wahrnehmen.
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Für Natur in urbanen Räumen
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Nordrhein-Westfalen ist geprägt von großen Ballungszentren und starken ländlichen Räumen.
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Wir bewahren die Artenvielfalt im ganzen Land. Die urbanen Räume müssen einen höheren
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Beitrag zu Natur-, Umwelt- und Klimaschutz leisten.
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● Wir wollen – analog zu den Heimatschecks – Umweltschecks vergeben, um unsere
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Städte noch grüner zu machen. Mit 2.000 Euro pro Projekt können Vereine und
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Gruppierungen individuelle, kreative Umwelt- und Naturschutzvorhaben wie „Tiny
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Forests“ oder Insektenhotels umsetzen.
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● Wir geben Anreize für mehr Dach- und Fassadenbegrünung, grüne Vorgärten sowie
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öffentliches Grün und Straßenbegleitgrün. Damit leisten wir einen Beitrag, die
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Aufheizung der Städte zu verringern und bieten Flora und Fauna ausreichenden
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Lebensraum.
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Für gesunde und klimastabile Wälder
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Gesunde Wälder sind uns ein Herzensanliegen. Sie übernehmen eine wichtige Rolle in
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unserem Ökosystem. Nachhaltig bewirtschaftet zeichnen sie sich durch eine vielfältige Flora
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und Fauna aus und binden in großem Maße CO2. Gleichzeitig sind sie wichtiger Holzlieferant
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für die holzverarbeitende Industrie mit ihren vielen tausend Arbeitsplätzen. Von Bäumen, die
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heute gepflanzt werden, profitieren unsere Kinder und Enkelkinder. Wir benötigen
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klimastabilere Wälder.
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● Wir werden als neues Förderinstrument eine Baumprämie für Waldbauern einführen,
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die sich nach der CO2-Leistung je Hektar Wald richtet.
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● Grüne Infrastruktur fördert die Artenvielfalt, kühlt und reinigt die Luft gerade in
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städtischen Räumen und entlastet die Kanalisation bei Starkregen. Daher werden wir
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nach dem Vorbild der sehr erfolgreichen Heimat-Schecks ein Baum-Scheck-Programm
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mit einem Volumen von 50 Millionen Euro schaffen. Damit sollen mehr als eine Million
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Bäume in den Städten und Gemeinden neu gepflanzt werden.
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● In unserem dicht besiedelten Bundesland sind Alleen besonders wertvolle grüne
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Adern. Wir werden vorhandene schützen, ältere instandsetzen und den Bestand
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ausbauen.
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● Für mehr klimaresistente Wälder werden wir das Waldbau- und das
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Wiederaufforstungskonzept des Landes aktualisieren.
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● Wenn das Schadholz abtransportiert ist, wollen wir dafür sorgen, dass die Waldwege
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wieder in Stand gesetzt.
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49
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Vielfalt. Wir werden eine Strategie erarbeiten, um die von invasiven Arten
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ausgehenden Gefahren zu begrenzen.
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● Vor dem Hintergrund der schnell wachsenden Wolfspopulation tragen wir eine
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besondere Verantwortung, die Grundlagen für eine zukunftsfähige Weidetierhaltung
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zu sichern und gleichzeitig unseren Verpflichtungen aus der FFH-Richtlinie
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nachzukommen. Wir wollen deshalb in Deutschland – wie in anderen Ländern schon
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geschehen – ein aktives Wolfsmanagement ermöglichen, das die Zukunft der
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Weidetierhaltung und zugleich die Akzeptanz für die Wiederkehr des Wolfes auch in
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Nordrhein-Westfalen sichert. Wir setzen uns dafür ein, den Schutzstatuts des Wolfes
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mit Blick auf seine tatsächliche Verbreitung zu verändern.
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Für einen schonenden Umgang mit der Umwelt
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Wir wollen das Bewusstsein für den Umweltschutz in unserem Alltag stärken. Umweltbildung
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trägt dazu bei.
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● Wir stärken die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und werden weiterhin die
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außerschulischen Lernorte und Umweltbildungseinrichtungen (BNE-Zentren)
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angemessen fördern.
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● Wir werden das Rohstoff-Recycling weiter unterstützen und bereits erfolgreiche
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Projekte fortführen. Ein effizienter und nachhaltiger Umgang mit vorhandenen
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Ressourcen muss Kern der Kreislaufwirtschaft sein.
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● Wir setzen uns für einen geregelten Rohstoffabbau ein. Denn Rohstoffe sind endlich.
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Daher wollen wir eine ganzheitliche Rohstoffstrategie umsetzen, die Mensch, Umwelt
|
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und Landwirtschaft schützt, Planungssicherheit für die Industrie herstellt,
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Flächenverbrauche reduziert und Alternativen fördert.
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● Wir wollen bestehende Rohstofflagerstätten maximal ausschöpfen, um weniger Fläche
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zu verbrauchen. Dafür werden wir das Abgrabungsmonitoring verbessern. Wir wollen
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vermeiden, dass einzelne Regionen übermäßig beansprucht werden. Daher wollen wir
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die Bedarfsermittlung speziell für die Rohstoffe Sand und Kies überdenken und auf
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wissenschaftlicher Basis neu festlegen.
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● Wir wollen den Ausbau innovativer Re- und Upcycling-Verfahren für
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Sekundärrohstoffe fördern. Wir werden prüfen, ob ihre Verwendung bei
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Vergabeverfahren einen Wertungsvorteil mit sich bringen sollte.
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Für Artenschutz in Verantwortung
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Wir verstehen Artenschutz und Biodiversität als Ergebnis unserer Verantwortung für eine
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intakte Umwelt. Wir wollen prüfen, ob ein so verstandener Artenschutz der Befriedigung von
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Konflikten dienen und als verbindliches Landesziel verankert werden kann.
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Für starke Partner beim Naturschutz
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Wir schätzen das hohe Engagement unserer Jägerschaft für ihre Hege- und Pflegeleistungen
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und sehen Jägerinnen und Jäger als wichtige Partner des Naturschutzes.
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50
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wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhend weiterentwickelt wurde. Die Jägerschaft hat
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Planungssicherheit und wird nicht mehr gegängelt. Unser Ziel ist die weitere Stärkung der
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Eigenverantwortung der Jägerinnen und Jäger sowie weniger Bürokratie.
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● Nur gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern werden wir eine erfolgreiche
|
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Wiederbewaldung der Kalamitätsflächen erreichen. Hierbei folgen wir dem Grundsatz
|
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von Wald und Wild.
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● Wir begrüßen den qualitativ hochwertigen Umweltbildungsauftrag, den die
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Jägerschaft wahrnimmt. Hier sehen wir einen wichtigen Beitrag um die
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gesellschaftliche Debatte um die Jagd in Nordrhein-Westfalen weiter zu versachlichen.
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● Bei der Bekämpfung der vorrückenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) brauchen wir
|
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die Erfahrung der Jägerinnen und Jäger und angepasste Schwarzwildbestände.
|
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● Wir werden landeseinheitliche und unbürokratische Wege entwickeln, die
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Jagdscheinerteilung zu vereinfachen. Hierbei wird die Digitalisierung ein wichtiger
|
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Baustein sein, bei dem wir auf Barrierefreiheit achten werden.
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||
Neben der Jagd gehört die Fischerei ebenfalls zu Nordrhein-Westfalen. Beide stehen für eine
|
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Förderung der heimischen Artenvielfalt.
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● Wir werden die Kormoranverordnung evaluieren und wenn nötig weiter
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konkretisieren.
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● Eine nachhaltige und umweltverträgliche Erzeugung mit hohen Tierwohlstandards
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sehen wir als ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Aquakultur.
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5. Landwirtschaft
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Die Land- und Forstwirtschaft versorgt die Menschen mit gesunden, qualitativ hochwertigen
|
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und bezahlbaren Lebensmitteln. Regionale Produktion verkürzt Transportwege und leistet
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damit einen Beitrag zum Klimaschutz. Die Landwirtschaft pflegt und schützt zudem die Natur
|
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und bewahrt die historisch gewachsene Kulturlandschaft unseres Landes. Sie leistet einen
|
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erheblichen Beitrag zur alternativen Energiegewinnung. All diese Leistungen sind
|
||
unverzichtbar und müssen sich lohnen.
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Die Landwirtschaft befindet sich mitten in einem Transformationsprozess. Wir geben den
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Landwirtinnen und Landwirten in diesem Planungs- und Investitionssicherheit. Strukturbrüche
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wollen wir vermeiden.
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Das haben wir erreicht
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● Wir haben die Düngeverordnung praxisnah und wissenschaftlich basiert umgesetzt.
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● Wir haben die Nutztierhaltung der Zukunft auf den Weg gebracht, den Tierschutz
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gestärkt und das Tierwohl verbessert.
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● Wir haben neue Züchtungsmethoden in den Fokus gerückt und den Weg für umwelt-
|
||
und ressourcenschonenderes Precision Farming frei gemacht.
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● Die landwirtschaftlichen Betriebe profitieren von Agrarumweltmaßnahmen.
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51
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● Wir haben die Gründung einer gemeinnützigen Landgesellschaft beschlossen. Sie soll
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mit einem Vorkaufsrecht die Position der Landwirtinnen und Landwirte auf dem
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Bodenmarkt stärken und so Nutzungskonflikte im ländlichen Raum entschärfen.
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Machen, worauf es ankommt
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● Nachhaltige Zukunft für eine ernährungssichernde Landwirtschaft in Nordrhein-
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Westfalen
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● Wandel mit den Landwirtinnen und Landwirten gestalten, Planungs- und
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Investitionssicherheit schaffen
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● Qualitativ hochwertige und bezahlbare Lebensmittel regional in Nordrhein-Westfalen
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mit hohen Tier- und Umweltschutzvorgaben produzieren
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● Europäische Wettbewerbsverzerrung verhindern
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● Mit Naturschutzleistungen Geld verdienen können
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● Flächenverbrauch weiter reduzieren
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Für eine innovative und wettbewerbsfähige Landwirtschaft
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Landwirtinnen und Landwirte brauchen ein angemessenes Einkommen, damit sich
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Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen weiterhin lohnt. Dafür brauchen wir einen fairen
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Wettbewerb und eine funktionierende europäische Agrarpolitik (GAP). Um eine
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Wettbewerbsverzerrung innerhalb der EU zu verhindern, ist eine 1:1-Umsetzung der
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Vorgaben der GAP notwendig.
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Wir fördern die Landwirtschaft als modernen Wirtschaftszweig mit Fokus auf Klimaschutz und
|
||
setzen weiterhin auf Begleitung, Kooperation und Unterstützung.
|
||
● Wir wollen die doppelte Grunderwerbssteuer beim Flächenkauf für Landwirte
|
||
abschaffen.
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||
● Wir werden die Antrags- und Dokumentationslasten für Landwirte weiter reduzieren.
|
||
● Zusätzliche Ökosystemleistungen, die gesellschaftlich gefordert werden, müssen
|
||
angemessen finanziell ausgeglichen werden.
|
||
● Es darf keinen Eingriff ohne Ausgleich geben. Deshalb fordern wir vom Bund die bereits
|
||
zugesagten Mittel für den Erschwernisausgleich für Landwirtschaft im
|
||
Naturschutzgebiet ein.
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● Humus speichert CO2. Daher wollen wir praxistaugliche und nachprüfbare Verfahren
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||
der CO2-Bindung und des Carbon Farming entwickeln und entsprechende
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Fördermöglichkeiten schaffen.
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● Wir setzen auf Kooperation und Anreize für freiwillige Leistungen im Bereich der
|
||
Agrarumweltmaßnahmen. Diese müssen in der neuen Förderperiode der
|
||
gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden.
|
||
● Wir setzen uns dafür ein, dass die Zahlungen aus der ersten Säule weiterhin
|
||
einkommensstützende Grundprämien enthalten.
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52
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Landwirtschaft nutzen. Neue Züchtungsmethoden können Pflanzen
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widerstandsfähiger machen und sind so ein Beitrag für mehr Umwelt- und mehr
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Klimaschutz. Zudem sind sie ein Beitrag zur Ernährungssicherung und Biodiversität.
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● Wir stärken Landwirtinnen und Landwirte als moderne Unternehmerinnen und
|
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Unternehmer dabei, neue Geschäftsfelder zu erschließen und Synergien zu nutzen.
|
||
● Wir sorgen für den schnellen flächendeckenden Breitbandausbau mit Kapazitäten von
|
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4G und höher.
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Für eine Reduzierung des Flächenverbrauchs
|
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Wir setzen uns für minimalen Flächenverbrauch ein. Notwendige Ausgleichsmaßnahmen
|
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sollten nicht zu einem weiteren Verlust hochwertiger landwirtschaftlicher Flächen führen.
|
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● Wir wollen den Flächenverbrauch weiter reduzieren.
|
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● Im Zuge der naturschutzfachlichen Kompensation für neue Baumaßnahmen wollen wir
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der Entsiegelung bebauter Flächen die höchste ökologische Wertigkeit verleihen.
|
||
Dafür werden wir den Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV)
|
||
weiter angemessen ausstatten.
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● Wir wollen produktionsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen stärken. Unser Ziel bleibt
|
||
eine Bundesregelung, wonach die Kompensation über Ersatzgeldzahlungen und
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||
Ökokonten statt über Ausgleichsflächen bevorzugt wird. Der Vertragsnaturschutz
|
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sollte zu einem klugen Werkzeug in Sachen Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die
|
||
Landwirte werden.
|
||
|
||
Für mehr Tierwohl
|
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Tierwohl muss im Fokus von Tierhaltung stehen. Wir werden diesen Prozess weiter
|
||
beschleunigen und dabei die Folgen für die landwirtschaftlichen Betriebe beachten.
|
||
● Mehr Tierwohl führt zu höheren Kosten. Die Mehrkosten müssen für die Erzeuger
|
||
durch eine Kombination aus staatlich abgesicherter Investitionsförderung und einem
|
||
Ausgleich für die Erzeugung mit höheren Tierwohlstandards abgegolten werden. Und:
|
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Die Mehrkosten sollen moderat auf die Verbraucherpreise umgelegt werden.
|
||
● Um Planungsprozesse für mehr Tierwohl zu beschleunigen, werden wir die Regelungen
|
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im Umwelt-, Immissions-, Bau- und Planungsrecht anpassen und aufeinander
|
||
abstimmen.
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||
● Für Transparenz und Nachvollziehbarkeit in der gesamten Herstellungskette setzen wir
|
||
uns für eine verbindliche und aussagekräftige europaweite Herkunfts- und
|
||
Haltungskennzeichnung ein. Vermarktungsanreize sollen dadurch unterstützt werden.
|
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53
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Unser Leitbild beim Verbraucherschutz sind verantwortlich handelnde und mündige
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Verbraucherinnen und Verbraucher. Entscheidend sind Transparenz und die Verfügbarkeit
|
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von Informationen.
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Das haben wir erreicht
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● Wir haben den Verbraucherschutz finanziell besser ausgestattet.
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● Mit der Flugärger-App, die schnelle, einfache und digitale Hilfe rund um die
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Verbraucherrechte bei Flugausfall und -verspätungen leistet, haben wir bundesweit
|
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eine Vorreiterrolle eingenommen.
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● Wir haben der Schlichtungsstelle Nahverkehr mehr Planungssicherheit gegeben.
|
||
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Machen, worauf es ankommt
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● Flächendeckende Beratungsstellen und -angebote schaffen
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● Volle Transparenz bei der Herstellung von Lebensmitteln innerhalb der gesamten
|
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Produktionskette
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Für aufgeklärte Verbraucherinnen und Verbraucher
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● Wir werden die Verbraucherzentralen weiterhin unterstützen. Wir werden Lücken im
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Beratungsstellennetz schließen und in jedem Kreis und jeder kreisfreien Stadt ein
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entsprechendes Angebot finanzieren. Ein Schwerpunkt soll dabei auf dem Ausbau der
|
||
digitalen Beratung liegen, die bisherige Angebote ergänzen kann.
|
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● Wir werden die bestehenden Angebote der Energieberatung der
|
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Verbraucherzentralen ausbauen.
|
||
● Wir wollen die Verbraucherinnen und Verbraucher für Gefahren wie „Fake Shops“ und
|
||
Produktfälschungen sensibilisieren. Dies gilt gleichermaßen für die Datensicherheit.
|
||
● Das existierende Bildungsangebot „SmartSurfer“ macht die Generation Ü50 fit für die
|
||
digitale Verbraucherwelt. Dies werden wir forcieren.
|
||
● Immer mehr elektronische (Kinder-) Spielzeuge sind mit dem Internet verbunden und
|
||
können so sensible Daten direkt aus den Kinderzimmern übertragen. Wir setzen uns
|
||
auf Bundesebene dafür ein, dass diese Produkte so programmiert werden, dass eine
|
||
Verknüpfung/Übertragung nur nach ausdrücklicher Zustimmung der
|
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Erziehungsberechtigten möglich ist.
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● Wir wollen volle Transparenz in der Lebensmittelproduktion. Verbraucherinnen und
|
||
Verbraucher sollen alle entsprechenden Informationen der gesamten
|
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Produktionskette bei verarbeiteten Produkten erhalten, bspw. über einen QR-Code.
|
||
● Wir setzen uns für die weitere Aufklärung ein, dass Nahrungsmittel, solange sie
|
||
erkennbar nicht verdorben sind, über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus sicher
|
||
verzehrt werden können.
|
||
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54
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wir die Zusammenlegung der fünf Lebensmittelüberwachungsämter. Damit wollen wir
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unter Beibehaltung der Standorte Synergieeffekte nutzen und die Effizienz erhöhen.
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7. Finanzen
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Wir stehen für eine solide Finanzpolitik. Sie ermöglicht Gestaltungsspielräume. Dies ist
|
||
verantwortlich gegenüber den nachfolgenden Generationen. Wir machen unser Land
|
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finanziell fit für die Zukunft.
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Unsere Haushaltspolitik ist ein Dreiklang von Solidität, Stabilität und Gestaltungswillen – und
|
||
gleichzeitig halten wir die Schuldenbremse ein. Seit 2017 haben wir massiv in die Zukunft
|
||
unseres Landes und der Menschen investiert: in Sicherheit, in Bildung, in Familien, in
|
||
Gesundheit, in Sport, in Digitalisierung, in Kultur, in Klimaschutz, in Infrastruktur und viele
|
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weitere Bereiche mehr.
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||
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Das haben wir erreicht
|
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● Wir haben die Versäumnisse der Vorgängerregierung korrigiert. Mit dem Haushalt
|
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2018 haben wir erstmals seit 1973 einen Haushalt vorgelegt, der bereits im Entwurf
|
||
keine neuen Schulden vorsah. Wir haben sogar Schulden getilgt und zusätzlich rund 6
|
||
Milliarden Euro für die Risikovorsorge bereitstellen können. Jeder von uns vorgelegte
|
||
Kernhaushalt ist schuldenfrei. Nordrhein-Westfalen ist erstmals seit 2004 in seiner
|
||
Bonität heraufgestuft worden.
|
||
● Das Land tätigt im Jahr 2022 mit rund zehn Milliarden Euro die höchsten Investitionen,
|
||
die ein nordrhein-westfälischer Haushalt je verzeichnet hat. In den Jahren 2018 bis
|
||
2022 haben wir rund 45 Milliarden Euro investiert, das sind 58 Prozent mehr
|
||
Investitionen als unter der Vorgängerregierung.
|
||
● Wir haben die Terrorismusfinanzierung, organisierte Kriminalität und Geldwäsche
|
||
effektiv mit einer neuen Task Force bekämpft. Staatsanwaltschaften, Steuerfahndung,
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Polizei und IT-Spezialisten arbeiten in einem Team zusammen. Das ist einzigartig in
|
||
Deutschland.
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Machen, worauf es ankommt
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● Zukunftsinvestitionen
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● Handlungsfähiger Staat – auch in Krisen
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● Solide und nachhaltige Finanzen mit der schwarzen Null
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● Generationengerechtigkeit
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● Starke Regionalbanken als Partner
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● Bekämpfung der Geldwäsche
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Solide Finanzen sind die beste Grundlage für gute Politik. Daher bekennen wir uns klar zur
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Schuldenbremse. Haushalte dürfen nicht auf Kante genäht sein, sie brauchen Maß und Mitte.
|
||
Wir werden weiterhin in finanziell guten Zeiten Vorsorge für schlechte Zeiten treffen. Je
|
||
niedriger die Schulden sind, desto niedriger sind die Zinsbelastungen und umso größer die
|
||
Gestaltungsspielräume für nachfolgende Generationen.
|
||
In der Krise muss Nordrhein-Westfalen schnell handlungsfähig sein und ausreichend Geld zur
|
||
Verfügung haben, um die Wirtschaft zu stärken und Arbeitsplätze zu erhalten.
|
||
Wichtig ist nach der Krise die Rückkehr zur haushaltspolitischen Normalität. Daher werden wir
|
||
die Verbindlichkeiten des Corona-Rettungsschirms konjunkturgerecht tilgen – dies gilt für
|
||
unsere Schuldenlast insgesamt.
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Für solide Regionalbanken
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Der Erfolg unserer mittelständischen Wirtschaft hängt von soliden
|
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Finanzierungsmöglichkeiten ab. Die Regionalbanken haben insbesondere in der Corona-Krise
|
||
kundennahe Betreuung der Betriebe gewährleistet. Dies hat Liquiditätsengpässe vermieden.
|
||
● Wir setzen uns für den Fortbestand der öffentlich-rechtlichen Banken und Sparkassen
|
||
sowie der Genossenschaftsbanken ein. Die immer mehr zunehmende
|
||
Regulierungsdichte auf dem europäischen Bankenmarkt wird der kleingliedrigen
|
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Bankenlandschaft in Deutschland nicht gerecht. Daher wollen wir die
|
||
Regulierungsdichte nach Größenklassen staffeln.
|
||
● Wir wollen die Sicherungssysteme sachgerecht dimensionieren. Soweit
|
||
Organisationen wie Sparkassen- und Genossenschaftsverbände eigene
|
||
Sicherungssysteme vorsehen, dürfen diese nicht noch durch zusätzliche nationale oder
|
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europäische Sicherungssysteme belastet werden.
|
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||
III. SOLIDARISCHES NORDRHEIN-WESTFALEN
|
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1. Familien, Kinder, Jugendliche und Vielfalt
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Familie schafft ein Band der Solidarität, das Menschen verbindet und Generationen vereint.
|
||
Sie schafft ein Band des Füreinanders und einen Bund des Miteinanders. Sie sind
|
||
Voraussetzungen für das Funktionieren unserer Gesellschaft. Dabei müssen wir auch das
|
||
Thema Einsamkeit in den Blick nehmen.
|
||
Familie ist da, wo Menschen dauerhaft füreinander Verantwortung übernehmen.
|
||
In erster Linie sind die Eltern für die Erziehung und das Wohlergehen ihrer Kinder
|
||
verantwortlich. Wir wollen sie dabei unterstützen.
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56
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--- PAGE 57 ---
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||
● Das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz) überwindet mit 1,3 Milliarden Euro pro Jahr
|
||
zusätzlich die strukturelle Unterfinanzierung im System der Kindertagesbetreuung in
|
||
Nordrhein-Westfalen. Die Kindertagespflege erfährt mit dem neuen KiBiz ebenfalls
|
||
eine deutlich verbesserte Förderung und mehr Wertschätzung.
|
||
● Wir haben die Elternbeiträge auch für das zweite Kita-Jahr vor der Schule abgeschafft.
|
||
● Wir haben die Zahl der Kinderbetreuungsplätze von 2017 bis 2021 im U3-Bereich um
|
||
über 31.500 auf rund 211.000 gesteigert und im Ü3-Bereich um fast 51.000 auf rund
|
||
530.000. Damit haben wir in kurzer Zeit über 82.000 neue Kitaplätze insgesamt
|
||
geschaffen.
|
||
● Wir haben eine Kita-Platz-Ausbaugarantie gegeben.
|
||
● Wir haben über 25.000 Ausbildungsplätze für Erzieherinnen und Erzieher neu
|
||
eingerichtet.
|
||
● Alltagshelferinnen und Alltagshelfer unterstützen in den Kitas.
|
||
● Wir haben die Mittel für frühkindliche Bildung auf fast 4,3 Milliarden Euro aufgestockt.
|
||
● Wir haben den Kinder- und Jugendförderplan finanziell auf Rekordniveau erhöht und
|
||
nachhaltig dynamisiert.
|
||
● Wir haben die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert, z. B. durch bessere
|
||
Betreuungsangebote in den Randzeiten.
|
||
● Wir haben die Partizipation und Mitbestimmung der jungen Generation
|
||
vorangebracht.
|
||
● Wir haben die Anzahl von Familienzentren ausgebaut und familienunterstützende
|
||
Angebote zum Beispiel im Bereich der Familienbildung gestärkt.
|
||
● Mit unserem Programm der Familienerholung geben wir besonders belasteten
|
||
Familien die Chance auf eine Auszeit.
|
||
● Wir haben die Förderung von Kinderwunsch-Behandlungen weiterhin finanziert.
|
||
● In der Corona-Krise haben wir Elternbeiträge für Kindertagesbetreuung und OGS
|
||
übernommen.
|
||
● Keine Landesregierung zuvor hat mehr für den Schutz und die Unterstützung von
|
||
queerem Leben im Nordrhein-Westfalen getan, z. B. durch einen inhaltlich
|
||
weiterentwickelten Landesaktionsplan, unsere Agenda zum Schutz intergeschlechtlich
|
||
geborener Kinder, die Unterstützung von Regenbogen-Familien, Angebote für
|
||
LSBTIQ*-Jugendliche, die Aufarbeitung des Unrechts nach §175 StBG-alt und
|
||
verstärkte gesellschaftliche Aufklärung sowie Toleranzarbeit.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Im Familienland gilt: Familie geht vor
|
||
● Familien entlasten
|
||
● Kinderarmut bekämpfen
|
||
57
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|
||
● Offene Kinder- und Jugendarbeit stärken
|
||
● Jugendbeteiligung voranbringen
|
||
● Vielfalt schützen und unterstützen
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||
● Engagement gegen Einsamkeit ausbauen
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Für zufriedene Familien und glückliche Kinder
|
||
Nordrhein-Westfalen soll das familien- und kinderfreundlichste Bundesland werden.
|
||
● Wir werden einen „Aktionsplan Familienförderung Nordrhein-Westfalen“ aufstellen,
|
||
um die Gründung von Familien durch gute Rahmenbedingungen zu erleichtern. Paare
|
||
werden wir weiterhin bei der Realisierung ihres Kinderwunsches unterstützten.
|
||
● Wir wollen gemeinsam mit den Kommunen ein Sonderprogramm zur Sanierung und
|
||
Instandsetzung von Spiel- und Bolzplätzen auflegen.
|
||
● Den internationalen Familientag werden wir in künftig in Nordrhein-Westfalen mit
|
||
landesweiten Veranstaltungen begehen.
|
||
● Unsere Familienzentren sind für viele Familien erste Anlaufstelle. Wir werden unseren
|
||
Kurs des Ausbaus, der finanziellen Stärkung und der Vernetzung mit den Angeboten
|
||
der Familienförderung fortsetzen. Ein wichtiger Bestandteil wird dabei die Etablierung
|
||
des digitalen Familienzentrums NRW sein.
|
||
● Die Struktur der verbandlichen Förderung von Familienverbänden auf Landesebene
|
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sowie die Ombudschaft Jugendhilfe NRW werden wir evaluieren und
|
||
weiterentwickeln.
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● Wir werden ein Institut für Familienforschung in Nordrhein-Westfalen gründen. So
|
||
wollen wir Familienpolitik auf der Grundlage langfristiger, datenbasierter
|
||
Betrachtungen auch wissenschaftlich weiterentwickeln.
|
||
● Wir werden unsere Förderung von Familienerholungsangeboten verstetigen.
|
||
● Kinderreichtum darf kein Armutsrisiko sein. Wir werden eine Familienkarte NRW für
|
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Mehrkindfamilie schaffen, um ihnen Teilhabe an Angeboten wie Museen, Zoos etc. zu
|
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erleichtern.
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Kinder sind arm, wenn ihre Eltern ohne Arbeit sind. Wenn Eltern arbeiten und einem
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geregelten Tagesablauf nachgehen, ist das im Sinne des Kindeswohls.
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● Wir werden eine Agenda „Kein Kind in Armut – Für Eltern in Arbeit“ auf den Weg
|
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bringen. Wir wollen Eltern ohne Arbeit gezielt ansprechen, fördern und die dafür
|
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notwendigen Netzwerke etablieren. Unser Ziel ist es, den Einstieg in Arbeit zu
|
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erleichtern, Chancen zu eröffnen und sozialen Aufstieg zu ermöglichen. Die
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Bedürfnisse alleinerziehender Eltern und die von Kindern mit Behinderung werden wir
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in diesem Zusammenhang besonders beachten.
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58
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weiterentwickeln. Dabei bauen wir auf unseren Programmen „Zusammen im
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Quartier“, „Kein Kind ohne Mahlzeit“, „Kinderstark“ und „Kommunale
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Präventionsketten“ auf.
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Wir bekennen uns zur Schwangerschaftskonfliktberatung in Nordrhein-Westfalen. Frauen
|
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brauchen in dieser schwierigen Situation keine Vorwürfe, sondern konkrete Unterstützung.
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Das ist auch im Interesse des werdenden Lebens.
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● Wir wollen Schwangeren Perspektiven für ein Leben mit Kind aufzuzeigen. Dazu wollen
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wir die strukturellen Voraussetzungen schaffen und Angebote noch transparenter und
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niederschwelliger gestalten.
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Für gute Betreuung
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Frühkindliche Bildung schafft wichtige Voraussetzungen für Chancengleichheit, eine
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erfolgreiche Bildungsbiografie und ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung. Dies gilt
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insbesondere für die drei Kita-Jahre vor der Einschulung.
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● Wir werden auch das dritte Kindergartenjahr vor der Schule für die Eltern beitragsfrei
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machen und damit komplette Beitragsfreiheit im Bereich Ü3 herstellen. Das ist eine
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Entlastung, die die Eltern direkt im Portemonnaie spüren.
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● Wir werden unsere Kita-Platz-Ausbaugarantie fortsetzen.
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● Wir werden ein System für Fachkräftemanagement und -gewinnung etablieren.
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● Wir werden ein strukturelles Alltagshelferprogramm prüfen. Die Angebote der
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Weiterqualifizierung für Alltagshelfer werden wir verstetigen.
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● Wir werden eingruppige Kitas weiter fördern und den Bestandsschutz erweitern.
|
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● Wir werden die Waldkindergärten stärken.
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● Wir werden die „MINT“-Förderung in Kitas forcieren.
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● Wir wollen die Ausstattung mit digitalen Endgeräten im Vorschulbereich verbessern.
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● Wir wollen die pädagogischen Fachkräfte von administrativer Arbeit befreien und in
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Abstimmung mit Trägern und Gewerkschaften ein effizientes
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Verwaltungsmanagement fördern.
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● Die Mittel aus dem sogenannten „Gute-Kita-Gesetz“ müssen den Ländern dauerhaft
|
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zur Verfügung stehen. Dafür werden wir uns beim Bund mit Nachdruck einsetzen.
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● Um Eltern mehr Planungssicherheit zu geben und die unterjährige Buchung eines Kita-
|
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Platzes zu vereinfachen, werden wir ein digitales Kita- und
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Tagespflegeplatzmanagement auf den Weg bringen. Die notwendigen
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Voraussetzungen werden wir in Abstimmung mit den Kommunen schaffen.
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59
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Der Kinder- und Jugendförderplan des Landes (KJFP) trägt dazu bei, dass alle Kinder und
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Jugendlichen gleiche Chancen erhalten.
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● Wir werden den Kinder- und Jugendförderplan (KJFP) des Landes Nordrhein-Westfalen
|
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weiter stärken.
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● Die neu geschaffene Dynamisierung werden wir fortsetzen.
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● Wir werden neue inhaltliche Schwerpunkte im KJFP etablieren. Wir werden einen
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neuen Förderbereich zur Stärkung von Inklusion und junger Menschen mit
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Behinderung schaffen.
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● Wir werden den Schwerpunkt „Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ in
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den neuen KJFP integrieren. In diesem Zusammenhang soll geprüft werden, wie
|
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Angebote für Mentoring sinnvoll unterstützt werden können. Hierbei soll auch das
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Thema mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ein Schwerpunkt sein.
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● Wir werden eine Sonderförderung „Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche“
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auflegen, um jungen Menschen, die während der Corona-Pandemie auf zahlreiche
|
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soziale Kontakte verzichten mussten, Freiräume für Gemeinschaftserlebnisse zu
|
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ermöglichen. Gleichzeitig wollen wir ein Sonderprogramm zur Ertüchtigung von
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Kinder- und Jugendhäusern auflegen.
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● Wir werden einen differenzierten Aktionsplan „Jugendbeteiligung in Nordrhein-
|
||
Westfalen“ erarbeiten und umsetzen. Er wird Kriterien für angemessene
|
||
Jugendbeteiligung sowie die strukturelle Berücksichtigung von Interessen der jungen
|
||
Generation enthalten und definieren, wie diese in den Kommunen und auf
|
||
Landesebene umgesetzt werden können.
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Für Vielfalt
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Vielfalt und Zusammenhalt machen unsere Gesellschaft stärker und menschlicher. Hassgewalt
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gegen unterschiedliche Lebensentwürfe lehnen wir ab. Jeder muss unabhängig seiner
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sexuellen Identität frei und ohne Angst leben können.
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Die Vielfalt der Schöpfung wird von manchen noch immer und immer wieder abschätzig
|
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behandelt und angegriffen. Wir unterstützen die unterschiedliche Lebenswirklichkeit in
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unserem Land und fördern die LSBTIQ*-Strukturen und -Projekten im ganzen Land.
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● Wir werden die Unterstützungsangebote für LSBTIQ* fortsetzen.
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● Für ein Leben in Freiheit und Würde, ohne Diskriminierung oder sogar staatliche
|
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Verfolgung, sind ganze Generationen mutiger Menschen auf die Straße gegangen.
|
||
Deshalb wollen wir prüfen, nicht kommerzielle, kleine CSDs zu unterstützen.
|
||
● Wir engagieren uns weiterhin gegen Diskriminierung und für Vielfalt und
|
||
Zusammenhalt. Dazu wollen wir die Antidiskriminierungsarbeit in der
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||
Landesverwaltung sowie im öffentlichen Dienst voranbringen.
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60
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Unsere Gesellschaft ist eine, in der Menschen gleich welchen Geschlechts die gleichen
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Chancen haben – überall und zu jeder Zeit. Jeder Mensch bringt Stärken mit – Stärken, die wir
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||
für ein starkes Nordrhein-Westfalen benötigen.
|
||
Unser Land muss ein Ort sein, an dem Mädchen und Frauen die besten Chancen auf eine
|
||
verlässliche Bildung und einen sicheren Arbeitsplatz mit fairen Löhnen haben und an dem sie
|
||
immer sicher und geschützt sind. Die weitere Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und
|
||
Familie und der Vereinbarkeit von Beruf, Pflege und Familie ist ein wichtiger Baustein für die
|
||
Gleichberechtigung der Geschlechter. Damit schaffen wir die Rahmenbedingungen für echte
|
||
Wahlfreiheit.
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Das haben wir erreicht
|
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● Wir haben 2021 erstmalig in Nordrhein-Westfalen einen umfassenden „Atlas zur
|
||
Gleichstellung von Frauen und Männern in Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht, um
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||
wichtige Impulse zur Verbesserung der Gleichstellung von Frauen und Männern zu
|
||
geben und neue Entwicklungen anzustoßen.
|
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● Wir haben das Projekt „Competentia Nordrhein-Westfalen“ mit rund fünf Millionen
|
||
Euro gefördert, um die Chancengleichheit von Frauen und Männern zu stärken und die
|
||
Erwerbstätigkeit von Frauen zu erleichtern.
|
||
● Wir haben in fünf Modellkommunen die „Girls´ and Boys´ Academies“ auf den Weg
|
||
gebracht, um Mädchen und Jungen neue Einblicke in geschlechteruntypische Berufe
|
||
zu ermöglichen und damit Rollenklischees abzubauen.
|
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● Erstmals seit 2010 haben wir zusätzliche Plätze in Frauenhäusern gefördert. Wir haben
|
||
die Anzahl der Akutschutzplätze für von Gewalt betroffene Frauen von 571 auf fast 650
|
||
gesteigert. Lücken in der Gewaltschutzinfrastruktur haben wir geschlossen.
|
||
● Neben der Stärkung der Unterstützungsinfrastruktur für von Gewalt betroffene Frauen
|
||
haben wir erstmals in Nordrhein-Westfalen eine für von Gewalt betroffene Männer
|
||
aufgebaut.
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Machen, worauf es ankommt
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● Gleiche Chancen ermöglichen
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● Berufsbilder von Klischees befreien
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● Frauen auf ihrem wissenschaftlichen Karriereweg stärken
|
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● Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männern sichern
|
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● Mehr Frauen in politischer Verantwortung
|
||
● Null Toleranz bei jeder Gewalt gegen Mädchen und Frauen
|
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||
Für echte Vereinbarkeit und Chancengerechtigkeit
|
||
Das Wissen und das Können von Frauen in der Arbeitswelt sind unverzichtbar.
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61
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|
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Angehörigen wirken sich oft negativ auf die Berufsbiografien aus.
|
||
● Wir schaffen eine gute frühkindliche Bildung mit ausreichend Plätzen und flexiblen
|
||
Betreuungszeiten. Nur so ist echte Vereinbarkeit möglich.
|
||
● Bereits in den Kindertageseinrichtungen wollen wir dazu beitragen, dass
|
||
Geschlechterklischees überwunden werden.
|
||
● Wir wollen Arbeitgeber dabei unterstützen, das Fachkräftepotenzial insbesondere von
|
||
Frauen zu heben. Sie müssen genauso wie Männer die Chance haben, nach der
|
||
Familiengründungszeit wieder voll im Beruf durchstarten zu können. Wir wollen die
|
||
Arbeitgeber dabei unterstützen, dies z. B. durch Online-Schulungsangebote zu
|
||
ermöglichen. Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass diese verstärkt über die
|
||
Arbeitsagenturen angeboten werden.
|
||
● Wer lange gepflegt hat, darf deswegen nicht in Altersarmut fallen. Wir werden uns
|
||
daher beim Bund dafür einsetzen, dass die häusliche Pflege stärker bei der Rente
|
||
berücksichtigt wird.
|
||
● Wir wollen Müttern ohne Ausbildung einen Abschluss und Zugänge zur Berufswelt
|
||
ermöglichen.
|
||
● Um Frauen und Männern in den Bereichen, in denen sie in der Landesverwaltung
|
||
unterrepräsentiert sind, Chancen zu eröffnen, werden wir eine Strategie zur
|
||
beruflichen Chancengerechtigkeit vorlegen. Dazu gehört auch die Einführung einer
|
||
Quote für die Besetzung von Vorstandsfunktionen in den landeseigenen Betrieben.
|
||
● Wir werden das Landesgleichstellungsgesetz zielgerichtet weiterentwickeln.
|
||
● Die „Girls´ and Boys´ Academies“ werden wir zusammen mit der Wirtschaft weiter
|
||
ausbauen. Wir wollen mit der Berufsorientierung früher ansetzen und diese
|
||
passgenauer auf Schulen und Wirtschaft ausrichten.
|
||
● Wir wollen den Anteil von Gründerinnen in Nordrhein-Westfalen steigern.
|
||
● Gleichstellungspolitik ist eine gesellschaftliche Gemeinschaftsaufgabe und wirkt auf
|
||
alle politische Felder. Dabei liegt der Fokus besonders darauf, die Gleichstellungspolitik
|
||
zu einem Diversity Management weiterzuentwickeln.
|
||
● Wir werden die „Kompetenzzentren Frau und Beruf“ weiterentwickeln.
|
||
● Wir werden einen „Lohnatlas Nordrhein-Westfalen“ erstellen, der die Unterschiede in
|
||
den Branchen und Regionen beleuchten und zu mehr Transparenz beitragen soll.
|
||
● Die Mentorinnen-Programme werden wir fortführen und Mentorinnen-Programme
|
||
für Frauen mit Einwanderungsgeschichte ausbauen.
|
||
● Wir werden innovative Projekte zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit bei
|
||
Frauen auf den Weg bringen, um strukturelle Nachteile abzubauen und die Chancen
|
||
auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen.
|
||
● Wir werden mit der Wirtschaft ein Landesbündnis „Frauen in MINT-Berufen“ gründen,
|
||
welches zur Chancengerechtigkeit und Fachkräftesicherung beitragen soll.
|
||
Insbesondere gilt es, die Herausforderungen bei der digitalen Transformation in der
|
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62
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initiieren, um Frauen aus der Wirtschaft zu vernetzen.
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Für den Schutz vor Gewalt
|
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Gewaltschutz ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Gleichstellung der Geschlechter
|
||
und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Wer Gewalttätigkeit fürchten muss
|
||
oder wessen Leben von Gewalterfahrungen geprägt ist, dem ist ein freies und
|
||
selbstbestimmtes Leben nicht möglich.
|
||
● Wir bekennen uns zur Istanbul-Konvention und leben sie. Wir werden den Ausbau und
|
||
die Finanzierung der Unterstützungsinfrastruktur für von Gewalt Betroffene
|
||
sicherstellen.
|
||
● Wir gehen gegen jede Art von Gewalt vor. Für eine weitreichende und unterstützende
|
||
Frauen- sowie Anti-Gewalt-Politik ist der Opferschutz zentral. Wir werden das
|
||
Opferschutzportal des Landes Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen.
|
||
● Wir setzen uns für eine flächendeckende anonyme Spurensicherung bei Opfern von
|
||
Gewalt ein.
|
||
● Die „Anti-Gewalt-Wochen“, die wir eingeführt haben, werden wir weiter fortsetzen,
|
||
um die Gesellschaft für alle Formen von Gewalt zu sensibilisieren. „Hingucken statt
|
||
weggucken“ ist das zentrale Motto.
|
||
● Wir werden den „Nordrhein-Westfalen-Pakt“ gegen Gewalt mit den Verbänden und
|
||
Organisationen auf den Weg bringen. Neben einer krisenfesten und zukunftssicheren
|
||
Aufstellung der Unterstützungsinfrastrukturen wird er die „Anti-Gewalt-Arbeit“ zum
|
||
Schutz von Kindern über geschlechtsspezifische Gewalt bis hin zum Schutz vor Gewalt
|
||
in der Pflege aufnehmen.
|
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● Menschenhandel und Zwangsprostitution werden wir weiter konsequent bekämpfen.
|
||
● Präventive Täterarbeit trägt wesentlich zum Schutz von Frauen bei, die von häuslicher
|
||
Gewalt betroffen sind. Diese werden wir weiter stärken.
|
||
● Wir werden die von uns auf den Weg gebrachte „Dunkelfeld-Studie“ fortführen. Wir
|
||
wollen wissen, wo sich Menschen in Nordrhein-Westfalen unsicher fühlen oder wie sie
|
||
von Gewalt betroffen oder bedroht sind.
|
||
● Wir haben eine Unterstützungsinfrastruktur für von Gewalt betroffene Männer
|
||
aufgebaut. Diese werden wir weiter ausbauen, z. B. über Schutzwohnungen oder
|
||
Beratungsangebote. Das von uns mit initiierte „Männerhilfe-Telefon“ werden wir
|
||
stärken.
|
||
● Wir werden bei der von uns auf den Weg gebrachten „Anti-Gewalt-Woche“ einen
|
||
Schwerpunkt auf Gewalt gegen Männer legen.
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63
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Bildung bleibt der Schlüssel für Aufstieg. Für uns ist dabei die berufliche Bildung der
|
||
akademischen gleichwertig.
|
||
Wir wollen jedes Talent entdecken und fördern. Jede Schülerin und jeder Schüler ist
|
||
verschieden – in Begabungen, Interessen und Kompetenzen. Wir sind überzeugt, dass Schule
|
||
darauf so gut wie möglich reagieren muss. Dazu gehört, dass es in der Schulkarriere keine
|
||
Sackgassen geben darf. Die entscheidenden Stichworte sind Durchlässigkeit und die
|
||
Möglichkeit, Schulabschlüsse nachzuholen. Daher halten wir an dem gegliederten und
|
||
bewährten Schulsystem fest. Es sichert Wahlfreiheit und Schulvielfalt.
|
||
Verantwortlich für Bildung und Erziehung sind in erster Linie Eltern und
|
||
Erziehungsberechtigte. Die Bildungsreinrichtungen mit ihren engagierten und gut
|
||
ausgebildeten Lehrkräften und dem pädagogischen Fachpersonal unterstützen sie dabei nach
|
||
Kräften.
|
||
In der Schule werden die Grundlagen für die gesellschaftliche Teilhabe und die berufliche
|
||
Zukunft der Schülerinnen und Schüler vermittelt. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen wird
|
||
die Digitalisierung, von der Digitalkompetenz über Grundkenntnisse des Programmierens bis
|
||
zum fundierten Wissen über Informationstechnik, für die Zukunft immer wichtiger.
|
||
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Das haben wir erreicht
|
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● Für uns steht das Wohl jedes einzelnen Kindes mit seinen Begabungen, Fähigkeiten
|
||
und Bedürfnissen im Mittelpunkt. Daher haben wir die Abschaffung der Förderschulen
|
||
gestoppt und die Qualität der Bildung insgesamt verbessert. Bis zum Schuljahr 2024/25
|
||
wird es 6.000 Stellen mehr geben im Bereich des gemeinsamen Lernens in der
|
||
Sekundarstufe I als die Vorgängerregierung zur Verfügung gestellt hatte.
|
||
● Der Bildungsetat liegt auf Rekordniveau. 20,5 Milliarden Euro fließen mittlerweile
|
||
jedes Jahr in die Bildung – fast jeder vierte Euro, den das Land ausgibt.
|
||
● Die Lehrkräfte können sich auf das konzentrieren, wofür sie ausgebildet wurden: auf
|
||
guten Unterricht. Dafür haben wir die Lehrkräfte mit Schulverwaltungsassistentinnen
|
||
und -assistenten entlastet, Lehrpläne wurden zur Stärkung der Fachlichkeit
|
||
überarbeitet und die Finanzierung der Schulsozialarbeit wurde dauerhaft gesichert.
|
||
● Heute unterrichten rund 10.000 Lehrkräfte mehr an den Schulen als noch 2017. Hinzu
|
||
kommen rund 3.300 pädagogische Fachkräfte.
|
||
● Wir haben für die Lehrämter Grundschule und Sonderpädagogik insgesamt 1.450
|
||
zusätzliche Studienplätze im Jahr geschaffen.
|
||
● Auf besonders große soziale Herausforderungen haben wir mit insgesamt 60
|
||
Talentschulen reagiert.
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● Mit dem schulscharfen Sozialindex haben wir ein Werkzeug geschaffen, das eine
|
||
ressourcenorientierte Verteilung von Personal möglich macht.
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gesorgt. Damit stärken wir die Gymnasien und sorgen für Planungssicherheit bei
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Schülerinnen und Schülern und ihren Eltern.
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● Wir haben die Plätze in der offenen Ganztagesbetreuung auf über 362.000 erhöht.
|
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Damit wurde die Anzahl seit 2017 um insgesamt fast 55.000 erhöht. Insgesamt
|
||
investieren wir fast 190 Millionen Euro zusätzlich in den Offenen Ganztag, dies ist eine
|
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Erhöhung um rund 41 Prozent im Vergleich zur Vorgängerregierung.
|
||
● Wir haben eine Digitalisierungsoffensive für die Schulen gestartet.
|
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● Wir haben LOGINEO zum Laufen gebracht und den Schulen so eine kostenlose
|
||
Plattform für Datenaustausch, Chat- und Videokonferenzen zur Verfügung gestellt.
|
||
● Wir haben den Anschluss unserer Schulen an das schnelle Internet verfünffacht, auf
|
||
jetzt fast 75 Prozent, bei einem Viertel befindet sich der Anschluss bereits in Planung.
|
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● Besonders wichtig ist es uns, Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte mit digitalen
|
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Lehr- und Lernmitteln zu unterstützen. Rund 2 Milliarden Euro werden in Nordrhein-
|
||
Westfalen innerhalb von fünf Jahren bis 2025 in das Lehren und Lernen mit digitalen
|
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Medien investiert.
|
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● Wir unterstützen die Schulträger mit 105 Millionen Euro bei der Ausstattung der
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Lehrkräfte mit mobilen dienstlichen Endgeräten. Beschafft sind aktuell bereits knapp
|
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207.000 Endgeräte.
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● Mit dem DigitalPakt Schule investieren wir über eine Milliarde Euro in den Ausbau der
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||
IT-Infrastruktur an Schulen.
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● Wir haben bislang rund 700.000 bedürftige Schülerinnen und Schüler mit digitalen
|
||
Endgeräten ausgestattet.
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● Wir haben die Lehrerausbildung und -fortbildung an aktuelle und künftige
|
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Herausforderungen angepasst. Wir haben Lehramtsstudium und Referendariat stärker
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||
miteinander verzahnt. Es ist gerade für junge Lehrkräfte wichtig, bereits im Studium
|
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einen engen Austausch mit dem System Schule zu haben.
|
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● Wir haben den Schulleitungen deutlich mehr Entscheidungsfreiheiten gegeben, mit
|
||
mehr Budget- und Personalverantwortung und einer eigenen Profilentwicklung.
|
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● Wir fördern die kostenlose Verteilung von Obst und Gemüse an rund 225.000
|
||
Schulkinder und unterstützen ein kostengünstiges Milchangebot.
|
||
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||
Machen, worauf es ankommt
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● Jedes Kind mit seinen Talenten fördern
|
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● Erhalt der vielfältigen Schullandschaft, des gegliederten Schulsystems und der
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||
Förderschulen
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● Konzentration auf guten Unterricht
|
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● Potenziale der Digitalisierung ausschöpfen
|
||
● Für jedes Kind ein digitales Endgerät
|
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65
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● Attraktivität des Lehrerberufs steigern
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● Berufliche Bildung stärken
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● Azubi-Wohnheime einrichten
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||
● Schulfinanzierung in einer Hand
|
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Für die Vielfalt der Talente
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Eine vielfältige Schullandschaft – integrativ und gegliedert, ganztags und halbtags, öffentlich
|
||
und privat – sichert die Vielfalt der Talente. Der Bildungserfolg der Kinder und Jugendlichen
|
||
ist dabei Maßstab unseres Handelns. Wir wollen bereits heute die Schule von morgen denken
|
||
und so umsetzen, dass Zukunft Schule macht.
|
||
Schule ist mehr als Wissensvermittlung. Werte, Orientierung, Erziehung und solides Lernen
|
||
gehören ebenfalls zu ihren Aufgaben.
|
||
● Wir werden die frühkindliche Förderung zur Schulvorbereitung intensivieren. Bei den
|
||
Vorgaben zu den Mindestklassengrößen wollen wir die Gemeindegrößen
|
||
berücksichtigen. Unser Grundsatz bleibt: „Kurze Beine, kurze Wege“.
|
||
● Wir sind überzeugt, dass Kinder und Jugendliche mit Unterstützungsbedarf erfolgreich
|
||
inklusiv an den Regelschulen lernen können, wenn die entsprechenden
|
||
Rahmenbedingungen gegeben sind. Daher wollen wir, dass Lehrkräfte an Regelschulen
|
||
mehr Unterstützung für inklusiven Unterricht erhalten.
|
||
● Förderschulen und Inklusion sind keine Gegensätze. Sie sind ein unverzichtbarer Teil
|
||
eines inklusiven Schulsystems. Wir werden daher das bestehende, gut funktionierende
|
||
Förderschulsystem erhalten und bedarfsgerecht ausbauen.
|
||
● Wir werden Schulleitungspositionen attraktiver machen. Erreicht werden soll dies
|
||
durch Entlastung von Unterrichtsverpflichtungen und Unterstützung im Schulalltag
|
||
durch administratives Fachpersonal. Wir sind für mehr Managementqualitäten an der
|
||
Spitze, auch um Abläufe zu professionalisieren.
|
||
● Wir machen aus allen Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen
|
||
Talentschulen. Diese werden wir stärken, durch eine bessere Infrastruktur und mehr
|
||
Personal. Lehrkräfte an Talentschulen sollen für besondere Leistungen zusätzlich
|
||
honoriert werden.
|
||
● Die deutsche Sprache ist und bleibt der Schlüssel für Integration und eine erfolgreiche
|
||
Schulkarriere. Um die Sprachkompetenz zu stärken, wollen wir den
|
||
herkunftssprachlichen Unterricht in Schulen stärken.
|
||
|
||
Für guten Unterricht und gute Schulen
|
||
Guter Unterricht ist die Grundlage für gute Bildung. In der Corona-Pandemie hat sich gezeigt,
|
||
wie wichtig Präsenzunterricht, digitale Methoden und das Engagement der Lehrkräfte sind.
|
||
● Wir berücksichtigen die negativen Folgen der Corona-Pandemie und unterstützen alle
|
||
am Schulleben Beteiligten.
|
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66
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|
||
ersetzen. Digital alleine reicht nicht. Unser Ziel bleibt, dass alle Kinder am Ende ihrer
|
||
Grundschulzeit die Grundfähigkeiten Lesen, Schreiben und Rechnen beherrschen.
|
||
● Wir werden das Lernen mit digitalen Endgeräten im regulären Präsenzunterricht
|
||
weiter ausbauen und jedem Kind ein digitales Endgerät zur Verfügung stellen. Hier
|
||
kommt es vor allem auf die Fachdidaktiken an, denn nur ein gezieltes pädagogisches
|
||
und fachspezifisches Einsetzen erzielt den gewünschten Lernerfolg.
|
||
● Wir werden die Lehrpläne überarbeiten, damit digitale Kenntnisse immer mit
|
||
Medienkompetenz gekoppelt werden. Wir wollen die Lehrerinnen und Lehrer dazu
|
||
befähigen, die Potenziale der Digitalisierung im Unterricht voll auszuschöpfen.
|
||
● Wir wollen eine Digital-Pauschale einführen, damit Schulträger strukturell bei
|
||
Endgeräten, digitalen Schul-Infrastrukturen und deren Betrieb unterstützt werden.
|
||
● Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass nicht verausgabte Mittel des DigitalPakts
|
||
Schule 1 nicht zurückfließen, sondern mit einer Fristverlängerung durch die Länder
|
||
verausgabt werden können. Zudem werden wir die erforderlichen
|
||
Investitionssummen des DigitalPakts Schule 2 definieren.
|
||
● Lernplattformen und datenschutzkonforme Apps, die Lernfortschritte unterstützen,
|
||
wollen wir weiterentwickeln und die persönliche Begleitung durch Lehrkräfte
|
||
sicherstellen.
|
||
● Wir werden bestehende digitale Bildungsangebote in einer Bildungscloud.NRW
|
||
bündeln und weiterentwickeln.
|
||
● Wir wollen eine höhere Durchlässigkeit zwischen allen Schulformen unseres
|
||
Schulsystems. Hierzu werden wir eine Neuregelung der Übergänge zwischen den
|
||
Schulformen prüfen.
|
||
● Am grundgesetzlich verbürgten bekenntnisorientierten Religionsunterricht unter
|
||
deutscher Schulaufsicht und in deutscher Sprache halten wir fest.
|
||
● Wir werden die Kommunikation zwischen Schulaufsicht und Schulen deutlich
|
||
verbessern. Alle relevanten Informationen müssen frühzeitig, klar und wenn
|
||
erforderlich durch zusätzliche Materialien unterstützt an die Schulen gelangen.
|
||
● Wir wollen den Unterricht in den MINT-Bereichen stärken und das Schulfach
|
||
Informatik ausbauen und zum Abiturfach machen.
|
||
● Wir wollen mehr Lehrkräfte in den MINT-Fächern ausbilden und Quer- und
|
||
Seiteneinsteigern die Qualifizierung erleichtern, um die MINT-Lehrkräfteversorgung
|
||
sicherzustellen. Wir werden MINT-Bildungsstandards für den Sachunterricht
|
||
definieren und umzusetzen.
|
||
● Die Erfolgsfaktoren von besonders ausgezeichneten Schulen sollen
|
||
zusammengetragen und flächendeckend von anderen Schulen umgesetzt werden.
|
||
Die Übertragung der Idee von Familienzentren der Kindertageseinrichtungen in den
|
||
Schulbereich ist sinnvoll und ergänzt den Gedanken der vernetzen Strukturen. Solche
|
||
|
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67
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--- PAGE 68 ---
|
||
von Familien im Quartier.
|
||
● Wir unterstützen die Entwicklung von Grundschulen zu sozial-räumlichen
|
||
Knotenpunkten und einer Anlaufstelle für Familien sowie zu Orten der Begegnung,
|
||
Beratung und Begleitung für Kinder und ihre Eltern.
|
||
● Wir wollen dazu beitragen, noch mehr Schulen zu Familienzentren auszubauen und so
|
||
gerade an Standorten mit vielfältigen Herausforderungen eine nachhaltige
|
||
Absicherung zu gewährleisten.
|
||
Wir wollen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessern. Daher begrüßen wir
|
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den Rechtsanspruch auf einen offenen Ganztagsplatz ab 2026. Mit dieser Entscheidung des
|
||
Bundes kommen auf die Kommunen und das Land jedoch große finanzielle Belastungen zu.
|
||
● Wir sehen den Bund in der Pflicht, seinen Beitrag dauerhaft zu leisten. Wichtig ist uns
|
||
dabei, dass der Offene Ganztag über einen Qualitätsstandard verfügt.
|
||
● Wir werden die Offene Ganztagsschule so flexibel wie möglich für Familien gestalten.
|
||
● Wir werden uns für den weiteren Ausbau des Offenen Ganztags einsetzen.
|
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● Wir wollen Grundschulen einen gebundenen Ganztag ermöglichen.
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Für motivierte und gut ausgebildete Lehrkräfte
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Als Lehrkräfte brauchen wir weiterhin qualifizierte und kluge Köpfe mit dem nötigen
|
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Fingerspitzengefühl zur individuellen Förderung. Kinder brauchen Lehrerinnen und Lehrer, die
|
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ihnen eine wertvolle Stütze in ihrer Entwicklung sind.
|
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● Wir werden erneut 10.000 zusätzliche Lehrkräfte in den kommenden fünf Jahren
|
||
einstellen.
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● Wir werden die Angleichung der Lehramtsausbildung für den Bereich Primarstufe und
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Sekundarstufe I an die Ausbildung für Sekundarstufe II (also zehnsemestriges Studium
|
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plus 18 Monate Vorbereitungsdienst) besoldungsrechtlich umsetzen.
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● Wir werden Bestandslehrerinnen und -lehrer einen Aufstieg in die Besoldungsgruppe
|
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A13 ermöglichen. Dafür werden wir ihnen Angebote für die modulare Qualifikation
|
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machen. Dies hat sich in der öffentlichen Verwaltung bewährt. Sie können so den
|
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Qualifikationsnachteil ausgleichen, den sie durch ihre kürzere Hochschulausbildung
|
||
haben. Das gilt auch für Hochschulabsolventinnen und
|
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-absolventen mit kürzerer Studiendauer aus anderen Bundesländern.
|
||
● Wir wollen für die Schülerinnen und Schüler die besten Lehrkräfte an unseren Schulen.
|
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Daher sichern wir unseren besten Absolventinnen und Absolventen in der
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Lehrerausbildung jedes Jahr eine Einstellung zu – unabhängig vom tatsächlichen
|
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Bedarf (Einstellungskorridor).
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● Damit sich Lehrkräfte noch stärker auf Unterricht konzentrieren können, werden wir
|
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sie weiter mit multiprofessionellen Teams entlasten, bspw. durch Sozialpädagoginnen
|
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und -pädagogen, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter, Heilpädagoginnen und -
|
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pädagogen, schulpsychologische Dienste, IT-Fachkräfte und Schulverwaltungskräfte.
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68
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--- PAGE 69 ---
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belegenden Fächer von drei auf zwei reduzieren. Eines davon bleibt Deutsch oder
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Mathematik. Damit sichern wir die Ausbildungsqualität, steigern die Attraktivität für
|
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das Studium und verringern die Abbrecherquote. Zusätzlich werden wir gemeinsam
|
||
mit den lehrerausbildenden Hochschulen prüfen, inwieweit das Mathematikstudium
|
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für künftige Grundschullehrkräfte an die aktuellen Bedarfe angepasst werden kann.
|
||
● Wir werden die Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte ausbauen. Sie sind der
|
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Schlüssel für mehr Qualifikation. Wir starten eine Offensive zur digitalen Fortbildung.
|
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● Wir werden die politische Bildung in den Schulen stärken. Wir werden Angebote für
|
||
Lehrkräfte in Aus- und Weiterbildung einführen, in denen der Umgang mit radikalen
|
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und extremistischen Haltungen sowie daraus entstehenden Handlungsmustern erklärt
|
||
und praktisch erprobt wird. Auch Eltern und Erziehungsberechtigte brauchen
|
||
entsprechende Angebote.
|
||
● Wir wollen multiprofessionelle Teams nicht nur an Schulen, sondern in
|
||
verantwortlichen Expertengremien zur Qualitätssicherung von Unterricht, Aus- und
|
||
Fortbildung. Hier soll den Hochschulen eine besondere Bedeutung zukommen.
|
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Bestehende Strukturen werden wir anpassen.
|
||
● Wir stärken Fortbildungsangebote für Lehrkräfte zur psychologischen Gesundheit von
|
||
Kindern und Jugendlichen.
|
||
● Wir wollen eine verbesserte Vereinbarkeit von Studium und Nebentätigkeit an einer
|
||
Schule ermöglichen. Auch wenn viele Lehramtsstudentinnen und -studenten an
|
||
Schulen arbeiten, muss der erfolgreiche Abschluss des grundständigen Studiums das
|
||
Ziel bleiben.
|
||
● Um Unterricht für unsere Kinder – gerade mit Blick auf die Folgen der Corona-
|
||
Pandemie – sofort zu sichern, wollen wir ein flexibleres Arbeitszeitmodell für
|
||
Lehrkräfte einführen. Das sichert Unterricht und ermöglicht Flexibilität.
|
||
Um noch stärker auf die Bedarfe und neue Forschungsergebnisse eingehen zu können, werden
|
||
wir das Lehrerausbildungsgesetz (LABG) evaluieren und reformieren.
|
||
● Wir starten eine Mangelfach-Offensive und wollen bessere Anreize für Studierende
|
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schaffen.
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● Wir unterstützen den Ausbau der Kooperationen der Universitäten und der
|
||
Hochschulen für Angewandte Wissenschaft bei der Ausbildung von Lehrkräften für
|
||
Berufskollegs.
|
||
● Wir werden die exzellente (empirische) Forschung im Bereich der Lehrerbildung
|
||
stärker fördern und vernetzen und insbesondere für die Lehrerfortbildung verstärkt
|
||
nutzbar machen.
|
||
● Wir werden die Hochschulen verstärkt in die Lehrerfortbildung einbeziehen und
|
||
entsprechende Angebote fördern.
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69
|
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Perspektivisch wollen wir in Nordrhein-Westfalen eine eigene deutschsprachige
|
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Ausbildung für solche Imame und islamische Religionslehrer etablieren, die die Werte
|
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des Grundgesetzes leben und unabhängig von ausländischen Regierungen sind.
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Für Wege in den Beruf
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Wir stehen zur Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung. Sie ist ein weltweit
|
||
beachtetes Erfolgsmodell, bietet Menschen eine Perspektive für ein glückliches und
|
||
selbstbestimmtes Leben und sichert die Zukunft unserer Unternehmen.
|
||
Unser Land braucht mehr junge Menschen, die sich guten Ausbildungsberufen widmen und
|
||
so einen aussichtsreichen Karriereweg einschlagen. Deshalb werden wir die duale Ausbildung
|
||
stärken. Deshalb werden wir die duale Ausbildung stärken und junge Menschen motivieren,
|
||
praktisch zu arbeiten.
|
||
● Wir werden die Schulabschlüsse der Sekundarstufe I stärken und auf die berufliche
|
||
Ausbildung ausrichten. Dafür brauchen wir eine schulische Ausbildung mit mehr
|
||
Praxisabschnitten, die eine bessere Verzahnung mit Handwerk und Industrie
|
||
gewährleistet.
|
||
● Wir werden das Übergangssystem Schule-Beruf mit seinem Herzstück „Kein Abschluss
|
||
ohne Anschluss“ (KAoA) so weiterentwickeln, dass sich Jugendliche und junge
|
||
Erwachsene schon in der Schule von den Vorteilen einer dualen Ausbildung
|
||
überzeugen können. Damit sollen sie eine Entscheidungshilfe zugunsten eines
|
||
zukunftsfähigen Berufslebens in einer dualen Ausbildung erhalten. Wir werden KAoA
|
||
noch stärker auf die Jugendlichen mit Unterstützungsbedarf ausrichten.
|
||
● Wir wollen, dass alle Schülerinnen und Schülern Berufsfelderkundungen und Praktika
|
||
in einem Handwerks- oder Industriebetrieb machen und werden daher mit den
|
||
zuständigen Kammern ein Konzept erarbeiten.
|
||
● Wir wollen, dass junge Menschen verstärkt in den Schulen über ihre Erfahrungen mit
|
||
der dualen Ausbildung berichten.
|
||
● Wir wollen modernste Berufsschulen in unserem Land. Daher brauchen wir eine
|
||
Offensive für mehr Lehrpersonal und einen Modernisierungsschub beim
|
||
Gebäudebestand.
|
||
● Wir werden die Ausbildungsgarantie des Bundes in enger Zusammenarbeit und
|
||
Abstimmung mit den Partnern des Ausbildungskonsenses in Nordrhein-Westfalen
|
||
umsetzen.
|
||
● Wir wollen die Anzahl von Schulabgängerinnen und -abgängern ohne Abschluss
|
||
reduzieren. Dies gilt auch für Ausbildungs- und Studienabbrüche.
|
||
● Wir wollen die Einrichtung von Azubi-Wohnheimen analog zu
|
||
Studierendenwohnheimen. Wir werden entsprechende Gespräche mit den Beteiligten
|
||
über die Umsetzbarkeit führen.
|
||
|
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70
|
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|
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gezielte Berufsberatung aufgezeigt werden, welche Perspektiven eine berufliche
|
||
Ausbildung bietet.
|
||
|
||
Für Schulfinanzierung in einer Hand
|
||
Die Schulfinanzierung stellt Land und Kommunen vor immense Herausforderungen:
|
||
Zuständigkeiten müssen den wachsenden Ansprüchen angepasst werden. Hier sind das
|
||
Wissen und die Entscheidungskompetenz der Kommunen von besonderer Bedeutung.
|
||
● Wir werden in Zusammenarbeit mit den kommunalen Spitzenverbänden eine
|
||
Bestandsaufnahme zum Thema „Schulfinanzierung heute“ machen.
|
||
● Wir werden gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden daran arbeiten die
|
||
Finanzierung der Schulen in Zukunft besser zu regeln. Dies gilt für Personal,
|
||
Ausstattung, und Gebäude.
|
||
|
||
Für Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen
|
||
Wir wollen die Bildungschancen und die Aussicht auf gesellschaftliche Teilhabe und Aufstieg
|
||
durch Bildung auch derjenigen erhöhen, die im Schulsystem gescheitert sind. Ein wichtiger
|
||
Teilbereich ist die politische Bildung.
|
||
Wir haben in den vergangenen fünf Jahren die gemeinwohlorientierte Weiterbildung aus
|
||
ihrem Schattendasein herausgeführt, die Grundförderung verlässlicher gestaltet und gestärkt.
|
||
Wir haben innovative neue Förderinstrumente geschaffen sowie erweiterte inhaltliche
|
||
Angebote im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), der Gesundheitsbildung
|
||
und kulturellen Bildung ermöglicht. Durch die Reform des Weiterbildungsgesetzes ist die
|
||
Spitzenstellung der nordrhein-westfälischen gemeinwohlorientierten Weiterbildung in
|
||
Deutschland ausgebaut worden.
|
||
Wir wollen die starke Weiterbildungslandschaft mit über 450 Volkshochschulen und freien
|
||
Weiterbildungseinrichtungen, die mehr als 1,5 Millionen Menschen in unserem Land jährlich
|
||
besuchen, weiter stärken.
|
||
● Wir werden den Zweiten Bildungsweg weiter stärken, um durch den Erwerb von
|
||
Schulabschlüssen den beruflichen Einstieg oder eine berufliche Weiterqualifizierung
|
||
möglich zu machen.
|
||
● Wir werden die Angebote zur Grundbildung und Alphabetisierung sowie der Forschung
|
||
dazu weiter ausbauen.
|
||
● Wir verstärken die Angebote der Weiterbildung für ältere Menschen, um ihre
|
||
Teilhabechancen zu verbessern.
|
||
● Wir werden die Dynamisierung der Landesförderung im Bereich der Weiterbildung
|
||
fortschreiben und die Digitalisierung in der Weiterbildung sachgerecht vorantreiben.
|
||
● Wir bauen den Investitionsstau bei den Bildungshäusern ab.
|
||
● Wir werden die Medien- und Digitalkompetenz – gerade in Zeiten von Fake News und
|
||
Verschwörungsmythen – in der Weiterbildung stärken.
|
||
|
||
71
|
||
|
||
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|
||
Ohne Gesundheit ist alles nichts. In der Pandemie hat sich unser gut aufgestelltes und
|
||
zuverlässiges Gesundheitssystem bewährt. Dieses werden wir erhalten, fördern und im Sinne
|
||
guter medizinischer Versorgung weiterentwickeln. Wir werden eine flächendeckende
|
||
wohnortnahe Grund- und Notfallversorgung sicherstellen und gleichzeitig die Spezialisierung
|
||
und damit die Qualität der Patientenversorgung steigern.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Die Investitionsförderung der Krankenhäuser ist in den vergangenen Jahrzehnten
|
||
erheblich hinter dem tatsächlichen Bedarf zurückgeblieben. Deswegen haben wir seit
|
||
dem Jahr 2017 erhebliche Verbesserungen bei der Förderung der Krankenhäuser
|
||
vorgenommen und ihnen rund zwei Milliarden Euro mehr zur Verfügung gestellt.
|
||
Insgesamt summieren sich die Fördermittel des Landes seit 2017 auf 5,2 Milliarden
|
||
Euro.
|
||
● Im Einvernehmen mit den Partnern haben wir eine neue Krankenhausplanung
|
||
erarbeitet, die eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und menschliche Versorgung
|
||
gewährleistet.
|
||
● Wir haben das bundesweit erste virtuelle Krankenhaus Deutschlands geschaffen. Hier
|
||
können sich Mediziner mit Fachspezialisten etwa aus Universitätskliniken austauschen
|
||
und Hinweise für die Behandlung von Patienten erhalten. So konnten
|
||
patientengefährdende Transporte zwischen den Krankenhäusern deutlich reduziert
|
||
werden und pflegerische Ressourcen besser genutzt werden. Es nehmen bereits 40
|
||
Krankenhäuser an der telekonsiliarischen Beratung teil, über 150 Krankenhäuser
|
||
haben Verträge zur Zusammenarbeit geschlossen.
|
||
● Das Cancer Research Center Cologne Essen wurde erfolgreich als Standort des
|
||
Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) aufgenommen.
|
||
● Wir haben die Berufsanerkennung für ausländische Ärztinnen und Ärzte sowie
|
||
Pflegekräfte verbessert.
|
||
● Wir haben die Hospiz- und Palliativversorgung weiterentwickelt und stärker in die
|
||
Krankenhausstrukturen implementiert.
|
||
● Wir bekämpfen den Ärztemangel im ländlichen Raum mit einer Landarztquote. Die
|
||
Bewerberinnen und Bewerber erhalten eine Studienplatzgarantie, wenn sie sich
|
||
verpflichten, nach dem Studium auf dem Land als Hausarzt zu arbeiten.
|
||
● Wir haben die Medizinische Fakultät Ostwestfalen-Lippe in Bielefeld gegründet. Dafür
|
||
stellen wir 45 Millionen Euro zur Verfügung. Der Schwerpunkt des Studiums ist
|
||
Allgemeinmedizin.
|
||
|
||
|
||
|
||
|
||
72
|
||
|
||
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|
||
● Qualitativ hochwertige und wohnortnahe medizinische Versorgung für alle
|
||
● Landarztquote erhöhen
|
||
● Zuverlässige Krankenhausfinanzierung
|
||
● Spezialisierung der Krankenhäuser stärken
|
||
● Klinikstandorte erhalten
|
||
● Gesundheitsbereich ist Wirtschaftsfaktor
|
||
● Krebs und Demenz besiegen
|
||
● Flächendeckende Digitalisierung im Gesundheitswesen
|
||
● Virtuelles Krankenhaus ausbauen
|
||
|
||
Für eine gute wohnortnahe Versorgung
|
||
Die Menschen auf dem Land haben ebenso wie in den Städten das Recht auf eine
|
||
angemessene und wohnortnahe Versorgung. Diese werden wir sicherstellen.
|
||
● Wir werden die Landarztquote fortführen. Studienplätze der Humanmedizin werden
|
||
wir über ein Auswahlverfahren an die vergeben, die im Anschluss an ihr Studium eine
|
||
hausärztliche Tätigkeit in einer unterversorgten Region Nordrhein-Westfalens
|
||
ausüben. Wir wollen die Zahl der Medizinstudienplätze erhöhen, die über die
|
||
Landarztquote vergeben werden.
|
||
● Die neue Medizinische Fakultät Ostwestfalen-Lippe wird weiterhin Hausärztinnen und
|
||
Hausärzte für die Region ausbilden. Die Schwerpunkte der Ausbildung bleiben
|
||
Allgemeinmedizin und ambulante Medizin.
|
||
● Die Medizinerausbildung in Siegen ist weiterhin unser Ziel.
|
||
● Wir setzen uns für möglichst barrierefreie Arztpraxen ein.
|
||
|
||
Für eine vorsorgende Krankenhausplanung
|
||
Unsere Krankenhäuser sind wichtige Einrichtungen der Daseinsvorsorge. Es kann nicht allein
|
||
dem Markt überlassen werden, wo welches Krankenhaus mit welchem medizinischen
|
||
Angebot steht. Grund- und Notfallversorgung, Geburtshilfe und Kinder- und Jugendmedizin,
|
||
müssen flächendeckend und wohnortnah zur Verfügung stehen. Komplizierte medizinische
|
||
Eingriffe gehören hingegen in die Hände von Spezialisten ̶ mit ausreichend Erfahrung und
|
||
Können. Wir stehen für eine Krankenhausplanung, die den Namen verdient.
|
||
● Wir wollen eine flächendeckende Krankenhausversorgung mit Grundversorgung und
|
||
Spezialisierungen, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen.
|
||
Über- und Unterkapazitäten sollen verhindert werden.
|
||
● Wir werden die Reform der Krankenhausplanung weiterführen. Konkrete,
|
||
überprüfbare Qualitätsvorgaben auf Grundlage von Leistungsgruppen werden zu einer
|
||
zukunftsfesten, wirtschaftlich tragfähigen Krankenhausstruktur führen und die
|
||
Qualität der Krankenhausversorgung für alle Menschen verbessern.
|
||
|
||
73
|
||
|
||
--- PAGE 74 ---
|
||
Kinder. Hebammen und Entbindungspfleger sind für das Wohl der werdenden Mütter und
|
||
ihrer Kinder schlicht unentbehrlich.
|
||
● Wir wollen bessere Rahmenbedingungen für Hebammen und Entbindungspfleger
|
||
schaffen und setzen uns für die Stärkung der Berufe und mehr Ausbildung ein.
|
||
● Um die Tätigkeit aufzuwerten, sprechen wir uns für die Ausweitung von Hebammen-
|
||
Kreißsälen aus, in denen die Hebammen alleinverantwortlich die Geburt begleiten.
|
||
● Mit dem neuen Krankenhausplan sorgen wir dafür, dass Geburtsstationen in guter
|
||
Qualität und zumutbarer Entfernung erreichbar sind.
|
||
|
||
Für eine bessere Finanzierung und Modernisierung der Krankenhäuser
|
||
Unsere Krankenhäuser gehören genauso wie die Feuerwehr, die Polizei, Schulen und Straßen
|
||
zur zentralen Infrastruktur des Landes. Sie müssen ausreichend finanziert werden.
|
||
● Über ein Krankenhaus-Modernisierungsprogramm werden wir in den kommenden
|
||
fünf Jahren insgesamt 2,5 Milliarden Euro mehr zur Verfügung stellen, um die
|
||
Krankenhäuser zu modernisieren und die Krankenhausversorgung zu verbessern.
|
||
● Wir werden die pauschale Krankenhausinvestitionskostenförderung verbessern und
|
||
ab dem Jahr 2023 um jährlich 200 Millionen Euro anheben – um die bauliche
|
||
Infrastruktur zu modernisieren und den Herausforderungen des Klimawandels zu
|
||
begegnen.
|
||
● Die neue Krankenhausplanung wird zu notwendigen Strukturveränderungen in der
|
||
Krankenhauslandschaft führen, die Investitionen bei den Krankenhausträgern
|
||
auslösen werden. Diese müssen durch das Land finanziell unterstützt werden. Hierfür
|
||
werden wir ab dem Jahr 2023 über die Einzelförderung der Krankenhäuser rund 300
|
||
Millionen Euro jährlich für die Anschubfinanzierung zur Verfügung stellen. So machen
|
||
wir die Krankenhauslandschaft in Nordrhein-Westfalen fit für die Zukunft.
|
||
● Um die IT-Ausstattung von Krankenhäusern und den Schutz vor Cyber-Angriffen zu
|
||
verbessern, werden wir ab dem Jahr 2023 jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung
|
||
stellen.
|
||
● Auf Bundesebene werden wir uns für eine Reform des Fallpauschalensystems
|
||
einsetzen, um die Grundfinanzierung der Betriebskosten von Krankenhäusern der
|
||
Grund- und Notfallversorgung, der Geburtshilfen und der Kinder- und Jugendmedizin
|
||
sicherzustellen. Das aktuelle DRG-System hat sich nicht bewährt.
|
||
|
||
Für medizinische Rehabilitation
|
||
Durch medizinische Rehabilitation wird die Selbständigkeit vieler Menschen erhalten, unsere
|
||
Pflegeressourcen werden entlastet und unsere Volkswirtschaft gestärkt.
|
||
● Wir werden die medizinische Rehabilitation stärken. Eine Expertenkommission soll
|
||
dafür Vorschläge erarbeiten.
|
||
|
||
|
||
74
|
||
|
||
--- PAGE 75 ---
|
||
Versorgungsqualität. Deshalb halten wir an einer starken Trägervielfalt im
|
||
Gesundheitswesen fest.
|
||
|
||
Für moderne Spitzenmedizin
|
||
Krebs und Demenz zu besiegen ist möglich. Wir in Nordrhein-Westfalen wollen einen Beitrag
|
||
dazu leisten und wirksame innovative Behandlungsmöglichkeiten schaffen
|
||
● Wir sichern einen schnellen und wohnortnahen Zugang zu Krebsmedizin nach dem
|
||
neuesten Stand der Forschung.
|
||
● Wir werden die notwendige leistungs- und zukunftsfähige Forschung stark ausbauen
|
||
und entsprechend fördern. Dazu bauen wir das Cluster Medizin.NRW weiter aus.
|
||
● Wir entwickeln das Netzwerk VIRus ALlianz NRW (Viral) weiter.
|
||
Die Digitalisierung dient dazu, den Zugang zu einer qualitativ hochwertigen ambulanten,
|
||
stationären und sektorenübergreifenden Gesundheitsversorgung in der Fläche zu erhalten.
|
||
Auch die Teilhabe am medizinischen Fortschritt wird gesichert und durch schnelle Diagnosen
|
||
und individuell abgestimmte Therapien wird der Heilungserfolg erhöht. Das von uns
|
||
geschaffene virtuelle Krankenhaus hat sich gerade in der Corona-Pandemie als voller Erfolg
|
||
gezeigt.
|
||
● Telemedizin kann Leben retten. Deshalb werden wir das Virtuelle Krankenhaus weiter
|
||
ausbauen. Die herausragende Expertise der Universitätskliniken werden wir so den
|
||
Krankenhäusern in der Fläche zugänglich machen, die Versorgung weiter verbessern
|
||
und können knappe Ressourcen effektiver nutzen.
|
||
● Nach der Intensivmedizin und Infektiologie werden wir das Virtuelle Krankenhaus auf
|
||
weitere Indikationen und auf alle Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen ausdehnen.
|
||
Wir werden sicherstellen, dass telemedizinische Leistungen, Telekonsile und
|
||
Televisiten angemessen vergütet werden.
|
||
● Das Telenotarztsystem ergänzt die Strukturen des Rettungswesens. Hiervon
|
||
profitieren vor allem die Patientinnen und Patienten, bei denen jede Minute zählt. Wir
|
||
werden das bundesweit vorbildliche Telenotarztsystem in Nordrhein-Westfalen
|
||
flächendeckend ausbauen und die telenotfallmedizinische Versorgung landesweit
|
||
weiter verbessern.
|
||
● Das System der sogenannten Portalpraxen werden wir mit den Krankenhäusern und
|
||
den Kassenärztlichen Vereinigungen in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen, um die
|
||
Zusammenarbeit zwischen den Sektoren Ambulant und Stationär sowie die
|
||
Notfallversorgung zu stärken.
|
||
● Damit Patientinnen und Patienten schnell zum richtigen Behandlungsort
|
||
weitergeleitet werden können, wollen wir einen zentralen Empfang („Ein-Tresen-
|
||
Modell“) bzw. ein strukturiertes Ersteinschätzungssystem in den Krankenhäusern,
|
||
Notfalldienstpraxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und in der ambulanten
|
||
Arztpraxis. Damit wollen wir die Inanspruchnahme der Klinikambulanzen und
|
||
Notaufnahmen verringern.
|
||
|
||
75
|
||
|
||
--- PAGE 76 ---
|
||
Rahmenbedingungen und der Finanzierungsrahmen für eine sektorenübergreifende
|
||
Versorgung und innovative Angebote geschaffen werden.
|
||
Die Expertise und die Versorgungsmöglichkeiten der Hochschulmedizin müssen den
|
||
Patientinnen und Patienten im ländlichen Raum noch stärker zur Verfügung stehen.
|
||
● Wir werden die Universitätskliniken technisch und baulich mit moderner
|
||
Medizintechnik und leistungsfähigen digitalen Infrastrukturen ausstatten.
|
||
● Für den Ausbau der Medizinischen Fakultät Ostwestfalen-Lippe zu einem
|
||
Universitätsklinikum werden wir eine Milliarde Euro in der Region investieren.
|
||
● Wir unterstützen den Verbund des Universitätsklinikums Köln mit den Städtischen
|
||
Kliniken Köln zu einem universitären Gesundheitscluster Köln.
|
||
|
||
Für einen starken öffentlichen Gesundheitsdienst
|
||
Die Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie wichtig ein gut aufgestellter Öffentlicher
|
||
Gesundheitsdienst (ÖGD) ist – nicht nur im Krisenfall.
|
||
● Wir werden den Öffentlichen Gesundheitsdienst weiter stärken und das Gesetz über
|
||
den Öffentlichen Gesundheitsdienst in Nordrhein-Westfalen überarbeiten.
|
||
● Wir werden landesweite Krisenmanagementstrukturen im ÖGD etablieren, das
|
||
Landeszentrum für Gesundheit (LZG) ausbauen und dessen Aufgaben gesetzlich neu
|
||
definieren. Wir werden eine Weiterentwicklung des LZG zu einem
|
||
Landesgesundheitsamt prüfen.
|
||
● Wir werden die Akademie für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (AfÖG) in
|
||
Düsseldorf für seine Aufgaben in Ausbildung und Qualifikation stärken und die
|
||
Vernetzung des ÖGD mit Krankenhäusern, Hochschulmedizin und dem
|
||
Katastrophenschutz ausbauen.
|
||
|
||
|
||
5. Pflege
|
||
Wir wollen für alle eine qualitativ gute und menschliche Pflege. Weil immer mehr Menschen
|
||
immer älter werden, brauchen wir die richtigen Rahmenbedingungen – gerade im familiären
|
||
Umfeld.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Seit 2021 übernimmt das Land das Schulgeld für Schülerinnen und Schüler bzw.
|
||
Auszubildende in Gesundheitsfachberufen. Damit haben wir die Ausbildung attraktiver
|
||
gemacht. Über 17.400 Auszubildende haben 2021 die Ausbildung im Pflegebereich
|
||
begonnen – so viele wie noch nie zuvor in Nordrhein-Westfalen.
|
||
● Wir haben einen Fonds zur Finanzierung der Pflegeausbildung in Höhe von 1,3
|
||
Milliarden Euro eingerichtet. Die Zahl der Auszubildenden konnte seit 2017 um rund
|
||
ein Drittel gesteigert werden.
|
||
|
||
|
||
76
|
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|
||
--- PAGE 77 ---
|
||
unterstützt.
|
||
● Für eine ausreichende Zahl an Fachkräften stärken wir bereits im Rahmen der
|
||
Berufsfeldorientierung die Pflege- und Gesundheitsfachberufe.
|
||
● Wir haben die monatliche Schulkostenpauschale in der Pflegefachassistenz um 200
|
||
Euro auf 585 Euro bei den Pflegeschulen angehoben.
|
||
● Wir haben 300 zusätzliche und öffentlich finanzierte Studienplätze für die
|
||
akademische Ausbildung von Hebammen eingerichtet.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Pflegerische und gesundheitliche Versorgung sicherstellen
|
||
● Mehr Fachkräfte in den Pflege- und Gesundheitsfachberufen
|
||
● Pflegende Angehörige unterstützen
|
||
● Begrüßungsgeld für Pflegekräfte
|
||
|
||
Für eine Versorgung vom Menschen aus
|
||
Der pflegebedürftige Mensch steht für uns im Mittelpunkt der Versorgung. Die Pflege muss
|
||
sich an seinen Bedürfnissen und Wünschen und denen ihrer Angehörigen orientieren.
|
||
● Wir wollen pflegebedürftigen Menschen ein möglichst selbständiges Leben
|
||
ermöglichen. Wichtig ist, die Angehörigen so zu stärken, dass sie einen qualitativ
|
||
gesicherten Beitrag zur Versorgung der zu pflegenden Menschen leisten können.
|
||
● Wir werden die Angehörigen und Familien bei der Pflege weiter unterstützen. Uns ist
|
||
die Stärkung ihrer Entscheidungsfreiheit wichtig, bspw. durch den Ausbau zusätzlicher
|
||
und verlässlicher Kinderbetreuungsmöglichkeiten, wie durch „Vorzugsplätze“ in der
|
||
Kita oder eine Initiative für zusätzliche Kinderbetreuungsmöglichkeiten an
|
||
Krankenhäusern, Tages- und Pflegeeinrichtungen.
|
||
● Wir setzen uns ein für flexibel gestaltbare Arbeitszeiten für pflegende Angehörige,
|
||
bspw. über individuell anpassbare Arbeitszeitkorridore.
|
||
● Wir wollen eine an der Elternzeit orientierte Pflegezeit. Auf Bundesebene werden wir
|
||
eine Initiative für die Einführung eines Pflegegeldes, ebenfalls orientiert am Elterngeld,
|
||
als Lohnersatzleistung starten.
|
||
● Wir wollen die Flexibilisierung der Angebote im Rahmen der Kurzzeit- und Tagespflege
|
||
weiter ausbauen.
|
||
● Die individuelle Betrachtung der Pflegebedürftigen steht bei uns im Fokus. Deshalb
|
||
werden wir wohnortnahe Versorgungsangebote und die Unterstützung im Quartier
|
||
ausbauen.
|
||
● Die Pflegeversicherung und ihre Leistungen müssen ständig überprüft und verbessert
|
||
werden. Dafür setzen wir uns beim Bund ein.
|
||
|
||
|
||
|
||
77
|
||
|
||
--- PAGE 78 ---
|
||
Gute Pflege benötigt qualifiziertes und motiviertes Personal. Pflege braucht mehr Zeit und
|
||
weniger Hektik und weniger Dokumentation, dafür mehr menschliche Zuwendung. Daher
|
||
werden wir die Zahl der Pflegekräfte erhöhen, z. B. durch die Anwerbung von ausländischen
|
||
Fachkräften.
|
||
● Wir werden ein Begrüßungsgeld für Pflegekräfte in Höhe von einmalig max. 3.000 Euro
|
||
pro Person zahlen. Perspektivisch wollen wir so bis zu 10.000 neue Pflegekräfte pro
|
||
Jahr gewinnen. Wir setzen uns für eine dauerhafte Integration und den Verbleib der
|
||
angeworbenen Fachkräfte in Nordrhein-Westfalen ein.
|
||
● Zur Unterstützung bei kurzfristigem Personalmangel in Pflegeeinrichtungen,
|
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ambulanten Pflegediensten und Krankenhäusern streben wir die Einrichtung von
|
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Personalpools in den Pflegeberufen an.
|
||
● Wir setzen uns für die Durchführung von Modellvorhaben zur Erprobung von
|
||
zukünftigen Personalbemessungsinstrumenten in allen Bereichen der pflegerischen
|
||
und gesundheitlichen Versorgung ein.
|
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● Wir setzen uns für einen Personalmix in den Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern
|
||
ein, der alle vorhandenen Qualifikationsstufen angemessen berücksichtigt und
|
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unterstützen die Umsetzung solcher Personalmixmodelle.
|
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Gut qualifiziertes Personal in ausreichendem Umfang ist der Schlüssel für eine gute
|
||
Versorgung. Hierfür sind u. a. attraktive Ausbildung, verlässliche und angemessene
|
||
Arbeitsbedingungen und eine Stärkung der Professionen wichtig.
|
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● Wir setzen uns für eine flächendeckende, nachhaltige und vor allem
|
||
sektorenunabhängige tarifliche Vergütung aller Pflegekräfte ein.
|
||
● Wir werden weitere Fördermöglichkeiten für Praktika im Bereich der Pflege- und
|
||
Gesundheitsfachberufe schaffen und werden uns auf Bundesebene für eine Stärkung
|
||
des freiwilligen Jahres dort einsetzen.
|
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● Gemeinsam mit den Akteuren werden wir eine landesweite Informationskampagne für
|
||
die Pflege- und Gesundheitsfachberufe starten. Junge Menschen sollen einen Einblick
|
||
in den Pflegebereich erhalten. Dafür wollen wir die Attraktivität eines freiwilligen
|
||
sozialen Jahres steigern, z. B. durch ein zusätzliches „Danke-Geld“ am Ende der
|
||
Dienstzeit, eine verbesserte Anrechnung bei der Rentenanwartschaft oder besondere
|
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Sachanreize wie etwa Freifahrten mit der Deutschen Bahn.
|
||
● Um Pflegepersonal im Beruf zu halten und den Wiedereinstieg zu ermöglichen,
|
||
unterstützen wir den Ausbau zusätzlicher und verlässlicher
|
||
Kinderbetreuungsmöglichkeiten, bspw. durch Vorzugsplätze oder eine Initiative zur
|
||
Schaffung von zusätzlichen Kinderbetreuungsmöglichkeiten an Krankenhäusern,
|
||
Tages- und Pflegeeinrichtungen.
|
||
● Wir erarbeiten weitere Unterstützungsmöglichkeiten für den Wiedereinstieg von
|
||
ausgebildeten Pflegekräften, z. B. landesgeförderte Auffrischerkurse, Unterstützung
|
||
gestufter Wiedereingliederungsmodelle oder eine Wiedereinsteigerprämie.
|
||
|
||
78
|
||
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|
||
den Gesundheitsfachberufen einsetzen.
|
||
● Zur Sicherstellung einer hochwertigen pflegerischen und gesundheitlichen
|
||
Versorgung, zur Ausweitung der Qualifizierungsmöglichkeiten und damit auch zur
|
||
Steigerung der Attraktivität werden wir die Studienkapazitäten in den Pflege- und
|
||
Gesundheitsfachberufen deutlich ausbauen.
|
||
● Gute Ausbildung benötigt qualifizierte Lehrkräfte. Deshalb werden wir die
|
||
Qualifikationsmöglichkeiten der Lehrenden und die Kapazitäten in den Pflege- und
|
||
Gesundheitsfachberufen ausbauen.
|
||
● Wir setzen den Ausbau von Ausbildungsplätzen in der Pflegefachassistenz konsequent
|
||
fort und unterstützen die Einrichtungen bei der Durchführung praktischer
|
||
Ausbildungsanteile.
|
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Für Mitsprache-, Beteiligungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten
|
||
● Wir unterstützen den laufenden Aufbau der Pflegekammer in NRW zu einer starken,
|
||
berufsständischen Institution.
|
||
● Wir unterstützen die Aktivitäten zur Errichtung einer Bundespflegekammer.
|
||
● Wir schaffen möglichst weitreichende Beteiligungs-, Mitsprache- und
|
||
Mitbestimmungsmöglichkeiten für die weiteren Gesundheitsfachberufe in den
|
||
zuständigen Landesgremien.
|
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||
6. Ehrenamt
|
||
Es gibt viele soziale Orte und Institutionen, in denen in Nordrhein-Westfalen täglich von
|
||
Millionen ehrenamtlich engagierten Menschen Solidarität gelebt wird. Dieses Miteinander ist
|
||
das lebendige Fundament unserer Gesellschaft, es hält sie zusammen. Es macht Nordrhein-
|
||
Westfalen erst so lebens- und liebenswert. Wir wollen es weiter stärken und fördern.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir haben eine Engagement-Strategie des Landes entwickelt. Sie berücksichtigt die
|
||
Wünsche der Ehrenamtlichen nach unbürokratischen Förderverfahren und
|
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ergänzenden Angeboten zur Aus- und Weiterbildung
|
||
● Wir haben die Zuschüsse des Landes zunächst bis 2025 um 24 Millionen Euro erhöht.
|
||
● Mit dem Programm „Neustart miteinander“ unterstützen wir Vereine mit bis zu 10.000
|
||
Euro, um nach der Corona-Zeit wieder durchstarten.
|
||
● Wir haben den Steuerfreibetrag für Übungsleiterinnen und -leiter von 2.400 Euro auf
|
||
3.000 Euro und die Ehrenamtspauschale von 720 Euro auf 840 Euro angehoben.
|
||
● Gemeinnützige Vereine müssen erst dann Körperschaft- oder Gewerbesteuer zahlen,
|
||
wenn ihre Bruttoeinnahmen 45.000 Euro übersteigen – davor lag die Freigrenze bei
|
||
35.000 Euro.
|
||
|
||
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79
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|
||
Mittelverwendung bei jährlichen Einnahmen bis zu 45.000 Euro abgeschafft worden
|
||
ist.
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Machen, worauf es ankommt
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● Ehrenamt zum Staatsziel in der Landesverfassung machen
|
||
● Noch mehr Orte der Begegnung schaffen
|
||
● Zusammenarbeit von Verwaltung und Vereinen neu denken
|
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● Mitgliedsbeiträge steuerlich absetzbar machen
|
||
● Übungsleiterpauschale anheben
|
||
● Engagement-Schecks einführen
|
||
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||
Für eine Weiterentwicklung des Ehrenamtes
|
||
Das Ehrenamt verdient große Wertschätzung und handfeste Unterstützung.
|
||
● Diese werden wir mit unserer Engagement-Strategie weiter ausbauen.
|
||
● Wir wollen das Ehrenamt in den Verfassungsrang heben.
|
||
● Die ehrenamtlich Tätigen benötigen Begegnungsorte wie Vereinshäuser oder
|
||
Dorfgemeinschaftshäuser für ihre Arbeit, die Gesellschaft und für das Miteinander. Wir
|
||
wollen dort Orte der Begegnung schaffen, wo heute noch keine vorhanden sind.
|
||
● Wir werden das Förderprogramm „Dorferneuerung“, das bürgerschaftliches
|
||
Engagement in den Dörfern und die dörflich geprägten Gemeinden unterstützt,
|
||
ausbauen.
|
||
● Analog zu dem in der vergangenen Legislaturperiode sehr erfolgreichen Programm
|
||
„Moderne Sportstätte 2022“ werden wir ein Förderprogramm für Vereine in den
|
||
Bereichen Kultur, Heimat und Tradition auflegen. Denn auch hier braucht alte
|
||
Infrastruktur neuen Glanz.
|
||
● Wir wollen unsere Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler weiter von Bürokratie befreien
|
||
und Berichtspflichten auf das Notwendige reduzieren. Jeder im Vorstand Engagierte
|
||
muss Formulare jenseits der eigenen beruflichen Erfahrung ausfüllen können.
|
||
● Wir werden die rechtlichen Grundlagen vereinfachen, um den Bürokratisierungs- und
|
||
Verwaltungsaufwand für die Vereine zu reduzieren.
|
||
● Wir werden die regelmäßig anfallenden Gebühren für die Vereine, z. B. für die
|
||
Abnahme der Schießstände auf den Schützenplätzen, überprüfen.
|
||
● Wir wollen die Eigentumsbildung und Erhaltungsaufwendungen von Vereinen
|
||
steuerlich erleichtern und die Möglichkeiten zur Bildung freier Rücklagen zeitlich
|
||
erweitern. Gleiches streben wir für die Fristen zur Verwendung von gebundenen
|
||
Rücklagen an.
|
||
|
||
|
||
|
||
|
||
80
|
||
|
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|
||
nochmals zu erhöhen. Viele Vereine erwirtschaften keinen Gewinn, zahlen jedoch
|
||
Umsatzsteuer.
|
||
● Wir werden prüfen, inwiefern Ausbildungskosten – für Seminare oder
|
||
Weiterbildungen – steuerlich geltend gemacht werden können und setzen uns dafür
|
||
ein, Steuererklärungen für Vereine über eine Weiterentwicklung des ELSTER-
|
||
Programms zu vereinfachen, um Beratungskosten zu sparen.
|
||
● Um den Mitgliederschwund aus der Corona-Zeit aufzuarbeiten, werden wir
|
||
sogenannte Engagement-Schecks für die finanzielle Unterstützung von
|
||
Schnupperkursen, Interessierten-Abenden oder Werbeaktionen einführen.
|
||
● Wir bringen das Ehrenamt an die Schulen und wollen Vereine noch stärker in
|
||
Ganztagsbereich der Schulen einbinden.
|
||
● Wir werden prüfen, ob der Erwerb der Jugendleiter-Card (Juleica) an den Schulen unter
|
||
Beteiligung der Jugendverbände möglich ist.
|
||
● Um das ehrenamtliche Engagement von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu
|
||
stärken, werden wir bei den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und innerhalb der
|
||
Gesellschaft für mehr Akzeptanz sowie Verständnis werben.
|
||
● Wir unterstützen die Vereine dabei, das Potenzial von Menschen mit Behinderung
|
||
sowie von Menschen, die zugewandert sind, künftig noch stärker zu nutzen. Dafür
|
||
braucht es u. a. barrierefreie und mehrsprachige Informationen über Vereine, deren
|
||
Strukturen und Betätigungsfelder für Interessierte.
|
||
● Wir sprechen uns für eine weitere Anpassung der Übungsleiterpauschale für
|
||
ehrenamtlich Tätige aus.
|
||
● Wir wollen, dass Aus- und Fortbildungskosten genau wie Aufwendungen für
|
||
Wegestrecken und Ausstattungen für Homeoffice-Arbeitsplätze für Vereinsvorstände
|
||
für ehrenamtliche Aufgaben steuerlich anerkannt und gefördert werden.
|
||
● Wir setzen uns dafür ein, die Mobilität von Freiwilligendienstlern mit einem Zuschuss
|
||
für Zeit-Tickets im ÖPNV ohne Anrechnung auf das Taschengeld durch die Träger zu
|
||
fördern.
|
||
● Die Erfahrungen mit der Umsetzung digitaler Gremiensitzungen in Kommunen werden
|
||
wir eng begleiten und fördern so die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Politik.
|
||
● Wir setzen uns auf Bundesebene dafür ein, dass der Steuerfreibetrag für
|
||
Entschädigungen, die für die Wahrnehmung eines kommunalpolitischen Ehrenamtes
|
||
gezahlt werden, erhöht wird.
|
||
|
||
|
||
|
||
|
||
81
|
||
|
||
--- PAGE 82 ---
|
||
Nordrhein-Westfalen ist mit seinen vielfältigen Regionen und seinem reichen kulturellen Erbe
|
||
ein europäisches Kulturland ersten Ranges. Kultur und Kunst sind nicht nur Teil unserer
|
||
Identität, sie sind Aushängeschild unseres Bundeslandes und ein starker Wirtschaftsfaktor.
|
||
Kultur verbindet Menschen und gestaltet Heimat.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir haben mit einem eigenständigen Kulturministerium seit 2017 eine Vielzahl von
|
||
Initiativen zur Stärkung von Kunst und Kultur auf den Weg gebracht.
|
||
● Mit zusätzlichen 100 Millionen Euro haben wir den Kulturhaushalt schrittweise um 50
|
||
Prozent erhöht.
|
||
● Wir haben das Programm „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“ gestärkt.
|
||
Daran nehmen mittlerweile rund 77.000 Schülerinnen und Schüler aus 1.000 Schulen
|
||
teil.
|
||
● Die Zuschüsse für kommunale Theater und Orchester haben wir angehoben, die
|
||
Landesförderung für die öffentlichen Musikschulen verdreifacht und die Freie Szene
|
||
substanziell gefördert.
|
||
● Wir haben die Akademie für Digitalität und Theater in Dortmund mitgegründet.
|
||
● Die digitale Erfassung von Sammlungsbeständen und die Erstellung eines Digitalen
|
||
Kunstregisters haben wir in Modellprojekten erfolgreich realisiert.
|
||
● Mit Dritten Orten geben wir Impulse für eine sinnvoll gebündelte kulturelle
|
||
Grundversorgung im ländlichen Raum.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Kulturhaushalt um weitere 50 Prozent erhöhen
|
||
● Teilhabe-Chancen durch Weiterentwicklung der kulturellen Bildung vergrößern
|
||
● Diversität und soziale Absicherung von Künstlerinnen und Künstlern
|
||
● Tempo bei der Digitalisierung im Kulturbereich
|
||
● Künstler- und Kulturförderung mit weniger Vorschriften und Regularien
|
||
|
||
Für unsere einzigartige Kultur
|
||
Nordrhein-Westfalen hat eine reiche Kultur. Sie ist weit über die Grenzen hinaus anerkannt.
|
||
Künstlerinnen und Künstler sollen in Nordrhein-Westfalen optimale Bedingungen für
|
||
vorfinden.
|
||
● Wir werden Künstlerinnen und Künstler mit einem nachhaltigen und passgenauen
|
||
Fördersystem gute Lebens- und Produktionsbedingungen in unserem Land bieten.
|
||
● Wir werden den Kulturhaushalt des Landes erneut schrittweise um 50 Prozent
|
||
anheben.
|
||
|
||
|
||
|
||
82
|
||
|
||
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|
||
kommunale Theater und Orchester von derzeit rund zehn Prozent perspektivisch auf
|
||
20 Prozent erhöhen.
|
||
● Durch Kooperationen werden wir die kulturelle Infrastruktur weiter stärken, um dem
|
||
Ziel einer dialogorientierten Kulturpolitik näher zu kommen. Dazu werden wir einen
|
||
Verstärkungsfonds für kommunale oder kommunal geförderte Kultureinrichtungen
|
||
schaffen.
|
||
● Wir werden die Künstlerinnen und Künstler mit dem Ausbau eines neu strukturierten
|
||
Programms für Förderstipendien gezielter unterstützen.
|
||
● Nach der Neugestaltung des Förderpreises NRW und der Neuaufstellung des
|
||
Programms Urbane Künste Ruhr werden wir weiterhin junge Künstlerinnen und
|
||
Künstler fördern.
|
||
● Wir werden die Einnahmesituation der Künstlerinnen und Künstler verbessern und
|
||
ihre soziale Absicherung dauerhaft sicherstellen. Wir streben eine gemeinsame Lösung
|
||
der Länder mit dem Bund an.
|
||
● Wir werden die Freie Szene in allen Sparten weiterhin stärken und die neuen
|
||
Fördermodelle ausweiten. Damit erhalten Ensembles Planungssicherheit und die
|
||
Ausbildung von unterstützenden Strukturen wird möglich.
|
||
● Mit mehrjährigen Förderungen sorgen wir für die Entbürokratisierung.
|
||
Unsere Neuregelung in dieser Legislaturperiode hat das Thema Sonntagsschutz befriedet und
|
||
weitgehend gerichtsfest gemacht. Daran halten wir fest.
|
||
Diversität ist nicht nur Querschnittsthema, sondern wesentlicher Bestandteil unseres
|
||
kulturpolitischen Verständnisses. Wir werden sie stärken.
|
||
● Das Regionale Kulturprogramm wird weiterentwickelt. Das Erfolgsmodell der Dritten
|
||
Orte werden wir flächendeckend ausbauen.
|
||
● Aufbauend auf dem erfolgreichen Gesamtkonzept Diversität und Teilhabe in Kunst und
|
||
Kultur unterstützen wir die Gründung eines Kompetenzzentrums Diversität als Service-
|
||
und Beratungseinrichtung.
|
||
● Das Thema Nachhaltigkeit betrifft Kunst und Kultur in ökologischer, ökonomischer und
|
||
sozialer Hinsicht und gehört zu den wichtigen Innovationstreibern in kulturellen
|
||
Einrichtungen. Wir werden innovativ-nachhaltige Ansätze fördern.
|
||
Die Digitalisierung von Kunst und Kultur hat durch die Pandemie einen Schub erlebt.
|
||
● Wir werden die Digitalität in den vier Dimensionen von Kunstproduktion über
|
||
Vernetzung, Vermittlung und die Bewahrung des kulturellen Erbes weiterentwickeln.
|
||
● Für Künstlerinnen und Künstler werden wir gemeinschaftlich nutzbare digitale
|
||
Produktionsstätten mit neuesten Technologien fördern und neue Experimentierräume
|
||
schaffen.
|
||
● Wir werden die digitale Erfassung von Sammlungsbeständen für alle Museen in der
|
||
Fläche umsetzen.
|
||
|
||
83
|
||
|
||
--- PAGE 84 ---
|
||
Westfalen. Deshalb denken wir sie in der konzeptionellen Kulturförderung mit.
|
||
● Wir werden einen Kulturwirtschaftsbericht vorlegen, um Datenmaterial für eine
|
||
zielgenaue Förderung zu generieren.
|
||
● Wir werden eine neue Förderrichtlinie für die Kultur- und Kreativwirtschaft schaffen.
|
||
● Insbesondere die vielen kleinen, unabhängigen Buchverlage leisten einen wichtigen
|
||
Beitrag zur kulturellen Vielfalt. Daher wollen wir sie mit einem eigenen
|
||
Förderprogramm unterstützen.
|
||
● Wir wollen die vielfältigen Aktivitäten der Popkultur unterstützen, die über das
|
||
POPBOARD NRW gebündelt werden.
|
||
|
||
Für kulturelle Bildung in jedem Alter
|
||
Kulturelle Bildung ist lebenslange Bildung. Wir werden daher attraktive Angebote für
|
||
Erwachsene und Senioren erhalten und neue schaffen.
|
||
● Wir werden die Ausgaben für kulturelle Bildung in den kommenden Jahren verdoppeln
|
||
und die Angebote für die Kita wie für junge Erwachsene, für Auszubildende wie für
|
||
ältere Menschen erweitern. Wir verankern sie in der Aus- und Fortbildung der
|
||
Erzieherinnen und Erzieher sowie der Lehrkräfte sowie in den Einrichtungen der
|
||
Erwachsenen- und Weiterbildung.
|
||
● Die erfolgreiche Musikschuloffensive werden wir ausweiten. Indem wir den
|
||
Finanzierungsanteil des Landes steigern, ermöglichen wir mehr feste Stellen und
|
||
sorgen für dauerhafte Qualität des Unterrichts.
|
||
● Wir werden das Programm „JeKits – Jedem Kind Instrumente, Tanzen, Singen“
|
||
absichern.
|
||
|
||
Für den Erhalt und die Förderung der Erinnerungs- und Vertriebenenkultur
|
||
Erinnerungskultur ist Teil der historisch-politischen Bildung. Sie trägt zum gegenseitigen
|
||
Verständnis der Menschen bei.
|
||
● Wir stärken die Arbeit der Gedenkstätten in Nordrhein-Westfalen und nutzen dabei
|
||
digitale Möglichkeiten für die Wissensvermittlung.
|
||
● Wir werden die Errichtung einer Erinnerungsstätte „Unna-Massen“ im Zusammenspiel
|
||
mit dem Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalens weiter begleiten.
|
||
● Wir wollen das ehemalige Stalag 326, das jeder dritte sowjetische Kriegsgefangene –
|
||
in der Mehrheit ukrainischer Herkunft – im Deutschen Reich zwischen 1941 und 1945
|
||
durchlief, zu einer Gedenkstätte von nationaler Bedeutung ausbauen.
|
||
● Unsere Wertschätzung gilt den deutschen Heimatvertriebenen und
|
||
(Spät-)Aussiedlern, die wesentlich dazu beigetragen haben, Nordrhein-Westfalens und
|
||
Deutschlands Wohlstand aufzubauen und zu sichern. Deshalb wollen wir den
|
||
Landesbeirat sowie den Beauftragten für Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler
|
||
stärken.
|
||
|
||
84
|
||
|
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|
||
als Zentrum für Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa NRW
|
||
etablieren. Dies geschieht in Kooperation mit den Institutionen, die für die Pflege und
|
||
Erinnerung der Kultur der Vertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler zuständig sind.
|
||
|
||
|
||
8. Sport
|
||
Nordrhein-Westfalen ist das Sportland Nummer 1. Sport hält nicht nur fit. Sport bildet,
|
||
aktiviert, begeistert und bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen. Er befördert
|
||
die Ausbildung von Kompetenzen wie Toleranz und Fairness, gibt Chancen, Verantwortung zu
|
||
übernehmen und sich dem Wettbewerb zu stellen. Viele Sportvereine engagieren sich bereits
|
||
in der Inklusion von Menschen mit Behinderung. Gute Infrastruktur und starke Vereine sind
|
||
für den Leistungs- und den Breitensport von hoher Bedeutung. Wir wollen diese nachhaltig
|
||
unterstützen.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Mit unserem einzigartigen Programm „Moderne Sportstätte 2022“ mit einem
|
||
Fördervolumen von 300 Millionen Euro haben wir die Vereine gestärkt. Gleiches gilt
|
||
für die Erhöhung und Dynamisierung der Sportpauschale.
|
||
● Mit der Förderung von Breiten- und Leistungssport, der Zielvereinbarung „Nr. 1:
|
||
Sportland Nordrhein-Westfalen“, den Aktionsplänen „NRW kann schwimmen“ oder
|
||
„Sport und Inklusion“ haben wir die Sportbegeisterung in unserem Land unterstützt.
|
||
● Wir konnten bereits zahlreiche Großsportereignisse nach Nordrhein-Westfalen holen
|
||
und damit unser Land als weltoffenes Land und guten Gastgeber präsentieren.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Alle Kinder sollen schwimmen können
|
||
● Breiten- wie Leistungssport ausbauen
|
||
● Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2027“ auflegen
|
||
● Förderprogramm „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten“ fortsetzen
|
||
● Nordrhein-Westfalen als paralympisches Zentrum ausbauen
|
||
|
||
Für Kinder, die sicher schwimmen können
|
||
Schwimmen ist eine gesundheitsfördernde Kultur- und Sporttechnik mit lebensrettender und
|
||
lebenserhaltender Funktion. Die Zahl an Nichtschwimmerinnen und Nichtschwimmern,
|
||
insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, wächst.
|
||
● Wir wollen, dass jedes Kind spätestens am Ende der 6. Klasse sicher schwimmen kann.
|
||
Dafür werden wir den Aktionsplan „Schwimmen lernen in Nordrhein-Westfalen 2022-
|
||
2027“ starten.
|
||
● Wir werden eine Offensive zur Gewinnung und Ausbildung von Schwimmlehrerinnen
|
||
und Schwimmlehrern starten, neue geeignete Wasserflächen erschließen und mit
|
||
|
||
85
|
||
|
||
--- PAGE 86 ---
|
||
durchführen.
|
||
● Wir etablieren ein Schwimmzentrum in Nordrhein-Westfalen, in dem Aufgaben des
|
||
Schwimmenlernens auf unterschiedlichen Niveaustufen bis hin zum Lebensretten im
|
||
Wasser gebündelt werden können.
|
||
|
||
Für starken Breiten- und Leistungssport
|
||
● Wir werden ein Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2027“ auflegen, um die
|
||
Infrastruktur der Sportstätten weiter zu sanieren und im Hinblick auf die gesetzten
|
||
Klimaziele energetisch zu modernisieren.
|
||
● Wir werden ein verpflichtendes jährliches Schulsportfest wieder einführen.
|
||
● Wir werden den qualitativen Ausbau der Sportschulen inklusive Gründung und Aufbau
|
||
eines Netzwerks ausgewiesener Sportgrundschulen fortsetzen.
|
||
|
||
Für gelingende Sportgroßveranstaltungen
|
||
● Unsere Erfahrung und Expertise als Austragungsort herausragender
|
||
Sportgroßveranstaltungen werden wir international festigen und ausbauen.
|
||
● Wir wünschen uns weiterhin Olympische und Paralympische Sommerspiele in
|
||
Nordrhein-Westfalen. Wir sind zuversichtlich, mit einem innovativen und nachhaltigen
|
||
Konzept eine gute und international konkurrenzfähige Bewerbung abgeben zu können.
|
||
Dabei sind uns die Akzeptanz der Bevölkerung, ein nachhaltiges Regionen-Konzept
|
||
(basierend auf der Agenda 2020 des IOC), eine transparente Kostenplanung und ein
|
||
nachhaltiger Effekt auf die Infrastruktur über die Spiele hinaus wichtig.
|
||
|
||
|
||
IV. STARKES NORDRHEIN-WESTFALEN
|
||
|
||
1. Digitalisierung, Innovationen und Gründungen
|
||
Die Digitalisierung eröffnet uns Möglichkeiten, von denen andere Generationen nur träumen
|
||
konnten. Sie ist der große Treiber der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung. Sie
|
||
schafft enorme Chancen auch für Menschen mit Behinderung und sichert Teilhabe.
|
||
Eine neue Gründerkultur hat das Gründungsumfeld in Nordrhein-Westfalen seit 2017 stark
|
||
verbessert. Innovationen werden in unserem Land gedacht, entwickelt und sichern
|
||
Arbeitsplätze.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir sind das am besten mit gigabitfähigem Netz versorgte Flächenland: Mittlerweile
|
||
haben über 93 Prozent der Haushalte Zugriff auf >100Mbit/s.
|
||
● Mit dem Mobilfunkpakt haben wir den Ausbau beschleunigt.
|
||
|
||
|
||
|
||
|
||
86
|
||
|
||
--- PAGE 87 ---
|
||
Digitalisierung der Landesverwaltung auf das Jahr 2025 vorverlegt. Bisher haben wir
|
||
bereits über 100 Vorschriften auf medienbruchfreie Kommunikation getrimmt.
|
||
● Wir haben serviceorientierte, digitale Verwaltungsangebote für Menschen,
|
||
Kommunen und die Wirtschaft geschaffen, die alle zentral über digital-direkt.nrw
|
||
erreicht werden können.
|
||
● Das „Gründerstipendium.NRW“ ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 2018 haben wir bereits
|
||
3.000 Gründerinnen und Gründer mit 1.000 Euro monatlich für ein Jahr gefördert. Wir
|
||
haben Gründerinnen und Gründern ein Urlaubssemester ermöglicht.
|
||
● Wir stärken die exzellente nordrhein-westfälische Forschung mit dem
|
||
Kompetenzzentrum Quantencomputing „EIN. Quantum NRW“, das die vielen in
|
||
unserem Land verteilten Kompetenzen intelligent bündelt.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Gigabit-Land werden mit einem schnelleren Ausbau der digitalen Infrastruktur
|
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● Superschnelles Internet
|
||
● Weiße Flecken im Mobilfunknetz schließen und Netzkapazitäten steigern
|
||
● Bürger- und unternehmensfreundliche Verwaltung schaffen
|
||
● Gründungen mit den besten Köpfen für neue Arbeitsplätze und innovative Produkte
|
||
ermöglichen
|
||
● Spitze bei Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz werden
|
||
|
||
Für eine verlässliche und stabile digitale Infrastruktur
|
||
Auf den bisherigen Erfolgen wollen wir aufbauen und eine Vollversorgung mit Gigabit-
|
||
Geschwindigkeit erreichen. Wir schließen die letzten wenigen Mobilfunklöcher.
|
||
● Nordrhein-Westfalen soll das erste Bundesland werden, das „Double Gigabit“ bis 2025
|
||
umsetzt. Bis Ende 2024 werden wir eine nahezu vollständige 5G-Versorgung in
|
||
Nordrhein-Westfalen erreichen und dazu mindestens 10.000 Mobilfunkstandorte mit
|
||
5G erweitern.
|
||
● Wir werden den Gigabit-Masterplan bis 2025 umsetzen. Davon profitieren
|
||
Gewerbegebiete und Schulen, die bis Ende 2022 mit einem Gigabit-Anschluss versorgt
|
||
werden.
|
||
● Uns ist wichtig, teuren Tiefbau zu verhindern und Trenching dort, wo technisch
|
||
möglich, stärker zu nutzen. Die Nutzung von Leerrohrkapazitäten ist mittlerweile eine
|
||
Selbstverständlichkeit.
|
||
● Den Mobilfunkausbau werden wir insbesondere im ländlichen Raum mit den
|
||
Mobilfunkkoordinatorinnen und -koordinatoren in den Kreisen und kreisfreien Städten
|
||
weiter beschleunigen.
|
||
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||
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87
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--- PAGE 88 ---
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Mobilfunkstandards 6G federführend beteiligt ist und werden gemeinsam mit den
|
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Ausrüstern und Netzbetreibern in Nordrhein-Westfalen Testfelder aufbauen.
|
||
|
||
Für Spitzenforschung mit Quantencomputing, Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit
|
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Quantencomputing ist ein „Game Changer“.
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● Wir wollen Nordrhein-Westfalen zum Technologieführer bei Quantencomputing
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machen – dazu werden wir landesweit 50 Professuren für Quantencomputing
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einrichten.
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● Wir werden das Kompetenzzentrum Quantencomputing „EIN. Quantum NRW“ in den
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kommenden fünf Jahren mit 50 Millionen Euro stärken.
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● Wir werden aus dem Projekt Photonisches Quantencomputing (PhoQC) an der
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Universität Paderborn heraus perspektivisch ein international führendes
|
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Forschungszentrum schaffen.
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● Wir werden das Center for Quantum Science and Engineering im Rheinischen Revier
|
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als Kooperation zwischen dem Forschungszentrum Jülich und den Fraunhofer
|
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Instituten in Nordrhein-Westfalen weiter ausbauen.
|
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● Wir werden ein „Technologie-Forecasting NRW“ einführen. Ziel ist die Identifikation
|
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von zukünftig relevanten Technologiefeldern, um bei diesen Technologien strategisch
|
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frühzeitig einzusteigen.
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Wir werden den Ausbau von Künstlicher Intelligenz in Nordrhein-Westfalen weiter fördern.
|
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● Die etablierte Kompetenzplattform KI.NRW, die die Hotspots aus Wissenschaft und
|
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Wirtschaft koordiniert, werden wir zu einem Kompetenznetzwerk in Deutschland und
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Europa ausbauen.
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● Genau wie Quantencomputing ist Künstliche Intelligenz eine Technik mit gewaltigem
|
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Potenzial. Daher werden wir hierfür ebenfalls landesweit 50 Professuren einrichten.
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● Wir werden den Cybersecurity-Standort Nordrhein-Westfalen mit den beiden
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Leuchttürmen des Max-Planck-Instituts für Sicherheit und Privatsphäre und des Horst-
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Görtz-Instituts der Ruhr-Universität Bochum weiter ausbauen.
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● Das Kompetenzzentrum Maschinelles Lernen Rhein-Ruhr werden wir stärken. Es
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verzahnt grundlagenorientierte und anwendungsnahe Spitzenforschung,
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wissenschaftlichen Nachwuchs und Technologietransfer.
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Für den Weg zur internationalen Start-up-Nation
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Neue Ideen entstehen dort, wo ein gutes Gründerklima herrscht. Eine starke Start-up- und
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Innovationskultur soll das Aushängeschild Nordrhein-Westfalens werden, einen Nutzen für
|
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die Menschen stiften und unser Bundesland zum Keyplayer machen.
|
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● Für die Wettbewerbsfähigkeit der nordrhein-westfälischen Wirtschaft muss die
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Verfügbarkeit souveräner Cloud-Services (Datenspeicher-Angebote) Standard sein.
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Dafür werden wir die bereits vorhandene Dateninfrastruktur GAIA-X.NRW stärken.
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88
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und Innovationen zu fördern, insbesondere von Start-ups.
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● Wir setzen auf Scale-ups (schnelles Wachstum von Start-ups) durch konsequente
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Investorenpolitik, um mehr Wagniskapital für Gründerinnen und Gründer zu
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gewinnen.
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● Wir wollen, dass in Nordrhein-Westfalen gegründete und gewachsene Start-ups im
|
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Land bleiben. Dazu werden wir eine Strategie mit allen Stakeholdern erarbeiten, um
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Börsengänge unserer Technologie-Start-ups attraktiv zu machen.
|
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● Wir etablieren eine halbjährliche NRW.Matchup-Veranstaltung und sorgen für eine
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aktive Ansprache von Familienunternehmen und Business Angels.
|
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● Wir werden einen Wettbewerb für Entrepreneurship an den Hochschulen in
|
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Nordrhein-Westfalen starten. Wir werden sie durch Wagniskapital unterstützen und
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eine Marke für Tech Entrepreneurship in Nordrhein-Westfalen setzen.
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● Die Gründerstipendien in Nordrhein-Westfalen sind ein Erfolgsmodell und helfen
|
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Gründerinnen und Gründern substanziell. Wir werden diese fortsetzen und erweitern.
|
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Dazu gehört eine Plattform „Impact.NRW“ zur Förderung von Social Entrepreneurship
|
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und sozialer Innovation, die wir weiterentwickeln werden.
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● Wir setzen auf Diversity in der Start-up-Landschaft. Dazu werden wir ein Programm zur
|
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Förderung von Start-ups von Gründerinnen sowie von Start-ups von Gründern mit
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Migrationshintergrund aufsetzen.
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Für eine bürgerfreundliche Verwaltung
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Die Digitalisierung der Verwaltung ermöglicht Behördengängen von zu Hause aus. Darüber
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hinaus führt sie zu einer Modernisierung und Effizienzsteigerung der Verwaltung. Mit
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meineverwaltung.nrw haben wir bereits den Grundstein für ein zentrales Serviceportal gelegt.
|
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● Mithilfe der digitalen Identität der Bürgerinnen und Bürger wollen wir Behördengänge
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überflüssig machen. Sie sollen von zu Hause mit einer anwendungsfreundlichen und
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datensicheren Smartphone-App möglich sein, die alle Bürgerservices in Nordrhein-
|
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Westfalen vereint.
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● Verwaltungsdienstleistungen müssen zu jeder Zeit digital zur Verfügung stehen. Dabei
|
||
braucht es medienbruchfreie Verwaltungsprozesse.
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● Wir werden Digital-Coaches für die Kommunen schaffen, die ihnen bei der
|
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Digitalisierung helfen sollen.
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● Wir stärken das Open Government in der digitalen Verwaltung. Amtliche
|
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Informationen, insbesondere Verwaltungsdaten, müssen in größerem Umfang als
|
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Open Data verfügbar gemacht werden.
|
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● Das Kommunalportal.NRW werden wir zu einem echten, umfassenden Leitportal mit
|
||
übertragbaren, digitalen Diensten für die Kommunen entwickeln. Somit können sie
|
||
jederzeit auf zentrale Lösungen des Landes für digitale Angebote kostenfrei
|
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zurückgreifen.
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89
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ländlichen Raum. Dass dezentrales Arbeiten in vielen Bereichen der Verwaltung
|
||
funktionieren kann, hat die Corona-Pandemie gezeigt.
|
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● Wir werden ein Fortbildungsprogramm für Verwaltungsbeschäftigte zur Anwendung
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von Digitalisierung aufsetzen. Ihr digitales Know-how sollen sie als Digitallotsen in
|
||
ihrem Arbeitsumfeld weitertragen.
|
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2. Wissenschaft und Forschung
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Keine Generation vor uns konnte auf so viel Wissen zugreifen wie wir. Mit Forschung und
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Entwicklung lösen wir die Herausforderungen unserer Zeit. Daher stärken wir herausragende
|
||
Lehre und Forschung und schaffen gute Rahmenbedingungen für die Studentinnen und
|
||
Studenten.
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||
Die Hochschulen in Nordrhein-Westfalen werden Präsenzhochschulen bleiben bei gleichzeitig
|
||
voranschreitender Digitalisierung in Forschung und Lehre.
|
||
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Das haben wir erreicht
|
||
● Unser Land ist führender Hochschul- und Wissenschaftsstandort, mit
|
||
Exzellenzhochschulen, Exzellenzclustern und bundesweit den meisten
|
||
Sonderforschungsbereichen.
|
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● Wir haben unseren Hochschulen mehr Autonomie und Freiheit gegeben und sind eine
|
||
neue Partnerschaft für gemeinsame strategische Ziele eingegangen.
|
||
● Wir investieren konsequent in die wissenschaftlichen Strukturen. So ermöglichen wir
|
||
weiterhin herausragende Lehre und Forschung.
|
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● Wir haben die Hochschulverträge im Vergleich zur Vorgängerregierung um
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||
330 Millionen Euro auf 20 Milliarden Euro für die Jahre 2022 bis 2026 erhöht.
|
||
● Für eine bessere Betreuung der Studentinnen und Studenten und eine höhere Qualität
|
||
der Lehre durch hauptamtliches Lehrpersonal haben wir die Mittel um 51 Millionen
|
||
auf 300 Millionen Euro erhöht.
|
||
● Mit den erfolgreichen Verhandlungen zum Zukunftsvertrag Studium und Lehre (ZSL),
|
||
dem Nachfolger des bisherigen Hochschulpakts, sichern wir den Hochschulen
|
||
finanzielle Perspektiven für die kommenden Jahre. Mit der DigitalenHochschule.NRW
|
||
(DH.NRW) haben wir eine Digitalisierungsoffensive vorangetrieben. Ein Beispiel ist das
|
||
2021 gestartete Landesportal ORCA.nrw (Open Resources Campus NRW). Auf dem
|
||
Portal werden digitale Lehr- und Lernmaterialien für Lehrende und Studierende sowie
|
||
Informationen und Services rund um das Thema digital gestützte Lehre bereitgestellt.
|
||
● Für gute Forschung und Lehre – auch in Zeiten von Corona – haben wir die
|
||
Digitalisierung mit insgesamt 220 Millionen Euro vorangetrieben.
|
||
● Für Studierendenwerke haben wir aus dem Corona-Rettungsschirm 20 Millionen Euro
|
||
bereitgestellt.
|
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90
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|
||
Millionen Euro gefördert.
|
||
● Wir haben für die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am Hochschulleben allein
|
||
für die Jahre 2020 und 2021 6,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Das Programm
|
||
„Inklusive Hochschule NRW“ haben wir bis 2026 verlängert.
|
||
● Mit der Gründung eines „Promotionskollegs für angewandte Wissenschaften“ haben
|
||
wir die Promotionsmöglichkeiten für Studentinnen und Studenten an
|
||
Fachhochschulen geschaffen.
|
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Machen, worauf es ankommt
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||
● Top Qualität der Lehre
|
||
● Erfolgreiche Studentinnen und Studenten
|
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● Hybride Lehre, die Vorzüge von digitaler Lehre und Präsenz kombiniert
|
||
● Forschung und Wissenschaft in Nordrhein-Westfalen auf Spitzenniveau halten
|
||
● Inklusion in der Wissenschaft fördern
|
||
● Wettbewerb des Wissens um die besten Ideen gewinnen
|
||
● Innovationsfonds mit 100 Millionen Euro einrichten
|
||
● Mit der CampusApp den Alltag an Hochschulen digitalisieren
|
||
|
||
Für gute Bedingungen für Studentinnen und Studenten und gute Lehre
|
||
Nordrhein-Westfalen ist mit seiner dichten und ausdifferenzierten Hochschullandschaft für
|
||
Studierende hoch attraktiv.
|
||
● Wir erhöhen die Qualitätsverbesserungsmittel für die Lehre mit weiteren 50 Millionen
|
||
Euro auf 350 Millionen.
|
||
● Die positiven Erfahrungen mit digitalen Lehr- und Lernformaten werden wir in die
|
||
Präsenzlehre integrieren. Die Digitalisierungsoffensive für digitale Lehre und hybride
|
||
Formate setzen wir fort und werden neue Formate im Bereich der Präsenz-, der
|
||
digitalen und der hybriden Lehre fördern. Wir werden einen Preis für die besten
|
||
Umsetzungskonzepte ausloben.
|
||
● Wir unterstützen die Hochschulen bei ihren Bemühungen zu besseren inklusiven Lehr-
|
||
und Studienbedingungen.
|
||
● Wir verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um den oftmals zeitlich
|
||
unregelmäßigen Anforderungen einer Hochschule als Lern- bzw. Arbeitsort gerecht zu
|
||
werden, werden wir ein flexibles und verlässliches Angebot der Kindertagesbetreuung
|
||
schaffen. Wir wollen dies im engen Schulterschluss mit den örtlichen Jugendämtern
|
||
umsetzen.
|
||
● Wir werden mehr studentischen Wohnraum schaffen.
|
||
● Für uns ist die Diskussion um Studienbeiträge abschließend beendet. Wir schließen
|
||
ihre Wiedereinführung aus.
|
||
|
||
91
|
||
|
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|
||
elternunabhängigeres BAföG zu ermöglichen.
|
||
● Mit einer verbesserten Studienberatung, mit Talentscouting für leistungsstarke
|
||
Schülerinnen und Schüler aus Nichtakademikerfamilien, mit Begabtenförderung an
|
||
Schulen, mit einer besseren Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Schulen
|
||
sorgen wir dafür, dass mehr junge Menschen ihr Studium erfolgreich abschließen.
|
||
● Wir werden die Studienberatung verbessern. Berufsorientierung, alternative
|
||
Ausbildungswege, branchenspezifische Bedarfsprognosen u.v.m., aber auch soziale
|
||
und psychologische Angebote sind wichtige Hilfestellungen für junge Menschen. Vor
|
||
allem digitale Formate sorgen für flexible und passgenaue Angebote.
|
||
● Das Projekt Zukunft durch Innovation (zdi), das sehr erfolgreich für die MINT-Berufe
|
||
wirbt, werden wir dauerhaft absichern und zielgerichtet weiterentwickeln.
|
||
|
||
Für exzellente Forschung und Wissenschaft
|
||
Wir werden die Spitzenforschung und die dazugehörigen Einrichtungen weiter stärken, um
|
||
den Wissenschaftsstandort Nordrhein-Westfalen weiter auszubauen. Unser Land soll künftig
|
||
zur bundesweiten Spitze gehören.
|
||
● Aufgrund der aktuellen Fragen rund um Energiesicherheit und -wende sollen die
|
||
Hochschulen weiter technologieoffen forschen können.
|
||
● Wir unterstützen innovative Forschungsschwerpunkte im Bereich der „Mobilität der
|
||
Zukunft“ und entwickeln sie fort.
|
||
● Wir unterstützen den Strukturwandel im Rheinischen Revier durch Stärkung der
|
||
dortigen Wissenschaftslandschaft.
|
||
● Wir wollen die Friedens- und Konfliktforschung stärker fördern. Wir werden das Bonn
|
||
International Centre for Conflict Studies ausbauen.
|
||
● Wir wollen den begonnenen Aufbau des neuen Forschungs- und Lehrkollegs der
|
||
nordrhein-westfälischen Universitäten für Nachhaltigkeit, „HumboldtN“ fortführen.
|
||
● Den Aufbau der Fraunhofer-„Forschungsfertigung Batteriezelle“ wollen wir weiter zum
|
||
Erfolg führen.
|
||
● Wir schaffen einen neuen Innovationsfonds, mit dem zielgerichtete Impulse für
|
||
innovative wissenschaftliche Themenstellungen und Schwerpunktsetzungen
|
||
unterstützt werden. Hierfür werden wir zusätzlich 100 Millionen Euro bereitstellen.
|
||
● Wir sorgen dafür, dass das Promotionskolleg dem wissenschaftlichen Nachwuchs an
|
||
Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) weiter neue Chancen eröffnet.
|
||
● Wir werden ein landesweites Forschungskolleg mit einem Fellowship-Programm für
|
||
forschungsstarke Professorinnen und Professoren von den Hochschulen für
|
||
angewandte Wissenschaften einrichten.
|
||
● Wir werden die Johannes-Rau-Forschungsgemeinschaft (JRF) weiter stärken und
|
||
prüfen eine dynamisierte Grundfinanzierung. Insbesondere werden wir geeignete
|
||
Institute in eine Bund-Länder-Finanzierung für weitere Neuaufnahmen überführen.
|
||
92
|
||
|
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|
||
Ruhr ist ein Aushängeschild der von uns einberufenen Ruhrkonferenz. Damit werden
|
||
wir das Ruhrgebiet als Forschungs- und Wissenschaftsregion mit internationaler
|
||
Strahlkraft und Exzellenz weiter stärken.
|
||
● Wir werden Exzellenz durch die weitere Ausweitung der Stipendien fördern, z. B. in
|
||
den Jungen Akademien der Wissenschaften.
|
||
● Wir unterstützen die Einrichtung von Studienangeboten im Bereich Pharmazie, um die
|
||
Potenziale bei Innovationen, Gründungen und Lehre zu heben.
|
||
|
||
Für eine weitere Digitalisierung
|
||
Wir setzen die begonnene Digitalisierungsoffensive für Forschung und Lehre an den
|
||
Hochschulen konsequent fort.
|
||
● Wir wollen die erfolgreiche Arbeit von DH.NRW fortsetzen und es zu einer
|
||
Servicegesellschaft der Hochschulen in Nordrhein-Westfalen ausbauen.
|
||
● Die Open University Hagen werden wir bei der weiteren Entwicklung aktiv begleiten.
|
||
Nach der erfolgreichen Initialisierungsphase werden wir sie nachhaltig stabil
|
||
aufstellen. Wir werden den Aufwuchs der Finanzierung fortführen und darauf
|
||
hinwirken, dass Teile der Open University Hagen durch den Bund mitfinanziert werden.
|
||
Wir werden sie künftig an zusätzlichen Mitteln für Qualitätsverbesserung beteiligen.
|
||
● Das Center for Advanced Internet Studies – Research for the Digital Age (CAIS) wollen
|
||
wir perspektivisch in eine Bund-Länder-Finanzierung führen.
|
||
● Mit einer landesweit einheitlichen CampusApp bieten wir den rund 770.000
|
||
Studentinnen und Studenten einen digitalen Studierendenausweis an. Sie soll
|
||
Serviceleistungen wie den Zugang zur Bibliothek, Zahlungsfunktionen für die Mensa
|
||
oder das Semesterticket für Bus und Bahn umfassen. Funktionen für Mitarbeitende
|
||
der Hochschulen sollen in die App eingebunden werden.
|
||
|
||
Für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
|
||
Wir fördern die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an unseren Hochschulen
|
||
nachhaltig. Wir geben dem wissenschaftlichen Nachwuchs mehr Chancen und fördern
|
||
Diversität.
|
||
● Wir werden den akademischen Mittelbau an Hochschulen für Angewandte
|
||
Wissenschaften stärken.
|
||
● Unsere neuen Programme zur Vereinbarkeit von Familie, Studium und Wissenschaft
|
||
werden wir evaluieren und entsprechend weiterentwickeln.
|
||
● Wir wollen den Gender-Pay-Gap beseitigen und Leistung geschlechterunabhängig
|
||
entlohnen. Die mit den Hochschulen gemeinsam erarbeitete Erklärung werden wir
|
||
weiter umsetzen.
|
||
● Wir werden ein Programm zum Diversitäts- und Inklusionsmanagement an
|
||
Hochschulen aufbauen.
|
||
|
||
93
|
||
|
||
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|
||
den Ausbau von Studienaustauschangeboten fördern.
|
||
● Auslandserfahrungen sind für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wichtig.
|
||
Durch attraktive Bedingungen an unseren Hochschulen und
|
||
Wissenschaftseinrichtungen wollen wir sie für Nordrhein-Westfalen zurückgewinnen.
|
||
Das ausgeweitete Rückkehrer-Programm werden wir angesichts seines Erfolgs weiter
|
||
ausbauen.
|
||
● Wir wollen das lebenslange Lernen und die Durchlässigkeit zwischen den
|
||
Bildungsbereichen nachhaltig ermöglichen. Insbesondere die „demografische
|
||
Rendite“ an den Hochschulen könnte für zusätzliche wissenschaftliche Weiterbildung
|
||
eingesetzt werden.
|
||
|
||
Für den weiteren Abbau des Investitionsstaus
|
||
Wir werden den Abbau des Investitionsstaus konsequent fortsetzen. Wir denken
|
||
Hochschulbau neu, richten ihn an zukünftigen Anforderungen aus und machen den Campus
|
||
zum pulsierenden Ort der Begegnung.
|
||
● Wir werden den Bau eines Modellcampus der Zukunft in einem Wettbewerb fördern.
|
||
● Wir werden ein Hochschulbau-Sanierungsprogramm auflegen. Dabei denken wir
|
||
gemeinsam mit den Kommunen Hochschulbau und Städtebau zusammen. Wir
|
||
unterstützen integrierte Campusmodelle unter Berücksichtigung von Forschung und
|
||
Lehre, studentischem Wohnen und Einrichtungen der Wirtschaft.
|
||
● Für mehr passgenaue bauliche Investitionen entwickeln wir das Optionsmodell weiter.
|
||
● Wir werden mehr Wohnraum für Studentinnen und Studenten schaffen und fördern
|
||
Sanierung, Modernisierung und den Neubau von bezahlbarem Wohnraum durch die
|
||
Studierendenwerke mit einem Sonderfinanzierungsprogramm „Studentisches
|
||
Wohnen“.
|
||
● Wir werden ein Sonderfinanzierungsprogramm Universitätsklinken auflegen, um die
|
||
Ausstattung weiter zu verbessern.
|
||
● Maker-Space-Angebote einiger Hochschulen werden ausgeweitet auf weitere
|
||
Standorte, damit an einem technisch gut ausgestatteten, kreativen Ort und in lockerer
|
||
Umgebung dynamische Netzwerke, Konzepte und technische Projekte und Prototypen
|
||
entstehen können.
|
||
|
||
|
||
3. Kommunen
|
||
Unsere Dörfer, Städte und Gemeinden sind Heimat. Sie geben Geborgenheit, Sicherheit und
|
||
Lebensqualität. Nur wenn es den Kommunen gut geht, geht es dem Land gut. Deshalb machen
|
||
wir Politik für die urbanen Zentren wie für den ländlichen Raum. Wir stehen für eine
|
||
Verbindung von Land und Stadt. Subsidiarität ist der Grundsatz unseres Handelns. Wir
|
||
vertrauen den Verantwortlichen in unseren Gemeinden, Städten, Kreisen und
|
||
Landschaftsverbänden. Uns ist wichtig, dass sie die notwendigen Entscheidungskompetenzen,
|
||
Freiheiten und finanziellen Mittel haben.
|
||
94
|
||
|
||
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|
||
● Keine Landesregierung war jemals kommunalfreundlicher.
|
||
● Wir haben in den vergangenen fünf Jahren die finanzielle Handlungsfähigkeit der
|
||
Kommunen mit der Rekordsumme von rund 64 Milliarden Euro über die
|
||
Gemeindefinanzierung des Landes gesichert.
|
||
● Durch die erheblich höheren Zuweisungen in den vergangenen fünf Jahren ist es
|
||
zahlreichen Kommunen gelungen, aus der Haushaltssicherung herauszukommen.
|
||
● Wir haben erreicht, dass sich die Bundesregierung höher an Unterkunftskosten bei
|
||
Hilfsbedürftigkeit beteiligt: Jährlich kommt so rund eine Milliarde Euro mehr bei
|
||
unseren Kommunen an.
|
||
● Mit unseren neuen Förderprogrammen, die speziell auf unsere Dörfer, kleinere Städte
|
||
und Gemeinden zugeschnitten sind, konnten wir bspw. neue
|
||
Dorfgemeinschaftshäuser als Treffpunkt der Generationen bauen oder sanieren, wie
|
||
auch die Infrastruktur der Freiwilligen Feuerwehren modernisieren.
|
||
● Wir haben die städtische Entwicklung durch neue Initiativen, die Stadt und Land
|
||
zusammendenken und eine gemeinsame Weiterentwicklung voranbringen, gestärkt.
|
||
● Mit dem Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was
|
||
Menschen verbindet“ fördern wir mit 150 Millionen Euro ehrenamtliche und
|
||
städtische Initiativen zur Gestaltung und Weiterentwicklung unserer Heimat.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land
|
||
● Heimatförderprogramm fortsetzen
|
||
● Kommunen entschulden
|
||
● Interkommunale Zusammenarbeit ausbauen
|
||
● Konnexitätsregeln überprüfen („Wer die Musik bestellt, muss sie bezahlen“)
|
||
● Landesentwicklungsplan wird Fortschrittsplan
|
||
● Innenstädte lebendig halten
|
||
● Bauprogramm für Schulen, Rathäuser, Feuerwehrgerätehäuser und Sportstätten
|
||
|
||
Für Heimat
|
||
Tausende Menschen in Nordrhein-Westfalen gestalten jeden Tag im Großen und im Kleinen
|
||
ihre Heimat. Orte der Identifikation werden erhalten oder neu geschaffen. Brauchtum und
|
||
Tradition werden gepflegt und an die nächsten Generationen weitergegeben. Das
|
||
landeseigene Förderprogramm „Heimat. Zukunft. Nordrhein-Westfalen. Wir fördern, was
|
||
Menschen verbindet.“ hat genau das zum Ziel. Wir werden das erfolgreiche Förderprogramm
|
||
fortführen und damit noch mehr Menschen als bisher für unsere Heimat Nordrhein-Westfalen
|
||
begeistern.
|
||
|
||
|
||
|
||
95
|
||
|
||
--- PAGE 96 ---
|
||
Kommunale Selbstverwaltung setzt kommunalen Handlungsspielraum voraus. Durch die
|
||
erheblich höheren Zuweisungen in den vergangenen fünf Jahren ist es zahlreichen Kommunen
|
||
gelungen, aus der Haushaltssicherung herauszukommen. Trotz dieser Verbesserungen in den
|
||
Kommunalhaushalten, drücken Kommunen die kommunalen Kassenkredite. Die Ursachen
|
||
sind größtenteils historisch gewachsen: Seit Ende der Achtzigerjahre sind den Kommunen
|
||
immer neue Aufgaben übertragen worden, ohne adäquaten Finanzausgleich. In den
|
||
vergangenen fünf Jahren konnten Aufgaben neu strukturiert werden. In Teilen sorgte dies
|
||
schon für merkliche Entlastungen.
|
||
Bei zahlreichen Aufgaben äußert sich die Arbeitsteilung zwischen dem Land Nordrhein-
|
||
Westfalen und den Kommunen in gespaltenen Entscheidungs-, Durchführungs- und
|
||
Finanzierungskompetenzen der öffentlichen Aufgabenerfüllung. Die kleinteilige,
|
||
ressortbezogene strikte Konnexitätsregel Nordrhein-Westfalens behindert eine ganzheitliche
|
||
Behandlung von Herausforderungen.
|
||
● Wir werden dazu beitragen, dass die Verschuldung über die Kassenkredite
|
||
zurückgeführt wird. Dazu bedarf es eines bundesweiten Entschuldungskonzeptes für
|
||
die Kommunen.
|
||
● Wir werden eine Kommission unter Beteiligung der Kommunalen Spitzenverbände
|
||
einsetzen, die sich mit der Erfassung aller Konnexitätsausgleiche befasst. Damit
|
||
knüpfen wir an die Ergebnisse der erfolgreichen Transparenzkommission Nordrhein-
|
||
Westfalen an.
|
||
● Wir wollen das Gemeindefinanzierungsgesetz weiterentwickeln, um Fragen der
|
||
regionalen Wasserversorgung und der Hochwasserrisikovorsorge dauerhaft zu klären.
|
||
● Wir treten ein für eine Weiterentwicklung der Gewerbesteuer: Da, wo sie anfällt, soll
|
||
sie vereinnahmt werden.
|
||
● Wir werden die Verpflichtung zur Erhebung von Straßenausbaubeiträgen unter
|
||
Vermeidung von Konnexitätsfolgen abschaffen.
|
||
|
||
Für die Kommune 2030
|
||
Unsere Dörfer, Städte und Gemeinden sind Lebens-, Arbeits- und Wohnort für rund 18
|
||
Millionen Menschen. Wir werden sie auf ihrem Weg in das Jahr 2030 unterstützen, die
|
||
notwendigen Veränderungen anzugehen.
|
||
● Wir brauchen einen Neustart bei der Landesentwicklungsplanung. Der
|
||
Landesentwicklungsplan soll zum Fortschrittsplan für Nordrhein-Westfalen werden –
|
||
unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeit, Natur- und Umweltschutz, dem Ausbau
|
||
Erneuerbarer Energien, der integrierten Stadt- und Mobilitätsentwicklung sowie
|
||
wirtschaftlicher Belange für Industrie und Gewerbe. Wir werden den
|
||
Landesentwicklungsplan weiterentwickeln und für die Kommunen klare, transparente
|
||
und einfach anzuwendende Leitlinien schaffen.
|
||
|
||
|
||
|
||
96
|
||
|
||
--- PAGE 97 ---
|
||
Sicherung von Arbeitsplätzen durch Gewerbeansiedelung, für Land- und
|
||
Forstwirtschaft, für Grün- und Freiraumflächen und Flächen für die öffentliche
|
||
Infrastruktur und zur Daseinsvorsorge ist ein zielführendes Flächenmanagement
|
||
wichtig.
|
||
● Wir werden im Rahmen der Neuaufstellung des Landesentwicklungsplanes dafür Sorge
|
||
tragen, dass mehr Flexibilität bei der Ausweisung von Bereichen für gewerbliche und
|
||
industrielle Nutzungen geschaffen wird, um den Wirtschaftsstandort Nordrhein-
|
||
Westfalen zukunftsfähig zu entwickeln und Konkurrenzsituationen zu besonders
|
||
schützenswerten Siedlungsbereichen zu vermeiden.
|
||
● Die Menschen erwarten eine professionelle Erledigung ihrer Anliegen und zugleich
|
||
eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Gemeinwesens. Wir werden eine
|
||
Aufgabenkritik vornehmen, um Kommunen besser in die Lage zu versetzen, mit
|
||
kommenden Herausforderungen umzugehen. Wir werden aus der Gemeindeordnung,
|
||
der Kreisordnung, der Landschaftsverbandsordnung und dem Gesetz über den
|
||
Regionalverband Ruhr eine starke Kommunalverfassung für das Land Nordrhein-
|
||
Westfalen schaffen.
|
||
● Städte, Gemeinden und Gemeindeverbände stehen vor der besonderen
|
||
Herausforderung, offene Stellen in ihren Verwaltungen nicht oder nur unzureichend
|
||
besetzen zu können. Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden werden wir
|
||
an Lösungen arbeiten.
|
||
● Je verdichteter eine Stadt ist, umso größer sind die Herausforderungen im Zuge der
|
||
klimatischen Veränderungen. Die Menschen brauchen Freiraumflächen, Stadtgrün,
|
||
Luftschneisen etc. für ein positives Stadtklima. Da die innerstädtische Nachverdichtung
|
||
bzw. die Innenentwicklung oftmals scheitern, werden wir dafür Sorge tragen, dass es
|
||
weiterhin möglich ist, neue Flächen auszuweisen – so umweltverträglich wie möglich
|
||
und unter Beachtung ökologischer Ausgleiche.
|
||
● Wir werden ein landeseigenes Programm „Ländliche Räume mit Zukunft“, das sich
|
||
besonders an kleinere Gemeinden mit bis zu 15.000 Einwohnern richtet, auf den Weg
|
||
bringen. Damit werden die Landesprogramme zur Stärkung der ländlichen Räume
|
||
zusammengeführt und stärker als bisher auf die Bedürfnisse ausgerichtet.
|
||
● Zur Stärkung des ländlichen Raumes werden wir in mehreren Modellprojekten „ReGen
|
||
smart Villages“ auf den Weg bringen, die sich u. a. mit Erneuerbarer Energie selbst
|
||
versorgen.
|
||
● Bei der Neuausweisung von Industrie- und Gewerbegebieten setzen wir auf das
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„Klimaschutz-Industriegebiet“ bzw. das „Klimaschutz-Gewerbegebiet“ und schaffen
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damit die Zukunftsvoraussetzungen für eine nachhaltige Gebietsentwicklung, sichere
|
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und zukunftsfähige Arbeitsplätze bei möglichst „null Emission“ von CO2.
|
||
Die zahlreichen Gebäude der öffentlichen Infrastruktur und Daseinsvorsorge im kommunalen
|
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Besitz müssen für die Zukunft ertüchtigt werden: Dies umfasst insbesondere die Umstellung
|
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der Strom- und Wärmeversorgung, die Sicherung der Informationstechnik und Anpassungen
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97
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Fällen Neubauten, weil sich Sanierungen aus Gründen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit
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nicht rechnen.
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● Über die landeseigene Förderbank, die NRW.BANK werden wir ein landesweites
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Bauprogramm auf den Weg bringen, damit insbesondere Schulen, Rathäuser,
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Feuerwehrgerätehäuser und Sportstätten für die Zukunft in unseren Gemeinden und
|
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Städten gebaut werden können.
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● Um die kommunale Handlungsfähigkeit weiter zu stärken, werden wir zahlreiche
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Einzelförderprogramme zur Entlastung des Förderdschungels bündeln: Kommunen
|
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sollen das bauen oder sanieren können, was wirklich erforderlich ist und nicht, wofür
|
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es ein Förderprogramm gibt.
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● Wir werden noch strikter als bisher darauf achten, dass städtebauliche Maßnahmen,
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die für eine Förderung angemeldet werden, tatsächlich umsetzbar sind. Nach einer
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Phase des Abbaus von Ausgaberesten sind diese zuletzt wieder angestiegen.
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● Wir prüfen, wie wir Kommunen auch bei der praktischen Umsetzung unserer
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Bauförderprogramme unterstützen können.
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Für starke Innenstädte
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Unsere Innenstädte sind das Gesicht einer jeden Kommune.
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● Wir werden die erfolgreiche Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt. Nordrhein-
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Westfalen.“ weiter stärken.
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● Wir haben in der Corona-Pandemie die Innenstädte stabilisiert. Wir werden diese
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Maßnahmen fortsetzen und weiterentwickeln.
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● Wir werden die Kommunen dabei unterstützen, passgenaue Konzepte zur Entwicklung
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der Innenstädte aufzulegen. Ein Schwerpunkt wird dabei sein, sogenannte
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Frequenzbringer in den Städten zu haben. Wir werden die von uns neu geschaffenen
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Freiheiten der Bauordnung (Innovationsklausel) für die Innenstädte nutzen und das
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Thema Umnutzung weit oben auf der Agenda halten. Wir werden die Möglichkeiten
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der Nutzungsänderungen erleichtern und fördern die Stadt der Zukunft mit Handel,
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Wohnen, Logistik, Kultur, Start-Up-Szene, Handwerk und Gastronomie in den Zentren.
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Hybride Handelskonzepte gewinnen zunehmend an Bedeutung und machen die Stadt
|
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vielfältiger, zum Beispiel Showrooming in der Innenstadt plus gemeinschaftliche
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Warenlagerzentren in oberen Etagen eines Kaufhauses.
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● Der Weg zum hybriden Handel und zur gemischt genutzten Innenstadt ist
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vorgezeichnet. Wir werden diesen begleiten, indem wir neue Formen der Nutzung
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fördern und die Ansiedlung solcher Modelle unterstützen.
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● Wir werden ein strategisches digitales Leerstandskataster an die Stelle punktueller
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Einzelfallbetrachtungen setzen und so Datenbanken für aktives
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Ansiedlungsmanagement für Handelsflächen etablieren.
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Viele Warensendungen erreichen die Kundinnen und Kunden nicht zu Hause – auch nicht trotz
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mehrfacher Zustellversuche.
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98
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neu denken.
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● Professionelles Ansiedlungs- und Leerstandsmanagement, auch in Stadtteilzentren,
|
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muss koordiniert werden. Die über die Landesinitiative „Zukunft. Innenstadt.
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Nordrhein-Westfalen“ etablierten „Zukunftsmanagerinnen und Zukunftsmanager“ für
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die Innenstädte wollen wir dauerhaft etablieren.
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Für interkommunale Zusammenarbeit
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Rund 1.500 kommunale Kooperationsprojekte gibt es bereits in unserem Land. Gerade für
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kleinere Kommunen bieten sich Innovationspartnerschaften an, um neue Wege gehen zu
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können. Wir haben hierzu in den vergangenen Jahren zahlreiche Impulse gegeben. Wir
|
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werden die interkommunale Zusammenarbeit weiter ausbauen und da, wo es erforderlich ist,
|
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Gesetze ändern, um diese zu ermöglichen. Hierzu gehört, dass wir auf Bundesebene dafür
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eintreten, dass § 2b Umsatzsteuergesetz nicht zu einer Verhinderungsvorschrift für die
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interkommunale Zusammenarbeit wird.
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4. Öffentlicher Dienst
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Wir bekennen uns zum Berufsbeamtentum und wollen es für die Herausforderungen der
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Zukunft stärken und attraktiver machen.
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Etwa 860.000 Menschen in Nordrhein-Westfalen arbeiten im öffentlichen Dienst. Damit
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gehört er zu den größten Arbeitgebern. Bis 2036 scheidet etwa die Hälfte der Beschäftigten
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aus Altersgründen aus. Um seine Leistungsfähigkeit und Schlagkraft beizubehalten, muss der
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öffentliche Dienst fit für die Herausforderungen der Zukunft gemacht werden.
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Das haben wir erreicht
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● Wir haben die Dienst- und Versorgungsbezüge von 2019 bis 2021 durch zeit- und
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||
wirkungsgleiche Übernahme des Tarifergebnisses auf den Beamtenbereich um
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insgesamt 7,8 Prozent erhöht.
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● Wir haben das Tarifergebnis 2021 1:1 auf den Beamten- und Richterbereich
|
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übertragen. Dadurch haben alle aktiven Beschäftigten eine einmalige steuerfreie
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Corona-Sonderzahlung von 1.300 Euro erhalten, und zusätzlich wird die Besoldung ab
|
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1.12.2022 um 2,8 Prozent für alle erhöht.
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● Wir haben die Kostendämpfungspauschale abgeschafft. Spätestens seit der
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Abschaffung der Praxisgebühr stellte die Kostendämpfungspauschale ein einseitiges
|
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Sonderopfer der Beamtinnen und Beamten zur Haushaltskonsolidierung dar.
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● Wir haben die Einkommensobergrenze bei der Beihilfe für berücksichtigungsfähige
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Ehegatten/Lebenspartnerinnen und -partner auf 20.000 Euro erhöht.
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● Wir haben die Alimentation von Familien mit Kindern vom ersten Kind an nach oben
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angepasst.
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99
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● Effiziente Verwaltung als attraktiver Arbeitgeber
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● Zulagenwesen anpassen
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● Duales System der Gesundheitsfinanzierung sichern
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● Transparente Regeln für mobiles Arbeiten
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● Menschen mit Einwanderungsgeschichte bereichern den öffentlichen Dienst
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Für eine effiziente Verwaltung als moderner und attraktiver Arbeitgeber
|
||
Wir sehen die Verwaltung als attraktiven Arbeitgeber und bürgerfreundlichen Dienstleister.
|
||
● Wir wollen das Zulagenwesen für die Anerkennung besonderer Belastungen stärken
|
||
und es anpassen, die Mehrdienstzeiten vor dem Verfall schützen und die Auszahlung
|
||
steuerlich attraktiv gestalten. Für uns steht fest: Wer mehr leistet, soll hierfür
|
||
entsprechend entlohnt werden.
|
||
● Wir wollen im Wettbewerb um qualifizierte Nachwuchskräfte punkten und werden
|
||
dafür eine Verkürzung der Probezeit bei guten Abschlussnoten prüfen. Ebenso streben
|
||
wir eine Erhöhung der Eingangsbesoldung für Beamtinnen und Beamte der
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||
Laufbahngruppen 1.1 und 1.2 an. So wollen wir schnell berufliche und finanzielle
|
||
Sicherheit geben, die für junge Menschen zu Beginn ihres Berufslebens besonders
|
||
wichtig sind. Zudem wollen wir die Möglichkeiten zur Vergabe von Amtszulagen
|
||
ausbauen.
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||
● Wir werden die Dienstgebäude für eine gute und nachhaltige Arbeitsatmosphäre
|
||
weiter sanieren und dabei zugleich energetisch aufwerten.
|
||
● Wir stehen zum Berufsbeamtentum mit seinen drei Säulen aus Versorgung,
|
||
Alimentation und Beihilfe. Daher lehnen wir eine pauschale Beihilfe beziehungsweise
|
||
die zwangsweise Einheitsversicherung ab. Wir werden das duale System der
|
||
Gesundheitsfinanzierung aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung mit dem
|
||
bewährten System der Beihilfe erhalten. Und wir sorgen mit der Weiterentwicklung
|
||
des aktiven Gesundheitsmanagements für das wichtigste Gut des Menschen, die
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||
Gesundheit.
|
||
● Wir haben ein System für Lebensarbeitszeitkonten als flexibles Instrument für die
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||
verschiedenen Arbeits- und Lebensphasen eingeführt. Dieses werden wir evaluieren
|
||
und an neue Herausforderungen anpassen.
|
||
● Teilzeitmodelle werden keine Arbeitszeitmodelle zweiter Klasse sein,
|
||
Teilzeitbeschäftigte bekommen gleiche Chancen auf Aufstieg und persönliche
|
||
Entwicklung in unserer öffentlichen Verwaltung.
|
||
● Die Corona-Pandemie hat die Türen für mehr Digitalisierung in der Verwaltung
|
||
geöffnet. Damit diese gemeinsam mit den Beschäftigten gelingt, wollen wir eine neue
|
||
Kultur der öffentlichen Verwaltung etablieren: digital und dezentral. Wir werden dafür
|
||
u. a. dezentrale Einrichtungen von Behörden des Landes über ganz Nordrhein-
|
||
Westfalen verteilt ermöglichen, gerade im ländlichen Raum. Damit werden Fahrtwege
|
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100
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gestärkt.
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||
● Wir sehen im Homeoffice eine Chance sowohl für die Beschäftigten im öffentlichen
|
||
Dienst als auch für die Verwaltung insgesamt. Damit diese genutzt wird, braucht es
|
||
jedoch klare und transparente Regeln für mobiles Arbeiten, bspw. beim Arbeits- und
|
||
Datenschutz. Diese werden wir gemeinsam mit den Betroffenen zeitnah erarbeiten.
|
||
● Um den Bedarf an Fachkräften decken zu können, werden wir mit dem kommunalen
|
||
Arbeitgeberverband und den Gewerkschaften eine langfristig wirkende
|
||
Ausbildungsstrategie sowie eine Strategie für die Gewinnung und Qualifizierung für
|
||
den öffentlichen Dienst auf den Weg bringen. Im Rahmen dieser Strategie soll auch die
|
||
Durchlässigkeit zwischen öffentlichem Dienst, Privatwirtschaft, Wissenschaft sowie
|
||
der kommunalen und Landesebene verbessert werden.
|
||
● Wir werden die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im öffentlichen Dienst weiter
|
||
stärken. Der öffentliche Dienst kann als moderner Arbeitgeber mit flexiblen
|
||
Arbeitszeitmodellen punkten. Wer Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreuen
|
||
muss, soll vom Arbeitgeber Unterstützung erfahren. Wir wollen eine Verpflichtung zur
|
||
Kinderbetreuung in den Landesbehörden prüfen.
|
||
● Um die Attraktivität des öffentlichen Dienstes weiter zu stärken, wollen wir den
|
||
Beschäftigten des Landes das Angebot eines Job-Fahrrads machen. Damit machen wir
|
||
ein klimafreundliches und zukunftsweisendes wie nachhaltiges Mobilitätsangebot.
|
||
● Wir werden eine aktive und attraktive Personalgewinnung von jungen Menschen mit
|
||
Einwanderungsgeschichte fördern und eine entsprechende Initiative starten.
|
||
|
||
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5. Lebendige Demokratie
|
||
Freiheit, Frieden und Demokratie sind nicht umsonst zu haben. Wir müssen sie besser
|
||
wertschätzen und nach innen und außen verteidigen.
|
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||
Das haben wir erreicht
|
||
● Einsetzung der Enquetekommission „Subsidiarität und Partizipation. Zur Stärkung der
|
||
(parlamentarischen) Demokratie im föderalen System aus nordrhein-westfälischer
|
||
Perspektive“
|
||
● Stärkung der politischen Bildung, insbesondere im digitalen Raum
|
||
● Wir haben den Einsatz der Landeszentrale für politische Bildung gegen Extremismus
|
||
und Antisemitismus verstärkt. Diese führt u. a. Thema-Fachtagungen durch oder die
|
||
Ausbildungsreihe, die sie mit der Ruhr-Universität Bochum und dem Deutschen
|
||
Gewerkschaftsbund Nordrhein-Westfalen gestartet hat.
|
||
● Stärkung des kommunalpolitischen Ehrenamtes
|
||
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||
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101
|
||
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|
||
● Doppelstrategie für den Erhalt der lebendigen Demokratie
|
||
● Politische Bildung gegen Hassgewalt, Extremismus und Antisemitismus
|
||
● Chancen der digitalen Demokratie-Teilhabe nutzen
|
||
|
||
Für eine lebendige und starke Demokratie
|
||
Für den Erhalt einer lebendigen Demokratie in Nordrhein-Westfalen brauchen wir eine
|
||
Doppelstrategie: Werben und fit machen für politische Partizipation einerseits, wehrhafter
|
||
Kampf gegen jegliche Form von Extremismus andererseits.
|
||
● Wir werden die Handlungsempfehlungen der Enquetekommission zur Stärkung der
|
||
parlamentarischen Demokratie umsetzen.
|
||
● Der Landtag und das neue Haus der Geschichte sind zwei von vielen Orten, an denen
|
||
die Menschen mit der Demokratie unmittelbar in Berührung kommen können. Deshalb
|
||
wollen wir die Besucherzahlen dieser Einrichtungen steigern.
|
||
● Demokratie braucht politisch gebildete Bürgerinnen und Bürger. Wir brauchen wieder
|
||
mehr politische Bildung in den Schulen. Die politische Bildung der außerschulischen,
|
||
gemeinwohlorientierten Träger ist im novellierten Weiterbildungsgesetz gesetzlich
|
||
verankert worden. Wir werden sie finanziell stärken.
|
||
● Wir wollen flächendeckende Aus- und Weiterbildungsangebote für Beschäftigte des
|
||
öffentlichen Dienstes des Landes und der Kommunen, in denen der Umgang mit
|
||
radikalen und extremistischen Haltungen erläutert und geschult wird.
|
||
● Wir werden die wissenschaftliche Forschung und Begleitung zu allen
|
||
Erscheinungsformen von Populismus, Radikalisierung und Extremismus stärken. Die
|
||
Erkenntnisse sollen unmittelbar in die Handlungskonzepte zur Stärkung unserer
|
||
lebendigen Demokratie einfließen.
|
||
● Wir werden einen differenzierten Aktionsplan „Jugendbeteiligung in Nordrhein-
|
||
Westfalen“ erarbeiten und umsetzen.
|
||
● Wir werden die Förderung von Gedenkstättenfahrten in ehemalige
|
||
Konzentrationslager verdoppeln.
|
||
● Wir wollen die Chancen einer digitalen Demokratie-Teilhabe weiter erforschen und
|
||
erproben.
|
||
● Wir werden im Kinder- und Jugendförderplan Demokratie und Mitbestimmung
|
||
verstärkt fördern.
|
||
|
||
Für eine starke Landeszentrale für politische Bildung
|
||
Die Landeszentrale fördert das Verständnis für unsere demokratischen Abläufe und stützt
|
||
damit das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt notwendige Wertegerüst.
|
||
● Wir wollen diejenigen, die sich von der Demokratie nicht mehr angesprochen fühlen,
|
||
für die Demokratie zurückgewinnen. Eine stärkere Kooperation mit der Weiterbildung
|
||
soll dabei helfen.
|
||
102
|
||
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|
||
Zugängen für Jugendliche. Wir fördern neue Veranstaltungsformate und Methoden.
|
||
● Wir legen ein Programm mit dem Titel „Demokratie ist Haltung“ auf. Darin sollen
|
||
insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene zur Teilhabe angesprochen werden.
|
||
● Die Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung wird weiter ausgebaut.
|
||
● Wir werden rechtlich, organisatorisch, politisch und präventiv mit wirkungsvollen
|
||
Programmen dem Populismus, Rassismus, Extremismus und Antisemitismus in
|
||
Nordrhein-Westfalen den Boden entziehen.
|
||
● Wir werden die Arbeit der Antisemitismusbeauftragten weiter stärken.
|
||
● Wir fördern die stärkere Kooperation von Kultur und politischer Bildung.
|
||
|
||
6. Medien und Games
|
||
Nordrhein-Westfalen ist Medienland. Eine vielfältige und starke Medienlandschaft mit
|
||
zahlreichen, unterschiedlichen Angeboten und Akteuren prägt unser Bundesland. Sie ist
|
||
zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Diesen wollen wir weiter ausbauen und stärken.
|
||
In Zeiten zunehmender Polarisierung ist Medienvielfalt ein Schutzschild gegen gezielte
|
||
Desinformation und für unsere Demokratie, gerade in den sozialen Medien. Für den
|
||
öffentlich-rechtlichen Rundfunk sehen wir darin eine Chance, das eigene inhaltliche Profil zu
|
||
schärfen.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
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● Wir haben die Mittel für die Film- und Medienstiftung NRW fast verdoppelt: 2021
|
||
betrugen die Landesfördermittel für Film, TV und Games insgesamt 17,2 Millionen
|
||
Euro.
|
||
● Um die Funktionsfähigkeit zu stärken, haben wir die WDR-Gremien (Rundfunkrat)
|
||
verschlankt und die Prozesse entbürokratisiert.
|
||
● Für eine vielfältige Radiolandschaft und einen wirtschaftlich tragfähigen Lokalfunk
|
||
haben wir die Gesamtstrategie Radio in Nordrhein-Westfalen 2022 konzipiert.
|
||
Medienkompetenz haben wir als zentrales Thema der Digitalstrategie etabliert und
|
||
mehr Mittel für Förderung bereitgestellt.
|
||
● Mit dem #DigitalCheckNRW haben wir ein echtes Leuchtturmprojekt zur Stärkung von
|
||
Medienkompetenz gestartet, das bundesweit führend und Vorbild für andere
|
||
Bundesländer ist.
|
||
● Wir haben die Fördergelder zur Entwicklung von Spielen verdreifacht. Sie betragen nun
|
||
drei Millionen Euro pro Jahr.
|
||
|
||
Machen, worauf es ankommt
|
||
● Medienvielfalt erhalten, Lokaljournalismus stärken, Medienbildung fördern
|
||
● Vorreiter und Vorbild in Sachen Informations- und Medienkompetenz werden
|
||
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||
103
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||
● Qualitätsjournalismus muss bezahlbar bleiben
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● Gaming-Industrie ist Zukunftsmarkt
|
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Für das Fernseh- und Filmland
|
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● Wir werden die Standort- und Produktionsbedingungen weiter verbessern und die
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||
gezielte Förderung des Film- und Fernsehstandorts Nordrhein-Westfalen fortsetzen.
|
||
Dafür werden wir Mittel für die Film- und Medienstiftung NRW weiterhin
|
||
kontinuierlich anpassen, damit sie neben klassischen Film- und Fernsehproduktionen
|
||
innovative, interaktive und multimediale Internet- und Games-Projekte fördern kann.
|
||
● Zur Kultur unseres Landes gehört eine lebendige Kinolandschaft. Wir werden Kinos im
|
||
ländlichen Raum stärken.
|
||
Wir setzen uns für die Weiterentwicklung des dualen Rundfunksystems im digitalen Zeitalter
|
||
ein – für einen starken Lokalfunk und einen modernen WDR.
|
||
● Wir wollen gemeinsam mit den Akteuren die Potenziale, die das System aus sich selbst
|
||
entfalten kann, nutzen, um die Lokalsender beim Umstieg in das digitale Zeitalter zu
|
||
unterstützen.
|
||
● Um den Lokalfunk zu stärken, wollen wir mit der Landesmedienanstalt NRW
|
||
Möglichkeiten suchen, Kosten für Übertragung und Verbreitung zu senken.
|
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● Wir schärfen das Profil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und entwickeln im
|
||
Rahmen unserer Möglichkeiten Struktur und Auftrag des WDR zukunftsfähig weiter.
|
||
● Im öffentlich-rechtlichen Profil sollen künftig Angebote, die zur inhaltlichen Vielfalt
|
||
beitragen und von privaten Medien weniger gewährleistet werden können, stärker
|
||
zum Ausdruck kommen.
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||
● Wir wollen den Rundfunkanstalten mehr Eigenverantwortung geben.
|
||
Wir schärfen den ganzheitlichen und systematisierten Ansatz im Bereich
|
||
Medienkompetenzförderung.
|
||
● Wir bauen die Medien- und Informationskompetenz als Schlüsselqualifikation für die
|
||
digitale Welt aus – gegen Bedrohung, Hass und Fake News im Netz, für reflektierten
|
||
und kreativen Umgang mit digitalen Technologien und sozialen Medien.
|
||
● Wir wollen alle Menschen in Nordrhein-Westfalen dazu befähigen, sich in der
|
||
medialen Welt sicher und eigenständig zu bewegen. Deshalb stärken und vernetzen
|
||
wir die vielfältigen Initiativen für mehr Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen
|
||
und Erwachsenen, um ihnen die sichere, verantwortungsvolle und kreative Nutzung
|
||
digitaler Medien zu ermöglichen.
|
||
● Wir unterstützen den Weg der Landesanstalt für Medien (LfM), die zentrale Anlauf-
|
||
und Koordinierungsstelle für Medienkompetenz-Projekte in Nordrhein-Westfalen zu
|
||
werden, und stärken die Rolle der LfM beim digitalen Kinder- und Jugendmedienschutz
|
||
sowie beim Kampf gegen Hatespeech, Desinformation und Extremismus im Netz.
|
||
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104
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|
||
● Wir unterstützen Initiativen für verbesserte Ausbildung und Maßnahmen zur
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||
Nachwuchs-Gewinnung und zur Förderung von Lokaljournalismus. Das Grimme-
|
||
Institut wollen wir mit dem Ziel, Medienqualität und Mediendiskurs zu fördern, weiter
|
||
profilieren.
|
||
● Wir wollen dafür sorgen, dass professionell geprüfte, journalistisch-redaktionelle
|
||
Informationen und Inhalte im Netz ungehindert und diskriminierungsfrei auffindbar
|
||
und zugänglich sind.
|
||
● Wir wollen mithelfen, dass Qualitätsjournalismus insbesondere auf lokaler und
|
||
regionaler Ebene im Netz konkurrenzfähig bleibt, und uns weiterhin dafür einsetzen,
|
||
dass Journalismus in der Abgabenordnung als gemeinnützige Tätigkeit anerkannt wird.
|
||
● Wir setzen uns dafür ein, dass Werbevorgaben in Internet und Rundfunk rechtlich
|
||
einheitlich gestaltet werden.
|
||
● Wir unterstützen den Aufbau einer länderübergreifenden digitalen Plattform in
|
||
Europa. Wir setzen uns für mehr Inklusion, Integration und Diversität in den Medien
|
||
ein und fördern barrierefreie Medienangebote.
|
||
● Wir unterstützen nachhaltige Arbeitsweisen sowie die Einhaltung von Tarifverträgen
|
||
und sozialen Standards bei Dreharbeiten und Produktionen.
|
||
|
||
Für den weiteren Ausbau der Games-Branche
|
||
● Wir werden die erfolgreichen Veranstaltungs- und Dialogformate für die Games-
|
||
Branche, die Film- und Medienwirtschaft sowie die Medienhäuser fortsetzen und
|
||
weiterentwickeln. Formate wie der Games-Gipfel und der Mediengipfel sollen
|
||
weiterhin regelmäßig stattfinden.
|
||
● Wir werden den Medien- und Digitalstandort Nordrhein-Westfalen weiterhin sichtbar
|
||
und wirksam präsentieren.
|
||
● Das Global Media Forum der Deutschen Welle als festen Treffpunkt der Akteure aus
|
||
Medien, Wirtschaft und Bildung zu Fragen und Herausforderungen der Zukunft und zu
|
||
einem Ort der Vernetzung unserer Medienbranche mit internationalen Partnern
|
||
werden.
|
||
Die Games-Branche ist ein erheblicher Wirtschaftsfaktor in unserem Land mit Tausenden
|
||
innovativen Arbeitsplätzen, die vielfältige Fachkräfte anziehen.
|
||
● Wir werden Nordrhein-Westfalen als führenden Games-Standort weiter etablieren.
|
||
● Wir wollen die Innovationskraft und Kreativität der Branche für den Einsatz in der
|
||
beruflichen Weiterbildung und der Bildung nutzen.
|
||
● Wir werden nicht nur die Entwicklung von Spielen fördern, sondern auch deren
|
||
Produktion in Nordrhein-Westfalen.
|
||
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||
|
||
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105
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||
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|
||
Games-Branche, die Film- und Medienwirtschaft und die Medienhäuser
|
||
weiterentwickeln und das erwähnte Games-Kompetenzzentrum (jetzt: „Fusion
|
||
Campus“) sowie das Mediennetzwerk Nordrhein-Westfalen unterstützen.
|
||
eSport fördert die digitale Verbindung, Integration und Inklusion
|
||
● Wir wollen das Know-how der traditionellen Sportförderung in den eSport übertragen,
|
||
um duale Karrieren zu ermöglichen und das eSport-Training zu professionalisieren.
|
||
● Wir wollen die eSports Player Foundation ausbauen.
|
||
● Wir setzen uns beim Bund dafür ein, dass eSport in der Abgabenordnung dem Sport
|
||
gleichgestellt wird
|
||
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||
7. Nordrhein-Westfalen in Europa und der Welt
|
||
Die Europäische Union garantiert auf der Grundlage von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie
|
||
ein Leben in Freiheit und Vielfalt. Auf Zusammenarbeit und Fortschritt gründen Frieden,
|
||
Wohlstand und Freizügigkeit.
|
||
Der Angriff auf die Ukraine ist ein Angriff auf die europäische Friedensordnung. Gemeinsam
|
||
mit unseren europäischen Freunden verurteilen wir ihn auf das Schärfste. Wir unterstützen
|
||
die Sanktionen, die die Europäische Union verhängt hat. Sie und die NATO verteidigen unsere
|
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Sicherheit.
|
||
|
||
Das haben wir erreicht
|
||
● Wir haben den Europabezug in der Landesverfassung verankert.
|
||
● Die grenzüberschreitende Kooperation mit Belgien und den Niederlanden wurde in
|
||
den Bereichen Sicherheit, Arbeitsmarkt, Kultur, Bildung, Mobilität sowie
|
||
Katastrophen- und Brandschutz intensiviert.
|
||
● In der Corona-Pandemie haben wir mit einer Cross-Border-Task-Force ein bundesweit
|
||
führendes Modell grenzüberschreitender Kooperation geschaffen.
|
||
● Wir haben das Landesbüro NRW in Tel Aviv eröffnet und den Austausch mit Israel auf
|
||
ein neues Niveau gehoben.
|
||
● Die Bundes- und UN-Stadt Bonn haben wir u. a. durch die Gründung der Nordrhein-
|
||
Westfälischen Akademie für Internationale Politik unterstützt.
|
||
● Die Partnerschaft mit Ghana konnte neu belebt werden.
|
||
● Mit der italienischen Region Piemont haben wir eine neue Partnerschaft gegründet
|
||
und mit Großbritannien die Kooperation nach dem Brexit vertieft.
|
||
● Wir haben mit neuen Initiativen Europa für junge Menschen und Auszubildende
|
||
erlebbar gemacht.
|
||
|
||
|
||
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106
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--- PAGE 107 ---
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||
● Europa mitgestalten
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||
● Europa soll Chancen, keine neuen Belastungen schaffen
|
||
● Subsidiaritätsprinzip schärfen
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||
● Ausbau der Zusammenarbeit im Weimarer Dreieck und in der BeNeLux-Partnerschaft
|
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● Einrichtung eines neuen Landesbüros in London
|
||
● Ghana-Kooperation ausbauen
|
||
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Für ein starkes Land im Herzen Europas
|
||
● Die CDU ist die Europa-Partei in Nordrhein-Westfalen. Wir treten ein für eine
|
||
handlungsfähige Europäische Union, die Eigenverantwortung lebt und eine
|
||
Werteunion ist. Wir setzen uns dafür ein, dass die Perspektive von Nordrhein-
|
||
Westfalen in Brüssel stärker berücksichtigt wird. Von der „Konferenz zur Zukunft
|
||
Europas“ kann hierzu ein wichtiger Impuls ausgehen. Wir werden diesen Prozess
|
||
mitgestalten.
|
||
● Wir werden die Stimmen starker Regionen in Brüssel noch wahrnehmbarer machen
|
||
und uns dazu eng mit unseren europäischen Partnern abstimmen.
|
||
● Wir werden die nachbarschaftlichen Beziehungen zu den Niederlanden noch enger
|
||
gestalten und die von uns ins Leben gerufene Grenzlandagenda vorantreiben.
|
||
● Unsere Partnerschaft mit der französischen Region Hauts-de-France und dem
|
||
polnischen Schlesien im Weimarer Dreieck werden wir weiter vertiefen, die enge
|
||
Verbindung mit dem belgischen Flandern ausbauen und die neue Partnerschaft mit
|
||
dem Piemont mit Leben füllen.
|
||
● Wir wollen einer drohenden Sprachlosigkeit entlang der Grenzen insbesondere bei der
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jüngeren Generation offensiv begegnen, in dem wir mit unseren Benelux-Partnern bei
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Lehrerausbildung und Sprachunterricht an Schulen neue Angebote schaffen.
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Für den Wandel in Europa
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Europa steht vor einer doppelten Transformation: weltweiter Vorreiter bei Klimaschutz und
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Digitalisierung.
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● Wir fordern eine 1:1-Umsetzung von europäischem Recht und keine Überregulierung.
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Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Freiräume. Wo europäisches Recht in
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Nordrhein-Westfalen umgesetzt wird, wird dies weiterhin so passieren.
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● Wir werden uns auf allen Ebenen dafür einsetzen, dass der Rahmen für die Umsetzung
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des Europäischen Green Deal und Fit for 55 die richtigen Prioritäten setzt,
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Innovationskraft entfaltet und bürokratische Gängelung vermeidet.
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● Wir treten dafür ein, dass Europa schnellere und einfachere Planungs- und
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Vergabeverfahren ermöglicht. Das in Nordrhein-Westfalen pilotierte Netzwerk der
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„Regional Hubs“, das Erfahrungen mit dem Vollzug europäischer Regulierungen
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sammelt, kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
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Wenn es darauf ankommt, hilft unser Land. Für uns steht solidarisches Handeln immer im
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Vordergrund. Dies ist aktuell insbesondere in der Ukraine-Krise gefragt. Viele Mütter mit ihren
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Kindern, ältere und schwächere Menschen verlassen ihr Zuhause. Sie lassen alles zurück: ihr
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Hab und Gut, ihre Freunde und Familienangehörige und alles, was ihnen lieb und teuer ist.
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Diese schutzbedürftigen Menschen kommen nach Nordrhein-Westfalen, in ein sicheres
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Bundesland. Wir helfen, wenn es darauf ankommt. Mit Spenden oder konkreten
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Hilfsangeboten zeigen die Menschen ein großes Herz. Wir dürfen nicht zulassen, dass den
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Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine weiteres Unglück widerfährt. Dafür müssen wir gemeinsam
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mit dem Bund und den anderen Ländern eng zusammenarbeiten. Den Menschen, die zu uns
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kommen, bieten wir Schutz. Wir werden ihnen Unterkunft geben, ihre organisatorische sowie
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psychologische Betreuung sowie den Zugang zu gesundheitlicher Versorgung und schulischer
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Bildung sicherstellen. Wir werden Integrationsangebote machen. Die Kommunen werden wir
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bei den anstehenden Aufgaben unterstützen.
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Für ein sicheres Europa
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Sicherheit ist die Grundlage von Freiheit. Deshalb setzen wir uns für ein sicheres Europa ein.
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● Wir stehen für die Stärkung der gesamten europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.
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Wir werden den Ausbau der Digitalisierung bei der polizeilichen und justiziellen
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Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und den zuständigen EU-Agenturen
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intensivieren.
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● Wir werden Europol durch die Entsendung von Beamten weiterhin unterstützen und
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befürworten insbesondere den Ausbau des Europol-Informationssystems und die
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verstärkte Kooperation der Behörde mit Unternehmen.
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Der Krieg gegen die Ukraine hat das Sicherheitsdenken in Europa verändert. Wir erkennen
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diese neue Realität an. Deutschland muss mehr in seine Sicherheit und die der Partner in EU
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und NATO investieren. Wir dürfen uns bei der Heimatverteidigung nicht länger auf andere
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verlassen.
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Der Bund hat ein Sondervermögen von einmalig 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr
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angekündigt und will die Zusage gegenüber der NATO einhalten, den Verteidigungshaushalt
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auf mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandprodukts zu erhöhen. Dieser Ankündigung
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müssen nun Taten folgen.
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Unsere Soldatinnen und Soldaten sind Staatsbürger in Uniform und damit selbstverständlicher
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Bestandteil der Gesellschaft. Wir brauchen eine Kultur des Respektes ihnen und ihrem Einsatz
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für Freiheit und Demokratie gegenüber.
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Neben der Heimatverteidigung zählt zu den Aufgaben der Bundeswehr der Heimatschutz. Bei
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Naturkatastrophen, schweren Unglücksfällen, bei innerem Notstand und Amtshilfe, wie bspw.
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während der Corona-Pandemie, leistet sie hervorragende Arbeit.
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● Wir unterstützen den Bund dabei, die Bundeswehr personell, materiell, technisch und
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strategisch für die Aufgaben von heute und morgen fit zu machen. Dabei ist es
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zwingend, für die Bevölkerung eine Informations- und Aufklärungskampagne zu den
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Grundordnung zu starten.
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● Die Bundeswehr muss wieder in die Lage versetzt werden, das deutsche Staatsgebiet
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und die eigene Bevölkerung wirksam zu verteidigen. Zudem muss sie ihren
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Bündnisverpflichtungen nachkommen können.
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● Die Jugendoffiziere und -offizierinnen der Bundeswehr leisten mit ihren
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Informationsveranstaltungen in weiterführenden und berufsbildenden Schulen einen
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wichtigen Beitrag zur politischen Bildung. Wir werden diese Kooperationsvereinbarung
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für eine Zusammenarbeit im Schulunterricht fortsetzen und erweitern sowie ihnen
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uneingeschränkten Zugang zu staatlichen Bildungseinrichtungen ermöglichen.
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● Wir unterstützen die Initiativen für einen verpflichtenden Freiwilligen Dienst für die
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Gesellschaft. Dieser richtet sich an junge Männer und Frauen nach Ende ihrer Schulzeit
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und soll sich nicht nur auf die Bundeswehr beschränken.
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Für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern
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● Wir wollen den Katastrophenschutz grenzüberschreitend besser vernetzen,
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bestehende Grenzhindernisse weiter abbauen und den grenzüberschreitenden
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Verkehr stärker vernetzen.
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● Wir wollen für junge Menschen neue Möglichkeiten für Erfahrungen im europäischen
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Ausland schaffen – in der Schule, in der Ausbildung, im Beruf, an der Hochschule und
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im Vereinsleben. Wir wollen den europäischen Jugendaustausch stärken und die
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Einführung eines parlamentarischen Patenschaft-Programmes anstoßen.
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● Die Versöhnung und Verständigung mit Israel hat für uns herausragende Bedeutung.
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Dieses freundschaftliche Miteinander werden wir vertiefen.
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● In Anlehnung an das erfolgreiche Modell eines Landesbüros in Israel wollen wir in
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London ein Büro etablieren, das die ganze Breite der Beziehungen zwischen Nordrhein-
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Westfalen und dem Vereinigten Königreich abbildet.
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● Wir wollen unsere Zusammenarbeit mit dem US-Bundesstaat Pennsylvania ausbauen
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und neue Kooperationen mit amerikanischen Bundesstaaten und kanadischen
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Provinzen gerade in den Bereichen Klimaschutz, Katastrophenabwehr und neue
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Technologien eingehen.
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● Neue Perspektiven sind das Ziel unserer Partnerschaft mit Ghana: Wir wollen
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gemeinsam mit den zahlreichen Initiativen der Zivilgesellschaft die gerade verlängerte
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Partnerschaft mit neuen Ideen und Projekten füllen. Wir werden Ghana dabei
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unterstützen, aus eigener Kraft Wachstum und Beschäftigung zu schaffen. Hierzu
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werden wir den Verwaltungsaustausch weiter ausbauen.
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● Wir wollen Bonn als einzigen UN-Standort Deutschlands weiter unterstützen und neue
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Projekte fördern, die sich den globalen Herausforderungen und den Zielen
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nachhaltiger Entwicklung widmen – vom Klimawandel über die Pandemiebekämpfung
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bis hin zum demografischen Wandel und zur Polarisierung der Gesellschaften.
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