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REGIERUNGSPROGRAMM
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DER CDU SACHSEN-ANHALT
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ZUR LANDTAGSWAHL
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AM 06. JUNI 2021
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Beschlossen auf dem außerordentlichen 30. Parteitag der
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CDU Sachsen-Anhalt am 27.03.2021 in Magdeburg
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Unsere Heimat.
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Unsere Verantwortung.
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Regierungsprogramm 2021-2026
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Beschluss des Landesparteitages vom 27.03.2021
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Inhalt
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1.
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Vorwort des Spitzenkandidaten Dr. Reiner Haseloff MdL ......................................... 2
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2.
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Präambel – Sachsen-Anhalt auf Kurs halten ............................................................. 3
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4.
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Für solide und tragfähige Landesfinanzen: Generationsgerecht und
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zukunftsorientiert ...................................................................................................... 14
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5.
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Mit Digitalisierung unsere Zukunft gestalten ........................................................... 16
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6.
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Wissenschaft als Ideengeber einer besseren Zukunft ............................................. 19
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7.
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Beste Bildung für alle ................................................................................................ 23
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8.
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Starke Kommunen – starkes Sachsen-Anhalt .......................................................... 28
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9.
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Sicher leben in Sachsen-Anhalt ............................................................................... 33
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10.
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Den Rechtsstaat in Sachsen-Anhalt stärken ........................................................... 39
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11.
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Migration und Integration nach klaren Regeln ......................................................... 42
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12.
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Mobilität für jedermann ............................................................................................ 45
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13.
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Gesundes Sachsen-Anhalt ....................................................................................... 49
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14.
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Für ein soziales Miteinander ..................................................................................... 53
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15.
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Moderne Land- und Forstwirtschaft ........................................................................ 59
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Umwelt, Klima- und Naturschutz mit Maß und Mitte .............................................. 66
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Kunst, Kultur und Medien – in Sachsen-Anhalt Zuhause ......................................... 74
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Impressum………………………………………………………………………………………………………………………….....……. 82
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1.
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Vorwort des Spitzenkandidaten Dr. Reiner Haseloff MdL
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Am 6. Juni 2021 entscheiden Sie über die Zukunft Sachsen-Anhalts.
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Sie haben die Wahl, ob Sachsen-Anhalt seinen erfolgreichen Weg
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fortsetzen kann, oder ob unser Land wieder parteipolitischen Expe-
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rimenten ausgesetzt wird.
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Die CDU führte in den letzten fünf Jahren eine Koalition der politi-
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schen Mitte an, die das Land weiter vorangebracht hat. Unsere
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Wirtschaftskraft wuchs, die Arbeitslosigkeit wurde dagegen erneut
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gesenkt. Unser Land wies vor der Corona-Krise die höchsten Lohnzuwächse der neuen
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Bundesländer auf und konnte alte Schulden tilgen. Während der Corona-Pandemie hat die
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Landesregierung ihre Handlungsfähigkeit mehr denn je unter Beweis gestellt. Sachsen-
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Anhalts Weg im Umgang mit Corona war unter dem Strich erfolgreich. Impfzentren wur-
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den im Rekordtempo aufgebaut und Schnelltests zur Verfügung gestellt. Das Land unter-
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stützte Unternehmen mit Sonderhilfen und ermöglichte es den Kommunen, weiter zu in-
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vestieren. Die Akteure haben verantwortungsbewusst gehandelt. Das Land steht auf einer
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soliden Basis und ist krisenfest.
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Für Verzagtheit gibt es also keinen Grund. Die Unterstützung des Bundes und der Europä-
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ischen Union, aber auch die Besinnung auf unsere eigenen Stärken machen es möglich, die
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Krise als Chance zu begreifen. Es ist meine feste Absicht, die Pandemielage nicht einfach
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nur zu bewältigen, sondern Sachsen-Anhalt auch stärker und moderner zu machen.
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Gerade jetzt kommt es darauf an, die Erfolgsbilanz für unsere Heimat fortzuführen und
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nicht durch gesellschaftliche Experimente zu gefährden. Unsere Bürgerinnen und Bürger
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haben während der Pandemie erstaunliche Leistungen erbracht. Ihre Solidarität und Mit-
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wirkung dürfen nicht mit politischer Instabilität bestraft werden. Wir haben als CDU die
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Verhältnisse im Land in Ordnung gehalten und für Stabilität gesorgt. Eine Zusammenarbeit
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mit den Parteien des rechten und linken Randes, die die Systemfrage stellen, wird es mit
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mir auch in Zukunft nicht geben. Es gilt am 6. Juni, das Erreichte nicht zu verspielen. Die
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Weichen für eine erfolgreiche Zukunft sind gestellt.
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Unser Regierungsprogramm enthält viele Vorschläge für die weitere Entwicklung unserer
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Heimat. Wir müssen Arbeit und Wertschöpfung künftig so organisieren, dass uns eine
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Pandemie nie wieder derart treffen kann. Die Chancen der Digitalisierung müssen wir noch
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besser nutzen. Den begonnenen Strukturwandel in der Kohleregion wollen wir beherzt fort-
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setzen. Darüber hinaus stehen wir für die Ermöglichung modernen Lebens im ländlichen
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Raum. Flächendeckende medizinische Grundversorgung, gute Bildung, Mobilität sowie
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eine gut aufgestellte und ausgestattet Polizei.
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Verantwortungsbereitschaft, Augenmaß, und auch Leidenschaft für Sachsen-Anhalt; da-
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für stehe ich und dafür bitte ich am 6. Juni 2021 um Ihr Vertrauen.
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2. Präambel – Sachsen-Anhalt auf Kurs halten
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Sachsen-Anhalt ist unsere Heimat, Deutschland unsere Identität und Europa unsere Zu-
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kunft. Über 30 Jahre nach der Wiedervereinigung stehen wir in der Tradition von Helmut
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Kohl weiter für eine Europäische Union der Menschenrechte, der Demokratie, des Wohl-
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stands und des Friedens. Das Fundament der Europäischen Union als Wertegemeinschaft
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ist für uns unverrückbar. Sachsen-Anhalt ist Teil des föderalen Systems und begleitet so-
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wohl im Bund als auch in der Europäischen Union Gesetzgebungsprozesse frühzeitig und
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selbstbewusst.
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Als Volkspartei der politischen Mitte ist die CDU für jeden offen, der die Würde, Freiheit und
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Gleichheit der Menschen anerkennt. Unser auf dem christlichen Menschenbild fußendes
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Werteverständnis macht uns nicht nur immun gegen jede Form des politischen Extremis-
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mus, sondern bildet auch täglich den Kompass unseres Handelns. Weder die Religionsfrei-
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heit oder andere Grundrechte noch das universelle Gebot der Nächstenliebe lassen sich
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auf bestimmte Bevölkerungsgruppen begrenzen. Bündnisse mit den links- und rechtsext-
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remen Rändern des politischen Spektrums wird es mit uns nicht geben, sie sind für uns
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weder Ansprechpartner noch Verbündete. Unsere Grundüberzeugungen von Freiheit, Ge-
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rechtigkeit und Solidarität stellen wir über die politische Mehrheitsfindung im Tagesge-
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schäft.
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Teile der Bevölkerung fühlen sich abgehängt, ungehört oder gar bedroht. Hier muss und
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wird christdemokratische Politik in unserem Land ansetzen. Es reicht nicht aus, Politik ein-
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fach nur besser zu erklären. Wir werden vielmehr häufiger die möglichen Folgen unserer
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politischen Entscheidungen unmittelbar vor Ort gemeinsam mit den Bürgern bedenken und
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abwägen. Wir werden die Wähler wieder von uns überzeugen, weil wir sichtbare Ergeb-
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nisse schaffen und Probleme lösen.
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Als Volkspartei der Mitte setzen wir nicht auf leere Worte. Beim Erklären des politisch Not-
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wendigen halten wir uns aus Überzeugung an politischen Anstand. Beleidigungen, Verlet-
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zungen und Hass haben bei uns keinen Platz. Wir wollen Vorbild des politischen Anstands
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sein, denn aus Gedanken werden Worte, aus Worten werden Taten. Bei der CDU ist sicher:
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Das christliche Menschenbild leitet uns, das Gemeinwohl verpflichtet uns. Bürgerliche
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Überzeugungen bilden den Anker unserer Politik. Aus Verwurzelung in der Bevölkerung,
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Liebe zur Heimat und Stolz auf die reichen Traditionen des Landes schöpfen wir unsere
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Kraft für unser Sachsen-Anhalt.
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Unsere Heimat hat sich längst von einem Land mit Vergangenheitsproblemen zu einem
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Land mit großartigen Zukunftsperspektiven entwickelt. Die CDU-geführte Landesregie-
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rung hat uns sicher durch die krisenhafte Zeit der Corona-Pandemie gesteuert. Als Regie-
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rungspartei will die CDU Kurs halten und mit dem Votum der Wählerinnen und Wähler den
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guten Weg Sachsen-Anhalts fortsetzen.
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3. Sachsen-Anhalts Wirtschaft auch künftig durch die Krise steuern
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Sachsen-Anhalts Wirtschaft hat sich positiv entwickelt. Die Arbeitslosigkeit konnte signi-
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fikant gesenkt und die Wirtschaftsindikatoren kontinuierlich gesteigert werden. Auch der
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Tourismus hat in den zurückliegenden Jahren Zuwächse erzielt. Innerhalb der Kenia-Koa-
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lition ist die CDU der Motor der Wirtschaftspolitik.
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Wir bekennen uns zum Grundprinzip einer sozialen Marktwirtschaft mit fairem Wettbe-
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werb, Eigenverantwortung und sozialem Ausgleich.
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Der Weitsicht der CDU geführten Landesregierungen ist es zu verdanken, dass in den zu-
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rückliegenden Jahren neue Industriegebiete erschlossen worden sind. Für zahlreiche An-
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siedlungen internationaler Firmen in dieser Legislaturperiode, z. B. einer neuen Papierfabrik
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in Sandersdorf (Progroup AG), eines Automobilzulieferers nahe Halle (Schuler AG), eines
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neuen Versandzentrums bei Magdeburg (Amazon) oder eines Batterieherstellers in Bitter-
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feld (Farasis Energy) konnte so die Grundvoraussetzung für Neuinvestitionen mit neuen
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Arbeitsplätzen geschaffen werden.
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Durch ein neues Mittelstandsförderungsgesetz erreichen wir bei jedem neuen Gesetz, dass
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die Bürokratiebelastungen für die Unternehmen geprüft bzw. beseitigt und somit Investiti-
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onen und Innovationen erleichtert werden.
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Die eingeführte Meistergründungsprämie stärkt handwerkliche Berufe und sichert zahlrei-
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che Unternehmensnachfolgen. Praktikumsgutscheine bringen rechtzeitig Schüler und Un-
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ternehmen zusammen, werben für die duale Berufsausbildung und wirken dem Fachkräf-
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temangel entgegen. Aktuelles Wissen aus Forschung und Lehre bringen Studierende in die
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regionalen Unternehmen. Transfergutscheine unterstützen Praktika, Projekt- ebenso wie
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Abschlussarbeiten. Wir schaffen Rahmenbedingungen für künftige Fachkräfte und fördern
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den Wissenstransfer für noch mehr Innovationen und Wettbewerbsfähigkeit.
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Die flächendeckende Mobilfunkabdeckung ist eine zentrale Voraussetzung für viele neue
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intelligente Technologien. Dazu trägt der von der CDU-Landtagsfraktion initiierte
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"Funklochfinder" maßgeblich bei. Wir wollen das erste Flächenbundesland mit vollständi-
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ger 5G-Netzabdeckung sein.
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Im Zuge der Corona-Krise haben sich die Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa
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deutlich verändert. Die von der Bundesregierung und den Ländern eingeleiteten Maßnah-
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men waren und sind im Hinblick auf den Gesundheitsschutz der Menschen notwendig und
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angemessen. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass es aber auf jeden Einzelnen an-
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kommt. Und auch die Starken manchmal die Hilfe des Staates und des Sozialsystems brau-
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chen. Das Herunterfahren ganzer Wirtschaftsbereiche führte zu einer in der deutschen
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Nachkriegsgeschichte einmaligen Herausforderung, die Politik und Wirtschaft gemeinsam
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lösen müssen. Diese Herausforderungen werden Sachsen-Anhalt auch in den kommenden
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Jahren sowohl ökonomisch als auch finanzpolitisch begleiten. Alle künftigen politischen
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Entscheidungen sind darauf auszurichten, die Wirtschaftskraft und die Wirtschaftsleis-
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tung des Landes zu erhalten bzw. zu erhöhen. Gleichzeitig ist darauf zu achten, die Maß-
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nahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft ausreichend zu finanzieren. Die erforderlichen
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Schritte gehen weit über die Möglichkeiten des Landes Sachsen-Anhalt hinaus. Eine Kri-
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senbewältigung ohne Beteiligung der EU und des Bundes wird nicht gelingen. Daher sind
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alle ökonomischen und finanziellen Maßnahmen im politisch-föderalen Kontext gemeinsa-
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mer Absprachen und einer gemeinsamen Politik zu betrachten.
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WIR WERDEN
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Die Corona Krise bewältigen: Politik und Unternehmen stehen vor erheblichen Her-
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ausforderungen. Wir wollen dafür sorgen, dass unsere Unternehmen auch in den
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nächsten Monaten durch angemessene Hilfsmaßnahmen unterstützt werden. Für
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in Not geratene Unternehmen wollen wir steuerliche Erleichterungen auf Bundes-
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und Landesebene erreichen. Dazu gehören Stundungen für Steuerzahlungen, keine
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weiteren Steuererhöhungen und keine weiteren Diskussionen um eine Vermögens-
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abgabe. Wir prüfen eine Aussetzung der harten Eigenkapitalregelung, damit die
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Unternehmen auch nach der Krise kreditwürdig bleiben. Um die Liquidität von Un-
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ternehmen zu sichern, wollen wir eine Verrechnung bisheriger Gewinne mit aktuel-
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len und künftigen Verlusten erreichen. Als Teil der Krisenbewältigung wollen wir ein
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Sonderinsolvenzrecht für in Not geratene Unternehmen einführen, damit diese in
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der Krise ein vereinfachtes Insolvenzverfahren durchlaufen können.
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Die Wirtschaft hat erheblich in den Gesundheitsschutz für die Arbeitnehmerinnen
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und Arbeitnehmer investiert. Die umfangreichen Hygienemaßnahmen belasten vor
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allem kleine und familiengeführte Unternehmen, aber auch Mittelstand und Hand-
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werk erheblich. Wir wollen dafür sorgen, dass Maßnahmen zum innerbetrieblichen
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Gesundheitsschutz gefördert werden.
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Dem Fachkräftemangel begegnen und die Unternehmensnachfolge absichern:
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Wir werden die bedarfsgerechte berufliche Bildung im Hinblick auf die überbe-
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triebliche Ausbildung und die Ausbildungsstätten des Handwerks unterstützen,
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damit die duale Berufsausbildung in hoher Qualität abgesichert und weiterentwi-
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ckelt werden kann. Unser Ziel ist es, an den Schulen rechtzeitig für eine berufliche
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Ausbildung zu werben. Die auf Initiative der CDU erfolgreich eingeführten Prakti-
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kumsgutscheine werden wir fortführen. Wir wollen eine flexible und ganzheitliche
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Berufsausbildung, die sich den stetig wechselnden Anforderungen der Wirtschaft
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und individuellen Bedürfnissen von jungen Menschen zeitnah anpasst.
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Den Strukturwandel von der Kohle, zur Zukunftsregion meistern:
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Wir wollen die Erfahrungen aus dem Strukturwandel der Nachwendezeit nutzen,
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um gemeinsam mit unseren Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie unseren
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regionalen Unternehmen und Sozialpartnern den beschlossenen Ausstieg aus der
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Braunkohle zu ermöglichen und ökonomisch, ökologisch sowie sozial nachhaltig er-
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folgreich zu gestalten, um den Menschen in den betroffenen Regionen neue Zu-
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kunftsperspektiven zu bieten. In enger Abstimmung mit den Nachbarbundeslän-
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dern Sachsen und Brandenburg werden wir innovative und zukunftsfähige Projekte
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auf den Weg bringen, welche die Braunkohleregionen auffangen und neue attrak-
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tive und hochwertige Arbeitsplätze schaffen. Wir wollen den Süden unseres Bun-
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deslandes mit den bereitgestellten Strukturstärkungsmitteln als Referenzregion für
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Innovationen sowie für Forschung und Entwicklung stärken. Wir werden alle Hoch-
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schulstandorte im Land weiterentwickeln und profilieren.
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Die chemische Industrie bleibt auch in Zukunft eine der wichtigen Leitindustrien für
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die Wirtschaft im südlichen Sachsen-Anhalt. Durch die Umstellung auf die Erzeu-
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gung von Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) wollen wir deren
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Potentiale nutzen sowie im Sinne einer regionalen Wertschöpfung für Produktions-
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prozesse und die Mobilität weiter ausbauen, ohne dabei die Versorgungssicherheit
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zu gefährden. In diesem Zusammenhang sind auch Power-to-X Projekte als for-
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schungs- und anwendungsorientierte Lösungen in der Region zu fördern.
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Wir wollen, dass auch in Zukunft eine grundlastfähige Energieversorgung z. B.
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durch Gaskraftwerke in der Region erhalten bleibt. Im Sinne der Schaffung einer
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Zukunftsregion wollen wir den Süden Sachsen-Anhalts beim Ausbau des 5G-Mo-
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bilfunkstandards, bei Infrastrukturprojekten, der Digitalisierung im Tourismus oder
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beim autonomen Fahren modellhaft unterstützen. Weiterhin muss die Entwicklung
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einer noch leistungsfähigeren Forschungs- und Hochschullandschaft vorangetrie-
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ben werden. Die Tourismus- und Weinanbauregion, getragen durch viele Klein- und
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Familienbetriebe, ist im Sinne weiterer positiver Wachstumsraten fortzuentwickeln.
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Die Abstimmung hat im engen Schulterschluss zwischen dem Land sowie den Kom-
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munen und Aufgabenträgern der betroffenen Kohleregionen zu erfolgen.
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Wir werden dafür sorgen, dass Projekte schnell geplant und umgesetzt werden
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können. Dazu wollen wir die Ausstattung der Strukturkommission in der Staats-
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kanzlei verstetigen und die Zuständigkeit und Aufgabenwahrnehmung in der Ver-
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antwortung eines eigenen Staatssekretärs bündeln. Wir streben eine unabhängige
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und wissenschaftsbasierte Begleitung des Kohleausstiegs zum Beispiel durch die
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Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina an. Die zur Verfügung stehen-
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den Mittel werden dabei überwiegend in den vom Strukturwandel am meisten be-
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troffenen Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Burgenlandkreis, Mansfeld-Südharz und
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Saalekreis eingesetzt.
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Den freien Handel und Warenverkehr verstetigen: Wir wollen durch neue Han-
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delsverbindungen mit europäischen Partnern unser Wirtschaftswachstum der ver-
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gangenen Jahre weiter verstetigen. Als Drehkreuz und wichtiger Logistikstandort
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des europäischen und globalen Warenverkehrs wollen wir diese Position nutzen,
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um mit gezielten Maßnahmen die Ansiedlung von internationalen Unternehmen in
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Sachsen-Anhalt zu unterstützen. Einer der wichtigsten Handelspartner unseres
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Bundeslandes ist das Vereinigte Königreich. Nach dem Brexit werden wir die guten
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und gewachsenen Handelsbeziehungen weiter fortführen. Gemeinsam mit der
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Bundesregierung werden wir alles dafür tun, damit ein Freihandelsabkommen mit
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der EU zustande kommt. Freier Warenverkehr und der freie Austausch von Arbeits-
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kräften sind für uns die Grundlage für wirtschaftliche Beziehungen im Sinne aller
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europäischen Partner. Protektionismus, Zollschranken und Sanktionen lehnen wir
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ab. Wir wollen, dass unser Bundesland weniger vom Transit und stärker vom direk-
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ten Warenverkehr profitiert. Die Messeförderung ist ein wichtiger Bestandteil für die
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Investorenwerbung und für den internationalen Warenaustausch. Diese muss in
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den kommenden Jahren verstetigt werden.
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Wir wollen die bestehenden Netzwerke zwischen den mittelständischen Unterneh-
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men, der Industrie und der Logistik weiter intensivieren. Dazu werden wir das Au-
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ßenwirtschaftskonzept des Landes überarbeiten, um den aktuellen Entwicklungen
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bis zum Jahre 2030 Rechnung zu tragen. Hierbei ist ein besonderer Fokus auf China
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zu legen unter Berücksichtigung der Vor- und Nachteile der Initiative Neue Seiden-
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straße. Zur Stärkung des Außenhandels werden wir auf diese Regionalpartner-
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schaften, auf europäische Netzwerke, die Universitäts- und Hochschulkooperatio-
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nen sowie auf wissenschaftliche Strukturen zurückgreifen. Eine der Hauptaufgaben
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muss daher darin bestehen, die Außenhandelsaktivitäten von kleinen und mittel-
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ständischen Unternehmen zielgerichteter zu fördern und zu unterstützen. Dies wer-
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den wir mit einer Überarbeitung der Förderkulisse erreichen. Gemeinsam mit dem
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Verband Groß- und Außenhandel und den Kammern werden wir nach Wegen su-
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chen, um die Qualifizierung und Fortbildung für die Bereiche Im- und Export zu ver-
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bessern.
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Durch digitalen Wandel Bürokratie abbauen, um mehr zu unternehmen: Der Er-
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füllungsaufwand für rechtliche Vorschriften, Statistik- und Informationspflichten
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verursacht in den Unternehmen einen zunehmend höheren Aufwand und steigende
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Kosten. Besonders Handwerk und Mittelstand werden durch diese Entwicklungen
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gebremst. Wir wollen das ändern. Mit der landesweit koordinierten Umsetzung des
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Onlinezugangsgesetzes auf allen Verwaltungsebenen schaffen wir die Grundvo-
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raussetzungen für die Digitalisierung von Fach- und Verwaltungsverfahren. Mit der
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Umsetzung der E-Government-Strategie treiben wir die Schaffung eines digitalen
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Workflows bei den Behörden weiter voran. Wir wollen eine Beschleunigung von
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Genehmigungsverfahren durch digitale Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligun-
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gen voranbringen.
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Unser Ziel besteht darin, den Erfüllungsaufwand bis zum Jahre 2023 durch eine zu-
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nehmende Digitalisierung signifikant zu verringern. Dazu gehört auch die Einfüh-
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rung eines einheitlichen Nutzerkontos für Unternehmen, um möglichst viele Verwal-
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tungsvorgänge mit dem Ziel der Reduzierung von Mehrfacherfassungen digital er-
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ledigen zu können. Wir werden ein Mittelstandsförderungsgesetz für Sachsen-An-
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halt schaffen, das nicht nur die Wirkung neuer Gesetze und Verordnungen für die
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Unternehmen prüft (Gesetzesfolgenabschätzung), sondern im Gegenzug die Ab-
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schaffung eines Gesetzes oder einer Verordnung verbindlich (one in, one out) regelt.
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Darüber hinaus wollen wir einen externen Beauftragten für den Bürokratieabbau
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benennen, der ressortübergreifend agiert, um Gesetze und Verordnungen auf ihre
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Notwendigkeit zu überprüfen. Dieser Bürokratiebeauftragte soll weiterhin darauf
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achten, dass EU- und Bundesgesetze 1:1 übernommen werden und nicht durch zu-
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sätzliche Regelungen unnötig verkompliziert werden. Das Landesvergabegesetz
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wollen wir durch das Bundesvergabegesetz mit praktikablen und investitionsför-
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dernden Schwellenwerten ersetzen. Durch eine Begrenzung der Aufbewahrungs-
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fristen auf fünf Jahre für Unterlagen im Handels- und Steuerrecht wollen wir eine
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Kostensenkung bei Mittelstand und Handwerk erreichen.
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Mehr öffentliche Investitionen für sichere Arbeitsplätze auf den Weg bringen:
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Wir werden uns dafür einsetzen, dass mittel- und langfristig geplante Infrastruk-
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turprojekte von Bund und Ländern vorgezogen bzw. beschleunigt werden. Um dies
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zu erreichen, wollen wir im Bundesrat ein Planungsbeschleunigungsgesetz für Inf-
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rastrukturmaßnahmen auf den Weg bringen. Dazu gehört die Beseitigung des
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Missbrauchs von Verbandsklage- und Beteiligungsrechten. Um dem Investitions-
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stau zu begegnen, werden wir eine Verstetigung der kommunalen Investitionspro-
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gramme der Bundesregierung einfordern.
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Die Verwaltungsmodernisierung vorantreiben: Die Bekämpfung der Covid19-
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Pandemie hat gezeigt, dass Prozesse in Deutschland und damit auch in Sachsen-
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Anhalt, suboptimal angelegt sind. Eine strukturierte Prozessoptimierung verschafft
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der Landesverwaltung erst die Möglichkeit, Arbeitsabläufe, wo gesetzlich vorgege-
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ben, sinnvoll und möglich, zu digitalisieren und Landespersonal für die kreativen
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Aufgaben freizustellen, die nicht von EDV erledigt werden können. Wir fassen uns
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daher selbst an die Nase und nehmen uns vor, bis 2026 sämtliche Landesverwal-
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tungsverfahren nach einheitlichem Standard zu erfassen, zu beschreiben und ge-
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meinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sämtlicher Landesbehörden
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und - Einrichtungen auf Effizienz- und Effektivitätsreserven zu prüfen. hilfsweise
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sind die KGST-Standards zur Hilfe zu nehmen. 2026 wird das Ergebnis auf einer
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nationalen Tagung unter Beteiligung unserer europäischen Partnerregionen Exper-
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ten präsentiert. Ziel ist es, dass Sachsen-Anhalt auch in diesem Feld mit Best-Prac-
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tice-Beispiel vorangeht.
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Jetzt erst recht auf die Kreativwirtschaft setzen: Die CDU ist sich über die enormen
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Potentiale der Kreativwirtschaft in Sachsen-Anhalt bewusst. Das Durchhaltever-
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mögen und die Vernetzung der Akteure, aber auch die finanzielle Unterstützung der
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Landesregierung während der Corona-Lockdowns hat diesen wichtigen Wirt-
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schaftsbereich vor dem Zusammenbruch bewahrt. Die CDU wird sich auf Grund-
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lage und in Auswertung der Regionalen Innovationsstrategie 2014-20 dafür ein-
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setzen, dass gemeinsam mit allen relevanten Akteuren bis 2022 eine neue Strategie
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erarbeitet wird. Diese Strategie muss die Potentiale auf europäischen und weltwei-
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ten Märkten berücksichtigen und konkrete, finanziell untersetzte Maßnahmen auf-
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weisen.
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Uns an die Spitze der neuen Bundesländer setzen: Oberstes Ziel ist die Steigerung
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der Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit Sachsen-Anhalts als Wirtschafts-
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standort. Wir wollen die Genehmigungsverfahren für Unternehmenserweiterungen
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und Neuansiedlungen weiter beschleunigen, indem wir Gesetze straffen und den
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Ausbau der Planungs- und Genehmigungskapazitäten beim Land und in den Kom-
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munen ausbauen.
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Diesem Anliegen, alle Verfahren in Sachsen-Anhalt zu beschleunigen, entspricht
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auch die schnellere Umsetzung von Bundesgesetzen bzw. deren Änderungen in
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Sachsen-Anhalt, indem die Bestimmung von Kommunen als zuständige Ausfüh-
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rungsbehörden nicht mehr nur durch formelles Gesetz, sondern auch durch eine
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Verordnung auf Grund eines Gesetzes bestimmt werden können. Bisher schreibt
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Artikel 87 Absatz 3 der Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt vor, dass eine Auf-
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gabenübertragung an Kommunen nur durch ein formelles Gesetz erfolgen darf. Die
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große Mehrzahl der Bundesländer kann hier schneller sein, weil sie eine Zuständig-
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keitsübertragung an Kommunen durch eine Verordnung regeln können und kein
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langwieriges Gesetzgebungsverfahren durchlaufen müssen. Um diesen Standort-
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nachteil bei der schnellen Umsetzung von Bundesrecht abzubauen, werden wir uns
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dafür einsetzen, dass Artikel 87 Absatz 3 so geändert wird, dass eine Aufgaben-
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übertragung an Kommunen durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes durch Ver-
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ordnung möglich wird. Hierbei werden wir darauf achten, dass der in Artikel 87 Ab-
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satz 3 Satz 3 Landesverfassung geregelte Kostenausgleich für die Kommunen un-
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verändert fortbesteht.
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Interkommunale Kooperationen insbesondere im Bereich der Wirtschaftsförderung
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sollen unterstützt werden. Wir werden Existenzgründungen, Start-Ups und Unter-
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nehmensübernahmen fördern, indem wir vor allem auf neue Wachstums- und Ent-
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wicklungskerne im Umfeld der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie
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der Industrie Sachsen-Anhalts setzen. Mittels gezieltem Clustermanagement sollen
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Innovationsraten, Ausgründungen sowie der Ausbau entlang der Wertschöpfungs-
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ketten gesteigert werden.
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Wir wollen das Kammersystem des Handwerks, der Freien Berufe sowie von In-
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dustrie und Handel weiter stärken. Dazu werden wir auch prüfen, inwiefern hoheit-
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liche Aufgaben verstärkt in die Selbstverwaltung der Wirtschaft übertragen werden
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können. Sachsen-Anhalt verfügt über eine hochspezialisierte Industrie mit entspre-
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chenden Wertschöpfungsketten. Wir wollen im Gegensatz zu anderen Parteien für
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ein wirtschaftsfreundliches Umfeld sorgen, dass die Entwicklung unserer Industrie
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weiter fördert. Dazu setzen wir auf ein professionelles Gewerbeflächenmanage-
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ment von der Vorausplanung eines ausreichenden und attraktiven Industrie- und
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Gewerbeflächenangebots sowie der Koordinierung bestehender Gewerbeflächen-
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informationssysteme bis zur Unterstützung unserer Kommunen bei der Entwicklung
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sowie aktiven und offensiven Vermarktung regional bedeutsamer Gewerbeflächen.
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Dabei gilt es stets, den bedarfsgerechten Einklang aus Entwicklung neuer Flächen,
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Konversion bestehender Brachflächen sowie Renaturierung nicht mehr genutzter
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Flächen zu finden.
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Eines der Hauptziele unserer Ansiedlungspolitik wird darin bestehen, mehr Zu-
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kunftsbranchen, internationale Unternehmen und „Hidden Champions“ nach Sach-
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sen-Anhalt zu holen. Wesentlich dabei ist auch die gezielte Vermarktung Sachsen-
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Anhalts als attraktiven Arbeits- und Lebensraum zur Akquise von Investoren und
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Fachkräften. Wir wollen die Investitionsbank als zentrales Förderinstitut des Lan-
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des stärken und die Investitions- und Marketinggesellschaft über eine Aufgaben-
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entlastung stärker auf die Investorenbetreuung spezialisieren. Eine hohe Investiti-
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onsquote ist der Markenkern von wirtschaftsnaher CDU-Politik. Trotz Corona-Krise
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werden wir weiterhin einen hohen Anteil an öffentlichen Investitionen im Landes-
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haushalt sicherstellen. Wir werden dafür sorgen, dass neue Technologien hierzu-
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lande zügig eingeführt werden und wir wollen Sachsen-Anhalt zur Modellregion für
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Zukunftstechnologien beispielsweise in den Bereichen Wasserstoff, 5G-Technik
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und autonomes Fahren ausbauen.
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Den Tourismus durch die Krise führen: Der Tourismus im Land hat sich bis zum
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Beginn der Corona Krise positiv entwickelt. Die Investitionen der zurückliegenden
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zwei Jahrzehnte in den Tourismus zeigen Wirkung. Er ist ein wichtiger ökonomi-
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scher Anker in den strukturschwachen Regionen Sachsen-Anhalts. Die Hilfen des
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Bundes und der Länder, vor allem aber die Kurzarbeiterregelungen, waren notwen-
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dig und angemessen. Zusätzliche finanzielle Hilfen müssen auch im Jahre 2021 für
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die Tourismusbranche zur Verfügung stehen. Die Mehrwertsteuersenkung auf Spei-
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sen und Getränke muss für das Gastronomiegewerbe bestehen bleiben, solange es
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coronabedingte Einschränkungen gibt.
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Wir wollen ein Investitionsprogramm „Tourismus“ für landesbedeutsame Maßnah-
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men einführen. Wir wollen über einen befristeten Zeitraum dafür sorgen, dass Teile
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der Bürokratieauflagen durch Notverordnungen ausgesetzt werden.
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Wir wollen den Anteil digitaler touristischer Angebote weiter ausbauen. Dazu wer-
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den wir das bestehende Landesprogramm „Sachsen-Anhalt Digital“ auf den Tou-
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rismus (digitale Gästemappe, digitale Bestellungen zur Kontaktvermeidung usw.)
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ausweiten.
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Der Schutz der Sonn- und Feiertage, als Tage der Arbeitsruhe sowie des seelischen
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und christlichen Friedens, haben für uns Verfassungsrang. Wir wollen das Laden-
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öffnungszeitengesetz mit dem Ziel novellieren, die sog. Sonntagsöffnung nicht wei-
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ter auszuweiten, aber die bisher bestehenden Möglichkeiten rechtssicher zu gestal-
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ten.
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Um künftig effektiver und schneller auf die rasanten Entwicklungen reagieren zu
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können, werden wir ein „Kompetenzzentrum Tourismus“ schaffen. Weiterhin wer-
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den wir die fachliche Bündelung in einer Tourismus GmbH voranbringen. Es bedarf
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einer interministeriellen Arbeitsgruppe unter der Leitung eines Staatssekretärs, die
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Hilfsmaßnahmen koordiniert, Agrar- und Tourismusmarketing zusammenführt und
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die Digitalisierung der touristischen Dienstleistungen vorantreibt.
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Wir wollen erreichen, dass Kleinst- und Familienbetriebe im Hotel- und Beherber-
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gungsgewerbe zur Bewältigung der Corona-Krise über einen zeitlich begrenzten
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Raum von den Beiträgen zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk befreit werden.
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Grundsätzlich werden wir uns weiterhin für Pauschalen für Hotels und Gaststätten
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einsetzen.
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Für das Hotel- und Gaststättengewerbe ist das bestehende Arbeitsrecht zu starr.
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Um Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen, werden wir uns auf Bundesebene
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für eine Flexibilisierung des Arbeitsrechts einsetzen. Um unsere Heimat lebenswert
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und attraktiv zu halten, sind die Folgen der Energiewende (z.B. Verspargelung gan-
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zer Landstriche, Solarzellen in denkmalgeschützten Innenstädten) einer kritischen
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Prüfung zu unterziehen. Touristische Leuchtturmprojekte, wie das Ganzjahrespro-
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jekt in Schierke, dürfen nicht mehr durch fehlinterpretierte oder überzogene Um-
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weltauflagen verhindert werden. In diesem Zusammenhang wollen wir ein Pla-
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nungsbeschleunigungsgesetz für touristische und tourismusnahe Projekte einfüh-
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ren.
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Die unternehmerische Kultur und das Unternehmerbild in unserer Gesellschaft
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stärken: Wir setzen uns aktiv dafür ein, das Unternehmerbild in unserer Gesell-
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schaft zu stärken und mit gezielten Maßnahmen die unternehmerische Kultur zu
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fördern. Dazu zählen unter anderem die Etablierung einer gründer- und unterneh-
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merfreundlichen Kultur in Behörden und Ämtern, ein forcierter Bürokratieabbau, die
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Stärkung von Gründerökosystemen, der Aufbau neuer Rollenmodelle und die Ver-
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mittlung unternehmerischen Denkens und Handelns in Schulen und Hochschulen.
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Mittelstand, Handwerk und Freie Berufe fördern: Mittelstand, Handwerk und Freie
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Berufe stehen für eine Unternehmenskultur der unternehmerischen Freiheit, der
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Verantwortung gegenüber den Beschäftigten, für fairen Wettbewerb und für die
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Ordnungsprinzipien einer sozialen Marktwirtschaft. Mit der Wiedereinführung der
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Meisterpflicht stärken wir das Handwerk. Wir werden dafür sorgen, dass die Meis-
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tergründungsprämie auch in den kommenden Jahren finanziell im Landeshaushalt
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verstetigt wird.
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Wir begrüßen die Maßnahmen der Bundesregierung auf europäischer Ebene zum
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Erhalt der Meisterpflicht; dazu gehört auch die Transparenzinitiative der EU-Kom-
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mission zur Evaluierung der Reglementierungen des Berufszugangs in den Mitglied-
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staaten.
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Wir wollen dafür sorgen, dass Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitu-
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tionen unseres Bundeslandes enger sowie koordinierter zusammengeführt werden.
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Dies gilt auch für die Förderprogramme, die wir künftig unbürokratischer, standar-
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disierter und digitaler gestalten wollen. In diesem Zusammenhang werden wir dafür
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sorgen, dass die Präqualifizierung endlich zum anerkannten Standard im öffentli-
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chen Auftragswesen wird, um die Unternehmen vor immer wiederkehrenden Nach-
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weisen und der damit verbundenen unnötigen Bürokratie und Kosten zu entlasten.
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Die Selbstverwaltung aus Kammern und Verbänden der Freien Berufe, die Berufs-
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rechte und insbesondere die aktuell im Fokus der Diskussion stehenden Prinzipien
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wie Fremdkapitalregelungen, Honorar- und Gebührenordnungen und Vorgaben für
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die Rechtsform freiberuflicher Einheiten sind für uns nicht verhandelbar. Dies gilt
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auch für die Selbstkontrolle und die Eigenverantwortlichkeit, denn freiberufliche
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Dienstleistungen sind auf den individuellen Einzelfall zugeschnitten und deshalb
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nicht vergleichbar mit standardisierten industriellen Prozessen und Produkten.
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Für eine sichere, preisstabile und unabhängige Energieversorgung eintreten:
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Energie ist das „Lebenselixier“ jeder Volkswirtschaft. Eine sichere, preisstabile und
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von anderen Staaten unabhängige Energieversorgung sichert die internationale
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Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Die bisherige technische Sta-
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bilität der deutschen Energieversorgung ist als Standortvorteil anzusehen. Ange-
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sichts der Umsetzung des beschlossenen Kohleausstiegs und des Ausstiegs aus der
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Kernenergie ist die Systemsicherheit im Bereich der Grundlast akut gefährdet. Wir
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wollen erreichen, dass der beschlossene Kohleausstieg anhand der technischen Pa-
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rameter ständig überprüft wird. Aus unserer Sicht ist die Überführung in eine CO2
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arme Energieerzeugung ein notwendiger Schritt. Dieser muss sich aber an der Sys-
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temsicherheit, der Preisstabilität und am technisch Machbaren orientieren.
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Die regenerativen Energien sind künftig vollumfänglich in die Systemverantwortung
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zu überführen. Die Lasten für den Systemwechsel der Energieerzeugung dürfen
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nicht die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft beeinflussen. Erneuer-
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bare Energien müssen zur Bürgerenergie weiterentwickelt werden. Vor-Ort-er-
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zeugter Strom muss für die Bürgerinnen und Bürger vor Ort kostengünstiger zur
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Verfügung stehen, um die Akzeptanz gegenüber Biogas, Photovoltaik und Wind-
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kraft zu steigern. Kommunen sollen pro erzeugte Kilowattstunde erneuerbarer
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Energie angemessene laufende Abgaben erhalten. Diese kann unter anderem für
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neue Infrastruktur im Energiebereich genutzt werden.
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Wir werden auch weiterhin die dezentrale Energie- und Wärmeerzeugung unter-
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stützen. Dabei setzen wir auf technologieoffene Verfahren. Dazu werden wir das
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Landesenergiekonzept fortschreiben und wir wollen die privaten Energiedienstleis-
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ter stärken. Demzufolge werden wir die Arbeit der Landesenergieagentur auf den
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Prüfstand stellen. Wir wollen Privatleute von der Anbieterbindung der Versorger
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und zwingenden Abnahme beim Versorgungsunternehmen befreien, die bei Sanie-
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rung oder Neubau eine autarke Energieversorgung und / oder Energieüberkapazi-
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täten erreichen.
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Innovationspolitik für die Wertschöpfung betreiben: Innovationspolitik sollte tech-
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nologieoffen ausgerichtet sein und den technologischen Fortschritt, die organisato-
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rische Umsetzung in den Betrieben sowie den entstehenden Aus- und Weiterbil-
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dungsbedarf von Anfang an integriert einbeziehen.
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Um die zukünftige Weiterentwicklung nach den konkreten Bedarfen auszurichten,
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ist es geboten, das Instrument der steuerlichen Forschungsförderung nach seiner
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Wirkung und Zielerreichung auszurichten. Reallabore, d.h. zeitlich und räumlich be-
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grenzte Experimentierräume zur Erprobung neuer Technologien und Geschäftsmo-
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delle, verdienen mehr Aufmerksamkeit, da praxisnah ermöglicht wird, Innovationen
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und Regulierung im Zusammenspiel zu erproben.
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Forschung und Entwicklung stärken: Sachsen-Anhalt verfügt über eine leistungs-
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fähige Forschungs- und Innovationslandschaft aus privater Forschung, von öffent-
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lichen Institutionen sowie den Hochschulen des Landes.
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Der Rückstand bei den Patentanmeldungen ist für uns Ansporn, besonders klein-
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und mittelständischen Unternehmen (KMU) bei der Umsetzung von Innovationen zu
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unterstützen. Wir wollen, dass sich in Sachsen-Anhalt eine internationale Spitzen-
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forschung und Spitzencluster etablieren. Den Strukturwandel im Süden unseres
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Bundeslandes wollen wir aktiv nutzen, um in neuen Forschungs- und Innovations-
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bereichen, wie z.B. der Wasserstofftechnologie, neue und zukunftsfähige Arbeits-
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plätze zu schaffen. Wir werden Start-Ups und die Internationalisierung unserer
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Hochschulen und Forschungseinrichtungen weiter vorantreiben. Dazu bedarf es ei-
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ner attraktiven und zeitgemäßen Forschungsinfrastruktur, attraktiver Rahmenbe-
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dingungen und einer klaren Profilbildung. Für uns ist die Freiheit von Wissenschaft,
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Forschung und Lehre unantastbar. In den Bereichen der Pharmaforschung und der
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Hochschulmedizin verfügt Sachsen-Anhalt bereits heute über international aner-
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kannte Cluster. Diese wollen wir auch in Zukunft stärken, indem wir dafür sorgen,
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dass die Ausstattung bei der Technologie- und Geräteförderung verstetigt wird.
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Forschung und Entwicklung stärken: Durch die Förderung von regionalen „Projek-
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tagenturen Wissenschaft“ sollen gemeinsame Kooperationen von Hochschulen und
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Forschungseinrichtungen mit Kommunen und Unternehmen gestärkt werden.
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Durch gezielte Vernetzung und Projektmanagement sollen unter anderem die Zu-
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sammenarbeit mit KMU (KMU: kleinere und mittlere Unternehmen) bei Innovations-
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vorhaben sowie Ausgründungen angestoßen werden.
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In Berlin und Brüssel für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen kämpfen:
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Viele Gesetze und Verordnungen sind von der EU oder vom Bund vorgegeben. Diese
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lassen sich nicht über die Landespolitik verändern, gleichwohl gelten sie auch hier-
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zulande und führen auch immer wieder einmal zu Belastungen für die Wirtschaft
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unseres Bundeslandes. Über die EVP-Fraktion, den Bundesrat und die CDU-Lan-
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desgruppe werden wir versuchen, aus unserer Sicht nicht notwendige Regelungen
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und Gesetze zu verändern.
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Wir wollen dafür sorgen, dass die Rücknahme der Vorfälligkeit der Sozialversiche-
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rungsbeiträge auf den alten Stand von vor 2005 zurückgenommen wird. Wir setzen
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uns auf Bundesebene für die degressive Abschreibung für Investitionsgüter, z.B. di-
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gitale Technologien und Klimainvestitionen ein, um so gezielte Anreize für Investiti-
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onen in Zukunftstechnologien zu setzen. Zudem wollen wir uns für weitere Verbes-
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serungen bei der steuerlichen Verlustverrechnung in Krisensituationen einsetzen,
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um die Unternehmen in der aktuellen Lage zu stärken. Darüber hinaus sollte die
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Abschreibung für geringwertige Wirtschaftsgüter durch eine temporäre Anhebung
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der Grenze für eine Sofortabschreibung weiter verbessert werden. Unsere Unter-
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nehmen brauchen mehr Liquidität. Wir wollen die Grenzen für die sog. Soll- und Ist-
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Besteuerung auf 5 Mio. Euro heraufsetzen. Wir halten das Verbandssanktionsge-
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setz für das Gegenteil von weniger Bürokratie. Diese Gesetze verfolgen humane
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Anliegen, sind aber in der Praxis kaum kontrollierbar, teuer und demzufolge wir-
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kungslos. Unsere Gastronomen leben besonders in der Zeit der Pandemie vom Au-
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ßer-Haus-Geschäft. Anstatt sie zu unterstützen, arbeitet man in Berlin an einem
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Gesetzentwurf, der künftig ein vollständiges Verbot von Kunststoffverpackungen
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im Außer-Haus-Markt vorsieht. Wir werden darauf achten, dass Gesetze und Ver-
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ordnungen der EU und des Bundes künftig 1:1 umgesetzt werden. Insbesondere
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darüberhinausgehende Umweltstandards lehnen wir im Bundesrat und im Landtag
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ab.
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Die Corona-Krise hat verdeutlicht, dass in Deutschland und Europa systemrele-
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vante Branchen, z. B. im Pharma-Bereich, fehlen. Wir wollen erreichen, dass der
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Bund gemeinsam mit der EU Maßnahmen einleitet, um abgewanderte Branchen
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wieder zurück nach Deutschland und Europa zu holen.
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Das deutsche Arbeitsrecht ist nach wie vor zu starr. Die Corona-Krise zeigt ein-
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drücklich, wie wichtig flexible Arbeitszeitmodelle sind. Wir wollen uns auf Bundes-
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ebene für eine Reform des deutschen Arbeitszeitgesetzes einsetzen. Dazu gehört
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die Bemessung der Höchstarbeitszeit, der Rahmen für mobile Arbeitszeiten, die
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Nachjustierung des Urlaubsrechtes und ein rechtssicherer Kündigungsschutz. Da-
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bei muss den Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Rechnung ge-
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tragen werden. Ihre Gesundheit steht an erster Stelle. Die Zeitarbeit wollen wir als
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flexibles Arbeitszeitinstrument und zum Schutz der Stammbelegschaften in den
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Unternehmen unbedingt erhalten. Ihr Missbrauch ist aber hart zu bekämpfen.
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4. Für solide und tragfähige Landesfinanzen: Generationsgerecht und zukunftsorientiert
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Verantwortungsvolles und generationsbewusstes Handeln stehen für die CDU in Sachen
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Haushalts- und Finanzpolitik an erster Stelle. Die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig es
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ist, in Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen finanzielle Vorsorge für Krisenzeiten zu treffen.
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Trotz dieses historischen Einschnitts stehen wir weiterhin zu der von uns im Rahmen der
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Parlamentsreform 2020 in der Verfassung verankerten Schuldenbremse.
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Mit der Verabschiedung des Doppelhaushaltes 2020/2021 wurde auf Drängen der CDU in
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der Landeshaushaltsordnung die Schuldenaufnahme neu geregelt. Dadurch haben wir da-
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für gesorgt, dass der Haushalt in wirtschaftlichen Normalzeiten nicht durch Kreditauf-
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nahme ausgeglichen werden kann.
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Für die CDU sind Steuererhöhungen keine Option. In den Verhandlungen zur Abschaffung
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der Straßenausbaubeiträge konnte auf Initiative der CDU die Erhöhung der Grunderwerbs-
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steuer als Gegenfinanzierung verhindert werden.
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Für uns als Union gilt: Nur das Erwirtschaftete kann auch verteilt werden. Einnahmen und
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Ausgaben müssen auch in zukünftigen Haushalten im Einklang stehen.
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WIR WERDEN
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Keine Steuern anheben: Die CDU will keine Erhöhung von Steuern, Abgaben und
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Beiträgen. Erhöhungen von Steuern treffen vor allem den Mittelstand und verhin-
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dern Investitionen.
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Den Abbau der Schulden fortführen: Die CDU ist sich der Verantwortung für nach-
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folgende Generationen bewusst und wird die Tilgung der Staatsschulden fortset-
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zen. Auf diese Weise ermöglichen wir unseren Kindern und Enkelkindern eigene
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Schwerpunkte zu setzen und die Zukunft ohne Lasten aus der Vergangenheit zu
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gestalten.
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Rücklagen wiederaufbauen und die Zuführungen an den Pensionsfonds fortset-
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zen: Wir sprechen uns strikt gegen die Verwendung von finanziellen Rücklagen für
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die Finanzierung konsumtiver Ausgaben aus. Wir werden in guten Wirtschaftsjah-
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ren die erzielten Mehreinnahmen konsequent in die Rücklage überführen. Die CDU
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wird sich für die weitere Zuführung an den Pensionsfonds einsetzen.
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Zukunftssichernde Investitionen fördern: Angesichts des drohenden Rückgangs
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des Erwerbspersonals wird die CDU ihren Fokus auf eine wachstumsorientierte
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Wirtschafts- und Finanzpolitik legen. Unser Ziel ist es, Sachsen-Anhalt zu einem
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attraktiven Standort weiterzuentwickeln, um Investoren zu motivieren, langfristig in
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unser Land zu investieren. Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung –
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vor allem im Bereich der Digitalisierung – sind die Voraussetzungen für ein starkes
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Land.
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Erweiterung der Prüfrechte des Landesrechnungshofes fordern: Die CDU wird
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sich dafür einsetzen, die Prüfrechte des Landesrechnungshofes, ohne deutlichen
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Stellenaufbau, zu erweitern. Im Sinne der Transparenz sollen dem Landesrech-
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nungshof überall dort Prüfrechte eingeräumt werden, wo das Land Leistungen fi-
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nanziert.
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Investitionsbank als unabhängige Förderbank unterstützen: Wir wollen die Neu-
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ausrichtung der Investitionsbank als unabhängige Förderbank aktiv unterstützen.
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Ziel ist es, die Investitionsbank zu einem zentralen Förderinstitut des Landes umzu-
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bauen. Mit der Neuausrichtung sollen neben der Wirtschaftsförderung die Wohn-
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raumförderung, die Technologieförderung, die Finanzierung öffentlicher Kunden,
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die Landwirtschafts-, Umweltschutz und Infrastrukturförderung weiterentwickelt
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und Unternehmen, Wohnungs- bzw. Hauseigentümer, Kommunen, kommunalnahe
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Unternehmen sowie Land-, Forst- und Viehwirte sowie Fischereibetriebe bei der Fi-
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nanzierung von Projekten unterstützt werden.
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Grundsteuerreform auf ihre Auswirkungen kontinuierlich prüfen: Bei der Umset-
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zung Grundsteuerreform werden wir kontinuierlich die Auswirkungen auf die Bür-
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ger und Bürgerinnen sowie Unternehmen prüfen. Ziel ist, ein schlankes und trans-
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parentes Berechnungsverfahren zu erreichen. Wir wollen kein Bürokratiemonster
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entstehen lassen, welches die Verwaltung und die Bürger zusätzlich belastet. Wir
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setzen uns dafür ein, dass die Grundsteuerreform nicht als verdeckte Vermögens-
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steuer genutzt werden kann.
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Gewerbesteuer neugestalten: Die Gewerbesteuer zählt zu den wichtigsten Einnah-
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mequellen der Gemeinden. Bisher erfolgt die Aufteilung der Gewerbesteuer über-
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wiegend nach Löhnen. Reine Produktions- und Betriebsstätten, wie sie in Sachsen-
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Anhalt häufig vorkommen, werden somit benachteiligt. Wir werden uns wie schon
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in der laufenden Legislaturperiode gegenüber dem Bund weiterhin für eine Neufas-
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sung der Gewerbesteuer einsetzen, in der der Produktionsstandort mehr Berück-
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sichtigung findet.
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5. Mit Digitalisierung unsere Zukunft gestalten
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Digitale Technologien und Anwendungen sind heute zentraler Treiber für tiefgreifende
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Veränderungen in allen Lebensbereichen. Themen wie die Telemedizin, das autonome
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Fahren, das vernetzte Arbeiten und Lernen, vollautomatische Produktionsstrecken oder
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Smart-Cities beschäftigen uns schon heute. Die Digitalisierung eröffnet neue Handlungs-
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räume in Wirtschaft, Gesellschaft und für jeden einzelnen Menschen. Sie muss kontinuier-
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lich, verantwortungsvoll und zukunftsorientiert erfolgen und in der Mitte unserer Gesell-
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schaft verankert werden. Die Grundsätze unserer Politik, unseres freiheitlichen Zusammen-
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lebens, unseres geltenden Rechtssystems und unserer christlichen Werte gelten für uns
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analog wie digital.
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Wir haben in der letzten Wahlperiode begonnen, das Verwaltungsnetz der Landesbehör-
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den zu erneuern und für die Zukunft fit zu machen. Der Breitbandausbau in den Gemeinden
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ist durch die Förderpolitik des Landes gut vorangeschritten.
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Auf Initiative der CDU wurde für die Schulen unseres Landes der Anschluss an das Breit-
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bandnetz durch das Finanzministerium übernommen und mit dem Ausbau begonnen. In
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Gebieten, wo ein Breitbandausbau nicht schnell möglich ist, wurde auf Drängen der CDU
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das Programm Funklochstopfer ins Leben gerufen und Gelder für mobile Netzverbindun-
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gen bereitgestellt. Daneben haben die Kommunen mit Fördermitteln des Bundes und des
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Landes den Ausbau dort vorangetrieben, wo der Markt versagt hat. Die CDU wird dieses
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Anliegen weiter positiv begleiten.
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Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, dass die Digitalisierung in allen Bereichen unseres
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Lebens an Bedeutung gewonnen und sich als wesentliche Stütze in der Krise für Unterneh-
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men aller Branchen und Größen, fürs Bildungs- und Gesundheitswesen sowie für jeden
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Einzelnen von uns erwiesen hat. Entscheidend für die gesellschaftliche Akzeptanz und den
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wirtschaftlichen Erfolg der Digitalisierung ist die Sicherheit der jeweils angewandten Tech-
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nologie und der übertragenen Daten. Die CDU nimmt das Zukunftsthema „Digitalisierung“
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sehr ernst und wird bei der weiteren Entwicklung der digitalen Zukunft unseres Landes die
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Erfahrungen aus der Bewältigung der Corona-Pandemie einfließen lassen.
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WIR WERDEN
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Die Digitalisierung des ländlichen Raums beschleunigen: Wir setzen uns für eine
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flächendeckende Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur im gesamten Land ein. Wir
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wollen mit dem Ausbau der Breitband-Netze und der fortschrittlichsten mobilen
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Datenübertragungstechnik (zurzeit 5G) und zuverlässigen Internetverbindungen
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gewährleisten, die für eine digital vernetzte Wirtschaft und unsere Bürger wichtig
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sind. Mehr als die Hälfte unserer Bürgerinnen und Bürger leben auf dem Land. Den-
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noch ist es für viele ländliche Regionen mit erheblichen Herausforderungen verbun-
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den, angesichts von Abwanderung, einer älter werdenden Bevölkerung und weite-
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ren Faktoren Wirtschaftskraft und Daseinsvorsorge zu erhalten. Um die Gleichwer-
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tigkeit der Lebensverhältnisse insbesondere im ländlichen Raum zu erreichen, wird
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dieser prioritär bei Digitalisierungsvorhaben eingestuft.
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Aufgaben der Digitalisierung bündeln: Wir setzen uns für die Bündelung der Auf-
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gaben der Digitalisierung und Innovation in einem eigenständigen Digitalministe-
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rium ein. Die bestehende Trennung der Zuständigkeiten zwischen Digitalisierung
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der Verwaltung und der Bereitstellung von digitalen Infrastrukturen für die Wirt-
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schaft und die Bevölkerung haben sich nicht bewährt. Digitalisierung ist kein rein
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technischer Prozess, vielmehr bedeutet sie eine tiefgreifende allumfassende Ände-
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rung in allen ablauforganisatorischen Bereichen des Lebens. Das Digitalisierungs-
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ministerium soll eine innovative und flexible Organisationsstruktur und als aufzu-
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bauende Denkfabrik die Konzeption und Umsetzung von modernen Lösungen über-
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nehmen.
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Sachsen-Anhalt bürgernah digital gestalten: Die Digitalisierung dringt immer
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mehr in den Alltag der Bürgerinnen und Bürger vor. Wir wollen, dass alle Menschen
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die Chancen der Digitalisierung nutzen können. Sie sollen den digitalen Wandel
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selbstbestimmt mitgestalten und verantwortungsvoll mit den Risiken umgehen
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können. Dafür werden in allen Bereichen mehr Angebote bereitgestellt und das Bil-
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dungssystem noch stärker auf das digital geprägte Leben, die digitale Arbeits- und
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Wirtschaftswelt und die digitale Wissensgesellschaft ausgerichtet. Die Verwaltung
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soll Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen das Leben erleichtern, nicht ver-
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komplizieren. Wir wollen den Austausch mit der Verwaltung und die Beantragung
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von Leistungen für alle einfach und sicher machen. Wir werden dafür Sorge tragen,
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dass alle Verwaltungsleistungen künftig digital angeboten und einfach genutzt
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werden können. Onlineanwendungen der Verwaltung sollen nutzerorientiert nach
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agilen Prinzipien und dem Onlinezugangsgesetz für alle entwickelt werden.
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Veränderungen gestalten und Neues schaffen: Veränderungen zu gestalten und
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Neues zu schaffen, ist eine Voraussetzung für die langfristige Sicherung nachhalti-
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gen Wohlstands und des sozialen Zusammenhalts. Wir wollen sicherstellen, dass
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aus hervorragender technologischer Forschung unserer Universitäten und der Wirt-
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schaft auch hervorragende technologische Produkte „Made in Sachsen-Anhalt“ auf
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den Markt gebracht werden und internationale Standards setzen. Wir setzen uns
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für die Erstellung von innovativen Testfeldern für moderne Technologien wie auto-
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matisiertes Fahren, Drohnen und künstliche Intelligenz ein. Dazu werden wir den
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Aufbau von digitalen Kompetenzen im Mittelstand und bei Gründern unterstützen,
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die Entwicklung von Smart Cities und Smart Regions fördern. Erfolgreiche beste-
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hende Regionale Digitalisierungszentren werden fortgeführt und weitere initiiert.
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Hierfür und für die Kofinanzierung von Mitteln der EU-, des Bundes und Struktur-
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wandel werden dauerhaft aus einem aufzulegenden Innovationsfonds für Digitale
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Transformation Gelder bereitgestellt.
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Daten sicher nutzbar machen: Daten sind der Kern der digitalen Wirtschaft und
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Gesellschaft. Eine breite Informationsbasis ist unabdingbar, um Prozesse effizient
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zu gestalten. Gleichzeitig ist der Schutz der Privatsphäre ein hohes Gut. Wir werden
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deshalb für eine bundesweite gemeinsame Datenpolitik und für die Sicherheit aller
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digitalen Anwendungen der Verwaltung und des Landes sorgen. Wir wollen Cyber-
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Kriminalität entschlossen entgegentreten und die hierfür notwendigen technischen
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und personellen Ressourcen zur Verfügung stellen. Den seit Jahren wachsenden
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Markt für IT- und Cybersicherheitsprodukte wollen wir durch zielgerichtete Unter-
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stützung der Forschung und der Wirtschaftsförderung für Sachsen-Anhalt erschlie-
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ßen. Dieses Zukunftsfeld wollen wir mit Unterstützung des eigenständigen Digita-
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lisierungsministeriums strategisch besetzen. Hierfür streben wir die Einrichtung ei-
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nes Sonderfonds an.
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Digitale Bildung fördern: Von den Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-
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Pandemie waren besonders die Kitas und Schulen betroffen. Kinder und Jugendli-
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che dürfen nicht die Verlierer der Pandemie sein. Wir wollen die Digitalisierung der
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Schulen mit Hochdruck vorantreiben und digitale Programme für lebenslanges Ler-
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nen wie digitale Klassenzimmer oder die Schaffung der Möglichkeiten zur Durch-
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führung von Fernunterricht fördern, dabei sind alle Maßnahmen technischer, perso-
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neller und organisatorischer Art zu treffen, dass die Lernqualität des Fernunterrichts
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der des Präsensunterrichts möglichst nahekommt. Hierzu sollen insbesondere Klas-
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senzimmer mit moderner Smarttechnologie ausgestattet, sichere Netzwerke in
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Schulen eingerichtet und die Schulen zügig an das Breitbandnetz angeschlossen
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werden.
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6. Wissenschaft als Ideengeber einer besseren Zukunft
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Eine leistungsfähige Hochschul- und Wissenslandschaft ist die Grundvoraussetzung für
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die Zukunftsfähigkeit Sachsen-Anhalts. Unser Bundesland verfügt über eine erstklassige
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Hochschullandschaft und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Wir haben den An-
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spruch, auch im internationalen Vergleich zukunftsweisende Forschung und Lehre zu ge-
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stalten.
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Mit dem neuen Hochschulgesetz haben wir die Grundlagen für eine zeitgemäße und fle-
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xible Grundlage geschaffen, welche unser Bundesland im nationalen und internationalen
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Wissenschaftswettbewerb stärkt. Durch die Abschaffung der Langzeitstudiengebühren
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und eine vereinfachte Prüfungsfähigkeit steigern wir die Attraktivität unserer Hochschulen
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für die Studentinnen und Studenten. Wir haben für mehr Schnelligkeit und Flexibilität ge-
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sorgt, indem wir die Entscheidergremien an den Hochschulen schlank halten. Damit wer-
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den künftig Prozesse zur Profilbildung und zur Verbesserung der Qualität von Forschung
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und Lehre beschleunigt. Dies steigert die Attraktivität der Hochschulen im weltweiten
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Wettbewerb um die besten Köpfe.
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Wirtschaft und Wissenschaft sind gemeinsam zu denken. Synergien im Bereich der Praxis
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und anwendungsorientierten Forschung sind zu erhalten und auszubauen. Im neuen Hoch-
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schulgesetz haben wir deswegen die wirtschaftliche Betätigung für die Hochschulen ge-
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regelt, um Unternehmen und Wissenschaft zusammenzuführen. Sachsen-Anhalt investiert
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erheblich in die Hochschullandschaft, um optimale Studien-, Lehr- und Forschungsbedin-
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gungen vorzuhalten. Unsere Universitätsmedizin erfüllt einen wichtigen Beitrag bei der Ge-
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sundheitsversorgung der Menschen und für die Ausbildung von jungen Ärztinnen und Ärz-
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ten.
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Über die Zielvereinbarungen haben wir die Planungssicherheit für unsere Hochschulen in
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den kommenden Jahren sichergestellt. Sie können sich darauf verlassen, dass unser Bun-
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desland erhebliche finanzielle Mittel aufwendet, um das Niveau der Hochschulbildung wei-
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ter auszubauen. Die CDU bekennt sich klar zur Freiheit von Forschung und Lehre und zur
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Hochschulautonomie.
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Wir sind grundsätzlich davon überzeugt, dass unsere Hochschulen verantwortungsvoll
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darüber entscheiden, wie und wofür die vorhandenen Mittel optimal eingesetzt werden
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können. Gleichwohl bedarf es im Sinne der Qualitätssicherung und der Prozessoptimierung
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einer regelmäßigen Evaluation der Lehrinhalte. Diese wollen wir gemeinsam mit den Hoch-
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schulen fortschreiben.
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WIR WERDEN
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Synergien bündeln: Die Gesamte Innovationskette von der Grundlagenforschung
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über die angewandte Wissenschaft bis hin zur Überführung in die Praxis/Wirt-
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schaft muss zusammen gedacht werden. Wir wollen insbesondere die Ausbildung
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markt- und praxisgerechter gestalten, um in der Wirtschaft benötigte Absolventen
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zu fördern.
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Stärken stärken: In Zukunft müssen vor allem jene Wissenschaftsfelder priorisiert
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werden, die internationale Spitzenleistungen erwarten lassen und die für die öko-
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nomische Entwicklung Sachsen-Anhalts von besonderem Nutzen sind (Beispiele
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sind Chemie- und Ingenieurwissenschaften, Biotechnologie, Agrar- und Ernäh-
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rungswissenschaften, alternative CO2-freie Energieträger aus erneuerbaren Ener-
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gien, Klimaanpassungsstrategien (Wasserwirtschaft, Pflanzenzüchtung, Trocken-
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substanz, Biodiversität) und der Informatik und Cybersicherheit).
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Effektivität durch Vernetzung fördern: Für die Effektivität der Anwendungsfor-
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schung ist eine der Grundvoraussetzungen, die Wissenschafts- und Forschungs-
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einrichtungen zu bündeln und eng mit der Wirtschaft zu verzahnen. Wir wollen Zu-
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gang zu weltweit maßgeblichen Datenbanken und Zeitschriften sowie Wissen
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schaffen und Bibliotheken online weiter zusammenführen. Für Hochbegabte und
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Exzellenzwissenschaftler wollen wir die Rahmenbedingungen noch weiter optimie-
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ren. Wir werden dafür sorgen, den Ausbau von Innovationszentren/clustern mit ab-
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gestimmter Exzellenzförderung zu fördern. Das Ziel muss darin bestehen, gemein-
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sam mit den Unternehmen marktreife Produkte zu generieren.
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Exzellente Wissenschaft und Forschung verorten: Hoch- und Fachschulen wollen
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wir zu Orten exzellenter Forschung, Ausbildung und Nachwuchsförderung aus-
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bauen. Wissenschaft und Forschung werden wir an international belastbaren und
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die Anwendungsforschung stärker berücksichtigenden Leistungs- und Einzelkrite-
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rien orientieren. Gemeinsam mit den Universitäten können langfristige Konzepte
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ausgearbeitet werden, um selbige insbesondere beim Ausbau infrastruktureller Ge-
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gebenheiten für Forschung und Lehre zu unterstützen. Dies soll dazu beitragen,
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dass perspektivisch zumindest eine Exzellenzuniversität im Land Sachsen-Anhalt
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verortet werden kann. Dabei soll auch der mitteldeutsche Universitätsverbund
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Halle-Jena-Leipzig gestärkt werden, um eine erneute Bewerbung zu erleichtern.
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Ein Klima des Vertrauens schaffen: Wir bekennen uns zu einem Politikklima, das
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die Stärken unserer Hochschullandschaft weiter fördert. Regelungswut, Bürokratie
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und Bevormundung schwächen die Ressourcen unserer Hochschul- und Wissen-
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schaftsstandorte. Durch die Anerkennung der Freiheit im Denken, die Selbstverant-
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wortung und die Selbstbestimmung wollen wir Kräfte entfesseln, die unsere Hoch-
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schul- und Forschungslandschaft zu Spitzenleistungen animiert. Wir haben volles
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Vertrauen, dass der schonende Umgang mit der Schöpfung von Nachhaltigkeit ge-
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prägt ist und neben der Risikoabschätzung vor allem die Chancen neuer Technolo-
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gien in den Mittelpunkt rückt.
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Keine Denkverbote zulassen: Wir wenden uns gegen die Einschränkung von For-
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schung und Lehre durch politisch motivierte Beschlüsse. Solches Vorgehen führt
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nicht nur zum Verlust von wissenschaftlicher Expertise, sondern schwächt den For-
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schungsstandort Sachsen-Anhalt nachhaltig.
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Den Ausbau der Pflanzenbiotechnologie voranbringen: Wissenschaftscluster zur
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gezielten Nutzung der Genchirurgie (Genom Editing), zur Züchtungsbeschleunigung
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von wärme- bzw. trockentoleranten und nährstoffeffizienten Kulturpflanzen (An-
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passung an die Klimaerwärmung, Ressourcenschonung) werden wir im Sinne einer
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ökologischen und nachhaltigen Pflanzenforschung fördern. Dies ist unser langfris-
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tiger Beitrag zur Ernährungssicherung und wir stärken die Landwirtschaft, welche
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durch den Klimawandel vor großen Herausforderungen steht. In diesem Zusam-
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menhang wollen wir das Netzwerk zwischen dem Leibniz-Zentrum in Gatersleben,
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dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzenforschung, dem Leibniz-Zentrum
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für Pflanzenbiochemie Halle und der Martin-Luther-Universität Halle nutzen und
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weiter ausbauen.
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Synergieeffekte mit dem UBA besser nutzen: Der Standort des Umweltbundes-
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amtes in Dessau-Roßlau sollte durch eine gezielte Zusammenarbeit mit Studieren-
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den noch besser genutzt werden.
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Den Strukturwandel durch die Gründung eines Helmholz-Zentrums unterstützen:
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Im Zuge des Strukturwandels müssen neue Energieträger gefunden werden, die
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künftig eine CO2-arme Stromerzeugung ermöglichen. Diese müssen grundlast-, re-
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gelungs- und schwarzstartfähig sein, um die Kohle als fossilen Energieträger abzu-
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lösen. Darüber hinaus kommt es darauf an, eine preisstabile, sichere und unabhän-
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gige Energieversorgung sicherzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir
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uns für die Gründung eines energiewissenschaftlichen Forschungs- und Technolo-
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giezentrums der Helmholz-Gesellschaft im Süden Sachsen-Anhalts einsetzen.
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Die Studienabbruchquote verringern: Gut ein Drittel aller Studentinnen und Stu-
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denten bricht ihr Studium vorzeitig ab. Wir wollen dies ändern, indem wir unabhän-
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gig von den Zielvereinbarungen gemeinsam mit den Hochschulen moderne Steue-
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rungsmöglichkeiten entwickeln, die eine Qualitätsverbesserung zum Ziel hat, aber
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auch die Findungsphase vieler Studenten zu Beginn des Studiums mit einbezieht.
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Eine Steuerung durch freiwillige Eingangstests kann zu Beginn eines Studiums die
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Frage beantworten, ob ein Studienanfänger fähig ist, in dem von ihm gewählten
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Studiengang einen erfolgreichen Abschluss zu erreichen. Wir wollen die Einführung
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von Talent-Scouts zur Talentförderung bei Kindern und Jugendlichen unabhängig
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vom Elternhaus. Die Talent-Scouts suchen und identifizieren talentierte und enga-
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gierte Schülerinnen und Schüler und fördern diese über Stipendien, weiterführende
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Bildungsangebote, motivieren zur Teilnahme an Bundes- und Landeswettbewer-
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ben etc. und begleiten sie auf ihrem weiteren Bildungsweg und beraten bei der Be-
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rufswahl. Zur Erleichterung der Arbeit der Talent-Scouts werden Netzwerke und
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Kooperationen mit Hochschulen, Universitäten, außerschulischen Institutionen etc.
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aufgebaut, um die Qualifizierung von Lehrerinnen und Lehrern zu Talent-Scouts an-
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bieten zu können und um den Schülern entsprechende Weiterbildungs- und Quali-
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fizierungsangebote geben zu können.
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Mehr Klasse statt Masse einfordern: Wir werden sicherstellen, dass die Zielver-
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einbarungen vereinbarungsgemäß finanziert und künftige Programme des Bundes-
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und der EU zur Verbesserung der Qualität an den Hochschulen umgesetzt werden.
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Die Beschäftigungsbedingungen verbessern: Gutes und qualifiziertes Hochschul-
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personal ist die Grundlage für erfolgreiche Standorte. Die Betreuungsquote, also
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das Maß der Lehrenden in Bezug auf die Studierenden, lässt sich nur verbessern,
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wenn es an den Hochschulen entsprechende Beschäftigungs- und Karrierechancen
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gibt. Leider geht der Trend an deutschen Hochschulen zunehmend zu zeitlich be-
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fristeten Stellen, die oftmals nur über Projektmittel begrenzt gebunden sind. Wir
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wollen einen offenen Dialog mit den Hochschulen führen, um die personelle Situa-
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tion über Festanstellungen (Tenure-Track-Verfahren), interne Stellenbewirtschaf-
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tungen und eine Verstetigung der Hochschulpaktmittel mit unbefristeten Stellen zu
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verbessern.
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Dafür sorgen, dass Studieren nicht belastet: Gute Beschäftigungs- und Studien-
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bedingungen und Familienfreundlichkeit sind Standortvorteile, die an den Hoch-
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schulen zunehmend an Bedeutung gewinnen. Darum ist es unser Anliegen im en-
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gen Dialog mit den Hochschulen und den Kommunen an den Hochschulstandorten
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nach geeigneten Möglichkeiten zu suchen, um eine ausreichende Kinderbetreuung
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zu organisieren. Die Hochschulen sind gefordert, eigene Vorschläge für mehr Fami-
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lienfreundlichkeit einzubringen. Dazu ist der verstärkte Dialog mit den familienbe-
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ratenden Einrichtungen und Organisationen zu führen.
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Die Studentenwerke, als Träger der wirtschaftlichen und sozialen Verantwortung
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innerhalb der Selbstverwaltung der Hochschulen, brauchen mehr Spielraum und
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Handlungsfreiheit.
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Mehr in Digitalisierung der Hochschulen und die Hochschulbildung investieren:
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Hochschulen sind Orte des Lernens und der Wissenschaft. Beides benötigt Rah-
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menbedingungen, die aktuellen internationalen Standards genügen und die Mög-
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lichkeit eröffnen, Maßstäbe bei Forschung und Lehre zu setzen. Obwohl sich an den
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Hochschulen im Bereich der Digitalisierung in den zurückliegenden Jahren sehr viel
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getan hat, bringt die Corona-Pandemiekrise die Schwachpunkte eindrücklich zum
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Vorschein. Noch immer sind grundlegende Voraussetzungen wie digitale Verwal-
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tungsabläufe oder die einfache Ausstattung mit Konferenztechnik unzureichend
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umgesetzt. Wir wollen mit den Hochschulen daran arbeiten, dass aktuelle Software
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und Lernmanagementsysteme eingeführt werden. Open Source Lösungen sollte ein
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Vorrang eingeräumt werden. Die Hochschulen brauchen ein internes Anreizsystem,
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das die Studienbereiche belohnt, die verstärkt auf digitale Lehr- und Lerninformati-
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onen sowie auf digitale Bibliotheken setzt. Wir wollen mehr digitale Hochschulbil-
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dung durch die hochschulübergreifende Vernetzung, politische und gesetzliche
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Rahmenbedingungen, die digitales Studieren ermöglichen sowie einheitliche Stan-
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dards, die eine Kommunikation zwischen den Hochschulstandorten ermöglichen.
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Die Hochschulstandorte in Sachsen-Anhalt sollen einen Superrechner (Quanten-
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Computer) nach neuesten wissenschaftlichen und technischen Erkenntnissen er-
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halten, um Forschung und Innovation zu uns ins Land zu holen.
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Eine leistungsfähige Hochschulmedizin stärken: Das Zusammenspiel von For-
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schung, Lehre und Krankenversorgung ist kein Hexenwerk, sondern seit Jahrzehn-
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ten fester Bestandteil einer hochleistungsfähigen Hochschulmedizin in Sachsen-
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Anhalt. Vor dem Hintergrund des Ärztemangels kommt auf die Universitätskliniken
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eine zunehmende Bedeutung für die Nachwuchsgewinnung zu. Wir setzen uns da-
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für ein, dass das erfolgreiche Landarztquotenprogramm verstetigt wird. Das Land
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hat in den zurückliegenden Jahren erhebliche Investitionen in die Infrastruktur und
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bei der technischen Ausstattung geleistet. Unsere Hochschulmedizin entspricht den
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internationalen Standards im Gesundheitswesen und bei der Forschung und Lehre.
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Wir wollen diese Qualität auch in Zukunft absichern. Dazu gehört auch, dass wir
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für das Abrechnungssystem mit den Krankenkassen die gleichen Maßstäbe einfor-
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dern, die auch in den alten Bundesländern gelten. Weiterhin sind Synergien zwi-
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schen Universitätskliniken und regionalen Krankenhäusern nötig. Wir werden dafür
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sorgen, dass diese Kooperationen im Sinne einer effektiven Zusammenarbeit unter-
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stützt werden.
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7. Beste Bildung für alle
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Kern christdemokratischer Bildungspolitik ist ein modernes Schulwesen höchster Qualität,
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das individuelle Förderung und Leistungsbereitschaft vereint. Mit der Einstellung von
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knapp 5000 Lehrkräften und über 800 pädagogischen Mitarbeitern wurde die Unterrichts-
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versorgung mit so vielen Beschäftigten wie nie zuvor gesichert. Zudem konnte die Lehr-
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amtsausbildung für Seiten- und Quereinsteiger flexibilisiert werden. Wir werden die Neu-
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einstellungen von Lehrkräften weiter vorantreiben. Die im neuen Schulgesetz verankerten
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Grundschulverbünde gewährleisten darüber hinaus ein tragfähiges und bestandssicheres
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Schulnetz.
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Auf Initiative der CDU wurde ein Maßnahmenpaket zur Stärkung der Berufsschulen und
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zur Unterstützung von Auszubildenden verabschiedet. Damit leisten wir einen wichtigen
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Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Wirtschaft und Handwerk. Schließlich ha-
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ben wir in den zurückliegenden Jahren ein wegweisendes Förderschulkonzept für den Er-
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halt unserer Förderschulen und Förderzentren erarbeitet, welches sowohl dem Gedanken
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der Inklusion als auch dem Anspruch einer diagnostisch begründeten Beschulung jeden
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Kindes mit sonderpädagogischem Förderbedarf gerecht wird. Wir sind der Auffassung:
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Das Erreichte kann sich sehen lassen, aber es gibt noch vieles zu tun!
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Bildung als Voraussetzung für beruflichen Erfolg, gesellschaftliche Teilhabe und persönli-
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che Erfüllung wird für die Union auch künftig hohe Priorität haben. Von zentraler Bedeu-
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tung ist dabei der Erhalt eines gegliederten Schulwesens, das sich an Leistung und Unter-
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stützungsbedarf orientiert.
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Die digitale Revolution und der demografische Wandel stellen unsere Schulen vor große
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Aufgaben. Die CDU Sachsen-Anhalt stellt sich diesen Herausforderungen mit einem klaren
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Kompass: Wir lassen keine politischen Experimente an unseren Schülerinnen und Schülern
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zu. Wir wollen beste Bildung für alle.
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Wir werden weiter den Blick auf unsere übergeordneten Ziele legen und für die kommen-
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den 5 Jahre Maßnahmen in Angriff nehmen. Die CDU Sachsen-Anhalt räumt der Bildung
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als Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe, persönliche Erfüllung und Lebenserfolg
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einen hohen Stellenwert ein. Es geht dabei um das individuelle Erreichen bester Bildung,
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um Fordern und Fördern.
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WIR WERDEN
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Schulleitungen bei der Stellenbesetzung stärker einbeziehen: Um auf Unterrichts-
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ausfall schnell reagieren zu können, soll es Schulen ermöglicht werden, selbststän-
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dig befristete Vertretungskräfte einzustellen.
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Durch die Corona Pandemie resultierende Lernverluste ausgleichen: Allen Schü-
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lerinnen und Schülern soll ein zeitgerechter und gleichwertiger Abschluss ermög-
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licht werden. Dies wird durch zusätzliche Angebote realisiert.
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Lehrpersonal im Land behalten: Wir werden bestehende Wettbewerbsnachteile
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zu den Nachbarländern insbesondere bei Grundschullehrkräften und ausgewählten
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Leitungsämtern ausgleichen.
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Allen Schulen mehr personelle Unterstützung zukommen lassen: Das Programm
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„Schulverwaltungsassistenz“ ist der richtige Ansatz, um Schulleitungen von Ver-
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waltungsaufgaben zu entlasten. Diesen Ansatz gilt es auszubauen. Für die Erhö-
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hung der Selbständigkeit wurden in den letzten Jahren Schulgirokonten und Bud-
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gets eingerichtet. Es gilt, diese Instrumente fortzuführen und die Anwendungsbe-
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reiche für die Budgetbildung auszuweiten.
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Die Quote erfolgreicher Schulabschlüsse erhöhen: Die bisher ergriffenen Maßnah-
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men sollen fortgesetzt und ausgebaut werden. Dazu gehören das Programm „Pro-
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duktives Lernen in Schule und Betrieb“, das Programm „Schulerfolg sichern“ (mit
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knapp 400 vom Land geförderten Stellen für Schulsozialarbeit) und der neu einge-
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führte Modellversuch „Praxislerntage“.
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Berufliche Bildung stärken: Die berufliche und die akademische Bildung müssen
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als zwei gleichberechtigte Säulen im Bildungssystem noch besser wahrgenommen
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und bei der Organisation des Schulwesens beachtet werden. Wir setzen auf klare
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Strukturen bei den Zuständigkeiten für Ausbildungsberufe, die nach dem Berufsbil-
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dungsgesetz und der Handwerksordnung geregelt sind.
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Die Berufsorientierung wird für alle Schulformen in den Sekundarstufen I und II
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schulgesetzlich verankert und konzeptionell fortentwickelt. Sie bleibt fester Be-
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standteil in allen Schulformen und ist zu stärken. Dazu soll das Berufsorientierungs-
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programm BRAFO langfristig gesichert werden.
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Die berufsbildenden Schulen übernehmen eine wichtige und zu unterstützende
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Rolle im Übergang von schulischer Ausbildung zum Beruf.
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Damit der nahtlose Übergang von der Schule in eine Ausbildung für alle Jugendli-
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chen gelingt, werden wir die Angebote am Übergang Schule Beruf bündeln und
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transparenter gestalten.
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Die Berufsorientierung stärken: Sie bleibt fester Bestandteil in allen Schulformen
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und ist zu stärken. Wir wollen die bereits in vielen Schulen angebotenen Beratungs-
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gespräche der Agentur für Arbeit verpflichtend für Abschluss-jahrgänge machen.
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Die CDU setzt sich außerdem dafür ein, dass Blaulichtorganisationen und Jun-
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gendoffiziere weiterhin in den Schulen über ihre Arbeit informieren dürfen.
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Berufsausbildung wertschätzen: Um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu
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sichern, muss die berufliche Ausbildung eine größere gesellschaftliche Anerken-
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nung erfahren. Wir wollen die Orientierung von Absolventinnen und Absolventen
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mit erweitertem Realschulabschluss deshalb auf die beruflichen Gymnasien ver-
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bessern. Zudem soll der digitale Kompetenzerwerb einen hohen Stellenwert in der
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Berufsbildung einnehmen, um diese auf zukünftige Arbeits- und Geschäftsprozesse
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auszurichten.
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Die Lehrpläne an aktuelle Erfordernisse anpassen: Wir werden uns im Rahmen
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der KMK (Kultusministerkonferenz) dafür einsetzen, dass man eine Überarbeitung
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der Lehrpläne zugunsten aktueller Bedarfe prüft. Dabei sollten Möglichkeiten des
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Erwerbs digitaler und wirtschaftlicher Kompetenzen in den Blick genommen wer-
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den.
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Schulsozialarbeit fest in den Schulen verankern: Die Schulsozialarbeit trug in den
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letzten Jahren einen großen und wichtigen Teil dazu bei, die Lehrkräfte in ihrem Er-
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ziehungs- und Schutzauftrag zu unterstützen. Daher wollen wir die Stellen für
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Schulsozialarbeiter bedarfsorientiert bereitstellen.
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Die Sprachförderung stärken: Sprache ist der Schlüssel zur Integration, das Fun-
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dament für einen erfolgreichen Start in das Leben und zentrales Element gesell-
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schaftlicher Teilhabe. Das Land hat die Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher
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Muttersprache in den letzten Jahren umfänglich beim Spracherwerb unterstützt.
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Damit die beabsichtigte Integration besser gelingen kann, soll diese Sprachförde-
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rung fortgesetzt werden. Das Angebot ist auch auf deutsche Kinder mit mutter-
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sprachlichen Defiziten auszuweiten.
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Außerschulisches Engagement wertschätzen: Demokratisches Engagement in der
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Schule und im außerschulischen Bereich verdient Anerkennung und Unterstützung.
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Klassen- und Schülersprecher wollen wir unterstützen, indem ihr Engagement in
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der Schulgemeinschaft auf Zeugnissen gewürdigt wird. Um Schüler für das Ehren-
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amt zu begeistern, begrüßen wir den Ausbau der Zusammenarbeit zwischen Schule
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und Vereinen.
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Auf internationale, insbesondere europäische Vernetzung und Kooperation vor-
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bereiten: Wir werden bestehende Programme zu internationalen Partnerschaften
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und Austauschen weiterführen und stärken.
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Klarheit in der Schulstruktur: Die CDU steht zum gegliederten Schulwesen. Nach
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unserer Auffassung bilden die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen eine gemein-
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same Schulform. Dabei soll für Schülerinnen und Schüler mit erweitertem Real-
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schulabschluss eine bessere Orientierung auf die Beruflichen Gymnasien erfolgen,
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um den qualifizierten Fachkräftebedarf zu sichern.
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Ganztag neu organisieren: Aufgrund des Lehrkräftebedarfes in der Unterrichtsver-
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sorgung ist ein neues Rahmenkonzept notwendig. Dabei sind außerschulische
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Partner wesentlich stärker einzubeziehen. Der Ganztagsbetrieb wird dann mehr-
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jährig konzeptgebunden unterstützt. Die Zusammenarbeit von Grundschulen und
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Horten wird ausgebaut.
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Noten beibehalten: Schülerinnen und Schüler haben ein Recht auf Rückmeldung zu
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ihrem Leistungsstand. Das System der Leistungseinschätzung durch Noten, Beur-
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teilungen, Versetzungen und Abschlussprüfungen hat sich bewährt. Das Instru-
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ment der zentralen Prüfungen ist weiter zu entwickeln und neue Prüfungsformate
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sind einzuführen.
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Ausbau der Lehramtsausbildung an der Otto-von-Guericke-Universität: Für die
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Lehrerversorgung, insbesondere im ländlichen und nördlichen Bereich des Landes,
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soll eine Erweiterung der Lehrerausbildung, vor allem die Einführung des Lehramtes
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an Grundschulen, geprüft werden.
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Qualität sichern: Zur Qualitätssicherung gehört auch die vertiefte Auswertung der
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Zentralen Klassenarbeiten in den Schuljahrgängen 4 und 6. Wir werden auch zu-
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künftig an nationalen und internationalen Leistungsvergleichen teilnehmen.
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Im Rahmen einer abgestimmten Gesamtstrategie für die Schul- und Unterrichtsent-
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wicklung sind die interne und die externe Evaluation der Schulen wiederaufzuneh-
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men. Zu Qualität sichern gehört auch, dass die Anforderungen an eine leistungsge-
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rechte Benotung nicht herabgesenkt werden.
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Verbindliche Schullaufbahnempfehlung wiedereinführen: Mit individueller Unter-
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stützung sollen auf den weiterführenden Schulen beste Bildungserfolge erzielt wer-
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den. Wir setzen uns daher für die Wiedereinführung einer verbindlichen Schullauf-
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bahnempfehlung ein. Dabei sollten der Leistungsstand und die sinnvollste Schul-
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laufbahn auf Grundlage von drei Säulen ermittelt werden: Den Noten der vierten
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Klasse, einer Einschätzung des Klassenlehrers, sowie einem beratendem Lehrer-El-
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tern-Schüler-Gespräch.
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Die Lehramtsausbildung erweitern: Es steht im Rahmen der Lehramtsausbildung
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in der kommenden Legislaturperiode die von der Expertengruppe empfohlene wei-
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tere Erhöhung auf 1.200 Studienplätze an. Die Bemühungen gegenüber den Hoch-
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schulen zur stärkeren Ausrichtung der Ausbildungsfächer auf die Bedarfe der Schu-
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len werden fortgesetzt. Dazu zählt auch der größere Praxisbezug der Lehramts-
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ausbildung. Um Lehrkräfte für Regionen mit hohem Bedarf zu gewinnen, wollen wir
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während der Ausbildung finanzielle Anreize sowohl durch das Land als auch durch
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die Kommunen schaffen. Wir streben an, die Durchlässigkeit von Bachelor-Studi-
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engängen in Lehramtsstudiengänge zu erhöhen.
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Eine Pädagogische Hochschule aufbauen: Wir streben an, mittelfristig die perso-
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nellen, sächlichen und räumlichen Voraussetzungen zur Errichtung und Einrichtung
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einer Pädagogischen Hochschule im Land Sachsen-Anhalt zu schaffen.
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Mangelfächern durch Zielvereinbarungen begegnen: Die CDU Sachsen-Anhalt
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setzt sich für mehr Studienplätze in den Richtungen der Mangelfächer ein. Dazu
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sollen diese Studienbereiche stärker finanziell gefördert und unterstützt werden.
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Zukünftig soll insbesondere die infrastrukturelle Ausstattung dieser Studiengänge
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gefördert werden, sodass mehr Studienplätze angeboten werden können.
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Mit der Digitalisierung und der Medienbildung ein neues Kapitel von Schule auf-
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geschlagen: Wir wollen dazu gemeinsam mit den Schulen und Schulträgern trag-
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fähige Konzepte entwickeln. Wir stehen für den Ausbau des E-Learning. Dazu sind
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die Möglichkeiten der Schulcloud zu erweitern, bestehende Lernangebote fortzu-
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entwickeln und neue zu schaffen. In den berufsbildenden Schulen ist der Kompe-
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tenzerwerb auf die zukünftigen Arbeits- und Geschäftsprozesse auszurichten.
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Medien- und Digitalkompetenzen vermitteln: Unsere Schülerinnen und Schüler
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sollen technisch und inhaltlich auf den Umgang mit digitalen Medien und sozialen
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Netzwerken vorbereitet werden. Der Erwerb medienpädagogischer Kompetenzen
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muss künftig einen breiteren Raum in der Lehreraus und- Weiterbildung erhalten
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und in allen Schulformen vermittelt werden.
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Schulen in freier Trägerschaft beweisen Vielfalt und Leistungsfähigkeit und sind
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ein fester Bestandteil unserer Bildungslandschaft: Wir streben weiterhin das Ziel
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einer möglichst einvernehmlichen Regelung zwischen den freien Trägern und dem
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Land zu den kalkulatorischen Grundlagen der Berechnung der Finanzhilfe an.
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Wir werden die relevanten Rechtsgrundlagen in ein eigenständiges Gesetz über
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Schulen in freier Trägerschaft überführen.
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Die anerkannten Einrichtungen der Erwachsenenbildung, als dritte Säule des Bil-
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dungswesens in Sachsen-Anhalt, haben für die CDU einen hohen Stellenwert:
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Um auch zukünftig gute Bildung für Menschen aller Altersstufen und Lebenslagen
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zu ermöglichen, stehen wir weiterhin für die Unterstützung der öffentlich finanzier-
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ten Erwachsenenbildung. Themen wie das Nachholen von Schulabschlüssen/Zwei-
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ter Bildungsweg, oder Alphabetisierung/Grundbildung werden auch in den kom-
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menden Jahren eine Rolle spielen, nicht zuletzt, um damit einen Beitrag zur Fach-
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kräftegewinnung zu leisten.
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Bauliche Modernisierungen in den Blick nehmen: Wir wollen deshalb, dass auch
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geeignete Förderprogramme der EU, des Bundes aber auch des Landes für den
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Schulbau und die Schulsanierung genutzt werden. Ebenso ist bauliche Vorsorge für
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angemessenen Sportunterricht zu treffen.
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Schuleingangsuntersuchungen überprüfen: Wir wollen prüfen, ob die Schulein-
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gangsuntersuchungen auf ortsansässige Kinderärzte übertragen werden können.
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8. Starke Kommunen – starkes Sachsen-Anhalt
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Die Kommunen unseres Landes sind die Herzkammer der Demokratie. Hier erleben die
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Menschen unmittelbar, wie sich politische Entscheidungen auswirken. Auf Ebene der Ge-
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meinden, Städte und Landkreise werden diejenigen Leistungen erbracht, die für die Bevöl-
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kerung mit am wichtigsten sind. Egal, ob es nun um den Betrieb von öffentlichen Einrich-
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tungen, wie Kindertageseinrichtungen, Schulen, Schwimmbädern und Museen, Verwal-
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tungsdienstleistungen wie Baugenehmigungen, Kraftfahrtzulassungen und Sozialhilfe
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oder auch nur die Sauberkeit im öffentlichen Raum geht. In diesem Sinne sind die Anliegen
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und Interessen der Kommunen über alle Politikbereiche hinweg mitzudenken. Denn nur mit
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starken Kommunen gibt es auch ein starkes Land Sachsen-Anhalt. Die kommunale Selbst-
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verwaltung hat Verfassungsrang und ist daher elementarer Bestandteil unseres politi-
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schen Grundverständnisses. In der alten Wahlperiode ist es gelungen, die Höhe der Mittel
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des Finanzausgleichsgesetzes mit 1,628 Mrd. Euro festzuschreiben. Schwankungen wie in
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den Jahren zuvor konnten so verhindert werden. Zur Stärkung der Wirtschaftsförderung
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soll die Gewerbesteuerumlage im Falle einer Neuordnung der Finanzverfassung zwischen
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Bund, Ländern und Gemeinden, im Rahmen einer Länderinitiative, auf den Prüfstand ge-
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stellt werden.
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8.1 Gleichwertiges Leben in der Stadt und auf dem Land
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Als die Sachsen-Anhalt-Partei ist es unser Anspruch für die Menschen in unserem Land,
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unabhängig vom jeweiligen Wohnort, grundsätzlich die Bedingungen für ein lebenswertes
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Umfeld zu erhalten bzw. im Bedarfsfall zu schaffen.
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In der Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt ist das Ziel der Gleichwertigkeit der Lebens-
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verhältnisse festgeschrieben. Gleichzeitig müssen wir feststellen, dass die Entwicklung in
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den verschiedenen Teilen unseres Landes eine unterschiedliche Dynamik aufweist. Wäh-
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rend die beiden Großstädte, Halle/Saale und Magdeburg, inkl. der sie umgebenden Ge-
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meinden, grundsätzlich stabile Bevölkerungszahlen aufweisen, ist in anderen Teilen ein
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Bevölkerungsrückgang mit einer gleichzeitig immer älteren Bevölkerung zu verzeichnen.
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Dabei spielt nicht nur die demografische Entwicklung eine große Rolle. Es geht auch um
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attraktive Rahmenbedingungen für die Ansiedlung bzw. Weiterentwicklung von Unterneh-
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men sowie weiterer Einrichtungen. Dann bleiben die Menschen auch vor Ort wohnen oder
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siedeln sich in einer Region an. Die Breitbandversorgung, eine gute Infrastruktur, die Siche-
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rung der Mobilität und das Vorhandensein von entsprechenden Grundstücken sind hier
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Schlüsselelemente.
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WIR WERDEN
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Das Finanzausgleichsgesetz fortentwickeln: Bei der Neugestaltung des Finanz-
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ausgleichsgesetzes (FAG) müssen die unterschiedlichen Bedürfnisse und Aufgaben
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der Gemeinden und Landkreise besser berücksichtigt werden. Im Rahmen des kom-
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munalen Finanzausgleiches sollen die besonderen Belange der Kommunen mit tou-
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ristischer Infrastruktur berücksichtigt werden. Es ist unser Ziel, im Rahmen der fi-
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nanziellen Möglichkeiten des Landes, die Höhe der FAG-Mittel zu dynamisieren, um
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beispielsweise Mehrausgaben auf Grund von Preissteigerungen auszugleichen. Bei
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der Weiterentwicklung des FAGs sind die Kommunen unbedingt intensiv einzube-
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ziehen. Die durchaus unterschiedlichen Interessen innerhalb der kommunalen Fa-
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milie müssen dabei ausgeglichen werden.
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Für strukturschwache Kommunen planen wir eine finanzielle Grundsicherung, da-
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mit auch sie ihre öffentlichen Aufgaben erfüllen können. Einwohnerzuschläge die
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die Wahrnehmung von Versorgungsfunktionen zentraler Orte berücksichtigen sol-
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len, wollen wir nicht nur für die Ober- und Mittelzentren, sondern auch für die
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Grundzentren prüfen. Gleichzeitig bekennen wir uns dazu, die den Kommunen
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durch neue oder geänderte Gesetze entstehenden Mehrbelastungen auszuglei-
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chen. Hierzu wollen wir die Konnexitätsregeln in der Landesverfassung der aktuel-
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len Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts anpassen. Eine besondere
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Rolle spielt der Ausgleich der finanziellen Folgen für die Kommunen durch die Aus-
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wirkungen der COVID19-Pandemie auf den unterschiedlichen Gebieten. Unser Ziel
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bleibt es, dass möglichst ein großer Teil der Zuweisungen an die Kommunen vom
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Land in Form von Pauschalen erfolgt. Bei der Unterstützung des kommunalen Stra-
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ßenbaus wird dem Flächenanteil und der Straßenlänge eine hohe Gewichtung bei-
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gemessen, um dem dünn besiedelten ländlichen Raum besonders zu helfen. Wir
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vertrauen der kommunalen Selbstverwaltung! Wenn gesonderte Fördermittelpro-
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gramme aufgelegt werden, sollte deren Beantragung möglichst aufwandsarm ge-
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staltet werden. Ein Förderprogramm, bei dem der Aufwand der Beantragung in kei-
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nem wirtschaftlichen Verhältnis zum erzielbaren Nutzen steht, nützt niemanden.
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Die kommunale Selbstverwaltung stärken: Mit den Änderungen des Kommunal-
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verfassungsgesetzes haben wir den Rechtsrahmen für die Gestaltung der kommu-
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nalen Selbstverwaltung den aktuellen Herausforderungen kontinuierlich ange-
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passt. Sollte sich weiterer Handlungsbedarf ergeben, werden wir diesen gemein-
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sam mit den kommunalen Spitzenverbänden prüfen und notwendige Weiterent-
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wicklungen der Rechtsgrundlagen vornehmen. Wir wollen die Vorschriften zur Dop-
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pik daraufhin überprüfen, was wirklich erforderlich und von allen Kommunen leist-
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bar ist. Die ehrenamtliche Arbeit in den Gremien der kommunalen Selbstverwal-
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tung, wie in Ortschafts-, Gemeinde- und Stadträten sowie Kreistagen, schätzen wir
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sehr. Die Rahmenbedingungen für die Ausübung von kommunalen Mandaten müs-
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sen weiter verbessert werden, auch mit dem Ziel einen breiten Bevölkerungsmix für
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dieses Amt zu gewinnen.
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Die Kommunalwahlen reformieren: Wir setzen uns für eine 3 Prozent-Sperrklausel
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bei Kommunalwahlen ein mit dem Ziel, eine weitere Zersplitterung bei der Beset-
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zung der kommunalen Gremien zu verhindern. Wir sind weiter für die Abschaffung
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der Stichwahlen bei der Wahl von Bürgermeistern, Oberbürgermeistern und Land-
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räten.
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Bürgerbeteiligung sichern: Die Kommunen sind aufgefordert, die vorhandenen
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Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung zu nutzen ohne dabei die Legitimität und die
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grundsätzliche Entscheidungsbefugnis der aus Wahlen hervorgegangenen Gre-
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mien in Frage zu stellen.
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Kommunalpolitisch Aktive schützen: Jegliche Form von Aggression gegenüber eh-
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renamtlich wie hauptamtlich kommunalpolitisch Aktiven lehnen wir auf das
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schärfste ab. Der Rechtsstaat ist hier gefordert, seine Möglichkeiten entsprechend
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zu nutzen, um ein solches Handeln zu sanktionieren.
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Die öffentliche Daseinsvorsorge unterstützen: Wir setzen ausdrücklich auf die öf-
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fentliche Daseinsfürsorge. Die wirtschaftliche Betätigung von Kommunen, zum Bei-
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spiel in Form von Wohnungsunternehmen oder Ver- und Entsorgungsunternehmen,
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stellen wir nicht in Frage. Digitale Infrastrukturen sind für uns unerlässlicher Be-
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standteil der öffentlichen Daseinsvorsorge.
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Die Digitalisierung der Verwaltung ausbauen: Die Beschäftigten in den Kommu-
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nen leisten engagiert einen qualifizierten Dienst im Sinne der Bürgerinnen und Bür-
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ger. Wir setzen auch weiterhin auf das Wissen und die Erfahrungen der in den Kom-
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munen beschäftigten Personen. Gleichzeitig müssen die Chancen der Digitalisie-
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rung durch einen kontinuierlichen Ausbau der entsprechenden Angebote und
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Dienstleistungen für die Bürger genutzt werden. Wir plädieren dabei, und auch auf
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weiteren Gebieten, für eine interkommunale Zusammenarbeit, die durch das Land
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bei Bedarf unterstützt wird.
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Ansiedlungen in die Fläche bringen: Behörden werden wir im Rahmen einer De-
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zentralisierungsstrategie nur in den Mittelzentren im ländlichen Raum ansiedeln.
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Das gilt bei Verlegungen als auch bei Neuansiedlungen von Bundes- und Landes-
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behörden.
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Innovative Projekte für den ländlichen Raum fördern: Die Etablierung von statio-
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nären oder temporären bzw. flexiblen Einrichtungen der Versorgung des täglichen
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Lebens ist ein wichtiger Faktor, um Menschen auf dem Land zu halten. Diese Ein-
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richtungen könnten auch weitere Belange der ländlichen Bevölkerung übernehmen,
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wie Post, Überweisungsarbeiten für Kreditinstitute und eventuell auch Anlaufpunkt
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bzw. Koordinierungsstelle für Reparaturarbeiten am Haus und Grund. Innovative
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Projekte und Ideen hierzu wollen wir fördern und bestehende Angebote erhalten
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und erweitern.
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Aktive ländliche Quartiere entwickeln: Der ländliche Raum lebt vom Miteinander
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der Generationen. Um das Miteinander zu unterstützen und um den Herausforde-
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rungen des demografischen Wandels zu begegnen, ist Quartiersarbeit ein Zu-
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kunftskonzept. Quartiersarbeit vereint und aktiviert engagierte Bürgerinnen und
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Bürger, soziale Träger, Wohnungsunternehmen, Vereine und Kommunen selbst-
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wirksam zu werden. Die Entwicklung von Quartieren soll durch ein Landespro-
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gramm „Vitales Lebensumfeld in der Kommune“ unterstützt werden.
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8.2 Ehrenamt stärken
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Ehrenamtliches Engagement gehört zu den tragenden Säulen unserer solidarischen Ge-
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sellschaft. Die Möglichkeiten, sich ehrenamtlich zu engagieren, sind genauso vielfältig, wie
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es die Gesellschaft ist: ob im Sport-, Kultur- oder Sozialbereich; genauso auf der Ebene der
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ehrenamtlichen Kommunalpolitik, im Bereich der Justiz in Schiedsstellen und im Schöffen-
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dienst oder in Gewerkschaften und bei Arbeitgebervertretungen sowie den Selbstverwal-
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tungsorganen der Sozialversicherung oder der Kammern; nicht zu vergessen die Freiwilli-
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gen Feuerwehren oder die Organisationen im Rettungswesen und im Katastrophenschutz,
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um nur einige zu nennen. Überall brauchen wir Menschen, die sich freiwillig engagieren.
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WIR WERDEN
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Das Ehrenamt fördern: Neben der Sicherstellung guter Rahmenbedingungen für
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das ehrenamtliche Engagement gilt es auch, die Vorstände in ihrer Arbeit zu unter-
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stützen. Die professionelle Begleitung ehrenamtlicher Arbeit, zum Beispiel durch
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Freiwilligenagenturen und ähnliche Organisationen, wollen wir weiter fördern.
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Die Aus- und Fortbildung ermöglichen: Wir setzen uns für eine Würdigung des
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Ehrenamtes ein. Ehrenamtlich Aktive brauchen auch Möglichkeiten der Aus- und
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Fortbildung.
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8.3 Der Sport ist Motor und Bindeglied unserer Gesellschaft
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Sachsen-Anhalt hat eine vielfältige Sportlandschaft. Breiten-, Leistungs- und Profisport
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haben eine bindende und ausstrahlende Funktion in unserem schönen Bundesland und
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sind historisch über Jahrzehnte gewachsen. Der Sport leistet einen wichtigen Beitrag für
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die Gesundheitserhaltung, Freizeitgestaltung, Wertevermittlung und ist zugleich Wirt-
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schaftsfaktor. Die strategische Zusammenarbeit und Partnerschaft mit dem Landessport-
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bund Sachsen-Anhalt (LSB) sowie den Kreissportbünden liegt uns am Herzen, denn nur
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dadurch können wir eine leistungs- und zukunftsorientierte sowie flächendeckende Sport-
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förderung im ganzen Land gewährleisten. Der LSB braucht auch weiterhin eine ausrei-
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chende finanzielle Unterstützung durch das Land. Für die Würdigung der ehrenamtlich Tä-
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tigen und die Aus- und Weiterbildung der haupt- und ehrenamtlichen Trainer und Übungs-
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leiter sowie Kampf- und Schiedsrichter brauchen die Sportvereine eine politische Unter-
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stützung. Die Landessportschule in Osterburg und die Olympiastützpunkte in Halle und
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Magdeburg sollen auch weiterhin eine wichtige Rolle im Sport spielen.
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WIR WERDEN
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Die Sportförderung verstetigen: Die Förderung des Breiten-, Leistungs- und Be-
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hindertensports werden wir fortführen. Dies gilt auch für die verlässliche Unterstüt-
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zung des Landessportbundes sowie der Kreis- und Stadtsportbünde.
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Das Ehrenamt stärken: Die Würdigung der ehrenamtlich Tätigen, die Aus- und
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Weiterbildung der haupt- und ehrenamtlichen Trainer und Übungsleiter sowie der
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Kampf- und Schiedsrichter werden Schwerpunkte unserer Arbeit sein.
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Sportanlagen modernisieren: Unser Ziel ist es, die Vereins- und kommunalen
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Sportanlagen und Sporthallen kontinuierlich zu modernisieren, damit unsere Sport-
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begeisterten ein hervorragendes Trainingsumfeld haben, in dem auch Meister-
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schaften stattfinden können.
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Spitzensportler in der Polizei fördern: Wir als CDU wollen mit den landesweiten
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Sportschulen und der gezielten Förderung von Spitzensportlern in der Polizei des
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Landes Sachsen-Anhalt Talenten die Möglichkeit bieten, eine sportliche Karriere
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anzustreben.
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8.4 Sachsen-Anhalt zum E-Sport-Land machen
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Mit dem „E-Sport Hub Sachsen-Anhalt“ unterstützt das Land bereits virtuellen Sport. Da-
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mit ist Sachsen-Anhalt eines der wenigen Bundesländer, in dem die Förderung des E-
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Sports bereits so ausgeprägt ist. Das Land sollte dafür sorgen, diese Vorreiterrolle beizu-
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behalten und weiter zu stärken. Die Arbeit der E-Sports-Vereine ist essentiell, um gerade
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Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, wie wichtig eine gesunde Ernährung und viel Be-
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wegung neben dem Betreiben virtuellen Sports ist. Darüber hinaus ermöglichen Vereine
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ein kontrolliertes Spielen, stärken das Gemeinschaftsgefühl und tragen zu einem besseren
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Umgang untereinander in den sozialen Netzwerken bei.
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WIR WERDEN
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Uns dafür einsetzen, den E-Sport als offizielle Sportart anzuerkennen: Die CDU
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Sachsen-Anhalt wird die Landesregierung weiterhin dazu verpflichten, sich auf
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Bundesebene für eine Änderung des § 52 Abs. 2 Abgabenordnung einzusetzen und
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E-Sports in allen Facetten als eigene Sportart in den Vorschriften zur Gemeinnüt-
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zigkeit zu verankern.
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An der Spitze bleiben: Sachsen-Anhalt soll bezogen auf den E-Sport Vorreiter blei-
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ben. Die CDU Sachsen-Anhalt setzt sich deshalb sowohl für die Einrichtung physi-
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scher E-Sport-Räume auf kommunaler Ebene als auch für die Durchführung mo-
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derner Veranstaltungsformate wie zum Beispiel E-Sport-Events ein.
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8.5 Wir erleichtern Bürgerbeteiligung
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Die CDU ist sich der bereits heute gegebenen zahlreichen Möglichkeiten von Bürgerbe-
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teiligung auf verschiedenen politischen Ebenen und durch gesetzliche Vorgaben be-
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wusst. Dennoch ist spürbar, dass Bürgerinnen und Bürger der Meinung sind, Entschei-
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dungen würden über ihre Köpfe hinweg getroffen. Die CDU will, dass der, der sich ein-
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bringen möchte, dies rechtzeitig und mit genügend Vorlauf auch kann.
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Unsere Ziele sind daher:
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Gesetzlich vorgeschriebene Beteiligungsverfahren, für die das Land verantwort-
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lich ist, werden künftig in besser lesbarer, verständlicherer Sprache prominenter -
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auch und gerade im digitalen Bereich (Social Media) - veröffentlicht. Zusätzliche
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Mittel dafür sind einzuplanen. Es gibt keine kleingedruckten, verschämt in Rand-
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zeilen auf „letzten“ Seiten gedruckte Beteiligungsaufrufe als Pflichtübung mehr.
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Jeder Gesetzentwurf soll online veröffentlicht werden.
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Mit einem digitalen Sachsen-Anhalt-Gespräch werden wir allen Bürgerinnen und
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Bürgern regelmäßig die Möglichkeit geben, sich direkt mit der Landesregierung
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auszutauschen.
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9. Sicher leben in Sachsen-Anhalt
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Die CDU Sachsen-Anhalt ist die Partei der inneren Sicherheit. Wir haben stets gezielt Ini-
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tiativen ergriffen, um Bürgerrechte und Bürgerfreiheiten vor Gewalt, Kriminalität, Rechts-
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bruch und Extremismus zu schützen. Wir wollen, dass sich die Menschen in Sachsen-An-
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halt ohne Angst vor Straftaten und Gewalt sicher und zu Hause fühlen. Das Sicherheitsge-
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fühl der Menschen ist Voraussetzung für eine hohe Lebensqualität und ein entscheidender
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Standortfaktor für die Wirtschaft und für zukünftige Investitionen in Sachsen-Anhalt.
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Die Polizei in Sachsen-Anhalt ist ein verlässlicher Partner für unsere Bürgerinnen und Bür-
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ger und der Garant für die Sicherheit. Die Polizei genießt in der Bevölkerung aufgrund ihrer
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hervorragenden Arbeit ein hohes Vertrauen. Die bürgernahe Arbeit unserer Polizei muss in
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der gesamten Fläche unseres Landes gewährleistet bleiben. Für uns ist entscheidend, dass
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die Polizei dann da ist, wenn sie gebraucht wird.
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Zur Verstärkung der Landespolizei auf 6.400 Polizeivollzugskräfte haben wir die Zahl der
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jährlichen Neueinstellungen deutlich erhöht und die Ausbildungskapazitäten für Polizeian-
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wärter an der Fachhochschule der Polizei entsprechend ausgebaut. Mit der Polizeistruk-
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turreform 2020 wurden neue Organisationsstrukturen entwickelt, welche es ermöglichen,
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die polizeilichen Aufgaben effektiv und effizient zu erfüllen und angemessene polizeiliche
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Reaktionszeiten zu gewährleisten. Hinsichtlich der Ausstattung der Polizei erfolgten in den
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letzten Jahren umfassende Ersatzbeschaffungen und Erneuerungen, zum Beispiel bei der
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Ausrüstung mit Helmen, Körperschutz und Standardpistole, die Beschaffung von Polizei-
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booten und die Beschaffung eines weiteren Polizeihubschraubers.
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Der Schutz der Verfassung ist für den Fortbestand unseres demokratischen Gemeinwe-
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sens unabdingbar. Eine wehrhafte Demokratie tritt allen Feinden einer offenen Gesell-
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schaft gleichermaßen entschieden entgegen. Wir gehen daher mit allen rechtlich gebote-
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nen Mitteln gegen Verfassungsfeinde, Antisemiten, Rechts- und Linksextremisten, auslän-
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dische Extremisten und Islamisten vor, die unser demokratisches Gemeinwesen schädigen
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wollen. Akzeptanz und verharmlosende Einstellungen gegenüber Extremismus lehnen wir
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ab. Wir verfolgen die Strategie „Null Toleranz für Extremisten“. Zur Gewährleistung einer
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transparenten Organisationsstruktur und einer wirkungsvollen demokratischen Kontrolle
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haben wir das Verfassungsschutzgesetz umfassend novelliert.
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Die Feuerwehren in Sachsen-Anhalt sind ein wichtiges Fundament für den flächendecken-
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den Brand- und Katastrophenschutz und somit verantwortlich für die Sicherheit unserer
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Bürgerinnen und Bürger. Zur Sicherstellung des in vielen Kommunen ehrenamtlich organi-
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sierten Brandschutzes haben wir das Brandschutz- und Hilfeleistungsgesetz novelliert.
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Mit der Änderung des Rettungsdienstgesetzes haben wir unter anderem das neue Berufs-
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bild des Notfallsanitäters gesetzlich verankert. Damit wird der fortschreitenden medizini-
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schen Entwicklung Rechnung getragen und die Qualitätsstandards werden erhöht. Für den
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Patienten wird weiterhin eine bestmögliche Notfallversorgung gewährleistet. Die Hilfsfrist
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von 12 Minuten bleibt dabei unangetastet.
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WIR WERDEN
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Die Polizei weiter stärken: Unsere Polizei muss für die zukünftigen Herausforde-
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rungen gewappnet sein. Im Hinblick auf die hierfür notwendige Personalausstat-
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tung und eine ausgewogene Altersstruktur wollen wir die Sollstärke von 7.000
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Polizeivollzugsbeamten in Sachsen-Anhalt erreichen. Notwendig ist auch ein kon-
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tinuierlicher Einstellungsprozess, um eine planbare Personalausstattung zu erlan-
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gen. Der Wechsel von Personaleinsparungen und kampagnenartigen Einstellungen
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ist in einen kontinuierlichen Prozess zu überführen und an die bestehende Alterspy-
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ramide des Personalkörpers zu orientieren. Vordergründiges Ziel ist es dabei, die
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belastungs- und flächenorientierte Polizeipräsenz zu erhöhen. Rechtsfreie Räume
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wird es mit uns in Sachsen-Anhalt nicht geben. Daher wollen wir eine offensive
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Einrichtung von Messerverbotszonen, völlig unabhängig davon, ob es sich um Kri-
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minalitätsschwerpunkte handelt oder nicht. Bei der gesetzlich geregelten Kenn-
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zeichnungspflicht werden wir darauf achten, dass die Belange der Beamten durch
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Schutz der personenbezogenen Daten berücksichtigt werden, indem vor den Eins-
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ätzen die individuelle Kennzeichnung gewechselt wird. Ein „Antidiskriminierungs-
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gesetz“, wie es Rot-Rot-Grün in Berlin umgesetzt hat, lehnen wir für Sachsen-An-
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halt ab. Wir werden unsere Staatsdiener nicht mit Vermutungsregelungen belasten
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und damit unterstellen, dass ihr Verwaltungshandeln von diskriminierenden Moti-
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ven geprägt ist. Die Beschwerdestelle im Ministerium für Inneres und Sport hat sich
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bewährt. Daher erteilen wir der Einführung eines sogenannten „externen Beauf-
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tragten“ mit eigenen Ermittlungskompetenzen eine klare Absage. Die Ausfinanzie-
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rung der Stellen muss gewährleistet und sichergestellt werden. Dadurch steigen
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Motivation und Attraktivität unserer Polizei. Aktuell sind ca. 50% der Polizisten be-
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förderungsfähig und somit unterbezahlt. Dienstpostenplan und haushälterischer
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Plan müssen daher unbedingt zusammengeführt werden. Zudem müssen die Kos-
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ten für Lehrgänge und Unterkunft unmittelbar durch den Dienstherrn bezahlt wer-
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den und nicht, wie bisher, von den Polizisten vorgestreckt werden. Wir wollen die
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Attraktivität der Ausbildung der Landespolizei erhöhen und das Gesetz über die
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Fachhochschule der Polizei modernisieren.
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Die Sachausstattung verbessern: Die Sachausstattung unserer Polizeibeamten
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muss den wachsenden und neuen Herausforderungen gerecht werden. Wir wollen
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unsere Polizei zukünftig mit Tasern (Distanz-Elektroschockgeräte) ausstatten, denn
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sie sind eine wirkliche Alternative zum Schusswaffeneinsatz. Ihr Einsatz kann dabei
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helfen, in kritischen Situationen zu handeln, ohne die betroffenen Personen ernst-
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haft zu verletzen. Taser erhöhen sowohl die Sicherheit der Polizei als auch die der
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Beteiligten. Für uns steht fest, dass der Einsatz von Body-Cams (kleine Schulterka-
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meras, die bestimmte Einsätze der Polizei visuell festhalten können) dazu beitragen
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kann, die nachträgliche Aufklärung bestimmter Situationen deutlich zu verbessern.
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Die Bild- und Tonaufnahmen der Kamera können in diesen Fällen als Beweismittel
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in einem möglichen Strafverfahren gegen Beamte ausgewertet werden und das
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rechtmäßige polizeiliche Handeln beweisen. Das Pilotprojekt Body-Cams werden
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wir daher ausweiten und flächendeckend in Sachsen-Anhalt einführen. Den Einsatz
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von Body-Cams zur Gefahrenabwehr in Wohnungen sowie für Ordnungskräfte in
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Kommunen werden wir gesetzlich regeln. Wir wollen die IT-Infrastruktur der Lan-
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despolizei bis in die Basisdienststellen (14 x Polizeireviere und deren Revierkom-
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missariate mit Außenstellen) anpassen und deutlich verbessern, besonders in den
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Bereichen Hard- und Software sowie Datengeschwindigkeit. Eine ständige Aktua-
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lisierung der Sachausstattung im Kfz-Bereich ist notwendig.
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Das Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung des Landes Sachsen-
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Anhalt weiterentwickeln: Wir werden die Effektivität bestehender Maßnahmen im
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Rahmen einer Evaluation überprüfen und weitere effektive Gefahrenabwehr-
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schritte, wie zum Beispiel die Onlinedurchsuchung, einführen. Wir gestalten die Ein-
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griffsbefugnisse der Polizei effizienter und harmonisieren sie mit der Rechtslage an-
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derer Länder. Der Einsatz von Videoüberwachung hat präventive Wirkung und lie-
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fert wichtige Informationen für die Strafverfolgung. Deshalb wollen wir die Video-
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überwachung zur Verhinderung von Gewaltdelikten und Vandalismus ausbauen.
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Die Videoüberwachung an gefährlichen Orten und gefährdeten Objekten muss
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auch für die Kommunen gefahrenabwehrrechtlich geregelt werden, um die Polizei
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von dieser Aufgabe zu entlasten. Die Bewegungsfreiheit von Gefährdern schränken
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wir durch Aufenthalts- und Kontaktverbote sowie durch die technische Aufent-
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haltsüberwachung weiter ein. Die Verkehrssicherheitsarbeit der Polizei mit ihren re-
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pressiven und präventiven Aspekten ist im Rahmen der integrativen Aufgaben-
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wahrnehmung eng mit der Kriminalitätsbekämpfung zu verzahnen.
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Die Vorratsdatenspeicherung auf Bundesebene wiederbeleben: Für die Bekämp-
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fung der schwersten Kriminalität, wie zum Beispiel Kinderpornografie und Kindes-
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missbrauch, brauchen wir eine rechtskonforme Vorratsdatenspeicherung, um die
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Täter effektiver ermitteln und das Dunkelfeld zum Schutz der Betroffenen aufhellen
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zu können. Das Cybercrime Competence Center (4C) im Landeskriminalamt werden
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wir aufgrund der wachsenden Cyberkriminalität personell und materiell besser aus-
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statten.
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Extremismus bekämpfen und den Verfassungsschutz stärken: Wir stehen zum
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institutionalisierten Verfassungsschutz in seiner jetzigen Struktur und werden ihn
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für die neuen Herausforderungen wappnen, die durch gesellschaftliche Randgrup-
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pen, radikale Bewegungen oder wachsende Gewaltbereitschaft innerhalb der ext-
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remistischen Milieus entstehen. Es ist unser Ziel, ein funktionierendes Frühwarnsys-
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tem bei verfassungsfeindlichen Entwicklungen und Dynamiken vorzuhalten. Für
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eine erfolgreiche Aufgabenwahrnehmung ist es unabdingbar, dass der Verfas-
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sungsschutz im Land mit ausreichenden und an aktuelle Erfordernisse angepassten
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Befugnissen ausgestattet und dessen Arbeit nicht in Frage gestellt oder mit Verbo-
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ten belegt wird. Die Abschaffung von V-Leuten ist ein unverhältnismäßiges Sicher-
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heitsrisiko, da wir auf ihre Informationen zur Verhinderung von Terroranschlägen
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angewiesen sind. Allein die Auswertung öffentlich zugänglicher Quellen reicht nicht
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aus. Da die Zahl der Verfassungsfeinde in Deutschland nicht abnimmt und diese
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mit der Zeit gehen, muss auch der Verfassungsschutz alle technischen Möglichkei-
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ten zur Bekämpfung von Extremismus ausschöpfen dürfen. Wir schaffen den not-
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wendigen Rechtsrahmen für den Zugriff des Verfassungsschutzes auf die Ver-
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kehrsdaten bekannter Extremisten, Gefährder und Terrorverdächtiger. Insbeson-
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dere die sogenannte Quellen-TKÜ (TKÜ: Telekommunikationsüberwachung) ist ein
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technisches Mittel, um konspirativ genutzte Kommunikationsverbindungen zu iden-
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tifizieren. Hierdurch kann eine laufende Kommunikation, zum Beispiel Skype-Ge-
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spräche oder WhatsApp-Chats, überwacht werden.
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Den Verfassungsschutz werden wir im Kampf gegen den Extremismus personell
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noch weiter ausbauen und die Zusammenarbeit mit Landesverfassungsschutzäm-
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tern sowie dem Bundesamt für Verfassungsschutz verbessern. Den wissenschaft-
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lichen Sachverstand des Verfassungsschutzes werden wir weiter ausbauen und die
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Zusammenarbeit mit Externen (z. B. Universitäten/Fachhochschulen) muss fortge-
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führt und verstärkt werden. Der Verfassungsschutz soll bei der Sammlung von In-
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formationen künftig nicht an starre Altersgrenzen gebunden sein. Damit beugen wir
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einer Radikalisierung im Jugendalter vor. Wir wollen, dass sich Vereine, Initiativen
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und Organisationen, die staatliche Mittel erhalten, für den Erhalt und die Förderung
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unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung aussprechen. Unser Grundsatz:
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„Kein Cent öffentliches Geld für Extremisten“. Schlupflöcher bei der bisherigen Fi-
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nanzierungspraxis wollen wir schließen. Auch unter dem Deckmantel des Antifa-
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schismus darf sich kein Extremismus verstecken.
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Uns für einen leistungsstarken Brand- und Katastrophenschutz für ganz Sach-
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sen-Anhalt einsetzen: Für einen verlässlichen Brandschutz werden wir das Pro-
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gramm zur Förderung des kommunalen Brandschutzes fortsetzen. Wir halten an
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dem angekündigten 100 Millionen Euro Investitionsprogramm für den Brandschutz
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fest. Das Zusammenspiel der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kameradinnen
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und Kameraden mit den Rettungs- sowie Hilfsorganisationen bei Unglücksfällen
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und Katastrophen muss reibungslos funktionieren. Deshalb ist das Brand- und Ka-
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tastrophenschutzgesetz hinsichtlich der Effektivität und Effizienz fortlaufend zu ak-
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tualisieren. Wir werden die flächendeckende Einsatzbereitschaft unserer Feuer-
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wehren sicherstellen. Vor allem im ländlichen Raum muss die landesweit einheitli-
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che Hilfsfrist von zwölf Minuten eingehalten werden. Dafür brauchen wir eine ver-
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lässliche Standortstruktur und das Land hat die Kommunen mit einer gezielten För-
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derung finanziell zu unterstützen. Im Sinne zukunftsfähiger Feuerwehrstrukturen
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streben wir eine weitere forcierte Zusammenarbeit in Form von Arbeitsgemein-
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schaften und Zweckvereinbarungen nach GKG-LSA (Gesetz zur kommunalen Ge-
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meinschaftsarbeit) an. Die zentrale Beschaffung von Einsatztechnik, die Förderung
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beim Erwerb von Fahrerlaubnissen und die Auszahlung der Feuerschutzsteuer sind
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elementare Unterstützungsleistungen für die kommunale Familie. Die CDU Sach-
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sen-Anhalt strebt ein Programm „Feuerwehr mit Zukunft“ an, in dem die zentralen
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Beschaffungen fortgeführt werden und auf Besonderheiten von Flächenfeuerweh-
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ren mit großem Einzugsgebiet Rücksicht genommen wird.
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Wir streben an, den Kommunen einen höheren Anteil aus den Einnahmen der Feu-
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erschutzsteuer zukommen zu lassen. Für die Bekämpfung der Wald- und Flur-
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brände müssen die Feuerwehren bestens ausgestattet sein. Die sicheren Arbeits-
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bedingungen für unsere Retter haben hierbei höchste Priorität. Wir werden ge-
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meinsam mit dem Landesfeuerwehrverband die Weiterentwicklung der Dienstbe-
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kleidung, sowie eine zentrale Stelle zur Beschaffung von Technik, Material und Aus-
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stattung prüfen. Dazu gehören Drohnen, mobile Löschwasserbehälter, geländefä-
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hige Fahrzeuge und Luftunterstützung. Der vorbeugende Brand- und Katastro-
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phenschutz hat eine besondere Bedeutung zum Schutz der Bevölkerung und muss
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sich an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren. Das Institut für
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Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge (IBK) muss auch weiterhin die Aus-
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und Fortbildung sowie die Forschung im Land Sachsen-Anhalt gewährleisten, eine
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immer wieder aufkeimende Debatte zur Veränderung der Struktur (Outsourcing)
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lehnen wir ab. Das IBK wollen wir zu einem modernen Feuerwehrausbildungszent-
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rum fortentwickeln, welches auch die Chancen und Herausforderungen der Digita-
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lisierung berücksichtigt. Den Kreisausbildern wird das IBK aktuelles Ausbildungs-
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material ausreichen, damit notwendige Freiräume für ihre eigentliche Arbeit ge-
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schaffen und die Kameradinnen und Kameraden von Verwaltungsaufgaben entlas-
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tet werden. Wir setzen uns für die Einführung einer Lehrzulage und die permanente
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Verfügbarkeit des Mobilen Brandschutztechnischen Labors, für den landesweiten Ein-
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satz, ein. Wir brauchen ausreichend Einsatzkräfte in den Feuerwehren. Die demografi-
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sche Entwicklung in den Wehren kann das Land positiv mitgestalten, u.a. durch eine be-
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ständige Nachwuchswerbung, eine Unterstützung des Feuerwehrverbandes und des
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Feuerwehrsports sowie der Kinder- und Jugendfeuerwehren. Der Grundsatz „Brand-
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schutz ist Pflicht aller Bürgerinnen und Bürger“ nehmen wir als Anlass, um mehr Aktive
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zu gewinnen. Am Ziel unserem Ziel wachsender Mitgliederzahlen halten wir fest. Wir
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wollen eine Landesoffensive zur Nachwuchsgewinnung starten und enge Kooperationen
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von Feuerwehen und Hilfsorganisationen mit Kindertagesstätten und Schulen ausbauen.
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Die Jugendarbeit im Brand- und Katastrophenschutz in den Schulen ist zu stärken.
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Für die ehrenamtliche Arbeit muss auch weiterhin eine Aufwandsentschädigung gezahlt
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werden, das ist für uns Anerkennung und Wertschätzung zugleich. Die Kommunen brau-
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chen für die Entschädigung der Kameraden im aktiven Einsatzdienst einen flexibleren Rah-
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men, um die Höhe, analog der gewählten Mandatsträger, selbst bestimmen zu können. Ein
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Mitglied im Einsatzdienst der Feuerwehr muss auch weiterhin bei einer Personaleinstellung
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in der Gemeinde bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung bevorzugt be-
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rücksichtigt werden. Dem Problem der Personalflucht bei den feuerwehrtechnischen Be-
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amten wollen wir mit einer Gleichstellung zu kommunalen Feuerwehrbeamten aktiv ent-
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gegenwirken. Für die Einheiten des Katastrophenschutzes wollen wir in den nächsten Jah-
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ren neue Einsatzleitwagen beschaffen. Weiterhin werden wir für Mangellagen, Krisen, Not-
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fälle und Katastrophen eine eigene Landesvorhaltung von Schutzausstattung, z.B. unter
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Regie des DRK Landesverbandes Sachsen-Anhalt e.V., schaffen, um von langen Liefer-
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und Versorgungsketten unabhängig zu sein. Eine zwangsweise Fusionierung von Inte-
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grierten Leitstellen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz lehnen wir ab.
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Das Rettungsdienstgesetz weiterentwickeln: Die bedarfsgerechte Versorgung der
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Bevölkerung durch eine Notfallrettung und den qualifizierten Krankentransport ge-
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hört zur Daseinsvorsorge. Der bodengebundene Rettungsdienst und die Luftrettung
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müssen in Sachsen-Anhalt gleichwertig eingesetzt werden. Die primäre und sekun-
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däre Luftrettung muss hinsichtlich des flächendeckenden Einsatzes überprüft wer-
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den, um zukünftig Abhängigkeiten von anderen Bundesländern zu vermeiden. Im
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Vordergrund muss der schnelle Transport von schwer erkrankten und verletzten
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Personen in eine geeignete Klinik am Tag und in der Nacht stehen.
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Die öffentliche Verwaltung stärken: Die Bediensteten der öffentlichen Verwaltung
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in Sachsen-Anhalt leisten einen hervorragenden Beitrag für Sicherheit, Rechts-
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staatlichkeit und Ordnung. Klar ist für uns, dass diejenigen, die den Boden der frei-
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heitlich-demokratischen Grundordnung verlassen, keinen Platz im öffentlichen
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Dienst haben dürfen. Daher wollen wir uns zukünftig durch einen Extremistenbe-
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schluss oder Radikalenerlass die ausdrückliche Erklärung der Angehörigen des öf-
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fentlichen Dienstes zur bedingungslosen Verfassungstreue einfordern. Wir werden
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uns auch weiterhin für individuelle Aufstiegsmöglichkeiten, Beförderungen, Zula-
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gen-, Tarif- und Besoldungsanpassungen einsetzen, um die persönliche Entwick-
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lung und das Einkommen unserer Landesbediensteten zu verbessern. Den Beförde-
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rungsstau in der Polizei wollen wir schnellstmöglich abbauen. Zu einer modernen
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Landesverwaltung gehört die Möglichkeit der Erweiterung des Home-Office, um
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Familie und Beruf in Einklang zu bringen. Wir wollen, dass zukünftig die Kosten für
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die Rechtsverteidigung vom Dienstherrn übernommen werden, wenn gegen einen
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Bediensteten des Landes wegen einer dienstlichen Verrichtung oder eines Verhal-
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tens, das mit dieser dienstlichen Tätigkeit zusammenhängt, ein Ermittlungsverfah-
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ren der Staatsanwaltschaft eingeleitet, die öffentliche Klage im strafgerichtlichen
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Verfahren oder Privatklage erhoben oder der Erlass eines Strafbefehls beantragt
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worden ist.
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10. Den Rechtsstaat in Sachsen-Anhalt stärken
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Eine effiziente Justiz, ihre Unabhängigkeit und Bürgernähe sind für das Vertrauen der Bür-
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gerinnen und Bürger in die Funktionsfähigkeit unseres Rechtsstaates essentiell. Die CDU
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Sachsen-Anhalt ist der Garant dafür, dass die Justiz ihre vielfältigen und verantwortungs-
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vollen Aufgaben erledigen kann. Darum statten wir sie mit ausreichend Personal aus.
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Mit der Änderung des Landesverfassungsgerichtsgesetzes haben wir den Rechtsschutz
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gestärkt. Bürgerinnen und Bürger können nunmehr mit einer Individualverfassungsbe-
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schwerde zum Landesverfassungsgericht nicht nur Grundrechtsverletzungen durch den
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Gesetzgeber rügen, sondern auch Grundrechtsverletzungen durch Entscheidungen der
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Verwaltung oder der Gerichte zum Beschwerdegegenstand machen.
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Mit der Bestellung eines Landesopferbeauftragten und der Einrichtung einer zentralen An-
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laufstelle für die Opfer und deren Angehörige in Fällen von Terrorismus und sonstigen auf
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Straftaten beruhenden Großschadensereignissen gewährleisten wir, dass Opfer von Straf-
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taten nicht durch ein Hilferaster fallen. Damit haben wir zur Verzahnung der Opferschutz-
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strukturen im Land beigetragen.
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WIR WERDEN
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Die Richterselbstverwaltung stärken: Wir haben Vertrauen in die Arbeit unserer
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Justiz und werden uns auch weiterhin für deren Unabhängigkeit und Bürgernähe
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einsetzen. Die Befugnisse des Richterrates sollen an die Regelungen des Personal-
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vertretungsgesetzes angepasst werden. Am bewährten Dualismus von Richter –
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und Präsidialrat halten wir dabei uneingeschränkt fest. Hierdurch erreichen wir eine
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starke Vertretung der dienstlichen Interessen der Richter und Staatsanwälte in
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Sachsen-Anhalt mit entsprechenden Beteiligungskompetenzen.
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Die Umstellung auf digitale Prozesse abschließen: Eine zeitgemäße Arbeit in der
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Justiz erfordert die Umstellung auf digitale Prozesse, sowohl in der Kommunikation
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zwischen den Beteiligten (elektronischer Rechtsverkehr) als auch bei der Arbeits-
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weise der einzelnen Akteure (elektronische Aktenführung). Wir werden dafür sor-
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gen, die Justiz im Land flächendeckend leistungsfähig und bedarfsgerecht tech-
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nisch auszustatten. Hierbei muss die Bürger- und Nutzerfreundlichkeit gewahrt
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bleiben. So schnell wie möglich, aber spätestens bis zum Jahr 2026, werden wir den
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elektronischen Rechtsverkehr in der Justiz medienbruchfrei umsetzen und auf elekt-
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ronische Aktenbearbeitung umstellen.
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Nachwuchs für alle Justizbereiche gewinnen: Wir werden Maßnahmen zur Stei-
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gerung der Attraktivität unseres Bundeslandes bei der Gewinnung des eigenen ju-
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ristischen Nachwuchses ergreifen, z.B. durch die Verbeamtung der Rechtsreferen-
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dare. Ferner soll die kooperative Ausbildung im Justizvollzug mit der Polizei geprüft
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werden.
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Bestehende Justizstandorte erhalten: Sachsen-Anhalt hat eine leistungsstarke
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Justizlandschaft. Eine ausgewogene Präsenz der Justiz in Sachsen-Anhalt muss für
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den schnellen Zugang zu den Gerichten sorgen. Daher wollen wir alle derzeit be-
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stehenden Justizstandorte erhalten. Kein Rückzug aus der Fläche!
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Den Justizvollzug zeitgemäß und zukunftssicher ausgestalten: Im Vordergrund
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stehen für uns dabei die Investitions- und Personalbedarfe in den Anstalten. Wir
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stehen weiterhin für Behandlungsvollzug mit dem Ziel der Resozialisierung.
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Den Opferschutz stärken: Opferschutz ist uns ein wichtiges Anliegen. Niemand
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darf als Opfer einer Straftat allein gelassen werden. Diese haben ein Recht auf
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Schutz und Unterstützung. Die im Sozialen Dienst der Justiz Sachsen-Anhalts flä-
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chendeckend tätigen Opfer- und Zeugenberater erfahren für ihre Tätigkeit bundes-
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weit hohe Anerkennung. Für eine bessere Transparenz der Opferhilfestrukturen
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werden wir fortwährend die Veröffentlichungen und Wegweiser barrierefrei und in
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leicht verständlicher Sprache aktualisieren. Für eine bessere Transparenz der Op-
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ferhilfestrukturen werden wir fortwährend die Veröffentlichungen und Wegweiser
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barrierefrei und in leicht verständlicher Sprache aktualisieren, dort wo es ange-
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bracht ist, sind diese mehrsprachig zu verfassen. Damit tragen wir der Erleichterung
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des Zugangs zu den vorhandenen Hilfe- und Beratungssystemen bei und machen
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die bestehenden Angebote noch bekannter. Wir wollen, dass kein Opfer durch das
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Raster der vielfältigen Hilfen fällt und Beratungsangebote – auch unter Mithilfe der
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Landesopferbeauftragten - vermittelt werden.
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Sprachliche Freiheit bewahren: Die CDU ist die Partei der Freiheit. Deshalb lehnen
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wir landesrechtliche grammatikalische bzw. sprachliche Vorgaben ab, mit denen
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die Menschen gezwungen werden sollen, „gendergerecht“ zu reden. Sowohl die
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maskuline, als auch die feminine Schreibweise gelten für uns als gleichberechtigt.
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Verwaltungsgerichtsverfahren beschleunigen: Beschleunigte Gerichtsverfahren
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ohne den Rechtsschutz zu schwächen, sind unser Ziel. Die Verwaltungsgerichte
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sollen entlastet werden. Wir wollen kompakte Planungs- und Entscheidungsver-
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fahren, damit wir in Deutschland handlungsfähig bleiben, gerade mit Blick auf
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raumbedeutsame Infrastrukturvorhaben.
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Frauenhäuser und ambulante Beratungsstellen der Frauenhäuser weiterhin auf-
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gabenbezogen und sicher finanzieren: Frauenhäuser mit ihren ambulanten Bera-
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tungsangeboten, Interventionsstellen und Fachberatungsstellen für Opfer von se-
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xueller Gewalt weiterhin aufgabenbezogen und sicher finanzieren: Um weiblichen
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Opfern, die von physischer, psychischer und sexueller Gewalt oder Stalking betrof-
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fen sind und deren Kindern Zuflucht in Gefährdungssituationen geben zu können,
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werden wir auch weiterhin die Frauenhäuser, Fachberatungsstellen für Opfer von
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sexueller Gewalt und Interventionsstellen, insbesondere unter Berücksichtigung der
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mitbetroffenen Kinder und der besonderen Situation der Flüchtlingsfrauen, verläss-
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lich mit Hilfe einer institutionellen Förderung finanzieren. Keine Frau darf schutzlos
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bleiben, die Schutz braucht!
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Die Staatsanwaltschaften stärken: Die Staatsanwaltschaften müssen zukunfts-
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fähig ausgestattet sein, personell und materiell. Dafür setzen wir uns ein. Zur effek-
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tiven Bekämpfung von grenzüberschreitenden Straftaten im Bereich der Terroris-
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musfinanzierung und der organisierten Kriminalität wollen wir, dass die Möglichkeit
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der Vermögensabschöpfung verstärkt als Instrumentarium genutzt wird. Wir set-
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zen uns für eine weitreichende Bekämpfung der Cyberkriminalität ein. Kinderpor-
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nographie, Waffenhandel, Geldwäsche und Hasskriminalität stehen hier für uns im
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besonderen Fokus.
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Opfer des SED-Regimes unterstützen: Wir stehen an der Seite der Opfer des SED-
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Unrechtstaates. Die Aufarbeitung des SED-Unrechtsregimes ist, insbesondere aus
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Sicht der Opfer, noch nicht abgeschlossen. Einen Schlussstrich lehnen wir ab. Daher
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werden wir an dem Amt der „Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Dik-
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tatur“ langfristig festhalten.
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Mit dem im Jahr 2019 in Kraft getretenen Gesetz zur Verbesserung rehabilitierungs-
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rechtlicher Vorschriften für Opfer der politischen Verfolgung in der ehemaligen DDR
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und zur Änderung des Adoptionsvermittlungsgesetzes sind umfangreiche Verbes-
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serungen für Opfer des SED-Regimes vorgenommen worden. Diese gesetzlichen
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Maßnahmen, die auch auf eine Bundesratsinitiative Sachsen-Anhalts zurückgehen,
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werden in vielen Fällen bereits zu einer Verbesserung der sozialen Lage ehemals
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politisch Verfolgter beitragen. Dennoch wird es Härtefälle geben, die mit den ge-
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setzlich zur Verfügung stehenden Instrumentarien nicht gelöst werden können.
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Deshalb werden wir uns für die Einrichtung eines Härtefallfonds für in der SBZ/DDR
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politisch Verfolgte einrichten, um diejenigen, die nach den SED-Unrechtsbereini-
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gungsgesetzen rehabilitiert wurden und die in ihrer wirtschaftlichen Lage in beson-
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derem Maße beeinträchtigt sind, in besonderen Notsituationen zu unterstützen. Die
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Hilfen sollen dazu beizutragen, bis heute anhaltende Folgen politischer Repression
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zu mindern.
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11. Migration und Integration nach klaren Regeln
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Die CDU Sachsen-Anhalt steht in der Flüchtlingspolitik für Steuerung und Ordnung, aber
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auch zur rechtlichen und humanitären Verpflichtung. Wir halten an dem Asylgrundrecht
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und an dem Flüchtlingsschutz der Genfer Flüchtlingskonvention fest. Flüchtlingsschutz ist
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Schutz auf Zeit und muss im Normalfall in einer Rückkehr in das Herkunftsland enden,
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wenn der Fluchtgrund entfallen ist. Der Flüchtlingsschutz muss so ausgestaltet sein, dass
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er nicht als Einladung zur generellen Einwanderung aus wirtschaftlichen Gründen missver-
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standen werden kann. Ein Bleiberecht für alle lehnen wir strikt ab. Kein Land der Welt kann
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unbegrenzt Schutzsuchende aufnehmen, daher sprechen wir uns nachhaltig für eine In-
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tegrationsobergrenze für tatsächlich Schutzbedürftige aus.
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In den letzten Jahren haben wir auf Bundes- und Landesebene viel für Steuerung und Ord-
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nung in Migrationsfragen getan. Mit der Novellierung des Aufnahmegesetzes wurde die
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Wohnverpflichtung in der Erstaufnahme auf grundsätzlich 18 Monate verlängert, um die
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freiwillige bzw. zwangsweise Rückkehr zur fördern und gleichzeitig die Kommunen zu ent-
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lasten. Wir werden eine eigene Abschiebeeinrichtung zügig aufbauen, um die Abschiebun-
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gen aus Sachsen-Anhalt zu gewährleisten. Auf Bundesebene haben wir eine aktive Mit-
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wirkungspflicht im Asylverfahren festgeschrieben und den Familiennachzug für subsidiär
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Schutzberechtigte eingeschränkt sowie die Zusammenarbeit mit Herkunftsstaaten bei der
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Rückführung und den Datenaustausch verbessert.
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WIR WERDEN
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Von den Menschen fordern, die in Deutschland leben wollen oder hier Schutz su-
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chen, sich der hiesigen Rahmen- oder Leitkultur anzuschließen: Diese Leitkultur
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umfasst neben der freiheitlichen demokratischen Grundordnung auch jene kulturel-
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len Errungenschaften, denen unsere Verfassungsordnung überhaupt erst ihre Plau-
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sibilität verdankt. Dazu gehören die Trennung von Staat und Religion, die Gleichbe-
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rechtigung von Mann und Frau, die Wertschätzung des Strebens nach selbstdefi-
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niertem Lebensglück, der dauernde, verantwortungsvolle Umgang mit persönlicher
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Freiheit. Zur Leitkultur gehören aber auch Übereinkünfte, die von der Regelung des
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Alltagslebens bis zur Ausgestaltung der Rolle Deutschlands in Europa und der Welt
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reichen. Sie beginnen mit dem selbstverständlichen Gebrauch der deutschen Spra-
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che sowie bewährter Umgangsformen, und sie umschließen jene wichtigen Lehren,
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die unser Land aus der nationalsozialistischen und der kommunistischen Diktatur
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gezogen hat. Zu diesen gehören die Wertschätzung von Solidarität und Freiheit, die
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bereitwillige Übernahme von Verantwortung, gegenseitiger Respekt und der Ver-
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zicht auf politische Gleichgültigkeit. Das alles sind sehr konkrete Wege für Zuwan-
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derer, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren. Wir erwarten, dass diese Wege
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auch beschritten werden.
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Den Menschen, die sich für Deutschland und seine Leitkultur entscheiden, diesel-
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ben Aufstiegsmöglichkeiten bieten, wie jedem Menschen, der mit seiner Familie
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schon seit Generationen hier lebt: Wer sich kulturell assimiliert, wird mit sozialer
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Assimilation belohnt. Wir haben jedoch aus der Geschichte gelernt, dass kulturelle
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Assimilation ihre Grenze an religiösen Bekenntnissen findet. Im Gegensatz zu an-
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deren Parteien setzen wir aber nicht auf Quote, um soziale Integration voranzubrin-
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gen, sondern auf die Bereitwilligkeit der „neuen Deutschen“, über Leistungsbereit-
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schaft den Aufstieg zu schaffen.
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Geordnete Zuwanderung und konsequente Rückführung garantieren: Die zent-
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rale Unterbringung sowie der verlängerte Aufenthalt in der Landeserstaufnahme-
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einrichtung gemäß dem Unterbringungskonzept haben sich bewährt und wir wer-
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den daran festhalten, um die Kommunen bei der Aufnahme von Asylbewerbern
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nicht zu überfordern. Die kooperative Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für
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Migration und Flüchtlinge (BAMF) soll ein schnelles Asylverfahren sicherstellen. Die
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konsequente Vollstreckung der Ausreisepflicht durch Abschiebungen und die frei-
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willige Rückreise sind elementare Bestandteile unserer Asylpolitik, um das Ver-
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trauen der Bevölkerung in den Rechtsstaat weiterhin zu gewährleisten. Wir werden
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durch ein Rückkehrmanagement die Organisation und Rückführung abgelehnter
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Asylbewerber durch eine landeseigene Abschiebungssicherungseinrichtung er-
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leichtern. Die zügige Beschaffung von Passersatzpapieren mithilfe des Bundes so-
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wie gemeinsame Rückführungsaktionen mit anderen Bundesländern sollen die Ab-
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schiebungen in die Herkunftsländer garantieren. Kriminelle Asylbewerber, die in
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Deutschland Straftaten begehen, haben ihr Gastrecht verwirkt und sind vordring-
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lich abzuschieben.
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Auf Bundesebene die Liste sicherer Herkunftsländer ausweiten: Seit langem
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scheitert die Einstufung Marokkos, Algeriens, Tunesiens und Georgiens als soge-
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nannte sichere Herkunftsstaaten am Widerstand anderer Parteien im Bundesrat.
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Alle Staaten, für die die Anerkennungsquoten unter fünf Prozent liegen, müssen zu-
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künftig auf Grundlage der aktuellen Lageberichte des Auswärtigen Amtes als si-
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chere Herkunftsländer eingestuft werden, daran werden wir festhalten.
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Uns für ein gemeinsames europäisches Asylrecht einsetzen: Wir setzen uns in der
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Europäischen Union für ein krisenfestes und solidarisches gemeinsames Asylrecht
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sowie für schnelle und rechtssichere Asylverfahren, die faire Verteilung der Schutz-
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suchenden und die zügige Rückführung von nicht Schutzbedürftigen ein. Zu einer
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wirksamen Flüchtlingspolitik zählt auch der Außengrenzschutz, der mit dem zügi-
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gen Ausbau samt Kompetenzerweiterung der Grenzschutzagentur Frontex einher-
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gehen muss. Asylverfahren sind unserer Vorstellung nach vordringlich an den EU-
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Außengrenzen zu klären. Wir wollen auch weiterhin als Teil der internationalen Ge-
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meinschaft die Ursachen von Flucht und illegaler Migration bekämpfen. Wir werden
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die illegale Migration nach Europa weiter eindämmen und hierfür die Zusammenar-
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beit mit Transitstaaten ausbauen.
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Ausländische Arbeitskräfte unbürokratisch für Sachsen-Anhalt gewinnen: In
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Sachsen-Anhalt macht sich der Mangel an qualifizierten Fachkräften immer mehr
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bemerkbar. Wir wollen für gut ausgebildete Menschen aus dem Ausland, die hier
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arbeiten, ihren eigenen Lebensunterhalt sicherstellen können und sich integrieren
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wollen, ein attraktives und offenes Land sein. Im Rahmen bestehender Anwerbe-
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kampangen für Fachkräfte unterstreichen wir die Vorteile gezielter Migration nach
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nationalem Interesse. Kleinen und mittleren Unternehmen wollen wir noch besser
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helfen, ausländische Fachkräfte zu gewinnen und diese langfristig zu binden. Dazu
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müssen wir die Verwaltungsverfahren rund um die Zuwanderung so unbürokra-
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tisch wie möglich gestalten. Gleichzeitig fordern wir von allen Zugewanderten den
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Willen zur Integration.
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Das Landesnetzwerk Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, die Auslandsge-
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sellschaft Sachsen-Anhalt sowie die unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften
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sehen wir als Partner im notwendigen Integrationsprozess. Wir setzen uns inner-
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parteilich sowie in Bundesrat und Bundestag für die sofortige Umsetzung der Be-
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schlusslage der CDU Deutschlands zur Abschaffung von Doppelpässen (doppelten
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Staatsbürgerschaften) ein.
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12. Mobilität für jedermann
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Eine starke und leistungsfähige Infrastruktur ist eine der wichtigsten Grundlagen für ein
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funktionierendes Gemeinwesen. Millionen von Menschen verlassen sich jeden Tag aufs
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Neue darauf, dass sie sicher und unfallfrei zur Arbeit und wieder nach Hause kommen,
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egal, ob sie diesen Weg nun mit dem Auto, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, mit dem
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Fahrrad oder auch zu Fuß zurücklegen. Sämtliche Versorgungsgüter müssen jeden Tag
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von ihren Herstellern zu den jeweiligen Verbrauchern transportiert werden. Dienstleistun-
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gen unterschiedlichster Art und Weise können nur dann angeboten und genutzt werden,
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wenn eine intakte Infrastruktur dies auch ermöglicht. Der weitere Ausbau dieser Lebens-
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grundlage ist der CDU besonders wichtig. Wir haben deshalb hier nie lockergelassen und
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sind in den letzten Jahren sehr gut vorangekommen.
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Beim Weiterbau der A-14 im Norden und beim Lückenschluss der A143 im Süden unseres
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Landes haben wir große Fortschritte gemacht. Die A14 hat inzwischen die Altmark er-
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reicht, die wichtige Elbquerung ist im Bau. Bei mehreren anderen Abschnitten laufen be-
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reits die bauvorbereitenden Maßnahmen oder es besteht Baurecht. Bei der A143 ist der
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Spatenstich für den letzten Bauabschnitt erfolgt. Um unserer Städte und Gemeinden weiter
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vom Durchgangsverkehr zu entlasten, haben wir mehrere Ortsumfahrungen gebaut, so
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z.B. bei Halberstadt, bei Eutzsch, bei Theißen und bei Schernikau. Die Ortsumfahrungen
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Wedringen und Oebisfelde sind im Bau, viele weitere sind in der Planung.
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Daneben haben wir auch den Radverkehr weiter gestärkt. Wir haben eine Arbeitsgemein-
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schaft fahrradfreundlicher Kommunen ins Leben gerufen und ein Förderprogramm für Las-
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tenfahrräder aufgelegt. Zugleich haben wir mehr Geld in die Hand genommen, um kaputte
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Radwege zu sanieren oder neue Radwege zu bauen. Gemeinsam mit vielen anderen set-
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zen wir uns dafür ein, den Anteil des Radverkehrs am Verkehrsaufkommen auch in den
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kommenden Jahren weiter zu erhöhen.
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Neben dem Individualverkehr ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) die zweite
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wichtige Säule der Mobilität. Wir haben uns deshalb dafür stark gemacht, dass der ÖPNV
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qualitativ und quantitativ gestärkt wird. Um dies zu erreichen, haben wir u.a. darauf ge-
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achtet, dass mehr Zugbegleiter in den Zügen eingesetzt werden und dass dort ein kosten-
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loses WLAN zur Verfügung steht. Mit dem "Sachsen-Anhalt-Takt" wollen wir eine bessere
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Vernetzung von Bus und Bahn erreichen. Mit den Linien 100 und 300 existieren zwischen
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Salzwedel und Magdeburg bzw. zwischen Klötze und Wolfsburg stabile Verkehrsverbin-
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dungen im Stundentakt. Damit haben wir auch einen Beitrag zur Stärkung des ländlichen
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Raums geleistet.
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Mit der Städtebauförderung haben wir unseren Kommunen dabei geholfen, die notwendi-
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gen Umbauprozesse erfolgreich fortzuführen und ihre Infrastruktur an die jeweiligen Ge-
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gebenheiten anzupassen. Als CDU haben wir uns deshalb immer für die vollständige Kofi-
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nanzierung aller Bundeshilfen eingesetzt. Bei der Wohnraumförderung konnten wir mit
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dem "Aufzugsprogramm" rund 10.000 Wohnungen barrierefrei gestalten. Dies war ein
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wichtiger Beitrag für mehr Lebensqualität unserer Bürgerinnen und Bürger. Insbesondere
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Eltern mit Kleinkindern, Rollstuhlfahrer oder auch ältere Mitmenschen können nun ihre
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Wohnung einfacher und besser erreichen.
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Die CDU arbeitet daran, dass unser Land auch in Zukunft an allen Orten schön und lebens-
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wert bleibt. Wir wollen deshalb in den nächsten fünf Jahren insbesondere den ländlichen
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Raum gezielt stärken. Gute Mobilität im ganzen Land ist dabei ebenso wichtig wie eine
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Landesentwicklung, die auf die Bedürfnisse der Einwohner unseres Landes eingeht und
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diese unterstützt. Wir wollen uns für eine Erweiterung des Streckenverlaufs der Harzer
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Schmalspurbahn nach Hasselfelde einsetzen.
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WIR WERDEN
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Autobahn- und Straßenbau weiter voranbringen: Wir setzen uns weiterhin für die
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schnellstmögliche Fertigstellung der laufenden Autobahnbauvorhaben in unserem
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Land ein. Wir wollen, dass die A14 und die A143 spätestens 2025 komplett fertig
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gestellt sind. Einen Baustopp der Autobahnen lehnen wir strikt ab! Darüber hinaus
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setzen wir uns für einen sechsspurigen Ausbau der A14 auf besonders stark belas-
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teten Abschnitten sowie für eine Nordverlängerung der A71 von Sangerhausen
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nach Bernburg ein. Wir sorgen außerdem dafür, dass alle Neubauvorhaben aus
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dem Bundesverkehrswegeplan zügig vorangetrieben werden. Die Mittel für den
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Landes- und Kommunalstraßenbau werden wir auf jeweils 100 Mio. Euro pro Jahr
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anheben und dynamisieren. Die Landesstraßenbaubehörde wird personell ver-
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stärkt.
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Die richtige Mobilität für jeden – vom Bürgerbus bis zum Familien-Diesel. Wir leh-
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nen eine ideologisch motivierte Technologiefeindlichkeit sowie diskriminierende
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Fahrverbote strikt ab. Wir wollen, dass auch zukünftig jede Bürgerin und jeder Bür-
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ger selbst entscheiden kann, welche Technik er nutzt, um von A nach B zu kommen.
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Es gilt, kluge Anreize zu setzen, damit dies freiwillig möglichst umweltschonend er-
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folgt. Die CDU ist die Partei der Freiheit. Deshalb lehnen wir landesrechtliche Rege-
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lungen zur Geschwindigkeitsbeschränkung, außer aus Gründen der Verkehrssicher-
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heit, auf den Autobahnen in unserem Bundesland ab.
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Pendler stärker in den Blick nehmen: Wir setzen uns für eine Erhöhung der Pend-
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lerpauschale auf 40 Cent/km ein und wollen mit einem eigenen Landesprogramm
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500 neue Pendlerparkplätze und eine gezielte Unterstützung von Fahrgemein-
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schaften erreichen. Weiterhin wollen wir Radfahrerinnen und Radfahrer durch den
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Ausbau von gesicherten Fahrradstellplätzen und zugehöriger Ladeinfrastruktur an
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Bahnhöfen unterstützen. Wir werden weiter gewährleisten, dass beim Straßenbau
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die Empfehlungen für Radverkehrsanlagen berücksichtigt und umgesetzt werden.
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Vorreiter für Zukunftsmobilität sein: Mit uns wird Sachsen-Anhalt zum Zukunfts-
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labor für vernetzte Mobilität, grüne Mobilitätsketten und moderne Konzepte zur Ver-
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kehrssteuerung. Ziel ist es, die Anbindung des ländlichen Raums zu stärken und im
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Rahmen von Pilotprojekten einen 24/7-Service mit Tür-zu-Tür-Verkehren zu testen.
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Wir wollen die Attraktivität des Bahn-Bus-Landesnetzes durch weitere PlusBusse
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und TaktBusse weiter erhöhen.
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Autonomes Fahren in Stadt und Land: Unser Land soll mit mehreren Pilotprojekten
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in allen Regionen Technologieführer bei Robotaxis und autonomen Bürgerbussen
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werden.
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Schienen- und Personennahverkehr sichern und ausbauen: Wir wollen die Anbin-
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dung Sachsen-Anhalts an den Schienenfernverkehr stärken.
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Deshalb treten wir dafür ein, dass der Deutschlandtakt möglichst schnell in allen
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großen Städten Sachsen-Anhalts angeboten wird. Im Schienenpersonennahver-
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kehr wollen wir die Anbindung des ländlichen Raumes sichern und bedarfsgerecht
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ausbauen. Die Anbindung des ländlichen Raumes soll weiterhin durch den jeweils
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wirtschaftlichsten Verkehrsträger erfolgen. Dazu werden wir die Regionalisierungs-
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mittel ausschließlich für den Schienenpersonennahverkehr einsetzen. Wir wollen
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weiter daran arbeiten grenzübergreifende Pendlerverkehre bürgerfreundlicher zu
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machen. Mit mehr finanziellen Mitteln für die NASA GmbH entwickeln wir außerdem
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einen verlässlichen Sachsen-Anhalt-Takt. Wir werden uns bei Streckenerneuerun-
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gen dafür einsetzen, die bisherigen Höchstgeschwindigkeiten zu erhöhen, um die
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Fahrtzeiten zu reduzieren und die Attraktivität der Schiene weiter zu steigern. Für
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alle nicht elektrifizierten Strecken in Sachsen-Anhalt wollen wir eine Perspektive zur
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Elektrifizierung schaffen, um die Emissionsbelastung im Verkehr weiter zu reduzie-
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ren. Die Anbindung der Landeshauptstadt Magdeburg durch den Schienenperso-
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nenfernverkehr bleibt unser Ziel.
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ÖPNV richtig machen: Wir setzen beim weiteren Ausbau der Verkehrsverbünde
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auf Anreize und auf das Prinzip der Freiwilligkeit. Die regionale Abstimmung muss
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stimmen, um den öffentlichen Verkehr effizient zu gestalten. Im ÖPNV unterstützen
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wir die Verkehrsträger beim Aufbau einer Infrastruktur für einen weitgehend CO2-
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neutralen ÖPNV.
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Die Verkehrssicherheit im Land erhöhen: Mit erfolgreich getesteten Technologien
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wollen wir flächendeckend die Zahl der Wildunfälle deutlich reduzieren. Außerdem
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werden wir mit den Unfallkommissionen und Verkehrswachten ein Landespro-
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gramm zur Entschärfung von Gefahrenstellen umsetzen. Dafür wenden wir in fünf
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Jahren 10 Mio. € auf.
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Die Kleinsten und die schwachen Verkehrsteilnehmer schützen: Wir wollen mehr
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und bessere Radwege. Wir wollen die Zahl der neu gebauten Radwege in fünf Jah-
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ren verdoppeln. Dafür werden wir zusammen mit den Kommunen baulastträger-
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übergreifende Finanzierungsinstrumente entwickeln.
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Natur und Straße versöhnen: Mit einem Alleenprogramm werden wir die Schäden
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an den bestehenden Alleen beheben. Für mehr Nachhaltigkeit wollen wir 2000 neue
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dürreresistente (Obst-)Bäume an Landesstraßen pflanzen.
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Verkehrsinvestitionen fördern: Statt teurer Einzelmaßnahmen wollen wir mehr
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Kontinuität in der Finanzierung kommunaler Straßen. Die Kommunen werden mit
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der Unterstützung durch eine Task-Force der Landesstraßenbaubehörde ein bes-
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seres Baustellenmanagement erreichen. Wir wollen den Städten und Gemeinden
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außerdem mehr Anreize geben, mit technischen Lösungen mehr Lärmschutz umzu-
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setzen (Flüsterasphalt).
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Unsere Fähren sicherer machen: Mit einer „Verkehrsagentur Fähre“ unterstützen
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wir die kommunalen Fähren beim Ausschreibungs- und Abnahmemanagement und
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bei den Fährrevisionen. Außerdem wollen wir mehr Nachwuchsförderung für Fähr-
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personal.
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Bestehende Luftverkehrsinfrastruktur erhalten und ausbauen: Die CDU bekennt
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sich zum Luftverkehr als Motor der wirtschaftlichen Entwicklung in Sachsen-An-
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halt sowie zum Erhalt leistungsfähiger Strukturen und fördert zielgerichtet deren
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Weiterentwicklung. Mit dem Flughafen Leipzig/Halle verfügt das Land über einen
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wichtigen Standort im internationalen Luftverkehr. Für die Landeshauptstadt
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Magdeburg ist insbesondere der Flugplatz Magdeburg von zentraler Bedeutung.
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Der Flugplatz in Cochstedt soll als Forschungsstandort ausgebaut werden.
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Verkehrsverlagerung und Verkehrsträgermix: Wir wollen, dass alle Verkehrsträ-
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ger ihren Beitrag zur Bewältigung des Verkehrs leisten können. Kein Verkehrsträger
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darf gegen den anderen ausgespielt werden. Für eine Verkehrsverlagerung braucht
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es leistungsfähige alternative Verkehrsträger. Neben der Schiene bietet vor allem
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die Wasserstraße die größten Reserven. Daher treten wir neben dem weiteren Aus-
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bau von Straße und Schiene für die Sicherstellung einer ganzjährigen Schiffbarkeit
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der Elbe sowie den Bau des Saale-Seiten-Kanals ein.
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Langwierige Planungsverfahren beschleunigen: Um die Lücken in unserer Infra-
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struktur zu schließen und neue Vorhaben schneller zu realisieren, treten wir nach-
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drücklich für ein wirkungsvolles Planungsbeschleunigungsgesetz und die Wieder-
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einführung der Präklusion ein.
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Städtebau- und Wohnraumförderung fortführen: Mit Hilfe der Städtebauförde-
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rung ist es seit 1990 gelungen, den Verfall unserer Städte zu stoppen und viele his-
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torische Bauten zu sanieren. Zugleich konnte damit der notwendige Stadtumbau-
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prozess erfolgreich gestaltet werden. Dieser Prozess ist jedoch nicht abgeschlos-
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sen. Daher wollen wir die Städtebauförderung weiterführen und alle Bundesmittel
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kofinanzieren. Das gleiche gilt auch für die Fortsetzung der Wohnraumförderung.
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Hier wollen wir schwerpunktmäßig den altersgerechten und energetischen Umbau
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weiter vorantreiben und dazu insbesondere die barrierefreie Erreichbarkeit der
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Wohnungen weiter fördern.
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Landesentwicklungsplan fortschreiben: Wir wollen den Landesentwicklungsplan
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(LEP) fortschreiben und dazu in einen intensiven Dialog mit den Kommunen unseres
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Landes treten. Außerdem fördern wir die kommunale Raumplanung (Flächennut-
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zungspläne) unter der Bedingung, neue Gewerbe - und /oder Industriestandorte
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auszuweisen. Die regionale Rohstoffsicherung (z.B. Gips) ist gerade für die vom
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Braunkohleausstieg betroffenen Unternehmen sehr wichtig. Der LEP soll in seiner
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Fortschreibung daher Möglichkeiten bieten, auch einheimische Rohstoffe zu er-
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schließen. Die im Landesentwicklungsplan vorgesehenen landesbedeutsamen In-
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dustriegebiete sollen auch in der Fortschreibung Bestand haben. Die Umsetzung
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soll durch das Land aktiv befördert und unterstützt werden.
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Ländliche Flächen entwickeln: Der ländliche Raum bietet viele Potentiale und vor
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allem Fläche. Das Baurecht macht das sogenannte „Bauen im Außenbereich“ auf-
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grund der Raumplanung und der damit verbundenen Zersiedelung
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nahezu unmöglich. Es bedarf allerdings intelligenter Lösungen, um z. B. Wohnbe-
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bauung in baulich bereits in Anspruch genommenen Bereichen oder ehemals durch
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die Landwirtschaft genutzter Bebauung neu zu entwickeln. So sollte ein Eigentümer
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künftig allein entscheiden, ob er einen Umbau eines alten Wohngebäudes vornimmt
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oder durch ein neues Gebäude ersetzt. Die CDU wird sich daher für eine Anpassung
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des Baurechts über eine Bundesratsinitiative einsetzen.
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13. Gesundes Sachsen-Anhalt
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Die Beschäftigten im Gesundheitswesen und in den Pflegeeinrichtungen haben in der Pande-
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mie Außergewöhnliches geleistet. Ihnen gebührt unser Dank und unsere Anerkennung! Die
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Krankenhäuser, die sich in der Pandemie vor allem auf die Behandlung von COVID-Patienten
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konzentriert haben, dürfen dadurch keine wirtschaftlichen Nachteile erleiden. Sachsen-Anhalt
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hat ein modernes und leistungsfähiges Gesundheitssystem. Ein stabiles Gesundheitssystem
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trägt nicht zuletzt zu einem stabilen Gesellschaftssystem und damit zur inneren Sicherheit
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unseres Landes bei.
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Wir als CDU haben uns dafür eingesetzt, dass auch in Zukunft alle Menschen Zugang zu guter
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medizinischer Versorgung haben. Für die Bürgerinnen und Bürger unseres Bundeslandes ist
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es wichtig, eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe, wirtschaftlich tragfähige Gesundheits-
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versorgung in Anspruch nehmen zu können. Die Hausärztinnen und Hausärzte, Fachärztin-
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nen und Fachärzte, die 47 Krankenhäuser sowie alle weiteren Heilberufe in unserem Bundes-
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land bilden ein Gesundheitsnetzwerk für Patienten und Hilfesuchende. Wir haben erreicht,
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dass für Medizinstudenten eine Landarztquote für Landeskinder eingerichtet wurde. Die
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Krankenhausinvestitionsmittel wurden weiter aufgestockt. Mit den Mitteln des Strukturfonds
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des Bundes konnten wir zahlreiche Maßnahmen in Sachsen-Anhalt zur Umstrukturierung un-
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serer Krankenhäuser nutzen. Darüber hinaus haben wir ein zentrales Landeskrebsregister in
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Sachsen-Anhalt aufgebaut und können damit die Qualität und den Erfolg von Krebstherapien
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erfassen. Die zunehmende Spezialisierung in der Medizin, der wachsende Fachkräftebedarf
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und besonders der demographische Wandel in unserem Land machen eine noch gezieltere
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Strukturentwicklung der medizinischen Versorgungsangebote erforderlich.
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WIR WERDEN
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Das Niveau der Versorgungsqualität durch Spezialisierung und gezielte Kon-
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zentration langfristig erhalten und verbessern und Krankenhäuser weiter stär-
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ken: Krankenhäuser haben erheblichen Einfluss auf das regionale Versorgungsan-
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gebot und erfordern die größten langfristigen Investitionen. Daher werden wir bei
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der Krankenhausplanung folgende Kriterien konsequent anwenden:
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Erreichbarkeit
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Bedarfsorientierung
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Qualität
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Eine konsequente und strukturelle Krankenhausplanung vornehmen: Dabei be-
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darf es einer breiten gesellschaftlichen Diskussion über eine gute medizinische Ver-
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sorgung der Menschen in den Regionen und wir werden die Erwartungen der Bür-
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gerinnen und Bürger unseres Landes an ihre Gesundheitsversorgung wahr- und
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ernstnehmen.
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Gesundheitsversorgung sichern: Das medizinische Versorgungsangebot ist ein
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wesentliches Attraktivitätsmerkmal für die gesellschaftliche Entwicklung. Sie ent-
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scheidet mehr als je zuvor über die Ansiedlung junger Menschen, Familien, Unter-
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nehmen und Institutionen in den jeweiligen Regionen. Deshalb werden wir die Lü-
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cken in der Versorgung älterer Menschen ebenso schließen, wie die Versorgung von
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jungen Menschen und Familien weiter sichern. Neben Einrichtungen zur Kurzzeit-
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und stationären Pflege, gilt es auch Rehabilitations-, Präventions- und Beratungs-
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einrichtungen und nicht nur in den Ballungszentren unseres Landes vorzuhalten.
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Neben den bisherigen Programmen zur Gewinnung angehenden Ärztinnen und
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Ärzten, wie Stipendien und der Landarztquote, wollen wir auch für die Zahnmedi-
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zin vergleichbare Initiativen ergreifen.
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Versorgung am Lebensende: Die ambulante Hospizarbeit und stationäre Hospiz-
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versorgung sollen weiter gefördert werden. Dabei soll auch die regionale Entwick-
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lung von Netzwerkstrukturen unterstützt und die Unter-, Über- und Fehlversorgung
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vermieden werden.
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Grundlagen schaffen: Die eine unbürokratische sektorübergreifende Versorgung
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von Patientinnen und Patienten und Hilfebedürftigen ermöglichen, wenn kein klas-
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sisches soziales Netz vorhanden ist.
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Eine Verzahnung der verschiedenen Akteure, telemedizinischer Lösungen oder
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die Delegation von ärztlichen Aufgaben forcieren: Dabei ist eine gleichwertige
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medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt sicherzustellen. Digitale Anwendun-
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gen in Medizin und Pflege helfen, räumliche Distanzen zu überwinden und eine Be-
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handlung der Patientinnen und Patienten zu ermöglichen. Hier werden wir geeig-
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nete Rahmenbedingungen schaffen und ausbauen. Wir streben eine hochwertige
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medizinische, regional verankerte Versorgung an.
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Den Digitalisierungsprozess im Gesundheitswesen vorantreiben: Digitale An-
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wendungen eröffnen die Chance, Qualitäts-, Zeit- und Kosteneffekte in der Versor-
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gung zu realisieren. Digitale Technik ist geeignet, die Patientenversorgung und -
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sicherheit zu verbessern sowie die Kommunikation zwischen den gesundheitlichen
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Akteuren zu vereinfachen, Ärzte zu entlasten und die ambulante Versorgung vor
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Ort zu stärken. Die elektronische Patientenakte, das elektronische Rezept und wei-
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tere digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept werden die Digitalisierung für
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unsere Bürgerinnen und Bürger im Land erlebbar machen. Die Patientinnen und
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Patienten erhalten auf diesem Weg einen schnelleren Zugang zur Versorgung. Zu-
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gleich wird eine verantwortungsvolle Datennutzung sichergestellt.
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Effektivität und Effizienz der medizinischen Versorgung in Einklang bringen: Die
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Versorgungseinrichtungen in unserem Bundesland haben sich in der Vergangen-
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heit verstärkt zu Wirtschaftsbetrieben entwickelt. Sie optimieren ihre Betriebsab-
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läufe und folgen zunehmend Unternehmensstrategien einer qualitativ hochwerti-
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gen Patientenversorgung. Dazu sind jedoch regelmäßige Investitionen erforderlich,
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die nicht allein aus dem Regelbetrieb erwirtschaftet werden können. Daher werden
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wir den Investitionsstau konsequent und zügig abbauen. Sollten Krankenhäuser
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kurzfristige Liquiditätshilfen benötigen, um wirtschaftliche Engpässe zu überbrü-
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cken, werden wir dafür Sorge tragen, dass dies möglich wird. Im Interesse unserer
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Bürgerinnen und Bürger werden wir für derartige Härtefälle Interventionsmodelle
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konzipieren und einrichten.
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Die ambulante medizinische Versorgung weiterhin flächendeckend und wohnor-
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tnah sicherstellen: Neben der primärärztlichen Sicherstellung müssen Leistungen
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der Gesundheitsfachberufe (z. B. Pflege, Physio- und Ergotherapie etc.) ebenso be-
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rücksichtigt werden. Gleiches gilt für Präventions- und Nachsorgeangebote und für
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den Öffentlichen Gesundheitsdienst. Wir werden weiterhin die ambulante und sta-
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tionäre Langzeitpflege einer stärkeren Berücksichtigung bei der Strukturplanung
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unterwerfen. Denn nicht zuletzt ist der Sicherstellungsauftrag der pflegerischen
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Versorgung Aufgabe der öffentlichen Sozialträger unter Aufsicht der Landespolitik.
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Wohnortnahe pflegerische Angebote sind dabei für alle Generationen wichtig und
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helfen Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen, zusätzlich zu der direkten Gesund-
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heitsversorgung, lebenslange gesellschaftliche Teilhabe zu erhalten. Um die dabei ge-
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wünschte Flexibilität entsprechend den individuellen Bedürfnissen und Lebenssituati-
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onen flächendeckend gewährleisten zu können, werden wir ein Zusammenwirken von
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ambulanten und stationären Angeboten ermöglichen.
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Pflegeeinrichtungen bei der zukünftigen Planung von Infektionsschutzmaßnah-
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men stärker berücksichtigen: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben ge-
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zeigt, wie groß die Bedeutung der Pflegeanbieter für den Bevölkerungsschutz ist.
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Daher werden wir die Pflegeeinrichtungen bei der zukünftigen Planung von Infekti-
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onsschutzmaßnahmen stärker berücksichtigen und bei den dafür erforderlichen
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Maßnahmen umfassend unterstützen.
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Pflegeanbieter stärken: Um die absehbare, weiter steigende Nachfrage nach pro-
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fessionellen Pflegeleistungen decken zu können, werden wir Pflegeanbieter in die
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Lage versetzen, prospektiv Investitionen in Qualität und Kapazität in ihren Einrich-
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tungen zu tätigen. Dabei darf diese Entwicklung nicht einseitig nur zu Lasten der
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jeweils betroffenen Versicherten verlaufen.
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Die leistungsfähigen medizinischen Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen
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sichern: Wir werden diese sichern, um den Erhalt qualifizierter Fachkräfte für die
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gesundheitliche Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Besonderen Wert
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legen wir dabei auf Einrichtungen, die Ergebnisse medizinischer Grundlagenfor-
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schung in die regelmäßige Anwendung und Versorgungspraxis übertragen.
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Die Herstellung von medizinischen, insbesondere pharmazeutischen, Produkten
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in unserem Land stärken. In unserem Land werden zahlreiche medizinische Pro-
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dukte, darunter auch Medikamente, hergestellt. Gerade die Erfahrungen der
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Corona-Pandemie machen deutlich, dass diese Produktion im Land gehalten und
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möglichst ausgebaut werden muss. Das ist nicht nur eine Frage der Sicherstellung
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der Versorgung mit diesen lebenswichtigen Gütern. Daher wollen wir uns dafür ein-
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setzen, dass für diese Güter ein fairer Preis bezahlt wird, der die Mehraufwendun-
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gen für eine Produktion innerhalb Deutschlands mitberücksichtigt. Ziel ist dabei
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auch die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung.
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Die vom Strukturwandel betroffene Region in den Fokus nehmen: Zur Ansiedlung
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von Forschungseinrichtungen sowie von Standorten der pharmazeutischen und
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medizintechnischen Industrie, werden wir die Strukturwandelregion im Süden un-
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seres Landes bevorzugen.
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Strukturelle Möglichkeiten schaffen: Die Unabdingbarkeit vernetzter und sektoren-
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übergreifender Versorgungsstrukturen hat uns die Corona-Pandemie eindrücklich
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vor Augen geführt. Ebenso wurde die Notwendigkeit des Neuaufbaus strategischer
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Reserven, sowohl in Form von Lagerbeständen als auch von Produktionsmöglich-
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keiten, medizinisch essenzieller Güter deutlich.
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Um dies zu erreichen, werden wir einen Zukunftsplan 2035 für die medizinische Versor-
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gungs-, Forschungs-, Ausbildungs- und Produktionslandschaft in Sachsen-Anhalt präsen-
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tieren. Wir werden Krisen meistern und aus diesen gestärkt hervorgehen. Wir begrüßen
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ausdrücklich, dass die Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Behandlung zuneh-
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mend durchlässiger werden, Sektorübergriff zunehmend zur Regel wird.
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Insbesondere bedarf es einer strukturierten und zielorientierten Krankenhausversorgung,
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die sich zum einen an dem durch die Bundesebene vorgegebenen Erreichbarkeitszeitraum
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von 30 Minuten orientiert und eine qualitativ hochwertige Versorgung für die Menschen in
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Sachsen-Anhalt gewährleistet.
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Um das vorgenannte Ziel zu erreichen, sind folgende Punkte umzusetzen:
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1. Basis für die neue strukturierte Versorgungsplanung muss die funktionsfähige
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Notfallversorgung sein. Sie ist nicht eine dritte Säule in der Versorgung der Men-
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schen unseres Landes, sondern die Grundlage. Die Notfallambulanzen in den
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Krankenhäusern und leistungsfähige ambulante Notfallpraxen sind dazu im Zu-
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sammenwirken unabdingbar. Die Menschen unseres Landes müssen im Notfall
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stets eine gute und angemessene Behandlung erhalten.
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2. Wir brauchen die Spezialisierung ausgewählter Krankenhausstandorte, ebenso
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wie auskömmlich finanzierte wohnortnahe Krankenhäuser der Grundversor-
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gung (insbesondere mit Leistungen der Inneren Medizin, der Chirurgie).
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Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie müssen auf ihre Bedürfnisse hin best-
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möglich medizinisch versorgt werden. Wir werden die pädiatrische Versorgung
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an den bisherigen Krankenhausstandorten weiter sichern.
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3. Wir verabschieden uns von der Pauschalförderung mit der Gießkanne für alle
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Krankenhäuser und gehen zu einer zielorientierten Investitionsförderung durch
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das Land über.
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4. Durch die Bündelung von Fachkräften und Ressourcen erreichen wir eine höhere
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Qualität und setzen die Mindestmengen für bestimmte Behandlungen um. Min-
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destmengen erhöhen nach gewissenermaßen die Patientensicherheit. Dies geht
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einher mit einer Bildung von gut ausgestatteten Zentren und Leuchttürmen in der
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Versorgung der Menschen.
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5. Die einzelnen und bisher getrennten Sektoren (ambulant, stationär, rehabilitativ,
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präventiv) werden weiter enger verzahnt.
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6. Kurzfristige finanzielle Liquiditätsengpässe in den Krankenhäusern werden im
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Rahmen eines Sonderprogrammes der Landesregierung abgebaut.
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7. Die Optimierung des Rettungsdienstes ist zwingend mit seiner Entwicklung zu
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verknüpfen.
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Nach Vorlage des Zukunftskonzeptes werden wir in eine neue Welt der medizinischen Ver-
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sorgungsplanung gehen. Mit dieser neuen Ausrichtung wird es auch eine zielgenaue In-
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vestitionsförderung durch das Land geben. Es ist gesetzlich geregelt, dass jedes Bundes-
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land eine Investitionsförderung für seine Krankenhäuser vorhalten muss. In Zeiten enger
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Kassen und in Zeiten von Fachkräftemangel sowie in Zeiten von Qualitätsvorgaben wer-
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den wir die Gesundheit der Menschen in unserem Bundesland im Blick haben und können
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nur durch dieses strukturierte Vorgehen eine gesundheitliche Versorgung in unserem Bun-
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desland aufrechterhalten.
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14. Für ein soziales Miteinander
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Als CDU setzen wir auf ein soziales Miteinander in unserer Gesellschaft. Dabei geht es
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nicht allein um das Miteinander der Generationen. Es geht darum, die unterschiedlichen
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Interessenlagen in unserer Gesellschaft auszugleichen. Familien werden immer wichtiger
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und sind das Fundament unserer Gesellschaft. Familie ist überall dort, wo Eltern für Kinder
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und Kinder für Eltern dauerhaft Verantwortung tragen. Sie ist der Ort, an dem Partner-
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schaft und Solidarität gelebt und der Sinn für Gerechtigkeit vermittelt wird. In ihr reift der
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Mensch zur Persönlichkeit heran und entfaltet sich zur Freiheit in Verantwortung. Hier wer-
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den Werte gelebt, die sich aus dem christlichen Verständnis vom Menschen ergeben – sei-
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ner unveräußerlichen Würde und seiner Mitmenschlichkeit. Hier ist auch die Unterstützung
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des Staates gefragt, wenn es entsprechenden Bedarf gibt.
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Gleichzeitig geht es darum, Beratungs- und Hilfsangebote so zu gestalten, dass sie den
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Bedürfnissen derjenigen gerecht werden, die Sie benötigen. In der aktuellen Wahlperiode
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wurden zahlreiche Verbesserungen erreicht. Das Kinderförderungsgesetz wurde überar-
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beitet mit dem Ziel, die Qualität zu steigern und gleichzeitig die Eltern finanziell zu entlas-
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ten, zum Beispiel mit der Beitragsfreiheit für Geschwisterkinder. Die Finanzierung der Be-
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ratungsstellen wurde verbessert, damit diese ihr Angebot weiterentwickeln können. Un-
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terschiedliche Sozialleistungen wurden angepasst, um den steigenden Lebenshaltungs-
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kosten gerecht zu werden. Das ehrenamtliche Engagement in unserem Land wurde durch
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unterschiedliche Maßnahmen gestärkt. Bis Anfang 2020 war die Entwicklung des Arbeits-
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marktes in Sachsen-Anhalt grundsätzlich eine Erfolgsgeschichte.
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Die Anzahl sozialversicherungspflichtiger Beschäftigter erreichte neue Höchststände. Die
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wirtschaftlichen Verwerfungen der vergangenen Monate haben auch auf dem Arbeits-
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markt in unserem Bundesland deutliche Spuren hinterlassen. Mittel wie das Kurzarbeiter-
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geld haben dabei geholfen, die negativen Folgen für die Beteiligten zu mildern und das
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qualifizierte Personal in den Unternehmen zu halten.
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14.1 Qualität der Kinderbetreuung weiter steigern
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WIR WERDEN
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Durch eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels die Qualität in unseren Kin-
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dertageseinrichtungen weiter steigern: Wir werden die Qualität in den Kinderta-
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geseinrichtungen weiter steigern. Dazu werden wir den Betreuungsschlüssel ver-
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bessern. Die Elternbeiträge wollen wir möglichst niedrig halten. Eine überdurch-
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schnittliche Inanspruchnahme der Betreuungsangebote macht die Wertschätzung
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und die Notwendigkeit dieser deutlich, wobei wir als CDU Sachsen-Anhalt die Krip-
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pen, Kindertagesstätten und Horte ausdrücklich auch als Bildungsorte verstehen.
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Investitionen in eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung und Betreuung
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sind sowohl individuell als auch gesamtgesellschaftlich sehr wertvoll. Sie schaffen
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positive Voraussetzungen für die weiteren Entwicklungsschritte.
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Weitere Fachkräfte für unsere Kindertageseinrichtungen gewinnen: Ein Schlüs-
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selelement für die Betreuungsqualität sind qualifizierte Fachkräfte in den Einrich-
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tungen und in den Tagespflegestellen. Aufgrund der Altersstruktur und den vorhan-
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denen Bedarfen müssen alle Möglichkeiten für die Gewinnung entsprechender
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Fachkräfte ausgeschöpft werden. Neben der Qualifizierung von Quereinsteigerin-
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nen und Quereinsteigern muss auch die Berufsausbildung auf diesem Gebiet at-
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traktiver gestaltet werden. Unser Ziel bleibt die Schaffung einer dualen Berufsaus-
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bildung, inkl. Ausbildungsvergütung. Für die Kita-Leitungen ist eine Hochschulaus-
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bildung erstrebenswert.
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Uns weiter zur Trägervielfallt bekennen: Unterschiedliche Träger mit ihren Kon-
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zepten sorgen für einen positiven Wettbewerb um das beste pädagogische Kon-
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zept. Dies gilt nicht nur im Bereich der Kindertageseinrichtungen. Eine gute Zusam-
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menarbeit mit der Liga der Freien Wohlfahrtspflege ist für uns wichtig.
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Die Rahmenbedingungen für die Betreuung behinderter Kinder nachhaltig ver-
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bessern: Wir wollen die Regeln für dieses wichtige Thema klarer gestalten, büro-
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kratische Hemmnisse abbauen und insbesondere die Strukturen zur frühzeitigen
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Diagnostik effektiver und effizienter gestalten. Wir werden einen Betreuungsan-
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spruch für behinderte Kinder auch nach dem 14. Lebensjahr festschreiben.
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14.2 Ein Arbeitsplatz ist mehr als eine Einkommensquelle
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WIR WERDEN
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Uns für den Erhalt und die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen ein-
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setzen: Denn ein Arbeitsplatz ist für die Beschäftigten viel mehr als eine Einkom-
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mensquelle. Er dient auch der Realisierung beruflicher Ziele, der Selbstverwirkli-
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chung, aber auch des sozialen Miteinanders. Für uns als CDU sind eine erfolgreiche
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Ansiedlungs- und Wirtschaftspolitik und eine gute Arbeitsmarktpolitik zwei Seiten
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der gleichen Medaille.
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Die soziale Marktwirtschaft stärken: Darunter verstehen wir ausdrücklich auch
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starke Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen. Unser Ziel ist die Stärkung der
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Tarifautonomie.
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Uns für die Wertschätzung und Verbesserungen bei der dualen Berufsausbil-
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dung einsetzen: Die duale Berufsausbildung ist einer der Erfolgsfaktoren der sozi-
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alen Marktwirtschaft. Deren Stärkung und Weiterentwicklung, unter Einbeziehung
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der Beteiligten ist ein Alleinstellungsmerkmal und einer der größten Erfolgsfaktoren
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der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland. Dazu gehört die finanzielle Unterstüt-
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zung von Ausbildungszentren für die berufliche Ausbildung sowie die Stärkung der
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berufsbildenden Schulen im Land.
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Die berufliche Aus- und Weiterbildung fördern: Die liegt im Interesse sowohl der
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Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer. Den sozialen Arbeitsmarkt sehen wir vor-
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rangig als Möglichkeit, Menschen wieder für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizie-
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ren und ihnen die notwendigen Fähig- und Fertigkeiten zu vermitteln. Dabei dürfen
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die Angebote nicht in Konkurrenz zu bestehenden Unternehmen treten.
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Uns für den Arbeits- und Gesundheitsschutz einsetzen und für die Kontrolle der
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rechtlichen Bestimmungen: Dem Arbeits- und Gesundheitsschutz gebührt gerade
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nach Corona eine noch bedeutendere Rolle. Die seit langem gesetzlich vorgeschrie-
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bene Gefährdungs- und Belastungsanalyse muss, auch unter Berücksichtigung der
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durch Corona aufgestellten Auflagen, durchgeführt werden. Die Gesundheit der
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Menschen muss durch gesunde Arbeitsbedingungen geschützt werden.
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14.3 Miteinander in der Gesellschaft sicherstellen / Familien stärken
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WIR WERDEN
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Unser Ziel, unser Bundesland zum familienfreundlichsten Land in Deutschland zu
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machen, weiterverfolgen: Dazu bedarf es immer einer kritischen Analyse, wo der
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Staat helfen muss, um Familien zu unterstützen, aber auch da, wo die elterliche
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Verantwortung an erster Stelle steht. Für uns ist die Ehe kein überholtes Lebens-
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ideal, sondern weiterhin besonders förderungs- und unterstützenswert.
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Uns den besonderen Herausforderungen und Problemen von Alleinerziehenden
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annehmen: Mehr als ein Viertel der Familien in Sachsen-Anhalt sind Alleinerzie-
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hende mit minderjährigen Kindern. In dieser Gruppe sind überdurchschnittlich viele
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soziale Belastungen zu finden. Deshalb muss die Landespolitik auf diese Gruppe
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der Gesellschaft und deren Interessen ein besonderes Augenmerk haben und ent-
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sprechende Unterstützungsangebote gestalten.
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Die Arbeit der Familienverbände in Sachsen-Anhalt weiterhin fördern.
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Die Rechte von Kindern und Jugendlichen, auch im Rahmen von Beteiligungspro-
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zessen stärken: Kinder und Jugendliche sind nicht nur die Zukunft unserer Gesell-
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schaft, sondern müssen die Gelegenheit haben, ihre Lebensumgebung aktiv mitzu-
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gestalten. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, setzen wir uns für altersge-
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rechte Beteiligungsprozesse ein. Das jugendpolitische Programm des Landes muss
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in diesem Sinne immer weiterentwickelt und den Veränderungen angepasst wer-
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den.
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Den Jugendverbänden und dem Kinder- und Jugendring Sachsen-Anhalt kommen
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als Sprachrohr der jungen Generation eine wichtige Bedeutung zu. Diese gilt es, in
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ihrer Arbeit zu stärken. Als Land werden wir weiter die Finanzierung der Kinder-
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und Jugendarbeit auf kommunaler Ebene, zum Beispiel im Rahmen der Kinder- und
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Jugendhäuser, oder der Projektförderung, unterstützen. Dabei setzen wir auf Ein-
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richtungen mit pädagogischem Fachpersonal, die um Objekte in Selbstverwaltung
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ergänzt werden.
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Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist ein Kernthema unserer Politik. Die Ver-
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letzung an Leib und Seele von Kindern und Jugendlichen führt zu unbeschreiblichem
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individuellem Leid und großem gesellschaftlichen Schaden. Daher müssen der Kin-
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derschutz und Kinder- und Jugendrechte gestärkt und konsequent durchgesetzt
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werden. Für diese komplexe und schwierige Aufgabe müssen die Mitarbeiter und
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Entscheidungsträger in den Jugendämtern und Familiengerichten und die zustän-
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digen Sachverständigen bestmöglich qualifiziert und stetig fortgebildet werden.
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Wir wollen notwendige Strukturen schaffen, um Kinder vor Gewalt und insbeson-
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dere vor sexualisierter Gewalt zu schützen.
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Wir stärken das Amt des Kinder- und Jugendbeauftragten, der zugleich Landes-
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missbrauchsbeauftragter ist, indem wir ihm Unabhängigkeit sowie die notwendi-
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gen Ressourcen bereitstellen. Es soll ein interministerieller Arbeitskreis gebildet
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werden, der, unterstützt durch einen Fachbeirat, eine eingehende Bedarfs- und Da-
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tendurchsicht vornimmt. Ziel ist die Erarbeitung eines Aktionsplanes, wie Kinder vor
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sexualisierter Gewalt geschützt werden. Wir wollen erreichen, dass alle Kinderta-
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geseinrichtungen und alle Schulen ein institutionelles Schutzkonzept entwickeln
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und anwenden.
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Für Kinder in Not schaffen wir ein landesweit erreichbares Kompetenzzentrum.
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Dort bekommen Kinder umfassende Beratung, medizinische und therapeutische
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Hilfe oder auch eine psychosoziale Begleitung für alle Phasen eines straf- oder fa-
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miliengerichtlichen Verfahrens. Wir werden die Anzahl der spezialisierten Fachbe-
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ratungsstellen, wie sie etwa der Verein Wildwasser betreibt, dem Bedarf anpas-
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sen und erhöhen. Wir stärken die Strafermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden
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im Land, damit sie Kinder vor den Gefahren des Internets besser schützen und Ab-
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bildungen von sexualisierter Gewalt im Internet wirksamer bekämpfen können. Die
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CDU schafft ein starkes Netz von Prävention, Intervention und wirksamen Hilfen
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zum bestmöglichen Schutz der Kinder und Jugendlichen in unserem Land.
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Die Belange der Senioren bei allen politischen Entscheidungen mitberücksichti-
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gen: Mehr als ein Drittel aller Menschen in Sachsen-Anhalt sind älter als 60 Jahre.
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Ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist nicht nur wichtig, sondern ermöglicht
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auch die Nutzung ihrer ganz persönlichen Potenziale und Erfahrungsschätze zum
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Wohle der Gesellschaft. Ein großes Problem in dieser Altersgruppe, aber auch in
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anderen, ist die zunehmende Vereinsamung. Die CDU als Sachsen-Anhalt Partei
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nimmt sich dieser Problematik in den kommenden Jahren an. Dieses muss an ver-
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antwortlicher Stelle im Land behandelt werden. Orte der Begegnung wie Mehrge-
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nerationenhäuser, Seniorentreffs oder Alten- und Servicezentren können hier wich-
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tige Anlaufpunkte sein, um diesem Phänomen entgegenzuwirken. Wir wollen alter-
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native Wohnformen fördern.
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14.4 Teilhabe ermöglichen
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WIR WERDEN
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Menschen mit Behinderung mehr Teilhabe ermöglichen: Mit dem Bundesteilhabe-
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gesetz wurden grundsätzlich gute Möglichkeiten geschaffen, dass Menschen mit
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Behinderung ein Leben in Selbstbestimmtheit führen können. Dieses muss jetzt im
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Alltag mit Leben erfüllt werden. Unser Handeln ist hier vom Grundsatz geprägt:
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„Keine Entscheidung über uns - ohne uns“. Dabei verstehen wir Inklusion nicht als
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Gleichmacherei, sondern als Anspruch, die Menschen nach ihren unterschiedlichen
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Fähigkeiten zu fördern, um ihnen einen möglichst großen persönlichen Entfaltungs-
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raum zu ermöglichen. Unter Barrierefreiheit verstehen wir ausdrücklich nicht nur
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bauliche Fragestellungen, sondern zum Beispiel auch den Zugang zu Informationen
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oder zu unterschiedlichen öffentlichen und privaten Angeboten. Wir bekennen uns
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ausdrücklich zur wichtigen Rolle der Werkstätten für Menschen mit Behinderung
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und zum Ausbau der Inklusionsbetriebe in unserem Land. In den Kommunen soll die
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Bildung von Behindertenbeiräten positiv begleitet werden.
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14.5 Gute Sozialpolitik unterstützt jene, die Hilfe brauchen
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WIR WERDEN
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Uns dafür einsetzen, dass diejenigen, die Hilfe brauchen, diese auch erhalten.
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Dabei gehört es dazu, dass der entsprechende Hilfebedarf, möglichst bürokratie-
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arm und für den Antragssteller verständlich, beantragt werden kann. Unsere Sozi-
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alpolitik hat den klaren Anspruch, denjenigen zu helfen, die die Hilfe der Gesell-
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schaft brauchen. Dabei gilt für uns weiter der Grundansatz des Miteinander von
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Fordern und Fördern. Wir verstehen unser Land als Chancengesellschaft, in der je-
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der Mensch die Chance haben muss, sein Leben selbstbestimmt zu gestalten. In
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diesem Sinne müssen wir die Anstrengungen unternehmen, um Themen wie die
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vielfach diskutierte Kinder- aber auch Altersarmut aufzugreifen und mit politischen
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Maßnahmen anzugehen.
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14.6 Beratungslandschaft stärken
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WIR WERDEN
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Die Beratungslandschaft, gemeinsam mit den Trägern, qualifizieren und den Be-
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darfen anpassen: Das Land Sachsen-Anhalt verfügt über ein reichhaltiges Ange-
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bot an unterschiedlichsten Beratungsangeboten. Das Land wird sich weiter an der
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Finanzierung dieses Angebots beteiligen. Besonders wichtig sind uns dabei die
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Selbsthilfeorganisationen und -gruppen.
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14.7 Verbraucherschutz ist ein herausragendes Politikfeld
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WIR WERDEN
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Dem Verbraucherschutz die Bedeutung zumessen, die ihm gebührt: Er findet sich
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in verschiedenen Politikressorts wieder und kann grundsätzlich als Querschnitts-
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aufgabe betrachtet werden. Die Kernbereiche der Verbraucherpolitik, der gesund-
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heitsbezogene Verbraucherschutz bei Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen
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und der wirtschaftliche Verbraucherschutz sollten zukünftig in einem Ressort ge-
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bündelt werden und dies auch entsprechend nach außen in der Ministeriumsbe-
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zeichnung erkennbar gemacht werden.
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Zur Umsetzung des gesetzlichen Auftrages des Verbraucherschutzes wird eine an-
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gemessene Sach- und Personalausstattung gesichert. Das Landesamt für Verbrau-
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cherschutz muss leistungsfähig sein sowie als interdisziplinare Behörde wirken. Die
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personellen und technischen Ausstattungen müssen weiter ausgebaut werden.
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Dazu bedarf es auch der Verbesserung der baulichen Situation des Landesamtes
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für Verbraucherschutzes am Standort Halle/Saale. Zum Beispiel durch einen zent-
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ralen Neubau, der im Rahmen eines ÖPP-Projektes realisiert wird. Der Verbraucher-
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schutz muss stärker in den politischen Gremien des Landes verankert werden. Wir
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setzen uns für eine konsequente Einhaltung von Tierschutzstandards durch amtli-
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che Kontrollen ein, sowie eine Kennzeichnung der Lebensmittel nach den entspre-
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chenden Herstellungsverfahren.
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Die Verbraucherinformationen verbessern. In diesem Sinne werden wir uns für ein
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bundesweit einheitliches System zur Information der Verbraucherinnen und Ver-
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braucher über die Ergebnisse amtlicher Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen
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einsetzen. Das System muss transparenter werden, um sich über Ergebnisse amt-
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licher Überwachungs- und Kontrollmaßnahmen informieren zu können. Die Digita-
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lisierung bietet uns große Chancen.
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Den Datenschutz gewährleisten: Wir stehen aber auch vor einer Herausforderung,
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dass ein umfassender Datenschutz gewährleistet werden muss. Persönliche Daten
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werden auch weiterhin nur auf der Grundlage der ausdrücklichen Einwilligung ge-
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nutzt werden dürfen. Das Recht auf Löschen eigener Daten bleibt unser Ziel. Die
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Bürgerinnen und Bürger müssen jederzeit die Kontrolle über ihre bei Behörden und
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Ämtern gespeicherten Informationen erhalten können. Datenschutz darf nicht zur
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Lähmung bei der Bewältigung hoheitlicher Aufgaben führen.
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15. Moderne Land- und Forstwirtschaft
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15.1 Landwirtschaft zukunftsfähig aufstellen
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Die Landwirtschaft als besonders systemrelevanter Grundversorger hat eine bedeutende
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Tradition in unserem Bundesland. Für einen lebendigen ländlichen Raum ist sie auch in
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schwieriger Zeit eine verlässliche Zukunftsbranche und ein stabiler Eckpfeiler unseres
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Gemeinwesens. Gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten wollen wir Antworten
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auf die großen ökonomischen, ökologischen und sozialen Herausforderungen in den
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Dörfern geben.
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Deshalb werden wir die Verantwortung der landwirtschaftlichen Betriebe im ländlichen
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Raum, insbesondere als Nahrungs- und Futtermittelgarant für Mensch und Tier, für die
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Energiegewinnung aus landwirtschaftlichen Rohstoffen, den Schutz der natürlichen
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Lebensgrundlagen und den Klimaschutz wirtschaftlich und gesellschaftlich stärken. Es ist
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unser ausdrückliches Anliegen, wieder die Verantwortung im für Landwirtschaft, Forsten,
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Umwelt und Energie zuständigen Ministerium zu übernehmen, um den ländlichen Raum
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und der Landwirtschaft das nötige Gewicht zurückzugeben.
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15.2 Landwirtschaft mit Zukunftsperspektive
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WIR WERDEN
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Die Struktur der Agrarverwaltung und Fachbehörden an die neuen
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Anforderungen anpassen: Ein finanzieller und personeller Ausbau der zuständigen
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Fachbehörden (Ämter für Landwirtschaft und Forsten sowie der Landesanstalt für
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Landwirtschaft
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und
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Gartenbau)
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ist
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umzusetzen.
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Wir
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|
|
wollen
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die
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Beratungsleistungen des Landes für die Land- und Forstwirtschaft erhöhen und
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ausbauen.
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•
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Neben unseren guten Möglichkeiten für die landwirtschaftliche Berufsausbildung
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Einrichtungen für das landwirtschaftliche Versuchs- und Forschungswesen
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anwendungsorientiert mit Anstalten und Institutionen der landwirtschaftlichen
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Spitzenforschung stärker vernetzen: In den fortgeschrittenen Planungen zur
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Errichtung neuer Stallanlagen im Zentrum für Tierhaltung und Technik in
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Iden/Altmark sehen wir einen bedeutenden Beitrag zur überbetrieblichen
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Ausbildung.
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Die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten in den sogenannten „Grünen Berufen“
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unterstützen, indem der Weg in die Selbstständigkeit adäquat begleitet wird: Ein
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dualer Studiengang „Landwirtschaft“ in Kooperation mit der Hochschule Anhalt
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Bernburg und der Martin-Luther-Universität Halle sowie durch Kooperationen mit
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Landwirtschaftsbetrieben ermöglicht den Aufbau von Wertschöpfungsketten und
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eröffnet Zukunftsperspektiven für junge Absolventen, Fachagrarwirte und Meister.
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U.a. in moderne tierschutzgerechte und emissionsarme Tierhaltungssysteme und
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in eine digitale Landwirtschaft mit Zukunft investieren: Die Anpassung zum
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Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen mit bedarfsgerechtem Dünge- und
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Pflanzenschutzmittelaufwand nach guter fachlicher Praxis sowie eine Lagerungs-
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|
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und Ausbringungstechnik mit entsprechender Drohnentechnik und Sensoranalytik
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stellt für uns ein besonderes Anliegen dar. Wir wollen, dass die für die
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landwirtschaftlichen Betriebe notwendige Ertragssicherheit nicht zu Lasten unserer
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natürlichen
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Lebensgrundlagen
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wie
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Boden,
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Wasser
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und
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Luft
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geht,
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da
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landwirtschaftliche Nutzfläche nicht vermehrbar ist und die Fruchtbarkeit unserer
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Böden erhalten werden muss.
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15.3 Regionalität und Tierwohlorientierung – das Aushängeschild der
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Ernährungswirtschaft Sachsen-Anhalts
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WIR WERDEN
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Für den Schutz und die Gesundheit unserer landwirtschaftlichen Nutztiere die
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Haltungsbedingung in den Ställen so ausgestalten, dass dort ein am Tierwohl
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orientiertes artgerechtes Verhalten ausgelebt werden kann: Durch die Einführung
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eines
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Tierwohlkennzeichens
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unterstützen
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wir
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die
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Kaufentscheidung
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der
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Verbraucherinnen und Verbraucher und sensibilisieren diese für tierwohlorientierte
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Haltungsweisen.
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•
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Uns für eine eigene, unabhängige und zweckgebundene Finanzierungsquelle für
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die Tierwohlstandards auf Bundesebene einsetzen: Damit soll gleichzeitig und
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nach Möglichkeit für alle Nutztierarten der Aufbau regionaler Schlachthofstrukturen
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unterstützt werden, um die Dauer der Tiertransporte zu verkürzen.
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Die Erzeugung heimischer, gesunder und geschmackvoller Lebensmittel in
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großer Vielfalt mit regionalen Vermarktungsaktivitäten begleiten: Der damit
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erbrachte Beitrag trägt zur Stärkung und Profilierung der Markenvielfalt der
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|
Direktvermarkter und Ernährungsfirmen Sachsen-Anhalts bei. Wir sehen dies als
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|
Chance, Lebensmittel aus Sachsen-Anhalt noch stärker ins Bewusstsein zu rücken
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und die eigene Wertschöpfung erhöhen zu können.
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Die sich aus den veränderten Ernährungsgewohnheiten ergebenen Chancen,
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positiv für die Weiterentwicklung unserer starken Marken und der Vielfältigkeit
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des Produktportfolios Sachsen-Anhalts nutzen und stetig ausbauen: Im Sinne
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des
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Agrarmarketings
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wollen
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wir
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die
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Präsentationsmöglichkeiten
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|
auf
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Veranstaltungen wie der Internationalen Grünen Woche, der Landesgartenschau,
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dem Erntedankfest etc. mit Hilfe der Agrarmarketinggesellschaft als starken
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|
|
Partner ausbauen und fördern.
|
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|
•
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Uns mit Förderprogrammen für eine arten- und abwechslungsreiche
|
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|
|
Kulturlandschaft einsetzen und damit die Fischereiwirtschaft, den Garten- und
|
|||
|
|
Weinbau, die Imker sowie die Jagd für die Erhaltung unserer natürlichen
|
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|
|
Lebensgrundlagen und Nahrungsmittelerzeugung unterstützen.
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|
|
•
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Mittels
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der
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Erarbeitung
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|
einer
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Förderkulisse
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|
für
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Sonderkulturen
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|
|
und
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|
arbeitsintensive Kulturen die Landwirte und Gärtner dabei unterstützen, die
|
|||
|
|
Wertschöpfung der Fläche zu erhöhen und entsprechende Forschungsansätze
|
|||
|
|
voranzutreiben. Auch gilt es, mittels Bürokratieabbaus die Abwanderung von
|
|||
|
|
Produzenten zu verhindern.
|
|||
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61
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|
|
•
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|
|
Den Insekten- und Artenschutz weiter mit Vertragsnaturschutz und auf
|
|||
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|
Kooperationsbasis
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umsetzen:
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Natur-
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und
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Artenschutz
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|
|
kann
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|
|
nur
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|
|
in
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|
|
Zusammenarbeit mit der Land- und Forstwirtschaft umgesetzt werden.
|
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|
15.4 Zukünftigen Herausforderungen adäquat begegnen
|
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|
|
WIR WERDEN
|
|||
|
|
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|||
|
|
•
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|
|
Eine nachfrageorientierte Förderung der ökologischen Landwirtschaft auf einem
|
|||
|
|
wirtschaftlich vernünftigen Niveau beibehalten: Dazu gehört es auch, in der
|
|||
|
|
Zukunft
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wettbewerbsfähige
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Erzeugerpreise
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mit
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|
dieser
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|
|
Form
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der
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Landbewirtschaftung erzielen zu können. Als nicht zielführend sehen wir es an,
|
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|
|
wenn mit umfangreichen öffentlichen Mitteln das Angebot für ökologische
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|||
|
|
Lebensmittel stimuliert wird. Im ELER werden wir den ökologischen Landbau
|
|||
|
|
fördern, aber nicht überproportional gewichten. In diesem Zusammenhang wollen
|
|||
|
|
wir eine stärkere Beteiligung des Landtages an der strategischen Ausrichtung der
|
|||
|
|
Europäischen Strukturfonds erreichen.
|
|||
|
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|||
|
|
•
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|||
|
|
Eine Landesstrategie zur Wassernutzung aller Beteiligten, Industrie, Kommunen
|
|||
|
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sowie Land- und Forstwirtschaft auf den Weg bringen: Es gilt, ein
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|
|
Wassermanagement für Minder- bzw. Mehrwasserphasen umzusetzen. Dazu
|
|||
|
|
gehört sowohl ein System der Wasserregulierung durch Stauanlagen für die
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|
Fließgewässer als auch eine zielgerichtete Bewirtschaftung der der Elbe und ihrer
|
|||
|
|
Zuflüsse. Stauanlagen, die eine Bedeutung für eine Boden-Wasserregulierung als
|
|||
|
|
Instrument des Gegensteuerns gegen die Folgen des Klimawandels haben, sind zu
|
|||
|
|
erhalten. Die Verantwortung ist in die Hände der Unterhaltungsverbände für
|
|||
|
|
Gewässer II. Ordnung zu übertragen. Grundstückseigentümer sind von der Umlage
|
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|
|
des Anteils der Kosten für die Unterhaltung von Fließgewässern frei zu halten, der
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|
wegen Auflagen des Naturschutzes entsteht. Naturschutz ist eine Aufgabe der
|
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|
|
Allgemeinheit.
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•
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Den Landeszuschuss für die Tierkörperbeseitigung wiedereinführen und auf dem
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|
Niveau von 2018 erhalten: Die Entsorgung der Tierkörper ist eine Aufgabe von
|
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|
öffentlichem Interesse und ein Beitrag zur Vermeidung der Verschleppung von
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Tierseuchen
|
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|
|
in
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|
und
|
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|
|
aus
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Sachsen-Anhalt.
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|
Wir
|
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|
|
werden
|
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|
|
die
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|
|
Vertreter
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|
landwirtschaftlicher Verbände an der Vergabe und dem Vollzug der Leistung
|
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|
|
„Beseitigung tierischer Nebenprodukte“ aktiv beteiligen.
|
|||
|
|
|
|||
|
|
•
|
|||
|
|
Zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest uns weiterhin dafür einsetzen,
|
|||
|
|
dass alle Maßnahmen stringent zur Vermeidung der Einschleppung dieser
|
|||
|
|
Tierseuche nach Sachsen-Anhalt ergriffen werden: Hierzu ist eine zentrale
|
|||
|
|
Leitung und Koordinierung durch die Landesregierung notwendig sowie die
|
|||
|
|
komplette Umsetzung des betreffenden Landtagsbeschlusses. Neben den
|
|||
|
|
jagdlichen Maßnahmen zur Reduzierung des Wildschweinbestandes werden wir
|
|||
|
|
das Wildschweinmonitoring fortführen, um bestmöglich über die Situation in
|
|||
|
|
Sachsen-Anhalt
|
|||
|
|
informiert
|
|||
|
|
zu
|
|||
|
|
sein.
|
|||
|
|
Wir
|
|||
|
|
unterstützen
|
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|
|
den
|
|||
|
|
Bau
|
|||
|
|
eines
|
|||
|
|
Wildschutzzaunes abseits der deutsch-polnischen Grenze, um die natürliche
|
|||
|
|
Bewegung der Tiere weiter in Richtung Westen einzudämmen.
|
|||
|
|
|
|||
|
|
|
|||
|
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|
|||
|
|
62
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|||
|
|
•
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|||
|
|
Uns
|
|||
|
|
im
|
|||
|
|
Sinne
|
|||
|
|
der
|
|||
|
|
Jagd
|
|||
|
|
für
|
|||
|
|
eine
|
|||
|
|
strenge
|
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|
|
Einhaltung
|
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|
|
des
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|||
|
|
§2
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|||
|
|
des
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|||
|
|
Bundesjagdgesetzes und dem darin enthaltenen Grundsatz zum Erhalt gesunder
|
|||
|
|
Wildbestände sowie deren Schutz einsetzen: Dabei geht es vor allem darum,
|
|||
|
|
diesen Grundsatz mit Blick auf die Umsetzung der geplanten Novelle des BJagdG
|
|||
|
|
weiter zu leben und die geplanten Anpassungen mit Augenmaß und in
|
|||
|
|
Zusammenarbeit mit den Fachverbänden vorzunehmen.
|
|||
|
|
|
|||
|
|
|
|||
|
|
15.5 Wolfsmanagement mit Sachverstand
|
|||
|
|
|
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|
WIR WERDEN
|
|||
|
|
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|||
|
|
•
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|||
|
|
Uns angesichts des steigenden Wolfsbestandes und der sich damit
|
|||
|
|
verstärkenden Schäden an Haustierbeständen und für die Weidekultur für ein
|
|||
|
|
aktives,
|
|||
|
|
wissenschaftlich
|
|||
|
|
begründetes
|
|||
|
|
transparentes
|
|||
|
|
und
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|
|
aktuelles
|
|||
|
|
Wolfsmonitoring auf Landes- und Bundesebene einsetzen: Dies beinhaltet vor
|
|||
|
|
allem die sachliche Diskussion um einen „günstigen Erhaltungszustand“ bzw. einen
|
|||
|
|
Akzeptanzbestand der hiesigen Wolfspopulation.
|
|||
|
|
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|||
|
|
•
|
|||
|
|
Konkrete Initiativen der Bundesregierung gegenüber der EU-Kommission
|
|||
|
|
unterstützen, um eine Anpassung des Schutzstatus des Wolfes von Anhang IV
|
|||
|
|
in Anhang V der FFH-Richtlinie zu erwirken: Dabei ist im Sinne eines
|
|||
|
|
praxistauglichen
|
|||
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|
Wolfsmanagements
|
|||
|
|
darauf
|
|||
|
|
zu
|
|||
|
|
achten,
|
|||
|
|
den
|
|||
|
|
günstigen
|
|||
|
|
Erhaltungszustand bzw. den Akzeptanzbestand nicht zu gefährden.
|
|||
|
|
|
|||
|
|
•
|
|||
|
|
Uns für die Aufnahme des Wolfes in das Landesjagdrecht einsetzen: In diesem
|
|||
|
|
Zuge werden wir durch die Überarbeitung der Leitlinie Wolf gemeinsam mit den
|
|||
|
|
Fachverbänden eine Bejagungsstrategie mit konkreten Abschussplänen und
|
|||
|
|
Modellen zur Bestandskontrolle entwickeln.
|
|||
|
|
|
|||
|
|
•
|
|||
|
|
Unbürokratische, kurze Entscheidungswege bei der Entschädigung von
|
|||
|
|
Landwirten und Nutztierhaltern bei Rissvorfällen ermöglichen: Die durch den
|
|||
|
|
Wolfsriss
|
|||
|
|
und
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seine
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Folgen
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entstehenden
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Kosten
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müssen
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nach
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dem
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Verursacherprinzip zwingend aus dem Haushalt des Umweltressorts finanziert
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werden. Wir werden die Aufgaben des Wolfskompetenzzentrums regional
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ausrichten.
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Eine Strategie für die Fortführung der Schaf- und Ziegenhaltung und eine
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gesellschaftliche Entlohnung der Biodiversitätsleistung aus Landesmitteln des
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Umweltressorts entwickeln, um die nicht gegebene Rentabilität von Fleisch und
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Wolle auszugleichen.
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15.6 Chancen der Forschung erkennen
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WIR WERDEN
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Die
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Chancen
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und
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Risiken
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neuer
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Züchtungsmethoden
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angesichts
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der
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witterungsbedingten Erfahrungen der letzten Jahre neu bewerten, damit in
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Zukunft Qualität und Ertragssicherheit gewährleistet werden können: Wir sehen
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in der verantwortungsvollen Nutzung moderner Züchtungstechnologien große
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63
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Vorteile
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für
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eine
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ressourcenschonende
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Landbewirtschaftung
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mit
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einem
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angepassten Dünge- und Pflanzenschutzmittelaufwand. Deren pauschale
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Reduzierung mit festen Prozentzahlen lehnen wir ab.
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15.7 Schutz des Eigentums im ländlichen Raum
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WIR WERDEN
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•
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Das Ziel weiterverfolgen, dass ortsansässige Landwirte beim Kauf und der Pacht
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von landwirtschaftlichen Nutzflächen in ihren Entwicklungsmöglichkeiten nicht
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behindert werden: Deshalb wollen wir die Maßnahmen und Instrumente zur
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Verbesserung
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der
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Markttransparenz
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weiter
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schärfen.
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Das
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bestehende
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Grundstücksverkehrsgesetz und Pachtverkehrsgesetz sind umzusetzen und die
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entsprechenden
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Informationspflichten
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einzuhalten.
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Die
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Frage
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der
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genehmigungsfreien Sharedeals ist in der neuen Wahlperiode neu zu bewerten,
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ebenso wie die vom Bundesfinanzminister bisher nicht erfolgte Absenkung der
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Beteiligungsschwelle ab der die Grunderwerbssteuer fällig wird.
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•
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Für die Stellung der jungen Generation durch die Einführung der Höfeordnung
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das land- und forstwirtschaftliche Erbrecht stärken: Wir werden Junglandwirten
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verbesserte Start-chancen eröffnen und ihnen die Gründung, den Aufbau
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selbstständiger Existenzen sowie den Einstig als Gesellschafter/Mitglied in
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juristischen Personen erleichtern bzw. unterstützen. Dafür werden wir das
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bestehende
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Agrarinvestitionsförderungsprogramm
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und
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die
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„Existenzgründungsbeihilfe Junglandwirte“ weiterführen und für Junglandwirte, die
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Gesellschafter in juristischen Personen oder Mitglieder in Agrargenossenschaften
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sind, öffnen sowie die Rahmenbedingungen für Junglandwirte, Betriebsnachfolger
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und
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Einsteiger
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in
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juristische
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Personen
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durch
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weitergehende
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Bürgschaftsprogramme stärken.
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•
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|
Uns im Rahmen der künftigen Ausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU
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dafür einsetzen, dass wichtige Ziele wie der Erhalt einer stabilen Agrarstruktur,
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|
|
die wirtschaftliche Teilhabe und Einkommenssicherung landwirtschaftlicher
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Betriebe sowie die nachhaltige Sicherung unserer Ernährung mit gesunden
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Lebensmitteln nicht gefährdet werden: Wir unterstützen eine Landwirtschaft mit
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einem hohen Naturwert, positiven Umweltleistungen und einem starken regionalen
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|
Bezug. Für Flächen mit Bewirtschaftungsbeschränkungen muss ein angemessener
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und dauerhafter Ausgleich sichergestellt werden.
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15.8 Forstwirtschaft mit Augenmaß und Verstand
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Rund ein Viertel der Landesfläche Sachsen-Anhalts ist von Wäldern bedeckt: Diese sind in
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vielfacher Hinsicht systemrelevant und multifunktional als Rohstofflieferant, Wirtschafts-,
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|
Erholungs- und Naturraum sowie in ihrer Biodiversität. Die katastrophale Situation in
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|
|
unseren Wäldern nach Stürmen, Trockenheit und Schädlingsbefall stellen rund 52.000
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|
Waldeigentümer und 2.300 klein- und mittelständische Unternehmen der Forstwirtschaft
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|
vor schwere Aufgaben.
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64
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Eine aktive Bewirtschaftung unsere Wälder ist unerlässlich, um sowohl die
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Multifunktionalität derselben zu erhalten, besonders aber um CO2 zu binden. Um den
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Anforderungen einer nachhaltigen Bewirtschaftung nachzukommen und einen
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|
standortgerechten Waldumbau zu ermöglichen, muss die Landesregierung ausreichend
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gut ausgebildetes Personal im Forst bereitstellen. Altersbedingtes Ausscheiden ist durch
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die Steigerung der Vollzeitäquivalente im Landesforstbetrieb und Landeszentrum Wald zu
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|
kompensieren. Strukturveränderungen schließen sich vor dem Hintergrund der
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Gesamtsituation aus. Nur so können Waldschutz und Waldbau effektiv gesteuert werden.
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|
Des Weiteren haben wir veranlasst, die für den Waldschutz erforderlichen
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Anpassungsreaktionen auf den Klimawandel zentral zu koordinieren sowie den für den
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Prämienerhalt notwendigen Holzeinschlag nach Kalamitäten zu flexibilisieren. Der Erhalt,
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die
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Gründung,
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der
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Zusammenschluss
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und
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die
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Professionalisierung
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von
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Forstbetriebsgemeinschaften und Forstwirtschaftlichen Vereinigungen wird von uns
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unterstützt.
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WIR WERDEN
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•
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Entsprechende Soforthilfemittel des Landes in der Höhe von mindestens 5
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Millionen Euro jährlich bereitstellen, um die Beräumung und Wiederaufforstung
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sowie einen naturnahen und standortgerechten Waldvoranbau, gerade auch im
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Privat- und Kommunalwald, zu ermöglichen.
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•
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Eine ideologiefreie, nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung fördern.
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Die beinhaltet vor allem personelle und finanzielle Hilfe bei der Aufarbeitung von
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|
Schadholz und der Stabilisierung des Holzmarktes: Vor dem Hintergrund des
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instabilen Holzmarktes gilt es hier Projekte wie z.B. des New European Bauhaus zu
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|
diskutieren und das Bauen mit Holz zu fördern. Bei der Aufforstung sind
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standortheimische Arten zu bevorzugen. Nur wenn diese nicht mehr gedeihen
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|
sollten, kommt dann eine verstärkte Förderung nichtheimischer klimaresilientere/
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robustere Baumarten wie z.B. die Robine, Roteiche, Küstentanne oder Douglasie
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infrage.
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•
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Den Klimawandel im und mit dem Wald bewältigen, indem wir uns auf
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Bundesebene für eine zuwachsbezogene CO2-Bindungsprämie einsetzen: Diese
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vergütet die Klimafunktion des Waldes als CO2-Senker sowie den seitens der
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Waldbesitzer geleisteten Beitrag zum Klimawandel angemessen. Nur Nutzwald
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bindet zusätzliches CO2.
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•
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Europäische und Bundesmittel für den Wald ausschöpfen: Waldumbau und
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Wiederaufforstung gelingt nur mit vereinter (finanzieller) Kraftanstrengung. Unter
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|
Berücksichtigung der Ökosystemleistung des Waldes werden wir die finanziellen
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Mittel des Bundes und der Europäischen Union für den Wald einsetzen und
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ausschöpfen.
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•
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Eigentum
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schützen
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und
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dessen
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nachhaltige
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Nutzungsmöglichkeiten
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sicherstellen: Das Eigentum an Grund und Boden ist für Land- und Forstwirte sowie
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|
den Staat und die Jagd ein wichtiges Wirtschafts- und Kulturgut mit tiefgreifender
|
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|
ideologischer Auseinandersetzung. Dies beinhaltet neben der Stärkung der Position
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|
von Land- und Forstwirtschaft auf allen Ebenen der Verwaltung vor allem die
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Schaffung eines vertrauensbildenden Umgangs mit Land- und Forstwirten sowie
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65
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Grundeigentümern.
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Besonderes
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Augenmerk
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gilt
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dem
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Erhalt
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von
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Eigentumsstrukturen im Kleinprivatwald wegen seiner Strukturnachteile in
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forstlichen Zusammenschlüssen. Diese müssen besonders unterstützt und die
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Weiterbildung der Waldbauern und die ökologische Leistung unserer Wälder
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gefördert werden. Insoweit bedarf es auch der Flurbereinigung im Wald.
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•
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Uns, um den hohen Standard in der Bewirtschaftung unserer Wälder nachhaltig
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zu kräftigen, für die Sicherung der Qualität in der Forstwirtschaft einsetzen: Dies
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beinhaltet neben der gesicherten Übernahme in unbefristete Arbeitsverhältnisse
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|
|
nach dem Vorbereitungsdienst auch die attraktive Gestaltung des Ausbildungs-
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|
Arbeitsverhältnisses. Darüber hinaus setzen wir uns für den Ausbau und die
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Sicherung des dualen Studiengangs „Forstwirtschaft“ in Kooperation mit der FH
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Erfurt und dem für Forst zuständigen Ministerium sowie dem Landeszentrum Wald
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ein.
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•
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Maßnahmen für die Prävention und Bekämpfung von Waldbränden ergreifen:
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Dies beinhaltet neben der Beräumung des Waldes von Totholz als zusätzlicher
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Brandlast auch die Förderung von Brandschutzstreifen an Straßen und Wegen bei
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der Wieder- und Neuaufforstung. Die Erarbeitung eines zukunftsgewandten
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Brandschutzkonzeptes mit mobilen Löschbehältern, aktuellen Karten etc. kann und
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|
muss hier oberste Priorität haben.
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•
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Angesichts des Klimawandels das Nationalparkgesetz ändern: Einerseits bedarf
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es
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der
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Berücksichtigung
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eines
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aktiven
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Waldumbaus
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einschließlich
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Schädlingsbekämpfung, andererseits müssen Eigentümer und Betroffene im Beirat
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repräsentiert sein. Das Nationalparkgesetz Harz ist um folgende Punkte/Inhalte zu
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präzisieren: Die Entwicklung des im Land Sachsen-Anhalt gelegenen Teils des
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Nationalparks Harz hat unter vorrangiger Beachtung der touristischen Entwicklung
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und der Klimaschutzziele zu erfolgen. Dazu ist der Wald großflächig zu erhalten
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und
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Waldsterben
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bzw.
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abgestorbene
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Wälder
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sind
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durch
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umfassende
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Aufforstungen wiederherzustellen.
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Dazu gehört auch, dass Waldgesetz zu Ändern und Ausgleichs und
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Ersatzmaßnahmen im Wald zuzulassen. Die Besetzung des Beirats für den
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Nationalpark, ist zu verbessern. In den Beirat des Nationalparks sind u.a. als
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Vertreter die Eigentümer der im Park befindlichen und an den Park anliegenden
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Waldflächen aufzunehmen. Das gilt ebenso für Übrige direkt von der Entwicklung
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im Nationalpark Betroffene. Die Planmäßige Bekämpfung von Schädlingen im
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Nationalpark unter anteiliger Kostentragung der Länder Niedersachsen und
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Sachsen-Anhalt ist gefordert um Wald- und Klimaschutz zu erfüllen.
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16 Umwelt, Klima- und Naturschutz mit Maß und Mitte
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Anliegen der CDU ist es, Mensch, Umwelt und Natur zu schützen. Nachhaltiges wirtschaft-
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liches Wachstum ist nur gemeinsam mit Umwelt- und Klimaschutz sinnvoll. Wir setzen uns
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daher für eine sowohl ökologische als auch soziale Marktwirtschaft ein, die mit verstärkter
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Forschung und Entwicklung, gezielten Anreizsystemen und Förderprogrammen, bürger-
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schaftlichem Engagement sowie einem umweltorientierten ordnungspolitischen Rahmen
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die vorgegebenen Umweltziele verfolgt.
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Wir setzen auf eine Umweltpolitik, die alle Verantwortungsträger und Betroffenen in einen
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konstruktiven Dialog integriert. Bei Maßnahmen des Naturschutzes ist zukünftig in jedem
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Fall tatsächlich zu prüfen, ob der Zweck mit angemessenem Aufwand auch durch vertrag-
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liche Vereinbarungen erreicht werden kann.
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Sachsen-Anhalt ist seit Jahren spitze in der Erzeugung erneuerbarer Energien. Bereits
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heute leisten unsere Bürgerinnen und Bürger damit einen wichtigen Beitrag zur Erreichung
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europäischer- und nationaler Klimaschutzziele. Wir haben uns dafür eingesetzt, dass ein
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Grünes Band am ehemaligen Todesstreifen des SED-Unrechtsstaates vor allem durch die
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Erinnerungskultur geprägt sein muss und die Interessen der Flächeneigentümer gewahrt
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bleiben. Darüber hinaus werden uns Themen wie der Alleenschutz und die Umsetzung von
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Natura2000 unter Sicherstellung der Bewirtschaftung der Flächen auch weiterhin be-
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schäftigen. In dem gesamten Themenkomplex werden wir dafür Sorge tragen, dass das
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Umweltbundesamt seine Aufgaben „Forschung, Beratung und Information“ weiter aus-
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baut und die Bürger noch besser in allen Umwelt-, Klima- und Naturschutzfragen unter-
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stützt und informiert.
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16.1 Energie und Klimaschutz
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Der Klimawandel erfordert weltweite intensive Anstrengungen, um die Folgen für Mensch
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und Umwelt zu verringern. Dabei muss es weiterhin gelingen, Ökologie, Ökonomie und So-
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|
ziales in Einklang zu bringen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. Deutschland
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ist das einzige Industrieland mit vergleichbarem Energiebedarf, welches gleichzeitig auf
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Atom-, als auch auf Kohlestrom verzichten möchte. Es muss daher gelingen, Umwelt- und
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Effizienztechnologien der Zukunft zu entwickeln und die Chancen der Digitalisierung dabei
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zu nutzen. Deshalb ist uns folgendes wichtig:
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WIR WERDEN
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Die Strukturwandelmittel des Bundes nachhaltig einsetzen: Für den Ausstieg aus
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der Braunkohle müssen die Mittel mit dem Schwerpunkt auf der Förderung nach-
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haltigen Wirtschaftens (Green Deal) eingesetzt werden. Wir wollen, dass zukunfts-
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feste Arbeitsplätze und ein nachhaltiges Stoff- und Energiestrommanagement ent-
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stehen. An der stofflichen Verwertung von Braunkohle (Montanwachsherstellung)
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halten wir solange fest, wie der Rohstoff zur Verfügung steht.
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• Die Entwicklung der für den Ausbau erneuerbarer Energien notwendigen Spei-
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chertechnologien für Strom und Wärme vorantreiben: Die Entwicklung und den
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Einsatz neuer Technologien (Umsetzung von Power-to-X-Konzepten, notwendige
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Sektorenkopplung im Bereich Wasserstofftechnologie) insbesondere mit im Land
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ansässigen Forschungseinrichtungen, wollen wir intensivieren.
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67
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Gerade für Sachsen-Anhalt besteht als Produzent erneuerbarer Energien hier gro-
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ßes Potenzial. Wir werden daher die Umsetzung solcher Konzepte mit einem ver-
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einfachten Planfeststellungsverfahren unterstützen.
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• Uns für die Abschaffung des EEG einsetzen: Wir wollen das kostentreibende Ne-
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beneinander von EEG und funktionierendem Emissionshandel beenden. Dieses Ziel
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verfolgen wir mit Augenmaß, damit das Fortbestehen der noch bestehenden Altan-
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lagen gesichert wird. Deutschland darf bei der Suche nach alternativen Energien
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sich nicht durch die höchsten Stromkosten selbst lähmen.
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• Erneuerbare Energie zur Bürgerenergie entwickeln: Daher sind entsprechende Ini-
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tiativen zu unterstützen und das Recht von Privatpersonen auf Stromeinspeisung
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ins Netz zu wahren.
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• Den Ausbau von Windkraft- und PV-Anlagen steuern: Bei jedem gewerblichen
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Neubau von Windkraft- und PV-Anlagen muss auch die Gemeinschaft vor Ort pro-
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|
fitieren, denen entsprechende Belastungen zugemutet werden. Deshalb sollen die
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Kommunen eine angemessene laufende Abgabe erhalten. Dazu sind die Voraus-
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setzungen (Änderung Kommunalverfassungsgesetz usw.) zu schaffen.
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• Erneuerbaren Energien auf Brach- und Konversionsflächen sowie stillgelegten
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Deponien Vorrang einräumen: Sie haben Priorität vor der Ausweisung neuer
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Vorranggebiete. Windenergieanlagen im Wald lehnen wir ab. Sie sollen einen
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weitestmöglichen Abstand zu Wohnbebauungen haben. Ackerflächen, mit einem
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unzureichenden Ertragswert, sollen in begrenztem Umfang für regionale Projekte
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genutzt werden können.
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• Das derzeitige Klima- und Energiekonzept des Landes auf den Prüfstand stellen:
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Die 80 EU-Emissionshandelsunternehmen des Landes sind mit Blick auf ihre Treib-
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hausgasreduzierungen im Klima- und Energiekonzept des Landes nicht berücksich-
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tigt. Die Erreichung anzupassender Kennziffern ist mindestens einmal in der Legis-
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laturperiode zu überprüfen und ggf. ist nachzujustieren.
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• Forschung berücksichtigen: Wir sind bei der Suche nach klimaresistenten
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Nutzpflanzen
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offen
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für
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neue
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Forschungsergebnisse
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und
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neue
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Züchtungstechnologien wie bspw. CRISPR/Cas9.
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16.2 Einsparung von Kohlendioxid
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Um zu dem formulierten Ziel zu gelangen, Gesellschaft zu werden, deren CO2-Produktion
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den Klimazielen nicht widerspricht. Dabei kommt der Schaffung einer Kreislaufwirtschaft
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eine bedeutende Rolle zu.
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WIR WERDEN
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Effizientes Bauen und Klimaschutz in Einklang bringen: Die öffentliche Hand muss
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beim Gebäudebau -zumal mit Holz- Vorreiter sein. Für die Stiftung Umwelt,- Natur-
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und Klimaschutz soll in der Landeshauptstadt ein repräsentativer
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Sitz errichtet werden, der beispielhaft zeigt, wie effizientes Bauen und Klimaschutz
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in einem urbanen Umfeld in Einklang gebracht werden.
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68
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Den Dialog zwischen Land und Wirtschaft fortführen: Der deutschlandweit ein-
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malige Modellansatz der Dialogvereinbarung zwischen der Landesregierung und
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der Kreislauf- und Ressourcenwirtschaft ist fortzusetzen.
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•
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Die seit 20 Jahren bestehende Umweltallianz stärker zu berücksichtigen: Sie ist
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mit dem Ziel zu evaluieren, mehr Unternehmen für die Umweltpartnerschaft zu be-
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geistern.
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•
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Kooperationen unterstützen: Zur Untersuchung von Umsetzungsmöglichkeiten
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und der Kohlenstoffkreislaufwirtschaft sind die Kooperationsbestrebungen
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zwischen
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chemischer
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Industrie
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und
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Kreislauf-/Ressourcenwirtschaft
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zu
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unterstützen (z.B. Projekte Carbontrans, Netzwerk NK2 u.ä.)
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Recyclingquote erhöhen, Stoffstrommanagement verbessern: Dazu gehört auch
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die Wiederverwendung von mineralischen Abfällen als größter Abfallstrom in
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Sachsen-Anhalt. Der entsprechende Leitfaden soll gerade bei öffentlichen
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Auftraggebern verbindlich sein, damit Recyclingbaustoffen den Vorzug gegeben
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werden kann.
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•
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Den Abfallwirtschaftsplan Sachsen-Anhalt in Bezug auf mineralische Abfälle
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evaluieren und novellieren. Zur Gewährleistung der Entsorgungssicherheit,
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insbesondere mineralischer Abfälle, sind mittelfristig Kapazitäten für Deponien, für
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Erdaushub oder mineralische Stoffe (DK0 und DKI) zu schaffen, wofür das
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Landesverwaltungsamt die Zuständigkeit erhalten soll.
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•
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Uns für eine rechtskonforme Umsetzung der Altfahrzeugverordnung einsetzen:
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um die illegale, teilweise weltweite Verbringung von Altfahrzeugen zu stoppen.
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•
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Den Einstieg des Landes in den Zertifikatehandel forcieren: Dieser soll Brücken
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schließen für Bereiche, die nicht dem europäischen Zertifikatehandel unterworfen
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sind.
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16.3 Naturschutz
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Die vielfältigen Natur- und Kulturlandschaften in Sachsen-Anhalt sind ein besonders wert-
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voller Teil unserer Heimat. Die dort zu findende Artenvielfalt ist von hohem Wert und zu
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erhalten. Dies gilt insbesondere für diejenigen Arten, für die unser Land eine besondere
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Verantwortung trägt.
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Nachhaltigkeit setzt Wissen und Bewusstsein des einzelnen Menschen über seine Umwelt
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voraus. Um den Zusammenhang zwischen Menschen und Umwelt bereits im Kindesalter
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zu vermitteln, bleibt die Bildung für nachhaltige Entwicklung ein Schwerpunkt der Umwelt-
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politik.
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WIR WERDEN
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• Die Bildung für nachhaltige Entwicklung vorantreiben: Nach wie vor besteht die
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Aufgabe zur Erstellung eines Curriculums „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ für
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69
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alle Kinder- und Schuleinrichtungen und Altersstufen. Hierfür wollen wir eine Kom-
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mission ins Leben rufen, die in der neuen Legislatur ein Ergebnis vorlegt unter Be-
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rücksichtigung des Digitalpakts.
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• Das „Grüne Band“ auch als Ort der Erinnerung ausgestalten: Weitere Umsetzung
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des Gesetzes zum „Grünen Band“ als Nationales Naturmonument und als Ort der
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Erinnerung an die deutsche Teilung. Wir wollen die Trägerschaft evaluieren und den
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Pflege-, Entwicklungs- und Informationsplan aktiv begleiten.
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• Träger bei Pflege und Entwicklung der Flächen des Nationalen Naturerbes
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unterstützen.
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• Uns für die Anpflanzung und den Erhalt von Alleen im Bereich der Feldwege und
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der historischen Heerstraßen einsetzen: Weiterhin sollen Kommunen dabei
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unterstützt werden, Gehölze, Blüh- und Brachstreifen sowie Hecken an Feldwegen
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und Wegseitenräumen anzulegen. Damit soll ein wichtiger Beitrag zur Steigerung
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der
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Attraktivität
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der
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Gemarkung
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und
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Flure
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geleistet
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und
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zusätzliches
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Äsungspotential
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von
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Verkehrsschwerpunkten
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abgelenkt
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werden.
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Um
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Interessenskonflikte zu vermeiden, sollte bei der Auswahl der Baumarten und der
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Anpflanzung auf die örtlichen Umstände, z.B. die Breite der Feldwege, und die
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angrenzend wirtschaftenden Landwirte geachtet sowie die Maßnahmen mit ihnen
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abgestimmt werden.
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• Schutzgebiete weiterentwickeln: Nationalparke und Biosphärenreservate sind vor
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allem qualitativ.
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• Uns für einen verbesserten, praxisorientierten Insektenschutz einsetzen: Dieser
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soll Rücksicht auf wirtschaftliche Konsequenzen nehmen. Daher werden wir nicht
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nur die freiwillige Reduzierung chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel
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honorieren,
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sondern
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auch
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verstärkt
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die
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Kommunen
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zum
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Anlegen
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insektenfreundlicher Biotope anhalten sowie Lichtverschmutzung, Flächenfraß und
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andere Einflussfaktoren reduzieren.
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• Das europäische Schutzgebietssystem Natura 2000 zügig und konsequent um-
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setzen: Die praktische Umsetzung der Maßnahmen, insbesondere der Natura
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2000-Ausgleich, ist auskömmlich finanziell auszustatten. Dabei ist der Vertragsna-
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turschutz mit Leben zu erfüllen.
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• Schutzgebiete weiterentwickeln: Nationalparke und Biosphärenreservate sind vor
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allem qualitativ - aber immer mit den Betroffenen vor Ort, weiterzuentwickeln. Sie
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sind - soweit mit den übrigen Schutzzielen vereinbar - auch für die Erholung und
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Umweltbildung zu nutzen, z.B. auch durch digitale Angebote. Naturparke sind in
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ihren Grundaufgaben abzusichern. Sie erfüllen eine wichtige Funktion als Natur-
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Arbeits- und Lebensraum.
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• Tourismus und Natur besser vernetzen: Die Naturparke sind gemäß
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Naturschutzrecht auch für eine verbesserte touristische Nutzung vorzusehen.
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Dies gilt auch für die Umgebung der Großschutzgebiete. Dazu ist die Vernetzung
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mit dem Landestourismusverband in eine arbeitsfähige Struktur zu bringen.
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70
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• Eine Strategie zum Schutz des Dauergrünlands (Wiesen und Weiden) in Sach-
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sen-Anhalt auf wissenschaftlicher Basis entwickeln: Insbesondere die natur-
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schutzfachlich sehr wertvollen naturnahen Offenlandlebensraumtypen sind insge-
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samt stark gefährdet.
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• Die Aufgabenerledigung effizienter gestalten: Alle bisher ergriffenen Maßnahmen
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zum Schutz der Umwelt und der Natur (die Naturschutzförderung) sind mit dem Ziel
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zu evaluieren, um die effizienteste der Form der Aufgabenerledigung (z. B. auch hin-
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sichtlich der Organisation und der Trägerschaften) zu nutzen.
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• Uns dafür einsetzen, naturschutzfachliche Maßnahmen auch mit EU-Mitteln zu
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finanzieren: Für den effizienten Einsatz von Landesmitteln sollen naturschutzfach-
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liche Maßnahmen auch mit EU-Mitteln finanziert werden können. Dabei ist auch die
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Mittelverteilung an anerkannte Naturschutzverbände einzubeziehen.
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• Die Biodiversitätsstrategie zum Arten- und Biotopschutz sowie zum Schutz der
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genetischen Vielfalt ist weiterzuentwickeln: Mindestens einmal in der Legislatur-
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periode soll über die Erreichung der Kennziffern berichtet werden; ggf. ist die Stra-
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|
|
tegie anschließend nachzujustieren. Wir wollen statt einer statischen zu einer dy-
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namischen Strategie übergehen mit einem durch konkrete Maßnahmen unterlegten
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Aktionsprogramm.
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• Biodiversität
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fördern:
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Das
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Landschaftsprogramm,
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als
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landesweite
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Landschaftsplanung (aus dem Jahr 1995), ist zur flächenkonkreten Umsetzung der
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Biodiversitätsstrategie fortzuschreiben. Für die Landschaftsrahmenpläne müssen
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die zuständigen Landkreise und kreisfreien Städte mit den nötigen Mitteln
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ausgestattet werden.
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16.4 Boden
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Der Schutz des Bodens hat einen besonderen Stellenwert, denn er ist nicht vermehrbar.
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WIR WERDEN
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•
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Die Flächenneuversiegelung in Anlehnung an das bundesweite Ziel auf maximal
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1,3 ha pro Tag begrenzen.
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•
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Flächenrecycling und die Nutzung von Brach- und Konversionsflächen
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voranbringen: insbesondere für Industrie- und Wohnungsbau unter Einbeziehung
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der
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EU-Strukturfonds
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u.
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Strukturfördermittel.
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Dafür
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wollen
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wir
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eine
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ressortübergreifende Koordinierung einrichten.
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•
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Das online Kompensationskatasters Sachsen-Anhalt evaluieren: um zu
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beurteilen, ob die Zielsetzungen der Ökokontoregelung erreicht werden konnten,
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insbesondere, ob alle Ökokontenbetreiber die gleichen Marktchancen besitzen.
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|
Auch die Wirksamkeit der Ökokontomaßnahmen und die Möglichkeit, deren
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Wirkungen (z. B. für Biotopvernetzung) zu verbessern, sollten untersucht werden.
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•
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Industriebrachen umnutzen: Industriebrachen müssen durch höhere Anreize für
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|
Entsiegelung und Beseitigung von stofflichen Belastungen für eine weitere Nutzung
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71
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oder Renaturierung weiterentwickelt werden; die Nutzung von Deponie auf Depo-
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nie prüfen. In den Ökologischen Großprojekten der Altlastensanierung und der Still-
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|
legung von Deponien müssen wir uns auf ein noch Jahrzehnte andauerndes hohes
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Kostenniveau einstellen.
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16.5 Wasser
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Wasser ist natürliche Lebensgrundlage, deren Schutz und Nutzung gesellschaftlicher Re-
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gelung bedarf.
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WIR WERDEN
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•
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Die EU-Wasserrahmenrichtlinie 1:1 und unter Klimaaspekten umsetzen: Die Ge-
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wässerrandstreifen erfüllen wichtige Funktionen für Natur und Umwelt.
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Abwasseraufbereitung fördern: Die Aktivitäten der Wirtschaft, der Wissenschaft
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und der Verwaltung zu innovativen Verfahren der Abwasseraufbereitung, wie das
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in Umsetzung befindliche Projekt zur kostenseitigen Abtrennung von Spurenstoffen
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aus Schmutzwasser, sind zu unterstützen.
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•
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Mikroschadstoffe wie Salzfracht in den Gewässern verringern.
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•
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Landeseigene Initiativen für die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm
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unterstützen.
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•
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|
Ein integriertes Auenmanagement entwickeln: z. B unseren Flüssen Mulde, Saale,
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Bode oder Ehle. Hier spielt auch die Kontamination aus der DDR-Zeit eine Rolle. Um
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die Unterhaltung dieser Auen und Gewässer zu unterstützen, wollen wir zusätzlich
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Mittel einsetzen.
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Ein langfristiges, nachhaltiges Wassermanagement entwickeln: um die Trocken-
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heit zu mildern sowie die Auswirkungen von Vernässung und Erosion weiter einzu-
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dämmen.
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•
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Versiegelung reduzieren: Die Versiegelung dauerhaft nicht mehr genutzter Sied-
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lungsbereiche ist angesichts der zunehmenden Trockenheit sowohl zum Schutz der
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Baumbestände als auch des Hochwasserschutzes konsequent zu reduzieren.
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•
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Den Hochwasserschutz vorantreiben: Der Hochwasserschutz muss auch in den
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nächsten Jahren ausreichend finanziell untersetzt werden, um alle Hochwasser-
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schutzanlagen auf den Stand der Technik zu bringen und zu halten.
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Touristische Nebennutzungen von Stauseen sind dabei weiterhin zu ermöglichen.
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Flüsse und Gewässer in den Blickpunkt rücken: Es gilt, die Entwicklung der grün-
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blauen Infrastruktur in der Stadt und im ländlichen Raum zu fördern, weil sie einen
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wesentlichen Beitrag zur Aufwertung des Lebensumfeldes der Bürger darstellt. Ein
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Ausdruck dieser Infrastruktur sind die Gewässerkorridore in unserem Land. Unter
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dem Dach der europäischen Strategien für Biodiversität und Grüne Infrastruktur
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72
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verfolgen wir die Revitalisierung und Erlebbarmachung der großen und kleinen Ge-
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wässerkorridore. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherung regionaler und
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teilregionaler blauer Netze.
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Auch aus anderen Umweltbereichen ist bekannt, dass gerade kleine Gewässer ei-
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ner erheblichen Gefährdung ausgesetzt sowie von fortschreitender Degradierung
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ihrer ökologischen Vielfalt betroffen sind, was zu ihrem andauernden Schwund bei-
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trägt. Wir fördern deshalb die Revitalisierung und nachhaltige Inwertsetzung die-
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|
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ser Strukturen, vor allem von kleinen Gewässern. Wir sorgen deshalb auch zukünf-
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tig für ein ausreichendes Wasserdargebot in unseren Flüssen und suchen diesbe-
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züglich die Abstimmung mit unseren Nachbarländern.
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16.6 Luft
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Wir wollen die Luftqualität in belasteten Städten unter Zuhilfenahme moderner Technolo-
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gien weiter verbessern. Pauschale Verbote lehnen wir ab.
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WIR WERDEN
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Die Luftverschmutzung senken: Dafür erforderlich sind umfangreiche Maßnah-
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menpakete, die auch intelligente Verkehrslenkung und -steuerung, digitale Parkleit-
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systeme oder auch Innovation technischer Ansätze, wie die Filterung der Luft durch
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den Austausch von Straßenbelägen, berücksichtigen.
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16.7 Tierschutz
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Wir werden uns - wie in den vorigen Wahlperioden auch – für eine stärker am Tierwohl
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orientierte Haltung einsetzen, sowohl in der Haus- als auch in der Nutztierhaltung. Ein Ver-
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bandsklagerecht für Tierschutzverbände lehnen wir ab. Es muss bei der Umsetzung von
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Tierschutznormen auf die Umsetzbarkeit geachtet werden, damit Zucht- und Nutztierhal-
|
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|
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tung weiterhin auch in Sachsen-Anhalt eine Zukunft hat. Für den Schutz und die Gesund-
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|
heit von Tieren soll die Haltung so erfolgen, dass das natürliche Verhalten der Tiere aus-
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gelebt werden kann.
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WIR WERDEN
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Die Initiative für mehr Tierschutz in der Nutztierhaltung tierwohlorientiert umset-
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zen: Gleichzeitig sollen die Landwirte Planungssicherheit bei einer auskömmlichen
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Finanzierung erhalten.
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Nutztierrassen bewahren: Auch alte Nutztierrassen sollen vor dem Aussterben be-
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wahrt werden, indem ihr Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft honoriert wird. Wir
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wollen Agrobiodiversität schützen.
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Den Tierschutzbeauftragten stärken: Der unabhängige Tierschutzbeauftragte des
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Landes Sachsen-Anhalt soll weiter unterstützt und seine personelle Ausstattung
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überprüft werden.
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Den Bau und die Modernisierung von Tierhaltungsanlagen weiterhin fördern:
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Jeder neue Stall bedeutet mehr Tierwohl.
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Emissionen
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verringern:
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Gleichzeitig
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bedeutet
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die
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Fortführung
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der
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Agrarinvestitionsförderung auch eine Verringerung von Emissionen in der
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Landwirtschaft, insbesondere bei der Tierhaltung, die ansonsten zu Konflikten
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führen. Zur Verringerung von Emissionen sollen auch die Digitalisierung, die
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Lagerung- und Ausbringungstechnik im Bereich Pflanzenschutz gefördert werden.
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Uns gegen die unkontrollierte Vermehrung von herrenlosen Katzen einsetzen und
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die Kastration von Katern unterstützen.
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17 Kunst, Kultur und Medien – in Sachsen-Anhalt Zuhause
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17.1 Kultur Grundpfeiler unserer Gesellschaft
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Seit 2016 ist ein deutlicher Anstieg der für die Kultur zur Verfügung stehenden Mittel zu
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verzeichnen. Dies ist dem nachhaltigen Einsatz der CDU zu verdanken. Wir haben in der
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zurückliegenden Legislatur parlamentarisch eine Marketingstrategie auf den Weg ge-
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bracht, die es der Landesregierung ermöglicht hat, mit der finanziellen Untersetzung im
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Landeshaushalt wichtige kulturelle Highlights über die Grenzen unseres Bundeslandes
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hinaus bekannt zu machen. Es ist uns ferner gelungen, die Theater- und Orchesterland-
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schaft in Sachsen-Anhalt mithilfe neuer Verträge bis 2023 mit ausreichend finanziellem
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Kapital in Höhe von 42,7 Mio. Euro (2023) auszustatten, um so allen Standorten und ihren
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Kulturschaffenden eine gute und verlässliche Zukunft zu geben. Eine solche Summe hat es
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in der Vergangenheit noch nicht gegeben. Auch die langen geforderten landesgeschichtli-
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chen Stellen wurden geschaffen und im Haushalt abgesichert.
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Es gilt, das reichhaltige geschichtliche und kulturelle Erbe unseres Landes zu bewahren,
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dieses für die Gegenwart sichtbar, erlebbar und wirksam zu machen, kulturelle Bildung für
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alle Generationen zu gewährleisten und den innovativen und produktiven Charakter von
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Kunst und Kultur zu begleiten und zu fördern. Deshalb wollen wir in der kommenden Le-
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gislaturperiode folgende Ziele verwirklichen.
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WIR WERDEN
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• Kinder und Jugendliche kulturell bilden: Da die kulturelle Prägung bereits in der
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Kindheit beginnt, muss ein Schwerpunkt kultureller Bildung die Kinder- und Jugend-
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arbeit sein. Für diese wichtige Aufgabe müssen die Kultureinrichtungen mit päda-
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gogischem Fachpersonal verstärkt werden. Der frühe Zugang zu Bibliotheken, Mu-
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sikschulen und Theatern schafft Gemeinschaftserlebnisse über Generationen hin-
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weg. Die öffentlichen Schulen müssen bei der kulturellen Bildung aktiver Player und
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nicht nur eine Randerscheinung sein. Die Ausbildung von Lehrkräften für Musik und
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Kunst muss wieder zum Kerngeschäft unserer Hochschulen werden.
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• Die Verbindung der Bürger und Bürgerinnen zu den jeweiligen Regionen und die
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identitätsstiftende Wirkung von Kultur stärken: Wir bekennen uns zu einer Kultur-
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politik, die die Qualität einer reichhaltigen Kulturlandschaft erhält und den kulturel-
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len Austausch zwischen dem ländlichen Raum und den Oberzentren befördert. Wir
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bekennen uns zur Stärkung von thematischen kulturellen Zentren im Land. Angebot
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und Zugang zu Kunst und Kultur ist für die Menschen in allen Landesteilen sicher-
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zustellen. Kunst und Kultur sind kein überflüssiger Luxus, sondern Lebenselixier für
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die Menschen in unserem Land.
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• Kulturförderung vereinfachen: Wir verfolgen weiterhin das Ziel, die Kulturförde-
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rung grundsätzlich zu vereinfachen und von der Fehlbedarfsfinanzierung auf eine
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Festbetragsfinanzierung umzustellen. Lange Zuwendungsverfahren verhindern die
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Realisierung von Projekten und müssen verkürzt werden.
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• Die Landesstiftungen bewahren: Sie erforschen und vermitteln in besonderem
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Maße die Kulturgeschichte Sachsen-Anhalts. Sie tragen dabei erheblich zur Be-
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kanntheit und touristischen Attraktivität unseres Kulturlandes bei. Wir bekennen
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uns dazu, die Stiftungen so auszustatten, dass sie ihre Aufgabe nachhaltig erfüllen
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können.
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• Das Sonderprogramm zur Förderung der Schlösser, Burgen und Gärten in Mittel-
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deutschland als eine einmalige Chance begreifen: Dieses kulturelle Erbe muss
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dauerhaft erhalten werden. Wir begrüßen das Bekenntnis des Bundes zu diesem
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Vorhaben und unterstützen seine Kofinanzierung durch das Land Sachsen-Anhalt.
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Wir werden daher bis 2023 ein Konzept unter Einbindung aller Träger von kunst-
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historisch anerkannten Renaissancebauwerken erstellen. Ziel ist, die regionale Ver-
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netzung materiell herzustellen und abzusichern, um bis 2025 überregionale (We-
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ser-Renaissance) und europäische Vernetzungen aufzubauen, auch um auf dem
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weltweiten Markt relevante touristische Renaissance-Produkte anbieten zu können.
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• Kulturschätze bewahren: Das Land Sachsen-Anhalt steht in der besonderen Ver-
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pflichtung der nachhaltigen Sicherung seiner eigenen Kunst- und Kulturgüter, die
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vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie und der Kulturstiftung Sach-
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sen-Anhalt bewahrt werden. Wir bekennen uns dazu, die Errichtung des zur Siche-
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rung der Kulturschätze dringend erforderliche Depot weiter voranzutreiben.
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• Landesidentität herausarbeiten: Unser Bundesland braucht ein „Haus der Ge-
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schichte“. Zur Stärkung der Landesidentität sollen hier landesweite Themen der Kul-
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turgeschichte ebenso präsentiert werden, wie der kulturelle Reichtum der histori-
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schen Regionen. Notwendig ist eine Kooperation mit bestehenden Einrichtungen,
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wie der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, dem Landesamt für Denkmalpflege und Ar-
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chäologie und der Martin-Luther-Universität.
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• Die Kunststiftung des Landes stärken: Sie muss die kreativen Akteure des Landes
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fördern und vernetzen, in den Zentren ebenso, wie in den Regionen. Kunst und Wis-
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senschaft erforschen die dynamischen Entwicklungen und Herausforderungen un-
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serer Gesellschaft. Daher ist es notwendig, Forschung, Technologie und Kunst zu-
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sammenzubringen und zugleich Kunsttraditionen in neuen Kontexten zu präsentie-
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ren. Die Kunstförderung wird so zum wichtigen Botschafter der lebendigen Szene
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unseres Landes und spielt eine zentrale Rolle, sodass Kulturschaffende frei wirken
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können.
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Sachsen-Anhalt verfügt mit fünf Stätten des UNESCO-Welterbes, einem UNESCO-
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Biosphärenreservat und drei herausragenden Objekten des UNESCO-Weltdoku-
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mentenerbes über eine europaweit bemerkenswerte Dichte dieser Kristallisations-
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punkte des Erbes der Menschheit. Dieses Erbe der gesamten Menschheit ist zugleich
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ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für tourismusnahes Gewerbe und Ausweis Sach-
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sen-Anhalts als weltoffenes Gastgeberland. Die Maßnahmenplanung 2020 - 2025
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„Weltkultur erleben in Sachsen-Anhalt“ soll umgesetzt und für die Jahre 2022 -
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2025 finanziell ausgestattet werden.
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Die Kulturlandschaft an Saale und Unstrut zählt ausweislich des Landesentwick-
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lungsplans zu den herausragenden kulturhistorischen und touristischen
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Anziehungspunkten in Sachsen-Anhalt. Die Erhaltung der Burgen, Klöster und
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Schlösser dieser Region wird die notwendige Unterstützung erfahren.
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Die Erfolgsaussichten einer weiteren Welterbe-Nominierung für Kulturdenkmale
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aus dem reichen industriellen Erbe Sachsen-Anhalts werden geprüft und das noch
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laufende Nominierungsverfahren für die Franckeschen Stiftungen wird durch das
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Land weiterhin nachhaltig unterstützt.
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• Gedenkstätten fördern: Unser Land verfügt über zahlreiche Gedenkstätten zur
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deutschen Teilung und zum Unrechtsregime der DDR sowie zur Erinnerung an den
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Terror des Nationalsozialismus. Der Erhalt und die Arbeit dieser Gedenkstätten ist
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eine wichtige Investition in die Zukunft. Wir sehen ein besonderes Potential darin,
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das würdige Gedenken und die Dokumentation dieser Gedenkstätten mit der Ver-
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mittlung eines realen Bildes des Lebens in der Zeit des Nationalsozialismus und des
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„Kalten Krieges“ zu verknüpfen.
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• Die Erinnerungskultur pflegen: Das Gedenken an Flucht und Vertreibung von Milli-
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onen Deutschen am Ende des 2. Weltkrieges bleibt ein Teil unserer Erinnerungskul-
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tur. Die Auseinandersetzung mit den totalitären Systemen des 20. Jahrhunderts und
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die Fragen der Kriegsfolgenbewältigung benötigen weiterhin Aufmerksamkeit in
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unserer schulischen und allgemeinen politischen Bildung. Den 20. Juni begehen wir
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als Gedenktag der Opfer von Flucht und Vertreibung und wollen mit ihm ein Zeichen
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für die europäische Verständigung setzen. Gesellschaftliche und kulturelle Kontakte
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und Verbindungen in die Herkunftsgebiete der Vertriebenen und Aussiedler werden
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wir im Sinne europäischer Gemeinsamkeit weiter pflegen. Die CDU bekennt sich
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dazu, im Rahmen des Bundesvertriebenengesetztes auch zukünftig wichtige inhalt-
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liche Akzente für die Pflege des Kulturgutes unserer Aussiedler und Spätaussiedler
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zu setzen.
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• Die Museumslandschaft sichern: Der Erhalt und die Entwicklung der regionalen
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Museen bedürfen der nachhaltigen Unterstützung des Landes. Hier sind bei Siche-
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rung der bestehenden reichen Museumslandschaft Schwerpunktsetzungen unab-
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dingbar. Für die CDU ist das reformatorische Wirken von Thomas Müntzer fester
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Bestandteil der Reformationsagenda in Sachsen-Anhalt. Die Würdigung des Jubi-
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läums „500 Jahre Bauernkrieg“ im Jahr 2025 streben wir im Rahmen einer Lan-
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desaustellung an. Wir bekennen uns ausdrücklich zur Einrichtung eines Landesmu-
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seums in der Landeshauptstadt.
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• Die Gründung von regionalen und lokalen Notfallverbünden für Kunst- und Kul-
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turgut unterstützen: Diese entscheidende Aufgabe zur Sicherung des kulturellen
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Erbes durch die Kommunen muss vom Land koordiniert, begleitet und gefördert
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werden.
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• Die reiche Tradition Sachsen-Anhalts als Musik- und Theaterland erhalten:
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Hierzu leisten auch zahlreiche Städte und Gemeinden auf verschiedenen Ebenen
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einen erheblichen Beitrag. Die Theater und die Orchester brauchen Planungs- und
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Bestandssicherheit. Das erfolgreiche System der Theaterverträge muss daher fort-
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geführt werden. Hierzu gehören die Händel-Festspiele in Halle, die Telemann-Fest-
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tage in Magdeburg, das Kurt Weill Fest in Dessau, die Fasch-Festtage in Zerbst und
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das Heinrich Schütz Musikfest in Weißenfels. Sachsen-Anhalts Musikfeste bilden
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die musikalische Vielfalt des Landes ab. Wir bekennen uns zu ihrer Förderung und
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Unterstützung durch das Land.
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• Landeszusammenhalt stärken: Wir werden anlässlich des 700. Wiederkehr des
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„Ewigen Bündnisses“ zwischen Magdeburg und Halle ein landesweites Projekt mit
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Europa- und Landesmitteln entwickeln. Höhepunkt soll der Sachsen-Anhalt-Tag
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2024 werden, der in beiden Städten ausgetragen werden soll.
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17.2. Unser Verhältnis zu Kirchen und Religionsgemeinschaften
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Die Geschichte Mitteldeutschlands ist eng mit dem friedlichen Zusammenleben und dem
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Streit von Religionen und Konfessionen verbunden. Mitteldeutschland war und ist der Sitz
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von Bischöfen. Magdeburg und Wittenberg waren eine der Hauptorte einer sich ausbrei-
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tenden Reformation und Magdeburg musste dieses 1631 mit seiner fast vollständigen Zer-
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störung bezahlen. Städte in Mitteldeutschland boten zum Beispiel den verfolgten Huge-
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notten Schutz und neue Heimat. Das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts beherbergte
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lange Zeit eine bedeutende jüdische Kultur, die durch die NS-Herrschaft fast vollständig
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beseitigt wurde.
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WIR WERDEN
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Jüdisches Leben in unserem Land unterstützen: Nach und nach wächst wieder
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jüdisches Leben in diesem Land. Wir unterstützen den Neubau von Synagogen in
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Dessau und Magdeburg und die Entfaltung jüdischen Lebens. Jüdisches Leben ist
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aber wieder gefährdet, wie der Anschlag 2019 auf die Synagoge in Halle zeigte.
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Freie Religionsausübung garantieren: Wir bekennen uns zur Eigenständigkeit und
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Unabhängigkeit der christlichen Kirchen und der anerkannten Religionsgemein-
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schaften. Wir stehen zu den abgeschlossenen Staatskirchenverträgen und zum
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Staatsvertrag mit der Jüdischen Gemeinschaft. Die Freiheit der Kirchen und der Re-
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ligionsgemeinschaften in die Gesellschaft hineinzuwirken, muss unantastbar blei-
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ben. Unsere freiheitliche Rechtsordnung garantiert das Recht auf freie Religions-
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ausübung. Die christlichen Kirchen mit ihren Gemeinden und deren Engagement
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prägen in hohem Maße das Leben in diesem Lande mit. Dieser Arbeit wollen wir
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auch zukünftig gute Entfaltungsmöglichkeiten gewähren.
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Wirkungsmöglichkeiten bieten: Migration, die seit Jahren unser Land erreicht,
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bringt Menschen mit bisher weitgehend unbekannten Glaubensformen zu uns.
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Auch diesen Einwohnern wollen wir im Rahmen des Grundgesetzes gute Wir-
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kungsmöglichkeiten bieten.
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Akzeptanz fördern: Wir erwarten von den Angehörigen aller Religionen und von
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allen Einwohnern in Sachsen-Anhalt, die keiner Religion angehören, dass sie fried-
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lich und in gegenseitiger Achtung miteinander umgehen. Soweit es denn möglich
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ist, werden wir das gegenseitige Kennenlernen und Achten fördern. Intoleranz wer-
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den wir entschieden bekämpfen.
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17.3. Medien als bedeutende Informationsquelle
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Der freie Zugang zu unterschiedlichen Informationsquellen ist grundlegend für ein demo-
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kratisches Gemeinwesen und hat entscheidende Bedeutung für den Meinungsbildungs-
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prozess. Hierfür wollen wir die unabhängige und vielfältige Medienlandschaft mit dem öf-
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fentlich-rechtlichen Rundfunk, privaten, lokalen und landesweiten Medienanbietern, Verla-
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gen, Bürgermedien und neuen online-gestützten Medienangeboten erhalten, fördern und
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zukunftsfähig machen. Gute digitale Infrastrukturen sind dafür eine Grundvoraussetzung.
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Wir haben auf mögliche Preissteigerungen für die Radiosender beim Verkauf der UKW-
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Sendeanlagen durch die Media Broadcast GmbH aufmerksam gemacht. Preissteigerungen
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von bis zu 30 Prozent standen dabei im Raum. Letztendlich konnte das aber verhindert
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und faire Bedingungen für die Radiosender verhandelt werden.
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Seit Anfang der 90er Jahre sind mehr als 9 Milliarden Euro aus den europäischen Struktur-
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und Investitionsfonds nach Sachsen-Anhalt geflossen, u. a. für Forschung, Hochwasser-
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schutz, Bauprojekte oder Breitbandausbau. Wir haben deshalb deutlich gemacht, dass
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auch nach 2020 diese Investitionspolitik der EU erhalten bleiben muss.
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Auf unserer Initiative hin ist es gelungen, dass der Rundfunkbeitrag derzeit stabil ist. Dies
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soll auch in Zukunft so bleiben, folglich muss der öffentlich-rechtliche Rundfunk weiter über
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die zukünftigen Strukturen und Auftrag nachdenken.
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WIR WERDEN
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Die duale Rundfunkordnung sichern: Wir sprechen uns für das duale Rundfunk-
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system aus privaten Medienunternehmen und öffentlich-rechtlichen Rundfunkan-
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stalten aus. Wir wollen dieser auch in Zeiten wachsender Onlinekonkurrenz - auch
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im digitalen Zeitalter - faire Wettbewerbs- und Entwicklungschancen geben. Dazu
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gehört vor allem die Auffindbarkeit der öffentlich-rechtlichen und privaten Ange-
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bote auf den großen digitalen Plattformen und sog. Smart Speakern.
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Den öffentlich-rechtlichen Rundfunk reformieren: Der öffentlich-rechtliche Rund-
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funk ist gerade im Zeitalter unzähliger digitaler Angebote als vertrauenswürdige
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Säule der Berichterstattung und als Garant der medialen Grundversorgung uner-
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lässlich. Die Kernkompetenzen Information, Bildung und Kultur sollten in allen öf-
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fentlich-rechtlichen Medienangeboten der Mittelpunkt sein. Der zukünftige Auftrag
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und seine Struktur müssen reformiert werden.
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An einem stabilen Rundfunkbeitrag festhalten: Die Akzeptanz des öffentlich-
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rechtlichen Rundfunks steht und fällt nicht nur mit seinen Inhalten, sondern auch
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mit der Höhe des Rundfunkbeitrags. Wir halten daher am Ziel der Beitragsstabilität
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fest. Ein Indexmodell für den Rundfunkbeitrag steht für uns nicht zur Diskussion und
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ist abzulehnen. Ein sparsamer Mitteleinsatz, wie von der Kommission zur Ermittlung
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des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) gefordert und strukturelle Refor-
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men im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind hierfür die wichtigsten Voraussetzun-
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gen. Aufgabe und Struktur müssen der heutigen Zeit angepasst werden. Dazu sind
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die Intendanten und die Länder gefordert.
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Entlastungen vom Rundfunkbeitrag prüfen: Bei zukünftigen Änderungen des
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Rundfunkänderungsstaatsvertrags werden wir Möglichkeiten der Entlastung klei-
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ner und mittelständischer Unternehmen und die Befreiung für alle Studierenden und
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Auszubildenden, unabhängig vom Bafög, prüfen.
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Private Radioveranstalter beim Umstieg in das digitale Zeitalter unterstützen:
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Die digitale Hörfunkverbreitung DAB+ ist nicht kostendeckend und muss über die
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UKW-Verbreitung mit erwirtschaftet werden. Unser Ziel ist es daher, die privaten
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Radioveranstalter weiter bei dem Umstieg in den digitalen Hörfunk zu unterstützen.
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Ein Abschalten der analogen UKW–Verbreitung lehnen wir ab, solange der über-
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wiegende Bevölkerungsteil diesen Empfangsweg nutzt.
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Die Landesmedienanstalt unterstützen: Der Anteil der Landesmedienanstalt von
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knapp zwei Prozent am Rundfunkbeitrag der landeseigenen Beitragszahler sollte
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mittelfristig erhöht werden.
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Medienkompetenz fördern: Sie ist in der modernen Mediengesellschaft mit sozialen
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Medien und Fakenews eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation. Wir wollen neue
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medienpädagogische Bildungsanreize für alle Generationen schaffen. Die stationä-
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ren und mobilen und stationären Angebote der Landesmedienanstalt und die Netz-
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werkstelle Medienkompetenz leisten zu deren Vermittlung einen wichtigen Beitrag
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und sollen weiter gefördert werden. Eine engere Zusammenarbeit mit dem Bil-
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dungsministerium und der Staatskanzlei sollte projektbezogen geprüft werden.
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Lokale und regionale Privatrundfunkveranstalter besserstellen: In Sachsen-An-
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halt wird von den lokalen und regionalen Privatrundfunkveranstaltern – trotz
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schwieriger wirtschaftlicher Bedingungen - durch ihre Nähe zu den Menschen in der
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Region einen unverzichtbaren Beitrag zur Förderung der regionalen Vielfalt geleis-
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tet und sind für die Meinungsbildung und Demokratie von besonderer Bedeutung.
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Wir wollen auf eine Verbesserung ihrer finanziellen Rahmenbedingungen, z. B.
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durch Förderung der Verbreitungskosten, hinwirken.
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Bürgermedien in Form der Offenen Kanäle und der nicht kommerziellen Lokalra-
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dios sichern: In Sachsen-Anhalt leisten die Bürgermedien einen wesentlichen Bei-
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trag zur Medienvielfalt und bei der Medienbildung. Die Unterstützung durch die Me-
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dienanstalt Sachsen-Anhalt und durch das Land wollen wir fortführen.
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Den Kinder- und Jugendmedienschutz weiter in den Fokus rücken: Insbesondere
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mit dem Fortschritt der sozialen Medien muss verstärkt auf dem Schutz der Kinder
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und Jugendlichen im Internet geachtet werden.
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Werbevorgaben einheitlich gestalten: Die Werberegulierung findet im Internet,
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anders als im Rundfunk, kaum statt. Daher gewinnen große Social Media-Unter-
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nehmen immer größere Werbemarktanteile. Wir setzen uns für einheitliche recht-
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liche Werbevorgaben in Internet und Rundfunk ein.
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Zeitungen und Zeitschriften mit ihren Lokalseiten sind ein lebendiges Element der
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Information und Meinungsvielfalt in unserem Land. Dies wollen wir gemeinsam mit
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den Verlegern auch im digitalen Zeitalter bewahren.
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Den Dreh- und Produktionsstandort Sachsen-Anhalt stärken: Unser Land muss
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als Standort in Mitteldeutschland, insbesondere auch für digitale Angebote, mit Un-
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terstützung der Mitteldeutschen Medienförderung (MDM), weiter gestärkt werden.
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Wir wollen darauf hinwirken, die Struktureffekte aus der MDM in Sachsen-Anhalt
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und insbesondere am Medienstandort Halle (Saale) weiter zu erhöhen.
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Kinos als Teil unserer Kultur in der Fläche erhalten: Eine lebendige Kinolandschaft
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mit kommerziellen und nicht kommerziellen Anbietern gehört zur Kulturlandschaft
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unseres Landes. Wir wollen gerade kleinere Kinos in der Fläche erhalten.
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Herausgeber
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Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU)
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Landesverband CDU Sachsen-Anhalt
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Landesgeschäftsstelle
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Fürstenwallstraße 17
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39104 Magdeburg
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Telefon: (0391) 566 68 10
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Telefax: (0391) 566 68 30
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E-Mail: post@cdulsa.de
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Unser Regierungsprogramm zur Landtagswahl 2021 –
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